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Abschied von der Allmacht Gottes!? - „Der Gottesbegriff nach Auschwitz“: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Position von Hans Jonas Isabelle Dittmann Freiherr-vom-Stein-Schule Fach: Religion Fachlehrerin: Frau Breitner Hessisch Lichtenau, 21.04.2017

Abschied von der Allmacht Gottes!? - 'Der Gottesbegriff ... · im Juni 1944 sowjetische Truppen anrückten, um die Menschen aus den zahlreichen Konzentrations- und Venichtungslager

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Text of Abschied von der Allmacht Gottes!? - 'Der Gottesbegriff ... · im Juni 1944 sowjetische Truppen...

  • Abschied von der Allmacht Gottes!? -

    Der Gottesbegriff nach Auschwitz: Eine kritische

    Auseinandersetzung mit der Position von Hans Jonas

    Isabelle Dittmann

    Freiherr-vom-Stein-Schule

    Fach: Religion

    Fachlehrerin: Frau Breitner

    Hessisch Lichtenau, 21.04.2017

  • Inhaltsverzeichnis

    1. Abkrzungsverzeichnis..........................................................................................................1

    2. Fachwortverzeichnis...............................................................................................................2

    3. Vorwort....................................................................................................................................4

    4. Der Begriff der Theodizee......................................................................................................5

    5. Historische Einordnung.........................................................................................................7

    6. Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme.

    4.1 Biografie von Hans Jonas...................................................................................................8

    4.2 Hans Jonas' Position zur Theodizeefrage...........................................................................9

    7. Beurteilung der Position von Hans Jonas

    5.1 Kritik Eberhard Jngels...................................................................................................14

    5.2 Eigene Stellungnahme.....................................................................................................18

    8. Nachwort...............................................................................................................................21

    9. Quellenverzeichnis

    9.1 Literaturverzeichnis..........................................................................................................22

    9.2 Internetquellen..................................................................................................................22

    9.3 Abbildungen.....................................................................................................................23

    10. Anhang

    10.1 Kopien der Internetseiten

    10.2 Erklrung zur Selbstndigkeit

    10.2 Dokumentationsblatt zum Arbeitsprozess

  • 1. Abkrzungsverzeichnis

    A.a.O. Am angegebenen Ort

    bzw. beziehungsweise

    f. folgende (Seite)

    ff. folgende (Seiten)

    Vgl. Vergleich

    z.B. zum Beispiel

    1

  • 2. Fachwortverzeichnis

    creatio ex nihilo Gott hat die Welt aus dem Nichts erschaffen, es gab vorher

    keine existierende Materie 1

    Deismus Gott hat die Welt geschaffen, wirkt aber nicht weiter in ihr.

    Modell des Uhrmachers2

    Dualismus Im Dualismus wird von zwei ersten Prinzipien ausgegangen;

    dass also neben Gott noch eine weitere Macht existiert, die

    dann z.B. fr das bel in der Welt verantwortlich gemacht

    werden knnte (aufgrund eines Kampfverhltnisses beider

    Prinzipien).3

    Friedrich Nietzsche deutscher, klassischer Philologe; formuliert die These, dass Gott

    (1844-1900) tot sei4

    Immanuel Kant (1724-1804) deutscher Philosoph zur Zeit der Aufklrung;

    sein bekanntestes Werk ist Kritik der reinen Vernunft5

    Inkarnation Fleischwerdung Gottes; Gott wird Mensch in Jesus Christus

    Kenosis Die Entuerung Gottes in der Fleischwerdung6

    1 Vgl . Was bedeutet Schpfung? , Papst Johannes Paul II, 15.01 .1986 http://www.kath-info.de/schoepfung.html ,10.04.20172 Vgl . Deismus http://www.kathweb.de/lexikon-kirche-religion/d/deismus.html, 2.04.2017 3 Vgl. Dualismus, Dr. Wulff D. Rehfus http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bentry

    %5D=249&tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&tx_gbwbphilosophie_main%5Bcontroller%5D=Lexicon&cHash=5edc3f71c806bc43f4b036d09e1ccc44, 10.03.2017

    4 Vgl . Friedrich Nietzsche https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche#.E2.80.9EGott_ist_tot.E2 .80.9C_.E2.80.93_Der_europ.C3.A4ische_Nihilismus, 27.03.2017

    5 Vgl. Immanuel Kant (1724-1804) http://www.philosophenlexikon.de/immanuel-kant/, 28.03.20176 Vgl . Kenosis https://de.wikipedia.org/wiki/Kenosis, 30.03.2017

    2

  • logischer Positivismus Der logische Positivismus hat zum Ziel, die philosophischen

    Wissenschaften den empirischen Wissenschaften gleichzusetzen.

    Hierbei geht es vor allem darum, Kriterien zu finden, die zeigen,

    ob eine These wahr oder nicht wahr ist. 7

    Pantheismus Der Pantheismus ist eine Religionsform, bei der davon

    ausgegangen wird, dass Gott und die Welt (das Universum) eins

    sind. Gott sei demnach also keine Person, kein Schpfer,

    sondern eine anfangslose Urmacht.8

    Tun-Ergehen-Zusammenhang Weisheit im Alten Testament der Bibel des Volkes Israels, die

    besagt, dass die eigenen Taten bestimmen, was einem

    widerfhrt9

    Tzimtzum Kontraktion Gottes 10

    7 Vgl. Logischer Positivismus (Wiener Kreis), Technische Universitt Dresden, 15.10.2016 http://versuch.file2.wcms.tu-dresden.de/w/index.php/Logischer_Positivismus_(Wiener_Kreis), 28.02.20178 Vgl. Pantheismus , Lothar Gassmann http://www.bible-only.org/german/handbuch/Pantheismus.html, 3.04.20179 Vgl. Weisheit, Pro f. Dr. Martin Rsel http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-at/weisheit/, 28.03.201710 Vgl. Tzimtzum: Zwlftes Kapitel, Nissan Dovid Dubov http://de.chabad.org/library/article_cdo/aid/534913/jewish/Tzimtzum.htm, 7.04.2017

    3

  • 3. Vorwort

    Von Anfang an stand fr mich fest, dass ich meine Jahresarbeit gerne im Fach Religion schreiben

    mchte, da mich Religion und Glaube sehr interessiert.

    Fr uns Christen ist es selbstverstndlich, kritisch auf die eigene Religion zu blicken und den

    eigenen Glauben zu hinterfragen. So stt man irgendwann auch auf die Frage, warum ein gtiger,

    allmchtiger und allwissender Gott das Leid und bel in der Welt zulsst. Um dieser Frage auf den

    Grund zugehen, erschien es mir aber nicht nur interessant zu untersuchen, wie sich christliche

    Theologen dazu uern, sondern auch die Sichtweise Glubiger aus anderen Religionen zu

    betrachten.

    Durch einen Hinweis meiner Schwester, wurde ich auf den jdischen Philosophen Hans Jonas

    aufmerksam. Mir erschien es spannend, die Theodizeefrage aus der jdischen Sicht zu betrachten,

    auch aus dem Grund, da die Rolle Jesu im Judentum nicht so bedeutend ist wie im Christentum.

    Die Rede Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme fand ich sehr interessant und

    ergreifend. Jonas schliet die Allmacht Gottes aus, weil er der Meinung ist, dass Gott den

    Massenmord der Juden nur zugelassen habe, weil er nicht die Macht hatte dies zu verhindern.

    Zu meinem Thema Abschied von der Allmacht Gottes!? - Der Gottesbegriff nach Auschwitz:

    Eine kritische Auseinandersetzung mit der Position von Hans Jonas, entschied ich mich fr die

    Leitfrage Theodizee nach Auschwitz: Ist die Entuerung der Allmacht Gottes die Antwort auf die

    Theodizeefrage?.

    Um mich mit der Position von Hans Jonas auseinander zu setzen, betrachte ich die Kritik des

    Theologen Eberhard Jngel, da ich dadurch Kenntnis ber eine weitere Ansicht erlange und dazu

    die Unterschiede und Gemeinsamkeiten einer jdischen und einer christlichen Position zur

    Theodizeeproblematik zusammenfhren kann. Ausgehend von den Auffassungen der vorgenannten,

    nehme ich am Ende selbst zur Theodizeefrage Stellung.

    4

  • 4. Der Begriff der Theodizee

    Mit Theodizee ist eine Rechtfertigung des Glaubens an einen guten, allmchtigen und

    allwissenden Gott angesichts offennkundig sinnlosen Leidens in der Welt gemeint."11

    Der Begriff der Theodizee setzt sich aus den griechischen Wrtern theos (Gott) und dike

    (Gerechtigkeit) zusammen. Dabei sei zu beachten, dass es nicht um die Rechtfertigung Gottes gehe,

    sondern um die Rechtfertigung des Glaubens an Gott. Das Theodizeeproblem stelle den

    Widerspruch zwischen einem allmchtigen, gtigen und allwissenden Gott und der Existenz des

    bels in der Welt dar.

    Gottfried Wilhelm Leibniz12 (1646-1716) prgte den Begriff der

    Theodizee stark. Seither unterteile man das bel in der Welt in

    drei Formen. Zum einen gebe es das malum metaphysikum,

    womit die Endlichkeit und Sterblichkeit gemeint sei. Dieses

    bel erweise sich allerdings nach Leibniz als kein groes

    Problem innerhalb der Theodizeefrage, da der von Gott

    geschaffene Mensch nicht vollkommen und nicht endlich sein

    knne. Alles Geschaffene msse einen Anfang und ein Ende

    haben. Das Theodizeeproblem setze sich auerdem mit dem

    malum morale, das vom Menschen verursachte Bse, und mit

    dem malum physicum, das in der Natur vorhandende bel,

    auseinander. Die Trennung der Formen des bels seien sinnvoll,

    da das malum morale auf die Freiheit des Menschen zurckzufhren sei und das malum physicum

    durch die von Gott geschaffene Natur entstehe. Leibniz stelle die These auf, dass Gott die

    Mglichkeit hatte, jede andere Welt zu erschaffen und er aufgrund seiner Gte die Beste aller

    mglichen Welten" geschaffen habe.13

    Die Hiobgeschichte im Alten Testament der Bibel nimmt Bezug auf die Theodizeeproblematik,

    indem der Satan von Gott die Erlaubnis bekommt, dem Mann Hiob Leid zu zufgen. Hiob verliert

    Frau, Kinder und Gter und bekommt Schmerzen und Leid zugefgt. Bis zum Hiobbuch herrscht

    die Weisheit des Tun-Ergehen-Zusamenhangs14 in der Bibel. Doch genau diese Weisheit beginnt im

    Hiobbuch zu zerfallen, indem Hiob den leidenden Gerechten darstellt. Hiob lebt ohne Snde und

    11 Klaus von Stoch: Theodizee, Paderborn, 2013, S. 712 Siehe Fachwortverzeichnis13 Vgl. Von Stoch, a.a.O. S. 7ff14 Siehe Fachwortverzeichnis

    5

  • hat demnach nichts Falsches getan und muss trotzdem leiden. Er klagt Gott an, weil er Gott

    unterstellt nicht gerecht zu sein, er zweifelt aber trotzdem nicht an seinem Glauben an ihn. Gott

    spricht zu Hiob und verweist dabei auf seine (Gottes) bermacht und auf seine (Gottes) Schpfung.

    Hiob erkennt, dass er die Gerechtigkeit Gottes nicht verstehen kann, was nicht bedeutet, dass Gott

    nicht gerecht ist.

    Hiob selbst und auch der Leser der Hiobgeschichte lernen hierbei, dass jeder seine Klage vor Gott

    bringen kann, ohne diesen zu beleidigen oder infrage zu stellen.15

    15 Vgl . Ijob/Hiob, Prof. Dr. Matin Rsel http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/ketubimschriften/ijobhiob/, 15.01.2016

    6

  • 5. Historische Einordnung

    Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 erfolgte seine

    Machtergreifung und die damit entstehende Diktatur. Im Februar 1933 wurden die Brgerrechte

    auer Kraft gesetzt und im Mrz wurde der Reichstag durch das Entmchtigunggesetz entmachtet.

    Whrenddessen weitete sich die Unterdrckung der Juden in Deutschland durch das NS-Regime

    weiter aus. Beim Judenboykott 1933 fanden Aktionen der Nationalsozialistischen Deutschen

    Arbeiterpartei (NSDAP), der SA (Sturmabteilung) und der SS (Schutzstaffel) gegen jdische

    Geschfte, Rechtsanwlte und rzte statt, wobei jdische Personen auch verletzt und gettet

    wurden. Auerdem wurden Deutsche aufgefordet, keine Waren mehr in jdischen Geschften

    einzukaufen. Durch eine Gesetzesnderung wurden die Rechte der Juden eingeschrnkt und durch

    den Arierparagraphen durften jdische Staatsdiener ihre Berufe nicht mehr ausben. Die

    Nrnberger Gesetze verboten jegliche Beziehungen zwischen Juden und Ariern. Dazu folgte der

    Wahlrechtentzug bei Juden und Halb-Juden.

    In der Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwsteten Nationalisten etwa 7500

    jdische Geschfte und Einrichtungen. Ab diesem Zeitpunkt begann darber hinaus die Deportation

    der Juden in Konzentrationslager.

    Diese Nacht gilt als Auftakt der Vernichtung der jdischen Bevlkerung. Etwa sechs Millionen

    Juden kamen bis Kriegsende 1945 ums Leben.16

    Auschwitz, wo sich eines der grten Konzentrations- und Vernichtungslager befand, sei ein

    Symbol fr den Holocaust und die damit verbundene Massenermordung der Juden geworden.

    Neben Juden wurden auch Sinti, Roma und Kommunisten in Auschwitz ermordet.

    80% der Menschen wurden nach ihrer Deportation direkt in den 1942 erbauten Gaskammern

    gettet. Der restliche Teil der Menschen wurde zur Arbeit gezwungen, wobei die meisten von ihnen

    aufgrund der katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen bereits nach einigen Monaten

    starben. Die SS versuchte die schrecklichen Geschehnisse in Auschwitz geheimzuhalten. Doch als

    im Juni 1944 sowjetische Truppen anrckten, um die Menschen aus den zahlreichen

    Konzentrations- und Venichtungslager zu befreien, lsten die Nationalsozialisten das Lager in

    Auschwitz auf. Auf den Todesmrschen in andere Lager im Westen starben die meisten Hftlinge.

    Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen die Menschen in Auschwitz, doch die meisten

    der Menschen waren zu schwach und starben deshalb hufig direkt nach ihrer Befreiung.17

    16 Vgl. Alltag unter dem Hakenkreuz. Die Judenverfolgung im NS-Staat, Dennis Kluge, DPA, N24, 9.11 .2013 https://www.welt.de/geschichte/article160308103/Die-Judenverfolgung-im-Nationalsozialismus.html, 11 .03.201717 Vgl. Drittes Reich: Auschwitz, Sina Maier-Bode, 19.01.2017 http://www.planet-wissen .de/geschichte/nationalsozialismus/ausch witz/, 11 .03.2017

    7

  • 6. Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme." 6.1 Biografie von Hans Jonas

    Im Jahr darauf erscheint sein Werk Gnosis und sptantiker Geist. Erster Teil: Die mythologische

    Gnosis". Jonas' Vater stirbt im Januar 1938. Seine Muttter erhlt keine Ausreisemglichkeit mehr

    aus Deutschland und wird nach Lodz deportiert. 1942 wird sie in Auschwitz ermordet, wovon Jonas

    allerdings erst 1945 erfhrt, als er nach Kriegsende nach Deutschland zurckkehrt.

    Whrend er in den Jahren 1940 bis 1945 als Soldat in der britischen Armee dient, heiratet er 1943

    Lore Kraus geb. Weiner. Hans Jonas siedelt 1949 zunchst nach Kanada und sechs Jahre spter

    dann nach New York um, wo er jeweils als Professor fr Philosophie arbeitet.

    1979 wird sein philosophisches Hauptwerk Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ehtik fr

    die technologische Zivilisation" verffentlicht. Fr dieses Werk erfhrt er viel Anerkennung und

    Aufmerksamkeit und 1984 erhlt Jonas dafr den Dr.-Leopold-Lucas-Preis. Bei der Verleihung hlt

    er die Preisrede Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme". Diese wird 1987 als

    Buch verffentlicht. Die Rede zeigt, dass sich Jonas besonders in den letzten Jahren seines Lebens

    intensiv mit religionsphilosophischen Themen beschftigt, wobei er sich auch mit der

    Theodizeefrage auseinandersetzt.

    1987 erhlt Jonas den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, die Ehrenbrgerwrde der Stadt

    Mnchengladbach und das Groe Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

    Am 5. Februar 1993 stirbt Jonas in New York und wird im jdischen Teil des kumenischen

    Friedhofs von Hastings, Staat New York, begraben.18

    18 Vgl . Mller, Wolfgang Erich: Hans Jonas, Philosoph der Verantwortung, 2008, Darmstadt, S. 9-16

    8

  • 6.2 Hans Jonas' Position zur Theodizeefrage

    Seine Religionsphilosophie stellt Hans Jonas zum einen im Werk Unsterblichkeit und heutige

    Existenz dar und zum anderen uert er sich zum Gottesbegriff vor allem in dem Vortrag Der

    Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme., den er anlsslich der Verleihung des Dr.-

    Leopold-Lucas-Preises im Jahr 1984 in Tbingen hielt.19

    Hans Jonas sagt zu Anfang seines Vortrages, dass er es den Opfern von Auschwitz schuldig sei, eine

    Antwort auf das Nicht-Eingreifen Gottes zu geben. Obwohl Hans Jonas Philosoph ist, widmet er

    sich hier der Theologie, indem er mit der theologischen Sichtweise auf die Geschehnisse in

    Auschwitz blickt. Jonas kritisiert Kant20 , der sich nur zur Theologie mit Grundlage der theoretischen

    Vernunft geuert habe, dies habe dann nichts mehr mit Philosophie zu tun.

    Jonas richtet sich gegen den logischen Positivismus21, da der Positivismus sinnvoll mit wissbar

    gleichsetzt, was bedeutet, dass etwas nur Sinn mache, wenn es auch bewiesen werden knne. Hans

    Jonas betont dabei, dass er nicht nach einem Gottesbeweis strebe, sondern dass man auch ohne

    Gottesbeweise philosophisch an einer Abnderung des Gottesbegriffes arbeiten knne.

    Die Geschehnisse in Auschwitz stellten dabei einen Auslser des erneuten Nachdenkens ber die

    Theodizeeproblematik dar. Die Hiobfrage sei der Ausgangspunkt der Theodizee, da sie die

    bisherigen Erkenntnisse ber das Leid zeige. Die Hiobgeschichte stelle die Existenz des bels in

    der Welt und das Verhltnis zwischen dem Volk Israel und Gott dar. In der Bibel funktioniere z.B.

    das untreue Volk als Erklrung des bels. Das bel duldeten frher oft die Unschuldigen und

    Gerechten, welche dann hufig aufgrund ihres Bekenntnisses zu Gott gettet wurden. Durch diese

    Opferung folge die endliche Erlsung und die Ankunft des Messias.

    Jonas sagt, dass diese aufgefhrten Erklrungen allerdings nicht fr die Geschehnisse in Auschwitz

    gelten knnten, da die Menschen weder wegen ihres Glaubens starben noch wegen ihrer

    Willensrichtung gettet wurden.

    Hans Jonas stellt deshalb die Frage: Und Gott lie es geschehen. Was fr ein Gott konnte es

    geschehen lassen?22

    Jonas fgt hinzu, dass diese Frage fr einen Juden schwieriger zu beantworten sei, als fr einen

    Christen. Fr die Christen finde die endgltige Erlsung im Jenseits, im Reich Gottes, statt,

    whrend fr die Juden der Ort der gttlichen Schpfung, der Gerechtigkeit und der Erlsung im

    Diesseits liege.23

    19 Vgl. Mller, Wolfgang Erich: Hans Jonas, Philosoph der Verantwortung, 2008, S.17220 Siehe Fachwortverzeichnis21 Siehe Fachwortverzeichnis22 Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme, Philosophische Untersuchungen und

    metaphysische Vermutungen , Frankfurt/M.: Insel, 1992, S. 19323 Vgl. Jonas, a.a.O., S.190-208

    9

  • Nach Jonas msse der Gottesbegriff berdacht und eine neue Antwort auf die Hiobsfrage gefunden

    werden. Die Problematik sei der Herr der Geschichte24. Gott als Herr der Geschichte offenbare

    sich durch sein Handeln an seinem Volk und an einzelnen Menschen. Demnach knne man Gottes

    Wesen anhand seines Handeln erkennen.25 Dadurch, dass Jonas aber davon ausgeht, dass Gott nicht

    mehr handele, knne man nicht mehr vom Herr der Geschichte sprechen.

    Man msse die Welt als sich selbst berlassen sehen26. Gott habe demnach keine Macht mehr

    ber die Welt. Gott stehe aber dennoch im Verhltnis mit der Welt, allerdings nicht im Sinne der

    pantheistischen Immanenz.27 Gott und die Welt seien also nicht eins.

    Damit die Welt bestehen knne, entuerte sich Gott, indem er seine Gottheit fr die Schpfung

    opferte. Demnach knne Gott auch nicht mehr allmchtig sein.

    Vielmehr, damit Welt sei, entsagte Gott seinem eigenen Sein; er entkleidete sich seiner Gottheit

    (...).28

    (...), da er [Gott] sich entuerte zugunsten der Welt.29

    Im weiteren Verlauf des Textes geht Jonas indirekt auf die Gottesbeweise ein, dabei thematisiert er

    auch das malum metaphysikum. Mit dem Leben komme auch der Tod. Die Sterblichkeit sei der

    Preis fr das Sein. Wenn stndige Dauer das Ziel wre, htte das Leben gar nicht erst beginnen

    drfen, (...)30 Damit begrndet er die Endlichkeit alles Geschaffenen.

    Auerdem sagt er, dass auch die Evolution nicht gegen den Gottesbeweis wirke, weil gerade durch

    die Artenunterschiede, die aus der Evolution hervorgehen, die Mglichkeit bestehe, den gttlichen

    Grund zu erfahren. Nach Jonas ist Gott ein verborgener Gott, der durch die im Verlaufe der

    Evolution entstehenden Wesen immer neue Seiten von sich zeige. Dadurch stehe die Evolution als

    Entwicklung von Neuem nicht im Widerspruch zur Gottheit. Alle Erfahrungen wie Angst, Liebe

    oder Schmerz seien dabei ein Gewinn Gottes. So kann denn, diesseits von Gut und Bse, Gott im

    Glcksspiel der Entwicklung nicht verlieren.31 Hiermit greift Jonas das malum morale auf, indem

    er sagt, dass die Schaffung des Menschen der Beginn von Wissen und Freiheit und ebenso die freie

    Entscheidung zu Gut oder Bse sei.32

    24 Jonas, a.a.O., S. 193

    25 Vgl. Gott/ Gottesbild (AT), Sven Petry, April 2012 https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/gott-gottesbild- at/ch/e7e0d435875c6207a558107eff4c6b92/, 25.03.2017

    26 Hans Jonas: Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme, Philosophische Untersuchungen und metaphysische Vermutungen, Frankfurt/M.: Insel, 1992, S. 194

    27 Siehe Fach wortverzeichnis28 Jonas, a.a.O., S. 194 29 Jonas, a.a.O., S. 194 30 Jonas, a.a.O., S. 19531 Jonas, a.a.O., S. 19632 Jonas, a.a.O., S. 190-208

    10

  • Jonas beschreibt seine berlegungen selbst als hypothetischen Mythos, weil niemand die wahre

    Antwort auf die Theodizeefrage kennen knne. Er versucht seine Spekulationen bestmglich, vor

    allem mit dem Hintergrund der jdischen berlieferung, auszufhren.

    Hans Jonas stellt Gott als leidenden Gott dar. Gott leide seit Anbeginn der Schpfung durch das

    Verhltnis zu den Menschen. Jonas ist der Meinung, dass Gott fortlufig leide und nicht nur in

    einem Akt, wie es im Christentum in der Fleischwerdung und Kreuzigung der Fall sei. Jonas wirft

    die Frage auf, ob die Bibel der Vorstellung des leidenden Gottes widerspreche und stellt fest, dass

    Gott in der Bibel des fteren leide, zum Beispiel stellt die Sintflut die Reue Gottes ber die

    Erschaffung der Welt dar, weshalb Gott enttuscht ist und Kummer leidet.

    Mit der Vorstellung des leidenden Gottes sei auch der Begriff des werdenden Gottes verbunden,

    also ein Gott, der sich entwickelt. Durch die Geschehnisse in der Welt verndere sich Gott in

    seinem Zustand. Gott, als Schpfer, werde dabei durch das Verhltnis zum Geschaffenen

    beeinflusst.

    Also, wenn Gott in irgendeiner Beziehung zur Welt steht und das ist die kardinale Annahme der

    Religion dann hat hierdurch allein der Ewige sich verzeitlicht und wird fortschreitend anders

    durch die Verwirklichungen des Weltprozesses.33

    Mit dieser Aussage widerlegt Jonas die These Nietzsches34 von der Wiederkehr des Gleichen.

    Nietzsche gehe davon aus, dass die Welt irgendwann insoweit ende, dass sie wieder indentisch von

    vorne beginne. Dies spreche dafr, dass Gott sich auch nicht verndere, sondern identisch bleibe.

    Im weiteren Verlauf des Textes sagt Jonas, dass der Begriff des werdenden Gottes auerdem mit

    dem Begriff des sorgenden Gottes verbunden sei. Es handele sich um einen Gott, der verwickelt in

    das ist, worum er sich sorgt. Es gehe dabei aber nicht automatisch um die Erfllung des Sorgenziels,

    also um die Aufhebung der Sorgen. Hans Jonas' Meinung nach, sei Gott deshalb abhngig von den

    Sorgen der Menschen und lebe deshalb im Risiko. Es handele sich also um einen gefhrdeten Gott.

    Jonas stellt fest, dass die Welt nicht vollkommen sei, dadurch dass das Geschaffene Freiheit und

    Mitbestimmung habe.

    (...) darauf verzichtet, die Befriedigung seiner [Gottes] selbst durch seine eigene Macht zu

    garantieren, nachdem er schon durch die Schpfung selbst darauf verzichtet hatte, alles in allem zu

    sein.35

    Wegen all dieser aufgefhrten Grnde ist Hans Jonas der Meinung, dass Gott nicht allmchtig

    sei.Der Begriff Allmacht widerspreche sich ohnehin aus logischen Grnden, da Allmacht beinhalte,

    dass diese Macht durch nichts begrenzt sei. 36

    33 Jonas, a.a.O., S. 19934 Siehe Fachwortverzeichnis35 Jonas, a.a.O., S. 20136 Vgl. Jonas, a.a.O., S. 190-208

    11

  • Wenn aber keine andere Macht existiere, sei die Allmacht berflssig, da der Besitz von Macht nur

    Sinn mache, wenn noch etwas anderes existiere, auf das man diese Macht ausben knne. Die

    Allmacht, als gegenstandslose Macht37, hebe sich also selbst auf.

    Jonas fhrt aber auch theologische Grnde an, die gegen den Begriff der Allmacht sprchen. Im

    Sinne des jdischen Gottesbildes, das die Attribute Gte, Allmacht und Verstehbarkeit beinhalte, ist

    er der Meinung, dass jeweils zwei der drei Attribute zusammen passen und dabei das dritte

    ausschlieen wrden. Jonas nennt dafr das Beispiel der Allmacht und Gte; diese passten

    zusammen und schlossen das dritte Attribut der Verstehbarkeit aus, da nicht verstndlich sei, warum

    ein gtiger und allmchtiger Gott das bel und Leid auf der Welt zulasse. Jonas stellt sich nun also

    der Frage, welches der drei Attribute Gottes weichen msse.

    Er kommt zu dem Entschluss, dass die Gte Gottes in jedem Fall bestehen bleiben msse. Auch die

    Verstehbarkeit drfe nicht weichen, da die Vorstellung eines nicht verstndlichen Gottes

    unvereinbar mit der jdischen Gottesvorstellung sei. Selbst die Tora weise darauf hin, dass man

    Gott verstehen knne, wenn auch nicht vollstndig. Dies zeige sich zum Beispiel in den Geboten

    und Gesetzen Gottes, in denen sich Teile der Eigenschaften Gottes offenbarten.

    Ein gnzlich verborgener, unverstndlicher Gott ist ein unannehmbarer Begriff der jdischen

    Norm.38

    Jonas nimmt erneut Stellung zu Auschwitz, indem er sagt, dass ein allmchtiger Gott nach

    den Geschehnissen in Auschwitz entweder nicht gtig oder nicht verstndlich sein knne.

    Daher msse man sich von der Allmacht Gottes verabschieden, denn dann sei Gott verstndlich und

    gtig, obwohl es bel und Leid in der Welt gebe.

    Gottes Macht sei also begrenzt und/oder eingeschrnkt. Nach Jonas' Ansicht hoffen die Menschen

    darauf, dass Gott von Zeit zu Zeit Macht ausbe. Doch dies sei bislang nicht eingetroffen, auch

    nicht in Auschwitz. Man wartete auf Wunder Gottes, doch diese kamen letztendlich nicht von Gott,

    sondern von Menschen; von Menschen, die sich fr andere opferten. Aber Gott schwieg.39 Doch

    Jonas begrndet dies hiermit: Nicht weil er nicht wollte, sondern weil er nicht konnte, griff er nicht

    ein.40

    Er spricht deshalb von der Ohnmacht Gottes. Als mgliche Erklrung fr das bel in der Welt, sieht

    Hans Jonas allerdings nicht den Dualismus41 an, da die Existenz von zwei Gottheiten nicht dem

    jdischen Glauben entspreche. Das bel knne deshalb nur von den Menschen kommen.42

    37 Jonas, a.a.O., S. 20238 Jonas, a.a.O., S. 20339 Jonas, a.a.O., S. 20440 Jonas, a.a.O., S. 20541 Siehe Fach wortverzeichnis42 Vgl . Jonas, a.a.O., S. 190-208

    12

  • Im bloen Zulassen menschlicher Freiheit liegt der Verzicht der gttlichen Macht.43

    Nur mit der Schpfung aus dem Nichts haben wir die Einheit des gttlichen Prinzips zusammen

    mit seiner Selbstbeschrnkung, die Raum gibt fr die Existenz und Autonomie einer Welt.44

    Die Schpfung sei also der Akt der Selbstentuerung Gottes. Jonas weist daher darauf hin, dass

    Gott nichts mehr geben knne und dass deshalb der Mensch geben und im Sinne Gottes handeln

    solle.

    Jonas betrachtet seine Antwort auf die Hiobsfrage als gegenstzlich zu der im Buch Hiob, da im

    Buch Hiob auf die Machtflle Gottes verwiesen werde und Jonas das Leid mit der Machtentsagung

    Gottes beantworte. Man knne es so sehen, dass Gott in Hiob selbst leide.

    Hans Jonas weist am Ende seines Vortrages daraufhin, dass man nicht wissen knne, welche

    Antwort richtig sei, aber dass trotzdem jede Anwort einen Raum zur Entfaltung verdiene.45

    43 Jonas, a.a.O., S. 20544 Jonas, a.a.O., S. 20645 Vgl. Jonas, a.a.O., S. 190-208

    13

  • 7. Beurteilung der Position von Hans Jonas 7.1 Kritik Eberhard Jngels

    Eberhard Jngel (*1934) ist ein deutscher evangelischer Theologe, der sich vor allem der

    systematischen Theologie widmet.46

    In seinem Werk Wertlose Wahrheit nimmt Eberhard Jngel im Kapitel Gottes ursprngliches

    Anfangen als schpferische Selbstbegrenzung Bezug auf die Rede Der Gottesbegriff nach

    Auschwitz von Hans Jonas.

    Jngel uert sich zunchst allgemein zu der Entstehung der Welt, ohne Bezug auf die

    Allmachtsproblematik bei Jonas zu nehmen. Die Schpfung sei eine creatio ex nihilo47, eine aus

    dem nichts erschaffene Welt. Am Anfang bestehe nichts auer Gott allein Gott und nichts als

    Gott48. Aus dem creatio ex nihilo schafft Gott schlielich ein anderes Existierendes neben ihm,

    das wie er selbst einen Anfang hat, ihm jedoch untergeordnet ist. Die Schpfung sei nach Jngel

    demnach die Selbstbegrenzung Gottes. Die Geschpfe seien also nicht nur begrenzt, sondern Gott

    begrenze sich selbst durch die Schaffung dieser Geschpfe. Schpfer und Geschpf begrenzen sich

    demnach gegenseitig.

    Der Schpfer hat nun das von Ihm gewollte Andere, er hat sein Geschpf, er hat seine Schpfung

    neben sich. Hat Gott aber das von ihm gewollte Andere neben sich, dann ist er durch dieses Andere

    neben sich auch wenn das Neben-sich-Haben konkret im Sinne eines Unter-sich-Haben zu

    verstehen sein sollte begrenzt.49

    Jngel fgt dem noch hinzu, dass es Gottes Wille sei, dass er durch seine Geschpfe begrenzt sei.

    Er wirft die Frage auf, ob ein allmchtiger Gott, der sich selbst begrenze, einen Widerspruch

    darstelle. Doch er widerlegt die Aussage selbst, indem er betont, dass Gott durch seine

    Selbstbegrenzung nicht seine Gttlichkeit aufgebe und somit nicht die Existenz der Allmacht

    auflse. Dazu stellt er die These auf, dass erst in der Erkenntnis der Grenzen das Wahre erkannt

    werden knne.

    (...) kennt der in Wahrheit Freie die Grenzen seiner Freiheit und ist gerade dadurch allererst in

    Wahrheit frei..50

    Die Selbstbegrenzung stelle sogar einen der wichtigsten Akte Gottes dar.

    Gott begrenze sich als Vater durch Sohn und Heiliger Geist, also durch die Dreieinigkeit.51

    46 Vgl . Eberhard Jngel, 6.01.2017 https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_J%C3%BCngel, 2.04.201747 Siehe Fach wortverzeichnis48 Jngel, Eberhard: Gottes ursprngliches Anfangen als schpferische Selbstbegrenzung in Wertlose Wahrheit, Chr.

    Kaiser Verlag Mnchen 1990, S. 15349 Jngel, a.a.O., S. 15350 Jngel, a.a.O., S. 15451 Vgl . Jngel, a.a.O., S. 151-162

    14

  • Grund fr diese Begrenzung sei die Liebe. Gott nehme sich zurck zugunsten des geliebten

    Anderen.52

    Immer wieder htten Menschen, denen schreckliche Ereignisse widerfahren seien, auf das

    Eingreifen eines allmchtigen Gottes gehofft, aber eben dieses Eingreifen ist nicht erfahrbar.53

    An dieser Stelle nimmt Jngel nun Bezug auf Hans Joans, der sich auf die Geschehnisse in

    Auschwitz beziehe. Jngel bestrkt Hans Jonas in seiner These, dass besonders das jdische Volk

    von den Ereignissen in Auschwitz betrofffen sei.

    Jonas wolle deshalb am Gottesbegriff arbeiten und eine neue Antwort auf die Hiobsfrage finden.

    Dabei msse sich vom Herrn der Geschichte abgewandt werden. Jonas beziehe sich dabei auf die

    Schpfung und sei der Meinung, dass Gott mit dem Akt der Schpfung seiner Allmacht entsagte.

    Hans Jonas sehe die Welt als sich selbst berlassen.54

    Die Bettigung der Allmacht Gottes ist die Kenosis55 der Allmacht Gottes.56

    Gott sei also nicht nur begrenzt, sondern er verabschiede sich von seiner Gttlichkeit zugunsten der

    Welt. Durch die Erschaffung des Menschen verndere sich Gott, er werde durch die Menschen

    beeinflusst und nun sei es in der Verantwortung des Menschen auf der Welt zu handeln. Daraus

    folgert Jngel, dass der Mensch nur noch Gott etwas geben, aber Gott dem Menschen nichts mehr

    geben knne und dies einen Widerspruch zur christlichen Vorstellung darstelle.

    Nach Jonas habe Gott nur noch eine begrenzte Macht ber die Welt. Gott leide in ihr seit Anbeginn

    der Schpfung und es handele sich um einen werdenden, sich verndernden Gott. Die Entuerung

    Gottes zeige die Sorge Gottes und als sorgender Gott sei Gott abhngig von seinen Geschpfen und

    somit ein gefhrdeter Gott.

    Jonas wolle sich von der Allmacht Gottes verabschieden, da sich der Begriff der Allmacht zum

    einen widerspreche, weil Macht geteilt sein msse, damit jemand berhaupt Macht besitzen knne.

    Auerdem passe Gottes Gte nur dann mit dem bel auf der Welt zusammen, wenn Gott nicht

    allmchtig sei und deshalb nicht eingreifen knne. In der Schpfung liege der Akt der

    Selbstentuerung Gottes. Jonas ist der Auffassung, dass nur durch Gottes Begrenzung die Welt

    existieren knne. Was Jngel nun kritisiert ist, dass Jonas nicht in Betracht ziehe, dass, wenn Gott

    seine Selbstbegrenzung auflse (Ende des Tzimtzum57), das Geschaffene wieder zu Gott

    zurckgehe.58

    52 Jngel, a.a.O., S. 15453 Jngel, a.a.O., S. 15554 Jngel, a.a.O., S. 15655 Siehe Fachwortverzeichnis56 Jngel, a.a.O., S. 15657 Siehe Fachwortverzeichnis58 Vgl. Jngel, a.a.O., S. 151-162

    15

  • Jngel kritisiert auerdem, dass Jonas die Welt nicht neben Gott existieren sieht, sondern als das

    Anderssein des Schpfers59. Daraus folge, dass Gott nichts mehr geben knne, weil er in der

    Schpfung schon alles gegeben habe. Nachdem er [Gott] sich ganz in die werdende Welt

    hineingab, hat Gott nichts mehr zu geben: Jetzt ist es am Menschen ihm zu geben.60

    Jngel stimmt Jonas zu, dass in der Schaffung der Welt von der Selbstbegrenzung Gottes

    ausgegangen werden msse.

    Allerdings ist Jngel der Meinung, dass die Definition der Selbstbegrenzung nach Jonas mit der

    christlichen Lehre nicht zu vereinbaren sei, da im Christentum die Offenbarung vor allem in der

    Menschwerdung Gottes den entscheidenen Punkt darstelle. Christen lieen sich von Gott als

    Schpfer leiten und htten bestndig den Gedanken an seine Offenbarung. Dieser Glaube an die

    Offenbarung unterscheide das Christentum von jeder Philosophie, auch von der jdischen.

    Jngel sagt: Soll theologisch von Allmacht Gottes die Rede sein, dann kann sie nur als die

    Allmacht des fr sein Geschpf leidenden Gottes begriffen werden.61

    Mit dieser Aussage will Jngel den Gottesgedanken neu berdenken. Gott teile dabei seine Macht

    mit seinen geliebten Geschpfen. Es sei gerade Gottes Wille, dass die Macht geteilt werde.

    Er stellt die These auf, dass man Gottes Allmacht als die Macht seiner Liebe und Schpfung der

    Welt als das Werk der allmchtigen Liebe62 ansehen msse.

    Jngel weist die Definition der Selbstentuerung Gottes nach Jonas, die Welt sei die Identitt

    Gottes, zurck. Fr Jngel sei im christlichen Glauben die Welt nicht die Identitt Gottes. Die

    einzige Stelle in der Bibel, die zeigt, dass etwas in der Welt die Identitt Gottes trage bzw. getragen

    habe, sei Jesus als Inkarnation63 Gottes.

    (...) auch angesichts der Identifikation Gottes mit einem seiner Geschpfe eben mit dem Menschen

    Jesus, nicht von einer verhltnislosen Identitt Gottes mit seiner Schpfung reden zu mssen,

    sondern Gott im Verhltnis zu seiner Schpfung (...) denken zu knnen.64

    Jngel fragt sich, ob Jonas nicht doch an dem eigentlich von ihm kritisierten Gottesbegriff festhalte

    und somit Gott nur als sich begrenzende Gottheit und nicht als Gott, der ein Verhltnis zur Welt

    habe, denke.

    Jngel dramatisiert seine Ansicht, indem er sagt, dass eine Infragestellung des gegenwrtigen

    Wirkens Gottes in der Welt einer Infragestellung der Schpfung der Welt durch Gott

    gleichbedeutend sei.65

    59 Jngel, a.a.O., S. 15760 Jngel, a.a.O., S. 15861 Jngel, a.a.O., S. 15862 Jngel, a.a.O., S. 15963 Siehe Fach wortverzeichnis64 Jngel, a.a.O., S. 15965 Vgl . Jngel, a.a.O., S. 151-162

    16

  • Jngel behauptet, dass Gott trotz der Geschehnisse in Auschwitz immer noch gtig sei.

    Jonas widerrum knne an der Gte Gottes nur festhalten, wenn Gott sich selbstentuert habe und

    demnach nicht mehr allmchtig sei.

    Jngel kritisiert jedoch, dass wenn man wie Jonas davon ausgehe, dass sich Gott bei der

    Erschaffung der Welt vllig seiner Allmacht entuere, er sich somit auch seinem eigenen Sein,

    seiner Gttlichkeit, entuere. Aus dieser Ansicht Jonas' schliet Jngel, dass Gott demnach nicht

    mehr geben und auch nicht mehr vergeben knne, was jedoch einer der wichtigsten Eigenschaften

    Gottes sei. Gott htte demnach nur noch die Eigenschaften eines Welt geschaffenen und werdenden

    Gottes, nicht aber mehr eines des in der Welt wirkenden Gottes.

    Dies sei vor allem in der christlichen Theologie undenkbar. Im Christentum biete der Leidensweg

    Jesu einen Lsungsansatz. Eben genau weil Gott es selbst gewesen sei, der in der Gestalt Jesu und

    in dessen Tod als einem Akt der Liebe selbst gelitten habe und gestorben sei, aber schlielich den

    Tod berwunden habe. Dieser Akt der Liebe sei sogleich ein Akt der Allmchtigkeit Gottes, da

    Jngel die Liebe mit allmchtig gleichsetzt. Die Liebe sei allmchtig, weil die Liebe alles ertragen

    und erleiden knne. Deshalb knne man trotz der schrecklichen Ereignisse in der Welt von einem

    guten Gott sprechen. Denn was verdient in Wahrheit gut genannt zu werden, wenn nicht die Liebe,

    die selbst den Tod nicht scheut und deshalb strker ist als der Tod?66

    Auch die Selbstbegrenzung Gottes im Akt der Schpfung zeige seine Liebe. Gott hat sich in der

    Schpfung zurckgenommen, ohne aber dabei seine Gttlichkeit zu verlieren, indem er immer noch

    in der Welt handelt und aktiv an seiner Schpfung teilnimmt. Damit widerspricht Jngel erneut

    Jonas' Vorstellung von einem Gott, der nicht mehr handele. Nach Jngel nimmt Gott stetig Einfluss

    auf die Welt, indem er mit den Leidenden leidet (...)67.

    Jngel ist der Meinung, dass das bel in der Welt trotzdem unerklrt bleibe. Es [das Entstehen des

    Bsen] wie alles Leid unverstndlich und auch durch Theologie nicht zu erklren.68

    Jngel stimmt Hans Jonas zu, dass ein vllig verborgener Gott nicht verstndlich wre, dies werde

    nicht nur im Judentum, sondern auch im Christentum so gesehen. Allerdings fgt Jngel hinzu, dass

    Gottes Liebe in Tod und Auferstehung Jesu verstndlich gewesen sei. Man knne zwar niemals Gott

    selbst vollstndig verstehen, aber dafr knne man einen Teil seiner Taten verstehen. Um das

    bestehende verborgene Wirken zu verstehen, knne man die eigene Klage vor Gott bringen.69

    Nicht nur Gott zu loben, sondern auch Gott zu klagen was uns an seinem Wirken grauenhaft

    dunkel bleibt, Gott zu klagen ist unser Amt.70

    66 Jngel, a.a.O., S. 16067 Jngel, a.a.O., S. 16168 Jngel, a.a.O., S. 16169 Vgl. Jngel, a.a.O., S. 151-16270 Jngel, a.a.O., S. 161

    17

  • 7.2 Eigene Stellungnahme

    Ich wrdige die Position von Hans Jonas, da ich es beeindruckend finde, dass er sich verpflichtet

    fhlt, diese Rede fr die Opfer von Auschwitz zu halten und sich somit mit der

    Theodizeeproblematik zu beschftigen. Es ist verstndlich, dass sich Juden nach den Geschehnissen

    in Auschwitz die Frage stellen, warum Gott nicht eingegriffen hat, gerade weil die Juden in der

    Bibel als das Volk und als Bndnispartner Gottes gelten (zum Beispiel Gen 15;17). Ich stimme

    Jonas auch in dem Punkt zu, dass man berdenken muss, was der Gottesbegriff meint, indem man

    sich zum Beispiel vor Augen fhrt, was die Selbstbegrenzung Gottes oder der Begriff der Allmacht

    bedeutet. Es ist nachvollziehbar, dass der Leidensweg Jesu, in dem sich Gottes Liebe zeigt, was ich

    spter noch vertiefe, fr den jdischen Glauben keinen Lsungsansatz bietet, da die Juden Jesus

    nicht als Inkarnation Gottes sehen. Deshalb kann ich verstehen, dass Jonas den Gottesbegriff

    berdenken will, um auch einen Lsungsansatz fr den jdischen Glauben zu finden.

    Allerdings stellt sich mir nun die Frage, inwieweit ein in seiner Macht begrenzter Gott wirklich

    aktiv an seiner Schpfung und an seinen Geschpfen handeln kann. In der Bibel gibt es zahlreiche

    Situationen, in denen Gott eingreift, um seinem Volk beizustehen; z.B. fhrt er Israel aus dem

    gyptischen Exil, nachdem er gypten mit vielen Plagen strafte (Ex 7,14-12,36)71. Er teilte das

    Meer, um sein Volk sicher aus dem Land zu fhren (Ex 14)72. Er legte Hand an die Feinde seines

    Volkes und errettete es in vielen Schlachten (z.B. Jos 11)73.

    Jonas sagt selbst, dass Gottes Macht zu beschrnkt sei, um Wunder in seiner Schpfung und an

    seinen Geschpfen zu vollbringen. Aber die Bibel, oder in Jonas' Fall die Tora, zeigt, dass eben

    dieser Gott Wunder, aus Liebe und Sorgnis, vollbringt. Wenn nun das Handeln Gottes nicht mehr

    ist, beziehungsweise nach der Schpfung nicht mehr stattgefunden hat, dann scheinen

    hnlichkeiten zum deistischen Gottesbild74 zu entstehen. Ich bin berzeugt davon, dass Jonas jede

    Vorstellung eines deistischen Gottesbildes ablehnen wrde, weil Gott auch mit begrenzter Macht in

    Beziehung zu seiner Welt steht, indem er mit den Menschen leidet und sich um sie sorgt. Jedoch

    spricht der Gedanke an ein deistisches Gottesbild, der bei Jonas entstehen knnte, fr die These der

    Allmachtsentuerung.

    Des Weiteren stimme ich Jonas zu, dass es sich bei Gott um einen werdenden Gott handelt und dass

    sich Gott erstmals durch die Schaffung der Welt verndert hat; er sich stetig durch die Beziehung zu

    dem Geschaffenen verndert. (Weshalb Nietzsches These der Wiederkehr des Gleichen meiner

    Meinung nach nicht zutreffen kann.)

    71 Vgl . Die Bibel, Lutherbersetzung, revidiert 2017, Exodus 7,14-12,3672 Vgl . Bibel, a.a.O., Exodus 1473 Vgl . Bibel, a.a.O., Josua 1174 Siehe Fach wortverzeichnis

    18

  • Im Bezug auf die Selbstbegrenzung Gottes finde ich die These Jngels schlssiger, dass die

    Schaffung der Welt und somit die Existenz der Welt die Selbstbegrenzung Gottes sei und nicht wie

    bei Jonas' Mythos Gott seine Allmacht durch die Schpfung begrenze. Nach Jngels Ansicht, der

    auch ich zustimme, sei Gott noch im Besitz seiner Allmacht und knne durch die Zurckfhrung

    der Welt zu sich selbst seine Selbstbegrenzung selbst aufheben.

    Aus Liebe zu der Welt und seinen Geschpfen ist es aber der Wille Gottes, sich selbst zu begrenzen.

    An Jonas kritisiere ich wie auch Jngel, dass er die Mglichkeit der Zurckfhrung nicht in

    Betracht zieht. Vielleicht htte er diese Mglichkeit der Zurckfhrung theoretisch widerlegen

    knnen. Da er jedoch in seinem Werk nicht auf diese Mglichkeit eingeht, zeigt dies, dass sein

    Mythos in sich nicht schlssig ist. Trotzdem hat er durch seinen Mythos der Selbstbegrenzung der

    Allmacht Gottes eine Mglichkeit zur Beantwortung der Theodizeefrage aufgestellt, wenn auch ich

    aus christlicher Sicht dieser nicht zustimmen kann.

    Die These Jngels, dass der Lsungsansatz fr das Leid in der Welt in Jesus liegt, untersttze ich

    dagegen. Jesus als Inkarnation Gottes nimmt das Leid und die Snden der Menschen auf sich, er

    wird zum Sndenbock und stirbt fr die Menschen. Es war von Anfang an das Ziel Gottes, seinen

    Sohn, sich selbst als Mensch, zu opfern.Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen

    werden von den ltesten und Hohenpristern und Schriftgelehrten und gettet werden und am dritten

    Tage auferstehen (Lk 9,22).75

    Er ist durch den Tod gegangen aus Liebe; aus Liebe zur Errettung der Menschen. In der

    Auferstehung, indem Gott den Tod berwindete, zeigt er seine Allmacht. Dazu wird die Liebe

    Gottes in der Auferstehung sichtbar, indem er durch Jesus offenbart, dass der Tod, den man auch als

    Hchststufe des Leids bezeichnen kann, nicht das Ende ist und dass nach dem Tod die Erlsung im

    Reich Gottes folgt. Somit finden alle Menschen Frieden und Gerechtigkeit nach dem Tod.

    Allerdings kann der Mensch trotzdem nicht alle Taten Gottes nachvollziehen, da dazu der

    menschliche Verstand nicht ausreicht.

    Kommen wir nun zum Thema und zur Fragestellung meiner Jahresarbeit: Abschied von der

    Allmacht Gottes?; Ist die Entuerung der Allmacht Gottes die Antwort auf die Theodizeefrage?

    Es gibt meiner Meinung nach aus christlicher Sicht keinen Grund, warum das Attribut der Allmacht

    Gottes weichen msse, um die Theodizeefrage zu beantworten. Gott begrenzt sich in der Schpfung

    insoweit, dass die Schpfung seine Begrenzung darstellt, nicht aber, dass die Schpfung seine

    Allmacht begrenzt. Somit gibt es auch keine Entuerung der Allmacht. Daraus stellt sich aber die

    Frage, warum es dann trotzdem Leid in der Welt gibt, obwohl Gott doch allmchtig, gtig und

    verstehbar ist. Deshalb gibt der Leidensweg Jesu die Anwort auf die Theodizeefrage, indem Jesus

    75 Bibel, a.a .O., Lk 9,22

    19

  • als Inkarnation Gottes stirbt und sich somit fr die Menschen opfert. In der Auferstehung zeigt Gott,

    dass nach dem Tod das Reich Gottes folgt, wo Gott Gerechtigkeit herrscht. Darin zeigt sich Gottes

    Liebe.

    Allerdings ist ein Abschied von der Allmacht Gottes im jdischen Glauben schon eher vorstellbar,

    da Jesus nicht als Lsungsansatz gesehen werden kann und deshalb ein anderer Lsungsansatz

    gefunden werden muss. Hans Jonas stellt dafr seinen Mythos auf und ich bin derselben Meinung

    wie er, dass jeder Lsungsansatz einen Raum der Entfaltung verdient.

    20

  • 8. Nachwort

    Die Auseinandersetzung mit der Theodizeeproblematik war sehr interessant. Durch die

    verschiedenen Positionen, konnte ich meine eigenen Lsungsanstze erweitern, aber auch Thesen

    verfolgen, die nicht meiner Meinung entsprechen. Allerdings war die Rede von Hans Jonas sehr

    schwer zu verstehen. Auf der einen Seite deshalb, da Jonas kein Theologe, sondern Philosoph war

    und demnach auch teilweise andere Kriterien fr seine These nutzte. Auf der anderen Seite handelt

    es sich bei Jonas' Ansicht um einen hypothetischen Mythos, woraus deutlich wird, dass es um eine

    Spekulation geht, die zudem in sich nicht schlssig ist. Zu alledem muss man sich auch immer

    daran erinnern, dass Jonas im Sinne des jdischen Glaubens argumentiert.

    Mir lag zwar auch das Werk von Wolfgang Erich Mller vor, der Jonas' Position wiedergibt, aber

    ich entschied mich trotzdem dafr, hauptschlich mit dem Originaltext zu arbeiten, da bei einer

    Nacherzhlung teilweise die Interpretation des Autors mit eingeht und ich mir lieber selbst eine

    Meinung zu Jonas bilden wollte. Als Kritik zu Hans Jonas wurde mir die Position von Dr. Theol.

    Jrgen Kuhlmann vorgeschlagen. Kuhlmann stellt die These auf, dass die Allmacht Gottes als

    dessen Macht der Liebe angesehen werden msse. Hierbei bezog er sich meiner Meinung nach zu

    wenig auf Jonas und ich war bzw. bin mir nicht sicher, ob Kuhlmann die These Jonas' richtig

    verstanden hat. Demnach entschied ich mich gegen die Kritik Kuhlmanns und fr die Kritik

    Eberhard Jngels. Bei Jngel, wie auch bei Jonas, handelt es sich meiner Ansicht nach um einen

    schwer zu verstehenden Text. Ich empfand Jngels Werk als sehr interessant und aufschlussreich, da

    ich viele seiner Thesen zustimmen und nachvollziehen kann.

    Durch die Jahresarbeit habe ich fr mich eine Anwort auf die Frage, warum es Leid in der Welt gibt,

    trotz der Allmacht Gottes, gefunden.

    21

  • 9. Quellenverzeichnis9.1 Literaturverzeichnis

    Die Bibel, Lutherbersetzung, revidiert 2017

    Jonas, Hans: Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme in Philosophische

    Untersuchungen und metaphysische Vermutungen, Frankfurt/M.: Insel, S. 190-208

    Jngel, Eberhard: Gottes ursprngliches Anfangen als schpferische Selbstbegrenzung in Wertlose

    Wahrheit, Chr. Kaiser Verlag Mnchen 1990, S. 151-162

    Von Stosch, Klaus: Theodizee, Paderborn, 2013, S. 7-9

    Mller, Wolfgang Erich: Hans Jonas. Philosoph der Verantwortung, Darmstadt, 2008

    9.2 Internetquellen

    Alltag unter dem Hakenkreuz. Die Judenverfolgung im NS-Staat, Dennis Kluge, DPA, N24,

    9.11.2013

    https://www.welt.de/geschichte/article160308103/Die-Judenverfolgung-im

    Nationalsozialismus.html, 11.03.2017

    Deismus

    http://www.kathweb.de/lexikon-kirche-religion/d/deismus.html, 2.04.2017

    Drittes Reich: Auschwitz, Sina Maier-Bode, 19.01.2017

    http://www.planet-wissen.de/geschichte/nationalsozialismus/auschwitz/, 11.03.2017

    Dualismus, Dr. Wulff D. Rehfus

    http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bent

    %5D=249&tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&tx_gbwbphilosophie_mai

    %5Bcontroller%5D=Lexicon&cHash=5edc3f71c806bc43f4b036d09e1ccc44, 10.03.2017

    Eberhard Jngel, 6.01.2017

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_J%C3%BCngel, 2.04.2017

    Friedrich Nietzsche

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche#.E2.80.9EGott_ist_tot.E2.80.9C_.E2.80.93_Der

    europ.C3.A4ische_Nihilismus, 27.03.2017

    Gott/ Gottesbild (AT), Sven Petry, April 2012

    https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/gott-

    gottesbild-at/ch/e7e0d435875c6207a558107eff4c6b92/, 25.03.2017

    22

  • Ijob/Hiob, Prof. Dr. Matin Rsel

    http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/ketubimschriften/ijobhiob/, 15.01.2016

    Immanuel Kant (1724-1804)

    http://www.philosophenlexikon.de/immanuel-kant/, 28.03.2017

    Kenosis

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kenosis, 30.03.2017

    Logischer Positivismus (Wiener Kreis), Technische Universitt Dresden, 15.10.2016

    http://versuch.file2.wcms.tu-dresden.de/w/index.php/Logischer_Positivismus_(Wiener_Kreis),

    28.02.2017

    Pantheismus, Lothar Gassmann

    http://www.bible-only.org/german/handbuch/Pantheismus.html, 3.04.2017

    Tzimtzum: Zwlftes Kapitel, Nissan Dovid Dubov

    http://de.chabad.org/library/article_cdo/aid/534913/jewish/Tzimtzum.htm, 7.04.2017

    Was bedeutet Schpfung?, Papst Johannes Paul II, 15.01.1986

    http://www.kath-info.de/schoepfung.html, 10.04.2017

    Weisheit, Prof. Dr. Martin Rsel

    http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-at/weisheit/, 28.03.2017

    9.3 Abbildungen

    Abbildung 1: Wo bist du Gott?

    http://www.cosmiq.de/qa/show/2950704/Gibt-es-Beweise-das-es-Gott-gibt/

    Abbildung 2: Gottfried Willhelm von Leibniz

    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gottfried_Wilhelm_von_Leibniz.jpg

    Abbildung 3: Hans Jonas

    http://www.suhrkamp.de/autoren/hans_jonas_2264.html

    23

    Inhaltsverzeichnis1. Abkrzungsverzeichnis2. Fachwortverzeichnis3. Vorwort4. Der Begriff der Theodizee5. Historische Einordnung6. Hans Jonas: "Der Gottesbegriff nach Auschwitz. Eine jdische Stimme."6.1 Biografie von Hans Jonas6.2 Hans Jonas' Position zur Theodizeefrage

    7. Beurteilung der Position von Hans Jonas7.1 Kritik Eberhard Jngels7.2 Eigene Stellungnahme

    8. Nachwort9. Quellenverzeichnis