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  • medianet.at

    automotive business

    Auf der berholspur Europas Nutzmarkt legt im August weiter zu 82

    Neu an Bord Maserati komplettiert sein Team mit Vincent Arnaud 83

    Spurwechsel Jaguar kehrt mit dem XE in die untere Mittelklasse zurck 86

    Freitag, 2. Oktober 2015 cover 81

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    cAM-Studie zeigt: Toyotas Mirai ist Innovations-Leader Das Center of Automotive Management hat die Top 100-Auto-Innova-tionen des Jahrzehnts gekrt. Der Toyota Mirai fhrt das Ranking an. 84

    Gemeinsam statt einsam Daimler- Chef Zetsche regt Kooperationen an.

    vom Hhenflug in die Krise Volkswagen steht vor der grten Bewhrungsprobe seiner Firmengeschichte.

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    Econic NGT fr Flughafen WienWIEN. Mercedes hat den ersten Econic NGT (Natural Gas Technology) in Euro VI-Ausfhrung ausgeliefert. Er wurde an den Flughafen Wien bergeben. Der Lkw wird als Catering-Fahrzeug eingesetzt und ist mit einem Hubaufbau der Firma Doll ausgerstet. Es kann alle gngigen Flugzeug-typen, von der Boeing 737 bis zum Airbus A 380, versorgen. Darber hinaus lieferte Mer-cedes-Benz fnf Unimog U 530 (vier mit Frsschleudern fr den Winterdienst und einen mit Kehrmaschinen-Aufbau) an den Flughafenbetreiber. (red)

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    VW-Krise knnte Jobs gefhrdenSTUTTGART. Der VW-Die-selskandal bedroht nach Ein-schtzung des designierten IG-Metall-Chefs Jrg Hofmann Jobs bei Autozulieferern. Wir haben vor allem ein Beschf-tigungsproblem bei den Zu-lieferern, die heute Dieselteile liefern, sagte der bisherige Gewerkschaftsvize im Inter-view der Stuttgarter Zeitung. Er wies darauf hin, dass allein bei Bosch in Deutschland mehr als 15.000 Arbeitspltze von dieser Antriebstechnologie un-mittelbar abhngig seien. Um die mache ich mir genauso viele Sorgen wie insgesamt um die Beschftigten der Bran-che, sagte Hofmann. (APA)

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  • medianet.at82 HERSTELLER & ZULIEFERER Freitag, 2. Oktober 2015

    Von Jrgen Zacharias

    WIEN. Zeit, Wunden zu lecken hat VW derzeit nicht. Nachdem am 20. September in den USA Ma-nipulationsvorwrfe bei Abgas-tests des Herstellers laut wurden, berschlugen sich die Ereignisse. Rasch nahmen die Gerchte rea-le Form an, gestand Konzernchef Martin Winterkorn eine VW-Schuld ein, rasselte der Aktienkurs in den Keller und begann die Suche nach Verantwortlichen. Freilich blieb das Kpferollen dabei nicht auf die unteren Hierachien beschrnkt und so musste am 23. September und

    damit nur drei Tage nach Bekannt-werden der Manipulationsvorwr-fe der eben erst vor einer Ver-tragsverlngerung stehende Mar-tin Winterkorn seinen Hut nehmen. Um einen Neuanfang zu ermgli-chen, wie es im Marketing sprech so schn heit, wurde Porsche-Chef Matthias Mller zu seinem Nachfolger bestimmt. Der sieht sei-ne Hauptaufgabe nun in der Aufar-beitung des Abgasskandals.

    Aufarbeitung beginntVor Fhrungskrften des Autorie-sen versprach der neue Konzern-chef am Montag eine schonungs-

    lose und konsequente Aufklrung des Skandals. Dabei werde es aber nur Stck fr Stck vorangehen, und es werde Rckschlge ge-ben, so Mller, der obwohl das Ausma des Skandals noch nicht bekannt ist von der grten Bewhrungsprobe der Unterneh-mensgeschichte sprach.

    Mller sagte, die fr die Abgas-manipulationen verantwortliche Software sei nur in einem Teil der 11 Millionen Fahrzeuge mit Diesel-motoren des Typs EA 189 aktiviert. Wir rechnen deshalb damit, dass die Zahl der tatschlich betroffe-nen Fahrzeuge letztlich geringer

    sein wird. VW werde in den nchs-ten Tagen die betroffenen Kunden informieren, dass das Abgasverhal-ten ihres Fahrzeugs in Krze nach-gebessert werden msse; anschlie-end wrden Werkstatt-Termine vereinbart.

    Strengere RegelnAls Konsequenz aus der Manipula-tionsaffre kndigte Mller stren-gere Verhaltensregeln an. Volkswa-gen msse sich bei Fhrung und Unternehmenskultur neu justie-ren, so der neue Konzernchef, der bei Volkswagens Neuaufstellung wohl auf einige der bisherigen Fhrungskrfte verzichten wird. So wurden diese Woche laut Medi-enberichten Audi-Vorstand Ulrich Hackenberg, VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neuer und Porsche-Vorstand Woflgang Hatz von ihren Aufgaben entbunden.

    Bei VW luft so einiges im DreckDer Abgasskandal erschttert Volkswagen in seinen Grund-festen. Nun geht es nicht mehr um die Rolle als grter Autohersteller der Welt, sondern um Schadensbegrenzung.

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    Von Jrgen Zacharias

    BRSSEL. Der europische Nutz-fahrzeugmarkt erholt sich weiter. Nachdem am Ende des vergange-nen Jahres (trotz Monatsminus von 0,2 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent im November und Dezem-ber) unter dem Strich bereits ein deutliches Zulassungsplus von 7,6 Prozent stand, drfte auch heuer am Jahresende eine hnlich positi-ve Bilanz stehen. Aktuellen Zahlen des Branchenverbands ACEA zufol-ge brachte der August ein Neuzu-lassungsplus von 8,7 Prozent und damit den achten Monat mit einem Marktwachstum (siehe auch Grafik links) hintereinander. Von Jnner bis inklusive August 2015 wurden demnach1,31 Millionen Nutzfahr-zeuge neu zum Verkehr zugelassen,

    11,8 Prozent mehr als vor Jahres-frist.

    Spanien mit Zulassungs-TurboHohe Nachfrage gab es seit Jah-resbeginn vor allem in Spanien (plus 37 Prozent gegenber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres), Grobritannien (+19 Prozent) und Italien (+10,3 Prozent). Dabei waren laut ACEA insbesondere schwere Lkw ber 16 Tonnen gefragt, die ein Neuzulassungsplus von 20,7 Prozent auf 163.364 Einheiten ver-buchten. Die hchsten Zuwchse gab es dabei in Spanien (+52,9 Pro-zent), Grobritannien (+48,8 Pro-zent) und Italien (+24 Prozent).

    10,8 Prozent Plus bei TransporterDie wichtigste Klasse bleiben wei-terhin die Transporter bis 3,5 Ton-

    nen: In den ersten acht Monaten des Jahres wurden 1,08 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen, 10,8 Prozent mehr als im Vergleichszeit-raum 2014.

    Mit einem Zuwachs von 35,5 Prozent war auch bei den Trans-portern Spanien der wachstums-strkte europische Markt, wide-rum gefolgt von Grobritannien (+16,8 Prozent) und Italien (+9 Pro-zent).

    Bei den mittelschweren Lkw stieg die Zahl der Neuzulassungen um 16,6 Prozent auf 204.679 Ein-heiten, die Busse legten um 16,5 Prozent auf 24.978 zu. Auch dabei gab es die hchsten Zuwchse in Spanien (+42,3 Prozent) und Gro-britannien (+25,9 Prozent), gefolgt allerdings von Frankreich (+187,7 Prozent).

    Nutzis weiterhin beliebtIm August verzeichnete der europische Nutzfahrzeugmarkt den achten Wachstumsmonat in Folge: plus 8,7 Prozent.

    Neuer, starker Mann: Volkswagens Neo-Chef Matthias Mller will den angeschlagenen Konzern wieder auf Kurs bringen.

    ZULaSSUNgEN STEIgEN

    Autokufer stehen weiter auf DieselWIEN. Zwar sind den sterrei-chern die Themen Luftqualitt und Feinstaub wichtig aber noch wichtiger ist ihnen die eigene Brieftasche. Obwohl Diesel-Autos deutlich mehr Feinstaub und giftige Stick-oxide ausstoen als Benziner, steigt der Anteil der Diesel-Fahrzeuge laut Statistik Austria am gesamten Autobestand seit Jahrzehnten. Trotz der meist hheren Anschaffungskosten fr Dieselautos rechnen sich die Autofahrer aus, dass sie mit Diesel auf lange Sicht billiger fahren: Dieselmotoren verbrau-chen immer noch um etwa ein Fnftel weniger Kraftstoff als Benziner; dazu kommt, dass Diesel billiger ist. Die durch-schnittlichen Treibstoffpreise an der Tankstelle (Bruttopreise inklusive aller Abgaben und Steuern) betrugen zuletzt fr Eurosuper 95 in sterreich 1,173 Euro pro Liter, die Brut-topreise fr Dieselkraftstoff lagen bei 1,082 Euro pro Liter das ist ein Preisvorteil von fast 8 Prozent fr Diesel.

    In sterreich sind aktuell fast 2,7 Millionen Diesel-Pkw zugelassen, das ist ein Anteil von rund 57 Prozent an den Gesamtzulassungen. 2010 be-trug dieser Anteil 55 Prozent, 2000 lag er bei 37 Prozent und 1990 bei nur 14 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden in sterreich knapp 8 Mio. Tonnen Benzin und Diesel verbraucht, davon waren vier Fnftel Diesel (6,346 Mio. Ton-nen). Der Benzinverbrauch ging gegenber dem Vorjahr um 2,5 Prozent zurck, der Dieselver-brauch war um 1,6 Prozent geringer als 2013. (APA)

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    Groes Kpferollen bei VolkswagenMartin Winterkorn Anstelle der geplanten Vertragsverlnge-rung gab es den Laufpass. Konzernchef Martin Winterkorn musste bereits wenige Tage nach Bekanntwerden der Abgas-manipulationen Porsche-Chef Matthias Mller Platz machen.

    Ulrich Hackenberg Als Nachfolger von Audi-Chef Rupert Stadler gehandelt, drfte der Dieselskan-dal den Audi-Vorstand,der von 2007 bis 2013 VW-Entwicklungschef war, aus dem Konzern katapultieren. Eine Entschei-dung stand zu Redaktionsschluss aus.

    Heinz-Jakob Neuer Ulrich Hackenbergs Nachfolger als VW-Entwicklungschef wurde ebenso wie sein Vorgnger laut Medienberichten von seinen Aufgaben entbunden. Es werde ermittelt, inwieweit eine Mitschuld an den Manipulationen bestehe.

    Wolfgang Hatz Gemeinsam mit Ulrich Hackenberg muss der Motorenentwickler und Porsche-Vor-stand wohl die technische Verantwortung fr die Abgasmanipulationen berneh-men und ebenfalls aus dem Unterneh-men ausscheiden.

  • medianet.at Freitag, 2. Oktober 2015 Hersteller & Zulieferer 83

    Von Jrgen Zacharias

    WIEN. Vor Jahren prophezeite Fiat-Chef Sergio Marchionne der Auto-mobilbranche eine Konzentration der Krfte. Es werde mittel- bis langfristig nur mehr sieben oder acht groe Hersteller geben, so der italienische Manager, der Rest gehe in Fusionen auf oder wer-de in die Nische abgedrngt. Um seinen Worten auch Taten folgen zu lassen, hat Marchionne seinen Fiat-Konzern bald darauf um den