Bausteine | März 2012

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Gottes roter Faden mit den Menschen (Simone Pflger) Glcklich der Mensch (Manfred Engeli) Leben teilen (Nicole Ldi) Perspektiven fr die Uni (Benedikt Hitz) berall Reich Gottes bauen auch am Arbeitsplatz (Matthias Kgi) Eine handgreifliche Spiritualitt (Dorothea Gebauer)

Transcript

  • Durch das Alte und Neue Testament hat Gott immer wieder Menschen gerufen. Er ist mit ihnen in einen Bund getre-ten, hat sie durch Krisen getragen und untereinander vershnt. Kann diese Geschichte weitergehen und auch in un-serer heutigen Gesellschaft noch Leben verndern? Diese Frage beschftigte die

    Teilnehmenden am Neujahrskurs fr Studierende ber den Jahreswechsel in der Casa Moscia.

    Zu Beginn der Vortragsreihe zeigte Bernhard Ott das Bild einer in eine Bibel integrierten Steckdose. Er forderte die Studierenden aus der ganzen Schweiz auf, immer wieder an Gottes Wort anzu-

    docken. Biblische Texte htten nmlich lebensdeutendes Potenzial. Gerade in der postmodernen Zeit, in welcher der Einzelne manchmal die Orientierung verliert, sehnen wir uns danach, im ei-genen Leben mehr zu entdecken als eine sinnlose Aneinanderreihung von Ereig-nissen. Vielleicht begegnet uns ja gerade beim Nachdenken ber Gottes Geschich-te mit den Menschen ein roter Faden, der sich auch durchs eigene Leben zieht.

    Fortsetzung auf S. 3

    bausteineVBG-Nachrichten Mrz 12

    Ein Wirrwarr an Geschichten, ein Dschungel von Erzhlungen so erscheint die Bibel manchmal. Im Neujahrskurs in Moscia wies der Theologe Bernhard Ott immer wieder auf den roten Faden hin: Gottes Suche nach den Menschen

    Gottes roter Faden mit den Menschen

  • bausteine mrz 122

    input | Gottes roter Faden 1, 3, 4

    angedacht | Benedikt Walker 2

    input | Glcklich der Mensch 5, 6

    schule | Leben teilen 7

    universitt | Perspektiven fr die Uni 8

    beruf | berall Reich Gottes bauen 9

    beruf | Eine handgreifliche Spiritualitt 10

    Casa Moscia | Campo Rasa 11

    vbg 12, 13

    anzeigen 14

    agenda 15, 16

    Inhalt

    Die VBG eine Bewegung

    Die VBG ist eine Bewegung mit dem Ziel, den christlichen Glauben in allen Lebensbereichen einzubringen.

    Die VBG untersttzt interkonfessionelle Gruppen an Mittelschulen, Hochschu-len und Universitten und vernetzt Berufsttige in Fachkreisen und Arbeits-gruppen, um den Austausch ber Lebens- und Glaubensfragen und fachspe-zifische Themen zu frdern.

    Die VBG wurde 1949 gegrndet als Vereinigte Bibelgruppen in Schule, Uni-versitt, Beruf.

    Impressum

    Herausgeberin| VBG, Vereinigte Bibelgruppen in Schule, Universitt, Beruf, Zeltweg 18, 8032 Zrich, Tel. 044 262 52 47, www.evbg.ch, info@evbg.ch, PC 80-41959-5

    Redaktion| Benedikt Walker, Christoph Egeler, Rico Bossard, Ruth Maria Michel

    Schlussredaktion| Fritz Imhof Lektorat|Tanja Ackermann-GfellerLayout|Matthias Ackermann; konzeptuelle Untersttzung durch fortissimo.chDruck,Versand| Druckerei Jakob AG, GrosshchstettenJahresabonnement| CHF 14. fr 4 Ausgaben pro Jahr Auflage| 5200Ausgaben| Mitte Februar, Mitte Mai, Mitte September, Mitte DezemberAbo-Service| VBG (siehe oben) ISSN|1664-0977Inserate| Auf Seite 14, melden an beat.monhart@evbg.ch, Tel. 044 262 52 47.

    Tarife und Termine auf www.evbg.ch/inserateBildnachweis| Benedikt Hitz (Titelbild Neujahrskurs fr Studierende

    2011/2012, Casa Moscia; S. 8, 11), Gut Roman (S. 4), Bossard Rico (S. 5), Mller Kuno (S. 6), Ldi Nicole (S. 7), Diserens Anne-Lise (S. 9), Kgi Matthias (S. 9), Knsel Hanny (S. 10), Hrzeler Ren (S. 11), Mister Vertilger / Quelle: Photocase (S. 12)

    Meine Kraft ist in den Schwachen mchtig(2. Korinther 12,9; Jahreslosung 2012)

    Wir alle sind Menschen mit Begabungen und Schwchen. Dadurch sind wir einerseits eine Er-gnzung fr Andere. Anderseits brauchen wir auch Ergnzung durch andere Menschen. Dies gehrt zu jedem Menschen. Aus dieser Ergnzungsbedrf-tigkeit leben bedeutet: Nicht win/win heisst das Motto, sondern give/give.

    Fr mich ist es eine grundlegende Lebensfrage, was ich dazu beitragen kann. Beitragen damit meine ich die von Gott gegebenen Fhigkeiten und Anliegen, mit denen ich zu einer Ergnzung werde. Gleichbedeutend ist auch die Frage, wo ich selbst die Ergnzung brauche. Ich erlebe immer wieder, wie Gott durch eine solche Zusammenarbeit wirkt und sein Segen sichtbar wird. Anders ausgedrckt: Bei einem solchen give/give-Miteinander wird aus 1 plus 1 gleich 3 und nicht 2.

    Ich wnsche mir fr die VBG, dass dieses give/give unser Miteinander prgt und kennzeichnet. Uns treibt nicht die Frage an, wie ich profitieren kann, sondern, was mein Beitrag zur Ergnzung ist.

    Ein Leben aus der Ergnzungsbedrftigkeit fhrt uns auch zu einem Miteinander der christlichen Werke, Gemeinden und Kirchen. Meine Frage an uns als VBG lautet: Welchen Beitrag leisten wir an die christliche Gemeinschaft in der Schweiz? Dieser Beitrag ist mehr als ein Wunsch. Er ist ein Auftrag an die VBG.

    Ein Beitrag im 2012 ist das aktive Mittragen der Initiative Glaube am Montag. Glaubwrdi-ges Christsein ist seit 60 Jahren ein Anliegen der VBG und so ist es wichtig, dass wir die Anderen an unserem Lernprozess teilhaben lassen, von den Lebenserfahrungen und Erkenntnissen der Anderen lernen und uns auch hinterfragen lassen.

    Mit diesem Gedanken wnsche ich Euch allen Gottes Segen. Und dass ihr auch fr Andere zum Segen werdet.

    Mit lieben Grssen

    benedikt walker ist leiter der vbg, benedikt.walker@evbg.ch

    angedacht

  • bausteine mrz 12 3

    Gott gibt IdentittAls erstes ging es um die Frage Wer bin ich?, also um die Deutung der eigenen Person. Seit der Renaissance greife die Idee eines autonomen In-dividuums um sich, das durch ei-genes schpferisches Handeln seine Persnlichkeit erzeugt, zitierte der Referent den Soziologen Hans Geser. Tatschlich knnen wir uns heutzu-tage in vielerlei Hinsicht selbst er-finden. Bei der Berufswahl sind Tra-ditionen in der Familie nicht mehr bestimmend. Auch wenn die schier unbegrenzten Mglichkeiten Spass machen, kann das Leben ohne vorge-gebene Rollen auch sehr anstrengend werden. Die Selbstverwirklichung hat in unserer Zeit ein belastendes Ausmass angenommen, sagte Ott. Zwar war Selbstverwirklichung

    schon zur Zeit des Alten Testaments ein Thema. Die Turmbauer zu Babel wollten sich nicht nur einen Turm, sondern auch eine kollektive Identi-tt bauen. In 1. Mose 11,4 heisst es: Auf, wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, und seine Spitze bis an den Himmel! So wollen wir uns einen Namen machen. Bernhard Ott wies aber auf Gottes Alternative hin: In 1. Mose 12,2 verspricht Gott, er werde Abrahams Namen gross machen. Was fr ein Unterschied zur vorherigen Geschichte! Gott mchte auch fr uns, die Nachkommen Ab-rahams, Identittsstifter sein. Er for-dert uns heraus: Lass dich auf mich und mein Projekt ein; ich will dich in ein Land fhren, das du zwar noch nicht kennst, aber ich werde dich segnen, deinen Namen gross machen und dich zum Segen fr viele werden lassen.

    Ob wir diesem Ruf folgen, hngt von unserem Gottesbild ab. Die Art, wie wir Gott sehen, bestimmt unse-

    ren Alltag. Ist mein Leben von Sorge geprgt, weil ich denke, dass Gott apathisch auf einer Wolke sitzt und sich nicht um mich kmmert? Oder kann ich mich am Leben freuen, weil ich glaube, dass es Gott gut mit mir meint? Kann ich Andere segnen, weil ich weiss, dass ich nicht zu kurz kom-me?

    Gott stellt sich vorDas jdisch-christliche Gottesbild er-klrte Ott anhand der Dramaturgie des Exodus:

    Der gndige Gott:1. Nur durch Wunder schafften es die Israeli-ten, aus gypten auszuziehen. Gott machte seinem Volk damit klar, dass allein seine Gnade den Sieg herbeigefhrt hatte. Er of-fenbarte sich als gndiger Gott.Der treue Gott:2. Am Berg Sinai schloss Gott einen Bund mit den Menschen. Diese gegenseitige Treueverpflichtung sollte eine Atmosphre des Vertrauens und der Sicherheit schaffen. Gott wollte, dass sich die Menschen nicht mehr nur ngstlich an ihn richten, wenn sie etwas brauchen, dass sie nicht nur opfern, um et-was dafr zu bekommen, sondern dass sie ihn wirklich anbeten und im Vertrauen auf seine Treue fr ihn leben. Dass sich ein Gott auf einen Bund, eine Treuver-pflichtung mit seinen Menschen einlsst, ist eine jdisch-christli-che Besonderheit.Der wandernde Gott:3. Der Gott der Bibel wohnt bei seinen Men-schen. Zur Zeit Moses wanderte er in einem Zelt mit den Israeliten

    mit. Diese Linie zieht sich weiter ins Neue Testament, wo Jesus mitten unter die Menschen kam.

    Zeiten verndern sich Gott geht mitDer wandernde Gott begleitete das Volk Israel 40 Jahre lang durch die Wste. Die Ansiedelung im gelob-ten Land brachte viel Vernderung und viele Fragen mit sich. Wie weit sollten sich die Israeliten an die Sit-ten anderer sesshafter Vlker anpas-sen? Nach dem Vorbild angrenzen-der Kleinmonarchien entstand im Volk zum Beispiel der Wunsch nach einem Knig. Die Bibel erzhlt im achten Kapitel des ersten Buchs Sa-muel, dass sich Samuel dieser Bitte zuerst widersetzte. Interessanter-weise war sie fr Gott kein so grosses Problem. Er erfllte den Israeliten ihren Wunsch, warnte sie aber vor den Nachteilen einer Monarchie und stellte Regeln auf, welcher Knig zu whlen sei und wie sich dieser zu

    verhalten habe (5 Mose 17,14-20). Spter liess sich Gott auch auf die Idee eines Tempelbaus ein, obwohl er

    Fortsetzung von S. 1

    input Bibel | Gottes roter Faden

    Neujahrskurs fr Studierende mit Dr. Bernhard Ott als Referent

    AuchwenndieschierunbegrenztenMglichkeitenSpassmachen,kanndasLebenohnevorgegebeneRollenauchsehranstrengendwerden.

    GottstehtkulturellemWandelnichtgrundstzlichnegativgegenbersteht.ErerlaubtAnpassung,weistaberauchaufGefahrenhin.

  • bausteine mrz 124

    bisher immer in einem Zelt gelebt hatte. Diese Beispiele aus dem Alten Testament zeigen gemss Bernhard Ott, dass Gott kulturellem Wandel nicht grundstzlich negativ gegen-bersteht. Er erlaubt Anpassung, weist aber auch auf Gefahren hin. Auch das Neue Testament betont, dass die Gemeinde Gottes einerseits in der Welt (Joh 17,11), anderseits nicht von dieser Welt sei (Joh 17,14). Letztlich lassen sich Fragen der Inte-gration versus Nichtanpassung nicht imme