Bewegungsf¶rdernde Spiel- und Lernumgebungen im Kindergarten .Empfohlene Zitation: Wannack, Evelyne;

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  • Zentrum fr Forschung und

    Entwicklung Fabrikstrasse 2 CH-3012 Bern T +41 31 309 22 11 F +41 31 309 22 19 forschung@phbern.ch forschung.phbern.ch schuleingangsstufe.phbern.ch

    Bewegungsfrdernde Spiel- und Lernumgebungen im Kindergarten Dokumentation der Datenerhebungen

    Evelyne Wannack Michaela Gruber Melanie Bolz

    2012

  • Empfohlene Zitation: Wannack, Evelyne; Gruber, Michaela; Bolz, Melanie (2012). Bewegungsfrdernde Spiel- und Lernum-gebungen im Kindergarten. Dokumentation der Datenerhebungen. [pdf-file]. PHBern, Zentrum fr Forschung und Entwicklung. Verfgbar unter: Impressum Mrz 2012 Bewegungsfrdernde Spiel- und Lernumgebungen im Kindergarten Wannack Evelyne, Gruber Michaela, Bolz Melanie http://www.bewegungserziehung.phbern.ch

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    Inhaltsverzeichnis

    1 Einleitung 5 2 Stichprobe 7 3 Dokumentation der Raumanalyse 8 3.1 Erhebungsinstrumente 8 3.1.1 Grundriss 8 3.1.2 Fotoaufnahmen 9 3.1.3 Standardisierter Erhebungsbogen Mobiliar, Spiel- und Bewegungsmaterial 10 3.2 bersicht Raumanalyse 11 4 Dokumentation des problemzentrierten Interviews 18 4.1 Vorgehen problemzentriertes Interview 18 4.2 Interviewleitfaden 18 4.3 Aufbereitung der problemzentrierten Interviews 20 4.4 Kategoriensystem 21 4.4.1 Kodierleitfaden zum Thema Vernderung 23 4.4.2 Kodierleitfaden zum Thema aktuelle Umsetzung 25 4.4.3 Kodierleitfaden zum Thema Fazit 28 4.5 Interkoder-Reliabilitt 29 5 Dokumentation der videobasierten Unterrichtsbeobachtung 30 5.1 Vorbesprechung der Videoaufnahmen 30 5.2 Vorbereitung der Videoaufnahmen 30 5.3 Aufbereitung der Videodaten 32 5.4 berblick Datenmaterial 34 5.5 Anfertigung Beobachtungsprotokoll 35 5.6 Auswertung der Videoaufnahmen 36 5.6.1 Segmentierungsanalyse 37 5.6.2 Sequenzanalyse der gerichteten und ungerichteten Bewegungsaktivitten 38 5.6.3 Sequenzanalyse der organisatorischen Aktivitten 40 6 Fallstudien 41 7 Literatur 45

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    1 Einleitung Medienberichte, die aufzeigen, dass Kinder sich immer weniger bewegen, weniger motorisch leis-tungsfhig und bergewichtig sind, mehren sich (vgl. Lache 2011; sda 2010; swl 2010). Entspre-chende sportwissenschaftliche Studien schlagen Bndel von Massnahmen vor, die dieser Tendenz zumindest Einhalt gebieten sollen (vgl. Bundesministerium fr Familie 2009; Knpfli, Kriemler, Romann, Roth, Puder, Zahner 2007; Steffen, Zahner, Puder, Schmid, Kriemler 2007). Dazu gehren frhere und umfangreichere Programme zur Bewegungsfrderung resp. zur Gesundheitserziehung und die Zusammenarbeit mit den Eltern, insbesondere was eine gesunde Ernhrung und mehr Be-wegung in der Familie anbelangt. Viele dieser Postulate nimmt das Projekt Purzelbaum mehr Bewegung im Kindergarten auf, das im Kanton Bern durchgefhrt wird. Es zielt auf die Erhhung der Bewegungsanteile whrend der Kindergartenzeiten, aber auch auf die gezielte Arbeit mit den Eltern ab. Die Teilnahme am Projekt Purzelbaum geschieht auf freiwilliger Basis. Entscheiden sich Kinder-gartenlehrpersonen nach einer Informationsveranstaltung am Projekt mitzumachen, verpflichten sie sich fr eine zweijhrige Weiterbildung. Diese enthlt Module zu den folgenden Themen1: Modul 1: Aktive Kindheit Bewegen, Koordinieren, Kraft trainieren Modul 2: Bewegungsbaustellen und mehr Modul 3: Bewegen sich spren Modul 4: Bewegung als Gestaltungsprinzip im Kindergarten Modul 5: Sicherheit im Kindergarten Modul 6: Ernhrung und Zusammenarbeit mit Eltern Ergnzt werden diese Module um Austauschtreffen, die jeweils von einer Projektleiterin moderiert werden. Das Projekt Purzelbaum bietet eine ausgezeichnete Mglichkeit, die Umsetzung in ver-schiedenen Kindergrten aus einer fachdidaktischen Perspektive wissenschaftlich zu begleiten2. Im Vordergrund des Forschungsprojekts standen die folgenden Fragestellungen: Wie werden im Projekt Purzelbaum Bewegungsangebote in die Spiel- und Lernumgebung

    im Kindergarten integriert? Welche Aspekte motorischer Fhigkeiten werden mit den Bewegungsangeboten gefrdert? Welche Anhaltspunkte nutzen die Lehrpersonen, um Bewegungsangebote weiterzuentwickeln?

    2008 2009 2010 Dezember Januar Ab August Februar, Mrz Ab April Raumanalyse 1 Raumanalyse 2 Videobasierte Unterrichtsbeo-

    bachtung Welle 1

    Videobasierte Unterrichtsbeo-bachtung Welle 2

    Problemzentriertes Interview mit Kin-dergartenlehr-personen

    Abbildung 1: Untersuchungsdesign Wie den Fragen zu entnehmen ist, gehen wir auf Seiten der Kindergartenlehrpersonen der didakti-schen Gestaltung von Bewegungsaufgaben (Angebot) nach. Auf Seiten der Kinder interessiert, wie

    1 . 2 Im Rahmen des Antragsverfahrens zur Durchfhrung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten der PHBern, wurde ein Pro-

    jektantrag eingereicht. Nach externer und interner Begutachtung wurde der Projektantrag bewilligt. Fr die finanzielle Unterstt-zung des Projekts 08 w 02 03 Bewegungsfrdernde Spiel- und Lernumgebungen im Kindergarten danken wir der PHBern.

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    sie mit den Bewegungsangeboten umgehen (Nutzung). Fr die Bearbeitung der Fragestellungen haben wir ein qualitatives Untersuchungsdesign ausgearbeitet (vgl. Abbildung 1). Eine erste Datenerhebung erfolgte zu Beginn des Schuljahrs 2008/2009. Das ist ein Jahr vor der verpflichtenden Umsetzung von Bewegungselementen im Rahmen des Projekts Purzelbaum und vor den ersten Weiterbildungsmodulen fr die Kindergartenlehrpersonen. Die zweite Raumanalyse wurde zu Beginn der Umsetzungsphase durchgefhrt. Die erste Welle der videobasierten Beobach-tung fand im 1. Semester des Schuljahrs 2009/10, die zweite Welle im letzten Quartal desselben Schuljahrs statt. Zwischen den beiden Wellen der videobasierten Beobachtung wurden die problem-zentrierten Interviews mit den Kindergartenlehrpersonen durchgefhrt. Das Projekt dauerte insge-samt 34 Monate und fand seinen Abschluss im Juni 2011. Im vorliegenden Dokumentationsband die Stichprobe und smtliche Datenerhebungen sowie Datenauswertungsverfahren dokumentiert. Wir danken an dieser Stelle den Kindergartenlehrpersonen, die an unserem Forschungsprojekt teil-genommen und sich engagiert haben, ganz herzlich. Dank gilt auch den Schulleitungen, den Schul-kommissionen und den Eltern, die ihre Einwilligung zur Durchfhrung des Forschungsprojekts ge-geben haben.

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    2 Stichprobe Fr unser Forschungsprojekt nutzten wir die zweite Weiterbildungsstaffel, die von 2008 bis 2010 stattfand. An der Informationsveranstaltung fr die zweite Staffel, am 3. September 2008, wurde das Forschungsprojekt Bewegungsfrdernde Spiel- und Lernumgebungen im Kindergarten vorge-stellt. Im Verlauf der Informationsveranstaltung konnten sich interessierte Kindergarten-Lehrpersonen fr die freiwillige Teilnahme am Forschungsprojekt eintragen. Von den insgesamt 35 teilnehmenden Kindergrten resp. 49 Kindergartenlehrpersonen meldeten sich 20 Kindergrten. Daraus sollten acht nach folgenden Kriterien ausgewhlt werden: Die Kindergartenklasse setzt sich aus 5- und 6-jhrigen Kindern zusammen und weist mindes-

    tens 17 Kinder auf, was dem arithmetischen Mittel bezglich Grsse von Kindergartenklassen entspricht (vgl. Ryser, von Erlach 2007).

    Um mglichst zwei unterschiedliche Lebenswelten von Kindern und damit ebenfalls unter-schiedliche (sozio-) demografische Bedingungen einzufangen, sollten vier Kindergrten aus Zentrumsgemeinden (z.B. Biel, Bern oder Thun) und weitere vier Kindergrten aus agrarisch-gemischten Gemeinden bestimmt werden (fr eine ausfhrliche Beschreibung der Gemeindetypen vgl. Schuler, Dessemontet, Joye 2005).

    Bei der Ziehung der Stichprobe konnten die Klassenmerkmale (ausser in einem Kindergarten) be-rcksichtigt werden (vgl. Tabelle 1). Es fanden sich jedoch lediglich zwei Kindergrten in Zent-rumsgemeinden und zwei in agrarisch-gemischten Gemeinden. Als Ersatz fr die noch zu ziehen-den Kindergrten wurde einerseits auf suburbane zur Ergnzung der Zentrumsgemeinden und andererseits auf periurbane zur Ergnzung der agrarisch-gemischten Gemeinden zurckgegriffen, da sie den jeweils gesetzten Kriterien am nchsten standen. Tabelle 1: Stichprobe

    Gemeindetyp Anzahl Kindergrten Klassengrsse Kindergartenlehrperson Zentrumsgemeinde 1 19 Kinder 1 Klassenlehrperson mit 2

    pdagogischen Assistenzen Suburbane Gemeinden 3 17 Kinder 2 Lehrpersonen in Stellenteilung 21 Kinder 2 Lehrpersonen in Stellenteilung 22 Kinder 2 Lehrpersonen in Stellenteilung

    2 20 Kinder 1 Klassenlehrperson Agrarisch-gemischte Gemeinden 23 Kinder 2 Lehrpersonen in Stellenteilung Peri-urbane Gemeinde 2 15 Kinder 1 Klassenlehrperson 20 Kinder 1 Klassenlehrperson

    Anstelle von acht Kindergrten wurden neun in die Stichprobe aufgenommen, weil noch nicht ab-sehbar war, ob smtliche Schulleitungen und Schulkommissionen ihre Einwilligung zur Teilnahme am Projekt geben wrden. Erfreulicherweise erhielten wir von allen angefragten Schulleitungen und Schulkommissionen die Erlaubnis zur Durchfhrung des Forschungsprojekts. Im Verlauf des Forschungsprojekts reduzierte sich die Stichprobe jedoch auf acht Kindergrten, weil eine Kindergartenlehrperson einen Bildungsurlaub nahm. In der Folge war es nicht mglich, die Daten fr diesen Kindergarten vollstndig zu erheben, so dass wir diesen aus der Stichprobe ausschlossen.

  • 8 3 Dokumentation der Raumanalyse Die physischen und materiellen Bedingungen in den Kindergrten wurden mittels Raumanalyse erhoben. Diese bestand aus drei Erhebungsinstrumenten Grundriss, Fotoaufnahmen und standar-disiertem Erhebungsbogen , die nachfolgend detaillierter beschrieben werden. Die Raumanalysen wurden je zweimal in allen Kindergrten durchgefhrt. Die erste Analyse fand im Schuljahr 2008/09 statt und hatte zum Ziel, den Kindergartenraum vor der Weiterbildungs- und Umsetzun