Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V. 2020-03-14¢  Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V. Die Deutsche Haiku-Gesellschaft

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  • Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V. Die Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.1 unterstützt die Förderung und Verbreitung deutschsprachiger Lyrik in traditionellen japanischen Gattun- gen (Haiku, Tanka, Haibun, Haiga und Kettendichtungen) sowie die Vermittlung japanischer Kultur. Sie organisiert den Kontakt der deutsch- sprachigen Haiku-Dichter/-innen untereinander und pflegt Beziehungen zu entsprechenden Gesellschaften in anderen Ländern. Der Vorstand unterstützt mehrere Arbeits- und Freundeskreise in Deutschland sowie

    Österreich, die wiederum Mitglieder verschiedener Regionen betreuen und weiterbilden.

    1Mitglied der Federation of International Poetry Associations (assoziiertes Mitglied der UNESCO), der Haiku International Association, Tôkyô, der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V., Leipzig, Ehrenmitglied der Haiku Society of America, New Orleans.

    Anschrift Info/DHG-Kontakt und Redaktion Redaktion Kassenwartin --- Website Internationale Kontakte Redaktion Öffentlichkeitsarbeit Bankverbindung:

    Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V., z. Hd. Stefan Wolfschütz, Postfach 202548, 20218 Hamburg Vorstand: Claudia Brefeld, Auf dem Backenberg 17, 44801 Bochum, Tel.: 0234/70 78 99, E-Mail: claudia.brefeld@dhg-vorstand.de E-Mail: info@deutschehaikugesellschaft.de Eleonore Nickolay, 78, Avenue du Général Leclerc, F-77360 Vaires sur Marne, Tel.: 0033/160202350, E-Mail: eleonore.nickolay@dhg-vorstand.de Petra Klingl, Wansdorfer Steig 17, 13587 Berlin, Tel.: 030/5618694, E-Mail: petra.klingl@dhg-vorstand.de Peter Rudolf, Gartenweg 6, CH-4143 Dornach, Tel.: 0041/617021895, E-Mail: peter.rudolf@dhg-vorstand.de Stefan Wolfschütz, Curschmannstraße 37, 20251 Hamburg, Tel.: 040/477965, E-Mail: stefan.wolfschuetz@dhg-vorstand.de Brigitte ten Brink, Kelhofstr.1, 78465 Konstanz, Tel.: 07533/998722, E-Mail: brigitte.tenbrink@dhg-vorstand.de Klaus-Dieter Wirth, Rahserstraße 33, 41747 Viersen, Tel.: 02162/12243, E-Mail: kd.wirth@dhg-vorstand.de Sowie: Simone K. Busch, E-Mail: Simone.K.Busch@web.de Dr. Beate Wirth-Ortmann, E-Mail: drw-o.haiku@t-online.de Landessparkasse zu Oldenburg, BLZ 280 501 00, Kto.-Nr. 070 450 085 (BIC: SLZODE22XXX IBAN: DE97 2805 0100 0070 450085)

  • Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

    Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.dnb.de abrufbar.

    ©2017 Deutsche Haiku-Gesellschaft Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt

    ISBN 978-3-7448-9846-1

  • 3

    Editorial

    Liebe Leserinnen und Leser,

    „Suche die Stille auf und nimm dir die Zeit und den Raum, um in deine eigenen

    Träume und Ziele hineinzuwachsen“ – Weisheit aus dem Zen-Buddhismus

    Als ich diese Zeilen letztens per Zufall las, hatte ich sofort ein Foto vor

    Augen, welches ich vor nicht allzu langer Zeit in einem Klostergang mach-

    te. Da fügte sich etwas zusammen, was zusammengehörte. Jetzt ist daraus

    ein Desktophintergrund geworden. So habe ich nach dem Hochfahren

    meines Laptops schon manches Mal innegehalten: Die sonnigen warmen

    Farben strahlen eine wohltuende stille Heiterkeit aus – der Spruch

    schmiegt sich, wie selbstverständlich, darin ein. Und es hat mir immer

    wieder geholfen, mich zuerst meinen Ideen zu widmen – und erst später

    Mails zu beantworten.

    Dieser Sommer war – in mehrfacher Hinsicht – ein unruhiger.

    Darum wünsche ich Ihnen beschauliche Herbsttage, in denen auch Sie

    Zeit und Raum für Ihre Kreativität und Ziele finden. Lassen Sie sich von

    den vielen interessanten Beiträgen in unserer neuen SOMMERGRAS-

    Ausgabe inspirieren. Vielleicht sind es ja gerade diesmal die Rezensionen,

    die Sie verleiten, ein Buch in die Hand zu nehmen, um am Ende eines

    Tages die Stille zu finden.

    Ihre Claudia Brefeld

  • 4

    Inhalt EDITORIAL ............................................................................................. 3 Haiga: Simone K. Busch ............................................................................ 5 HAIKU-KALEIDOSKOP Klaus-Dieter Wirth: Kukai ......................................................................... 6 Klaus-Dieter Wirth: Das Ergebnis des 17. vierteljährlichen europäi- schen Haiku-Kukai .....................................................................................

    10

    Eleonore Nickolay: Französische Ecke ................................................... 15 Rückmeldung zu „ziehende Wolken“ ...................................................... 17 Haiga-Aufruf – Ein Haiku zu einem Foto! ............................................. 18 NEUE DHG-MITGLIEDER 26 LESERTEXTE Ausgezeichnete Werke ............................................................................... 29 Haiga: Brigitte ten Brink und Ruth Karoline Mieger ............................ 30 Haiku- und Tanka-Auswahl ...................................................................... 31 Mitgliederseite ............................................................................................. 39 Haibun .......................................................................................................... 41 Haiga: Sonja Raab ....................................................................................... 44 Tan-Renga .................................................................................................... 45 Rengay .......................................................................................................... 47 Kettengedichte ............................................................................................ 49 HAIKU UND TANKA AUS DEM INTERNET .......................... 52 Haiga: Silvia Kempen ................................................................................. 56 REZENSIONEN Volker Friebel: Das Knospen-Buch von Hans-Peter Kraus ................ 57 Gabriele Hartmann: Blütenreiches Jahr von Karina Lotz .................... 59 Haiga: Winfried Benkel und Claudia Brefeld .......................................... 61 Brigitte ten Brink: Die Harfenfichte von Rita Rosen ............................ 62 Traude Veran: Tausendundmeine Sonne von Joachim G. Hammer .. 64 Rüdiger Jung: Gespiegelte Welt von Ingo Cesaro .................................

  • 5

    Rüdiger Jung: Mit Haiku durchs Jahr von Saskia Ishikawa-Franke .... 66 Rüdiger Jung: Südwind. Haiku-Jahrbuch 2016 ...................................... 69 BERICHTE Stefan Wolfschütz: Sofia Haiku-Hotspot ............................................... 74 Beate Wirth-Ortmann Kirschblüten und Brautgewand ....................... 76 MITTEILUNGEN ................................................................................. 78

    Haiga: Simone K. Busch

  • 6

    Haiku-Kaleidoskop Klaus-Dieter Wirth

    Kukai

    Ein Kukai ist zunächst ein verabredetes Treffen von Haiku-Liebhabern,

    bei dem die Teilnehmer entweder erst vor Ort Haiku dichten oder meis-

    tens schon vorgefertigte Haiku zur gegenseitigen Begutachtung vorlegen

    mit dem Ziel, über gemeinsam erarbeitete Verbesserungsvorschläge die

    eigenen Fähigkeiten immer mehr an ein vertieftes Haikuverständnis heran-

    zuführen.

    Voraussetzungen dafür sind, dass sich eine Orts- oder Regionalgrup-

    pe bildet, am besten unter der Leitung eines etwas erfahreneren Haijin, der

    die Fäden für die organisatorischen Belange und den Ablauf in der Hand

    halten kann:

    1. Festlegung der Treffpunktintervalle (monatlich, vierteljährlich usw.

    oder je nach neuer Absprache)

    2. Festlegung der Örtlichkeit (ein öffentlicher Raum oder privat bei einem

    der Teilnehmer)

    3. Festlegung eines vorher abgesprochenen Themas (z. B. Jahreszeit, Na-

    turereignis, Tiere, Pflanzen, Stadtleben, Feste, Einsamkeit, Stille usw.).

    Für den Einstieg ist es auf jeden Fall ratsamer, die Thematik erst einmal

    offen zu lassen!

    4. Bei einer vorgegebenen Thematik kann schließlich die Aufgabe noch

    dadurch erschwert werden, dass das Stichwort selbst (z. B. Raum, Weg,

    Insel) nicht genannt werden darf.

    Nachfolgend der gängige Ablauf bei einem traditionellen japanischen

    Kukai unter Leitung eines Meisters bzw. Lehrers (sensei):

    1. Phase (toku): das Abfassen bzw. Einreichen der eigenen Haiku nach der

    vereinbarten Vorgabe (Anzahl, Thema). Bei themenbezogenem Vorgehen

    gibt es 3 Varianten:

  • 7

    a) ein vorher festgelegtes Thema (kendai)

    b) ein erst vor Ort angegebenes Thema (sekidai)

    c) eine vor Ort sichtbare Vorlage bzw. ein mitgebrachter Gegenstand

    (shokumoku)

    Die fertigen Haiku werden sodann von ihren Verfassern anonymisiert,

    indem sie diese ohne ihre Namen auf vom sensei verteilte Zettel gleicher

    Art übertragen, sodann zusammengefaltet, eingesammelt und durcheinan-

    dergemischt.

    2. Phase (seiki): das nochmalige Aufschreiben einer vorher bestimmten

    Anzahl der eingesammelten Zettel.

    3. Phase (senku), die Auswahl: Die nun lesbaren Haiku werden durch-

    nummeriert und an die nächste Person weitergereicht