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Die sowjetische Winteroffensive Jenseits der Die sowjetische Winteroffensive hat sich nach vier Monaten totgelaufen Das OKW stellt fest: Nachlassen der feindlichen Angriffstätigkeit

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    L e m b e r g e r Z e i t u n Q

    P tr Bezugspreis beträgt monatlich ZI. 4,80 oder KM 2,40, zuzüglich Träger- Postzustellgebühren. Erscheinungsweise täglich mit Ausnahme

    Montags. Im Falle höherer Gewalt oder von sonstigen äußeren Ein­ wirkungen besteht für den Verlag keinerlei Verpflichtung für Ersatz.

    O ftern 1942 4. Jahrgang / Folge 80

    Anzeigebedingungen: Die 1 mm hohe und 22 mm breite Zeile 36 Gi oder 18 #/. Grundschrift: Nonpareille, Textspalte 1 mm Höhe ZI. 3,— oder RM 1.50. Die Spaltenbreite beträgt 70 mm. Ermäßigte Grundpreise nach Preis­ liste Nr. 2. Briefanschrift: Zeitungsverlag Krakau - Warschau. Krakau.

    Die sowjetische Winteroffensive hat sich nach vier Monaten totgelaufen Das OKW stellt fest: Nachlassen der feindlichen Angriffstätigkeit im Osten - Indirekte Bestätigung durch reservierte bolschewistische Heeresueriühte - Die Dreierpaktmächte in dauernder Aktivität

    Lo. Berlin, 4. April In seiner sparsamen Sprache meldet der Wehr­

    machtbericht vom 3. April, daß trotz heftiger örtlicher Vorstöße des Gegners im ganzen ein Nachlassen der feindlichen Angriffstätigkeit im Osten festzustellen ist. Dieser Satz läßt aufhor­ chen, denn er enthält eine Bestätigung für die Annahme, daß die sowjetische Winteroffensive sich allmählich totgelaufen hat. In der Tat war schon seit einiger Zeit zu beobachten, daß auch die sonst keineswegs zurückhaltenden sowjeti­ schen Berichte sich einer gewissen Reserve be­ fleißigten und nicht mehr in dem großen Stil wie noch vor wenigen Wochen Geländeeroberungen behaupteten, die — wenn man sie zusammen­ zählen würde — die sowjetischen Truppen längst bis weit nach Frankreich hineingebracht hätten.

    Im Gegenteil, am 3. April erklärte man in Mos­ kau, daß „keine wesentlichen Veränderungen" eingetreten seien, und diese Feststellung braucht man nicht nur für diesen einen Tag, sondern man kann sie ganz allgemein gelten lassen. Trotz aller Gebietseroberungen, die die Sowjets angeb­ lich im Laufe des Winters gemacht haben, treten ihre Berichte, was die Ortsangaben anlangt, heute n och au f derselben S te lle w ie vor einigen M o­ naten, als man in Moskau glaubte* jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, um die deutsche Front zu durchstoßen, weun nicht gar zu überrennen. An­ dererseits besteht auch keine Veranlassung, aus der Feststellung des Wehrmachtberichtes zuweit­ gehende Schlüsse zu ziehen und etwa zu glauben, daß sich nun das ankündigt, was die feindliche Propaganda die deutsche „Frühjahrsoffensive" nennt, und zwar aus dem in allen Kriegsjahren zu beobachtenden Bemühen, der deutschen Krieg­ führung Fristen zu setzen, um hinterher zu be­ richten, Deutschland habe eine N iederlage er­ litten, da diese Terminb nicht eingehalten wor­ den seien. Wann und in welchem Stil eine Offen­ sive an der Ostfront beginnt, steht einzig und allein beim Führer, und bis es soweit ist, ist es müßig, darüber Spekulationen anzustellen, so w e­ nig, w ie es Zweck hat, heute sachverständig un­ tersuchen zu wollen, w ie groß zu jenem Zeit­ punkt noch die Widerstandskraft der Sowjets sein wird.

    Ohne die entscheidende Bedeutung der deut­ schen Ostfront im geringsten zu vergessen, von der man übrigens auch in Japan zutiefst durch­ drungen ist, darf man nie die globale Ausdeh­ nung dieses Krieges aus den Augen lassen und muß sich immer wieder vergegenwärtigen, daß dieser Krieg nicht einen Augenblick zum Still­ stand kommt, sondern ununterbrochen auf allen Fronten mit der zermürbenden Tätigkeit einer Maschine im Gange ist. Jeden Tag liegen neue Nachrichten darüber vor. Nachdem am 2. April von deutscher Seite gemeldet worden war, welche enormen Verluste der ieindlichen Handelsschif­ fahrt im März zugefügt worden sind — mehr als im Februar und noch mehr als im Januar — wurde am Freitag im OKW-Bericht bekanntgege­ ben, welche Verluste die feindlichen Kriegsflot­ ten in den beiden letzten Monaten davongetra­ gen haben. Das Ausmaß dieser Erfolge wird erst dann ganz sichtbar, wenn man gleichzeitig in Rechnung stellt, w ie v ie le insbesondere von den feindlichen Schlachtschiffen bereits vernichtet bzw. bereits beschädigt worden sind, und w ie klein die deutsche Flotte ist, der durch die Unter­ stützung der deutschen Luftwaffe diese schwe­ ren Schläge gelingen.

    Während man sich in Moskau Gedanken dar­ über macht, ob man deutscherseits bald eine große Operation im Süden der Ostfront beginnen wird, zeigen englische Meldungen vom 3. April das gew altige Ausmaß der ständigen schweren deutschen und italienischen Luftangriffe auf die Insel Malta, die ja nicht nur einem einzigen bri­ tischen Stützpunkt gelten, sondern ln denen sich ein entscheidender Teil des militärischen Rin­ gens .um das Mittelmeer konzentriert. Durch Malta konnte der deutsche Nachschub nach Nord­ afrika erheblich bedroht werden, und je mehr deutsche Bomben nun auf diese Insel fallen, je schärfer die britischen Geleitzüge mit Nachschub für Malta angegriffen werden, umso schwerer wird die Aktiv ität dieses britischen Stützpunktes gelähmt. Malta erlebte am 1. April viermal einen Massenangriff deutscher Flugzeuge und hatte am 2 April nachmittag drp’mal Alarm. Gleichzeitig melden die Italiener, daß sie Gibraltar erneut angegriffen haben, und aus London wird berich­ tet, daß ein englisches Uberwachungsfahrzeug unweit von Portugiesisch-Porto durch deutsche Flugzeuge angegriffen worden ist. W o immer

    sich Engländer blicken lassen, müssen sie fürch­ ten, daß ihnen die Deutschen unmittelbar auf den Fersen sind. Damit bedeutet diese weltweit aus­ einandergezogene Tätigkeit der deutschen W ehr­ macht keineswegs, daß die Engländer auf ihrer Insel selbst ruhige Tage verleben. Vielmehr mel­ det Reuter am 3. April, daß deutsche Bomber in den ersten Stunden des Freitag in geringer Höhe über die mondhelle Straße von Dover flogen und Küstengebiete im Südosten Englands angrif- fen. W örtlich heißt es in der Reutermeldung: „Beobachter in einer Stadt der Südostküste sind der Meinung, daß der Angriff feindlicher Bomber auf diese Stadt in der Nacht vom Freitag der schwerste gewesen ist, den sie je erlebt haben. Die Aufräumungstätigkeit dauerte noch in den Morgenstunden des Freitag an".

    Auch vom asiatischen Kriegsschauplatz laufen immer neue Nachrichten ein, aus denen hervor­ geht, daß unsere japanischen Bundesgenossen mit ungebrochener Hartnäckigkeit und' Überle­ genheit ihren Kampf fortsetzen, auch wenn die­ ser aus der Ferne sich zuweilen nicht so dra­ matisch ansieht w ie in den erregenden Tagen, als die, W e lt mit atemloser Spannung den W ett­ lauf nach Hongkong oder Singapur verfolgte. Die Aktivität der Japaner spannt die Befürch­ tungen der Engländer um Ceylon ' immer höher. In Colombo wurde ein Aufruf an die Bevöl Rer fing erlassen, der rhota maßregeln für den Fall japanischer Landungen aus der Luft oder von der See erteilt. W er einen japanischen Fallschirmjäger fängt, soll fünf Pfund Sterling als Belohnung erhalten. Am

    3. April ertönten auf ganz Ceylon die Alarm­ sirenen zur Probe. Aber auch in Australien rech­ net man stündlich mit der japanischen Invasion. So meldet „Sidney Sun", daß sich acht vo ll aus­ gerüstete japanische Divisionen mit zahllosen Fallschirmjägereinheiten in Bereitschaft befinden, um für die nächste japanische Großoffensive ein­ gesetzt zu werden. Selbst in den Vereinigten Staaten fürchtet man wieder direkte Angriffe. W ie weit dort die hysterische Furcht geht, zeigt ein A rtikel der „N ew York Post", der den Le­ sern auseinanderzusetzen bemüht ist, daß die deutschen U-Boote auf dem Atlantik als Stütz­ punkte für deutsche Bomber dienen würden, die dann ihrerseits das amerikanische Festland an­ greifen würden. Auch in Amerika spürt man immer empfindlicher die Schlinge der militäri­ schen Operationen der Dreimächtepaktstaaten, so daß der Chef für Arbeiterfragen im Kriegs- produktionSamt der USA, Sidney Hillman, jetzt erklären mußte, die Verknappung der Rohstoffe hindere bereits die Produktion noch mehr als der Mangel an Frachtarbeitern.

    Jeder Querschnitt durch die täglichen Nach­ richten aus feindlichen Quellen ergibt dasselbe Bild. Wenn es auch nicht immer so sichtbar wird, so sind doch die Staaten des Dreimächte­ paktes ununterbrochen in lebhaftester und er- f,J ire-chster Aktivität, und diese tägliche un-

    sieg bei als ruckartige offensive Vorstöße, die dem Auge des Laien eindrucksvoller erscheinen mögen.

    Jenseits der Risikozone Die Lage am dritten Kriegs-O sterfest

    V on R u d o lf S to p p le r

    D ie T a g e und W o ch en um O stern sind, w ie es d ie jah resze itlich en Um stände ganz von selbst m it sich bringen , n icht nur im Frieden, sondern ebensosehr od er gar noch m ehr im K r ie g e rfü llt v on neuem Planen, w agen dem Beginnen und dam it auch erhöh­ ter Zukunftsicherheit. Für das deutsche V o lk gen ü gt gerade je tz t ein ku rzer B lick zurück au f d ie V o r ja h re , um es noch einm al davon zu überzeugen , daß d ie historischen E re ig ­ nisse sow oh l 1940 als auch 1941 sich schon in d er verm ehrten A k t iv itä t d ieser Z e it an­ gekü n d igt hatten, e inm al m it dem kühnen Unternehm en in N o rw egen , au f das dann sehr schnell d ie N ied e rzw in gu n g Frankreichs fo lg te , dann m it der überraschenden B ere in i­ gung der S ituation im Südosten, an d ie sich fast unm ittelbar d ie g igan tischen A k tio n en im Osten anschlossen In d iesem Jahr kom m t hinzu, daß d ie m ilitärischen O pera tionen e in er e igen tlich en W in terpau