Elektronische Musik

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  • Jahresarbeit zum Abschluss der 12.Klasse

    an der

    Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld

    vorgelegt von

    Pascal Kuri

    Im Schuljahr 2013/2014

  • 1

    Einfhrung .............................................................................................................. 2

    Warum elektronische Musik, warum nicht Computermusik? ............................... 4

    Mein Weg zur elektronischen Musik ........................................................................... 6

    Elektronische Musik ................................................................................................ 8

    Aufbau der Tne und Klnge ....................................................................................... 8

    Technische Errungenschaften: Geschichte der elektronischen Musik ...................... 12

    Was ist FL Studio? ................................................................................................. 17

    Pattern ....................................................................................................................... 19

    Das Piano Roll ............................................................................................................ 22

    Die Playlist .................................................................................................................. 24

    Was ist ein Sample und was ein Loop? ..................................................................... 26

    Oszillatoren ................................................................................................................ 28

    LFO (Low Frequenzy Oscillator) ................................................................................. 32

    VST Plugins ................................................................................................................. 33

    Der Mixer ................................................................................................................... 35

    Was sind Automation Clips? ...................................................................................... 39

    Edit Events ................................................................................................................. 40

    Welches Equipment wird wirklich bentigt? ............................................................ 41

    Von der Idee zum fertigen Lied .............................................................................. 44

    Schluss .................................................................................................................. 50

    Glossar ........................................................................................................................ 52

    Quellenverzeichnis ..................................................................................................... 59

  • 2

    Elektronische Musik, dieser Begriff wird hufig missverstanden. Die Vorstellung,

    elektronische Musik bestnde nur aus Techno, House, Dance oder Elektro, ist weit

    verbreitet. Da diese nun wirklich recht spezielle, wenn auch inzwischen weit

    verbreitete Musikrichtungen sind, kann leicht die Vorstellung aufkommen, sie allein

    reprsentierten elektronische Musik. Mittlerweile haben sie ihren festen Platz in der

    Vielfalt der Musikrichtungen gefunden und verdienen, wie ich finde, durchaus ihre

    Beachtung und sollten genau so geschtzt werden, wie etwa Jazz, Rock oder Klassik.

    In der elektronischen Musik gibt es unzhlige Genres mit ihren Subgenres, wie Trip-

    Hop, Psychedelic Ambient, Chiptune, Breakbeat, Lo-Fi oder Glitch Hop, die sich alle

    durch charakteristische Merkmale unterscheiden. Lo-Fi ist zum Beispiel eine spezielle

    Musikrichtung, in der oft das Krakeln von Schallplattennadeln benutzt wird, dabei

    werden Sounds verwendet die bersteuert oder Beats die verzerrt sein knnen. Oft

    sind Geigen oder Gitarren dabei. Ein wenig kann Lo-Fi als Hip-Hop mit dreckigeren

    Beats und verzerrteren Sounds ohne Text betrachtet werden. Hufig werden auch

    Filme oder Menschen zitiert. Der Begriff Lo-Fi stammt von Low Fidelity und beschreibt

    schlechte Aufnahmen, das Gegenteil von Hi-Fi, also High-Fidelity.

    Diese unterschiedlichen Genres sind den Wenigsten bekannt.

    Dubstep, Drum & Bass oder Elektro Swing kennt man eher. Ihre Subgenres jedoch,

    wie Jump-Up, Darkstep oder intelligent Drum & Bass sind der Masse wieder vllig

    fremd.

    Natrlich sind Vorurteile diesen speziellen Musikstilen gegenber nicht vllig

    grundlos. Elektronische Musik ist, ein wenig wie das Internet, noch relativ neu. Fr

    die ltere Generation ist es oftmals schwer, sich vorzustellen, wie diese Musik

    zustande kommt. Auch sind ihnen die neuartigen Klnge fremd. Hinzu kommt, dass

    ein Groteil der Charts, also der bekanntesten und erfolgreichsten Songs, fast

  • 3

    ausschlielich am Computer entstanden ist. Bekanntlich bestehen diese aktuellen

    Charts aus einfachsten Melodien und Rhythmen. Die sthetische Vielfalt und der

    Reichtum, der durch Synthesizer erzeugten Klnge und der elektronischen Musik,

    bleiben damit verborgen.

    Eine grundstzliche Abneigung entspringt, meiner Meinung nach, aus Unkenntnis und

    Unwissenheit.

    Eine weitere Unsicherheit bringen die Begriffe elektroakustische Musik,

    Computermusik und elektronische Musik. Welcher dieser Begriffe beschreibt nun

    das Komponieren und Vertonen von Musik am Computer?

    Die elektroakustische Musik ist eine Art Spielerei mit den Mglichkeiten der

    elektronischen Klangerzeugung und der Bearbeitung von akustischen Eindrcken. Es

    werden beispielsweise Aufnahmen von Zgen mit Schritten im Schnee vermischt und

    elektronisch verzerrt. Nur fr die Wenigsten ist diese Musik wirklich hrenswert und

    auch ich zhle mich nicht zu jenen. Zu sehr entsteht der Eindruck, Industrielrm in

    seiner unangenehmsten Form wrde zu Kunst erhoben werden. Wer bereits

    elektronische Musik als Lrm empfindet, sollte sich von der elektroakustischen Musik

    also unbedingt fernhalten, um dadurch in seinem Vorurteil, gegenber elektronischer

    Musik nicht noch Besttigung zu finden.

    Die elektronische Musik beschreibt Klnge, die mit elektronischen Instrumenten oder

    Klangerzeugern erzeugt werden und keine herkmmlichen akustischen Instrumente

    verwendet. Auch das Komponieren am Computer knnte also dazugehren.

    Tatschlich entwickelte sich daraus der Begriff Computermusik. Dieser wird sogar

    auf Wikipedia umfassend beschrieben. Elektronische Musik ist also nur ein

    berbegriff fr, unter Anderem, meine Art des Musizierens am Computer.

  • 4

    Der Begriff Computermusik ist den Wenigsten bekannt und drfte einige sogar

    abschrecken. Auch habe ich das Gefhl, dass Computermusik ein wenig komisch und

    nach etwas ganz anderen klingt, als es wirklich ist. Bei Computermusik fehlt der Bezug

    zum Komponisten im Begriff. Es entsteht der Eindruck, man habe auf einen Knopf

    gedrckt, und der Computer habe direkt ein Ergebnis, ein fertiges Lied, ausgespuckt.

    Auch kommt das Gefhl auf, der Computer sei das Instrument. Das ist nicht der Fall.

    Da die Instrumente virtuell sind, kann der Computer oder ein Keyboard mit dem

    virtuellen Instrument funktionieren, wie die Finger oder der Bogen mit einem

    blichen akustischen Instrument, als eine Art Medium.

    Das Vorurteil, auf ein paar Knpfe drcken und fertig, ist der grte Feind eines

    elektronischen Komponisten. Whrend das Programm Magix Music Maker tatschlich

    mit sehr einfachen Mitteln auskommt, ist das bei profitauglichen Programmen

    gnzlich anders. Der Weg zum fertigen Lied ist schwer und lang. Ein gutes Lied kann

    Monate, wenn nicht sogar ein Jahr bentigen um wirklich ausgereift zu sein. Von der

    Idee, zur Gestaltung, ber Instrumentenfindung, den Rhythmus, das Tempo, die

    Synthesizerprogrammierung, die Effekte und das Mastering, sind es tausend kleine

    Schritte. Man begegnet unterschiedlichsten Arbeitsgebieten, die man kennen oder

    kennenlernen und durchschreiten muss. Besonders in meinem Entwicklungsstand ist

    dies noch sehr zeitaufwendig. An einzelnen Liedern kann ich so mehrere Stunden am

    Tag, monatelang, jeden Tag sitzen und arbeiten. Da ich nebenbei noch einiges

    darber lernen muss, ist es nicht ganz so einfach, flssig arbeiten zu knnen.

  • 5

    In der heutigen Gesellschaft wird die elektronische Musik viel zu wenig geschtzt und

    in ihrer Komplexitt durchgehend in Frage gestellt. Genau wie die CGI Special Effects

    bei Kinofilmen, oder die Programmierung von Spielen, wird die elektronische Musik

    als schnell und einfach in der Produktion hingestellt, doch allein durch ihre Vielfalt

    sollte klar sein, dass dies nicht so einfach ist, wie man es sich vielleicht vorstellt. Wie

    knnte es sein, dass zwei vllig unterschiedliche Lieder, beide elektronisch, mit ein

    paar Knopfdrcken gemacht wurden? Das ist bereits in der Vorstellung unrealistisch.

    Im Praktischen Teil habe ich mich mit dem Komponieren und Fertigstellen zweier

    eigener elektronischer Musikstcke beschftigt. Von der Grundidee (Melodie) ber

    die Begleitungen, die Instrumente, die Rhythmen, das Mastering usw. entstand alles

    aus meinen Vorstellungen und der eigenen Kreativitt. Auch steht mir die Mglichkeit

    frei, meine Musik zu vermarkten und damit Geld zu verdienen.

    Der theoretische Teil befasst sich berwiegend mit den Grundlagen des Musizierens

    mit elektronischen Hilfsmitteln. De