FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszu FEAT ¢â‚¬â€œ Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen

  • View
    6

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszu FEAT ¢â‚¬â€œ...

  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 1

    ZUKUNFTSPERSPEKTIVE FR DAS ZRICHER MODELL

    FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen

    Zukunftsperspektive fr das Zricher Modell

    Yvonne Ferreira

    Technische Universitt Darmstadt

    Y.FerreiraSchreibmaschinentextY.FerreiraSchreibmaschinentextY.FerreiraSchreibmaschinentextDer Fragebogen wurde kurz nach Erscheinendieses Artikels leicht modifiziert. Dieaktuelle Version befindet sich auf der Homepagewww.arbeitundmensch.de Y.FerreiraSchreibmaschinentextY.FerreiraSchreibmaschinentext
  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 2

    Zusammenfassung

    Das Zricher Modell zur Bestimmung von Arbeitszufriedenheitstypen

    (Bruggemann, 1976; Bssing & Bissels, 1989) beschreibt die Entstehung

    von Arbeitszufriedenheit und die Mglichkeiten, Einfluss darauf zu

    nehmen. Um bestehende Kritikpunkte am Modell abzuarbeiten und zu

    beseitigen ist es notwendig, eine Erfassungsmethode im Sinne des Zricher

    Modells zu entwickeln. Dies wurde mit dem Fragebogen zur Erhebung von

    Arbeitszufriedenheitstypen FEAT umgesetzt, der es ermglicht, nicht nur

    die bereits postulierten Arbeitszufriedenheitstypen zu erheben sondern auch

    alle weiteren theoretisch aus dem Zricher Modell ableitbaren. Die Kenntnis

    der in einem Betrieb vorhandenen Arbeitszufriedenheitstypen ermglicht es,

    gezielte Gestaltungsverbesserungen vorzunehmen und deren Auswirkungen

    zu dokumentieren. Die Arbeitszufriedenheitstypen geben eindeutigere und

    detailliertere Informationen ber Mitarbeiter/-innen und deren Engagement

    fr den Betrieb, als dies die Erhebung der typischen

    Arbeitszufriedenheitsfacetten alleine ermglichen kann.

    Schlagwrter: Zricher Modell Arbeitszufriedenheit

    Arbeitszufriedenheitstypen

  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 3

    Abstract

    FEAT Questionnaire to Evaluate Types of Job Satisfaction

    Future Prospects of the Zurich Model

    The Zurich Model (Bruggemann, 1976; Bssing & Bissels, 1989) describes

    the development of job satisfaction and possibilities of employees to

    influence it. The model evokes constructive criticism. It is necessary to

    develop an instrument for evaluation in terms of the Zurich Model to

    identify and to eliminate all points of criticism. This was realized by

    developing a questionnaire to evaluate job satisfaction (FEAT). FEAT

    allows not only the survey of types of job satisfaction, which have already

    been postulated, but also permits evaluating any possible type of job

    satisfaction in theory that can be deduced from the Zurich Model.

    Knowledge about job satisfaction types at enterprise holds the possibility to

    improve the work environment and to document the effects of

    improvements. Job satisfaction types give more detailed information about

    employees and their commitment to the company than single evaluations of

    typically facets of job satisfaction.

    Key words: Zurich Model job satisfaction types of job satisfaction

  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 4

    FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen

    Zukunftsperspektive fr das Zricher Modell

    Anreize zur Intensivierung der Grundlagenforschung zur

    Arbeitszufriedenheit

    Die Literatur zur Arbeitszufriedenheit ist unberschaubar. stellte

    Zapf 1991 fest (S. 231). Vor allem das in den 1980er Jahren in Deutschland

    mit Untersttzung von Bund und Lndern durchgefhrte

    Forschungsprogramm zur Humanisierung des Arbeitslebens (HDA) fhrte

    zu einer deutlichen Steigerung des Forschungsinteresses am Thema

    Arbeitszufriedenheit. Aufgrund der finanziellen Frderung vieler

    Programme kam es in Deutschland bis Mitte/Ende der 1980er Jahre zu einer

    Flle von empirischen Untersuchungen und neuen Methoden zur Erhebung

    der Arbeitszufriedenheit. Entsprechend konstatierten v. Rosenstiel, Molt

    und Rttinger (1995, S. 238): Nur wenige Konzepte der

    Organisationspsychologie haben zu derart nachhaltigen

    Forschungsbemhungen gefhrt, wie das der Arbeitszufriedenheit.

    Die Grnde des immer wieder auflebenden Interesses am Konstrukt

    Arbeitszufriedenheit liegen in den postulierten Zusammenhngen zu

    wirtschaftlich relevanten Faktoren, wie beispielsweise Leistung, Fehlzeiten,

    Qualitt der Arbeitsergebnisse u. v. m., obgleich viele Untersuchungen

    dieser Zusammenhnge zu widersprchlichen oder modellinkongruenten

    Ergebnissen kommen. Judge, Thoresen, Bono und Patton (2001) gehen in

    ihrer Metaanalyse sogar so weit zu behaupten, dass der Zusammenhang

    zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung als Heiliger Gral der

    Organisationspsychologie bezeichnet werden knne (S. 376). Die

    widersprchlichen Ergebnisse der Studien kommen unter anderem dadurch

  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 5

    zustande, dass there are many inconsistencies in the results testing these

    models (and in the ways the models have been tested) (Judge et al.,

    2001, S. 388). Letztendlich jedoch geben die Autoren einen Zusammenhang

    zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung an, der zwischen 0.03 und 0.57

    liegt (Judge et al., 2001).

    Dieses Ergebnis fhrte zur neuerlichen Aufnahme verschiedenster

    Forschungen zum Thema Arbeitszufriedenheit. Fischer und Fischer (2005)

    fhren noch weitere Grnde fr das abermals aufkeimende Interesse an: Der

    bestndig steigende Effizienzdruck, unter anderem hervorgerufen durch die

    Globalisierungsstrmung, veranlasst immer mehr Betriebe, Verbesserungen

    der Arbeitsbedingungen herbeizufhren, um beste Arbeitsergebnisse zu

    erzielen. Eine wichtige Kenngre hierfr ist die Arbeitszufriedenheit.

    Unterzieht man die Kritik an bisherigen empirischen Erhebungen zur

    Arbeitszufriedenheit einem Resmee (vgl. z. B. Dormann & Zapf, 2001;

    Fischer, 2006; Fischer & Gros, 2006; Jugde et al., 2001), so zeigt sich ein

    deutlicher Bedarf an vergleichbaren Daten, die mit standardisierten

    Erhebungsverfahren, basierend auf modellgesttzten Hypothesen, erhoben

    werden.

    Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es nicht unbedingt

    notwendig, neue Modelle zu entwickeln, sondern es liegt ein nahezu

    unerschpflicher Vorrat an verwertbaren, wissenschaftlich fundierten

    Materialien vor, die als Basis fr weitere empirische Studien verwendet

    werden sollten.

    Zricher Modell

    Eines der am meisten beachteten und diskutierten Modelle in der

    Arbeitszufriedenheitsforschung ist das Zricher Modell von Bruggemann

  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 6

    (vgl. z. B. Bruggemann, 1976; Baumgartner & Udris, 2006), welches von

    Bssing erweitert und empirisch gesttzt wurde (vgl. z. B. Bssing, 1992).

    Mit dem Zricher Modell wurde es erstmals mglich, Arbeitszufriedenheit

    nicht quantitativ sondern qualitativ zu erheben, denn Bruggemann hat mit

    ihrem Modell explizit die Person-Umwelt-Beziehung und die dynamisch-

    prozessuale Perspektive in den Begriff der Arbeitszufriedenheit einbezogen.

    Die Entstehung des Modells geht auf die Diskussion um die

    Lebensqualitt und damit die Qualitt des Arbeitslebens zurck. So

    beschreibt Bruggemann Arbeitszufriedenheit als Merkmal der Qualitt des

    Arbeitslebens und damit als Kriterium fr die subjektiv erlebte

    Befindlichkeit (Bruggemann, 1974). Definiert hat Bruggemann

    Arbeitszufriedenheit als allgemeine und generalisierende Einstellung zum

    Arbeitsverhltnis hinsichtlich der Alternativen zufrieden unzufrieden

    und beschreibt somit eine Einstellung gegenber dem Arbeitsverhltnis,

    das sich auf Zufriedenheits- und Unzufriedenheitsausprgungen bezieht

    (Bruggemann, 1974, S. 47).

    Mit dem Zricher Modell wird der Kritik an Umfragen zur

    Arbeitszufriedenheit Rechnung getragen, die sich jeweils nur mit der

    Registrierung eines Zustandes begngen und das Zustandekommen eben

    dieses Zustandes nicht hinterfragen (Neuberger & Allerbeck, 1978).

    Dadurch bleiben zahlreiche Erklrungsmglichkeiten und damit auch

    arbeitspsychologische und wissenschaftliche Gestaltungsmglichkeiten

    auer Acht und der Nutzung vorenthalten. Dieses anerkannte hohe Potenzial

    zu einer prziseren Darstellung des Entstehungsprozesses von

    Arbeits(un)zufriedenheit sowie die Mglichkeit zur Ableitung von

  • FEAT Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen 7

    Interventionen sind die ausschlaggebenden Argumente zur Verwendung

    dieses Modells als Grundlage weiterer Forschungen.

    Bruggemann, Groskurth und Ulich (1975) leiteten aus einer Theorie

    der Motivationsdynamik und des Konstrukts der individuellen

    Erlebnisverarbeitungsprozesse ein dynamisches Modell der

    Arbeitszufriedenheit ab. Das Modell bildet unterschiedliche Phasen,

    sogenannte Kernvariablen (KV) ab, deren Kombinationen zu

    unterschiedlichen Formen der Arbeitszufriedenheit fhren. Diese Phasen

    bzw. Kernvariablen sind a) der Soll-Ist-Vergleich zwischen den

    Bedrfnissen und Erwartungen und den Arbeitssituationsmerkmalen b) das

    Anspruchsniveau und c) das Problemlseverhalten (vgl. Baumgartner &

    Udris, 2006, S. 113). Anfang der 1990er Jahre widerfuhr dem Zricher

    Modell eine Weiterentwicklung durch Bssing (z. B. Bssing & Bissels,

    1996; Bssing, Bissels & Krsken, 1997) durch die Hinzunahme