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Finanzierung Liquidität - deutsche-bank.de · PDF fileLiquidität auf Wichtigeres konzentrieren: etwa den weiteren Ausbau des Europageschäfts. FOTOS: ... Und das ist nicht ohne Risiko

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Text of Finanzierung Liquidität - deutsche-bank.de · PDF fileLiquidität auf Wichtigeres...

  • deinSchrank.de Sockelkredit für das Lager

    Manchmal sind Klassiker die beste

    Wahl. Etwa bei der Lager-

    finanzierung. Deshalb hat sich

    Finanzchef Philipp Koecke für

    einen mittelfristigen Sockelkredit

    entschieden. Damit bekommt

    Europas größter Maßmöbelexperte

    die benötigten Produktionsmittel

    deutlich günstiger vorfinanziert.

    Und kann sich mit der eingesparten

    Liquidität auf Wichtigeres

    konzentrieren: etwa den weiteren

    Ausbau des Europageschäfts.

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    Finanzierung_Liquidität

  • Mittel immer griffbereit

    Das richtige Liquiditätsmanagement

    gibt Unternehmen Freiheit im Alltags-

    geschäft und Ressourcen für neues

    Wachstum. Aber wie sorgt man dafür,

    dass die Finanzströme richtig fl ießen?

    Text: Stephan Schlote

     E in Produkt termingerecht und welt-

    weit zu liefern ist selbstverständlich.

    Eine ganze Branche, die Logistik, hilft

    uns dabei. Das Buch eines deutschen

    Verlags zu einem Buchhändler nach

    Barcelona? Kein Thema. Klappt aber nur, wenn die

    globale Warenwelt von einer zweiten Kraft beglei-

    tet wird: der unsichtbaren Welt der Finanzströme.

    Und das ist dann schon ein Thema.

    So wie etwa beim Psychologie-Fachverlag

    Hogrefe aus Göttingen. Das Portfolio umfasst

    2000 psychologische Testverfahren für jedes Alter

    und jeden Zweck, über 2400 Buchtitel, Zeitschriften

    und Schulungen. Mit diesem Fokus ist das Familien-

    unter nehmen ziemlich erfolgreich, und das kann

    nicht jeder in der Verlagsbranche von sich sagen.

    Zu diesem Erfolg gehört auch eine starke

    europaweite Präsenz mit eigenen Standorten

    in 15  Ländern. Ende 2016 sind die Göttinger

    Psychologen auch in Spanien und Portugal groß

    eingestiegen, und das ist noch nicht das Ende der

    internationalen Wachstumsstrategie. Das aber

    bedeutet auch: weltweite Einnahmen, weltweite

    Ausgaben und verschiedene Währungen. In

    jedem Auslandsmarkt arbeitet eine eigene

    Tochtergesellschaft, nicht ganz einfach für CEO

    Jürgen Hogrefe, da noch den Überblick zu behalten:

    „Früher mussten wir praktisch Nachtschichten

    fahren, um zu rechnen, wie hoch die Liquidität war

    und wo sie steckte.“

    Und das ist nicht ohne Risiko. Ein tagesaktu-

    eller Überblick über die Gesamtliquidität eines

    Unternehmens ist eines der wichtigsten Steue-

    rungs instrumente überhaupt. Fehlt das, ist Blind-

    flug angesagt. Gerade in global aufgestellten

    Unternehmen mit vielen eigenständigen Tochter ge-

    sellschaften, vielen Konten und vielen Währungen

    ist das genaue Wissen um Größe

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    Finanzierung_Liquidität

  • und Termin aller Zahlungsein- und -ausgänge

    entscheidend – aber alles andere als selbstverständlich.

    Da türmen sich Überschüsse in Amsterdam, die Kollegen

    in Florenz stecken derweil tief im teuren Dispo. Und in Lissabon

    sammelt die Chefin vor Ort seit zwei Wochen jeden Euro, weil

    bald eine große Rechnung ins Haus steht. Effizient geht anders,

    zins optimal auch.

    Etwa so wie bei den Psychologen des Göttinger Fachverlags

    Hogrefe. Inzwischen wird europaweit saldiert, vorbei die Zeiten, in

    denen jede Auslandstochter mit einem eigenen Darlehensvertrag han-

    tierte, vorbei auch, dass die Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung noch

    Excel-Listen vortragen müssen. Verlagschef Hogrefe hat inzwischen

    die Auslandskonten der europäischen Töchter in ein Cash Pooling inte-

    griert und freut sich nun über eine „wesentlich effizientere interne

    Abstimmung“ zwischen Ausland und Zentrale.

    Eine einzige Kreditlinie für alle und alles, auch das erleichtert das

    Leben in der Gruppe deutlich. Und jeden Morgen um 8.30 Uhr, damit

    fängt der Tag an, hat die Fachabteilung die zentrale Liquidität auf dem

    Schirm. Möchte der Chef schnell mal einen größeren Betrag bezahlen,

    weiß er sofort, ob das möglich ist. Das wäre früher nicht gegangen.

    Nicht ganz unwichtig auch, dass die zentral gepoolten Gelder

    sich jetzt viel besser nutzen lassen. So kann Hogrefe den höheren

    Cashflow nutzen, etwa für weitere Investitionen. Ergebnis: geringerer

    Kreditbedarf, geringerer Zinsaufwand. Allerdings gibt es derartige

    Cash-Pooling-Systeme nicht an jeder Ecke. Es ist ein spezielles, länder-

    und währungsübergreifendes Angebot der Deutschen Bank, und

    dass die Bank das nicht ganz schlecht macht, zeigt die Vielzahl der

    Auszeichnungen, die das Haus immer wieder erhält – zuletzt etwa

    beim „Euromoney Cash Management Survey“. Ist ein solches System

    erst einmal aufgesetzt, dann läuft es praktisch automatisch.

    Für die Shop Apotheke Europe, die führende europäische Online-

    apotheke, ist das eines der wichtigsten Argumente. Mehr noch: Das

    Beispiel der schnell wachsenden Onlineapotheke zeigt, dass viele

    Geschäftsmodelle des Internetzeitalters nur mit einer zügigen

    und grenzüberschreitenden Verarbeitung großer Datenmengen

    funktionieren. „Das europaweite Cash-Pooling-System der Deutschen

    Bank“, sagt CFO Ulrich Wandel, „ist essenziell für die erfolgreiche

    Umsetzung unseres Geschäftsmodells.“

    Zero Balancing zwischen internationalen Konten

    Es ist ein noch junger Markt, in vielen Ländern geht das Online geschäft

    mit frei verkäuflichen oder verschreibungspflichtigen Produkten

    erst richtig los. Um 40 Prozent und mehr wächst das inzwischen

    börsennotierte Unternehmen seit Jahren, und das will auch in den

    internen Strukturen erst mal verarbeitet sein. Die Kunden bestellen

    in sieben europäischen Ländern, der Zahlungsverkehr läuft über

    rund 20 einzelne Konten. Und das heißt im Jahresverlauf: Millionen

    von grenzüberschreitenden Ein- und Auszahlungen. Um da noch

    den Überblick zu behalten, werden einmal in 24 Stunden, tief in der

    Nacht, die Salden aller europäischen Konten zusammengeführt, Zero

    Balancing nennt sich das in der Fachsprache. Ulrich Wandel lobt noch

    Handhabung, Sicherheit, Automatisierungsgrad und Back-ups. „Für

    unsere Europa strategie“, sagt der Finanzchef, „ist das perfekt.“

    Doch das Perfekte will erkämpft sein. Gerade in international

    aufgestellten Unternehmen mit starken Auslandstöchtern beschneidet

    ein zentrales und machtvolles Cash Management immer auch die

    finanziel len Freiräume vor Ort. Es geht um Status und Empfindsamkeiten,

    und das spürt jemand, der in einem Psychologie-Fachverlag arbeitet,

    vielleicht mehr als andere Finanzmenschen. Es ist der ewige Gegensatz

    zwischen zentral und autonom. Von einem „gewissen emotionalen

    Effekt“ bei den Landesgesellschaften berichtet Jürgen Hogrefe, der weiß,

    dass es Zeit braucht für Akzeptanz und Lernkurven. „Wir verdienen das

    Geld“, heißt es dann schnell, „aber haben keinen Zugriff?“ Falsch, sagt

    Hogrefe: „Das Geld ist ja da, es ist nur vor Ort nicht sichtbar.“ Das Geld

    ist da, die Akzeptanz inzwischen auch: Längst wissen die Länderchefs,

    dass es für einen größeren Betrag nur einer kurzen E-Mail bedarf. „Keine

    Erklärungen, keine Rechtfertigungen. Nur, wie viel und wann.“ Ein gut

    aufgestelltes Cash Management optimiert gerade bei

    Cash Pooling schafft mehr Effizienz

    Wie Branchen Mittel binden Wie viele Tage dauert es, bis das

    einmal für das Produkt ausgege-

    bene Geld wieder flüssig ist? Diese

    Cash-to-Cash-Dauer in Tagen

    errechnet sich aus der Summe von

    Debitorenlaufzeit und Lagerreich-

    weite abzüglich der Kreditorenlauf-

    zeit. Der Branchenvergleich zeigt:

    In der Reisebranche ist die Liquidi-

    tät besonders beweglich, in

    der Elektrotechnik hängen Mittel

    lange fest.

    QUELLE: DELOITTE/GESCHÄFTSBERICHTE 2015

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    Reichweite Lage

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