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  • medianet.at

    health economy

    Billigmedikamente Novartis macht Druck auf Biotech-Firmen 34

    Gentests Apotheker diskutierten ber die Zukunft 35

    Reform Steirer und Ober-sterreicher wollen Am-bulanzen auslagern 36

    Expansion Biotech-Firma Affiris holt sich frisches Geld 39

    Freitag, 1. Juli 2016 covER 33

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    EU-Arzneimittel-Behrde soll von London nach Wien Die Pharmaindustrie fordert, dass die EMA und ihre 800 Mitarbeiter nach Wien kommen. Denn auch die EMA-Chefin ist aus sterreich. 34

    Auszeichnung fr Firmenchef

    Erich Erber Im Rahmen eines Festakts im Landtagssaal des Nieders-terreichischen Landhauses

    wurde Erich Erber das Silberne Komturkreuz des Ehrenzei-

    chens fr Verdienste um das Bundesland Niedersterreich

    in Anerkennung und Wr-digung seines langjhrigen

    verdienstvollen Wirkens durch Landeshauptmann Erwin Prll berreicht.Damit anerkenne

    und achte das offizielle Nieder-sterreich die Verdienste und

    Leistungen von Erich Erber als Grnder und Miteigentmer der Erber AG, die fr ihn seit mehr als 30 Jahren zum Lebensin-halt geworden ist. Als Erber 1983 den Grundstein fr das

    Unternehmen legte, verfolgte er einen revolutionren, zukunfts-weisenden Ansatz: Er setzte auf natrliche und innovative

    Lsungen in Sachen Tierernh-rung, von denen nicht nur Tier, Produzent und Umwelt profitie-ren, sondern auch die Basis fr eine nachhaltige Verbesserung

    der Effizienz, Qualitt und Sicherheit von Lebens- und

    Futtermittelprodukten bieten. Schon Mitte der 80er-Jahre war das Unternehmen Pionier bei der Entwicklung von antibioti-

    kafreien Futtermittelzustzen fr Rinder, Schweine und Geflgel. Im Vorjahr setzte die Die Erber

    Group rund 280 Mio. um.

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    *Aktuelle Studie des Instituts fr Marketing der Karl-Franzens-Universitt Graz.

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    Medizintechnik Der steirische Spitalskonzern KAGes rstet die Zentralapotheke mit einem Roboter aus. 38

    Affiris/Petra Spiola

  • medianet.at34 coverstory Freitag, 1. Juli 2016

    Von Ina Karin Schriebl

    WIEN. Nach der Brexitabstimmung der Briten beschftigt Gesundheitspolitiker und Pharmaunternehmen in ganz Europa vor allem eine Frage: Wohin geht die in London sitzende, gewichtige Arzneimittelbehrde EMA, die zustndig ist fr europaweite Arzneimittelzulassungen? Die European Medical Agency EMA beurteilt und berwacht Medikamente und spielt eine zentrale Rolle in der Arzneimittelzulassung; sie sitzt ausgerechnet in London. Das weckt Begehrlichkeiten, wie das Wall Street Journal

    und deutsche Medien berichten. Angeblich sollen sich Dnemark, Schweden, Deutschland und Italien fr die Agentur mit rund 800 Mitarbeitern interessieren nicht zuletzt, weil zu erwarten ist, dass mit der Agentur auch Hunderte Pharmalobbyisten umziehen drften.

    Gute Karten fr WienBisher international noch kaum benannt, aber gute Karten hat auch sterreich als mglicher Standort nicht zuletzt, weil die Vorsitzende des EMA Management Board die Geschftsfeldleiterin der sterreichischen AGES Medizinmarktauf

    sicht, Christa WirthumerHoche ist. Sie hlt sich auf medianetAnfrage bedeckt, wohin die EMA wandert. Das entscheide die European Council; die Diskussion, dass Wien der neue Standort der EMA sein knnte, gehe nur in Richtung Vermutungen, sagt sie.

    Viel deutlicher wird hingegen der Branchenverband Pharmig. Generalsekretr Jan Oliver Huber fordert, dass Wien neuer EMAStandort wird. Wien ist dafr der beste Platz. Es ist eine lebenswerte Stadt mit ausgezeichneten wissenschaftlichen Rahmenbedingungen. Wir haben mit dem AKH die grte

    Klinik Europas in der Stadt. Dazu kme eine wachsende Zahl internationaler MedizinerKongresse. Wir haben ausgezeichnete Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen und eine wachsende Zahl klinischer Studien, sagt Huber und erinnert zudem daran, dass Wien groe Erfahrung mit internationalen Einrichtungen hat. Von den dezentralen EUAgenturen ist bisher allerdings nur die kleine Agentur FRA in Wien.

    Kampf um EMADie Chancen stehen also nicht schlecht; zwar wollen auch Deutsche und Skandinavier, Dnen und Italiener die EMA, doch die haben bereits wichtige EUEinrichtungen und Deutschland knnte zudem von London die Bankenaufsicht erben. Nicht zuletzt deshalb betonte gestern, Donnerstag, auch Finanzminister Hansjrg Schelling, dass er sich fr Wien als EMAStandort stark machen will.

    Fr Schweden als knftigen Sitz des MedizinRegulierers sprche, dass die dortige nationale Arzneimittelagentur schon hufiger den Vorsitz ber Zulassungsprfungen von Arzneimitteln in der EU hatte. Es geht um Prestige und um ein positives Signal an die Pharmaindustrie, sagte Anders Blanck, Chef des obersten schwedischen Pharmaverbands, gegenber den dortigen Medien. Gegen Dnemark spricht, dass es dort EUAustrittsbewegungen gibt. Bliebe Italien. Luca Pani, Chef der italienischen Arzneimittelregulierungsbehrde, sagte: Gerade weil sein Land keinen Pharmariesen beherberge, sei es prdestiniert als Sitz fr die EMA. Allerdings sei Italien ein wichtiges Herstellungsland vieler multinationaler Arzeimittelkonzene und pro Kopf gerechnet der grte Medikamentenexporteur der Welt.

    Egal fr welches Land die Entscheidung fllt, ein Umzug werde eine schmutzige Angelegenheit, sagte Richard Bergstrm, Chef des Europischen Pharmaverbands. Eine riesige Zahl von Spezialisten knnte die Agentur verlassen, falls sie in ein anderes Land gehe.

    Brexit: sterreich will Arznei-AgenturMit dem EU-Ausstieg der Briten steht auch die Arzneimittelagen-tur zur Disposition. Finanzminister Schelling und Pharmavertreter fordern, dass die EMA nach Wien kommt mit ihr 800 Mitarbeiter.

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    WIEN/BASEL. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will seinen Rivalen ber die Generikatochter Sandoz mit Nachahmerversionen von wichtigen BiotechMedikamenten MilliardenUmstze abnehmen. Bis 2020 will der Konzern sogenannte Biosimilars von fnf wichtigen Arzneien auf den Markt bringen, wie die Schweizer mitteilten.

    Emorme UmstzeMit den Originalversionen dieser Mittel erzielten die Konkurrenten Roche, Johnson & Johnson, AbbVie sowie Amgen im vergangenen Jahr einen Gesamterls von 44 Mrd. USD (39,10 Mrd. ). Die Nachahmerversionen knnten bis zu 75% billiger als die Originalmedikamente sein, sagte NovartisChef

    Joe Jimenez. Bisher bietet Novartis erst drei BiotechNachahmermittel an.

    Angesichts des Kostendrucks im Gesundheitssystem setzt Novartis auf eine hohe Nachfrage nach gnstigeren Nachahmermedikamenten. Doch die Herausforderungen sind hoch. Die BiotechMedikamente knnen nicht exakt nachgebaut werden; der Aufwand fr die Entwicklung und Zulassung ist daher deutlich hher als bei klassischen Generika. Whrend die Europische Arzneibehrde EMA bereits drei Biosimilars von Novartis zugelassen hat, fehlt in den USA noch grnes Licht der Arznei behrde FDA.

    AbbVie argumentiert zum Beispiel, dass sein Medikament Humira zur Behandlung rheumato

    ider Arthritis noch bis 2022 Patentschutz geniet; Novartis sieht dies anders und zhlt Humira zu den fnf Medikamenten, von denen der Konzern bis 2020 eine Nachahmerversion auf den Markt bringen will. Humira gilt als eines der teuersten Medikamente auf dem Markt; AbbVie erlste damit 2015 weltweit 13 Mrd. USD.

    Viele KrebsmedikamenteZudem plant Novartis Nachahmerversionen der AmgenArznei Neulasta, die zur Behandlung von Infektionen bei Krebspatienten eingesetzt wird, und des Rheumamittels Enbrel (Amgen), des Rheumamittels Remicade (J&J) sowie des RocheKrebsmedikaments Rituxan, das auch als MabThera bekannt ist. (APA/iks)

    Kampf um BiosimilarsNovartis will die Entwicklung von Nachahmermedikamenten von Biotechprodukten forcieren; das soll auch die Kosten senken.

    Biotechmedikamente erzielen hohe Preise; in einigen Jahren laufen erste Patente aus.

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    ber EU-weite Arzneimittelzulassungen wird derzeit in London entschieden; Wien hat Chancen, die Briten beim Brexit zu beerben.

    EMA: Jetzt ist Lobbying gefragtMartin rmmele

    Hrt man sich in der Pharma-branche um, gilt Wien als heier Insidertip fr den neuen Standort der EU-Arzneimittelbehrde EMA, die beim EU-Austritt Eng-lands London verlassen wird. Und mit ihr 800 hochkartige Experten und Hunderte Pharma-lobbyisten. Fr sterreich wre das ein enormer Gewinn in mehrfacher Hinsicht.sterreich hat mit dem Rah-menpharmavertrag zwischen Industrie und Kassen europaweit fr Furore gesorgt und wird zur Nachahmung empfohlen; das wrde die Industrie am Standort strken, weitere Forschungs-einrichtungen herbringen und gleichzeitig auch die Kranken-kassen in den Verhandlungen mit der Branche strken. Es drfte kein Zufall sein, dass Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser erst vor wenigen Tagen mit einigen Lndern eine intensive Zusammenarbeit vereinbart hat im Hinblick auf ein gemeinsamens Vorgehen gegenber hohen Preisforde-rungen der Industrie; auch hier knnte die Beerbung der EMA helfen.Bei all den hausgemachten Problemen hat sterreichs Gesundheitswesen zudem die Wirtschaftskrise der vergan-genen Jahre deutlich besser berstanden als die Systeme in anderen Lndern; hier wiederum knnte man also Beispiel geben in Sachen Gesundheitspolitik.

  • medianet.at

    Von Ina Karin Schriebl

    PRTSCHACH. Die diesjhrige Sommerakademie der Apotheker-kammer stand ganz im Zeichen des Themenkreises Pharmakogenetik, seltene Erkrankungen und perso-nalisierte Medizin. Die Aussagen ber ein