historique LUKSEMBURG

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  • Vereinschronik des Club Sportif Grevenmacher

    Vorwort Diese Vereinschronik kann nicht den Anspruch der Vollkommenheit beanspruchen. Zu gro ist die Zahl derer, die im Laufe der Zeit an der vielfltigen Aktivitt des Klubgeschehens mitgewirkt haben, als da sie alle namentlich erwhnt werden knnen. Ein Stck Dorfgeschichte ist daran geschrieben, gibt es doch fast kein Haus, keine alteingesessene Familie, deren Namen nicht darin zu finden ist und auch solche Namen, die heute fr immer aus unserer Stadt verschwunden sind. Ihnen allen jedoch gebhrt der Dank der C.S.G-ler. Die Anhnger werden feststellen, da der Club Sportif mit zu den ltesten Vereinen des Landes zhlt. Diese Chronik soll im Grunde genommen ber die Kontinuitt eines einheimischen Sportvereins berichten. Am besten kann man dies an Hand der eingeblendeten Fotos. Wir wnschen unseren Anhngern viel Spa beim Lesen.

  • Es begann im Jahre 1908

    Nahmen wir bisher an, dass der Grevenmacher Fussballclub im Jahre 1909 unter dem Namen Stade Mosellan gegrndet wurde, so gengt ein Blick in die Obermoselzeitung (OZ) vom 14.08.1908 um uns eines Besseren zu belehren. Hier steht zu lesen:

    ...Wie man uns mitteilt, beabsichtigt die hiesige Sporttreibende Jugend die Grndung eines Fuballklubs.

    Grndung, welche zwischen August und Oktober 1908 erfolgt sein muss, denn am 16. Oktober 1908 lesen wir in der OZ:

    ...Nchsten Sonntag halb drei Uhr wird eine Mannschaft des Racingklub aus Luxemburg hier eintreffen, um unsern neugegrndeten Fuballklub Stade Mosellan auf der Wiese In Worbelt im Fuballspiel zu unterrichten.

    Und am 20.10.1908:

    ...Wie gemeldet, war letzten Sonntag eine Mannschaft des Racing-Club aus Luxemburg hier eingetroffen, um unsernneu gegrndeten ,'uAballklub im J ubballspiel zu unterrichten. $ti einem Wettspiel, das nach der Unterweisung stattfand, siegte der Racingklub mit 3:1 (Goals.

    Terrain "Worbelt" 1910

  • Dies sind die ersten Zeitungsberichte ber den Grevenmacher Fussballverein und zugleich Beleg dafr, dass der Stade Mosellan vor ziemlich genau 91 Jahren gegrndet wurde. In diesem Jahr wurden noch verschiedene Spiele ausgetragen. So z.B. gegen Wasserbillig und Fola Esch. Erwhnenswert sei noch der Grund fr die Spielabsage gegen das Athe-num aus Luxemburg:

    ......weil den Luxemburger Gymnasten die Beteiligung an dergleichen Veranstaltungen untersagt worden ist. (OZ 20.11.1908)

    Das offizielle Grndungsjahr 1909 Nehmen wir das Jahr 1909 einmal chronologisch unter die Lupe. Im Januar 1909 wurde vom neugegrndeten Stade Mosellan ein erstes Gesuch (es sollten noch mehrere folgen) um einen Fussballplatz eingereicht. Fussball wurde meistens auf der Wiese in Worbelt gespielt, wo kurz vorher jeweils die Tore aufgebaut und die Linien gezeichnet wurden. In diesem Monat wurden zwei Spiele ausgetragen:

    ......verlor der Stade Mosellan gegen Racingklub Luxemburg mit 0:5 Goals.

    ......gegen Trier mit 1:5 Goals.

    Am 8.01.1909 erschien in der OZ ein bemerkenswert weitsichtiger Artikel

    Unsere Fuballklubs Man braucht seit einiger Zeit nur mehr die Zeitungen zu ffnen, um sich zu berzeugen, da es in den letzten Zeiten etwas besser mit uns geworden ist: Unsere Jugend, die nichts Interssanteres konnte, als hinter dem Ofen zu liegen und in belgelfteten Bierstuben schlechte Luft zu atmen, treibt jetzt krperliche bungen, da es eine Art hat. Auf einmal schlug es ein. Irgend ein krftiger, lebensfroher Landsmann hatte in Innland seine Freude an der Sache gehabt und suchte nun hier dem Sport, speziell dem Fuballsport, neue und zahlreiche Freunde zu werben. Um die Wette traten die jungen Leute zu Vereinen zusammen. Es sind Vereine mit fremdartig klingenden Namen: Fola Esch, Racing-Club usw. usw. Aber unter dem komischen Namen gewinnt eine schne, aller Ermutigung wrdige Sache immer mehr an Boden. Schon fr den Zuschauer ist es ein Grund, einer solchen Fuballschlacht zuzusehen. Gleichzeitig mit der Freude an ihrem eigenen Krper haben die krftigen Jungens Freude an der Farbe bekommen. Und sie tummeln sich in geflligen, prchtig anschmiegenden Kostmen Das Feld wird abgesteckt, und dann gehts los. Manchmal ist das Spitl ein wenig brutal, denn beim Fuballspiel

  • ist keiner gewohnt, den anderen mit Handschuhen anzupacken. Aber welch energische frohe Bewegungen! Und welche Begeisterung! Die Winterluft saust den Spielern in die Kpfe; wir anderen, die nebenan stehen und zusehen, schtteln uns ab und zu vor Frost. Die Buben aber und jungen Leute, die manchmal noch mit nackten Waden einherstrmen, lachen uns aus erhitzten gesund roten Gesichtern entgegen. Wir beneiden sie sogar dann, wenn sie erzrnt dem Gegner das Feld rumen. Man soll hierzulande keine junge Bewegung berschtzen. So manches fing gut an, und so manches verlief auch schnell im Sande. Aber die natrliche Begeisterung, die der englische Sport bei uns fand, ist doch mehr als ein Strohfeuer. Eine Jugend, die einmal den Genu an ihrem Krper und an der Ausbung ihrer krperlichen Krfte gefunden hat, lt sich nicht mehr auf die billigen Vergngen ein, die allzueifrige Spekulanten ihnen als Lockmittel hinhalten. Das Wohl eines Landes und einer Nation beruht zu nicht geringem Teil auf krperlicher Kraft. Auf diese Art und Weise gehen wir langsam einem sicheren Gewinn entgegen. Die Begeisterung fr diese neue Sportart wird aber im Laufe dieses Jahres noch abklingen, wie wir in spter angefhrten Artikeln noch lesen werden. Im Februar 1909 wurde das Gesuch um den Fuballplatz abgelehnt. Es sollte dies nicht das letzte Mal sein, so dass noch einige Jahre unter recht abenteuerlichen Bedingungen Fussball in Grevenmacher gespielt werden sollte. Es mssen schon damals harte Jungs gewesen sein, man denke nur an die fehlenden Dusch- und Umkleidemglichkeiten vor allem nach den Spielen im Winter. Im Mrz 1909 spielte der Stade Mosellan Unentschieden gegen Viktoria Trier (1:1). Bemerkenswert ist die erstmalige Erwhnung einer 2ten Mannschaft am 26.03.1909 in der OZ: ... ...am Sonntag fhrt die erste Mannschaft nach Limpertsberg und die zweite Mannschaft nach Wecker, um den dort gegrndeten Verein Reverdal zu unterrich-ten. Bemerkenswert deshalb, weil nur ein halbes Jahr nach Grndung des Vereins bereits eine zweite Mannschaft existiert, so dass man davon ausgehen muss, dass es zu jener Zeit zahlreiche Fussballferventen in Grevenmacher gab.

  • April-Scherz oder nicht? In jenem Monat wurde unsere Mannschaft in der OZ umgetauft: ......am 4ten April besiegte Jeunesse Grevenmacher The Swallow Mertert mit 3:1 Goals. ... ... am 1sten April endete das Siel zwischen Jeunesse Grevenmacher und Reverdal 4:1

    Die Bezeichnung Jeunesse Grevenmacher deutet darauf hin, dass 1909 bereits eine Jugendmannschaft existierte, wie es in einem nachfolgenden Artikel noch klarer zum Ausdruck kommt.

    Im Heumonat Mai schienen unsere jungen Burschen anderswo beschftigt zu sein, denn es liegen keinerlei Berichte ber irgendwelche Aktivitten vor.

    Dann im Juni 1909 kommt es zu einer Erstauflage eines Turniers, das heute in vielen Vereinen Tradition hat, nmlich eines Pfingstturniers. Hierbei gab es drei Siege fr unsere Grevenmacher Mannschaften:

    ... die Jugendmannschaft uon Stade Mosellan besiegte die feindliche Mannschaft von The Swallow Mertert mit 7:0 Goals, whrend die zweite Mannschaft gegen die erste Mannschaft von Reverdal mit 9:0 siegte und die erste Mannschaft gegen Les Etudiants sportifs aus Wormeldingen mit 7.1 gewann. Beide Mannschaften siegten auch im anschliehenden Wettkampflaufen.

    Ob danach auf dem Marktplatz ein Ochse gegrillt wurde, lsst sich nicht mehr feststellen... Am Rande notiert sei, dass der Gegner aus Mertert als feindliche Mannschaft tituliert wurde. Lokalderbys schienen schon damals einen besonderen Reiz zu haben. Interessant war auch die Variante mit dem Wettlaufen. Knnte man sich das heute nicht auch anstatt eines Elfmeter-Schiessens vorstellen? Htte immerhin mehr mit Knnen denn mit Glck zu tun. Am 8.06.1909 erschien dann ein weiterer grosser Artikel ber den Fussballsport. Hier hrt man bereits eine erste Kritik betreffend die Ausschreitungen heraus:

    Der Fuballsport.

    Don einem Sportfreund.

    Allerorts sieht man die mnnliche Jugend in frhlicher Sorglosigkeit dem gelieb-ten Fuballspiele obliegen. Munter plaudernd rcken die Spieler in ihren farbigen Blusen die Torstangen auf den Schultern balancierend auf den Spielplatz, freudige Erwartung auf den Gesichtern. Es werden die Torpfhle ein-

  • gerammt, die Linien markiert und die Pltze eingenommen. Kurze Zeit der Spannung, dann ertnt die Pfeife des Schiedsrichters, und vorwrts eilen die flinken Strmer, den Ball dem feindlichen Tore zutreibend. Von der ungeheueren Verbreitung die das Fuballspiel gefunden hat, kann sich nur der eine Vorstellung machen, der selbst in dieser Bewegung steht. England ist das Mutterland dieses Sportes, es ist auch das einzige Land, wo das Berufsspielertum blht. Zu den Wettspielen um die Liga-meisterschaft und um den englischen Pokal fhrten sehr oft Extrazge die Schaulustigen nach dem Orte des Wettspiels. Bei dem Entscheidungsspiel um den English Cup im Jahre 1905, das im Londoner Kristallpalast ausgetragen wurde, waren nicht weniger als 100.000 Zuschauer anwesend. In Deutschland hat das Fuballspiel zwar auch beraus rasche Verbreitung gefunden, aber mit England kann man keinen Vergleich anstellen. Es drfte nicht zu hoch gegriffen sein, wenn man schtzt, da mehr als eine Million organisierte Fuballspieler auf der Erde existieren, die unzhligen nicht organisierten Anhnger nicht mit eingerechnet. Was sind jedoch die Grnde dafr, das das Fuballspiel einen so schnellen Aufschwung genommen hat? Ein Spiel, wie geschaffen fr unsere mnnliche Jugend, ein Volkssport im wahren Sinne des Wortes. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sportarten verursacht es seinen Jngern keine zu groen Geldkosten und bi