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Homepage Riese: http://www.econ.jku.at/Riese. 1. Lehrbücher: Olivier BLANCHARD, Macroeconomics, 4th. Edition: http://wps.prenhall.com/bp_blanchard_macro_4. 2. JKU Linz Riese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09. Erklärung. Fristigkeit : (Konjunktur vs. Wachstum) - PowerPoint PPT Presentation

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1JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Homepage Riese:

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Lehrbücher:

Olivier BLANCHARD, Macroeconomics, 4th. Edition: http://wps.prenhall.com/bp_blanchard_macro_4

JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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3JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Erklärung

• Fristigkeit:(Konjunktur vs. Wachstum)

– kurz: Chapters 3-5, 18, 19– mittel: Chapters 6-8– lang: Chapter 10, 11

t = Zeit

Y = Bruttoinlandsprodukt

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Topic 1(Blanchard, Ch 2)

Die wichtigsten makroökonomischen Größen:

• Einkommen• Arbeitslosigkeit• Inflation

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Einkommen

• Einkommen = Output[Wirtschaftskreislauf ]

• BIP (Bruttoinlandsprodukt) = GDP (gross domestic product): Marktwert der ENDgüter und –dienstleistungen, die in einer bestimmten Region in einem bestimmten Zeitraum hergestellt wurden.

Das BIP lässt sich auf dreifache Art darstellen:• 1. Entstehungsrechnung• 2. Verteilungsrechnung• 3. Verwendungsrechnung

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6JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

6

=> Wirtschaftskreislauf

GÜTERMARKT FAKTORMARKT

Firmen

Haushalte

Löhne,Gewinne

Löhne, Gewinne

GDP

Konsumausgaben

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7JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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=> Wirtschaftskreislauf

GÜTERMARKT FAKTORMARKT

Firmen

Haushalte

Löhne, Gewinne

Löhne, Gewinne

GDP

Konsumausgaben

FINANZMARKT

Privates Sparen

Borgen und Aktienausgabe der FirmenInvestitionen

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Einkommen

1A: Entstehungsrechnung: Das BIP ist der Wert aller Endprodukte

1B: Entstehungsrechnung : Das BIP ist die Summe aller Wertschöpfungen (value-added)

2: Verteilungsrechnung = Das BIP ergibt sich aus der Summe aller Einkommen (Arbeitseinkommen + Kapitaleinkommen)

3: Verwendungsrechnung = Das BIP ergibt sich aus der Summe der Verwendungsarten (Nachfragekomponenten)

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Einkommen

• Bruttoinlandprodukt (BIP)• Bruttonationalprodukt (BNP)

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Einkommen

• nominelles vs. reales BIP• nominelles BIP des Jahres 2007:

– Preise 2007 verwenden– allgemein in einer Volkswirschaft mit nur 2 Gütern A und B:– Pt

A*QtA + Pt

B * QtB

• reales BIP des Jahres 2007 zu Preisen 2004:– Preise 2004 verwenden– Allgemein in einer Volkswirtschaft mit nur 2 Gütern A und B:– Pt0

A*QtA + Pt0

B*QtB

P…Preis, Q…Menge, t…laufende Periode, t0…Basisperiode

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Einkommen

Car,quantity

Computerquantity

Car, current price

Computer,current price

Nominal GDP

2006 4 1 10 000 5 000 45 000

2007 5 3 12 000 5 000 75 000

Car,quantity

Computerquantity

Car, price 2006

Computer,price 2006

Real GDP

2006 4 1 10 000 5 000 45 000

2007 5 3 10 000 5 000 65 000

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Verkettung des realen BIP:1.Jahr vs. 2. Jahr: (Preisbasis 1.Jahr)1.Jahr:reales BIP des Jahres 2006 = nominelles BIP des Jahres 2006 ~

45 0002.Jahr:Reales BIP des Jahres 2007 = Güter des Jahres 2007, bewertet zu

Preisen 2006 ~ 65 000Index 2006 ~ 100Index 2007 ~ 144,4 (=65 000/ 45 000)

Einkommen

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Einkommen

• 2.Jahr vs. 3.Jahr: (Preisbasis 2.Jahr)• 2. Jahr:• Reales BIP des Jahres 2007 = nominelles BIP des Jahres 2007

~ 75 000• 3.Jahr:• Reales BIP des Jahres 2008 = Güter des Jahres 2008, bewertet

zu Preisen 2007 ~ z.B 90 000• Index 2007 ~ 100• Index 2008 ~ 120 (= 90 000/ 75 000)

• Verketteter Index:• 2006 ~ 100• 2007 ~ 144,4• 2008 ~ 120 X 1,444 = 173,3

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14JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Einkommen

• siehe:http://media.pearsoncmg.com/ph/bp/bp_blanchard_macro_4/chapter/agl1/G3/g3f.htm

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15JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Arbeitslosigkeit

• Registrierung beim Arbeitsamt vs. Stichprobenerhebung (CPS)

• U Bestand an Arbeitslosen• N Beschäftigte• L = N + U• L Arbeitskräftepotential (labour force)• u = U/L Arbeitslosenquote• Ut+1 = Ut + Zt,t+1 – At,t+1

• Zt,t+1 Zugänge• At,t+1 Abgänge

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Inflation

• Inflation = Nachhaltiger Anstieg des allgemeinen Preisniveaus

• 1. Verbraucherpreisindex• 2. BIP - Deflator

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Inflation

1: Verbraucherpreisindex:Kosten eines repräsentativen Warenkorbs über die Zeit.

b

ib

i

bi

bi

bi

ti

bi

bi

bi

ti

QPQP

PP

QPQP

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Inflation

• Probleme VPI:

– Qualitätsverbesserungen– neue Produkte– ‚substitution bias‘

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19

Inflation

2: BIP-Deflator

BIP-Deflator =

t

ib

i

ti

bi

bi

ti

ti

bi

ti

ti

QPQP

PP

QPQP

BIPreales BIPnominelles

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Inflation

• Unterschied

VPI BIP-Deflator

nur Konsumgüter auch Investitionsgüter

auch ausländische Güter nur im Inland erzeugte Güter

‚fixed weight‘ ‚variable weight‘

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Topic 2 (Blanchard Ch. 3)

• Gütermarkt– Konsum – Investitionen– Staatsausgaben und Steuern

• Gütermarktgleichgewicht• Multiplikatoreffekt• Alternative Darstellung des

Gütermarktgleichgewichts

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Gütermarkt

• Das BIP misst die Summe der Werte der Endproduktion (Entstehungsrechnung)

• Das BIP misst den Wert aller Einkommen (Verteilungsrechnung)

• Das BIP kann auch von der Verwendungsseite ermittelt werden: Das BIP entspricht dem Wert der Gesamtausgaben für den Endverbrauch von Gütern und Dienstleitungen

• Gesamtwirtschaftliche Nachfrage: C+I+G+X-IM

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Gütermarkt

• Konsumausgaben der privaten Haushalte (C): Waren und Dienstleistungen, die von Verbrauchern gekauft werden.

• Investitionen (I): (Anlageinvestitionen): Maschinen, Fabrikshallen etc.

gewerbliche Investitionen, Wohnbauinvestitonen

• Ausgaben des Staates (G): Käufe von Waren und Dienstleistungen durch den staatlichen Sektor (Bund, Länder und Gemeinden).

Beachte: G enthält nicht die staatlichen Transferzahlungen (diese sind keine Zahlungen für Güter oder Leistungen)

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Gütermarkt

• Exporte (X): Käufe einheimischer Waren und Dienstleistungen durch Ausländer.

• Importe (IM):Käufe ausländischer Waren und Dienstleistungen durch einheimische Konsumenten, Unternehmen bzw. staatliche Institutionen

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Gütermarkt

• Außenbeitrag = Nettoexporte (X IM)Differenz zwischen Exporten und Importen

Exporte > Importe: Positiver Außenbeitrag (Überschuß in Handels- und Dienstleistungsbilanz)

Exporte < Importe: Negativer Außenbeitrag (Defizit in Handels- und Dienstleistungsbilanz

• Lagerinvestitionen:Differenz zwischen Produktion und Absatz.

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Gütermarkt

•Die gesamte Güternachfrage:

•Symbol “”: Identität bzw. Definition

•In einer geschlossenen Volkswirtschaft mit X = IM = 0, gilt:

Z C I G X IM

Z C I G

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Konsum (C)

• Konsumfunktion:

• Der Konsum ist positiv vom verfügbaren Einkommen (YD) abhängig je höher das verfügbare Einkommen ist, desto größer ist auch der Konsum bzw. desto mehr wird konsumiertYD (verfügbares Einkommen, disposable income) = Einkommen nach Abzug der Nettosteuern T (= Steuern TX minus Transfers TR: T = TX – TR)

Y Y TD

( )( )DC C Y

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Konsum (C)

• Konsumfunktion als lineare Beziehung:

• zwei Parameter, c0 und c1:• c1 marginale Konsumneigung: Effekt den ein zusätzlicher

€ verfügbares Einkommen auf den Konsum hat:

• c0 autonomer Konsum (“fixer” Konsum unabhängig von der Höhe des verfügbaren Einkommens)

C c c YD 0 1

1D

CcY

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Konsum (C)

Beispiel Konsumfunktion:C = 200 + 0,6 YD

• Der autonome Konsum c0 beträgt 200 GE, d. h. unabhängig vom verfügbaren Einkommen YD werden immer 200 GE konsumiert.

• Die marginale Konsumneigung c1 beträgt 0,6 d. h. wenn das verfügbare Einkommen um 1 GE ansteigt, dann steigt der Konsum um 0,6 GE an.

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Konsum (C)

Konsum undVerfügbaresEinkommen

Der Konsum steigt mit dem verfügbaren Einkommen, aber die Steigung der Konsumfunktion ist immer kleiner 1.

C C YD ( )Y Y TD

C c c Y T 0 1 ( )

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Konsum (C)

2 wichtige Punkte zur Konsumfunktion:

• Die marginale Konsumneigung c1 bestimmt die Steigung der Konsumfunktion.

• Der autonome Konsum c0 bestimmt die Lage (= Achsenabschnitt) der Konsumfunktion.

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Investitionen (I)

•Variable, die von anderen Variablen im Modell abhängen, bezeichnet man als endogen.

•Variable, die nicht im Modell erklärt werden, bezeichnet man als exogen.

•Investitionen: als exogene Variable

I I

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33JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Staatsausgaben (G) und Steuern (T)

• Entscheidungen über die Staatsausgaben, G, und über die Höhe der Steuern, T, bezeichnet man als Fiskalpolitik

• G und T werden auch als exogen angenommen.

– Beachte: T steht für Steuern abzüglich Transfers

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Gütermarktgleichgewicht

Gleichgewicht auf dem Gütermarkt:

Güterproduktion = Güternachfrage

Y Z

Gleichgewichtsbedingung:

Y c c Y T I G 0 1 ( )

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35JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Gütermarktgleichgewicht

Im Gleichgewicht entspricht die Produktion (linke Seite der Gleichung)der Nachfrage (rechte Seite der Gleichung)

Produktion Nachfrage

Einkommen

0 1( )c c Y IY T G

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Gütermarktgleichgewicht

• Umwandlung der Gleichgewichtsbedingung:– Autonome Ausgaben und der Multiplikator

Y c c Y T I G 0 1 ( )

1 0 1(1 )c Y c I G c T

Yc

c I G c T

1

1 10 1[ ]

Multi-plikator

Autonome Ausgaben

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Gütermarktgleichgewicht

Einkommen Y

Nac

hfra

ge (

Z), P

rodu

ktio

n (Y

)

45o LinieProduktion Y=Z

ZZ

Nachfrage

AutonomeAusgaben

Gleichgewicht:Y = Z

Steigung = 1

A

Gleichgewicht auf dem GütermarktProduktion (und Ein-kommen) sind im Gleich-gewicht bestimmt durch die Bedingung, dass die Nachfrage gleich der Produktion ist.

Z c I G c T c Y ( )0 1 1

Steigung = c1

YpotY*

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38JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Gütermarktgleichgewicht

• Gleichgewichtsoutput Potentialoutput• Ansatzpunkt für Fiskalpolitik:• Y* < Ypot => ZZ anheben

durch: G unmittelbare WirkungT mittelbare

Wirkung über YD

• Y* > Ypot => ZZ senken durch: G

T

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39JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Funktionale Fiskalpolitik

• Funktionale Fiskalpolitik - antizyklische Fiskalpolitik:

• Budgetausgleich (Nulldefizit) ist KEIN Wert an sich, je nach konjunktureller Lage soll der Staat:– Rezession: G erhöhen und/oder T senken =>

• Budgetdefizit

– Hochkonjunktur: G senken und/oder T erhöhen =>• Budgetüberschuss

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40JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

40

Funktionale Fiskalpolitik

• kann geschehen durch:– automatische Stabilisatoren– diskretionäre Fiskalpolitik

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41JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Funktionale Fiskalpolitikautomatische Stabilisatoren

• automatische Stabilisatoren:wenn sondern z.B.

gehen die Steuereinnahmen in der Rezession automatisch zurück+ Staatsausgaben für Arbeitslosenunterstützung etc steigen automatisch=> tendenziell (Steigen des) Budgetdefizit(s)soll zugelassen werden. Ausgleich der Mindereinnahmen durch Zurückfahren der Staatsausgaben (Parallelpolitik) würde Rezession verschärfen

TT tYT

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42JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Funktionale Fiskalpolitikautomatische Stabilisatoren

Spiegelbild in der Hochkonjunktur:Steuereinnahmen steigen automatisch+ Staatsausgaben für Arbeitslosenunterstützung etc gehen

automatisch zurück

=> tendenziell Sinken des Budgetdefizits bzw. Entstehen eines Budgetüberschusses

soll zugelassen werden. Ausgleich der Mehreinnahmen durch Hinauffahren der Staatsausgaben (Parallelpolitik) würde Überhitzung verschärfen.

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43JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

43

Funktionale Fiskalpolitikdiskretionäre Maßnahmen

• diskretionäre Politik: Veränderung von G und/oder T über

(Budget)gesetze

über den Konjunkturzyklus kann ein ausgeglichenes Budget erreicht werden

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44JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Funktionale FiskalpolitikGoldene Regel

• Verschuldung kann aber auch erwünscht sein: ‚Goldene Regel‘: Ausgaben für (Infrastruktur)investitionen SOLLEN kreditfinanziert werden, um so auch künftige Nutzer an der Finanzierung zu beteiligen. z.B.: öffentliches Schwimmbad soll nicht durch Steuern der Generation, die gerade während der Errichtung Steuern zahlt, finanziert werden, sondern auch durch künftige Nutzer; Kreditaufnahme ermöglicht das.=> auch über den ganzen Konjunkturzyklus betrachtet kein ausgeglichenes Budget

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45JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

45

Funktionale Fiskalpolitik

• Führt diese Verschuldung nicht zu explodierendem Schuldenstand (Stock-Größe im Gegensatz zu Flow-Größe Budgetdefizit) und Staatsbankerott?

• Geeignetes Maß ist nicht absolute Höhe des Schuldenstands (Bt ), sondern Schuldenstandsquote (bt=Bt/Yt)[ 1Mill EUR Schulden sind viel für mich, aber nicht für Bill Gates]

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46JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

46

Funktionale FiskalpolitikDynamik der Schuldenstandsquote

• Schuldenstandsquote explodiert nicht:

gdb

dgbwennJabb

b

dgbbbdbgbYD

YB

YY

YB

YTGBB

t

tt

tttt

ttt

t

t

t

t

t

t

t

t

ttttt

~ ,

?0i.e. t,mehr wächsnicht b sodass ,~ein esGibt

)1(

.

: )(

1

1

11

1

1

1

1

1

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47JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

47

Funktionale Fiskalpolitik Dynamik der Schuldenstandsquote

• Wenn z.B. g0 = 0,03 und d0= 0,01 und b1=0,6

• So ist b1- b0= -0,6*0,03+0,01= -0,008

b2 sinkt trotz Defizit auf 0,592• wenn g und d über einen langen Zeitraum auf 0,03

bzw 0,01 bleiben, sinkt die Schuldenstandsquote bis

• dann bleibt sie stabil:b101 – b100 = -0,33*0,03 +0,01 = 0

33,003,001,0~

b

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48JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

48

Funktionale Fiskalpolitik Dynamik der Schuldenstandsquote

• dasselbe gilt sogar für d > g, nur ist dann

• aber stabil (solange g und d konstant bleiben)

• Graphisch => nächste Seite

1~b

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49JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

49

Funktionale Fiskalpolitik Dynamik der Schuldenstandsquote

b~

1)1(

1

)1(1

)1(1)1(

1

1

g

dg

bg

b

dbgb

tt

tt

bt

bt+1

b0

b1

b1

45°

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50JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

50

Multiplikatoreffekt

ZZ’

B

Einkommen Y

Nac

hfra

ge (

Z), P

rodu

ktio

n (Y

)45o Linie

Y

ZZ

AY

Y1

Y1

A’D

C

Ein Anstieg der autonomen Ausgaben um 1 Mio. € steigertdie Produktion umein Vielfaches – um 1/(1-c1) Mio. €.

AB=BC=1

CD=DE=c1

EF=FG=c1c1

EF

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51JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

51

Multiplikatoreffekt

• Der Multiplikator ist die Summe sukzessiver Anstiege der Produktion, die aus einem Anstieg der autonomen Nachfrage resultieren.

• Steigt die autonome Nachfrage um 1 Mio. € , dann ergibt sich nach n Runden eine Erhöhung der Produktion um:

• geometrische Reihe

1 1 12

1 c c c n. . .

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52JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

52

Multiplikatoreffekt

2 3

2 3

...1( )

1.1 . ..

c G c G c G

c c Gc

G

Gc

t=0 t=1 t=2 t=3 ... Σ t=0 bis t =

Zusätzliche Nachfrage

ΔG c Δ G (c)2ΔG (c)3 ΔG ...

Erstrundeneffekt + induzierte Konsumnachfrage

Gesamteffekt: 11

1c GG

cG

c

11

Gc

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53JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

53

Multiplikatoreffekt

Staatsausgabenmultiplikator:

0 1

1 0 11

2 0 11

2 11

( )1 [ ]

11 [ ]

11

1

Y c c Y T I G

Y c I G c Tc

Y c I G G c Tc

Y Y Y Gc

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54JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

54

Multiplikatoreffekt

0 1

1 0 11

2 0 11

12 1

1

( )1 [ ]

11 [ ( )]

1

1

Y c c Y T I G

Y c I G c Tc

Y c I G c T Tc

cY Y Y Tc

Steuermultiplikator:

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55JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

55

Multiplikatoreffekt

• Gleichzeitige Anhebung der Staatsausgaben und Steuern im selben Ausmaß:

ΔY = [1/(1-c1)]*(ΔG – c1ΔT) da ΔG = ΔT

ΔY = [1/(1-c1)]*(ΔG – c1ΔG)

ΔY = [1/(1-c1)]*(1-c1)*ΔG

ΔY = ΔG = ΔT

• wenn die Staatsausgaben und Steuern gleichzeitig im selben Ausmaß angehoben werden, dann steigt das Gleichgewichtsteinkommen genau um den Impuls:

• ΔG = ΔT!

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56JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Multiplikatoreffekt

Wichtiges zum Multiplikator:• Grundsätzlich gilt: ΔY = [1/(1-c1)]*Δautonome Ausgaben

• Je höher die marginale Konsumneigung c1 ist, desto größer ist auch der Multiplikator und umgekehrt!

• Steuer- und Staatsausgabenmultiplikator sind nicht gleich hoch, d. h. eine Staatsausgabenerhöhung hat nicht die gleiche Auswirkung auf das Gleichgewichtseinkommen, wie eine Steuersenkung im gleichen Ausmaß

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57JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

57

Multiplikatoreffekt Funktionale Fiskalpolitik - automatische Stabilisatoren

111

11

011

10

11

)1(1

)1(1

:)1(*

:*)(

ctcc

Itcc

Y

IcGItccY

YGItYYccY

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58JKU LinzRiese, Kurs Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit WS 2008/09

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Multiplikatoreffekt Funktionale Fiskalpolitik - automatische Stabilisatoren

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Multiplikatoreffekt Parallelpolitik

• Parallelpolitik:

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Alternative Darstellung des Gütermarktgleichgewichts

Das private Sparen (S), ist das Sparen der Haushalte.

Das Sparen des Staates ist die Differenz zwischen Steuern und Staatsausgaben. Wenn T > G, dann hat die

Regierung einen Budgetüberschuß – das Sparen des Staates ist positiv.

Wenn T < G, dann hat die Regierung ein Budgetdefizit – das Sparen des Staates ist negativ.

Sparen (national saving) = privates Sparen + Sparen des Staates

Investition = Sparen

S Y CD

S Y T C

Y C I G

Y T C I G T

S I G T

I S T G ( )

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Alternative Darstellung des Gütermarktgleichgewichts

• für den vereinfachten Fall G=0, T=0 (geschlossene Wirtschaft ohne Staat), wird die Gleichgewichtsbedingung zu

• I = S• Die Kausalität geht

I => Snicht

S=> I

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Alternative Darstellung des Gütermarktgleichgewichts

S = Y – CS= Y – c0 –c1Y

= -c0 + (1-c1)Y

= -c0 + s1 Y

S0(Y0*) = I =

= S1(Y1*)Y0*Y1*

S0

S1

Y

S,I

I

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Alternative Darstellung des Gütermarktgleichgewichts

• Gleichung besagt, dass der Gütermarkt nur dann im Gleichgewicht sein kann, wenn Investitionen und Sparen gleich sind.

• Gleichung besagt nicht, dass Sparen dem Investieren vorausgehen muss:Sparen Finanzierung der Investitionen

• Einkommen passt sich so lange an, bis daraus so viel gespart wird, dass I = S gilt.

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Alternative Darstellung des Gütermarktgleichgewichts

• Konsumenten wollen mehr sparen, konsumieren weniger; dadurch sinkt die Nachfrage und die gleichgewichtige Produktion.

• Solange die Investitionen unverändert bleiben, kann sich aber das Sparen nicht ändern! Die Leute möchten zwar mehr sparen, aber das Einkommen (und damit die Produktion) geht gerade so stark zurück, dass das Sparen unverändert bleibt => Sparparadoxon.