Journal - 32

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Mir maachen et kloer

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  • LTZEBUERGER

    Politik, Finanzen a Gesellschaft

    POLITIK Seite 08

    Patienten-

    rechte

    UECHTER D'GRENZREGIOUN Page 9

    Quatremilliards

    pour Cattenom

    Einmal jemand

    ganz anderes sein

    ZOOM Seite 18

    63. Joergang

    N216

    Mttwoch,

    31. Oktober 2012

    AM FOKUS

    9 771560 590003 10216

    k Seite 07

    Neues in der Affre Bommelee-

    r: Gendarmeriekommandant

    Harpes wurde abgehrt

    AFFRE BOMMELEER

    Nun auch noch ein

    paralleler Geheimdienst?

    k Seite 12

    Wie Cabin in theWoods gleich-

    zeitig als Horrorfilm und Parodie

    funktioniert

    KULTUR

    Horror zu Halloween

    k Seiten 03 und 04

    Die Trauer- und Beratungsarbeit

    vonOmega 90 und des Groupe de

    Support Psychologique imBlick

    THEMA VUM DAG

    Den Tod erklren

    1,20 EUR

    Schneise

    der Zerstrung

    Mindestens 35 Tote, mehr als 8,2 Millionen

    Menschen ohne Strom, und Schden

    von 50 Milliarden Dollar - der Monstersturm Sandy

    hat entlang der US-Ostkste eine Spur

    der Verwstung gezogen

    Seite 11

    Foto: AP

    Gar arg feuchtfrhlich drfte es am

    vorvergangenen Donnerstag in

    New York zugegangen sein (da war

    Sandy noch nicht gebo-

    ren), als Vizepremier

    Jean Asselborn dort sei-

    nen nicht-stndigen

    Stuhl im UN-Sicher-

    heitsrat, den er Finnland

    geradewegs vor der Nase

    wegschnappte, begoss.

    Wie der Spiegel diese

    Woche berichtete, soll

    sich zu dieser Begieerei

    zuflligerweise auch der

    finnischeAuenminister

    Erkki Tuomioja einge-

    fundenhaben.

    Als er, der Finne, am

    Abend mit seinen Diplo-

    maten ins New Yorker Restaurant

    ThePressBox ging, umdasFias-

    ko zuvergessen, traf er dort ausge-

    rechnet auf Asselborn, der sich das

    Lokal fr seine Siegesfeier ausge-

    sucht hatte. Und was machte Tuo-

    mioja? Er erwies sich als

    vorbildlicher Verlierer,

    ging zu Asselborns Tisch,

    umarmte ihn, den Gewin-

    ner, und sang For hes a

    jollygoodfellow.Respekt!

    Seriser zugehen drfte es

    hoffentlich am bernchs-

    ten Donnerstag, denn da

    ist Fellow Asselborn

    Gastredner bei irgend ei-

    ner Veranstaltung in Aa-

    chen - also auf reinstem

    Juncker-Terrain - wo er

    sich in seiner bekannt dy-

    namisch-kritischen Art

    mit Europa auseinander

    setzenwird, wie sich die Aachener

    Zeitung jetzt schon freut. Wir

    freuenuns definitivmit...

    OPGEPIKT

    Freude

    PASCAL

    STEINWACHS

    liebt die

    dynamische

    Kritischkeit.

    journal.lu

    Das Journal immer up-to-date im WEB, Highlights auf FACEBOOK und per TWITTER

    BRSSEL Die Finanzminister der

    Eurostaaten beraten am heutigen

    Mittwoch, wie und zu welchen

    Bedingungen sie Griechenland

    aus der Schuldenklemme helfen

    knnen. Politische Beschlsse

    will die Eurogruppe in ihrer Tele-

    fonkonferenz (ab 12.30 Uhr)

    nicht fassen - diese sind erst fr

    das regulreTreffenam12.Novem-

    ber geplant, wenn ber die Auszah-

    lung der nchsten Kredittranche

    fr Athen entschieden werden soll.

    Ob der Zeitplan zu halten ist und

    inwiefern etwa verlngerte Rck-

    zahlungsfristen oder niedrigere

    Zinsen fr laufende Kredite infra-

    ge kommen, um Griechenland zu

    entlasten, ist noch offen.

    Eher unwahrscheinlich scheint

    zum jetzigen Zeitpunkt ein weite-

    rer Schuldenerlass fr Athen, der

    erstmals ffentliche Glubiger

    mit einbeziehen wrde. Wichti-

    ger wird daher sein, wie die Fi-

    nanzierungslcke gestopft wer-

    den kann, falls Griechenland tat-

    schlich zwei Jahre mehr Zeit fr

    das Erreichen seiner dann bis En-

    de 2016 zu erfllenden Sparziele

    bekommen sollte.

    Bevor Mitte November die

    nchste Kredittranche von 31,5

    Milliarden Euro ausgezahlt wer-

    den kann, muss Athen ohnehin

    zunchst das versprochene Spar-

    und Reformpaket durchs Parla-

    ment bringen, mit dem in den

    kommenden beiden Jahren 13,5

    Milliarden Euro eingespart wer-

    den sollen. Erst danach und auf

    Basis des Berichts der Troika-Fi-

    nanzinspektoren wollen die in-

    ternationalen Geldgeber ber die

    Bereitstellung der Finanzspritze

    entscheiden, ohne die Griechen-

    land schon bald in die Pleite rut-

    schen wrde. DAPD/LJ

    Neue Hilfe fr Athen

    Eurogruppe kommt heute zusammen

  • HAUT AM JOURNAL

    UECHTER D'LAND

    Allerheiligen, Aller-

    seelen,Halloween

    Seite 13

    Der Tod darf

    sich zeigen

    PANORAMA

    Neueste Entdeckungen zeigen: Fliegende Fi-

    sche gab es bereits vor 240Millionen Jahren.

    Seite 05

    Im Gleitflug

    LIFE & STYLE

    Das schnelle Last-Mi-

    nute-Rezept fr den

    Gruselabend Seite 23

    Abgehackte

    Finger gefllig?

    POLITIK

    La confiance des con-

    sommateursest au

    plus bas en octobre

    Page 08

    Moral en berne

    WIRTSCHAFT

    Direktion kndigt denKollektivvertrag

    Seite 19

    Jetzt auch die Luxair

    Service Seite 06 / ZOOM Seite 18 /

    Horoskop Seite 23 / People Seite 24

    Die Frage der Stunde lautet: Kann Obama den Schrder

    machen? Also unter Einsatz von Gummistiefeln und be-

    tonterTatkraftden,sichschonaufderSiegerstraesehen-

    denultrakonservativenGegnerimletztenMomentabfan-

    gen?Sogeschehen2002beiunserendeutschenNachbarn,

    als der ungeliebte Kanzler Schrder in den berfluteten

    ostdeutschenStdtendensiegessicherenBayernEdmund

    StoiberimletztenMomentaushebelte.

    Whrendweit ber neunzig Prozent der Eu-

    roper, abgesehen von einpaarTorries , Obama

    whlen wrden, ist noch nicht einmal sicher,

    dass der erste schwarze Prsident der USA die

    HlftederAmerikanerhintersichbringenkann.

    Wobei letzteres schon nicht stimmt, Obama

    muss ungefhr die Hlfte derjenigen, die wirk-

    lich zurWahl gehen, hinter sich bringen. Erfah-

    rungsgem wird es etwa die Hlfte der Hlfte

    sein. Aufgrund des archaischen Wahlmnner-

    systems, das noch aus denZeiten vor der Erfin-

    dung des Telegrafen stammt,muss er nichtmal

    dieMehrheit derWhler, sondern nur die der

    Wahlmnner erreichen. Das ist brigens keine

    spitzfindige Wahrscheinlichkeitsrechnung der

    Statistiker, sondern 1960 eingetreten. Richard Dick Ni-

    xonhatte zwarbei denWhlerneinenhauchdnnenVor-

    sprung, aber John Fitzgerald Kennedy lag bei denWahl-

    mnnernweit vorn.DasGeheimnisderUS-Wahlen ist es,

    in den richtigen Staaten zu gewinnen. Erinnern wir uns

    nuranBushdenJngeren.

    Das tief gespaltene Land ist im Osten und im pazifi-

    schenWesteneine(fast)sichereBankfrdieDemokraten,

    die weltabgeschiedene lndliche Mitte steht fest zu Gott

    und den Republikanern. Seit Clinton gegen Bush I und

    BushIIgegenAlGoregehtesnurumdieSwing-States,also

    die Staaten, die sich vonWahl zuWahl eineMeinung bil-

    den.Daswarnichtimmerso.

    In den wilden 60er Jahren (1964) konnte Lyndon B.

    Johnson fr die Demokraten gegen einen konservativen

    RepublikanerwieBarryGoldwaternocheinenErdrutsch-

    sieg von 61%erringen (der nachWhlerstimmenhchste

    derUS-Geschichte).1984brachteesderDemokratWalter

    Mondale, der gewesene Vizeprsident von 1977

    bis 1981, fertig, gegen den amtierenden Prsi-

    denten Ronald Reagan ganze zehn (z-e-h-n)

    Wahlmnnerstimmen zu erringen. Ein einziger

    Staat,Minnesota, hatte frdendemokratischen

    Kandidaten gestimmt - die belste Niederlage

    der Demokraten. Auf das europische Vertrau-

    en, dass letztendlich die Vernunft und damit

    Obama gewinnenwird, solltemannicht setzen.

    DasMisstrauenvielerWASPgegendenschwar-

    zen MuslimausKenia, denkommunistischen

    Boy im Weien Haus und ihre hiesiger Sicht

    unverstndliche Bigotterie bereiten dem Team

    WelikethefiftysRomney/RyandenWeg.

    Es ist kaumvorstellbar, dass der grteMilitr-

    apparat,eineder(noch)groenIndustrienationenundder

    grte Schuldenberg von jemandem kontrolliert werden,

    dereinerKircheaktivangehrt,diedieFraualszweitklas-

    sig ansiehtund inderUnverheiratetewenigerwert sindals

    Verheiratete.Mitdiesenberzeugungenhttedereinfache

    MillionrRomneyauch inTeheranKarrieremachenkn-

    nen. Der Rest der Welt kann nur beten, dass sich am

    6.NovemberdieVernunftbegabtenundnichtdieBigotten

    durchsetzenwerden.Hoffenwir, dassObama imUmgang

    mitSandydenSchrdermachenkann.

    KannObama Schrdern?

    EDITORIAL

    PATRICK

    WELTER

    hofft auf

    Gummistiefel.

    Kaumhatman vergessen,wie deta-

    chiert die katholische Kirche vom

    tatschlichen Leben ist, kommt so

    was: die katholische Kirche Polens

    warnt vor Halloween. Das Fest

    knnte zu Okkultismus und Paga-

    nismus und wei der Himmel was

    fhren. Der erste Reflex wre,

    den Gedankengang als Unsinn ab

    zu tun, aber mein Lieblingshobby

    ist ja bekanntlich, auf hanebche-

    ne Gedankenzge auf zu springen

    und die Reise zu genieen. Also,

    die These der Kirche lautet: die

    Beschftigung mit fiktionalen Fi-

    guren dmonischer und/oder

    geisterhafterNatur fhrt zumAb-

    stieg in den Okkultismus. Damit

    sind die Vereinigten Staaten zu-

    sammen mit Mexiko automatisch

    zum Okkultismus-Zentrum der

    Welt aufgestiegen. Das hiee aber

    auch, dass smtliche Kunst, Lite-

    ratur und dergleichen, die sich mit

    diesen Gestalten auseinander

    setzt, die wohlgemerkt auch in

    christlichen Glaubensschriften be-

    schrieben werd