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Junglas. Leontius von Byzanz : Studien zu seinen Schriften, Quellen und Anschauungen. 1908

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    Forschungenzur

    Christlichen Literatur- und Dogmengesehichte.Herausgegeben vonDr. A. Ehrhard, und Dr. J. P. Kirsch,

    0. . Professor der Kirchen- und Dogmen- o. . Professor der Patrologie und christ-geschichte an der Universitt liehen Archologie an der UniversittStraburg i. E. Freiburg (Schweiz).VII. Band. 3. Heft.

    Leontius von Byzanz.Studien zu seinen Schriften, Quellen

    und Anschauungenvon

    Oberlehrer Dr. theol. Joh. Pet Junglas,Religionslehrer am Kaiser Wilhelm - Realgymnasium in Coblenz.

    -^:

    Paderborn.Druck und Verlag von Ferdinand Schningh.

    1908.

    Subskriptionspreis Mk. 4,40, fr Nieht-Abonnenten Mk. 5,40^

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    JJer siebente Band derForschungen

    zurChristlichen Literatur- ond Dogmengeschiehte

    herausgegeben vonDr. A. Ehrhard, und Dr. J. P. Kirsch,

    o. . Professor der Kirchen- u, Dogmen- o. . Professor der Patrologie und chrigtl.geschichte an der Universitt Archologie an der UniversittStraburg Freiburg (Schweiz)erscheint im Gesamtumfange bis zu 60 Bogen in Heften inzwei Ausgaben und zwar zu einem billigeren Subskriptions-preise fr die Abonnenten und zu einem etwas erhhten Laden-preise fr Nicht-Abonnenten.

    Zur Verffentlichung gelangten:1. Heft. Dr. theol. Sigismund Rogala, Die Anfnge des

    arianisehen Streites. Subskriptionspreis Jic 2,80, Einzel-preis Ji 3,40.

    2. Heft. Andreas Freiherr v. Di Pauli, Die Irrisio desHermias. Subskriptionspreis jHs 1,50, Einzelpreis J(d 1,80.3. Heft. Dr. Johannes Peter Junglas, LeontiusvonByzanz;

    Studien zu seinen Schriften, Quellen und Anschauungen.Subskriptionspreis J( 4,40, Einzelpreis Ji 5,40.

    Im Drucke befinden sich:4. u. 5. Heft. Dr. P. Parthenius Minges, O. Fr. M., Das

    Verhltnis zwischen Glauben und Wissen, Theologieund Philosophie nach Duns Scotus.Der sechste Band brchte zur Verffentlichung:

    1. u. 2. Heft. Dr. Heinr. Brewer, S. J., Kommodian vonGaza. Ein arelatensischer Laiendichter aus der Mitte desfnften Jahrhunderts. Subskriptionspreis J(s> 7,20, Einzel-preis Jd 9,3. Heft. Dr. Joh. Ev. Nieder huber, Die Eschatologie desheil. Ambrosius. Eine patristische Studie. Subskriptions-preis J(b 5,40, Einzelpreis ^, 6,80.

    4. Heft. Dr. Karl Adam, Der Kirchenbegriff TertuUians.Eine dogmengeschichtliche Studie. Subskriptionspreis Ji 5,.Einzelpreis Ji 6,20.

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    Forschungenzur

    Herausgegebenvon

    Dr. A. Ehrhard, und Dr. J. P. Kirsch,o. . Professor der Kirchen- und Dogmen- o. . Professor der Patrologie und christ-geschichte an der Universitt liehen Archologie an der UniversittStraburg i. E. Freiburg (Schweiz).

    Siebenter Band.Drittes Heft:

    Dr. theo!. Joh. Pet. Junglas,Leontius von Byzanz.

    ^3>-

    Paderborn.Druck und Verlag von Ferdinand Schningh.

    1908.

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    Leontius von Byzanz.Studien zu seinen Schriften, Quellen

    und Anschauungen

    von

    Oberlehrer Dr. theol. Joh. Pet. Junglas,Religionslehrer am Kaiser Wilhelm - Realgymnasium in Coblenz.

    Paderborn.Druck und Verlag von Ferdinand Schningh.

    1908.

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    Fr Leontius von Byzanz von Dr. Junglas" erteilen wir hierdurchdie kirchliche Druckerlaubnis.

    Paderborn, den 19. April 1907.Das Bisehfliehe General-Vikariat.

    Schnitz.

    JHE INSTITUTE GF I^EDIAFVAL STUOILS10 ELWiSLZY PLACETORONTO , CA.SiADA,

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    Meinem Lehrer in der Dogmatik

    Herrn Domkapitular und geistlichen Rat

    Dr. P. Einig,Professor der Dogmatik im Priesterseminar zu Trier,

    in Verehrung und Dankbarkeit

    zugeeignet.

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    Vorwort.

    Wer die Spezialliteratur ber Leontius von Byzanz nuroberflchlich ansieht, wird angesichts der drei Monographien,die wir ber ihn besitzen, eine neue Studie fr berflssigerklren. Sobald man aber in die Probleme der Leontius-forschung eindringt, wird man der offenen Fragen noch garviele finden. Loofs, der die neueren Forschungen berLeontius erffnete, fate hauptschlich die beiden Fragennach dem Leben und den Schriften des Leontius ins Auge.Die beiden folgenden Monographien von Rgamer und Er-moni haben diese beiden Probleme in keinem Punkte weitergefrdert, sondern in dem ersten Teile ihrer Schriften dieLoofsschen Resultate wiederholt oder in rein negativer Kritikbeanstandet. Sie legten den Schwerpunkt ihrer Untersuchungin die Darstellung der Theologie resp. der Christologie desLeontius; aber hier vermit man den Blick fr die Ent-wicklung dogmatischer Anschauungen auf Grund von ge-gebenen geschichtlichen Ursachen und Voraussetzungen.

    In der vorliegenden Studie haben wir die Fragen nachdem Leben des Leontius ausgeschaltet, da wir ber Loofshinaus nichts zu sagen wissen. Die schriftstellerische Ttig-keit des Leontius umgrenzen wir wie Loofs, abgesehen vonder sogen. Grundschrift. Wir glauben evident bewiesen zuhaben ( 1), da die von Loofs postulierte und teilweiserekonstruierte Grundschrift, die ein Hauptwerk des Leontiusgewesen sein soll, niemals existiert hat und deshalb aus demKatalog der Werke des Leontius zu streichen ist.

    Vor allen Dingen galt es, eine bisher nicht gemachteQuellen Untersuchung anzustellen, die um so wichtiger ist.

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    VIII Vorwort.je weniger uere Zeugnisse wir ber Leontius besitzen.Zu dem Zwecke muten zuerst die Florilegien im grie-chischen Originaltexte zugnglich gemacht werden ( 4). Esergab sich, da Leontius den grten Teil seiner Florilegienaus Ephrm von Antiochien geschpft; ihm und Pamphilusvon Jerusalem verdankt er einen groen Teil seiner theo-logischen Kenntnisse. Von lteren Vtern kannte er nament-lich Basilius und Gregor von Nazianz ( 5, 6).Durch Loofs veranlat, hatte Ermoni die Behauptungauf die Spitze getrieben, da mit dem Namen des Leontiusein Wendepunkt in der Philosophie der Kirchenvter be-zeichnet sei. Er sei der erste Aristoteliker unter den kirch-lichen Schriftstellern. Es hat sich aber ergeben, da Leontiusweder der erste Aristoteliker unter den kirchlichen Schrift-stellern ist noch berhaupt ein reiner Aristoteliker. Vielmehrist er in der Anthropologie, dem dogmatisch wichtigstenPunkte seiner Philosophie, Neuplatoniker (9, 18). Sogardie Kategorien bei Leontius verraten an einigen Stellen neu-platonischen, durch Porphyr vermittelten Einschlag ( 6).

    In Beziehung auf Severus von Antiochien, dengroen Gegner des Leontius, bedeutet vorliegende Studieeine Rettung", zwar nicht des ganzen Mannes, sondernseiner wissenschaftlichen Anschauungen. Severus istnicht der vielgestaltige Proteus, als welchen ihn seine litera-rischen Gegner hinstellten. Er hatte schon im Augenblicke,wo er den Patriarchenstuhl von Antiochien bestieg, die chri-stologischen Anschauungen, die er mit ins Grab nahm, ohnedie Schwenkung durchzumachen, von der Leontius undTheodor von Raithu berichten ( 12). Sein System istnicht widerspruchsvoll, sondern wesentlich einheitlich, sogareinheitlicher als das des Leontius. Wenn er auch noch soheftig gegen das Chalcedonense polemisiert, so steht er ihmsachlich doch viel nher, als Sever selbst wei. Nur fehltihm der Wille, das Konzil anzuerkennen; dazu geht er vonanderen philosophischen Anschauungen aus und gebrauchteine andere Terminologie. Seine Christologie ist vorchalce-donensisch, ein ziemlich treues Abbild der Anschauungen desgroen Kirchenlehrers Cyrill von Alexandrien ( 13, 14).

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    Vorwort. IXIn der Christologie fut Leontius nicht, wie vielfach

    behauptet wird (Bardenhewer), durchweg auf Cyrill vonAlexndrien. Gerade in den zentralen Begriffen Natur undHypostase besteht ein tiefgreifender Unterschied der Auf-fassungen. Auch den Namen Christi erklrt Leontius imGegensatz zu Cyrill antiochenisch (16, 17). Der berausprgnante Terminus swjioraTov ist nicht zuerst bei Leontiusnachweisbar (Bardenhewer); vielmehr hatte er schon einev/echselvolle Geschichte von mehreren Jahrhunderten hintersich, als ihn Leontius bernahm ( 18). Sein Ursprung liegtauch nicht in der aristotelischen Logik (Loofs, Harnack),sondern in der neuplatonischen Psychologie ( 18).

    In den Kreis des Leontius ist zum erstenmal ein Mannhineingezogen, den die Forschung bisher auf der HalbinselSinai gleichsam isolierte, Theodor von Raithu. Er verdienteeine eigene Monographie, die aber auf handschriftlicher For-schung beruhen mte. Auf Grund dieser Monographieliee sich wohl auch jener zweite Leontius, den wir ausmanchen Grnden ansetzen mssen, greifbar fassen. InTheodor von Raithu glauben wir den Verfasser von de sectisgefunden zu haben. Auch eine bisher unedierte, im Cod.Phill. 1484 anonym enthaltene Schrift philosophischen In-haltes konnten wir Theodor von Raithu als ihrem Verfasserzuweisen ( 2).Das Verstndnis der Leontiusschriften ist nicht ganzleicht, teils wegen der Breviloquenz der Diktion und der unsfernerliegenden philosophischen Terminologie, teils wegen derKorruption des griechischen Textes. Mit Hilfe des Cod.Phill. 1484 konnten wir an einigen Stellen die Textkorruptionbeseitigen. Auf Grund der Quellenuntersuchung ergab sichdas Verstndnis dunkler Stellen. ( 3 u. Anmerkungen.)

    Auf die interessante Gestalt des Leontius von Byzanzwurde ich aufmerksam gemacht durch Herrn Universitts-professor Dr. Po hie in Breslau, der mich auch ermunterte,die anfngliche Dissertation zu vorliegender Studie zu er-weitern. Herr Universittsprofessor Dr. Diekamp inMnster untersttzte mich durch einige sehr wichtige brief-liche Mitteilungen, die man an ihrer Stelle verzeichnet findet.

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    X Vorwort.Es ist mir eine angenehme Pflicht, beiden Herren hier ffent-lich zu danken. Da ich die grundlegende Studie von HerrnUniversittsprofessor Dr. Loofs in Halle ber Leontiusdankbar benutzte, bedarf wohl kaum besonderer Erwhnung.Die Arbeit ist im Jahre 1905 in Berlin entstanden alsDissertation der katholisch-theologischen Fakultt in Breslau.Eine durchgreifende Umarbeitung und eine bedeutende Er-gnzung erfuhr sie dann in der ersten Hlfte des Jahres 1906.Seitdem ist sie im wesentlichen abgeschlossen; nur habeich auf den sachkundigen Rat des Herausgebers der For-schungen" Herrn Universittsprofessors Dr. A. Ehrhardin Straburg einiges gekrzt, anderes in Anmerkungen ver-wiesen. Aus allerlei Grnden verschob sich die Drucklegung.Inzwischen wurde ich in einen praktischen Beruf gestellt,wo mir Zeit und Gelegenheit fehlen, die jngsten Literatur-erscheinungen zu verfolgen. Doch sei auf den ausgezeich-neten Artikel Krgers ber Severus von Antiochien inHaucks Realenzyklopdie an dieser Stelle verwiesen.

    Junglas.

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    Inhaltsangabe.

    Erstes Kapitel.Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.

    Seile5 I. Die Schriften des Leontius von Byzanz im allgemeinen. Die

    Grundschrifthypothese von Loofs i 2. Leontius und Theodor von Raithu 15 3. Cod. Phill. 1484 20 4. Die Florilegien des Leontius 24

    Zweites Kapitel.Die Quellen des Leontius von Byzanz.

    5. Die von Leontius genannten Qiiellen. Profane Quellen . . 405 6. Ungenannte patristische Quellen des Leontius 48

    Drittes Kapitel.Die Philosophie des Leontius von Byzanz.

    S 7. Allgemeines. Die fnf Worte 6S5 8. Die Kategorien 72 9. Anthropologisches 795 IG. Theologisch-philosophische Begriffe 85

    Viertes Kapitel.Die Polemik des Leontius von Byzanz.

    11. Die Nestorianer bei Leontius. Theodor von Mopsvestia . . 95 12. Leontius und die Aphthartodoketen 10013. Die christologischen Anschauungen des Severus 1055 14, Leontius und Severus 119

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    XJJ Inhaltsangabe.Fnftes Kapitel.

    Die Theologie des Leontius von Byzanz. ^^_^^ 15. Die hl. Vter bei Leontius5 16. Leontius und CyriU von Alexandrien 1335 17. Die hypostatische Vereinigung nach Leontius HO5 18. Die Enhypostasie und ihre Geschichte H

    161Namen- und Sachregister '

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    Erstes Kapitel.Zu den Schriften des Leontiusvon Byzanz.

    1. Die Sehriften des Leontius im allgemeinen.^Die Grundschrifthypothese von Loofs.

    Seitdem Fr. Loofs die Schriften des Leontius von Byzanzeiner eingehenden Kritik unterzogen hat, wissen wir, dafolgende Schriften unzweifelhaft echt sind: 1. Libri tres ad-versus Nestorianos et Eutychianos (M. P. G. 86, I 1267).2. Solutio argumentorum Severi, kurz Epilysis genannt (M.86,II 1916). 3. Triginta capita adversus Severum (M.86, II 1901).Alle anderen bei Migne (86, I u. II) stehenden Werke einesLeontius Byzantinus oder Hierosolymitanus knnen nicht mit

    1 Spezialliteratur zu Leontius von Byzanz: Die ltere Literatur stehtbei Migne (86, I 1185) teils abgedruckt, teils verzeichnet. Neuere Literatur:Fr. Loofs, Leontius von Byzanz und die gleichnamigen Schriftsteller dergriechischen Kirche. L Teil: Das Leben und die polemischen Werke desLeontius von Byzanz, Leipzig 1 887. (Texte und Untersuchungen von Geb-hard und Harnack, Bd. III, Heft i und 2.) Vgl. dazu die Besprechungenvon Ehrhard, Lit. Kandw. (Mnster 1887), S. 505 508; Mller, Theol.Literaturzeitung (1887), S. 33639; Th. Zahn, Theol. Literaturbl. (1887),S, 8992. W. Rgamer, Leontius von Byzanz, ein Polemiker aus derZeit Justinians (Wrzburg 1894). Vgl. dazu Loofs, Byzantinische Zeitschr.(1895), Bd. V, S. 185 91. Ermoni, de Leon. Byz. et de eius doctrinachristologica (Paris 1895). Vgl. dazu Loofs, Byzantinische Zeitschr. (1896),Bd. VI, S. 417 19. A. Ehrhard bei Krumbacher, Geschichte der byzan-tinischen Literatur (Mnchen 1897), S. 54 56. Fr. Loofs in Real-enzyklopdie fr protestantische Theologie und Kirche von Herzog-Hauck(abgekrzt: RE.), Bd. XP (Leipzig 1902), S. 394. Bardenhewer, Patro-logie (Freiburg 1901), S. 480; derselbe im Kirchenlexikon (abgekrzt: KL.).

    Junglas, Leontius v. Byzanz. 1

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    2 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.Sicherheit als echte Werke des Leontius von Byzanz be-trachtet werden. Es sind die folgenden Schriften: 1. Adversusfraudes Apollinistarum (M. 86, II 1947; vgl. dazu Loofs, 1. c.S. 8292). 2. Contra Nestorianos (M. 86, I 1396; vgl. Loofs,1. c. S. 163197). 3. Contra Monophysitas (M. 86, II 1769;vgl. Loofs, 1. c). 4. ^xoXia Aeovriov ajc qcovtjg Gsomgov,gewhnlich de sectis genannt (M. 86, I 1268; vgl. Loofs,1. c. S. 136 163). 5. Leontii et loannis collectanea de rebussacris (M. 86, II 2017). Es ist nach fast allgemeiner An-nahme ein Werk des Johannes Damascenus. (Literatur sieheRE. XI, S. 394.) 6. Leontii Byzantini sermones (M. 86,II 1976). Eine Untersuchung ber den Urheber dieser Ho-milien fehlt bis jetzt.Von den echten Schriften des Leontius ist die dreiteiligeSchrift adversus Nestorianos et Eutychianos das erste undzugleich das bedeutendste Werk des Leontius. Innere Grndesprechen dafr, da sie zwischen den Jahren 529 bis 544entstanden ist (vgl. Loofs, 1. c. S. 2234).^ Jedes der dreiBcher schliet mit einer Sammlung von Zitaten aus denKirchenvtern; das dritte Buch hat auer Vterzitaten einegroe Reihe von Zitaten aus Theodor von Mopsveste, einigewenige Zitate aus Diodor von Tarsus, Nestorius und Paulvon Samosata.^

    Die Epilysis^ ist eine Fortsetzung des ersten der treslibri adv. Nest, et Eutych. Severus hatte nach dem Er-scheinen der tres libri wieder neue Argumente vorgebracht,die nach der Ansicht vieler Freunde des Leontius einer er-neuten Widerlegung bedurften. Leontius selbst meint zwar,da seine frhere Polemik genge, um die trichten Schlsseeiner falschen Gnosis zu widerlegen. Doch will er aufWunsch der Freunde in eine neue, scharfsinnigere Polemik

    1 6 dieser Arbeit versucht die Entstehungszeit noch genauer zufixieren.

    - Der griechische Text ist zum erstenmal ediert von A Mai (Spicil.Rom. X, pars II, p. i sqq.) aus Cod. Vatic. 2195; die lateinische ber-setzung rhrt von Turrianus her, dessen griechische Vorlage, die wir Cod.Turr. bezeichnen werden, uns weiter nicht bekannt ist. (Vgl. dazu Mai,Spie. Rom. X, p. V, abgedruckt M. 86, 1191.)

    Vgl. Loofs, 1. c. S. 3437.

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    5 I. Die Schriften des Leontius im allgemeinen. 3eintreten, um ihnen Waffen zur Verteidigung des Glaubenszu geben. In der Reihenfolge der Lsungen will er derReihenfolge der vorgebrachten Schwierigkeiten folgen (1916C).Demnach hatte Leontius eine polemische Schrift Severs alsVorlage seiner Arbeit. Die von Leontius in der Epilysisvorgebrachten djtoQtai Severs sind bez. ihrer Richtigkeitkontrollierbar an uns noch erhaltenen Fragmenten Severs( 14). Die Epilysis war nach ihrem eigenen Zeugnis vonLeontius in Kapitel eingeteilt (1936 C). Heute fehlen dieKapitelzahlen ; offenbar aber bildete jede djtoQia mit der zu-gehrigen hjiiXviQ ein eigenes Kapitel, so da wir in ihrneun, an Umfang sehr verschiedene Kapitel annehmen drfen.

    In der Epilysis ist der griechische Text, hnlich wie inden tres libri, vielfach verderbt, so da das Verstndnis sehrerschwert wird. Wir besitzen nur eine Stelle von 17 Zeilenin doppelter Redaktion gedruckt, einmal als Bestandteil derEpil. (1932 A?), dann als Doctrinafragment (Mai, Doct. S. 57).Aber schon aus diesem kurzen Passus erhellt, wie verderbtunser Text ist. Die Lesarten des Fragments sind durchwegbesser als die des Werkes. Zur Korrektur des griechischenTextes haben wir einigemal auch die lateinische bersetzungTurrians heranziehen knnen. Der Abdruck bei Migne istsehr sorglos; zuverlssiger ist Mais erste Ausgabe.^

    * Spicileg. Roman. X, pars II, p. 4045 (Romae 1844). Lesartender Epilysis und des Doctrinafragmentes: M. 86, 1932 Ag olov tnsvvoiaEp. olovel inivoLa Doct. Aio ddiccQ&cazov Ep. diogS^coiov Doct. B, o^avva Ep. ^ovaa Doct. B7 koyio/jioTg Ep. Xyoiq Doct. Bg dvti6(Xo7ioiria Ep. v stcakoTioiijasv Doct. Mignes Abdruck hatfolgende Worte ausgelassen: 1945 Cg nach djjKpoXv' xd (og vTioavaaecugxaxrjyoQrjfxaxa' ov fila dh tj (fvaig xal dijXov ort ovh xd Mg. 1941B8OL 6h, Mai aber ol ds ita codex; richtig ist wohl sc L Aus dem Zu-sammenhang und der lateinischen bersetzung ergeben sich folgende Kor-rekturen des Textes: 1916C6 fehlt ov vor s^eXinov. 1917 Ag mu 37 frtj stehen. 19^2 C12 fehlt iy^tj/Asva vor vnoxiB^sfievoi. 1937 D steht fVTip XQoncp TTJg

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    4 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.Neben den textlichen Inkorrektheiten der Epilysis stehen

    Schwierigkeiten, die sich auf den Zusammenhang beziehen;denn die Antworten entsprechen nicht immer den vor-gebrachten dnoQlaL Severs. Das auffallendste Beispiel bietetEpil. 1936 D, wo ein lngerer Abschnitt gegen Anhnger desChalcedonense steht/ die in dem iirj jtQodtajtsjiXdod'aififje jtQovg)sTdvai der Menscheit Christi den Grund derevmaig xaO^ vjzoxaoiv erkannten (1944 D). Man begreiftnicht, was ein solcher Abschnitt in einer Schrift gegen Se-verus bedeuten soll. Auch kann der Abschnitt 1944A9Ciursprnglich nicht an dieser Stelle gestanden haben; er fhrtsich als Begrndung fr das Vorhergehende ein, zu demer unmglich eine Begrndung sein kann; dagegen schlieter sich naturgem an 1940 A7 an.'-

    Mit der Epilysis nahe verwandt sind die ebenfalls gegenSeverus gerichteten Triginta capita. Das Schriftchen erinnertdurch seine Krze und Thesenform sowie durch die aus-schlielich angewandte deductio ad absurdum an ein Flug-blatt. Eine Analyse der triginta capita hat uns Loofs gegeben(1. c. S. 7482). Vielleicht bildeten sie anfnglich nur denzweiten Teil der Epilysis; denn im cod. Vatican., cod. Tur-rian., cod. Laud. 92 B stehen sie unmittelbar nach derfehlt tV vor Xqiotw. 1941 Bg steht 77 fr ?/; 1944 Bg fehlt d-vfjzog vorxal dO^varog.

    1 Gegen die Ansicht, da der tiefste Grund der unio hypostaticadarin zu suchen sei, da die Menschheit Christi niemals fr sich, sondernvon Anfang an in der Hypostase des Logos existiert habe, kmpft Leon-tius auch 1. III adv. Nest, et Eutych., 1. II 1352/53; aber er tut es jedesmalin einer Weise, da man merkt, er polemisiere gegen Freunde und Glaubens-genossen, wenn er es auch nicht ausdrcklich sagt. brigens ist durchJohannes Philoponus bezeugt, da obige Ansicht tatschlich in Kreisen derAnhnger des Chalcedonense herrschte. (Diatetes c. 7, bei loann.Damasc. de haeres. M. 94, 753 A.)

    - In den Zusammaenhang pat auch nicht 1940 C: TQSlq xoivvv dvco-TccT) do^ai Tie(>l Trjg kvojaecog twv [ev] Xqlotc (pvaeiov xaxf'/.riB^rjOuv[Turrian bersetzt hier sogar confutatae sunt], ihaiQtTixi] ovyxvviy?/ xalrj xvpiojg hvojTLXTj ?.fyof.iiv7]. Es fehlt aber im vorhergehenden {dvioTacw)eine Darstellung der drei Lehrmeinungen ber die Inkarnation; erst rechtsind sie nicht im vorhergehenden widerlegt worden (supra confutatae),da die dritte (xv()ia>g hvcorix^) die orthodoxe ist; vielleicht ist dratraTastatt dvcDidrco zu lesen.

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    I. Die Schriften des Leontius im allgemeinen. 5Epilysis. Da die Triginta capita eine eigene berschrifthaben, macht bei dieser Annahme keine Schwierigkeit; dennin dem gleich zu behandelnden cod. Phill. 1484, der nur daserste Buch adv. Nest, et Eutych. enthlt, trgt jeder grereAbschnitt eine eigene berschrift, so da ein Zerreien desBuches in mehrere selbstndige Stcke mglich gewesenwre. Tatschlich ist in cod. Laud. 92 B das dritte Buchadv. Nest, et Eutych. durch ein drei Bltter (fol. 175 bis178) groes Stck in zwei Teile zerrissen (Loofs, 1. c.S. 13). Vielleicht hatte die Epilysis einmal dasselbe Schicksalund ist zu Unrecht von den triginta capita getrennt worden.Jedenfalls gehren inhaltlich Epilysis und triginta capita aufsengste zusammen, da beide Severus und seine Anhnger be-kmpfen.

    Turrian kannte Cave^ zufolge ein Werk des Leontiusin zwei Bchern, das loci communes enthielt. Es scheintdas wahrscheinlich Johannes Damascenus angehrende obengenannte Werk Leontii et loannis collectanea" zu sein. Von einer anderen uns nicht erhaltenen Schrift gegen Jo-hannes Philoponus spricht Nicephorus Call. Doch ist diesemZeugnisse wenig Glauben beizumessen (vgl. Loofs, 1. c.S. 130); wahrscheinlich sind die Triginta capita gemeint. AusNicephorus scheint die bei Cave mitgeteilte Notiz des Lab-beus zu stammen, da Leontius eine disputatio contra phi-losophum Arianum" geschrieben habe. Hier ist aber vonunserem Leontius gar nicht die Rede, sondern von Leontius,Bischof von Csarea in Kappadozien, der im Jahre 325 miteinem arianischen Philosophen zu Nica disputierte. (Ge-lasius V. Cyzicus, Hist. conc. Nie. vgl. Loeschke, Das Syn-tagma des Gelasius Cyzicensis, Bonn 1906.)^

    Weit wichtiger sind die von Fr. Loofs vorgebrachtenGrnde fr eine verloren gegangene Schrift des Leontius(1. c. S. 136-222; RE. XI 395). Diese Schrift, die Loofs

    ^ Scripsisse etiam Leontium duo locorum communium volumina,alterum d^elcov, alterum tojv dvd-Q(o7ilv)v prodit Fr. Turrianus de hierarch.ordin. 1. I. c. 12. Cave, Script, eccl. historia literaria (Genevae 1694),p. 303. Das Werk Turrians de hier. ord. ist hier leider nicht zu haben.

    - Diese Notiz verdanke ich Herrn Universittsprof. Diekamp (Mnster).

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    6 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.anfnglich ioXia nannte, deren Namen ihm aber neuerdingsungewi erscheint, soll die Grundlage gebildet haben fr dieuns erhaltenen Schriften: de sectis, contra Monophysitas,contra Nestorianos; in ihr sollen die Epilysis und Trigintacapita eine Stelle gehabt haben; in ihr sollen philosophischeAbschnitte ber (pvotq, vjtooraig, ewitoOTaiov, awuiorarovgewesen sein; sie soll ferner eine Polemik gegen Arianer,Sabellianer, Monophysiten, Nestorianer, endlich Vterzitatemit erluternden Schollen enthalten haben. Diese Grund-schrifthypothese hat sehr viel Widerspruch gefunden. Trotz-dem hlt Loofs an ihr fest; sie schien mir in der Tat anfangshaltbar, und ich suchte nach neuen Grnden, um sie zusttzen. Doch kam ich zu der berzeugung, da alle Loofs-schen Argumente sich auflsen lassen.

    1. Einen ersten Beweis fr die Grundschrifthypotheseentnimmt Loofs der Doctrina antiquissimorum patrum deVerbi incarnatione (Mai, Script, vet. nova coli., Rom. 1833,VII, p. 174). Loofs hat sieben lngere Zitate aus Leon-tius in der Doctrina nachgewiesen, die zum Teil Migne 86,II 2009 D ff. als fragmenta Leontii abgedruckt sind. DieseZitate finden sich smtlich in uns schon bekannten undnoch erhaltenen Werken. Deshalb ntigen uns dieseDoctrinastcke keineswegs, eine verloren gegangene Grund-schrift" zu fordern, aus der sie entnommen sind:

    a) Doct. pag. 53 incip. lortov ort r svvjtrarov ittoviTiv. Lemma: ex rcov xoXimv Eovriov dieses Zitatsteht de sectis 86, I 1240 C 12.

    b) Doct. p. 57. 'Ex, T(bv eovrlov ftovaxov rov Bv^avriovine. TTjv sjtivoiav dieses Zitat findet sich Epil. 86, II1932 A.

    c) Doct. p. 62. Ex Tcov xoX'kdv AeovTLoVf ovXZoytOfidgvvaywv xrX, inc. tJisLrjjttQ div es steht de sectis1. c. 1248 De.

    d) Doct. p. 64. 'Ex Tov Aeovriov oyoXioov nsgl rov dgiO^fioi,inc. loreov jidXiv Sri ojojibq t6 kv es steht de sectis1. c. 1244 B 12.

    e) Doctrina p. 4045 = triginta capita M. 86, II 1901.

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    5 I. Die Schriften des Leontius im allgemeinen. 7f) Doctrina p. 38 und wiederholt p. 48: Aeovxlov BvC^av-

    Tiov ola XaO(p7]fisl 2!vrJQog xal ol xar' avrbv fiOVog)V'lrai xara TTJg ev XaXxrjovL Ovvoov es steht de sectis1233 C.

    g) Doctrina cap. 16 [noch unediert, vgl. Loofs, 1. c. S. 124].Kara cccpd-aQzooxircov tcjv cljio 'lovXiavov rov 'AXizag-raootwg xal Faiapov rov ^Xe^avgecog ex rmv o^oXimvAsoPTiov es steht de sectis 1. c. 1261 C.Loofs gibt fnf dieser Zitate preis als nicht beweiskrftig

    fr seine Grundschrifthypothese. Doch soll nach ihm dasDoctrinafragment f) Originaltext aus der Grundschrift sein,whrend die Fassung dieser Stelle in de sectis eine Auf-schwellung des Originals bedeutet, eine paraphrasierendePredigt ber den Doctrinatext. Wir halten umgekehrt denText der Stelle in de sectis fr Original, und die Doctrina-fassung fr Exzerpt aus de sectis. Diese Auffassung istebenso annehmbar wie die Loofssche; sie wird besondersempfohlen durch den Umstand, da die Stze des Doctrina-textes wrtlich aus de sectis herbergenommen sind (vgl.die Gegenberstellung bei Loofs, S. 153 161). brigenshat der Verfasser der Doctrina mit Vorliebe lngere Ab-schnitte ins kurze gezogen (vgl. 2).Auch Doctrinafragment a) soll beweiskrftig fr die Grund-schrift sein. Es handelt von vjtoraoig, dwiiorarov, avvjto-orarov und findet sich zu zwei Dritteln in de sectis, wie schonLoofs gezeigt hat. Aber auch das letzte Drittel steht in desectis, was Loofs bersehen hat. Wir geben gern zu, dader Doctrinatext besser ist als unser Text von de sectis, derja im allgemeinen sehr schlecht ist (Loofs, S. 136 n. 4).Aber nachdem wir von den sieben Doctrinafragmenten 6V3als sekundre Ableitungen erkannt haben, werden wir ohneZaudern de sectis 1241 C als Vorlage des letzten Drittelsvon Fragment a) anerkennen.

    Doctr. p. 53.I

    de sectis 1241 C.rov ofiotov dh xqjiov xal tj

    j

    vjiozaoig xara ovo Crjfiaivo-\

    fisva)v (ptQsxai' rjfialvst yag ort 6e ovo rjfiacvofieva oidex6 aJiXmg Iv vjiagB^ei 6v, oxs xfjg vjtoxdosatg r) sxxXrjta-

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    8 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Bvzanz.

    iicoftdrcov arsQrjrai ' rj^alvetxal t jiQOmjiov rb xaO-'kavTo v

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    I. Die Schriften des Leontius im allgemeinen. 9j'Ofibvov Xoyoq eorlv tco C'f]-TOVVTL, xal ovTCog rag ajto-Xoyiaq jiOLeifhai.Die bereinstimmung der Texte ist sehr gro. DerText von de sectis ist gerade an der vorliegenden Stelle biszur Unverstndlichkeit korrumpiert. Hauptschlich fehleneinige Vterstellen, die in dem Doctrinafragment stehen.Gerade in den Vterzitaten ist unser vorliegendes Werk desectis auch sonst verstmmelt, so da wir unbedenklich an-nehmen drfen, dem Verfasser der Doctrina habe eine aller-dings bessere Rezension des Werkes de sectis vorgelegen.Zudem bilden auch in de sectis wie in der Doctrina dieAusfhrungen ber evvjtoTarov, avvjtoOTazoi^, hnooraia einGanzes; in beiden Werken stehen die Ausfhrungen bervjtoTaig am Schlu, die ber svvjzraTov am Anfang, beravv:jt6TaT07^ in der Mitte.

    2. Fr die Grundschrifthypothese berief sich Loofsnamentlich auf inedita, die in keiner der bisherigen Schriftendes Leontius stehen und infolgedessen notwendig auf eineverlorene Schrift hinzuweisen schienen. So fand er cod.Laud. 92 B fol. 175 rov avrov [nach der ZusammensetzungAeovrlov] xetpdXaia xara diacpoQoov aiQsrixmv ine. '0 "QUogTQilg vjtoordsig bftoXoy^l aXXa rrjv fiovda agvelrai xal ovXtyei ofioovotov xxl (Loofs, S. 13). Dasselbe Stck bemerkteRgamer (1. c. S. 4) in einem Codex des AthosklostersGregorius; allerdings ist es hier anonym und trgt die ber-schrift: xiqxxXaia txa jisqI rmv ovo q)v6^a)v rov xvgiov rjucv'l7]Oov XgiOTov, ine. 'O "Agsiog xtX wie oben. Von demselbenVerfasser stammt das folgende Stck des Athoscodex: rovavrov xs(pdXaia dexa jisgi oviag xal cfvecog, vjioordosojg rsxal jzgoojjiov. Rgamer und nach ihm auch Loofs (Artikelin RE.) nahmen auch fr dieses zweite Stck die Autor-schaft des Leontius in Anspruch. Loofs wies auch diesephilosophischen Kapitel der verlorenen Grundschrift zu.Endlich hatte Pitra (Anal, sacra et class. tom. V, p. 46, Paris1888) auf unedierte Schollen des cod. lan. 27, saec. 11 hin-gewiesen, die sich zwischen den Zitaten des Florilegs desLeontius befnden. Loofs nahm auch diese Schollen als

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    10 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von yzanz.Reste der Grundschrift in Anspruch. Auf diese Scholienwerden wir in anderem Zusammenhang ( 3) zurckkommen;doch sei schon hier bemerkt, da sie fr die Existenz derGrundschrift gar nichts beweisen. Ebenso ist es mit denbeiden anderen inedita. Die antihretischen Kapitel (6 'gtiogxtX) des cod. Laud. 92 B sind der lngst bekannte Traktatdes Maximus Confessor de duabus in Christo naturis (M.91, 145 A sqq.). ^ Die handschriftliche Bezeugung spricht sichentschieden fr Maximus als Verfasser aus.-

    Freilich wird der Traktat de duabus naturis auch demPresbyter Timotheus zugeschrieben. Unter seinem Namenhat ihn Meursius in Variis divinis Lugd. Bat. 1619, p. 127(Meurs. opera VIII 738) zum erstenmal herausgegeben.Auch Combefis (Auct. nov. bibl. Patr. IL p. 443, Paris 1648fol.) schwankt, ob er Maximus oder Timotheus als Verfasseransetzen soll. Mag man unter diesen Umstnden vielleichtzwischen Maximus und Timotheus als Verfassern schwanken,so wird man doch auf Grund dieser handschriftlichen Ver-hltnisse nicht mehr an Leontius als den Verfasser denken.Auch eine Stiluntersuchung des Traktates weist weit vonLeontius weg. Der Verfasser der X cap. de duabus naturisliebt eine oberflchliche Breite. So macht er aus dem einen

    1 Diese Mitteilung verdanke ich Herrn Prof. Diekamp (Mnster), derden Text gelegentlich in Oxford abschrieb.

    - Unter dem Namen des Maximus steht der Traktat: cod. Paris, ii,an. ii86, fol. 302; cod. Paris. 491, saec. 13 v. 14, fol. 277 V.; cod. Paris.886, saec. 13, fol. 84; cod. Paris. 1119, saec. 14; cod. Paris. 161 2, an. 1493;cod. Paris. 1782, saec. 14. Cod. Taur. 25, saec. 11, fol. 71; cod. Taur.200, saec. i4. Vindob. bibl. Caes. cod. 45 n. 50 (Lamb. VIII 937);cod. 78 n. 80 (Lamb, III 419). Monac. cod. 368, saec. 12 (cat. IV 58);cod. 256, saec. 14 (cat. III 89); cod. 225, saec. 13 (cat. II 467). Die Zahlder Zeugen fr Maximus liee sich noch leicht vermehren. Die ber-schriften sind teils sehr umstndlich; so z. B. cod. Taur. 200 (cat. p. 300):Tov ayiov nazpdg ^/uiv Ma^ifxov xov 6(o).oytiTov xs(pd?.aia i' xai''(j6iov, 2aek)Aov, Nsozop/ov xal Eviv/^ovc, ine. '0 'Agsiog zag ZQtlgvnooiastg 6/xoXoysl xzL Der cod. Monac. 368 schreibt gar: Tov avzovayiov Ma^lov negl zwv (pvoecov zov xv xal &eov xal acozrJQog thjkvvIV x^ ^^ ^^'^ ^ ccpslog fiev xal vsozoptog zov ze zrjg d^BoXoyiag xal zijgotxovofiiag Koyov [add. diaipovaiv ex Monac. 256J, ^a(-).).iog de xalEvTVX^g inevavziag zovzwv ovy/Jovaiv.

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    I. Die Schriften des Leontius im allgemeinen. 11Satze des Leontius (lib. tres 1288 B), da die trinitarischenIrrlehren des Arius und Sabellius den christologischen Irr-tmern des Nestorius und Eutyches korrespondieren, sofortdrei Kapitel (n. 1, 4, 5). Wer eine solche Tautologie schreibenkann, wie etwa 6 tolvw Xiycov xai taqogav xal ticoiv ImXQLTOv, ovrh T?yr dia

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    12 L Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.cedonense nicht" (Loofs, S. 128). Demgegenber hat schonMller in der Besprechung des Loofsschen Buches (ThLZ.1887, S. 336) darauf hingewiesen, da man bei xa Aromaan die tres libri denken knne. Tatschlich ist der Titel txT(Dv BovTLcov erhalten als Lemma zu Exzerpten aus demersten und dritten Buch adv. Nest, et Eutych. Doch daraufmssen wir bald noch nher eingehen. Der Inhalt des vonGermanus bezeichneten Buches pat vorzglich zu dem In-halte der tres libri. Das Buch Asoma bei Germanus ent-hielt viele xQ7]tiq jt^qI t/^c vixtjq qcovf/g; das erste Buchadv. Nest, et Eutych. bringt allein 82 Vterzitate fr dieZweinaturenlehre. Dieses Eintreten fr den Dyophysitismusist eine Apologie" des Chalcedonense, wie sie Germanusmit den Worten vjihg rfjg roiavTr/g ovrov avirdfitvog kaumtreffender htte charakterisieren knnen. Das dritte Buchadv. Nest, et Eutych. nimmt sogar in der Ankndigung desLeontius ausdrcklich Bezug auf das Chalcedonense.^

    4. Loofs hat auch in einer Stelle der Epilysis (1936 C)einen Beweis fr die verlorene Grundschrift finden wollen:Nach Epilysis 1936 C hat Leontius von Byzanz ein Buchgeschrieben, in dessen erstem Kapitel in ganz hnlicherWeise wie in adv. Nest, et Eutych. 1277 D ber die Begriffe(pviq, vjioTaig, Ivvjiozarov gehandelt ist. [In dem schonmehrfach erwhnten Artikel der RE. fgt Loofs mit beson-derem Nachdruck dwitorarov hinzu.] hnliches mssennach de sectis 1193A die Schollen (Grundschrift) gleich imersten Kapitel enthalten haben" (1. c. 204). Doch hat Loofsaus der Epilysisstelle zu viel herausgelesen.- Diese Stelleenthlt nicht den geringsten Hinweis auf die Grundschrift,

    1 Kata Tivv vnoxQLVoiikvojv ztjv fjiey?.7]v xal olxovfxeviy.rfV avvoovr/}v h Xakx7]d6vi (M. 86, 1272 A).

    - Die Stelle lautet: /7c(? de xal riva zQonov xov xs y^eov Aoyovxccl rf}^ xaz' avxov ccvd^^tconxrjxog xeXeiwg xal dveXleinuig sxovxcdv ovxvKooxasiQ dk)! ovo lag slg xt,v xiv avw&tvtwv ovvQOfiriv ol Uaxspeg7iaQaXa(j.vovoiv, ovo' onoxtfjag ovoTjg dvvnoaxdxov sv n i. TipcjxioX8(pa/.aicp xcv dgxiwg ?]7T0(jtj^iva)v; 2. xal ii^^g xal 6V X(3. 71QWXW koyo) xtjg Tigayuazeiag xrjg yevofxevjjg rjfjtlv xaxa xwvtvavx 10 oxrjZiv n/.r^gsoxaia dnodidoxai (1936 C).

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    I. Die Schriften des Leontius im allgemeinen. 13sondern 1. auf die Epilysis der anoglaL Severs, Kap. I;2. auf das nach 1936 G folgende Kapitel der Epilysis; 3. auf1. I der libri III adv. Nest, et Eutych. An den drei ge-nannten Stellen will Leontius keine allgemeinen philosophi-schen Abhandlungen ber ^viq, vjioraig, irvTioOTaror,avvnoTarov geben, sondern eine Antwort auf zwei ganzkonkrete Fragen: 1. warum die Vter bei der Inkarnationvon einem Zusammenkommen {awgofi?]) zweier Usien (ov-oic5v), aber nicht von der Einigung zweier Hypostasen (e^vjioordsojr) redeten, da doch beide Naturen vollkommenseien {TeXdcoq xal dveXXeijrcg ex6vT(Dv)\ 2. warum keine derbeiden Naturen dvvjtoraxoq genannt werden drfe. Dieerste Frage ist im ersten und letzten Kapitel der Epilysisbeantwortet, die zweite findet 1. III adv. Nest, et Eutych.1277 D ihre Lsung.

    5. Einen letzten Beweis fr die Grundschrift fand Loofsin dem bei Migne 86 II 2003 C2009 D abgedruckten Frag-ment. Es ist von Mai aus cod. Vat. Pal. gr. 262, 115 alsFunote zur Doctrina verffentlicht unter dem handschrift-lichen Titel djio Tcov Aeojniov, incip. otl ov ravTbv vjco-oraig xal evvjiTazov. Dieses Fragment enthlt einen fnf-zehn Zeilen langen Abschnitt (2009 Co ine. on doc), derin keinem der bisher bekannten Werke des Leontius sichfindet und doch durch das Lemma als geistiges Eigentumdes Leontius gekennzeichnet scheint. Es ist zweifellos,schreibt Loofs, S. 119, da Fragment I uns das Vorhanden-sein einer xd Asovzia betitelten Sammlung von opera Leontiibeurkundet, in der neben den libri tres adv. Nest, et Eu-tych. auch eine jetzt wenigstens in ursprnglicher Gestaltnicht mehr vorhandene Schrift sich gefunden hat, in welcherder Verfasser von seinen philosophischen Voraussetzungengehandelt hat." Durch diese wichtige Schlufolgerung erhltdie an und fr sich wertlose Kompilation eine hohe Bedeu-tung. Fragm.ent I ist uns sehr oft berliefert (vgl. Loofs,S. 109) unter etwas voneinander abweichenden Lemmata.Cod. Vat. Pal. gr. 281, s. 11 hat die Aufschrift djio tcpAeovxIvcov, Hardt nennt es im Kat. der Mnchener grie-chischen Handschriften cod. 104 recht passend excerpta

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    14 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.Leontii. Loofs hat (S. 110) im einzelnen nachgewiesen, wosich die einzelnen Stze des Fragmentes finden. Dabei er-gab sich folgendes: 1. Fragm. I 2004 C : Hb. III adv. Nest.et Eutych. 1277Ci3; 2. 2005 B9: 1281 Cio; 3. 2005 B 11:1284B9; 4. 2005 D 2: ISOOAs; 5.200507: 1300Bii;6. 2008 B: 1301 An; 7. 2008 C 4: 1301 C 9; 8. 2008 Co:1301 D 10; 9. 2009 A 6: 1308 Bi; 10. 2009 A 10: 1308 B 4;11.2009A14: I3O8C11; 12. 2009 B 2: 1309 A 7; 13.2009B6;1380 B 2; 14. 2009 B 8: 1380 As; 15. 2009 Bio: 1380 Ci;16. 2009 B 14: 1380 2; 17. 2009 Co: ohne Parallele;18. 2009 C 16; ohne Parallele. Der Kompilator des Frag. Ihat also in n. 112 das erste, n. 1316 das dritte der libritres adv. Nest, et Eutych. exzerpiert. Fr n. 16 und 17fehlte bisher die Quelle, wenn man sich nicht zu der Grund-schrift Loofs bekennen will. Ich habe dieselbe festgestelltin dem Kommentar des Ammonius Hermiae zur Isagoge desPorphyrius. (Commentaria in Aristot. graeca, Berol. 1891;1895, pars III et IV.) Ammonius, der schon beim Todedes Proklus (485) in Alexandrien Philosophie vortrug, warder Lehrer des Zacharias von Mitylene und anderer Kirchen-schriftsteller der justinianeischen Periode. Aus seinem Kom-mentar zur Isagoge Porphyrs stammen die Schlustze vonFragment I. Man vgl. Am. Isag. IV, pars III, p. 32,23 sqq.mit Fragm. I 2009 C 5 sqq.; ferner Isag. prooem. p. 21,8 mitFragm. I 2000 C 16 sqq. Der Vergleich ergibt, da der Kom-pilator von Fragment I fr den letzten Teil seiner Kompi-lation das Ammoniussche Kompendium der Logik in hn-licher Weise exzerpierte, wie er fr den ersten Teil die libritres des Leontius ausnutzte. Die berschrift des Fragmentessollte ganz korrekt heien: hx rcov tovriov xal Mfificovlov.Da aber Leontius den weitaus grten Teil des Fragmenteshergeben mute, so hat der Kompilator nur den Namen desLeontius ins Lemma gesetzt. brigens handelt der letzteSatz des Fragmentes ber die Erfordernisse einer guten Buch-vorrede, die sich ber das Ziel, die Ntzlichkeit, Echtheitund Anordnung des Buches aussprechen msse. Aber wassoll das am Schlsse eines Traktates ber die Zweinaturen-lehre Christi? Ich glaube daher, da der Schlu gar nicht

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    2. Leontius und Theodor von Raithu. 15ZU Fragment I gehrt. Sollte er aber originr sein, dannmte man Fragment I als jr/rg einer Handschrift auffassen,wofr man dann auch anfhren knnte, da alle Stze desFragmentes I mit on anfangen. Mag man immerhin berden Zweck dieser Kompilation verschiedener Meinung sein,so viel ergibt sich aus dem Quellennachweis mit aller Sicher-heit, da Fragment I keine Kompilation aus einer verlorenenGrundschrift ist.

    2. Leontius und Theodor von Raithu.Die schon mehrfach erwhnte Schrift de sectis oder

    scholia Leontii, die mit ihrem vollen Titel Aeovrlov oxoXa-OTtxov Bv^arrlov oyoXta ccjio (fcorfjq OeocoQOv , tov 0^og)L-Xerrov d xal og)coTdTOv (fiXo6(fOv, TrjV rs {hdav xalt^wTixTjv q)tZoooq)fjavzog yqa^yjv heit, wurde von alters hervon allen Schriften des Leontius am meisten geschtzt.Leider ist der vorliegende griechische Text ziemlich schlecht.Combefis las im cod. Paris, reg. 1115, saec. 13 einen weitbesseren Text, der auch Vterzitate enthielt (vgl. Loofs,S. 136). Eine Reihe von Vterzitaten aus de sectis sindindes von Angelo Mai ediert worden aus cod. Vat. graec.1904, aber von Migne beim Neudruck von de sectis ber-sehen worden. Sie bilden den Schlu der actio IX. von desectis. Es sind elf Zitate, die sich alle in den Florilegiendes Leontius finden, woher sie entlehnt sind:^

    1. Athanas. c. Arian. 1. 1; wohl Leont. 15.2. Gregor, theol. in epiphan.; Leont. 21.3. eiusdem orat. II de filio; Leont. 22.4. Gregor. Nyss. contr. ApoL; Leont. 24.1 Sie stehen allerdings an einer Stelle, wo man sie nicht suchen

    sollte, nmlich in der Vorrede zur Panoplia dogmatica, Nova patr. biblioth.tom. 11, p. 596. Romae 1844. Leider hat Mai nur dreimal die Initiengegeben, bei n. 6, 7, 8; aber trotzdem lassen sie sich mit ziemlicherSicherheit identifizieren mit Hilfe des Lemmas, dann auch infolge dergroen Abhngigkeit des Werkes de sectis von Leontius; besonders aber,weil die Zitate sich in einer ganzen Reihe von Florilegien nachweisenlassen. Die Hinweise auf das Leontiusflorileg beziehen sich auf 4 dieserArbeit.

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    16 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.5. Ambrosii, episc. Mediol., ad Gratian.; Leont. 32.6. eiusdem ad Sabin, (cod. JiJarjviavv) ine. ovxovv des.

    xvyxdvi;}; Leont. 35.7. eiusdem, explic. symboli; Leont. 36.8. Augustin. ine. Ljiiyvcod^i; Leont. 42^.9. Cyrilli (Alex.) de adorat. in Spir. ; Leont. 70 oder 73.10. eiusdem ex epist, ad Valerian.; Leont. 81.11. eiusdem ad Oriental.; Leont. 79.Loofs hat unwiderleglieh dargetan, da de seetis nieht

    von Leontius stammen kann, da es zwischen 579607 ent-stand, als Leontius sehon tot war (1. e. S. 136 163). Ersieht in ihm ein Werk des Abtes und Philosophen Theodor.ber die Person dieses im Titel von de seetis genanntenAbtes und Philosophen fehlen bisher alle Nachweise. Wirglauben ihn in der Person des Theodor von Raithu gefundenzu haben. ^ Von ihm besitzen wir eine einzige Schrift deinearnatione (M. 91, 1479). Im cod. Phill. 1484 (vgl. 3) fanden wir ein anonymes Stck, das wir gleichfallsTheodor von Raithu zusehreiben mssen: IlEQi rwv ^lXo-o^cov q)covc5v rcv tv zolg oyfcaOw Xtyofiivcov, inc. t6 fcevrfjQ, ovlaq vofia avxrjv xt^v xXfiolv (prjfic y.al Tf]r Jigor/yo-Qiav xtX (fol. 15F sqq.). Wir mssen es Theodor von Raithuzuweisen 1. auf Grund des Kataloges der Werke Theodorsvon Raithu, den uns Leo Allatius liefert. Er kannte eineSchrift Theodors v. R., deren Initium mit unserer anonymenSchrift wrtlich bereinstimmt: rig

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    2. Leontius und Theodor von Raithu. 17zweiten Teil sie auch bildet; denn 3. am Schlsse von deincarnatione verspricht Theodor eine Darstellung der imDogma gebrauchten philosophischen Begriffe (M. 91, 1504A),aber nicht im Sinne der Kategorien des Aristoteles und derfgc (fiXoo^oi, sondern der kirchlichen Terminologie. DieserAnkndigung entspricht durchaus unsere anonyme Schrift,die die dogmengeschichtlichen Begriffe ovola, g)vig, vjio-oraocg, jiqoodjiov usw. behandelt und geflissentlich denGegensatz des kirchlichen Gebrauches dieser Termini gegenden weltlichen Gebrauch derselben hervorhebt.

    Diesen Theodor halten wir, wie schon erwhnt, auchfr den Verfasser von de sectis: 1. der Verfasser von desectis schrieb vor 610, auch Theodors Werk de incarnationeist vor 620 geschrieben (vgl. Ehrhard 1. c). Theodor vonRaithu ist wie der Verfasser von de sectis Abt und Philo-soph. Zwischen ihren Ideen herrscht vollstndige Kongruenz;sogar die damals seltene historisch -dogmatische Anlagehaben de sectis und de incarnatione gemeinsam. 2. Den dreiSchriften, die wir Theodor von Raithu zuweisen (de sectis,de incarnatione, de terminis philosophicis) ist eine starke Ab-hngigkeit von Leontius von Byzanz eigentmlich. Die Ab-hngigkeit des Werkes de sectis von Leontius ist durch Loofsdargetan (vgl. namentlich S. 139, 146 f.). Die Abhngigkeitder neuen philosophischen Schrift von Leontius wollen wirnur an einem Beispiele zeigen:

    Phil. 1484 f. 152^:Ovla f^ev yg avro r slvai(iovov rjXol , Yj vjtooratg ov(iovov To BLvai tjXoi dXXaxal TO Jtcog tyuv xal bjtolvTL sivat JcaQiTTjt , xal r} fisvovia TavTOV h eijiuv rj (pv-ig slovg Xoyov ejtsx^i,ij d\ vjtoTatg tov rivogdrjXwTLTCJ]' xal ?) fihv ov-ia xad^oXixov TiQayuaTogXCLQaxTTjQa r/Xot, tj h

    Jan glas, Leontius v. Byzanz.

    lib. tres M. 86, 1280 A4:'^H (ihv yaQ (fvig tov tovsivai Xoyov sjccsxsTat, tj hvjtoOTaig xal tov tov xad-'eavTO elvat, xal

    Tj fiev {(pvdLg)elovg Xoyov tjtix^i', ^ ^^TOV Ttvog 6rjX

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    18 1. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.vjtraOig xov xoivov r \ xoivov rb lcov djtota-liov vjteQiaTsXXsi.

    \TeZXsi.Zum Erweise der Abhngigkeit der Schrift de incarna-

    tione gengt es, auf einen gemeinsamen Fehler hinzu-weisen, den Theodor aus Leontius (Hb. tres 1317 CD) ber-nommen hat. Theodor berichtet (de incar. 91, 1497C, 1500B),genau wie Leontius, da Severus durch den Streit mit JulianV. Halik. veranlat worden sei, seine Christologie zu ndernund eine Schwenkung nach dem Chalcedonense hin zumachen. Wie wir spter (11) zeigen werden, beruhendiese Nachrichten auf Irrtum.^

    Als letzten Beweis fr die Autorschaft Theodors vonRaithu von de sectis fhren wir ihr ganz gleichmiges Ver-halten zur Doctrina an. Sowohl der Verfasser von de sectisals auch Theodor von Raithu sind reichlich, aber anonymin der Doctrina benutzt. Aus de sectis sind fnf lange Zitatein die Doctrina aufgenommen ( 1); eine vollstndigeAusgabe der Doctrina wird wahrscheinlich noch mehr Zitateaus de sectis enthalten. Ebenso enthlt die Doctrina einlanges Zitat aus der neuen philosophischen Schrift Theodorsvon Raithu: Doctrina bei Mai 1. c. p. 11 col. b 'H ylv ovola= cod. Phill. 1484, f. 152^ Zeile 4.^ Der Verfasser derDoctrina hat das Zitat durch Exzerpieren gekrzt, dabei einigeunwesentliche nderungen vorgenommen. Auch das vorher-gehende Stck der Doctrina, das ebenfalls anonym ist, enthlteinige Stze aus der philosophischen Schrift Theodors vonRaithu. Aus allem ergibt sich mit Notwendigkeit, da Theodorvon Raithu, den man bisher abseits des dogmengeschicht-lichen Lebens auf die Halbinsel Sinai versetzte, in denKreis des Leontius von Byzanz und des Verfassers derDoctrina zu rechnen ist, ja da er der Verfasser von desectis ist.

    1 Andere auffallende Parallelen sind: lib. tres 1301 D: de incar.1496C; trig. cap. c. 11: de incar. 1496D; trig. cap. c. 5: de incar. 1497A;epilys. 1940 D: de incar. 1493 D; Leontiusflorileg 23: de incar. 1496 A;lib. tres 1352D: de incar. 1492 D.

    ' Das Zitat steht cod. Paris. 1009 unter dem Namen Gregors desTheologen, doch ist der Text bedeutend jnger als Gregor von Nazianz..

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    2. Leontius und Theodor von Raithu. 19Doch besitzen wir de sectis nicht in der Form, wie es

    Theodor von Raithu zu Papier brachte, sondern wie eseiner seiner Schler, mit Namen Leontius, in den theolo-gischen Vorlesungen Theodors nachschrieb. Fr diese Be-hauptung mchte ich jedoch nicht denselben Grad von Sicher-heit in Anspruch nehmen wie fr die vorhergehenden. Dochscheint mir diese Hypothese die natrlichste Deutung desTitels von de sectis zu sein: Aeovrlov BvC^avxiov oxoXaorixovxoXia ajio (f)covr}Q OeocoQov. Loofs (S. 141 ff.) erklrt diesenTitel allerdings umgekehrt: eine Arbeit Theodors auf leon-tianischer Grundlage; diese leontianische Grundlage Theo-dors glaubt Loofs in der verlorenen Grundschrift gefundenzu haben. Loofs gesteht allerdings: berall, wo die Sacheerwhnt ist, finde ich die Ansicht ausgesprochen, der Titelbesage, da Leontius den Inhalt der Schrift ex ore Theodoriabbatis erhalten habe (Fabricius-Harles VIII, p. 310)." Inder Tat scheinen die Worte djto (pcovriq 6eo6mQov den AbtTheodor als den geistigen Urheber der Schrift zu bezeichnender Scholastikus Leontius hat das geistige Eigentum Theodorszu Papier gebracht; dieser Leontius, der zu dem Abte Theodorin einem Schlerverhltnisse steht, kann natrlich nicht derVerfasser der lib. tres, Epilysis u. Trig. cap. sein; aber dieAnnahme zweier Leontius aus Byzanz, eines Mnches inder ersten Hlfte des 6. Jahrhunderts und eines Scholastikuszu Anfang des 7. Jahrhunderts hat meines Erachtens nichtsBefremdendes. Der Titel at (pmvrjc, Osocdqov lt an sichdie Frage offen, ob Leontius in dem Abte Theodor seinemndliche Quelle hatte, etwa dessen Vorlesungen hrte,oder ob er ein Werk Theodors vor sich hatte, aus dem erschpfte. Denn ajtd cpcovrjq kann ebensowohl eine schrift-liche wie eine mndliche Quelle einfhren. ^ Wenn es z. B.cod. Venet. Marc. 22 heit e^rjy7]Ttxd5v sxXoycov ejtirofifj eigTov ExxlrjiarrjV djio (pmvfjq rgr^yoglov NvOOrjg , Atovv-iov 'AXs^avQEcog, '^iQiyivovg ^EvayQiov, Aivfiov, NsiXov xal

    1 ber ctTio (pcjvriQ, oy^oXia hat sehr gut geschrieben Skowronski, Deauctoris Herenii et Olympiodori Alexandrini scholiis, Vratisl. 1884 (Dissert.),p. 43 52.

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    20 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.VXvfijtiowQov ,^ so ist ohne weiteres klar, da der Autorder Ekloge schriftliche Quellen vor sich hatte; denn erkonnte unmglich die zeitlich so weit auseinanderliegendenTheologen alle persnlich gehrt haben. Doch mchte ichdie Formel ^oXia Aeovxiov oxoXaOnxov ccjto (pmvfjq Oeo-wQov im Sinne einer mndlichen Quelle auffassen, so dader Scholastikus und Scholienschreiber Leontius in einSchlerverhltnis zu dem Abte und Philosophen Theodortrte. Das Werk de sectis legt nmlich an vielen Stellenden Gedanken nahe, als bringe es gehrte Vorlesungen zuPapier.2 Auch die vielen mit fitTeX^-ofiev eingeleiteten ber-gnge (z. B. 1240 A i), die mannigfachen Zurckverweisungenauf schon Dagewesenes (z. B. 1260 B), die latent dialogischeForm, der hufige Plural {Xsyofiev, sjiiXvoned^a, ?.voofi8v etc.1240), die Besorgnis, nicht klar genug sich auszudrcken,^deuten auf Vorlesungen vor Studierenden hin. Vor allenDingen fallen auch die Schluformeln einzelner Abschnittevon de sectis ins Gewicht, z. B. f^^XQ'^ ^w rcov evravd-aXeyst rj yga^rj (1209 B u); avtr^ hotlv rj monq rcv Xql-6Ttavc5v{\\97D); ev rovroig // jcg^ig (1212 Bis; 1217 Di);SV TovToig 7j d^BcoQla (1212 B; 1233 B; 1257 B). Da wirdie Vorlesungen Theodors nur in der Nachschrift einesSchlers besitzen, ist keine ungewhnliche Hypothese; siewird hufiger in der Textberlieferung griechischer Philoso-phen angenommen (vgl. Skowronski 1. c. S. 42) und hat ihreParallelen in der patristischen Predigtliteratur, die wir ftersnur den Nachschriften der Zuhrer verdanken.

    3. Cod. Phill. 1484.Von den Werken des Leontius von Byzanz besitzen

    wir bisher noch keine kritische Ausgabe, die unter Benutzungdes gesamten handschriftlichen Materials hergestellt wre.Leider kann ich auch nur einen bescheidenen Anfang der

    1 Kilian Seitz, Die Schule von Gaza, Heidelberg 1892 (Dissert.), S. 19.' 1193A1, 1197D4, 1200D1, 1208 B, 1212C, 1220D1, 1221B12,

    1224D9, 1240A1, 1248 B 6, 1241 Aio, B7.3 1241 Aio. "/va aa

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    S 3. Cod. Phill. 1484. 21handschriftlichen Forschung bieten. Unter den Meerniann-handschriften der Berliner Kgl. Bibliothek findet sich cod.Phill. 1484 (=Meerm. 152), eine moderne Abschrift eines altenCodex, der von fol. 158^ an bis zum Schlu das erste Buchdes Leontius advers. Nest, et Eutych. enthlt. Der Codexist von der Hand Sirmonds geschrieben (15591651), demunermdlichen Bibliothekar des Pariser Jesuitenkollegs Clara-montanum. Die Vorlage Sirmonds ist fr den ersten Teilder Abschrift im Phill. 1484 selbst angegeben (vgl. KatalogS. 32). Fr die zweite Hlfte (fol. 110190) lt sich mitSicherheit nachweisen, da cod. Phill. 1484 aus cod. Jan.27, saec. 1 1 , oder einem verwandten Codex abgeschriebenist. Das ergibt sich zunchst aus der bereinstimmendenReihenfolge der Stcke in beiden Handschriften.^ Besonderslehrreich ist dann der Schlu. Beide Codices brechen pltz-lich ab mitten in einem Zitate aus dem Concilium Antio-chenum mit den Worten jisqI Xoyov de xal oocpia^ islex^i]'fitv xai jtdvxa . . . (Pitra , Analecta sac. et class. 1886tom. 3, p. 600). Um das innere Verhltnis der cod. Jan. 27u. Phill. 1484 festzustellen, habe ich ein Stck aus cod.Jan. 27 (ediert Pitra, Anal. tom. 5, p. 67-70) mit demgleichen Abschnitt des cod. Phill. 1484 verglichen, wobeisich eine fast wrtliche^ bereinstimmung herausstellte, wh-rend der von Pitra ebenfalls herangezogene cod. Monac. 67textlich mannigfach abweicht und ein bedeutend lngeresStck der Abhandlung enthlt.

    Der cod. Phill. 1484 liefert uns einige wichtige Beitrgezur Kenntnis des Leontius. 1. Er bietet an einigen wichtigenStellen brauchbare Lesarten, wo der vorliegende griechischeText verderbt ist. Wir geben dieselben da, wo wir die be-treffenden Stellen erklren, verzichten aber darauf, alle

    1 Cod. Phill. ist beschrieben im Katalog der Meermannhsch, Berlin1892, S. 30; cod. Jan. 27 bei Pitra, Anal. sac. et class. Paris 1888, tom. V,p. 44 sqq. und bei A. Ehrhard , Zur Katalogisierung der kleineren Bestndegriechischer Handschriften in Italien, Zentralblatt fr Bibliothekswesen 1893,S. 204 f.

    2 Abweichungen: avv8t,vxf^cii Jan., avvt'Qsvxxai Phill.; 7ie(jl xpvxfj?Jan., 7i8(>t xpVjC^v Phill.; ifVQioq Jan., xvqIvjq Phill; tniv^aivov Jan..ETiiovficitvov Phill , dyad^) Jan., dya&c yai avTaya&io Phill.

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    22 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.Varianten auszuschtten. 2. Aus cod. Phill. 1484 knnen wirdie bei Mai und Migne verschwundene, von Leontius aberangekndigte Einteilung des ersten der b. tres in Kapitel^wiederherstellen.

    1. ffaolv yaQ M. 1276 5.2. aW 6 av&QcojtoQ M. 1280 B 13.3. aXX' rj ipvxri M. 1284 B 1.4. d reXsia M. 1285 C i.5. Ti ovv (faiv M. 1289 B 2.6. xa^coq aoi M. 1293 B 12.7. tJtsl 6 jtg M. 1297 Co.

    Der cod. Phill. 1484 gibt uns auch den griechischenText des ersten Leontiusflorilegs, das wir im folgenden Pa-ragraphen behandeln. Endlich finden sich hier auch diescholia Leontii zwischen einzelnen Vterzitaten, die auchPitra im cod. Jan. 27 bemerkt hat, und auf die Loofs einenneuen Beweis fr seine Grundschrifthypothese aufbaute(vgl. 1). Wie hinfllig dieser Beweis ist, ergibt sich ohneweiteres, wenn wir die scholia testimoniis patrum intermixta^einfach edieren. Nur ein einziges dieser Schollen ist bisherdem griechischen Texte nach bekannt (M. 86, I 1316). Diebrigen Schollen folgen hier:

    1. fol. 178^ 'I60V rov KvQiov ?)fici> 'Itjov XqiOtov fiiavvjtoratv eiQTjxe [sc. BaoUuog] JiQOiaOrXaq firj ravxbv eivatovoiav xal vjtraoiv.

    1 Mit Hilfe eines Zitates aus Niceph., Antirhet. (Pitra, Spie. Soles. I,348, Paris 1852) hat schon Loofs die Anfnge der drei ersten Kapitel wieoben festgestellt.

    2 Pitra hat berhaupt sehr ungengende Notizen. So spricht er (1. c.III, p. 600) von zwei Werken des Leontius gegen die Nestorianer, daseine in drei, das andere in fnf Bchern (!). Am Schlsse des erstenWerkes, nicht des ersten Buches (primi operis, non primi Hbri) will er78 Vterzitate gelesen haben. Zwei Jahre spter (l. c. V, 40) sind es76 Zitate. Sie stehen am Schlu des ersten der lib. tres adv. Nest.et Eutych., da der cod. Jan. 27 berhaupt nur das erste der lib. tres ent-hlt. Pitras Notiz von den fnf Bchern gegen Nestorius stammt ausMai, der zu den drei Bchern adv. Nest, et Eutych. auch noch trig.capit. und epil. als einheitliches Werk rechnete. Die drei Bcher Pitrassind unsere lib. tres.

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    3- Cod. Phill. 1484. 232. fol. 179^ '^Ixav ravra jiQog ro TragaOrijOai , bnoiav

    sxov Ol jiaXaiol 66av Jisgl jtQocojtov xal vjcordsoog,g)v(6g TS xa\ oviag' xal mg efUiaXiv rj ejtl rrjg Tgidog exeiTj Tfjg evavd-QCDjiTjECog tvmig, rjrig dXXo fiev xal aXXo xalfjitrd TTjV evcoiv hxvvl ra cor rj evcoig. EIjcbq firjravTOv [ravTo] ^rji ro doQarov reo OQarm xal xQOVOv rmvjto XQOVov. Tavra yccQ ovsjiors dXXrjXoig ravTov [ravro],el xal JttQl ravTOV exazega' ovx dXXog 6h xal XXog g)7]0l, fii]ytvoLTO. Ove yccQ dXXog 6 Ayog xal dXXog 6 KgiOrog, ovhXXog 6 ffvosi vlbg xal dXXog 6 d^eei v(hQa)jiog, dXX sig xal6 avTog IxdrsQa. "AXXog (lev ydq xal dXXog 6 JJarrjQ (prjOivxal 6 '^Viog, xal id tovto ovo vjtordeig. "AXXo 6h xal dXXod^eoq xal dv&gmjtog, xal id tovto xal ovo g)vOetg, Ov jtOTS(ihv TOVTO, jtOTB 6h extlvo, dXX del xal dXXo [? dXXog\ fthviQog Tov UaTSQa, du 6h dXXo Jtgbg ttjv dgxa, cog 6l^ei xalT i^fjg tSv [iBT avTOvg t avTop mfpsXrj&tVTCov vvrdyfiaTa.

    3. fol. 179^' KaiQog 6h xal Tag tc5v dXXcov jiaTigmv jiqo-xofiloai xQTjsig, wg vjt8x6fisi9a' xoXiov AsovtIov.

    4. fol. 109^ ^x^^^^^' AeovTiov tcov dvaToXixcov dwem Xi^emg ra grjfiaTa Tf^g JiaQOvOrjg XQ^j^^cog ' TS&sixe 6h avTCcxal avTog d)g exoviv b fiaxagtog KvQilXog Iv rf/ olxela sjti-TOXfl.

    Das letzte Zitat des Florilegs im cod. Phill. 1484, dasvor dem Schluscholion XQ^^^f^^ ^ou a Xoyov steht, hat einenso eigentmlichen Eingang (es wirft Cyrill Apollinarismusvor), da es unmglich von Leontius herstammen kann.Deshalb wurde es auch nicht unter die Florilegien des Leon-tius ( 4) von uns aufgenommen. Der Eingang lautet: TovavTOV (iaxaQiov KvgiXXov ex tov nsgl ivavO-ga)jci]6G)gXoyov, V oig xal xgcv xal (ii^iv tcov (pvscov Xiyu, wgdvai 6rjXov otl ttjv AnoXivaglov xgiv. ^Ev Tolg dXXoigavTOv Xbyoig exdXXst Jigb q)vXXa)P Tgicov tov TtXovg' [fol.189'']. Dann folgt ein fast wrtliches Zitat aus der Schriftde incarnatione unigeniti (75, 1244 A. 49 D), die durch Ehr-hard als ein Werk Theodorets v. Cyrus nachgewiesen ist.

    Phill. 1484 fol. 189':Kai TOi jTcg ovx aTgsxhg

    de incarnat.:1244 Ai4. Kai toi jicg ovx

    HTctlv , cbg ov xaTaji8g)oiTrjX6\uTgsxhg tljtslv, cbg ov xaTajts

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    24 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.[lEV fg ovQavcov jj oaQ^, dXX^7]V Ix jiaQd^ivov xar raq,ygafpaq' sri de ov .

    6 Aoyog aXXslq tv (/

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    4 Die Florilegien des Leontius. 25wollte/ hat lediglich die wenigen bei Migne stehenden Zitateder Hb. tres registriert. Der griechische Text der Flori-legien ist nicht einmal ediert. Nur wenige, in den Gesamt-ausgaben der Vter und den Sammlungen der Konziliennoch nicht enthaltene Zitate wurden von Mai herausgegebenund von Migne abgedruckt. Darum habe ich im folgendeneine Darstellung der drei Florilegien der libri tres adv. Nest.et Eutych. gegeben. Das Florileg I ist bearbeitet auf Grunddes cod. Phill. 1484, die beiden anderen auf Grund derObersetzung Turrians. [In den Anmerkungen ist der Textdes Phill. 1484 verglichen mit dem Originaltexte in denWerken der Vter (=M.), wo es mglich war, auch mit derlateinischen bersetzung Turrians].

    I.

    Basilius 1 . El de u xrjQvrrrjTai (ep. ad Terentium)M. P. gr. 32, 789A 6.

    2. Ovia h xal vjiooraiq diatpoQo, (ad Am-philochium) M. P. gr. 32, 884 A2.3. IJQoOT^xei Toiviw vjioxaoiv (epist. syno-

    dica) M. P. gr. 32, 545 C 5.Gregorius 4. UiCrsvofiev ek arega axrjuovsvxaxjavNazianz. (ix rov vvraxrtxov) M. P. gr. 36, 476 Cii.

    5. ^voeig filv yQ 6vo d-errjTi (ad Cledo-nium) M. P. gr. 37, 180 A.

    A Th. Schermann, Die Geschichte der dogmatischen Florilegien vom5.8. Jahrhundert, Leipzig 1904, in Gebhardt und Harnack, Texte undUntersuchungen. Neue Folge, Bd. XIII, Heft i. Vgl. dazu F. Diekampin Theol. Rev. Nr. 15 (Mnster 1905).

    3. Die Aufschrift lautet: 'AvztyQa(pov nlozsojg vTiayopsv&slarjg Tca^arov ynoxaTov BaoiXeiov, y vnbyQaipsv EvaxSioq o Seaavsiag inl-axoTiog M.; ^Ex zijg avvoixtjg s7iiavo).r/g bv y xaS^VTCoygdipaL nsnoitjxevTov EvoidS^LOV rov 'Ap/bthiov iv vTiovola ysvofisvov (og xd evavxlao^ayra Phill. Turr. M. schliet mit 8LXr]fpevai. Phill. hat noch einscholium Leontii. (S. 22. n, i)

    5. Zusatz zu Nr. 5 : Tavztjg h xijg -/Qrioeiag yal fxaxdpiog Kv-giXkog SV xy xax* avxbv avvooj sjie^ivriax^?] Phill. u. Turr.; ebensoNr. 29; hnlich 32 iv xy xax JSsaxoQtov ovvio' Nr. 15 ev xy nQogfxovaaxdg imoxoly' Nr. 50 ijisfxv/jod-rj ohne Zusatz.

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    26 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.

    Isidorus

    lustinus

    Proclus 6. avTog &f6g evatodarjg (in puer natusest nobis) M. P. gr. 86, 1309C7; 65,842C.

    7. QTog 6 Xqlxoq vjiooraoiv. (ep. adTheonem) M. P. gr. 78, 388 Ar.8. Tors Tj Tcov ovQavcov olxovoftlav (exlibro de s. trinitate) von Otto, lustiniOpera, tom. II, pars II, p. 34.

    9. "Or' av d^tiaq fQafpag b(loXoyy'iBiq (exeodem opere) 1. c. p. 36.10. ^'QjtBQ 8ig jTaQss^aro' xal fisO-' ersQa'

    SojTtQ yag xcogloeuv (ex eodem capite)1. c. p. 38, 46.

    1 1 "QjiBQ yaQ t^QLer/-f} (adv. haereses)M. P. gr. 86, 1309 D.

    1 2. '^'Iva eiyfi jtqogcqjicov ixsolrTjg (ex bene-dictionibus Balaam) M. P. gr. 86, 1312 A.

    13. Kai T(p 'lova q)v06L (de adventu salva-toris) M. P. gr. 86, 1312 B.

    14. "^g bv fiOQ

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    4- Die Florilegien des Leontius. 27

    GregoriusNyssenus

    Basilius 18. ^Eyco yag tdvoiav (ex libro I contra Eu-nomium) M. P. gr. 29, 552 C?.

    19. rjiriov q)viv Xoyi^ofis&a (ex libro IIIcontra Eunomium) M. P. gr. 29, 704 Co.Gregorius 20. Tovro ^eorrjg af^porsga (ex apologetico)

    Nazianz. M. P. gr. 35, 432 Ci.21. 'AjttrdZrj fisv voficp (pvemo, (in pascha)

    M. P. gr. 36, 660 Gl.22. Tavra filv ovv rf] 61 vvodcp (ex ora-

    tione II de filio) M. P. gr. 36, 113A6.23. Kai ro i Xqltov Tfjq Ovfig:vlag (epist.

    II ad Cledonium) M. P. gr. 37, 481 C.24. "Oti tTSQog f/la ai ovo sili^ (ex libro

    contra Apollinarem) M. P. gr. 45, 1216 A4.25. Top yccQ f/8iT7jV t^/ g:.vt (ex libro III

    contra Eunomium) M. P. gr. 45, 597 B.26. Iloia fioQ(p}j Tififj (ex libro V contra Eu-

    nomium) M. P. gr. 45, 705 C 10.27. UavTaxov ro liov xad^oga (ex libro VIcontra Eunomium) M. P. gr. 45, 761 A9.

    28. '^'Iva x Tov oixovof/ia (ex eodem libro)M. P. gr. 45, 716 89.

    lulius 29. "OS-SV 6 dvdyxrjg ayvorjsi Mai, Script.Romanus vet. nova coli. (Romae 1833) VII 167, Col.b,Zeile 2 von unten.

    19. Phill. u. Turr. schreiben lib. III; das Zitat steht lib. IV.20. 'Ex TOV dnoloyr^rixov Phill. u. Turr.; das Zitat steht orat. II.

    apologetica.21. 'Ex TOV elg tb naya Phill., ex orat. in n ata lern Di Turr.

    Dieses oft gebrauchte Zitat steht sowohl in der Osterpredigt, als in derWeihnachtspredigt. berhaupt sind beide Reden Gregors, abgesehen vonEinleitung und Schlu, ganz gleich. Die Osterpredigt ist um ein Mittel-stck grer. Es wre zu untersuchen, ob die Dublette auf Schuld derAbschreiber zu setzen, oder ob Gregor sich selbst abgeschrieben hat. Vgl.M. 36, 338 u. 36, 660.

    24. Phill. hat nur die Mittelpartie des viel lngeren Zitates bei Turr.25. Ex libris contra Eunom. Turr., ex 1. 1 Phill.; es steht lib. III c. Eun.Den Nachweis verdanke ich Herrn Prof. Diekamp.26. '^Exax^Qov Phill., utriusque naturae Turr.29. Taq (pvaeig Phill., xriv (pvaiv Mai, p. 168, col. a. Z. 2.

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    28 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.Hilarius 30. Ovx. oiev ovx ejitorarai xal fied-' ersQa'

    ravta Xoyog loriv (de trinitate libro IX)M. P. lat. 10, 282, 283 As.

    31. "^Ogq 6fioXoylo&ai' xal fied-^ exFQa' xalhjiHrjjisQ aiirfOTSQa (de trinitate ibid.)M. P. lat. 10, 290; Tavra 6e ovXov^oQfpTjv (de Trinitate ibid.) M. P. lat. 10,292.

    Ambrosius 32. ^vXd^wfdev erfd-ty/ero (de fide ad Gra-tianum 1. II) M. P. lat. 16, 576 B12.

    33. ^XXa jtjg ^86r7]q (de fide ad Gratianum1. III) M. P. lat. 16, 595 B 13.

    34. nX^v rj mOTig Ocofiazog' xal fied-^ erega'tlg 8TIV ^soTTjTi. (de incarnationis do-minicae sacram.) M. P. lat. 16, 827 Ci;827 D 12. Der letzte Abschnitt steht auchM. P. gr. 86,1 1312 C.

    35. Ovxovv Tvyidvsi (epist. ad Sabinum)M. P. lat. 16, 1147 B u. M. P. gr. 86,1313 A.

    36. Tovg 08 Xtfovxag djtotoXixr/ 8xxX?jOia(de Interpret, symboli) M. P. lat. 16, 849 A 13.

    Amphiloch. 37. AidxQivov ^e'/o/zf?^ (contra Arianos)M.P.gr.39, 109 Ai.

    30. Qui fuit unus ex patribus synodi Nicaeni Turr. Phill.; Basnagebemerkt dazu, da Hilarius zur Zeit des Nicaen. noch Heide, also unmglichBischof war. Der Titel des Werkes heit de fide bei Phill. u. Turr.; inWirklichkeit de trinitate,

    31. Dieses Zitat besteht aus drei Teilen, siehe oben. Bei Turr. u.Phill. erscheint es zweiteilig.

    32. Ex libris de fide ad Gratian. Turr., de fide fehlt Phill.; huius . . .meminit in synodo sua Turr., sv zf] xaza Neazo^lov ovvcw Phill,

    34, Das Lemma lautet ix zov xaz' 'Anokkivagiov Phill. u. Turr.Canisius erklrt diese Bcher fr verloren, Basnage, Mai etc. schreiben sieeinem Ambrosius aus Alexandrien, einem Schler des Didymus zu. Aberdas zweiteilige Zitat stammt aus Ambr. v. Mailand, de incarnat, dominicaesacramento,

    36. Tov avzov eQfjLt]vevovzog xijv h'oiav zov S^siov ovfxXov Phill.u. Turr., sv ixS^easL niazeco^ Theodoret, Polym, II,

    37, Phill. hat den Zusatz ItaiQov yernuevov zov ayiov BaaiXelov.

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    4. Die Florilegien des Leontius. 29

    GelasiusCaes.-Pal.

    Augustinus

    JoannesChrysost.

    EphrmCyrillus

    Hierosol.FlavianusAntioch.

    38. SiCre TTjV Tov d^eov jtsQiyQag)Ofi6V7]g (epist.ad Seleucum); siehe Anmerkung.

    39. XQiOTog aQvovfzevog rrjv ^siav xal iied-STsga' olxtiovrai ovv (fv^iq (epist. adSeleucum); siehe Anmerkung.

    40. 'AXXa ovx oxvv 7)fig (ex interpret. sym-boli) M. P. gr. 86, 1313 A.

    41. ^Hfielg rifirjwfisv {hsov (ex eodem libro.)M. P. gr. 86, 1313 B.

    42. Nvv 06 ovTco q)vn' (epist. ad Volu-sianum M. P. lat. 33, 519 n. 9). Kai fisd-'srsQa' ejtlyvmd^L rgiag 6 d^sg (in loan.tract. 78, M. P. lat. 35, 1836 n. 3).

    43. 'EjisLri fioL fioQq)i]v d^eov (in epist. adPhilipp.) M. P. gr. 62, 219 letzte Zeile.

    44. 'Ejiudri yg dsg (ex interpret. primaeepist. ad Timotheum) M. P. gr. 62, 537Zeile 2.

    45. Kai TL Jioal xarrjlastv (in ascensionem)M. P. gr. 50, 445 Zeile 21.

    46. Tmv ovo XQiTog (sermo in margaritas)M. P. gr. 86, 1313 C.

    47. AijtXovv cpaivfisvov (ex IV. catechesi)M. P. gr. 33, 468 A 5.

    48. Tag mg aXrj&cog cpvsig (in assumptionem)M. P. gr. 83, 204 C 5.Vgl. Holl, Amphiloch. v. Iconium (Tb. u. Leipzig 1904) S. 52. tribuepassiones carni et miracula Deo Turr., fehlt Phill.

    38. 39. Die Reihenfolge der Bruchstcke ist etwas anders als die vonHoll 1. c. S. 53 56 versuchte Anordnung. Unser Text in Phill. istschlechter als der Hollsche. Eine eingehende Darstellung der Differenzenverlohnt sich nicht.

    42. Nach Phill. u. Turr. sind beide Teile des Augustinzitates aus ep.ad Volus.; aber der zweite Teil stammt aus tract. 78 in loan.

    44. *0 (xsooq Phill., qui utriusque naturae est Turr., to twv (pvoecDV[xtaov M.

    47. Dieses Zeugnis trgt auch den Namen des hl. Greg. v. Naz., deshl. Nilus, vgl. M. P. gr. 33, 468 Anm.

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    30 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.49. "Esi^s d^BOTrjra (in evang. Ioannis)M.P.gr.

    86. 1313C.Antiochus 50. Mrj Ovyx^lj^ dvO^QcojcorrjTi M. P. gr. 86,

    Ptolem. 1316 A.Proclus 51. Kai rag (jpvosiq ^EoXoyrjov (in illud puerConst. natus est nobis) Concil. Chalcedon. Mansi

    VII. 472, M. P. gr. 65, 885 D.52. El 117} jiagOtvog {^sg fiov (oratio de laud.

    Mariae; Phill.: in nativitatem Christi) M.P. gr. 65, 684 Ai.

    Isidorus 53. Ovx eonv vlg (ex epist. ad Theodo-Pelusiota sium diaconum) M. P. gr. 78, 409 A 9.

    54. ndo7j (jpvXaxfj ejiovaosv (ex epist. adTimotheum lectorem) M. P. gr. 78, 252Cio.

    55. 'Ot6 S sfjaTsvOavTog (ex epist. ad Cy-rillum, ep. Alexand.) M. P. gr. 78, 369 B.

    56. ^H q)vig o tfiev (epist. ad Leandrum)M. P. gr. 78, 357 C. Dieses Zitat findet sichnicht in Cod. Phill., wohl aber bei Turrian.

    Cyrillus 57. '0 fihv ydg dfiagrlag (de trinitate lib. I)Alexand. M. P. gr. 75, 680 B.

    58. /itTTog ovv dvd-QGojiLva (de trinitate ibi-dem) M. P. gr. 75, 681 Ci3.

    59. Ol l xaxd Trjv 'Avtiox^iccv (palv (exepist. ad Acacium) M. P. gr. 77, 193 De.

    60. Ei (ilv ^dyeoat (contra Nestorium 1. II)M. P. gr. 76, 109.61. Ovxovv oop dgxa (ex epist. ad Suc-

    censum) M. P. gr. 77, 232 Dio.50. Das Werk des Antiochus ist nicht genannt; sein Titel war: sermo

    contra haereticos; vgl. Thiel, Epist. Rom. pontif. genuinae (Braunsberg1868) p. 557-

    52. In nativ. Christi Phill. u. Turr.; M. 65, 684 A4 hat nach Ttap^evo?den Zusatz naig ov/2 xal &s6g xal xb fxvaxriQLov atpQaoxov , der sichweder Phill. noch Turr. findet M. ibi A5 hat a.(pQaax(s>q. So las Ri-cardus in allen Hss. des Proclus; aber Phill. liest dtpS-pcDg, ebenso Turr.incorrupte, Anastas. Sinaita d^d^dgxcjg, vgl. M. P. gr. 65, 684.

    55. 'Ev valv ifvosaiv sig Phill. u. Turr., ix

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    63.

    64.

    Paulus 65.Emesenus

    66.Cyrillus 67.

    Alexandr.68.

    69.

    70.

    71.

    72.

    73.

    74.

    75.

    76.

    /iga ovv aii7jXavov ydg (ex dialogo quodunus Sit Christus) M. P. gr. 75, 1289Ci2.Kai ovds Jiagd^ivov vaw (ex interpr.epist. ad Hebraeos) M. P. gr. 74, 1004 Ce.Ov LOQLrtov TTjQovvTsg avrdg (exscholiis) M. P. gr. 75, 1385 Ci.Evd-l(x)g jiQocojtov (homilia I in ecclesiaAlexandrina, sedente et laudante S. Cyrillo)M. P. gr. 77, 1437 A9.'HaiaQ ajtad-Tjq {\\om\\m II ibid.) M. P. gr.77, 1441 B3.'lov ^vTtjQLov (responsio ad Pauli verba)M. P. gr. 77, 989 C 2.Ol) yaQ yeyovev ^EfifiavovrjZ (contra Ne-stor. 1. III) M. P. gr. 76, 129 D 7."OXov 6h jidXiv Tcad^agd (in cap. IV Le-vitici) M. P. gr. 69, 576 Bi.XQLToq vouxai Xqitoq (de adorationein spiritu 1. II) M. P. gr. 68, 213 Bu."Oga Tolvvv d^t'ixmq (ex Interpret, epist.ad Hebraeos) M. P. gr. 74, 1005 An.UoTE fievt6 vvaiKfTEQov (in illud omniamihi tradita sunt a patre meo).XQvfj reo Ig dgyvQov rrjV div (deadoratione in spiritu) M. P. gr. 68, 637 Ay.El yccQ dg)avl&7jav (ex prosphoneticoad Alexandrinos) M. P. gr. 86,2; 1832 B13.Eal XiXvTai 6 vaog dvyxvrov rrjv it-oTrjra (ibid.) M. P. gr. 86,2; 1832C8.lijtouTavteg ^vxrj fila (ex Interpret,epist. ad Hebraeos, tom. II) M. P. gr. 74,1004A13.

    72. Man erwartet das Zitat M. 62, 406 C zu Matth. 11, 27, wo esfehlt. Der griech. Text des Phill. lautet: TZore f/,sv yccQ zag dvd-QO)-TCQenelq d^pltjaiv (pcovag nre de siavvsL nQyfxaxa S^sott^vi iu6v7j /(>fa>-Tovixeva, "va vofjzai xb ovvafA.

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    32 I, Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.77. 'Ejis^eQyd^erai cbg b riavXog (prjiv (in

    loannem evangelistam 1. I) M. P. gr. 73,161 Au.

    78. Sebi; yccQ cov xara (fviv 6 Xoyog (exscholiis per capita) M. P. gr. 75, 1404C.79. Tag 6e tvayysXixg JtagaLovTag (ex

    epist. ad Orientales) M. P. gr. 77, 177 A 12.80. Ort h dvyxvTot ^vXov (ex scholiis) M.

    P. gr. 75, 1381 Au.81. Ovxovv bfioXoyovfievoig Oagxog (ex epist.

    ad Valerianum) M. P. gr. 77, 257 B 11.82. El riXuog q)TiOiv &s6g vjtoTrjOavreg' xalfisO-* exBQa' el de cog ECfTjV tv dvd^QG}-jroTijTi (epist. II ad Succensum) M. P. gr.77, 241 04 bis 244 Aio; 244Ai3 B3.

    iLDionysius 83. ^d^ogd de vvdfiemr (de divinis nomi-

    Areopagita nibus) M. P. gr. 3, 728 B.lustinus 84. UXdoa^ 6 ^sog qd^oQav jieQig:eQOVTeg

    martyr (orat. contra Gentes) v. Otto, lustini opera(Leipzig 1893), tom. II, 256.

    Athanasius 85. 'Ep h rr] xaO-^ rj^g bevag bov (exlibro II contra Apollinarem) M. P. gr. 26,1161 Bs.

    86. ndxov (i8v yccQ istv id g)d^0Qdv (exlibro de incarnatione) apud TheodoretumM. P. gr. 83, 296 C.

    78. M. gibt nur den lat. Text. Der griech. Text des Phill. lautet:sbg yaQ wv y.ata

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    4- Die Florilegien des Leontius. 33

    Basilius

    GregoriusNazianz.

    GregoriusNyssenus

    Ambrosius

    87. od^iv iva deix^fi tgimv fjfiSQcov ^vextro(ex eodem libro); est oratio de incarnationeM. P. gr. 25, 141 Ai3.

    88. AvTo e To cfia tpO^agrov (ad Epicte-tum) M. P. gr. 26, 1068 A.

    89. "ExLV lihv yccQ Sfieivsv (pd'aQroq (exlibro contra idola); est oratio de incarna-tione Verbi M. P. gr. 25, 104 C4.

    90. El e jtaQaatsv (pd^ogav vjtofieveiv (exeodem libro) M. P. gr. 25, 101 C?.91. 'i2c ovv xaret^aro OvfiJtrcofia vyxoQcSr(oratio de gratiarum actione) M. P. gr. 31,228 C 14.

    92. 2aQxbq fthv ovv afiagzlav de ovx sjcol-TjEV (ex epist. ad Sociopolitanos) M. P. gr.32, 972A8.

    93. 'AjisrdXrj fitv identisch mit Nr. 21.94. El fihv ovv jcXrjidavreq (in novam do-minicam) M. P. gr. 36, 61 2Au.95. Sic vera vita ad incorruptibilitatem

    evecta (contra Eunomium 1. V) M. P. gr.45, 708 A.

    96. Quod est omnium translatum est (contraEunomium); nicht gefunden.

    97. El fir]dafi(Dg TjyHd^ai (ex libro contraApollin.) M. P. gr. 86, 1356Ci4; M. P. lat.16, 829 Ci3.

    98. Alia est carnis mori (de fide adGratianum) est lib. III c. 3, M. P. lat. 16,594 A 10.

    Zitaten habe ich nur das erste gefunden in orat. de incarnat.; das zweitesteht bei Theodoret.

    89, 90. Auch diese mit dem Lemma contra idola versehenen Zitatestehen in orat. de incarnat. Die beiden apologet. Traktate orat. contragentes u. oratio de incarnat. Verbi (M. 25, 3 ff.) hieen auch gemein-schaftlich adversus gentes und cod. Coisl. xazcc ecdwXwv (Fabr.-Harles,Bibl. graec. VIII, 184).

    95. Den Nachweis verdanke ich Herrn Prof. Diekamp.Junglas, Leontius v. Byzanz. 3

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    34 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.loannes 99. Kai jiov rj 66^a TcoLvcovrjOavra (in illud

    Chrysost. pater glorifica me coram temetipsum) M.59, 435 Zeile 1 1 von unten.

    100. *i2jrf() ycLQ (jc5[id toxiv (in loannemevangelistam) M. P. gr. 59, 371 Zeile 9von unten.

    101. ^'lJieQ ovv jtl Tcov eeixvvTo (in loan-nem evang.) M. P. gr. 59, 478 Zeile 27.102. 'E^dvrj yovv dxrjQaTov (in loannem evang.)

    M. P. gr. 59, 475 Zeile 5.Ephrm 103. Incorruptio expulit. (oratio de charitate);nicht gefunden. Es steht nicht bei denM. 86, 2103 sqq. abgedruckten Frag-

    menten.Cyrillus 104. Quia vero patiendi. (ex interpret. Isaiae

    Alexand. prof.) iVl. tom. 70; nicht gefunden.105. 'Ejceirj yctQ (p&aQTov vjiofjevwv Xeyerai

    (ex thesauro) M. P. gr. 75, 396 Cii.106. rimc; ovv gwrjv (ex tomo in Matthaeum)M. P. gr. 86, 1356 D.107. M^rd de rrjv dvdozaip Movoysvovg (ad

    Succensum) M. P. gr. 77, 236 B 7.108. 'Eq)ijx svsrjcofitv. (ex tomo epist. ad

    Hebraeos) M. P. gr. 86, 1356D.Gregorius 109. 'Ejiel?] xa^agdv dd^dvaxov (oratio in

    Nazianz. lumina) M. P. gr. 36, 349A 7.111.

    Theodorus 110. -Et 7a() //^co^/ta^ (contra incarnationem 1.VII)Mopsvest. M. P. gr. 66, 972 A.

    111. "QJcsQ xoivvv (contra incarn. ibid.) M. P. gr.66, 976 C.

    112. 'Irjovq S jiQotxojtTiv (ibid.) M. P. gr. 66,980 A4.

    \\?>/'HiwTO fiev ydg (ibid.) M. P. gr. 66,980 B 12.

    114. Kaym ttjv o^av (contra incarnat. lib. VIII)M. P. gr. 66, 980 Dl.

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    4 l^ie Florilegien des Leontius. 351 15. navraxod^u) aQa (ibid.) M. P. gr. 66, 981 As.1 16. Tbv avtov rj tqojiov (ibid.) M. P. gr. 66,

    981 Bii.117. 'EvTavO^a roivvv (contra incarnat. 1. IX)

    M. P. gr. 66, 981 Cs.118. ^jr() yag h{p ruimv (ibid.) M. P. gr. 66,

    981 Dil.119. "^(pt)ri dl avTO) (contra incarnat 1. X) M. P.

    gr. 66, 984 Be.120. noiav l xal (ibid.) M. P. gr. 66, 984 Bi4.121. 2:xojt(D(/8v (ibid.) M. P. gr. 66, 984C7.122. Jia TovTo ovK (contra incarnat. 1. XII) M.

    P. gr. 66, 984 D4.123. "AQa jtavovraL (ibid.) M. P. gr. 66, 985A7.124. "Ajiai yccQ rolg (ibid.) M. P. gr. 66, 985 Cs.125. !AZZ jiQog TOVTO (ibid.) M. P. gr. 66, 98502.126. noXvfiegmg (ibid.) M. P. gr. 66, 985 Dio.\27."SiTs ov fiovov (ibid.) M. P. gr. 66, 988 A4.128. Kai xalioug (ibid.) M. P. gr. 66, 988 Ai 3.129. Afilov l oTi (ibid.) M. P. gr, 66, 988 B 9.130. Vg e(f)avi:Qojd^rj (contra incarnat. Hb. XIII)

    M. P. gr. 66, 988 C 2.131. Ovl yg to vjtb ^Iwdvvov (ibid.) M. P. gr.

    66, 988 C9.132. AiojtEQ 6 KvQiog (ibid.) M. P. gr. 66,988 De.133. TovTo yag b idoXog (ibid.) M. P. gr. 66,

    989 Ai.134. AiOjitQ b KvQiog ev Totg (ibid.) M. P. gr.

    66, 989 All.135. 'EvTevdtv ovv (contra incarnat. 1. XIV) M.

    P. gr. 66, 989 Ci.136. TavTb h tovto (ibid.) M. P. gr. 66,

    989 C 11.137. "Tav Tolvvv (contra incarnat. I. XV) M. P.

    gr. 66, 992 Bio.138. n?Jov yccQ (hyXtlTO. (ibid.) M. P. gr. 66,

    992 C 7.3*

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    36 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.139. Aecoxtvai oot (contra Apollinar. 1. IV) M.

    P. gr. 66, IOOOA9.140. 'Eya> fiev, o bgre (ibidem lib. III) M. P. gr.

    66, IOOOB9.141. "0 jtQo aiovoyv (ibid. 1. IV) M. P. gr. 66,

    lOOOC.is.142. Ovxovr toIj: vfiertgig (ibid.) M. P. gr. 66,

    1000 De.143. Tbv S v^Qcojiov (ibid.) M. P. gr. 66,

    1001 A7.144. Ai TovTo Toivvv (ex interpret. Psalmi octavi)M. P. gr. 66, 1004 B 8.

    Diodorus 145. }iQ(paXiC,t6f^aL (contra synusiastas 1. I) M. P.gr. 86, 1385 D.

    146. Xdgiri vlog' xal //>y ersQa' Kai JteQi rcovxaza (pvcv (ibid.) M. P. gr. 86, 1388 A13.

    147. El riq ovXoiTo (ibid.) M. P. gr. 86, 1388C.148. '0 vloq tov &eov (ibid.) M. P. gr. 86,

    1388C, D.Paulus 149. UavXoq djcev (testim. in loco publico pro-

    Samos. pos. et in Ecclesia publicatum; enthlt 6kurze Zitate aus Paul. v. Sam.) M. P. gr.86, 1389 CD.

    150. 'vd-Q(X)jioQ x(>

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    5 4 I^i^ Florilegien des Leontius. 37Gregorius 157. Ei 6s rig ov (epist. I ad Cled.) M. P. gr.

    Nazianz. 37, 177 C 4 bis 181 As. Ein Teil diesesZitates ist Nr. 5 unseres Florilegs.Athanasius 158. 'AXX' 6 J^ g)vsi sjciei^dfievog= ]^r. 16.

    Gregorius 159. AXX fiixgdv sfiJieQieiQyeoO^aL (ex catech.)Nyssenus M. P. gr. 45, 41 B.

    Ephrm 160. 'J4 XejcsiQ (pvoemc (orat. in margar. contraMarc.) M. P. gr. 86, 1396 A.

    Cyrill. 161. 'Ev 6e rr^v viovq (ex synod. epist. adAlexand. Nest.) M. P. gr. 77, 45 B.

    Isidorus 162. T\ er avroj -- hnjvd^gwjtrjev (ad Archib.Peius. presb. contra Nest.) M. 78, 1296.Das Florileg des ersten Buches^ hat eine klare Dispo-

    sition; es besteht aus drei durch Scholien des Leontius von-einander geschiedenen Teilen. Der erste Teil (17) sollnach der Ankndigung des Leontius Zeugnisse Basilius desGroen und Gregors v. Nazianz fr den Unterschied vonNatur und Hypostase bringen. In der Ausfhrung ist auerden genannten Lehrern auch noch Proclus (6) und IsidorV, Pelusium (7) mit je einem Zeugnis vertreten. Die zweiteReihe (656) bringt Zeugnisse der Vter fr den Dyophy-sitismus. Leontius hat nur solche Zitate ausgewhlt, dieganz unzweideutige dyophysitische Formeln enthalten; Zeug-nisse mit X, Jiagd, dno ovo (pvoscov, ovo (pvuq Jtgb rf/g

    ^ Das ganze erste Florileg ist uns bisher nur bekannt aus Turrianund Phill. 1484; ferner hat Pitra einige bemerkenswerte Mitteilungen ge-macht ber das Florileg des cod. Jan, 27. Cod. Phill. 1484 u. Cod. Tur-rianus umfassen beide 81 Zitate, oder wenn man n. 65, 66, 67 als eineeinzige X9V^^? ht, 79 Nummern; dabei ist zu bemerken, da n. 56 nurin cod. Tur. sich findet, und n. 82 nur in Cod. Phill. Pitra zhlte imcod. Jan. zunchst 78 ygrjatig, zwei Jahre spter 76; dabei rechnete erjedesmal, wie schon oben bemerkt , das Concilium Antiochenum (Mal-chion gegen P. v. Samos.) zu Unrecht zu den XQV^^^? ^^^ ersten Buches.Die Reihenfolge stimmt in cod. Tur. u. Phill. im wesentlichen berein;nur an zwei Stellen besteht eine Differenz , da Turrian das Zitat GregorsV. Nyssa c. Apoll, (n. 26) als letztes der fnf Zitate aus Gregor bringt,whrend es im cod. Phill. an erster Stelle steht; ferner bringt Turriandas Zitat Cyrills ex epist. ad Valerian. (81) direkt hinter dem Zitat exscholiis (78).

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    38 I. Kap. Zu den Schriften des Leontius von Byzanz.i-v(j6f:cog schliet er ausdrcklich von seiner Sammlung aus(1308 C). Trotzdem finden sich in dem uns vorliegendenFlorileg zwei Zitate Isidors v. Pelusium, deren Original exdvo (pvtcoi' enthlt (n. 55, 56); freilich liest Phill. 1484 erdvo (pvoeiv, Turr. in duabus naturis an der betreffendenStelle. Auch ein Chrysostomuszitat (n. 44) hat, wenn manden Originaltext heranzieht, im ersten Florileg nicht die min-deste Berechtigung; denn es lautet ganz allgemein ro tcovgjvscov fieov txareQcov ogyelXai tcov (pvtjtwv tivai lyyvQ.Phill. 1484 fat das Neutrum ro ^teov schon persnlich 6(Aioog, Turrian bersetzt sogar qui utriusque naturae est.Der letzte Teil (5682) bringt nur Zeugnisse Cyrills, umdessen bereinstimmung mit den brigen Vtern im Dogmader dvo ipvetg zu belegen. Nur zwei Zeugnisse (65, 66)Pauls V. Emesa unterbrechen die Reihe Cyrillscher Zitate;aber auch diese sind offenbar nur aufgenommen, weil sieaus zwei Predigten stammen, die Cyrill angehrt und ffent-lich als rechtglubig belobt hatte.

    Von dem zweiten Florileg besitzen wir einstweilen nurdie bersetzung Turrians; es fehlt uns deshalb an den ntigenUnterlagen zu Vergleichungen. Das Florileg des drittenBuches besteht aus drei Teilen. Der erste Teil (110 144)ist ganz Theodor von Mopsvestia gewidmet, dessen Gott-losigkeit durch Zitate aus seinen Schriften bewiesen wird.Leontius kndigt im Prooemium der Zitate nur solche ausTheodors Werk de incarnatione an, da er nur dieses Werknach vieler Mhe erlangen konnte (1385 A). Doch bringtdie Ausfhrung auerdem noch 5 Zitate aus cont. Apoll,und ein einziges ex interp. Psalmi VIII. Der zweite Teildes Florilegs behandelt die Vter" Theodors von Mopsveste,Diodor von Tarsus und Paul von Samosata, aus denen nurwenige Zitate geboten werden. Zum Schlsse zitiert Leon-tius noch einige Vter, um die nestorianische Irrlehre durchdiese Vter zu widerlegen. Ich glaube bewiesen zu haben,"so schliet er dann, da die Meinungen Theodors und seinerAnhnger dieselben sind wie die Pauls von Samosata. Eshngt nun vom Willen der Leser ab, sich der Wahrheitanzuschlieen und ihren Sieg ber die Lge anzuerkennen"

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    4- Die Florilegien des Leontius. 39(1396 A). Im ganzen genommen ist das Florileg aus Diodorvon Tarsus, Paul von Samosata mit den angehngten Vter-zitaten eine sehr bescheidene Leistung, die neben dem um-fangreichen Florileg aus Theodor von Mopsvestia noch un-bedeutender erscheint. Wie wenig entspricht diese Ausfhrungdem groangelegten Plane des Leontius, den er nicht mehrzur Ausfhrung bringen konnte (1385 B). Er wollte einWerkgegen Theodor von Mopsvestia schreiben, das alle seinetheologischen Irrtmer, also nicht nur die christologischen,aus seinen Schriften belegen und auf ihre Quellen zurck-fhren sollte. Dazu sollte es philosophische und patristischeWiderlegungen dieser Blasphemien enthalten.

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    Zweites Kapitel.Die Quellen des Leontius von Byzanz.

    5. Die von Leontius genannten Quellen.Profane Quellen.

    Leontius bekennt sich wiederholt als Schler der heiligenVter; aus ihren Werken habe er, wie aus unerschpflichenQuellen, sich sein theologisches und philosophisches Wissengeholt (1305 D). In der Tat verdankt erden heiligen Vterndie besten seiner Gedanken, wie ein Blick auf seine Werkeund auf die Florilegien beweist. Es sind die groen Leuchtender Kirche, Basilius und Gregor von Nazianz, bei denener nach seinem eigenen Gestndnisse die wichtigen Begriffevjtoraig und ^v6ig gelernt hat (Hb. tres 1309A6 Be).Wenn man die Ausfhrungen Basilius' des Groen ber vjto-raig und q)vig in der epist. 38 ad Gregor, fratrem (M. 32,325) und in der epist. ad Terrentium (M. 32, 784, 787) ge-lesen hat, wird man bei Leontius kaum mehr einen neuenGedanken entdecken. Fr Basilius ist die Natur das xoivov,die Hypostase das tiov (1. c. 787 A), die Hypostase wirdcharakterisiert durch iLcofiara, die Physis durch die xoivdoviag (1. c). Mensch ist ein nomen naturae, Paulus einnomen hypostaticum (1. c. 328). Das Wort Mensch kommtallen zu, die oiioovioi sind, das Wort Petrus dagegen be-zeichnet ein einzelnes Individuum (1. c. 325). Wie bei Leon-tius heien schon bei Basilius die Eigentmlichkeiten derHypostase ag)OQiOfievoi xdQccxrrjQeg (1. c. 884); hier wie dortwird der Hypostase die Individuation des xoivv zugeschrieben{lid^siv, x

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