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Kompetenzkonzepte und ihre Bedeutung in der Weiterbildung · PDF file12.02.2013 · Level 7 Level 2 Level 3 Level 4 Level 5 Level 6 Level 7 Level 8 Level 1 Level 2 Level 3 Level 4

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  • Kompetenzkonzepte und ihre

    Bedeutung in der Weiterbildung

    RUDOLF TIPPELT,

    JOHANNA GEBRANDE, CARMEN LEGNI

    16. DIE-Forum Weiterbildung

    Bonn, 02. Dezember 2013

    Prof. Dr. Rudolf Tippelt

  • # 2 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Agenda

    Hinfhrung

    Qualitt-Entwicklung-Management Kompetenzentwicklung (Erpenbeck/Rosenstiel)

    Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)

    Das Kompetenzkonzept von PISA und PIAAC

    Fazit

  • # 3 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Agenda

    Hinfhrung

    Qualitts-Entwicklungs-Management Kompetenzentwicklung (Erpenbeck/Rosenstiel)

    Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)

    Das Kompetenzkonzept von PISA und PIAAC

    Fazit

  • # 4 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Hinfhrung

    abgeleitet vom lateinischen Begriff competere (= zusammentreffen, zu etwas fhig sein)

    von White (1959) in die Motivationspsychologie und von Chomsky (1965) in die Kommunikationswissenschaften eingefhrt

    Bourdieu (1970) nimmt die kulturelle Kompetenz in sein Habituskonzept auf

    Kommunikative Kompetenz entsteht bei Habermas (1971, 1974) in der Auseinandersetzung des Subjekts mit seiner Umwelt

    Roth (1971) entwirft ein Handlungskompetenzmodell fr die Pdagogik

    Mertens (1974): Schlsselqualifikationen (Basis- und Horizontqualifikationen, Breitenelemente, Vintagefaktoren)

    Grunert 2012, S. 39ff

  • # 5 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Agenda

    Hinfhrung

    Qualitt-Entwicklung-Management Kompetenzentwicklung (Erpenbeck/Rosenstiel)

    Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)

    Das Kompetenzkonzept von PISA und PIAAC

    Fazit

  • # 6 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Kompetenzen und Selbstorganisation nach Weinert (2001a)

    Das Kompetenzkonzept sollte nur benutzt werden

    1. in Bezug auf die erfolgreiche Bewltigung komplexer

    (selbstorganisiertes Handeln erfordernder) Anforderungen.

    Die psychologische Kompetenzstruktur leitet sich aus der

    Anforderungsstruktur ab.

    2. wenn zur Bewltigung dieser komplexen Anforderungen sowohl

    kognitive (fachlich-methodische) wie motivationale, ethische

    (personale) willensmige (aktivittsbezogene) und soziale (sozial-

    kommunikative) Komponenten gehren.

    3. der Komplexittsgrad der Anforderungen hoch genug bzw. ohne

    Selbstorganisationsprozesse nicht zu bewltigen ist.

    Die Grenze zwischen Fertigkeiten (skills) und Kompetenzen ist

    allerdings unscharf.

  • # 7 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Das Kompetenzkonzept sollte nur benutzt werden

    4. wenn Lernprozesse (Kompetenzentwicklungsprozesse) zu den

    notwendigen Voraussetzungen gehren, um die komplexen

    Anforderungen zu bewltigen ( groe Bedeutung informellen

    Lernens, u.a. in der Arbeit, im sozialen Umfeld, im Netz).

    5. Schlsselkompetenzen und Metakompetenzen sollten konzeptuell

    differenziert werden.

    Schlsselkompetenzen beziehen sich auf die Bewltigung eines groen

    Spektrums sehr unterschiedlicher aber gleich wichtiger Anforderungen

    des Alltags, der Arbeit oder des sozialen Lebens

    Metakompetenzen beziehen sich auf deklaratives oder prozedurales

    Wissen ber die eigenen Kompetenzen

    Kompetenzen und Selbstorganisation nach Weinert (2001a)

  • # 8 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    bersicht einiger traditioneller Attributionsbegriffe

    subjektzentrierter Betrachtungsfokus

    handlungszentrierter Betrachtungsfokus

    auf konvergent-anforderungsorientierte Handlungs- und Ttigkeitssituationen bezogen

    auf divergent-selbstorganisative Handlungs- und Ttigkeitssituationen bezogen

    Fertigkeiten Eignungen

    Qualifikationen Fhigkeiten

    Kompetenzen

    Var

    iab

    le M

    erkm

    ale

    Eige

    nsc

    haf

    ten

    Erpenbeck & Rosenstiel 2003

  • # 9 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Kompetenzmanagement

    - Methodenkompetenz

    Wachsende Bedeutung haben:

    - breite Fachkompetenz

    - Sozialkompetenz

    - Personaler und kultureller Kompetenz

    Handlungskompetenz (erfahrungsbezogenes Wissen)

  • # 10 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Systematischer Erwerb von Fachkompetenz (intelligentes Wissen)

    Erwerb intelligenten Wissens

    (vertieftes Verstehen, vernetztes und flexibles Wissen)

    erfordert

    --> vertikalen Lerntransfer

    enthlt

    --> Anschlussfhigkeit fr lebenslanges Lernen

    wird begnstigt durch

    --> gesteuerten, aber teilnehmerzentrierten Unterricht/Lehrsstil

    in Anlehnung an Weinert 1998

  • # 11 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Erwerb des Lernen Lernens (Lernkompetenz-Methodenkompetenz)

    Erwerb des Lernen Lernens

    (Lernkompetenz)

    erfordert

    --> Expertise ber das eigene Lernen

    wird begnstigt durch

    --> prozessorientiertes, aber inhaltliches Lernen (keine Separatkurse)

    gefrdert durch

    --> angeleitetes, selbstndiges Lernen und durch Reflexion ber erfolgreiches Lernen

    in Anlehnung an Weinert 1998

  • # 12 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Erwerb von Sozialkompetenz

    Erwerb sozialer Kompetenzen

    bedeutet

    --> Soziales Verstehen, soziale Empathie (role taking), soziale Verantwortung, Konfliktlsungskompetenz

    erfordert

    --> reflektierte soziale Erfahrungen

    wird begnstigt durch

    --> regelgeleitete Zusammenarbeit, Gruppenunterricht, Teamarbeit, Konfliktlsungsaufgaben, etc.

    in Anlehnung an Weinert 1998

  • # 13 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Erwerb von personaler und kultureller Kompetenz (Schule, Ausbildung, Weiterbildung)

    Erwerb von personaler Kompetenz

    (normgerechtes und -kritisches Handeln; soziale, demokratische und persnliche Werte)

    durch

    --> Erleben einer Wertegemeinschaft (Lernkultur, Kohsion, Vorbilder, Gemeinschaftserfahrungen)

    wird begnstigt durch

    --> unspezifischen Lerntransfer (Gewhnung, Einsicht, Erfahrung, Reflexion)

    wird begnstigt durch

    --> lebendige Lernkultur/humanere Arbeitskulturen

    in Anlehnung an Weinert 1998

  • # 14 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Erwerb anwendungsfhigen Wissens (Handlungskompetenz)

    Erwerb anwendungsfhigen Wissens

    (Handlungskompetenz)

    durch

    --> situationsspezifische Erfahrungen

    erfordert

    --> horizontalen Lerntransfer

    wird begnstigt durch

    --> Situiertes Lernen (authentische Lernsituationen)

    wird erleichtert durch

    --> Projektunterricht/arbeitsplatznahes Lernen

    in Anlehnung an Weinert 1998

  • # 15 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Professionelle Handlungskompetenz

    professionelle Handlungskompetenz

    Professions- wissen

    berzeugungen/ Werthaltungen

    motivationale Orientierungen

    selbstregulative Fhigkeiten

    Fachwissen fachdidaktisches

    Wissen

    pdagogisches & kommunikatives

    Wissen

    Organisations- Interaktionswissen

    Beratungswissen

    Kompetenzentwicklung ber die Lebensspanne

    in Anlehnung an Baumert/Kunter 2006

  • # 16 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Nationale Programme zur Kompetenzerfassung & -messung nach ausgewhlten Lndern

    Land Programm Inhalt des Programms

    Dnemark Danish National Competence Account

    (NCA)

    Identifizierung und Entwicklung von Indikatoren auf mikro- und

    makrosozialer Ebene, um grundlegende Dimensionen sozialer Kompetenz

    erfassen zu knnen.

    Ziel: Strken- und Schwchenanalyse nationaler (Bildungs- und Berufs-)

    Kompetenzen

    Frankreich bilan de comptences

    Validierungsdossier

    Kompetenzbilanz als Instrument der Berufsorientierung und Beratung; Ziel:

    individuelle Analyse und Evaluierung der persnlichen und beruflichen

    Kompetenzen

    Validierung von Kenntnissen und Kompetenzen; Ziel: Dispense fr einzelne

    Einheiten eines angestrebten Diploms im Bereich der Hochschulausbildung

    Grobritannien National Vocational Qualification (NVQ) NVQs basieren auf sog. nationalen Kompetenzstandards, in denen die fr einen Beschftigung oder fr einen Beruf erforderlichen Kompetenzen oder

    Leistungsstandards festgelegt wurden, unabhngig davon wo diese

    erworben wurden. Ziel: Institutionalisierung einer alternativen Form

    nationaler beruflicher Befhigungsnachweise

    Norwegen The Realkompetanse Project Validierung von non-formellen und informellem Lernen (Realkompetenzen statt Qualifikationen); Ziel: gleichberechtigte Kompetenzbewertung am

    Arbeitsplatz und im Bildungssystem

    Schweiz Schweizerisches Qualifikationsbuch/

    CH-Q

    Kompetenzbilanzierung; Ziel: Sammlung von Grundlagen fr die individuelle

    Weiterentwicklung in Bildung und Beruf sowie fr die Frderung der

    beruflichen Mobilitt

    Deutschland Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) Kompetenzbilanzierung angelehnt an den Europischen Qualifikationsrahmen fr lebenslanges Lernen (European Qualifications

    Framework-EQF)

  • # 17 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Agenda

    Hinfhrung

    Qualitts-Entwicklungs-Management Kompetenzentwicklung (Erpenbeck/Rosenstiel)

    Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)

    Das Kompetenzkonzept von PISA und PIAAC

    Fazit

  • # 18 02.12.2013 Prof. Dr. Rudolf Tippelt

    Der Deutsche Qualifikationsrahmen (D