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healtheconomy - die wöchentliche Berichterstattung über die Gesundheitswirtschaft - jeden Freitag in der Wirtschaftsfachtageszeitung medianet

Text of medianet health:economy

  • healtheconomymedianet INSIDE YOUR BUSINESS. TODAY. FREITAG, 13. JNNER 2012 31

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    Trotz Spardruck: Lnder bauen Spitler stark aus

    980 Millionen Euro Eine healtheconomy-Umfrage in den Lndern zeigt: Whrend Gesundheitsminister Alois Stger nach Sparmglichkeiten sucht, rsten die Lnder ihre Kliniken weiter hoch und investieren heuer massiv. Seite 33

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    INHALT

    Healthcare

    > rztekammer will mit Hausrzten das Gesund-heitssystem entlasten 32

    > WIFO entfacht neue Debatte um Liberalisierung im Apothekenbereich 33

    Pharmareport und Lifescience

    > Generikariese Teva tauscht Management aus und will weiter expandieren 34

    > Pharmafirma Stada wird bei bernahme gebremst 34

    Medizintechnik und eHealth

    > Krankenkassen mit der Testphase fr die e-Medikation zufrieden 35

    NEUER RCKBLICK

    Sanofi und Wirtschaftskammer prsentierten Jahrbuch der Gesundheitspolitik Seite 36

    NEUE FHRUNG

    Die ARGE Selbsthilfegruppen hat Wolf Dorner an die Spitze gewhlt Seite 36

    NEUER CHEF INTERCELL TAUSCHT

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    SHORT

    Reformen Es soll wieder gespart werden im Gesundheitswesen. Die ihre Schuldenbremse ver-handelnde Regierungsspitze lsst sich zwar noch keine De-tails zum anstehenden Sparpa-ket entlocken. Im Pressefoyer nach dem Ministerrat versi-cherten Bundeskanzler Werner Faymann (SP) und Vizekanz-ler Michael Spindelegger (VP) am Dienstag aber, dass die Gesprche gut liefen, der VP-Chef sah Annherungen vor allem in den Bereichen Pensi-onen und Gesundheit. Die VP will allein im Gesundheitsbe-reich 1,8 Mrd. bis 2016/17

    einsparen. Seite 32

    Burn-out-Serie Anita Frauwall-ner ist berzeugt: der Weg aus dem Burn-out fhrt ber den Darm. Die Vorsitzende der sterreichischen Gesellschaft fr probiotische Medizin und Geschftsfhrerin des Grazer Instituts Allergosan unter-mauert ihre berzeugung mit Untersuchungen, die belegen, dass Depressionen oder ein Burn-out immer dann entste-hen, wenn es Entzndungen im Darm gibt. Es gebe im Ge-hirn und dem Darm dieselben Neuronen und Substanzen. Wrden im Darm bei Bakterien Membranproteine aufgelst, fhre das zu Entzndungen, sagt sie. Seite 34

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  • Wien. Durch die Einfhrung eines von der rztekammer angestrebten Hausarzt- oder Vertrauensarzt-modells knnten pro Jahr rund 335 Mio. durch Vermeidung von unntigen Ambulanzbesuchen ge-spart werden. 100 Allgemeinme-diziner mit Kassenvertrag mehr wrden 25.000 Spitalsaufenthalte vermeiden helfen und 80 Mio. ersparen. Das ist das Ergebnis ei-ner von der Bundeskurie der nie-dergelassenen rzte bei der Wiener Wirtschaftsexpertin und Politikbe-raterin Agnes Streissler in Auftrag gegebenen Studie.

    Der Hintergrund: Dass sterreich im Vergleich zu anderen Staaten zu viele Spitalsbetten, zu viele Pa-tienten in den Ambulanzen und zu viele stationr aufgenommene Kranke in den Spitlern aufweist, ist in Expertenkreisen ziemlich unbestritten. Von 1.000 sterrei-chern kommen 265 zumindest ein-mal jhrlich ins Spital. Im OECD-Schnitt sind es nur 158 je 1.000 Einwohner, in Kanada nur 84. Die rztekammer propagiert deshalb ein Hausarzt- oder Vertrauensarzt-modell: Die Krankenversicherten

    sollen nicht mehr direkt und unge-zielt Fachrzte und Spitalsambu-lanzen ansteuern, sondern freiwil-lig erklren, zunchst einmal einen Arzt ihres Vertrauens aufzusuchen. Dieser soll quasi das gezieltere Management bernehmen.

    Einfache Rechnung

    Streissler hat nun die wahr-scheinlichen Konsequenzen der Umsetzung eines solchen Modells abzuschtzen versucht. ster-reich gibt im ambulanten Bereich pro Kopf etwa zehn Prozent weni-ger aus als Dnemark, Belgien oder Schweden, aber dafr um mehr als ein Drittel mehr im stationren Bereich, schreibt sie.

    Eine auch nur geringe Vernde-rung des Zugangs der Patienten zu den medizinischen Einrichtungen der Spitler wrde laut Schtzung der Expertin deutliche Einspa-rungen bringen. Streissler: Im Jahr 2009 gab es in sterreich insgesamt ber 16 Mio. Ambulanzbesuche. Nehmen wir vorsichtigerweise an, dass nicht 65, sondern nur 50% da-von den falschen Zugang zum Ge-

    sundheitswesen gewhlt haben, so handelt es sich um mehr als acht Millionen Flle.

    Die Expertin verweist in dem Gutachten auf die Berechnungen der Krankenhuser, wonach ein Ambulanzbesuch im Durchschnitt 89 kostet, whrend laut Leis-tungskennzahlen der Sozialver-sicherung ein durchschnittliches Arzthonorar knapp 50 betrage. Streissler: Einfache Multiplikati-

    on hat zum Ergebnis, dass selbst bei dieser vorsichtigen Schtzung ein Einsparungspotenzial von 335 Millionen mglich wre. Aus wissenschaftlichen Arbeiten in Grobritannien liee sich weiters abschtzen, dass 100 Allgemein-mediziner in der niedergelassenen Praxis mehr 25.000 Spitalsaufent-halte weniger und eine weitere Ersparnis von 80 Mio. bedeuten wrde. (APA/iks)

    32 healtheconomy HEALTH:CARE Freitag, 13. Jnner 2012

    KOMMENTAR

    Neue Vorstze frs neue Jahr

    MARTIN RMMELE

    Politiker sind auch nur Menschen. Und so geht es ihnen, wie uns allen: Sie

    nehmen sich zu Beginn eines neuen Jahres viel vor. Im Ge-sundheitswesen bedeutet das meistens (und alle Jahre wie-der), dass sich alle berlegen, wie denn zu sparen wre. Nun ist nicht nur das Rad lngst erfunden, es liegen auch seit Jahren Sparkonzepte auf dem Tisch. Also machen die Poli-tiker das, was wir normalen Menschen zum Jahreswechsel auch tun: Sie nehmen sich Din-ge vor, die sie sich vor einem Jahr und vor zwei Jahren, usw. auch schon vorgenom-men haben, aber eben im Laufe des Jahres gescheitert sind.

    Im Gesundheitswesen taucht nun eine alte Idee wieder auf, die wie die meisten Ideen recht simpel klingt: Man knnte das Ausgabenwachstum an jenes des BIP koppeln. Dahinter steht der Gedanke, dass die Einnah-men durch Steuern und Sozial-abgaben ja auch BIP-abhngig sind.

    Das Problem: Die Gesund-heit der Menschen richtet sich nicht nach Wirtschaftskenn-zahlen. Im Gegenteil: Gehts der Wirtschaft schlecht, gehts den Menschen auch schlecht. Sie werden krank durch ho-he Arbeitslosigkeit, Angst vor Jobverlust, usw. Also stiegen bisher immer die Gesundheits-ausgaben, wenn die Wirtschaft flaute. Der Plan, beides zu kop-peln, knnte also fatale Folgen haben.

    Reformplne I VP fordert Wachstumsbremse fr das Gesundheitswesen und will 1,8 Mrd. einsparen

    Gesundheitsreform: Und wieder regiert Sparstift

    Wien. Es soll wieder gespart wer-den im Gesundheitswesen. Die ih-re Schuldenbremse verhandelnde Regierungsspitze lsst sich zwar noch keine Details zum anstehen-den Sparpaket entlocken. Im Pres-sefoyer nach dem Ministerrat ver-sicherten Bundeskanzler Werner Faymann (SP) und Vizekanzler Michael Spindelegger (VP) am Dienstag aber, dass die Gesprche gut liefen, der VP-Chef sah Ann-herungen vor allem in den Berei-chen Pensionen und Gesundheit.

    Koppelung an BIP

    Die VP will jedenfalls im Ge-sundheitsbereich 1,8 Mrd. bis 2016/17 einsparen. Mit einer Be-schrnkung des Ausgaben-An-stiegs auf die Hhe des Wachs-tums der Wirtschaftsleistung wre dieses Ziel erreichbar, sagt VP-Klubobmann Karlheinz Kopf. Diese Zahlen habe er bereits in ei-ner ersten Verhandlungsrunde mit Gesundheitsminister Alois St-ger (SP) vor Weihnachten auer Streit gestellt. In den vergangenen 20 Jahren seien die Einnahmen mit dem BIP um 3,75% gewach-sen, die Ausgaben jedoch um 5,5%. Eine Senkung der Ausgaben auf das BIP-Wachstum wrde bis 2016/17 Kostendmpfungen von 1,8 Mrd. bedeuten, rechnet Kopf vor.

    Whrend der VP-Klubobmann die Krankenkassen auf einem gu-ten Weg sieht, hlt er vor allem im Spitalsbereich Reformen fr notwendig. Im stationren Be-reich seien die Kosten seit 2000 um 4,5% und im Ambulanzbereich um sechs Prozent gestiegen. Als eine Mglichkeit, die Kosten zu senken, sieht sich Kopf mit Stger einer Meinung, dass man wie bei den

    Krankenkassen die Verteilung von Finanzmitteln an die Erreichung von vorgegebenen Zielen knpfen knnte. Mit der schon beschlos-senen Novelle zum Kranken- und Kuranstaltengesetz (KAKuG), die den Spitalstrgern Effizienzstei-gerungen durch Schwerpunktbil-dungen und Spezialisierungen er-mglicht, hlt Kopf Einsparungen von 200 Mio. fr mglich. Das wre mehr als ein Zehntel des ins-gesamt angepeilten Volumens.

    Welche Manahmen die VP sonst noch anstrebt, um das Ein-sparungsvolumen zu erzielen, wollte Kopf nicht verraten. Ein Vorziehen der geplanten Spitals- reform fr das jetzige Sparpaket hlt der VP-Klubobmann aber nicht fr machbar. Einzelmanah-

    men seien in Verhandlung, damit msse man nicht bis 2013 warten. Aber die angestrebte Konzentration der Finanzstrme die Finanzie-rung aus einer Hand werde nicht so schnell gehen.

    Kritik von rztekammer

    Kritik an den Plnen kam umge-hend von den Lndern und von der rztekammer. Deren Prsident Walter Dorner weist die Ankndi-gung zurck. Er halte nichts von Zahlenspielereien rund um Aus-gabenkrzungen im Gesundheits-wesen, sagte Dorner. Es sei nur schwer vertretbar, fr die Gesund-heitsversorgung immer weniger Geld auszugeben. Angesichts der steigenden Lebenserwartung und

    der damit verbundenen Zunahme vor allem chronischer Erkran-kungen einerseits und des Fort-schritts der Medizin andererseits mssten Politiker, die ihre soziale Aufgabe ernst nehmen, dazu ste-hen.

    Der rztekammer-Prsident be-sttigte jedoch, dass das Kosten-wachstum durch eine Neuordnung der Strukturen ein