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Paracelsus Today - März 2013

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Das Magazin der Paracelsus Privatuniversität Salzburg

Text of Paracelsus Today - März 2013

  • Paracelsus TodayDas Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversitt, Salzburg NR. 1 MRZ 2013 I 3,

    Jung und engagiertDer Alumni-Club feierte 10 JahreParacelsus Universitt mit. SEITE 8

    Wieder ausgezeichnetFrderpreis fr dasOnline-Studium Pege. SEITE 36

    Smartund sozialFr FrdererWolfgangAltmllerzhlt dasMiteinander.

    SEITE 38

    Vade Mecum!Die Paracelsus Universitt hat nach zehn Jahren

    noch immer Visionen, Neues zu schaffen fr die bessere Versorgung von Patienten.

  • Paracelsus Today 1/2013 3

    Inhalt

    Kpfe und SchulternDer Festakt zum 10-jhrigen Bestand der ParacelsusUniversitt war das Zusammentreffen vieler, die alle zumbisherigen Erfolg beigetragen haben.

    4 Short Cuts. Neues aus der Uni.

    6 Spotlight. Wnsche und Visionen.

    8 Inside. Impressionen vom Festakt

    10 Jahre Paracelsus Universitt.

    12 Fokus On. Sieben Fragen

    an Wissenschaftsminister

    Karlheinz Tchterle.

    14 Inside.

    Eine junge rztin geht ihren Weg.

    16 Research. Den Prostataschmerz

    lindern mit neuer Therapie.

    20 Research. Aktiv gegen Diabetes.

    22 Research. Animierte Medizin.

    24 Outside.

    Nur nicht auf Reisen krank werden.

    28 Body-Check.

    Was tun bei Reisedurchfall?

    30 Very Personal. HNO-Primar

    Gerd Rasp im Portrt.

    32 Inside. Risikomanagement

    am Universittsklinikum Salzburg.

    34 Alumni. Andreas Dombrowski

    am AKH Wien.

    36 Edcuation. Wieder eine

    Auszeichnung fr die Pflege.

    38 Friends. Banker Wolfgang Altmller

    mit hohem Sinn fr das Gemeinwohl.

    40 Point of View.

    Mayo mag Paracelsus.

    Editorial

    Spenden-Box:Paracelsus Today wrde sich berIhre Sympathiespende sehr freuen.Wir werden jeden Euro sinnvoll frneue Magazinausgaben mit an-spruchsvollem und spannendemLesestoff einsetzen. Bitte gebenSie bei der Anweisung Ihrer Spendebeim Verwendungszweck Paracel-sus Today an. Unser Spendenkon-to: Salzburger Landes-Hypotheken-bank, Konto: 10400013375, BLZ:55000, SWIFT-Code: SLHYAT2S,IBAN: AT03 5500 0104 0001 3375

    Feedback erwnschtWie gefllt Ihnen das neue Paracel-sus-Today-Magazin? Teilen Sie unsIhre Meinung und Ihre Anregungenmit: [email protected]

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    Der Blick zurck schafft momentan eine gewisse Zufriedenheit obdes Erfolges, macht stolz und lsst jeden kurz innehalten. Doch daswar`s auch schon! Neue Ideen sind umzusetzen, Entwicklungen vo-ranzutreiben, Verbesserungen durchzufhren usw. Mzen HansjrgWyss hat in seiner Festrede in der Residenz das Wachstum als steteHerausforderung angesprochen. Es sei wesentlich, neue Schulternzu suchen, auf die einerseits die Last verteilt werden kann undandererseits, was Schultern an sich haben: dazugehrige Kpfe, diemithelfen knnen, neue Wnsche und Visionen fr die Zukunft zukreieren. Die nchsten zehn Jahre haben begonnen!In diesem Heft finden Sie, werte Leserinnen und Leser, neben denEindrcken und Meinungen zu zehn Jahren Paracelsus Universitt wir haben auch mit Wissenschaftsminister Karlheinz Tchterle inWien gesprochen Interessantes aus der Forschung, dazu passendein Portrt des neuen Forschungsdekans Gerd Rasp.Wir verfolgen gerne die beruflichen Wege unserer Alumni underzhlen darber diesmal trafen wir den PflegeabsolventenAndreas Dombrowski, der am AKH Wien Patienten nach schwe-

    ren Brandverletzungen betreut, und MariaKollmann, rztin auf der Inneren Medizin inSchwarzach.Die Vorfreude auf warme Frhlings- undSommertage teilen wir. Bevor Sie eineUrlaubsreise antreten, prfen Sie IhreReiseapotheke. Tipps dazu finden Sie imParacelsus Today kommen Sie gut undgesund heim.Wnsche Ihnen Kurzweil beim Lesen!

    Dr. Gottfried StienenChefredakteur

    ImpressumParacelsus Today ist das Magazin der Paracelsus MedizinischenPrivatuniversitt in Salzburg Auflage: 30.300 Stck Medieninhaber und Herausgeber: Paracelsus MedizinischePrivatuniversitt Salzburg Privatstiftung, Strubergasse 21,5020 Salzburg, Tel. +43 (0)662/4420020, www.pmu.ac.at Verlag: Magazinmanagement und Verleger: Schoba & PartnerGmbH, Albrechtgasse 9, 8010 Graz, +43 (0)316/820082,www.schoba.at, Geschftsfhrer: Mag. Helmut Schoba Chefredakteur: Dr. Gottfried Stienen Chefin vom Dienst:Stefanie Illmer Art-Direktor: Tom Wagner Produktion: m4!Mediendienstleistungs GmbH & Co KG, Schnaugasse 64,8010 Graz Mitarbeiter/-innen dieser Ausgabe: AndreasAichinger, Sabine Ritzinger, Ilse Spadlinek, Dr. Gottfried Stienen,Mag. Wolfgang Bauer, Dr. Jutta Auberger Fotos: wild&teamfotoagentur gmbH, Franz Neumayr, istock, SALK, Bundesminis-terium, Privatfotos Coverfoto: istock Herstellung:Druck Styria GmbH & Co KG Alle Angaben ohne Gewhr.Haftung fr Irrtmer und nderungen ausgeschlossen.Satz- und Druckfehler sowie alle Rechte vorbehalten.

  • 4 1/2013 Paracelsus Today

    Fotos:

    Parac

    elsu

    sUni,B

    MfW

    F

    Durch einen Kooperationsvertrag mit dem Klinikum Nrnbergbegrndet die Paracelsus Medizinische Privatuniversitt einenzweiten Standort in Deutschland zur Durchfhrung eines Hu-manmedizinstudiums. Das Klinikum Nrnberg will ab 2014 dieMedizinstudierenden nach dem jeweils aktuellen, akkreditiertenCurriculum der Paracelsus Universitt ausbilden und zu einemin Deutschland approbationsfhigen Abschluss fhren. Dazusoll die Forschung im Bereich der Humanmedizin am Stand-ort Nrnberg auch in Kooperation mit dem Standort Salzburgweiterentwickelt und eine forschungsgeleitete Lehre etabliertwerden. Nachdem der Stiftungsrat am 18. Februar 2013 denKooperationsvertrag mit dem Klinikum Nrnberg genehmigt hat,knnen nun die Antrge an die Akkreditierungsbehrde undan die Behrde zur Erlassung des Feststellungsbescheides inBayern eingereicht werden.Durch die Grndung eines zweiten Standortes in Deutschlandwill die Paracelsus Universitt ihre internationale Ausrichtungweiter verstrken und verankern sowie die Qualittsentwicklungin der Lehre intensivieren. Die Kooperationsmglichkeiten derStandorte Salzburg und Nrnberg in den einzelnen Fchern las-sen darber hinaus eine Steigerung der Forschungsleistungenund zustzliche Perspektiven in den Forschungsfrderungenerwarten.Rektor Herbert Resch ist oberstes und hochschulrechtlich letzt-verantwortliches Organ beider Standorte. Auch die bestehendenDekane und Fachbereichsleiter Medizin in Salzburg nehmen ihreAufgaben knftig zentral fr Salzburg und Nrnberg wahr. DieLehre am Standort Nrnberg wird durch das Stammpersonaldes Klinikums Nrnberg und die zu grndenden Auenstellender Salzburger Institute fr Anatomie und muskuloskelettale For-schung sowie fr Physiologie und Pathophysiologie abgehalten.Darber hinaus werden externe Lehrende hinzugezogen.

    Das Aktionsbndnis Schmerzfreie Stadt Mnster, ein For-schungsprojekt des Instituts fr Pflegewissenschaft und -pra-xis der Paracelsus Universitt, wurde am 30. Jnner 2013 inBerlin ausgezeichnet. Institutsvorstand Jrgen Osterbrink (imBild) und sein Team konnten sich ber den 2. Platz des Zu-kunftspreises wegweisende Initiativen und Projekte und einPreisgeld von 5000 Euro freuen. Der Preis wird vom Verbandder Ersatzkassen e. V. (vdek) verliehen, der dieses Jahr Men-schen und Initiativen zur Bewerbung aufgerufen hatte, diesich den Problemen und Herausforderungen der Multimor-biditt von Patienten widmen. Das auf drei Jahre angelegteAktionsbndnis Schmerzfreie Stadt Mnster widmet sichdem multiprofessionellen Schmerzmanagement in relevantenVersorgungsbereichen. Durch eine systematische Schmerz-erhebung, -dokumentation und Ergebniskommunikation wird

    der aktuelle Schmerzzustand der betroffenen Personen inden jeweiligen Einrichtungen identifiziert. Auf dieser Grund-lage knnen zielgerichtete Manahmen zur Schmerzreduk-tion und/oder Schmerzbewltigung vom interprofessionellenTeam geplant und umgesetzt werden. Der Vorbildcharakterdes Projektes fr andere Stdte berzeugte die Jury.

    Paracelsus Uni bald auch in Nrnberg

    Ein ausgezeichnetes Pflegeprojekt

    Short Cuts

    Haslinger verstorbenDie Paracelsus Universitt musste von einem lang-jhrigen Freund und Untersttzter Abschied nehmen:Univ.-Prof. Dr. Adolf Haslinger, ehemaliger Rektor derParis-Lodron-Universitt Salzburg, ist am 7. Jnner im80. Lebensjahr verstorben. Der Germanist kam 1964 andie Paris-Lodron-Universitt und war dort von 1995 bis2001 als Rektor ttig. Fr die Paracelsus Universitt warHaslinger von 1999 bis 2004 im Stiftungsrat vertreten.Seine Arbeit in den Grndungsjahren wird die Paracel-sus Universitt stets dankbar in Erinnerung behalten undsein Andenken in Ehren bewahren.

  • Paracelsus Today 1/2013 5

    Das Palais Harrach in Wien gab denwrdigen Rahmen: Die ParacelsusUniversitt zog bei einer Pressekonfe-renz in Wien im Beisein von KarlheinzTchterle, Bundesminister fr Wissen-schaft und Forschung, Rektor HerbertResch, Kanzler Michael Nake undAnthony Windebank, Mayo MedicalSchool (Minnesota/USA) Bilanz berzehn Jahre.Die Privatuniversitten haben sich inihrer noch relativ jungen Geschichtezu einem wichtigen Sektor der ster-reichischen Hochschullandschaft ent-wickelt, betonte Tchterle. Das giltinsbesondere auch fr die ParacelsusMedizinische Privatuniversitt Salz-burg, die mit ihrem qualitativ hochwer-tigen Angebot Studierenden exzellenteLehre und Forschung bietet.Auch bezglich der privaten Finanzie-rung, die fr Privatuniversitten cha-rakteristisch ist, sei die ParacelsusUniversitt vorbildlich. Rektor Rescherinnerte in seinem Statement noch-mals an die vielen Widerstnde in den

    Grndungsjahren und die Skepsis, obdenn dieses private Modell erfolgreichsein knne.Kanzler Michael Nake gab einen ber-blick ber die Finanzierung der Univer-sitt. Den grten Anteil nehmen mit28 Prozent die Forschungseinnahmenein: insbesondere Drittmitteleinnah-men, aber auch die Finanzierung deseigenen kompetitiven Forschungs-fonds in der Hhe von 1 Mio. Eurojhrlich. Studiengebhren aus Human-medizin und Pflegewissenschaftensowie Kursbeitrge im Rahmen deruniversitren Weiterbildung machen inSumme 26 Prozent aus. Die ffentli-

    chen Frdermittel Landesmittel undim geringeren Ausma Mittel der StadtSalzburg und der Salzburger Gemein-den im Ausma von 19 Prozent sindfr die Basisfinanzierung der Universi-tt von groer Bedeutung. Ebenso dieEinnahmen durch Fundraising: In allenJahren konnten 100 Millionen Eurodurch die grozgige Untersttzungvieler Frderer und Mzene erreichtwerden. Erwhnt wurde ferner, dassdie Forschungsleistungen, gemessenan wissenschaftlichen Publikationenund an Impact-Punkten seit Bestehender Universitt um das zehnfache ge-steigert worden sind.

    Des Ministers Lob

    Gastein ohne seine Heilquellen un-denkbar. Das Gasteinertal ohne wissen-schaftliche Forschung zu den natrli-chen Heilvorkommen undenkbar. 1936wurde das Forschungsinstitut Gasteingegrndet und vom damaligen Bundes-prsidenten Wilhelm Miklas feierlich er-ffnet.Im Jnner 2103 wurde wieder gefeiert und zwar fnf Jahre ForschungsinstitutGastein als autonomes Institut der Para-celsus Universitt, dem Institut der Phy-siologie und Pathopyhsiologie (VorstandMarkus Ritter, im Bild rechts) angeglie-dert. Das FOI wird operativ von MartinGaisberger (li. im Bild) geleitet, die Kern-aufgaben des Instituts bestehen in derunabhngigen Durchfhrung und Koor-dination von klinischen als auch grund-lagenwissenschaftlichen Studien rundum die Gasteiner Heilmittelvorkommen.

    Ein Jubilum in Gastein

    Im Beisein der Brgermeister von BadGastein, Gerhard Steinbauer, von Dorf-gastein, Rudolf Trainer und von Bad Hof-gastein, Fritz Zettinig prsentiere dieParacelsus Universitt (auch Rektor Her-

    bert Resch war bei der Feierstunde) dieLeistungen des Instituts. Im Fokus stehtdas Erdgas Radon, das als schmerzlin-derndes Heilmittel bei rheumatischenund anderen Krankheiten bewhrt ist.

    Short Cuts

  • 6 1/2013 Paracelsus Today

    D er Wunsch und die dar-aus entstehenden Visi-onen sind Antrieb, umaus dem Alltglichen

    etwas Besseres, etwas Herausragendeszu machen. Heute sind wir als Studie-rende, Dozenten, Mitarbeiter, Gnner,Untersttzer und Freunde der Paracel-sus Medizinischen Privatuniversitt Teileiner besttigten Vision! Unsere Paracel-sus Universitt (PMU) hat die Realisati-on hinter sich gelassen und nach einer10-jhrigen Bewhrungszeit steht sieda erfolgreich und noch immer vollerVisionen.

    Visionen in Form von jungen Medizin-studentinnen und -studenten, die demWunsch, Patienten zu helfen nachgehenund der Vision, Mediziner zu werden.

    Visionen der Gnnerinnen und Gnnerder PMU, diesen jungen Menschen dasbestmgliche Umfeld zukommen zu las-sen, um ihnen zum Erfolg zu verhelfen.

    Visionen der Fakultt und aller Univer-sittsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter,durch ihre Leistungen den Patienten diebeste Versorgung durch ihre ausgebilde-ten Mediziner zukommen zu lassen.

    VonWnschenund Visionen

    Aus einem Wunsch entsteht eine Vision aus einer Vision wird Arbeit aus derArbeit die Realisation aus der Realisation ein Erfolg aus dem Erfolg folgt Befriedigung...

    Und zehn Jahre spter die Besttigung, dass die Vision richtig war.

    Autor: Hansjrg Wyss . Foto: Paracelsus Uni/Franz Neumayr

    Visionen haben den Nachteil, dass sieschon kurz nach ihrer Realisierung ver-blassen. Sobald sie reell vorhanden sind,gehren sie schon bald zum Inventar vorhanden und fassbar. Manch einerwird sich nachtrglich despektierlichber eine Vision uern, da diese imNachhinein ja auf der Hand lag.

    So einfach ist es, durch ein Retroskopzu gucken und rckblickend Visionrzu sein! Zum Glck besitzt die Paracel-sus Universitt kein Retroskop, sondernnutzte und nutzt ihre Energie und Fhig-keiten dazu, neue Visionen zu entwickeln:nmlich, wie sie diese junge Universittmit anderen erfolgreichen Institutionen imIn- und Ausland vernetzen kann, um ge-genseitig von Wissen zu profitieren.

    Meine ersten zehn Jahre in der Medizi-naltechnik waren auch intensiv aberleider nicht ganz so erfolgreich wie dieersten zehn Jahre der PMU. Ich musstelernen, dass niemand auf mich gewartethat; dass es eindeutig mehr Leute gab,die alles besser wussten, als solche, diean das glaubten, was ich erreichen woll-te. Diese wenigen zum Teil kritischen,aber auch offenen Freunde, Frdererund Mentoren haben mich, und speziell

    Synthes, an die Spitze der MedTech-Industrie gebracht.

    Diese Universitt konnte ber die letzteDekade auf genau solche Freunde, Fr-derer und Mentoren zhlen: auf ihre Hil-fe, um von Beginn an auf eigenen Beinenals Universitt zu bestehen. Mge dieseso wichtige Untersttzung weiterhin Teilder Paracelsus Universitt sein!

    Die PMU wchst und gedeiht. Darum istes wichtig, neue Schultern zu suchen,auf die einerseits die Last verteilt werdenkann und andererseits, was Schulternan sich haben: Dazugehrige Kpfe, diemithelfen knnen, neue Wnsche undVisionen fr die Zukunft zu kreieren. Indiesem Sinne wnsche ich der Paracel-sus Medizinischen Privatuniversitt vielestarke Schultern mit den dazugehrigenklugen Kpfen!

    Sehr geehrte Festgste, liebe Universi-tt, ich wnsche Ihnen allen Visionen:Visionen, um weiterhin erfolgreich zusein Visionen, um die Patientenversor-gung mageblich zu verbessern Visio-nen, um Neues zu erschaffen. HerzlicheGratulation fr die ersten zehn Jahre undweiterhin viel Erfolg!

    Spotlight

    Hansjrg Wyss warFestredner bei der10-Jahres-Feierder ParacelsusUniversitt in derResidenz.

  • Ungezhmt.Der neue CLA. Ab 12. April bei Ihrem Partner der Pappas Gruppe.

    Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 4,26,2 l/100 km, CO2-Emission 114144 g/km.www.pappas.at/cla

    Pappas Gruppe, Autorisierter Mercedes-Benz Vertriebs- und Servicepartner;Unternehmen der Pappas Gruppe sind: Georg Pappas Automobil AG, Pappas Automobil-vertriebs GmbH, Retterwerk GmbH, Konrad Wittwar Ges.m.b.H., Pappas & Werlin GmbH,Pappas Auto Magyarorszg Kft.

  • Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslau

    er (rechts) im

    Gesprch mit Heinrich Schmidinger, Rektor der U

    niversitt Salzburg.

    Aus England zur 10-Jahres-Feier angereist und g

    rozgige Frderer

    der Paracelsus Universitt: Elisabeth und Ernst P

    iech.

    In einer Talkrunde stellten sich der Anatom Felix

    Eckstein, Frderin IreneOesch-

    Hayward, Salk-Geschftsfhrer Burkhardt Van de

    r Vorst und Alumni Thomas Hauser

    den Fragen von Ilse Spadlinek (2. Von links) und

    Gottfried Stienen (rechts) zur

    Gegenwart und Zukunftder Paracelsus Universit

    t.

    Erzbischof Alois Kothgasser und Landeshauptfra

    u Gabi Burgstaller

    lauschten den Worten der Festredner.

    Inside

    8 1/2013 Paracelsus Today1/ ydaTocelsus ara2013 P

    Mzen Dietrich Mateschitz,

    bei ffentlichen Anlsenkaum zu

    Gast, erwies der Paracelsus

    Universitt seine Ehre.

  • 400Festgste spendeten begeistert Applaus, mehrmals

    an diesem 30. Jnner 2013 beim Festakt 10 Jahre

    Paracelsus Universitt inder Salzburger Residenz.

    Viel Applaus wurde dem Rektor Herbert Resch gesp

    endet fr die-

    ses Jahrzehnt harter Arbeit, eine private medizinisch

    e Universitt zu

    grnden, damals die erstein sterreich. Natrlich ga

    b es Mitstreiter,

    natrlich hat sich im Laufe der Zeit ein Team gefun

    den, das unter-

    sttzt. Die Hauptlast undVerantwortung ruht jedoch

    auf den Schul-

    tern von Resch bis heute. Das wei auch Hansjrg

    Wyss, der nach

    seiner Festansprache als grozgiger Frderer ein k

    leines Geburts-

    tagsgeschenk mitgebracht hatte. Der Schweizer,

    Ehrendoktor der

    Paracelsus Universitt, spendete einen Forschungs

    -Lehrstuhl, der

    den Namen Herbert Resch tragen soll. Was fr ein

    Geburtstagsge-

    schenk!

    Im einzigartigen Rahmender Residenz wurden be

    im Festakt im

    Beisein von Erzbischof Alois Kothgasser, zahlreiche

    r Frderer und

    Mzene, der politischen Spitzen des Landes, angef

    hrt von Lan-

    deshauptfrau Gabi Burgstaller und ihrem Stellvertr

    eter Wilfried

    Haslauer , Reprsentantender Stadt Salzburg, fast al

    ler Prima-

    rii der Universittsklinikenund vieler Freunde und W

    egbeglei-

    ter in diesen Jahren Erinnerungen gewlzt, Episode

    n erzhlt,

    Zwischenbilanz gezogen und mit Zuversicht und

    Mut in die Zukunft geblickt.

    Der Erfolggibt Kraft frdie Zukunft

    Autor: Gottfried Stienen

    Fotos: Paracelsus Uni/wild+team, Franz Neumay

    r

    Das junge Musikertrio The Brass Bros begeiste

    rte mit otten Rhythmendas Publikum.

    Paracelsus Today 1/2013 9

    Unter den geladenen Gsten ersphte der Fotog

    raph auch den

    Vorstand des Alumni Clubs: Vorsitzender Sebasti

    an Rsch, Kerstin

    Illichmann (links) und Clara Mrwald.

    !nkhesc imFestakt beim den wurResidenz der Rahmen inzigartigen eIm under derFreicher zahlr, KothgasserAlois Erzbischof n von eiisBe Lan-von angefhrt Landes, des n zeitSpn hesctilipor de, nezeM lfriedWieter Stellvertrem ihrund Burgstaller abi Gaufrptaushde Prima-aller fast Salzburg, Stadt der eprsentanten R ,erauslHa gbeglei-Weund eunde Frvieler und iken inkltstsierivUnr dei ri erzhlt,Episoden gewlzt, Erinnerungen en Jahriesen dinr te undZuversicht mit und ezogen gnzlabienchisZw

    ukunft geblickt. Zie dint Mu

    y 1daTocelsus raPa /2013

    Geburtstagsge-ein fr s Wasoll. tragen Resch Herbert n meNan de

    imFestakt beim den wurResidenz der Rahmen inzigartigen eIm under derFreicher zahlr, KothgasserAlois Erzbischof n von eiisBe Lan-von angefhrt Landes, des n zeitSpn hesctilipor de, nezeM lfriedWieter Stellvertrem ihrund Burgstaller abi Gaufrptaushde Prima-aller fast Salzburg, Stadt der eprsentanten R ,erauslHa gbeglei-Weund eunde Frvieler und iken inkltstsierivUnr dei ri

    tten Rhythmen das Publikum.

    oos begeisterte mit Das junge Musikertrio T

    he Brass Br

    9

    tten Rhythmen das Publikum.

    oos begeisterte mit Das junge Musikertrio T

    he Brass Br

    RektorReschbei seiner

    Festrede.

    Hansjrg Wyss gab der Universitt noch einen Gedan

    ken fr die Zu-

    kunft mit auf den Weg: Ich glaube, dass die Parace

    lsus Universitt

    den Studenten beibringensollte oder msste, dass w

    enn sie als jun-

    ge Doktoren in die Praxiskommen die Ausbildung e

    rst beginnt. Und

    dass sie noch die nchsten zehn Jahre an sich arbe

    iten mssen um

    wirklich gut zu werden.

    Erfolg begelt und gibt frische Kraft. Energie und Mu

    t fr die Zukunft

    wird die Paracelsus Universitt brauchen. Das Verspr

    echen, weiterhin

    mit hoher Qualitt in Lehreund Forschung zum Wohl

    e der Patientin-

    nen und Patienten zu arbeiten, wurde an diesem Fes

    ttag bekrftigt.

    Inside

  • Stiftungsrat Hans Schernthanner (rechts), Gabrie

    la Moretti-Prucher

    (Hypobank) mit ihrer Mutter Dolores sowie Anton

    -H. Graf, Vorstand der

    Salzburger Krebshilfe, inder Gsteschar.

    Was fr ein Geschenk: Rektor Herbert Resch dur

    fte zum Geburtstag

    der Uni die Finanzierungszusage fr einen Lehrst

    uhl von Mzen

    Hansjrg Wyss entgegennehmen.

    Das Unternehmer-Ehepaar Evelyn und Max Aiche

    r sind seit der

    Grndung der Paracelsus Universitt grozgige

    Frderer wie knapp

    90 weitere Persnlichkeiten, Unternehmungen u

    nd Stiftungen.

    Inside

    10 1/2013 Paracelsus Today

    Angeregte Gesprche nach dem ofziellen Teil de

    r Festlichkeit in den

    Prunkrumen der Residenz. Dazu servierte Cater

    er Horst Gallbauer

    und Team kulinarische Kstlichkeiten.

    eil der Festlichkeit in denziellen T

    egte Gesprche nach dem of

    Anger er Horst Gallbauer

    Prunkrumen der Residenz. Dazu servierte Cater

    er Horst Gallbauer

    Prunkrumen der Residenz. Dazu servierte Cater

    Charaktereigenschaften der Universitt:

    Hirn, Herz, Hand.

    Johannes ZICKLER, Frderer

    Dass ein Traum noch weiter Wirklichkeit wird.

    Und: Der Geist prgt den Stil des Hauses.

    Claudius NEUMAYER, Frderer

    Paracelsus Uni heute? Jung, dynamisch und

    trotzdem traditionell. Paracelsus Uni in 20

    Jahren? Hoentlich jung, dynamisch und innovativ.

    Hubert KASTNER, Frderer

    Ehrendoktor Hansjrg

    Wyss gratulierte der

    Paracelsus Universitt

    zu den ersten zehn

    erfolgreichen Jahren

    und forderte zugleich

    auf, neuen Visionen

    zu folgen.

  • Stiftungsrat und PrimarHelmut Hintner (links) be

    im

    Gedankenaustausch zurrasanten Entwicklung de

    r Paracelsus

    Universitt mit FrdererWilliam Hayward.

    Die Salzburger Residenz

    bildete den festlichen

    Rahmen zum Jubilum.

    Inside

    Paracelsus Today 1/2013 11

    Im Carabinieri-Saal wurde die Paracelsus Univers

    itt am 30. Jnner

    2103 gegrndet. Auf denTag genau zehn Jahre sp

    ter feierte rund

    400 Ehrengste am gleichen Ort das Jubilum.

    Wenn es so weitergeht mit

    diesem Geist, mit dieser

    Untersttzung von der

    Privatwirtschaft das ist

    eine Symbiose, ich knnte

    mir vorstellen, dass die

    Paracelsus Universitt

    eine der wichtigsten

    Universitten wird. Punkt.

    William HAYWARD, Frderer

    Ich bin bewegt, dass diese erstenzehn Jahre

    so ein Erfolgsmodell werden konnte. Ich

    war vom ersten Tag der Akkreditierung

    dabei und kann mich an die zahlreichen

    Schwierigkeiten erinnern, die immer wieder

    aufgetreten sind. Ein besonderes Ereignis war

    als den damaligen Primarii dieUrkunden

    berreicht wurden und die Kliniken damit

    zu Universittsklinken erhobenwurden das

    war fr mich der Moment, woklar war, jetzt

    ist die Universitt vollendet.

    Johannes RAINER,

    Mitglied im Akkreditierungsrat

    Eine besondere Erinnerung war

    vor ungefhr zehn Jahren, als

    nach unserem Leitungsteam am

    Dienstag diese Gruppe meine

    Frau besuchte, die gerade unser

    Kind geboren hatte heute

    ist dieses, wie die PMU, zehn

    Jahre alt.

    Michael STUDNICKA,

    Dekan fr akademische

    Angelegenheiten

    Es sind viele Momente

    angesprochen worden, wo es

    sehr schwierig war und wir

    dachten jetzt geht es nicht

    mehr weiter. Da gab es einige

    Gelegenheiten, aber alle sind

    mit Zusammenarbeit und etwas

    Glck gut gemeistert worden.

    Dieses Glck wnsche ich mir

    auch weiterhin.

    Michael NAKE,

    Kanzler der Universitt

  • 12 1/2013 Paracelsus Today

    Focus on

    D as Leben ist kein ruhiger Fluss dieses Zitatpasst auch zur Erfolgsgeschichte der Paracel-sus Universitt, die in diesem Jahr ihren 10-jh-rigen Geburtstag feiert. Bei einer Pressekon-

    ferenz am 29. Jnner im Palais Harrach in Wien standen derzustndige Bundesminister fr Wissenschaft und ForschungKarlheinz Tchterle, Rektor Herbert Resch, Kanzler MichaelNake und Mayo-Partner Anthony Windebank den JournalistenRede und Antwort. An sterreichs jngster Medizinuniversitthat sich in den vergangenen zehn Jahren viel bewegt und istviel bewegt worden. Heute ist die Paracelsus Universitt festerBestandteil der Universittsstadt Salzburg und der Hochschul-landschaft in sterreich.

    Was diese Landschaft ganz generell betrifft, so ist auch sie allesandere als ein ruhiger Fluss. Das zeigen vor allem die jngstenDiskussionen um die Anforderungen an die rzte-Ausbildungin sterreich, mgliche gesetzliche Vernderungen und Grn-dungen neuer medizinischer Universitten. Die Begegnung imPalais Harrach war fr Paracelsus Today eine gute Gelegenheit,dem Minister einige wichtige Fragen zu stellen:

    P T: Was fllt Ihnen spontan zu zehn Jahren Pa-racelsus Medizinische Privatuniversitt ein?

    Karlheinz Tchterle: Groes Engagement hohe Qualitt stete Weiterentwicklung.

    P T: Sehen Sie die privaten Universitten als Er-gnzung oder als Konkurrenten der ffentlichen Universitten?

    Karlheinz Tchterle: Jedenfalls als Ergnzung. Sie bieten inLehre und Forschung zustzliche Mglichkeiten und deckenteilweise ein sehr spezifisches Segment ab, das weder Uni-versitten noch Fachhochschulen in dieser Form haben. DiePrivatuniversitten wurden so in ihrer noch relativ jungen Ge-schichte zu einem wichtigen Sektor der sterreichischen Hoch-schullandschaft. Dafr ist gerade auch die Paracelsus Medizini-sche Privatuniversitt ein hervorragendes Beispiel.

    Sieben Fragenan Minister Tchterle

    Pressekonferenz in Wien: Paracelsus Today nahm die Gelegenheit beim Schopf und bat denMinister zum Gesprch: Dabei ging es um Privatuniversitten, um die aktuelle Hochschul-

    Diskussion, den rztemangel und um zehn Jahre Paracelsus Medizinische Privatuniversitt.Autorin: Ilse Spadlinek Foto: bmfw

    P T: Was sagen Sie zu den Finanzierungsmodel-len mglicher Unis in Linz und in Niedersterreich wren diesenun private oder ffentliche Universitten?

    Karlheinz Tchterle: Die ffentlichen Universitten sind einBegriff, der auch explizit in der Verfassung festgehalten ist. AlsAusdruck der gesamtstaatlichen Ausgestaltung des sterreichi-schen Hochschulraums sind im Universittsgesetz 21 Univer-sitten aufgelistet. Daneben gibt es noch die Donau UniversittKrems mit einem eigenen Gesetz. Fr diese Universitten gibtes eine gesetzliche Verpflichtung des Bundes, fr die Finanzie-rung aufzukommen unter Magabe der vorhandenen budge-tren Mglichkeiten. Es gibt ein klares Finanzierungsverbot frden Bund bei privaten Universitten, eine Finanzierung durchandere ffentliche Krperschaften ist aber gesetzlich mglichund auch in der Praxis breit nachweisbar.

    P T: Die medizinische Ausbildung in sterreichwird widersprchlich diskutiert. Haben wir zu viele oder zu we-nige rzte?

    Also sprach der Minister: Die Paracelsus Universitt leistet einenhervorragenden Beitrag zur Erhhung der Forschungsquote imBundesland Salzburg.

  • Paracelsus Today 1/2013 13

    Focus on

    Karlheinz Tchterle: Wir haben eine der hchsten rztedich-ten weltweit. Aber nicht berall sind die rzte so verteilt wiedies notwendig und wnschenswert wre. Es muss vor allemdie Attraktivitt des Arztberufs am Land verbessert werden.Dazu leisten auch die Unis ihren Beitrag, zum Beispiel die Me-dizinischen Universitten Innsbruck und Graz mit entsprechen-den Projekten, wo Studierende bereits whrend ihres Studiumsdie Mglichkeit bekommen, in Arztpraxen am Land Erfahrungzu sammeln.

    P T: Zum Wissenschaftsstandort Salzburg: Wieschtzen Sie die Mglichkeiten in der globalen Science-Com-munity ein?

    Karlheinz Tchterle: Ein guter Wissenschaftsstandort lebtvon seinen Forschenden, die wiederum weitere Forscher an-ziehen. Nur durch Spezialisierung und gewisse Alleinstellungs-merkmale kann internationale Bekanntheit und Sichtbarkeit ineinzelnen Bereichen erlangt werden unabhngig davon, wogenau ein Institut angesiedelt ist. Es geht natrlich auch umdie zur Verfgung stehenden Mittel: Salzburg hat eine im ster-reichischen Vergleich eher niedrige Forschungsquote von 1,37Prozent, es sind also weitere Investitionen notwendig, um mitden anderen Bundeslndern gleichzuziehen. Die PMU leistethierzu einen sehr wertvollen Beitrag und unterstreicht durchihre namhaften Untersttzer auch ihre Attraktivitt und hoheQualitt.

    P T: Wie sehen Sie die Zukunft der privaten Uni-versitten?

    Karlheinz Tchterle: Wichtig ist mir als Wissenschaftsminis-ter jedenfalls, dass die Qualitt stimmt. Dafr haben wir dieWeichen gestellt: Die qualitativen und quantitativen Akkreditie-rungsvoraussetzungen fr Privatuniversitten wurden berar-beitet und weiterentwickelt. Weiters wurden neue Mglichkei-ten fr die Privatuniversitten geschaffen, etwa die Teilnahmean kompetitiver Forschungsfrderung.

    P T: Was steht an oberster Stelle auf IhrerWunschliste als Minister fr Wissenschaft und Forschung?

    Karlheinz Tchterle: Ein positiveres Klima fr Wissenschaftund Forschung und dass die zweifellos vorhandenen Strkenauch gesehen und geschtzt und nicht nur Schwchen breitgetreten werden. Und generell eine weitere Verbesserung derRahmenbedingungen fr Wissenschaft und Forschung diessind aber nicht nur Wnsche. Es sind meine Ziele, an derenRealisierung ich arbeite.

    Die Fragen stellten Ilse Spadlinek und Gottfried Stienen.

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  • 14 1/2013 Paracelsus Today

    N ein, Maria Kollmann hegt keinen Groll gegen dieParacelsus Universitt im Gegenteil. Ihre Erin-nerungen sind durchwegs positiv. Das Studiumwar hart, intensiv und eine sehr gute Vorberei-

    tung auf den Beruf der rztin, betont die Schwarzacherin beimTreffen mit Paracelsus Today im Kardinal SchwarzenbergschenKrankenhaus in ihrem Heimatort. Die tgliche Arbeit auf der in-ternen Medizin sei eine groe Herausforderung. Kollmannbendet sich im zweiten Ausbildungsjahr zur Fachrztinund bekennt, dass sie in einer spannenden Lernpha-se sei. Zuvor hat sie den dreijhrigen Turnus im glei-chen Krankenhaus gemacht.Warum Kollmann in mehr als fnf Jahren nie zu-rck an die Paracelsus Universitt gekommen ist,hat keinen erklrbaren Grund. Es hat sich nichtergeben. Ich arbeite hier in Schwarzach viel. Auchmeine Freizeit verbringe ich gerne im Pongau, sagtdie begeisterte Skifahrerin und Skitourengeherin.Die Verbindung zur Alma Mater in der Landes-hauptstadt ist mental und im Herzenjedoch fest verankert. Die Univer-sitt belsst den Absolventen jadie Mailadresse, daher bin ichmit den anderen Absolventenin Kontakt. Auerdem besucheich oft die Homepage der Pa-racelsus Universitt und holedort die aktuellen Informatio-nen ab. Persnliche Besu-che werden mit Sicherheitfolgen.

    Maria Kollmann war seiner-zeit eine von jhrlich mehre-ren Studierenden, die durchuniversitre Stipendien un-tersttzt wurden und

    Sie war unter den Ersten: Maria Kollmann hat am 18. Juli 2008 nach fnf Jahren Studium derHumanmedizin an der Paracelsus Universitt mit 37 Jahrgangskollegen bei der Promotionsfeier

    im Hangar-7 ihren Doktortitel und Doktorhut erhalten.Seit diesem Tag hat die Salzburgerin ihre Universitt nicht mehr gesehen.

    Autor: Gottfried Stienen Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

    werden. Sie htte sich die Studiengebhr nicht leisten knnen,die Aufnahme eines privaten Kredits wre undenkbar gewesen.Damals hat die Mzenin Gertrud Ruckser die Kosten fr dieStudiengebhren bernommen, ber alle fnf Jahre hinweg.Fr diese grozgige Hilfe bin ich ihr Zeit meines Lebens dank-bar, sagt Kollmann. Jedes Wort nimmt man ihr hundertpro-zentig ab. Und es soll hier nicht verschwiegen werden, dass

    die junge rztin jedes Jahr eine nanzielle Spende andie Paracelsus Universitt leistet. Chapeau! Dieses

    Geld wird fr Stipendiaten von heute eingesetzt.Die einst unsicher wirkende, schchternejunge Studentin ist (eh irgendwie logisch)erwachsen geworden. Heute trifft man aufeine junge rztin, die mit ihrer angedeuteten

    Schchternheit, dazu einer Herzlichkeit undsprbarer Wrme sofort einen gewinnendenCharakter hat. Ihr Abteilungschef, Primar und

    rztlicher Direktor des Krankenhauses, Rein-hard Lenzhofer, hat sie schon im Turnus po-

    sitiv erlebt. Kollmann selbst hat dieZeit auf der Inneren Medizin Freude

    bereitet und das Interesse amFach geweckt. Das Klima hierist sehr, sehr gut. Der Umgangunter den Kolleginnen und Kol-legen ist wertschtzend undman erhlt immer Unterstt-zung, wenn man sie braucht,betont Kollmann und ergnzt:Man wird nicht berfordert.Ihr Chef hat immerhin eineAbteilung mit 27 rztinnenund rzten zu leiten in ei-nem sehr umfangreichen

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    Inside

    Es begann am8. September 2003

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  • hend waren, ein Herzinfarkt etwa oderbakterielle Krankheiten, ihre Frau stehenund Fachkompetenz beweisen. In eini-gen Momenten wei man als rztin sehrschnell, dass Leben gerettet oder ver-loren werden knnen. Maria Kollmannkann ihre Arbeit bei aller Verantwortungund Belastung aber genieen, und ichbin mir heute hundertprozentig sicher,den richtigen Beruf gewhlt zu haben.

    Wohin ihr Weg als rztin fhren wird, ist noch unklar. Im Hin-terkopf hat Maria Kollmann den Gedanken, irgendwann in einePraxis zu gehen. Die Region Schwarzach gefllt ihr, es ist ihrZuhause. Derzeit msse sie ihre Freizeit wegen der vielen Diens-te natrlich auch nachts genau planen. Das passt auch so.Ich versuche daher meine Freizeit mit einer hohen Qualitt zugestalten, erzhlt Kollmann. Der Besuch von kulturellen Veran-

    staltungen gehrt dazu, das Adventsin-gen im Winter oder auch die eine oderandere (leistbare) Festspielveranstaltungim Sommer. Diese finden bekanntlich inder Stadt Salzburg statt und dort befin-det sich die Paracelsus Universitt. Ichwerde doch mal in der Strubergassevorbeischauen, denn es ist bestimmtschn, Menschen, die schon damals inder Grnderzeit der Universitt gearbei-

    tet haben, wieder zu sehen und mit ihnen zu plaudern. So wieheute beim Interview, meint Maria Kollmann mit einem Lcheln.Ich erinnere mich noch sehr gut an das familire Umfeld und andas angenehme Gefhl, als Studentin gut aufgehoben zu sein.Das soziale Denken und Handeln der Universitt haben michgeprgt, sagt Kollmann.Vor bald zehn Jahren, am 8. September 2003, hatte sie ihr Stu-dium begonnen.

    Inside

    Ein Bild aus lngstvergangenen Tagen:Maria Kollmann vorzehn Jahren alsStudienanfngerin.

    Fr die grozgige Hilfe vonFrau Gertraud Ruckser, dieein Stipendium fr michfinanziert hat, bin ich Zeitmeines Lebens dankbarDr. Maria Kollmann

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    Stowellen lindernProstataschmerzen

    Nach jahrelangem und erfolgreichem Einsatz bei der Zertrmmerung von Nierensteinenverzeichnet man an der Universittsklinik fr Urologie und Andrologie in Salzburg einen viel

    beachteten Erfolg mit der Stowellentherapie bei einem hartnckigen Mnnerleiden.

    Autor: Wolfgang Bauer Foto: Paracelsus Uni/wild+team/istockphoto

    MitStowellentherapieder Prostata zuLeibe rcken ohneAnsthesie und ohneNebenwirkungen.

    Schmerzen im gesamten Be-ckenboden, die ber mehrereJahre bestehen. Die Betroffe-nen schildern ihre Lebensqua-

    litt als sehr eingeschrnkt, sie kannmit jener nach einem Herzinfarkt odermit Morbus Crohn verglichen werden.Trotzdem tappt man beim chronischenBeckenschmerzsyndrom auch ChronikPelvic Pain Syndrome oder kurz CPPSgenannt im Dunkeln, was die genau-en Ursachen der Beschwerden seinknnten. hnlich diffus verhlt es sichmit den Therapien bei CPPS: Analgeti-ka, Antibiotika und andere Medikamen-te werden allein oder in verschiedenenKombinationen verwendet, zum Teilwochen- oder monatelang, doch ohnedurchschlagenden Erfolg.

    Mit dieser verzwickten Lage vielerPatienten wollte sich Reinhold Zimmer-mann, Oberarzt an der Universittsklinikfr Urologie und Andrologie in Salzburg,nicht lnger abfinden und suchte nachAlternativen in der Behandlung vonCPPS. Angeregt von den Erfolgen derniedrigenergetischen Stowellenthera-pie bei der Behandlung von schmerz-haften orthopdischen Problemen wieTennisarm oder Fersensporn, wurde zu-nchst einmal eine Machbarkeitsstudiedurchgefhrt, um die Wirkung von Sto-wellen im Bereich der Prostata abzu-checken. Unter strenger Beobachtungmehrerer Zusatzparameter, um nach-zuweisen, dass man nirgendwo im Be-ckenboden Schaden anrichte. Der Erfolg

    dieser Vorstudie war viel versprechend:Wir haben gemerkt, dass die Stowelleim Beckenbodenbereich etwas bewirkt,ohne Ansthesie und ohne Nebenwir-kungen hervorzurufen, so der Urologe.

    Erfolgreiche Studie. Es folgte eine Pla-cebo kontrollierte Studie an 60 CPPS-Patienten. Eine Gruppe der Teilnehmererhielt niedrigenergetische Stowellenvon einem in der Orthopdie verwende-ten Gert, das den Mnnern am Dammangesetzt wurde (einmal pro Woche frjeweils 15 Minuten, vier Wochen lang),die andere Gruppe bekam ein Placebo.Wir haben mit ganz geringen Energie-flussdichten gearbeitet, nicht zu verglei-chen mit jenen Stowellen, die bei derZertrmmerung von Nierensteinen zumEinsatz kommen. Im Vergleich dazu la-gen wir bis zum Hundertfachen darunter.Die Patienten haben nur geringe Sen-sationen gemerkt, eine Art Ministrom-schlag. Die Therapie war also so gut wieschmerzfrei, erklrt der Urologe.Die Ergebnisse waren beeindruckend.Die Schmerzen, die ja beim CPPS imVordergrund stehen, gingen bei derMehrzahl der mit der Stowelle behan-delten Patienten um bis zu 80 Prozentzurck, sagt Reinhold Zimmermann.Gemessen wurde mit der Visuellen Ana-logskala, gefragt war also die Selbstein-schtzung der Patienten. Auerdem warnach der Stowellentherapie die Blasen-entleerung wesentlich verbessert, dieLebensqualitt deutlich erhht. Bei al-len untersuchten Parametern waren die

    Unterschiede zur Placebo-Gruppe hochsignifikant, auch noch nach drei Mona-ten und ebenso bei der Nachkontrollenach einem Jahr, resmiert Zimmer-mann. Also ein voller Erfolg!

    Warum helfen Stowellen? Wie lsstsich dieser Erfolg erklren? Auf alle Fl-le nicht allein durch lokale Vernderun-gen im Bereich des Beckenbodens, istZimmermann berzeugt. Vielmehr denkter an eine Beeinflussung des so genann-ten Schmerzgedchtnisses durch dieVerabreichung von niedrigenergetischenStowellen. Wenn eine wirksameSchmerztherapie ber lngere Zeit aus-bleibt, kann sich ein Schmerzgedchtnisbilden. Sozusagen als fehlgeleitetes Ler-nen durch Verstrkung negativer Impul-se im Gehirn. Es knnte also durchaussein, dass durch den kleinen Schmerz-reiz, der mit Stowellen verabreicht wird,

    16 1/2013 Paracelsus Today

  • Research

    Paracelsus Today 1/2013 17

  • Research

    18 1/2013 Paracelsus Today

    Stowellen sind akustische fokus-sierte Druckwellen, sie breiten sichmit berschallgeschwindigkeit aus,wobei sich im Bruchteil einer Sekun-de ein enormer Druck aufbaut. DieTherapie mit Stowellen nahm vormehr als 30 Jahren als nichtopera-tive Therapie in der Nierensteinzer-trmmerung ihren Anfang. Dann aberentdeckten auch andere Disziplinendie heilsame Wirkung dieser Wellen,etwa die Orthopdie fr die Behand-lung von schmerzhaften Gelenkser-krankungen (Tennisellbogen) undArthrosen. Ebenfalls angewendet wirddie Stowellentherapie bei nicht hei-lenden oberchlichen Wunden undKnochenbrchen, gegen Zellulitis,aber auch in der Parodontologie, derKardiologie und nicht zuletzt in der Ve-terinrmedizin ndet sie immer strke-re Verbreitung.

    das alte Schmerzspeichermuster ber-schrieben wird durch ein neues, das derPatient nicht merkt, sagt Zimmermann.Ob das tatschlich so ist, sollte seinerAnsicht nach durch eine weitere Studiegeklrt werden. Ein entsprechendesStudienkonzept liegt bereits vor, aber esfehlt das ntige Geld. Der Urologe gibtaber nicht auf: Ich hoffe schon, dasswir die wissenschaftliche Frage nach derWirkungsweise der Stowellentherapieirgendwann beantworten werden kn-nen.

    Spannende Einsatzmglichkeiten.Ein ebenfalls interessantes Neulandknnte man nach Ansicht Zimmer-manns mit der Stowellentherapie in derBehandlung der Erektilen Dysfunktion(Erektionsstrung) betreten. Denn ausder Kardiologie ist bekannt, dass manmit der niedrigenergetischen Stowel-lentherapie die Durchblutung gewisserHerzmuskelanteile verbessern kann.Wenn also Gefvernderungen dieErektile Dysfunktion verursachen soll-ten, dann knnte die Stowellentherapieauch hier zum Erfolg fhren. Das wre

    Rund 80 Prozent jenerNierensteine, die entferntwerden mssen, werden ohneOP durch Stowellen vonauen zertrmmert.Univ.-Prof. Dr. Gnter Janetschek

    im Gegensatz zu den medikamentsenHilfen gegen Erektionsstrungen einewirklich urschliche Behandlung.

    Nierensteinzertrmmerung derKlassiker in der Stowellenthe-rapie. Ihren Anfang nahm die Stowel-lentherapie vor mehr als 30 Jahren alsextrakorporale Stowellen-Lithotripsie(ESWL) bei der Zertrmmerung von Nie-rensteinen, erinnert sich Gnter Janet-schek, Vorstand der Universittsklinikfr Urologie und Andrologie in Salzburg.Ich habe noch gelernt, Nierensteinedurch eine Schnitt-OP zu entfernen. Dasist heute obsolet. Rund 80 Prozent jenerNierensteine, die entfernt werden ms-sen, werden ohne OP durch Stowellenvon auen zertrmmert, sie gehen dannin zerkleinerter Form von selber ab.Freilich ist die dafr ntige Infrastrukturnicht mit Reinhold Zimmermanns hand-lichem Stowellengert zu vergleichen.Wir haben hier in Salzburg eines dermodernsten Gerte. Es bietet auer ei-nem Therapiekopf mit Stowelle integ-rierte Systeme wie Rntgen, Ultraschall,ein Lasergert und vieles andere mehr.

    Die bentigte Energie zur Zertrmme-rung kann der Gre des Steines ange-passt werden, sagt Janetschek. Steinewerden nur unter Narkose zertrmmert,whrend CPPS mit dem relativ kleinenhandlichen Stowellengert ohne Ans-thesie behandelt wird.

    Die Patienten haben nurgeringe Sensationen gemerkt,eine Art Ministromschlag.Die Therapie war also so gutwie schmerzfrei.Dr. Reinhold Zimmermann

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  • 20 1/2013 Paracelsus Today

    In sterreich sind etwa 4,2bis 4,6 Prozent aller Er-wachsenen von Diabe-tes mellitus Typ 2 (DM2)

    betroffen, das im Gegensatz zu Typ1-Diabetes neben genetischen Faktorenund dem Alter vor allem durch ber-gewicht und Bewegungsmangel verur-sacht wird. Allein in Salzburg leiden rund17.000 Einwohner an dieser Krankheit.Pro Zuckerkrankem fallen im Jahr Medi-kamentenkosten in der Hhe von 4351Euro an; Sptfolgen an Augen, Nieren,Herz und Fen knnen auftreten. Funk-tionierende Behandlungsmodelle sinddemnach gefragter denn je.

    Lebensstilnderung als A und O.Vermehrte krperliche Aktivitt und Le-bensstilnderungen wie eine gesndereErnhrungsweise knnen nachweislichden HbA1c-Wert (Langzeitzuckerwert)langfristig senken und stabilisieren, daskardiovaskulre Gesamtrisikoprol ver-bessern (Lipidwerte, Blutdruck, BMI), diediabetischen Sptkomplikationen redu-zieren und die Lebensqualitt steigern.So knnen stationre Behandlungsbe-drftigkeit und Medikamentenverbrauchgesenkt und Kosten im stationren alsauch im ambulanten Sektor gespartwerden.Mit dem Aktivtreff Diabetes der Para-

    Gemeinsam aktivgegen DiabetesVermehrte krperliche Aktivitt und Lebensstilnderung

    beeinussen den Langzeitzuckerwert von Typ 2-Diabetes-Patienten, verbessern das kardiovaskulre Gesamtrisikoprol

    und reduzieren die diabetischen Sptfolgen.Das Programm Aktivtreff Diabetes setzt auf die

    Schwerpunkte Bewegung und Schulung und zeigt nun erstemessbare Erfolge bei den betreuten Diabetikern.

    Autorin: Sabine Ritzinger Fotos: Paracelsus Uni/wild+team, istockphoto

    celsus Universitt fr Typ-2-Diabetikersoll diesen Faktoren Rechnung getragenwerden. Das Konzept basiert auf Selbst-management und Peer Support zurdauerhaften Realisierung von Lebens-stilnderungen und wird vom Institut frAllgemein-, Familien- und Prventivme-dizin seit 2011 im Rahmen einer ran-domisiert kontrollierten Studie evaluiert.Gefrdert wird das Projekt von der Inter-nationalen Diabetesgesellschaft, AVOSund der GKK Salzburg. Auch die Salz-burger Sparkasse, langjhriger Frdererder PMU, untersttzt den Aktivtreff Dia-betes von Beginn an.Das Projekt wurde beim ProgrammBRIDGES (Bringing Research in Diabe-tes to Global Environments and Systems)der International Diabetes Federation(IDF) eingereicht. In einem kompetitivenVerfahren wurde das Projekt unter 160internationalen Bewerbern als eines vonvier Langzeitprojekten ausgewhlt undmit 400.000 US-Dollar ber einen Zeit-raum von drei Jahren gefrdert.

    Peer Support als Erfolgsrezept. Diebehandelnden rzte rekrutierten 393Teilnehmer 202 Personen zur Inter-vention, 191 zur Kontrolle. Die Inter-ventionspatienten nehmen an lokalenAktivtreffgruppen teil, die von PeerSupportern, selbst betroffenen Diabe-

    tikern, geleitet werden. Zurzeit gibt es17 aktive Gruppen in vier der fnf Salz-burger Gaue. Die Peer Supporter wur-den von den rzten vorgeschlagen undnach einem standardisierten Programmin sechs Modulen geschult. Thematisiertwurden unter anderem Gruppenleitung,Bewegung, Ernhrung und medizinischeAspekte von Diabetes.

    Gemeinsam aktiv. Die Gruppenleiterorganisieren die wchentlichen Bewe-gungseinheiten und Gesprchsrun-den, fhren eine Anwesenheitsliste undspielen eine wesentliche Rolle fr denZusammenhalt in der Gruppe und dieMotivation der Teilnehmer. Flottes Ge-hen bzw. Nordic Walking in Kombinationmit bungen zu Beweglichkeit, Koordi-nation und Krftigung stehen auf demProgramm. Die Einheiten werden an dieLeistungsfhigkeit der Teilnehmendenangepasst und einmal pro Monat durchSportinstruktoren betreut.Ein- bis zweimal pro Monat erfolgt eineSchulung in Form von Gesprchsrun-den. Dazu werden vom Projektteammonatliche Newsletter mit aufbereite-ten Themen und leicht verstndlichenFachinformationen zum Umsetzen vonLebensstilnderungen zur Verfgunggestellt. Zum Thema passend werdendie Gruppen jeden zweiten Monat von

    Research

  • Research

    Bewegung und Lebensstilnderung:Zwei der Erfolgsfaktoren im AktivtreffDiabetes.

    F RD I EU N I

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    O D E RF RD A SL E B E N

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  • 22 1/2013 Paracelsus Today

    Research

    E in Bild sagt mehr als tausendWorte. Und ein bewegtesBild erst recht. Auf die-se einfache Formel knnte

    man die Idee hinter dem kleinen Start-up-Unternehmen AniMedical mit Sitzin Hallein bringen. Die Geschftsideebesteht im Prinzip darin, tief in die Zau-berkiste von Computergrafik, Animatio-nen und 3D-Technik zu greifen, um amEnde komplexe medizinische Sachver-halte anschaulich und unmissverstnd-lich darzustellen. Begonnen hat alles ander Fachhochschule Salzburg, wo derjunge Salzburger Johannes Allesch imJahr 2005 sein Studium MultiMediaArtbeginnt. Neben Schwerpunktfchernwie Mediendesign, Computeranimation,Film und Audio wird hier die Vernet-zung unterschiedlicher Disziplinen grogeschrieben. Und weil sich der jungeFH-Student irgendwie schon immer frMedizin interessiert hat, ist rasch klar,wohin diese Vernetzungs-Reise gehensoll. Ein traumatisches Erlebnis whrenddes Studiums tut ein briges:Ein schwerer Unfall seiner langjhrigenFreundin wirbelt das Leben des jungenPaares durcheinander. Zu allen anderenProblemen gesellen sich im Rahmen derBehandlung auch Verstndnisschwierig-keiten. Besonders klar wird das bei ei-nem Aufklrungsgesprch vor einer gr-eren Operation. Allesch erinnert sich:Nach diesem ausfhrlichen Gesprch,bei dem sich damals die Oberrztin sehr

    Aufklrung in3D

    Johannes Allesch und Thomas Hlzenbein sind ein ungleichesDuo. Doch den jungen FH-Absolventen und den erfahrenenKlinikvorstand eint eine Idee: bessere Patientenaufklrung.

    Autor: Andreas Aichinger Fotos: Paracelsus Uni

    viel Zeit genommen hat, wussten wirtrotzdem nicht wirklich, was bei der OPeigentlich genau geschehen wird. Undso entsteht noch am Gang vor dem Be-sprechungszimmer die Idee, schwer zuerklrenden medizinischen Sachverhal-ten auch im Rahmen seines Studiums zuLeibe zu rcken. Die berlegung: Besserals mit noch so bemhten Worten odersimplen Zeichnungen auf einem Papier-bogen msste sich die Patientenaufkl-rung doch mit modernen, technischenHilfsmitteln verbessern lassen. Mit einer3D-Animation lsst sich alles darstellen,

    was man sich auch bildlich im Kopf vor-stellen kann, so Allesch.

    Gefchirurg an Bord. Als JohannesAllesch schlielich im Frhling 2009 ei-nen medizinischen Betreuer fr seine Di-plomarbeit sucht, gibt ihm ein befreun-deter Medizinstudent einen Tipp. Undso wendet sich der junge FH-Student anden erfahrenen Gefchirurgen ThomasHlzenbein, der auch Vorstand der Uni-versittsklinik fr Gef- und endovas-kulre Chirurgie am Universittsklinikumder Paracelsus Uni ist. Der Klinikchef er-innert sich: Herr Allesch ist damals zumir gekommen. Er wollte etwas Medizi-nisches machen und hat mich gefragt,ob ich eine Idee htte. Am Ende bringtHlzenbein das Thema auf eine ihm wohlvertraute Problematik: Dialyse-Patientenwrden regelmig dadurch verwirrtund verunsichert, dass Internisten undjene Chirurgen, die die Gefzugnge(Dialyseshunts) legen, eine vllig unter-schiedliche Sprache sprechen wrden.Aus Hlzenbeins Vorschlag, dazu einkleines Filmchen zu machen, entstehtdas Diplomarbeitsthema (MedizinischeAnimation Untersttzung der medi-zinischen Patientenaufklrung durch3D-Animationen anhand von Cimino-Shunt-Operationen zur Hmodialyse).Und in der Folge die Idee, mehr darauszu machen.Im Herbst 2010 wird aus dieser Ideetatschlich eine Firma eben die Ani-

    Die Perspektive, Patientenbesser und anschaulicheraufklren zu knnen, istmotivierend.Univ.-Prof. Dr. Thomas Hlzenbein

  • Research

    Paracelsus Today 1/2013 23

    Mit einer 3D-Animationlsst sich alles darstellen, wasman sich auch bildlich imKopf vorstellen kann.Johannes Allesch

    Medical medizinische AnimationenKG. Professor Hlzenbein war gleichbegeistert, freut sich Johannes Alleschnoch heute. Whrend er sich als Ge-schftsfhrer vor allem um Finanzen,Strategie und Kundenwerbung, aberauch die technische Umsetzung derFilmprojekte kmmert, sieht sich Hl-zenbein als medizinischer Link, der T-ren ffnen kann und versucht, Irrwegerechtzeitig zu vermeiden. Den Gef-chirurgen motiviert dabei die Perspektiveeiner besseren Aufklrung der Patienten,gerade angesichts knapper werdenderZeitressourcen. Und last but not least:Wer wagt, gewinnt. Auerdem mussman an die Zeit denken, wenn es mitder Chirurgie aus Altersgrnden nichtmehr so klappen sollte. Beide haben frAniMedical eigenes Geld in die Hand ge-nommen, was im Fall des jungen Absol-venten (no risk, no fun, no job) natur-gem an die Substanz ging. Gut, dassAniMedical eineinhalb Jahre lang vomakademischen Unternehmens-InkubatorBusiness Creation Center Salzburg(BCCS) als Grndungsprojekt betreutund mit 50.000 Euro untersttzt wurde.

    Animationsfilme & App. Von Vorteilsind naturgem auch die zahlreichenKontakte, die Klinikvorstand Hlzenbeineinbringen kann. Demnchst soll aucheine Umsetzung an einer klinischen Ab-teilung implementiert werden, verrt derAniMedical-Mitgrnder. Und auch Al-

    lesch als Absolvent der FachhochschuleSalzburg wei die Zusammenarbeit mitvielen Medizinern aus dem Universitts-klinikum der Paracelsus MedizinischenPrivatuniversitt zu schtzen: Immerwieder kommen Leute aus dem Klini-kum auf mich zu, mit Ideen und Anre-gungen zu Projekten. Apropos Projek-te: Grundstzlich produziert AniMedical3D-animierte Medien fr das Gesund-heitswesen und die Pharmaindustrie. Einaktuelles Beispiel ist ein neuer Patienten-informationsfilm zur Vorsorge-Kolosko-pie, der in fnf Minuten anschaulich und

    multimedial informiert. Neben lizenzier-baren Aufklrungsfilmen und Auftragsar-beiten wurde im vergangenen Jahr auchdie Software beziehungsweise iPad-AppAniMedes entwickelt, die den Ablaufder gesamten Patientenaufklrung digi-tal begleiten und optimieren soll.

    Bar statt Bro. Aller Anfang ist schwer,welcher Jungunternehmer wsste dasnicht. Bisher bin ich als sehr pragma-tischer Mensch ganz zufrieden, sagtder Grnder und ist zuversichtlich, dasswir das verflixte dritte Startup-Jahr sehrerfolgreich ber die Bhne bringen wer-den. Neue Kooperationen und neueGeschftsfelder etwa medizinbezoge-ne Werbung sollen dabei helfen. DieIdee ist super, das Anlaufen ist schwer,besttigt auch Professor Hlzenbeindiese Einschtzung. Wer aber JohannesAllesch kennt, traut ihm die ntige Reak-tionsfhigkeit auf die Markterfordernissejedenfalls zu. Das Nachdenken darbererleichtert eventuell auch ein Neben-job, dem der Fachhochschul-Magisternachgeht: Mit etwas Glck kann manihn nmlich am Wochenende hinter derBar eines bekannten Irish Pubs in Salz-burg antreffen. Allesch: Es kann ein gu-ter Ausgleich sein, einmal einer Ttigkeitabseits vom Brotisch nachzugehenund andere Dinge im Kopf zu haben alsQuartalsberichte.

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  • Outside

    24 1/2013 Paracelsus Today

  • Outside

    Paracelsus Today 1/2013 25

    K arl I., der letzte Kaisersterreich-Ungarns, wrewohl auch nicht sehramused gewesen: Just

    auf seiner Insel, dem portugiesischenFerien-Eiland Madeira, kam es im ver-gangenen Herbst zum Ausbruch einerdurchaus unerwarteten Epidemie: Mehrals 2.100 Flle von Denguefieber sonstmeist in deutlich sdlicheren Regionenein Thema sind seither zu verzeichnen.Rund 80 Urlauber brachten die durchMckenstiche (womit sich immerhin ak-tiver Mckenschutz als Prophylaxe an-bietet) bertragene Viruserkrankung alsunerwnschtes Reise-Souvenir mit nachHause. Ganz anders lagen die Dinge imSommer 2012 im legendren Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Hier warenmindestens acht Besucher am so ge-nannten Hantavirus-induzierten Pulmo-nalen Syndrom (HPS) erkrankt, drei vonihnen starben. So unterschiedlich die

    Komm gesund heimAuf Urlaubsreisende warten schne Stunden, aber auch gesundheitliche Gefahren.

    Darunter solche, ber die selten gesprochen wird.

    Autor: Andreas Aichinger Fotos: Paracelsus Uni/istockphoto

    beiden Beispiele auch gelagert sein m-gen: Die immer grere Bedeutung derReisemedizin im Zeitalter der Globalisie-rung liegt auf der Hand.

    Vorsicht Reisethrombose! Wenn einereine Reise tut, kann er (oder sie) tat-schlich etwas erzhlen. Und das giltleider durchaus auch in gesundheitlicherHinsicht, wie die Erfahrung lehrt. Dabeimuss die Bedrohung keineswegs vonvergleichsweise exotischen Infektions-krankheiten ausgehen. Wer jemals Be-kanntschaft mit dem gerade auf Reisenbesonders unbarmherzig zuschlagendenFluch des Azteken-Herrschers Montezu-ma gemacht hat, wei das. Wer anfangsharmlose Blessuren hartnckig in Salz-wasser getaucht und mit schmerzhaftenEntzndungen samt einer Menge Eiterdafr gebt hat, ebenfalls. Und werjemals an einem Urlaubsort unter Zeit-druck und ohne vorherige Recherche

    einen Facharzt gesucht hat, erst recht.Und auch das gilt es zu bedenken: Einewirklich ernstzunehmende Gefahr lau-ert schon, bevor der Urlaub berhauptso richtig begonnen hat. Und zwar beider Anreise. Vor allem auf langen Bus-reisen und Langstreckenflgen solltedie Thrombosegefahr keineswegs aufdie leichte Schulter genommen werden.Wer raucht, bergewicht oder Krampf-adern hat oder aber Hormonprparate(Pille!) nimmt, weist bereits ein erhh-tes Risiko auf. Gegengesteuert werdenkann mit Kompressions-Strmpfen oderdem Blutgerinnungs-Hemmer Heparin(Aspirin bringt hingegen nichts!). Gene-rell empfiehlt es sich, viel zu trinken undsich wann immer mglich die Beinezu vertreten.

    Risikobereitschaft & Rettungskette.Auch wenn kaum jemand daran denkt:Eine der relevantesten Gefahren fr die

    Thrombosegefahrist vor allem beiLangstreckenflgengegeben, beiRauchern undbergewichtigenbesonders.

    Die Welt zu bereisenbereitet vielenMenschen groenSpa. InformierenSie sich berImpfvorschriften frferne Lnder.

  • 26 1/2013 Paracelsus Today

    Outside

    Gesundheit von Urlaubern sind Unflle,die aus einer oftmals gesteigerten Risi-kobereitschaft resultieren. Da werdenZweirder ganz im Gegensatz zurHeimat hemmungslos ohne Helm be-stiegen. Da vertraut man Mietautos seinLeben an, bei deren Zustand heimischeAutofahrerclubs ihre Farbe von Gelb zuKreidebleich wechseln wrden. Undgerade mnnliche Zeitgenossen versu-chen, ihr Ego mit bertriebenem sport-lichen Ehrgeiz oder Abenteuern aller Artaufzupolieren. Da tauchen Flachwasser-Ratten in bisher ungeahnte Tiefen ab, daheben biedere Familienvter mit ihremKite ab, ohne an das Morgen zu denken.Tipp: Machen Sie sich wenigstens einBild von der allenfalls zur Verfgung ste-henden Rettungskette respektive notfall-medizinischen Versorgung. Und wo wirschon dabei sind: Eine kleine Vorab-Re-cherche zur medizinischen Infrastrukturvor Ort ist sicher kein Fehler. Fr Famili-en mit Kindern gilt das ganz besonders.brigens: WHO-Zahlen besttigen denVerdacht: Whrend Reisende bis 45 vorallem durch (Verkehrs-) Unflle oder Er-trinken ums Leben kommen, sterben dielteren am ehesten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Infektionen folgen hin-gegen tatschlich erst auf Platz drei derTodesursachen whrend einer Reise.

    An die Nadel! Speziell bei Fernreisenlohnt sich naturgem auch ein Blick inden eigenen Impfpass. Als Basisimpfungfr smtliche Reiselnder empehlt derSalzburger Reise- und TropenmedizinerChristian Gruber folgende drei (Kombi-nations-) Impfungen: Diphterie/Tetanus/Poliomyelitis, Thyphus sowie HepatitisA+B. Whrend Hepatitis B ber Blut undandere Krperssigkeiten und somitnicht zuletzt beim Sex bertragen wird,lauert die Hepatitis-A-Gefahr vor allem inverunreinigtem Wasser oder Lebensmit-teln. Die gute alte Devise cook it, peel itor leave it (koch es, schle es, oder lass

    es) greift hier also ebenso wie bei derDurchfall-Prophylaxe (fr weiterfhren-de Infos zu Reisedurchfall/Reisediarrhoesiehe auch unsere Rubrik Body Check!)ganz generell. Doch zurck zu den Imp-fungen. Auf seiner brigens sehr in-formativen Webseite empehlt Gruberauch Impfungen mit spezieller Indikation,deren Sinnhaftigkeit allerdings von Fallzu Fall berprft werden sollte. Aufgelis-tet werden Impfungen gegen Meningo-kokken, Tollwut, Inuenza, Cholera undETEC (enterotoxigenische Escherichiacoli, also im Prinzip Reisedurchfall), ge-gen die Japanische Enzephalitis sowieGelbeber. Letzteres nicht ohne Grund:

    Ein Tipp von Goethe. Gelbeber ist intropischen und subtropischen Gebietenin Sdamerika und Afrika endemischund zeichnet sich durch eine sehr hoheSterblichkeit von bis zu 50 Prozent aus.Besorgt? In Salzburg existieren in Sum-me sechs WHO-zertizierte Gelbeber-impfstellen, darunter beim Amt der Salz-burger Landesregierung, beim Magistratder Stadt Salzburg Gesundheitsamtoder auch bei den ReisemedizinernChristian Gruber und Arno Lechner. Einegrere Reise ist aber immer auch einperfekter Anlass, um ganz generell denindividuellen Impfschutz rztlich checkenzu lassen.Noch ein letzter, wichtiger Gedanke: Werseiner blassen Haut durch bertriebeneSonnenbder gleichsam das Messer andie Kehle setzt, wei spter wenigstens,woher diverse Hautschdigungen bishin zum schwarzen Hautkrebs herkom-men. Die gute Nachricht zum Schluss:Die Daten zeigen klar, dass gut vorbe-reitete Reisende einfach weniger kranksind. Und das wusste einst auch schonJohann Wolfgang von Goethe. SeineVersion dieser Lebensweisheit: Unvor-bereitetes Wegeilen bringt unglcklicheWiederkehr. In diesem Sinn: Gute, ge-sunde Reise!

    Reiseapotheke, aber richtigPicht sind alle Medikamente, dieauch zu Hause eingenommen werdenmssen. Sie sollten zweckmi-ger Weise im Handgepck und inausreichender Menge mitgenommenwerden. Vor Reiseantritt empehlt sichauch eine berprfung der jeweiligenAblaufdaten.

    Orientierungshilfe fr dieZusammenstellung:Mittel gegen akuten DurchfallSalz-Zucker-Lsungen nach starkem

    FlssigkeitsverlustAugen-, Ohren- und NasentropfenMedikament gegen Fieber und

    SchmerzenArznei gegen Mund- und Rachenent-

    zndungen sowie GrippeArznei gegen Erbrechen und Reise-

    krankheitVerbandszeug (Paster, Kompressen,

    Mullbinden, Momentverbnde,elastische Binden, Steri-Strips zumWunderverschluss ohne nhen)

    DesinfektionsmittelWund- und HeilsalbeFieberthermometerSonnen- und Insektenschutz

    Christian Gruber (siehe www.medint.at/innere-medizin/reise-tropenmedizin/reiseapotheke) empehlt darberhinaus bei entsprechender rztlicherVerordnung zwei Breitbandantibioti-ka: Einerseits Ciprooxacin (etwa Agyr)bei allen akuten Erkrankungen mitFieber, Magen-Darm-Infektionen oderHarnwegsinfektionen. Und zustzlichClarithromycin (etwa Klacid) fr alleakuten Erkrankungen mit Fieber sowieAtemwegsinfektionen, HNO- sowieHauterkrankungen.

    Reisemedizin-Linkswww.rki.de/reise: Robert-Koch-Institutwww.reisemed.at: Zentrum fr

    Reisemedizinwww.medint.at: Christian Gruber

    Facharzt fr Infektiologie undTropenmedizin in Salzburg

    www.t-for-travel.de:Reisemedizinisches Infoservice,innovative App!

    www.travelsafe.at: reisemedizinischerFachausstatter unter medizinischerBetreuung des SalzburgerTropenmediziners Arno Lechner

    www.tropenmedicus.de: HandbuchReisemedizin 2013

    Reiseapotheke, aber richtig

  • Body-Check

    Was tun beiReisedurchfall(Reisediarrh)?Reisedurchfall ist die hugste Gesundheitsstrung vonReisenden, die sich in subtropische oder tropische Regionenmit niedrigen Hygienestandards begeben. Zwischen 30 und50 Prozent aller Reisenden in Entwicklungsgebiete Afrikas,Asiens oder Lateinamerikas sind irgendwann im Laufe ihresAufenthalts davon betroffen - meist zu Beginn der Reise.Autorin: Jutta Auberger Fotos: Paracelsus Uni, istockphoto

    DEine Reisediarrh ist eine meist bakteriell ausgelsteDurchfallerkrankung, die bei Reisenden auftritt, dieein Risikogebiet besuchen. bertragen wird siehauptschlich durch kontaminierte Lebens-mittel, seltener ber Wasser und Eis.

    SCharakteristisch sind wssrige oder schleimig-blutige Durchflle sowie Begleitsymptome wiebelkeit und Erbrechen, Bauchkrmpfe,Fieber, Schttelfrost und Schmerzenbeim Stuhlgang. Der Durchfall tritt inder Regel in den ersten zwei Wochennach Ankunft auf. Die mittlere Erkran-kungsdauer betrgt 34 Tage, die Er-krankung ist meist selbstlimitierend.Auch knnen die Beschwerden noch710 Tage nach der Reise auftreten,vor allem bei einer kurzen Aufenthalts-dauer. In ca. 80 % der Flle ndensich bakterielle Erreger (E.coli, Shi-gellen, Salmonellen, Campylobac-ter), seltener Viren oder Protozoen.

    D TDie Erkrankung ist in der Regelselbstlimitierend und selten be-drohlich. Trotzdem sind Kom-plikationen mglich, wie eineAustrocknung, die vor allem frKinder und ltere Menschengefhrlich werden kann. Im Vor-dergrund der Therapie steht ein

    Flssigkeits- und Elektrolytersatz. Hierbei stehen Fertigpro-dukte gem der WHO (Weltgesundheitsorganisation)oder selbst zubereitete Lsungen zur Wahl. Auch Bouil-lon, Brhe, Tee, leichte Kost wie Bananen, Kartoffeln undBrot, sowie ggf. Infusionen unter medizinischer Aufsichtsind eine mgliche Alternative. Gegen den Durchfall wir-ken Medikamente wie Loperamid (nicht bei Fieber und

    Blut im Stuhl!) und evtl. medizinische Kohle.Probiotika wie Lactobacillen oderSaccharomyces knnen nebender Vorbeugung auch zur Be-handlung verwendet werden undsind gut vertrglich. Bei Fieberund Blut im Stuhl werden auchAntibiotika eingesetzt. Meistsind das Chinolone wie Ci-prooxacin oder Makrolo-de wie Azithromycin.

    PLebensmittel sollten vor dem

    Verzehr mglichst ausrei-chend erhitzt werden (> 70C) undsolche von Straenverkufern soll-ten gemieden werden, Frchte soll-ten vor dem Verzehr geschlt wer-

    den. Auf Salate, nicht gekochtes Fleischund Fisch sollte verzichtet werden. Wassersollte abgekocht oder aus geschlossenenFlaschen konsumiert werden. Eis soll-te aus abgekochtem Wasser oder auseiner zuverlssigen Quelle zubereitetwerden.

    Dr. Jutta Auberger ist Fachrztin frInnere Medizin und seit 2010 an derUniversittsklinik fr Innere Medizin IIIin Salzburg ttig. Zuvor absolvierte sieIhre Ausbildung an der Universitts-klinik fr Innere Medizin in Innsbruck.Ihr klinischer und wissenschaftlicherSchwerpunkt liegt in der Behandlungvon Infektionen im Rahmen der The-rapie von schweren Bluterkrankungenwie Leukmien und der allogenen Kno-chenmarktransplantationen. Haupt-forschungsgebiet sind hierbei invasivePilzinfektionen. An der Paracelsus Me-dizinischen Privatuniversitt ist sie ne-ben ihrer wissenschaftlichen Ttigkeitauch in der Lehre ttig und Ansprech-partnerin der infektiologischen und HIV-Ambulanz.

    28 1/2013 Paracelsus Today

  • Very Personal

    Ob der Primar derSalzburger Uni-versittsklinik frHals-Nasen-Oh-

    renkrankheiten (HNO) diese nach auenhin gezeigte Ruhe auch innen wirklichimmer hat, ist kaum nachweisbar. SeineGelassenheit, seine Verbindlichkeit istauch nicht annhernd mit Gleichgltig-keit zu interpretieren. Nein, vielmehr hatder Professor offenbar die Eigenheit, mitRuhe sich auf eine Sache einlassen zuknnen und dann Erfolg zu haben.Gerd Rasp wei, was er will und sagt esauch. Seinen Patientinnen und Patien-ten, seinem Team an der Klinik und denStudierenden der Paracelsus Universi-tt. Rasp ist seit 2008 in Salzburg, zu-vor war der gebrtige Bad Reichenhallermehr als zwei Jahrzehnte an der LMU inMnchen und zweieinhalb Jahre an ei-ner HNO-Klinik in Stuttgart ttig. Der Rufaus Salzburg war verlockend und bliebnicht ungehrt, die wichtigste Entschei-dungshilfe, eigentlich der einzige Grund,warum ich nach Salzburg gekommenbin, war die Universitt, sagt Rasp heu-te. Unbestritten sei Salzburg eine schneStadt, sei die Mentalitt der Bayern derhiesigen nicht unhnlich und eines seifestgehalten. Rasp: Ich bin kein Piefke.

    Wenn Rasp sagt, dass er in Salzburgmehr Arbeit, aber auch mehr Spa habe,neigt der Zuhrer spontan zur Unglu-bigkeit. Nachvollziehbar. Warum sollmehr Arbeit die Freude und Lust stei-gern? Rasp lebt diese Freude. Die Re-alitt und sein tgliches Schaffen an derUniversittsklinik mit einem breiten medi-zinischen Spektrum untersttzen seine

    Immer ein oenes OhrIn der Ruhe liegt die Kraft. Dieser Satz, dieser Gedanke hat sich whrend des einstndigenGesprchs mit Gerd Rasp im Kopf eingeschlichen, sogar festgesetzt. Zuhren fllt leicht, das

    Interview entwickelt sich vom strukturierten geplanten Frage-Antwort-Spiel zum angenehmen Dialog.

    Autor: Von Gottfried Stienen Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

    Aussage. Zur kurz gefassten Dokumen-tation die Abschrift von der Homepageder Klinik: Die Hals-Nasen-Ohren-Heil-kunde (kurz HNO) befasst sich mit derDiagnose und Behandlung von Erkran-kungen im Kopf- und Hals-Bereich. Dazugehren Erkrankungen der Nase und derNasennebenhhlen, des Ohres und der(peripheren) Gleichgewichtsorgane, desMundes, des Rachens, des Kehlkopfssowie der Speicheldrsen und des Ge-sichtsschdels. Sowohl die Abklrungeiner einfachen Erkltung, von Allergienoder dem Schnarchen als auch die chi-rurgische Entfernung eines Tumors, dieplastische Chirurgie und die Wiederher-stellungschirurgie im Kopf-Hals-Bereichgehren in dieses Fachgebiet.Damit nicht ein Hauch von Langeweileim Berufsleben Rasps einzieht, wurdeder Primar mit 1. Februar dieses Jahreszum Forschungsdekan der ParacelsusUniversitt ernannt.Forschung ist fr den 52-jhrigen ein lo-gischer Teil seiner tglichen Arbeit, dennich will ein Klima des Hinterfragensschaffen und mich in dieser Atmosphrebewegen. Ein Beispiel dazu: Der Kli-nikvorstand beginnt den Arbeitstag miteinem wissenschaftlichen Diskurs desTeams. Aus einem Stapel an wissen-schaftlichen Magazinen und Bchernwird tglich von den Mitarbeitern ab-wechselnd eine Publikation besprochen.Ich will diese Weiterbildung, die Aus-einandersetzung mit der Wissenschaftim Team. Man drfe als Arzt und Wis-senschafter niemals stehen bleiben, dieJungen fordern die Alten. Meine Mitar-beiter leben gut damit und sind natrlichschon daran gewhnt, meint Rasp. Er

    selbst knne gut priorisieren und auchdelegieren zwei notwendige Eigen-schaften zur Bewltigung des hohen Ar-beitsaufwands.

    Die Harmonie im Team, dieses Mitein-ander ist merkbar, der Respekt unab-hngig von Alter oder/und Dienstgrad gegeben. Sebastian Rsch, ein Alumnider Universitt und jetzt in der Facharzt-ausbildung an der HNO, besttigt dies.Fr den jungen Arzt ndet der Chef wie-derum lobende Worte und verweist da-bei gleich auf die hohe Ausbildungsqua-litt. Der Stallgeruch der Bewerber istschon mitentscheidend, sagt Rasp inseinem bayrischen Dialekt unverblmt.Die Studierenden der Paracelsus Univer-sitt sind dennoch nicht grundverschie-den von anderen angehenden rztinnenund rzten, bemerkt Rasp: die Studie-renden der Paracelsus Universitt seienhalt sehr interessiert und leichter zu mo-

    30 1/2013 Paracelsus Today

  • Very Personal

    Ruhig undunrastig nichtim Widerspruch:Gerd Rasp,Primar an derUniversittsklinikfr HNO undForschungsdekander ParacelsusUniversitt.

    Ich will ein Klima desHinterfragens schaen undmich in dieser Atmosphrebewegen.Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp

    msse. Bei Kindern sind oft die Mandelnschuld, doch insgesamt sei die Diagnos-tik in sterreich punkto Schlafarchitekturnoch unterentwickelt. Ebenfalls zu we-nig erforscht sei beim Ohr die Schwinde-lerkrankung. Rasp mchte fr die HNOauch eine Ausbildung zum Zusatzfach-arzt in der Phoniatry (umfasst die Diag-nostik als auch Therapie von Sprach-,Stimm- und kindlichen Hrstrungen).Angesichts dieser Ambitionen will RaspStrukturen schaffen und fr diese Plneund die Forschung auch Anreize und Er-leichterungen setzen vielleicht auchmit Geld oder geldwertigen Leistungen.Wenn ein Mitarbeiter der Klinik forschenwill, msse man Wege dafr bereiten. Ander mit zehn Jahren noch jungen Para-celsus Universitt knne mit vielen enga-gierten rzten die Forschung vorange-trieben werden. Rasp: Letztlich erlangtdas Universittsklinikum Salzburg durchForschungsleistungen internationalesRenomee.

    Die tgliche 30-km-Anreise vomWohnort Traunstein nach Salzburg undretour sei keine Belastung fr den drei-fachen Familienvater. Rasp fhlt sichprivat wie beruich wohl, die berschau-bare Freizeit verbringt er seit drei Jah-ren sehr gerne auf dem Golfplatz. Golfspielen bereite Spass und sei zudem einfamilientauglicher Sport. Das mag stim-men. Und ein Glschen Wein danachschmeckt dem HNO-Professor und For-schungsdekan der Uni besser als Bier.Hoppla, da hat ein Bayer wohl eine an-geborene Leidenschaft noch nicht ent-deckt. Das zu erforschen ist aber kei-nesfalls notwendig.

    tivieren. Der sehr persnliche Unterrichtin kleinen Gruppen trgt zudem zur ho-hen Qualitt in der Ausbildung bei. Und:Ich unterrichte gerne.

    An der HNO-Klinik gebe es reichlichArbeit. Einige Zahlen dazu: ein 15-kp-ges Team leistet pro Jahr zirka 4400Operationen und betreut ambulant andie 30.000 Patienten. Die HNO ist dasgrte nicht geteilte chirurgische Fach,erzhlt Rasp, die interdisziplinre Zu-sammenarbeit der verschiedenen chirur-gischen Fcher ist in Salzburg state ofthe art. Der Spirit der Universitt ist haltchirurgisch geprgt, meint Rasp. Wirknnen alle gut miteinander, sind inno-vative Typen, wissenschaftlich am Pulsder Zeit. Egal, ob nun Neurochirurg,Unfallchirurg, Kieferchirurg etc.

    In zunehmendem Ma beschftigenimmunologische Erkrankungen seineAbteilung, obwohl die Auswirkungen un-terschiedlicher nicht sein knnten. EinHeuschnupfen ist zwar lstig, mehr abernicht, erklrt Rasp, doch Asthma hatschwerwiegende Wirkungen. Schlafre-duktion ist nur ein Stichwort in diesemZusammenhang. berhaupt sei dieSchlafarchitektur noch ausbaufhig, weilSchnarchen ein soziales Problem ist unddas Aussetzen der Atmung noch intensivwissenschaftlich durchleuchtet werden

    Paracelsus Today 1/2013 31

  • 32 1/2013 Paracelsus Today

    Inside

    W er noch nie einenFehler gemacht hat,hat sich noch nie anetwas Neuem ver-

    sucht. Albert Einstein, der Urheberdieses Zitats, wusste, wovon er sprach.Denn selbst das Genie war in seinerArbeit keineswegs vor Irrtmern gefeit.Und egal ob einfacher Handwerker, the-oretischer Physiker oder eben Mediziner wo Menschen ihrer Arbeit nachgehen,passieren nun einmal unweigerlich auchFehler. Doch es gibt einen ganz ent-scheidenden Punkt, an dem sich stetsund in allen Berufen die Spreu vom Wei-zen trennt. Whrend manche Zeitgenos-sen Fehler abstreiten, kleinreden oderwegdiskutieren wollen, setzen andereauf den Knigsweg: Sie versuchen ausihren Fehlern zu lernen, um sie in Zukunftzu vermeiden.

    Neurotop statt Neurontin. Eine allge-meinmedizinische Ordination irgendwoin sterreich. Der behandelnde Arztblickt auf seinen Bildschirm, auf dem so-wohl der digitale Kurzarztbrief des Kran-kenhauses fr seine Patientin als auchdie Auswahlmaske der Medikamenten-datenbank zu sehen sind. Und dann,beim stndigen Wechsel zwischen denbeiden Anzeigen, passiert der Fehler:Der Allgemeinmediziner bernimmt dieDaten aus dem Kurzarztbrief des Kran-kenhauses nicht korrekt und verschreibtstatt dem vorgesehenen MedikamentNeurontin ein anderes, Neurotop. In derFolge klagt die ber 70-jhrige Patientin*ber Benommenheit und muss stationraufgenommen werden. Auer der Ver-unsicherung bleiben ihr glcklicherwei-se weitere Folgeschden erspart. Doch

    Unfehlbarkeitist auch in der Medizin ein unerreichtes Konzept. Am Universittsklinikum werdenPatientensicherheit und Qualittsmanagement gerade deshalb gro geschrieben.

    Autor: Andreas Aichinger Fotos: SALK

    jetzt kommt der entscheidende Punkt:Der Arzt steht zu seinem Fehler, meldetihn anonymisiert an eine Datenbank undgibt konkrete Empfehlungen, wie derar-tige Fehler in Zukunft vermieden werdenknnen.

    Am Universittsklinikum der Para-celsus Medizinischen PrivatuniversittSalzburg, in der Stabsstelle des Ge-schftsfhrers der SALK fr Qualitts-und Riskmanagement, nimmt man dasThema sehr ernst. Unter der Leitung vonUniversittsdozentin Doris Mack arbeitetein Team ausgewhlter Spezialistinnenund Spezialisten erfolgreich an der kon-tinuierlichen Verbesserung von Qualittund Sicherheit. Macks Credo: Der Kerndes Risikomanagements ist der Risiko-management-Prozess: Risiken identi-zieren, Risiken analysieren, Risiken be-werten und Risiken bewltigen, sprichManahmen setzen. Nur wer Risikenim tglichen Krankenhausbetrieb identi-ziert, knne mgliche Fehlerquellen ak-tiv bekmpfen und eliminieren, so Mack.Wichtiger Teil der Gesamtstrategie sinddie zertizierten klinischen Risikomana-gerinnen und -manager, die einen ent-sprechenden Lehrgang der klinikeigenenFort- und Weiterbildungsakademie ab-solviert haben. Ziel der Ausbildung ist es,

    rzte und medizinisches Personal in dieLage zu versetzen, potentielle Gefahren-quellen zu erkennen, zu bewerten undentsprechende Manahmen zu derenVermeidung oder Verminderung zu set-zen. Bleibt die Frage: Wie werden dieseVorgaben in der Praxis mit Leben erfllt?

    Falscher Patient, falsche Seite, fal-sche Operation: Gerade auch im OPlauert der Fehlerteufel. Und er hat dasPotential, die Gesundheit des Patienten und nebenbei das Image einer Institu-tion nachhaltig in Mitleidenschaft zuziehen. Die Gegenstrategie: Seit 2011kommen am Uniklinikum OP-Checklistenverbindlich zur Anwendung. Einige derabzuarbeitenden Fragen: Ist die richtigeOP geplant? Ist es die richtige Patientin,der richtige Patient? Ist die richtige Sei-te vorbereitet? Diese Fragen mssen zudenierten Zeitpunkten also etwa vorAnsthesiebeginn oder vor dem erstenHautschnitt von ganz bestimmten Per-sonen des OP-Teams beantwortet wer-den und senken so das Risikopotentialganz entscheidend. Noch ein Beispiel:2012 wurde am Universittsklinikumdie Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Medi-kamentensicherheit ins Leben gerufen.Dieses interdisziplinre Team verfolgtdas Ziel, Anordnung, Dokumentationsowie Dispensierung und Verabreichungvon Medikamenten weiter zu verbes-sern. So soll etwa der Umgang mit leichtverwechselbaren Medikamenten opti-miert werden. Konkret ist eine rumlichgetrennte Lagerung derartiger Prparate

    rztliche Kunstfehler durchRisikomanagement minimieren:Das Uniklinikum Salzburg ist dabeirichtungsweisend.

  • Inside

    Fehler mssen ohneBefrchtungenkommuniziert und diskutiertwerden. Daher verzichtendie Landeskliniken aufErsatzansprche gegenMitarbeiter, selbst bei groberFahrlssigkeit.(Burkhard an der Vorst)

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    angesagt, inklusive einer auf der Stationdurchgefhrten Kennzeichnung des je-weiligen Lagerortes. Bergen Handelsna-men eine Verwechslungsgefahr in sich,so setzt man auf Etiketten mit dem je-weiligen Wirkstoffnamen oder spezielleFarbkennzeichnungen.

    Offenheit statt Ersatzansprche. Esist die gemeinsame Aufgabe der Mit-arbeiter und des Unternehmens, alleMglichkeiten zur Risikominimierung zunutzen, fordert auch SALK-Geschfts-fhrer Burkhard van der Vorst. Beson-ders wichtig ist ihm dabei die offene,ehrliche Kommunikation, die ja ber-haupt erst eine wirksame Risikoredu-zierung ermglicht. Auf Regresse nachFehlern wird grundstzlich verzichtet.Van der Vorst: Fehler mssen ohneBefrchtungen kommuniziert und disku-tiert werden. Daher verzichten die Lan-

    deskliniken auf Ersatzansprche gegenMitarbeiter, selbst bei grober Fahrlssig-keit. brigens: Am Universittsklinikumexistiert bereits seit 2007 ein intranet-

    basiertes, anonymes System (CriticalIncident Reporting System, CIRS) zurMeldung von sicherheitsrelevanten Er-eignissen, also Fehlern, Beinahe-Feh-lern, entdeckten Risiken oder kritischenund unerwnschten Ereignissen. DorisMack: Dieses Fehlermeldesystem fhrtkontinuierlich zu einem Wandel im Um-gang mit Fehlern in unseren Husern.Das Aufzeigen und Analysieren von Feh-lern bringt langfristig fr alle Beteiligtennur Vorteile. Nachsatz: Wir knnen mitFug und Recht behaupten, dass wir indiesem fr die weitere Entwicklung desUnternehmens so wichtigen Bereich s-terreichweit durchaus richtungsweisendsind.

    * Der geschilderte Fall wurde dem Feh-lerberichts- und Lernsystem CIRSme-dical.at der sterreichischen rzte-kammer entnommen.

  • 34 1/2013 Paracelsus Today

    Durch die Akademisierungder Pflege wurde eine bessereKommunikationsbasis zuanderen Berufsgruppengeschaffen.Andreas Dombrowski

    Alumni

    G eboren in Niederster-reich, in der Steiermarkdie Schulbank gedrckt,in Salzburg eine inno-

    vative Ausbildung genossen, und amEnde in Wien einen spannenden Jobgefunden: Andreas Dombrowski verkr-pert den Typus des modernen, mobilenMenschen wirklich sehr gut. Ausgetre-tene Pfade hat der nach Eigendefinitionsehr kritische Geist auf seinem Ausbil-dungsweg allerdings nicht beschritten.Sondern vielmehr eine gehrige PortionPioniergeist bewiesen. Sonst htte derjunge Steirer wohl nicht in der Joseph& Brigitta Troy Bibliothek der ParacelsusUniversitt Platz genommen, damals am1. Oktober 2008

    An diesem Tag feiert nmlich ein vlligneues Konzept seine Premiere: Studi-um und Ausbildung 2in1-ModellPflege haben es die Ideenge-ber rund um Jrgen Osterbrinkvom Institut fr Pflegewissen-schaft und -praxis getauft.Vereinfacht gesagt ermglichtes Absolventen innerhalb vonnur sieben Semestern sowohl ei-nen universitren Abschluss (Bachelorof Science in Nursing BScN) als auchdie Berufsberechtigung (Diplom in derallgemeinen oder der psychiatrischenGesundheits- und Krankenpflege) zuerlangen. Andreas Dombrowski erinnertsich: ber das 2in1-Pflege-Modell derParacelsus Medizinischen Privatuniversi-tt in Kooperation mit ausgewhlten Ge-sundheits- und Krankenpflegeschulenbin ich durch Zufall gestolpert. DieserZufall zeigte sich damals in Form einerPrsenz auf der Berufs- und Studium-

    Die ersten Absolventen der2in1-Modell-Pflege bewhren

    sich am Arbeitsmarkt.Andreas Dombrowski ist

    einer von ihnen.

    Autor: Andreas Aichinger

    Fotos: Paracelsus Uni, istockphoto

    Informationsmesse in Wien, wohin esDombrowski nicht zuletzt wegen eines(letztlich nur zwei Semester whrenden)BOKU-Studiums verschlagen hatte.Doch was genau reizt den Steirer, dernach der Matura in Mrzzuschlag seinenZivildienst beim Arbeiter-Samariter-Bundsterreichs im Rettungsdienst abgeleis-tet hatte?

    Hochwertig und international. Hiergab es erstmals die Mglichkeit, einehochwertige und international vergleich-bare Pflegeausbildung mit all ihren Mg-lichkeiten der universitren Weiterbil-dung zu absolvieren, ist Dombrowskinoch heute angetan. Speziell auch derSchwerpunkt patientennahe Betreu-ung weckt sein Interesse. Die Rea-litt enttuscht in der Folge die hoch

    gesteckten Erwartungen nicht. Erabsolviert seine Prsenzzeitenam Campus Rudolfinerhaus inWien, Blockvorlesungen undSeminare finden hingegen ander Paracelsus Uni in Salzburgstatt. Dombrowski, der ver-

    gangenen Juli gemeinsam mit31 anderen Frauen und Mnnern

    des ersten Jahrgangs seine Sponsionfeiern durfte: Besonders gefallen hatmir das Studium in Kleingruppen unddie intensive und individuelle Betreuung.Durch den direkten Draht zu den Vortra-genden war immer eine individuelle Re-flexion gegeben und es konnte auf diejeweiligen Interessen, Schwchen undStrken der Studierenden eingegangenwerden. Noch ein Plus: Professor Os-terbrink hat immer groen Wert daraufgelegt, ein Klima der offenen Diskussionin die Lehrsle zu bringen.

    Subtropisch

  • Paracelsus Today 1/2013 35

    Die Intensivstation fr Brandverletzte ander Klinischen Abteilung fr Plastischeund Rekonstruktive Chirurgie der Uni-versittsklinik fr Chirurgie im AKH inWien ist mittlerweile Dombrowskis neue und erste berufliche Heimat geworden.Patienten mit schweren Verbrennungenoder groflchigen Verbrhungen wer-den hier ebenso intensivmedizinischbehandelt und einer plastisch-rekons-truktiven Therapie zugefhrt wie Opfervon Strom- oder Chemieunfllen. For-dernd, aber auch sehr bereicherndsei die Arbeit, erzhlt der Paracelsus-Absolvent, und jeden Tag gbe es vielzu lernen. Und zu tun gibt es ebenfallsviel. Ein Beispiel: Am Dienstbeginn ver-schaffe ich mir einen berblick ber denStatus quo des Patienten und bespre-che mit ihm den Tagesablauf. Dassei gerade bei analgosedierten(Anm.: Schmerzausschaltungplus Beruhigung) Patientenbesonders wichtig. AndreasDombrowski: Sie knnen inihrem Bewusstseinszustandoft vieles verstehen, sich abernicht adquat uern und sichkein Bild von ihrer Situation machen.Gerade auf Intensivstationen aber drfenicht vergessen werden, dass das Rechtauf einen wrdevollen Umgang nicht vonder Fhigkeit zur Kommunikation mit derUmwelt abhngen drfe, so die durch-aus weise berlegung des 26-jhrigen.

    Hitzige Verbandswechsel. Einen Fix-punkt stellen die Verbandswechsel dar,bei denen optimales Timing Pflicht ist,um Patienten nicht unntigem Stressauszusetzen. Doch auch fr die Pfle-

    Alumni

    Patientennahe Betreuung war schonim Studium 2in1-Modell Pflege inSalzburg im Fokus der Lehrenden undStudierenden.

    gefachkrfte ist das alles andere als einHoniglecken. Ein Verbandswechsel kannnmlich bis zu drei Stunden dauern undmindestens zwei Pflegefachkrfte undeinen plastischen Chirurgen binden.Und vor allem: Da groflchige Schdi-gungen der Haut die Temperaturregula-tion stren und so zu einem permanen-ten Kltegefhl bei den Patienten fhrenknnen, wird auch schon einmal beiRaumtemperaturen von bis zu 40 GradCelsius gearbeitet. Dombrowski: Das

    erschwert die Ttigkeit des Pflegeper-sonals, da herrschen zeitweise nahezusubtropische Bedingungen. Kein ein-facher Job also, aber dafr ein ebensoreiz- wie verantwortungsvoller. Gut, dassdas Studium an der Paracelsus Univer-sitt und die Pflegeausbildung nicht nurTren bei der Jobsuche geffnet, son-dern auch fundiert auf den Berufsalltagvorbereitet haben. Ebenfalls von Vorteil:Durch die Akademisierung der Pflegewurde eine bessere Kommunikationsba-sis zu anderen Berufsgruppen geschaf-fen, und es ffnen sich stndig neueMglichkeiten, in denen man seine Ideenumsetzen kann.

    Klettern & Skitouren. Mssen die Bat-terien wieder neu aufgeladen werden, sozieht es den 26-jhrigen heim nach Neu-

    berg in die Steiermark. Dombrows-ki: Fr mich ist das immer eineArt Kurzurlaub. Am Entspan-nungs-Programm stehen dannKletterausflge in den Bergenoder Skitouren mit Freundendurch die verschneiten Wl-der der Grnen Mark. Denn: In

    der Natur kann ich wieder Energietanken, und der Sport dient fr mich alsperfekter Ausgleich zur Arbeit im Kran-kenhaus. Und vielleicht hat sich derSteirer in diesen ruhigen Momenten auchGedanken darber gemacht, worin dieEssenz des Pflegeberufes liegen knn-te. Versuch einer aktuellen Antwort: Ichdenke, dass man sich in der schnelllebi-gen Medizin vor allem mit den BereichenKommunikation und Patientensicherheitauseinandersetzen muss, um eine hoheQualitt in der Patientenversorgung zugewhrleisten.

    qualifiziert

  • Inside

    D er Kulturfonds der StadtSalzburg vergibt alljhrlichFrderpreise fr auerge-whnliche Leistungen aus

    den Bereichen Wissenschaft, Forschung,Kunst und Kultur. Der jngste Frderpreisfr Wissenschaft und Forschung ging andas Projektteam des Online-StudiumsPflegewissenschaft der Paracelsus Me-dizinischen Privatuniversitt. Das inno-vative Modell wurde im Zusammenspielvon pflegewissenschaftlichen, didakti-schen und technischen Kompetenzen ander Paracelsus Universitt ermglicht,hie es in der Begrndung der Jury. DerBachelor-Studiengang habe auf die ge-sellschaftlichen und strukturellen Vern-derungen im Versorgungs- und Gesund-heitswesen reagiert.

    Jederzeit und berall. Der grte Vorteildes Online-Studiums Pflegewissenschaftist, dass es ortsunabhngig ist. Egal, ob

    Im virtuellen HrsaalDa