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Patientenratgeber Fatigue -  · PDF filePatientenratgeber Fatigue Tumor-assoziierte Fatigue – Fatigue bei Krebs. Erschöpft, kraftlos, müde: Wenn selbst Schlafen nicht mehr hilft

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  • Patientenratgeber FatiguePatientenratgeber Fatigue

    HamburgerKrebsgesellschaft e.V.

  • Impressum

    Herausgeberdkg-web.gmbhBetreiber des Onko-Internetportals in Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.

    Uhlandstrae 7-810623 Berlin

    www.krebsgesellschaft.de

    RedaktionKathrin von Kieseritzky

    Fachliche BeratungProf. Dr. med. Florian Lordick, Leipzig, Sprecher der AG Palliativmedizin in der Deutschen Krebsgesellschaft

    Prof. Dr. med. Oliver Rick, Bad Wildungen, Vorsitzender der AG Supportive Ma-nahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS)

    Bildnachweise www.fotolia.de: 16to9foto, agcreativelab, andreaobzerova, Chlorophylle, danielschoe-nen, Jenny Sturm, Monkey Business, Robert Kneschke, Tomo Jesenicnik

    1. Auflage, Berlin, Oktober 2015

    Diese Broschre wurde von ausgewiesenen Fachrzten aus dem Bereich der Onkolo-gie auf ihre inhaltliche Richtigkeit geprft. Sie richtet sich an medizinische Laien und erhebt keinen Anspruch auf Vollstndigkeit. Die Broschre gibt einen berblick ber den derzeitigen Wissensstand zum Thema Fatigue bei Krebs und orientiert sich bei der Darstellung an den Qualittskriterien DISCERN fr Patienteninformation, die Betroffenen als Entscheidungshilfe dienen soll. Sie ersetzt jedoch nicht das persnliche Gesprch mit dem Arzt, d.h. individuelle Diagnostik, Therapie und Beratung bleiben diesem vorbehalten.

    Diese Informationsschrift ist nicht zum ge-werblichen Vertrieb bestimmt. Nachdruck, Wiedergabe, Vervielfltigung und Verbrei-tung (gleich welcher Art) auch von Teilen oder von Abbildungen bedrfen der schrift-lichen Genehmigung des Herausgebers.

    In Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

    www.krebsgesellschaft.de

  • Patientenratgeber Fatigue

    Tumor-assoziierte Fatigue Fatigue bei Krebs.

    Erschpft, kraftlos, mde: Wenn selbst Schlafen nicht mehr hilft.

  • Vorwort 1. Was ist Fatigue? 2. Ursachen Tumor-assoziierter Fatigue 3. Diagnose

    4. Therapie 4.1 Information und Beratung

    4.2 Bekannte Ursachen behandeln

    4.3 Eigene Strategien: Bewegung, gesunde Ernhrung und Schlaf

    4.4 Psychosoziale Interventionen

    4.5 Mind-Body Interventionen 4.6 Medikamentse Therapien 5. Begleitung und Monitoring

    6. Adressen und Anlaufstellen 7. Fachbegriffe 8. Quellenangaben

    S. 3

    S. 4

    S. 9

    S. 10

    S. 11

    S. 11

    S. 11

    S. 13

    S. 14

    S. 15

    S. 16

    S. 16

    S. 18

    S. 20

    Vorwort

    Unendlich erschpft, matt und kraftlos vielen Krebspatienten ist dieser Zustand wohl vertraut. Anfangs mit der Therapie in Verbindung gebracht, hlt er oft selbst dann noch an, wenn alles andere berstanden zu sein scheint.

    In der vorliegenden Broschre sollen sich die Betroffenen und ihre Angehrigen ber das Phnomen Fatigue informieren knnen. Die Entstehungsursachen werden ebenso erlutert wie die diagnostische Abklrung und mgliche Therapien.

    Wie in jeder Broschre bleiben die Informa-tionen allgemeiner Natur. Sie ersetzen nicht das Gesprch mit dem behandelnden Arzt oder der rztin. Die Entscheidung, ob im individuellen Fall eine Fatigue vorliegt und welche Behandlung am besten geeignet ist, sollte immer in Absprache mit den rzten getroffen werden.

    S. 2/3

  • Inhaltsverzeichnis / Vorwort / Was ist Fatigue?

    1. Was ist Fatigue?

    Fatigue, vom lateinischen Fatigatio (Erm-dung, Erschpfung) abgeleitet, bezeichnet einen Zustand auerordentlicher Mdigkeit und mangelnder Energiereserven, der in Be-zug auf die vorangegangenen Aktivitten unverhltnismig ist und selbst nach ange-messenen Ruhepausen nicht verschwindet. Auch gesunde Menschen verspren nach geistiger oder krperlicher Anstrengung M-digkeit und Erschpfung nach ausreichen-dem Schlaf oder einer Ruhepause jedoch sind sie in der Regel wieder leistungsfhig. Bei vielen Krebspatienten ist es anders: Sie fhlen sich trotz Ruhephasen erschpft, kraftlos und mde. Auch Schlaf vermag ihre Leistungsfhigkeit nicht wiederherzustellen. Schon alltgliche Verrichtungen im Haus-halt, Treppensteigen oder Einkaufen knnen kaum noch bewltigt werden.

    Tritt eine solche anhaltende Erschpfung im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf, wird sie als Tumor-assoziierte Fatigue bezeichnet. Davon abzugrenzen ist das so-genannte Chronische Fatigue-Syndrom, bei dem keine einzelne krperliche Grunder-

    krankung als Ursache fr die anhaltende Er-schpfung auszumachen ist.

    Wann und wie oft kommt Tumor-assoziierte Fatigue vor?

    Tumor-assoziierte Fatigue kann zu jedem Zeitpunkt der Krebserkrankung auftreten als frhes Zeichen noch vor der Diagnose, whrend der Therapie, bei einem Rckfall oder sogar noch Jahre, nachdem eine Be-handlung erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Beschwerden knnen nach einer gewis-sen Zeit wieder verschwinden oder lnger anhalten. Je strker sie schon whrend der Therapie sind, desto grer ist die Wahr-scheinlichkeit, dass sie auch danach weiter bestehen oder zurckkehren.

    Die Angaben zur Hufigkeit schwanken teil-weise erheblich, da fr die Erhebung ver-schiedene Fragebgen eingesetzt werden knnen und es variiert, ab wann die ange-gebenen Beschwerden als Tumor-assoziierte Fatigue gelten. Trotzdem legen Befragungen nahe, dass schon bei der Aufnahme in die Klinik ein Drittel der Krebspatienten Mdig-keits- und Erschpfungssymptome versprt. Noch Jahre, nachdem die Krebstherapien beendet sind, leiden vermutlich bis zu 30 Prozent der Patienten unter anhaltenden Fatigue-Beschwerden.

    Mit welchen Beschwerden ist Fatigue verbunden?

    Das Beschwerdebild der Tumor-assoziierten Fatigue ist vielgestaltig. Welche Symptome auftreten, wie intensiv und mit welchen

  • Mdigkeit, fehlende Energie und/ oder ein unverhltnismig gesteigertes Ruhebedrfnis Gefhl einer allgemeinen Schwche oder Gliederschwere Konzentrationsstrungen Mangel an Motivation, den normalen Alltagsaktivitten nachzukommen Schlaflosigkeit oder bermiges Schlafbedrfnis Erleben des Schlafes als wenig oder gar nicht erholsam Gefhl, sich zu jeder Aktivitt zwingen zu mssen Ausgeprgte emotionale Reaktionen auf die Erschpfung (zum Beispiel Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Frustration) Schwierigkeiten, den Alltag zu bewltigen Strungen der Merkfhigkeit Nach krperlicher Anstrengung mehrere Stunden andauerndes Unwohlsein

    Die hufigsten Beschwerden auf einen Blick

    Einschrnkungen sie verbunden sind, hngt stark vom individuellen Empfinden des Ein-zelnen ab, sodass die Betroffenen ihre Be-schwerden auf sehr unterschiedliche Weise beschreiben. Typisch fr Fatigue sind jedoch immer eine ausgeprgte Mdigkeit, Kraftlo-sigkeit, Erschpfung und verminderte Leis-tungsfhigkeit.

    2. Ursachen Tumor-assoziierter Fatigue

    Fatigue gilt als eine multifaktorielle Erkran-kung, also ein Phnomen, zu dessen Entste-hung in der Regel viele Ursachen beitragen. Der Tumor selbst, aber auch die Therapien greifen in Stoffwechselprozesse und hor-monelle Regelkreise ein und schaffen damit die Voraussetzungen fr die Entstehung von Fatigue. Hinzu knnen weitere Faktoren wie eine erbliche Veranlagung, begleitende krperliche oder psychische Erkrankungen sowie verhaltens- und umweltbedingte Zu-stnde kommen. Diese verschiedenen Ursa-chen beim einzelnen Patienten voneinander abzutrennen fllt schwer, da manche Begleit- erkrankungen wiederum auch Folge der Krebserkrankung oder der Krebstherapien sein knnen. Meist greifen die unterschied-lichen Faktoren ineinander und fhren im Endergebnis zu den genannten Beschwer-den. Jedoch lassen sich bestimmte Faktoren, wenn sie bekannt sind, behandeln, wodurch sich Fatigue-Beschwerden oft wesentlich bessern. Es ist deshalb notwendig, den je-weiligen Ursachen so gut wie mglich auf den Grund zu gehen.

    Fatigue als Folge von Tumoren und der Therapien

    Ein bsartiger Tumor ist nicht einfach nur eine wachsende Geschwulst er beeinflusst auch den Stoffwechsel des Erkrankten, hor-monelle Prozesse und das Immunsystem. So werden etwa verstrkt entzndungsvermit-telnde Botenstoffe gebildet und hormonelle Regelkreise, zum Beispiel der Schlaf-Wach-

    S. 4/5

  • Was ist Fatigue? / Ursachen Tumor-assoziierter Fatigue

    Rhythmus (Strung der Melatoninausscht-tung), der Katecholamin- und der Serotonin-Stoffwechsel verndert entweder durch eine direkte Einwirkung an diesen Prozessen selbst oder indem Gene verndert werden, die fr die Bildung von Eiweien verantwort-lich sind, welche wiederum diese Prozes-se steuern. Diese Strungen, so vermuten Wissenschaftler, knnten ebenso Ausgangs-punkte fr die Entstehung von Fatigue sein wie Vernderungen des Erregungs- und Energiestoffwechsels der Muskeln.

    Um eine Tumor-assoziierte Fatigue wirksam behandeln zu knnen, hilft es, die im jewei-ligen Einzelfall zugrundeliegenden Ursachen zu kennen, die unmittelbar auf den Tumor und die Therapien zurckgehen. Hier kommt eine Reihe von Faktoren in Frage:

    Nebenwirkung der TherapienBei der Behandlung von Krebserkrankungen kommen Therapien zum Einsatz, die Fatigue auslsen knnen. Einige Patienten vertragen die Krebstherapie gut und fhlen sich nur vo-rbergehend etwas weniger leistungsfhig. Andere jedoch entwickeln gravierende Be-schwerden, die auch noch lngere Zeit nach Beendigung der Therapie anhalten knnen.

    Unmittelbare Folge des Tumors selbst Krebstherapien als Auslser Krperliche und/oder psychische Begleiterkrankungen

    Fatigue ein multifaktorielles Geschehen

    ChemotherapieVerlssliche Zahlen sind nicht bekannt, aber Schtzungen zufolge kann bei bis zu 90 Pro-zent der Patienten, die sich einer Chemothe-rapie unterziehen, eine Tumor-assoziierte Fatigue auftreten. Auch hier wiederum liegt den Beschwerden nicht eine einzelne Ursa-che zugrunde, vielmehr greifen verschiede-ne Faktoren ineinander. So schdigen die bei der Chemotherapie eingesetzten Zytos-tatika nebe

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