POTENZIAL FœR EINEN .Generell liegt das Potenzial f¼r einen G¼terterminal vor, wenn in Bezug auf

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  • 1.17 BERICHT

    POTENZIAL FR EINEN

    GTERVERKEHRSTERMINAL

    IN SDTIROL

    ANALYSE DER GTERVERKEHRSDATEN UND

    BEFRAGUNG DER SPEDITIONSUNTERNEHMEN

  • Die Berichte des WIFO sind kurze, problem- und lsungsorientierte Untersuchungen

    zu Teilaspekten der Sdtiroler Wirtschaft. Die Informationen sind unmittelbar

    handlungsrelevant und fr die Praxis aufbereitet.

    Verffentlicht im Juni 2017

    Autoren

    Alexander DAndrea

    Georg Lun

    Urban Perkmann

    Thomas Schatzer

    Zitierhinweis

    DAndrea Alexander, Lun Georg, Perkmann Urban, Schatzer Thomas (2017): Potenzial

    fr einen Gterverkehrsterminal in Sdtirol. Analyse der Gterverkehrsdaten und

    Befragung der Speditionsunternehmen. WIFO Bericht 1.17

    Fr Informationen

    WIFO Institut fr Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen

    Sdtiroler Strae 60, 39100 Bozen

    T +39 0471 945 708

    wifo@handelskammer.bz.it

    Weitere Publikationen im Internet unter

    www.handelskammer.bz.it/wifo

  • WIFO Bericht 1.17 3

    INHALT

    Potenzial fr einen Gterverkehrsterminal in Sdtirol

    Wichtigste Ergebnisse 5

    1. Einleitung 7

    2. Schwerverkehr in Sdtirol 8

    3. Herkunfts- bzw. Zielregionen und Art der transportierten Waren 14

    4. Befragung der Speditionsunternehmen 21

    4.1 Nutzung der Bahn fr den Gtertransport 22 4.2 Gterterminal in Sdtirol 24 4.3 Brennerbasistunnel und Begleitmanahmen zur Verlagerung des LKW-Verkehrs auf die Schiene 31

    5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 35

    Anhang A: NST-2007 Klassifizierung 39 Anhang B: Sdtiroler Zielverkehr aus Europa 40 Anhang C: Befragung der Export- und Importunternehmen 41

  • WIFO Bericht 1.17 5

    WICHTIGSTE ERGEBNISSE

    Potenzial fr einen Gterverkehrsterminal in Sdtirol

    Der vorliegende Bericht untersucht das

    Gterverkehrsaufkommen in Sdtirol und klrt, ob das

    Potenzial fr einen Gterverkehrsterminal in Sdtirol gegeben

    ist. Generell liegt das Potenzial fr einen Gterterminal vor,

    wenn in Bezug auf den Gtertransport gengend Punkt-zu-

    Punkt Verbindungen mit einem ausreichenden

    Warenaufkommen in beide Richtungen vorhanden sind. Der

    kombinierte Warentransport mit der Bahn gilt dabei ab einer

    Distanz von 300 km als wirtschaftlich sinnvoll und

    durchfhrbar.1 Zustzlich bentigt ein solches Projekt die

    Akzeptanz der im Gterverkehr ttigen Unternehmen. Zu

    diesem Zweck liefert der Bericht einerseits einen aktuellen

    berblick ber den Warenverkehr in Sdtirol mit Fokus auf

    den Quell- und Zielverkehr zwischen Sdtirol und anderen

    Gebieten Europas. Zudem wurden die Sdtiroler

    Speditionsunternehmen zu ihren Einschtzungen zu einem

    Gterterminal befragt.

    Der Quell- bzw. Zielverkehr von und nach Sdtirol betrgt

    jeweils etwa 2.400 LKW-Fahrten pro Arbeitstag, wobei der

    Warenverkehr mit den italienischen Regionen etwa 60 Prozent

    und jener mit Regionen nrdlich der Alpen etwa 40 Prozent

    betrgt. Rund 70 Prozent des Warenaustausches erfolgt mit

    Gebieten, die innerhalb eines Radius von 300 km Entfernung

    liegen. Einige der wenigen Ausnahmen fr entferntere Gebiete

    mit einem erhhten Warenaustausch mit Sdtirol sind die

    Landkreise bzw. Kreisstadte Kln, Arnsberg und Hannover im

    Norden Deutschlands.

    Die Ergebnisse der Befragung unter Sdtirols

    Speditionsunternehmen zeigen, dass ber ein Viertel der

    Unternehmen die Bahn fr den Gtertransport nutzen. Bei den

    Speditionsunternehmen mit 50 und mehr Beschftigten sind es

    sogar zwei Drittel. Das Interesse an einem eigenen

    Gterterminal in Sdtirol fllt jedoch verhalten aus: nur ein

    Fnftel der Speditionsunternehmen wrde die Leistungen eines

    Sdtiroler Gterterminals in Anspruch nehmen. Bei Betrieben

    mit 50 und mehr Beschftigten wrde dies gar nur eines von

    zehn Unternehmen tun. Als mglichen Standort sprechen sich

    etwa zwei Drittel der Befrworter fr den Raum Bozen oder

    sdlicher aus, whrend ein Drittel der Befrworter eine

    nrdlichere Variante im Wipptal oder Raum Brixen bevorzugen

    wrden.

    Das Warenvolumen, das von den befragten

    Speditionsunternehmen an einem Sdtiroler Gterterminal

    versendet bzw. in Empfang genommen wrde, entspricht in

    etwa 33 ausgehenden und 28 eingehenden LKW-Ladungen pro

    Betriebstag, wobei vier Speditionsunternehmen knapp 90

    Prozent des gesamten Warenaufkommens stellen wrde. Hier

    gilt jedoch zu bercksichtigen, dass diese Menge auf

    unterschiedliche geografische Destinationen verteilt wird.

    Aus den Ergebnissen lassen sich folgende Schlussfolgerungen

    ableiten:

    In Sdtirol erfolgt der Groteil des Warenaustausches mit

    umliegenden Regionen und nur ein relativ kleiner Teil mit

    Gebieten, die mehr als 300 km von Sdtirol entfernt sind. Ein

    ausreichendes Warenaufkommen mit weiter entfernten

    Destinationen scheint in Sdtirol demnach nicht gegeben zu

    sein. Zustzlich sehen die Speditionsunternehmen des Landes

    einen Gterverkehrsterminal kritisch. Hinzu kommen unklare

    Prferenzen fr einen mglichen Standort des Terminals.

    Aufgrund dieser berlegungen scheint das Potenzial fr einen

    eigenen Gterverkehrsterminal unter den derzeitigen

    Rahmenbedingungen in Sdtirol kaum gegeben. Angesichts der

    zunehmenden Einschrnkungen fr den Warenverkehr auf der

    Strae ist es allerdings notwendig darber zu diskutieren, wie

    der Warenaustausch fr die Sdtiroler Wirtschaft auch in

    Zukunft gewhrleistet werden kann.

    1 Europische Kommission (2015). Analysis of the EU Combined Transport.

  • 6

  • WIFO Bericht 1.17 7

    1. EINLEITUNG

    Potenzial fr einen Gterverkehrsterminal in Sdtirol

    Seit geraumer Zeit wird darber diskutiert, wie Sdtirol besser an das internationale

    Bahngterverkehrsnetz angeschlossen werden kann. In diesem Zusammenhang ist auch die

    Errichtung eines eigenen Gterverkehrsterminals in Sdtirol angeregt worden. Im Frhjahr

    2016 fand deshalb in der Handelskammer Bozen eine Diskussionsrunde der wichtigsten

    Sdtiroler Gterverkehrsakteure zu diesem Thema statt. Im Rahmen dieses Treffens wurde

    das WIFO - Institut fr Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen beauftragt, eine

    Analyse ber das Potenzial fr einen Gterterminal in Sdtirol zu erstellen.

    Im Mittelpunkt der vorliegenden Analyse steht die Fragestellung, ob das Potenzial fr

    einen eigenen Gterterminal in Sdtirol gegeben ist. Generell liegt das Potenzial fr einen

    Gterterminal vor, wenn in Bezug auf den Gtertransport gengend Punkt-zu-Punkt

    Verbindungen mit einem ausreichenden Warenaufkommen vorhanden sind. Der

    kombinierte Warentransport mit der Bahn gilt ab einer Distanz von 300 km als

    wirtschaftlich sinnvoll und durchfhrbar.2 Warenlieferungen unter dieser Distanz werden

    beinahe ausschlielich ber die Strae abgewickelt.3 Zustzlich bentigt ein solches Projekt

    die Akzeptanz der im Gterverkehr ttigen Unternehmen.

    Zu diesem Zweck liefert der Bericht einen aktuellen berblick ber den Schwerverkehr in

    Sdtirol und analysiert die Einschtzungen der heimischen Speditionsunternehmen. Der

    Bericht gliedert sich wie folgt:

    Kapitel 2 und 3 analysieren das aktuelle Gterverkehrsaufkommen in Sdtirol im

    Allgemeinen und den Quell- und Zielverkehr von und nach Sdtirol im Besonderen. Um

    die Gterstrme auf der Autobahn und auf den Staatsstraen mglichst vollstndig zu

    erfassen, werden mehrere Datenquellen ausgewertet und zusammengefhrt. Kapitel 4

    befasst sich mit den Einschtzungen der Speditionsunternehmen zu einem Gterterminal in

    Sdtirol. Anhand einer Befragung wird untersucht, wie deren Position zu einem

    Gterterminal in Sdtirol ist. Kapitel 5 diskutiert schlielich die wichtigsten Ergebnisse und

    zieht entsprechende Schlussfolgerungen.

    2 Europische Kommission (2015). Analysis of the EU Combined Transport. 3 Europische Kommission (2011). White paper on transport - Roadmap to a single European transport area.

  • 8

    2. SCHWERVERKEHR IN SDTIROL

    In diesem Kapitel wird der Schwerverkehr auf der Autobahn und auf den Staatsstraen in

    Sdtirol im Jahr 2016 untersucht. Es werden verschiedene Datenquellen (siehe Infobox)

    ausgewertet und zu einem Gesamtergebnis zusammengefhrt.

    INFOBOX 1

    INFO BOX Verkehrsstatistik der Brennerautobahn AG

    Die Daten zum Gterverkehr auf der Brennerautobahn A22 stammen vom

    Mauterfassungssystem und enthalten fr jede Mautstelle die Anzahl der Ein- und

    Ausfahrten im Jahr 2016, unterteilt nach Ziel- bzw. Herkunftsmautstelle und Fahrzeugtyp.

    Fr den vorliegenden Bericht werden nur die Fahrzeuge der Klasse 5, d.h. Fahrzeuge mit

    fnf oder mehr Achsen, bercksichtigt.

    Die nrdlichste Mautstelle Brenner befindet sich bei Sterzing, 16 km vor dem eigentlichen

    Grenzbergang. Die Einfahrten an dieser Mautstelle geben an, wie viele Fahrzeuge Sdtirol

    aus dem Norden erreichen und die Ausfahrten geben an wie viele Fahrzeuge Sdtirol in

    Richtung Norden verlassen. Neben der Mautstelle Brenner gibt es in Sdtirol weitere

    sieben Mautstellen. Die Ein- und Ausfahrten an diesen Mautstellen geben an, wie viele

    Fahrzeuge ihre Fahrt in Sdtirol beginnen bzw. beenden.

    Verkehrsdaten des Landesstraendienstes - ASTAT

    Seit 2002 werden die Verkehrsdaten mit einem automatischen Erhebungssystem an derzeit

    75 Zhlstellen des Straendienstes des Landes entlang der Staats- und Landesstraen

    erfasst und vo