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Reboot Arbeit, update Urheberrecht, bildet soziale Netzwerke!

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  • Der Kreativpakt ein Bndnis von Kultur, Wirtschaft und Politik

    Reboot Arbeit,update Urheberrecht,bildet soziale Netzwerke!

  • INHALTSVERZEICHNIS

    VorwortKreativitt der Rohstoff des 21. Jahrhunderts

    Der KreativpaktWas wir wollen

    Die KreativwirtschaftWachstumstreiber, Zukunftslabor, Avantgarde

    UrheberrechtVergten statt verbieten

    Soziale SicherungSpringen knnen, sicher fallen

    KulturfrderungWettbewerb der Ideen statt starrer Strukturen

    WirtschaftsfrderungKreativitt der Rohstoff des 21. Jahrhunderts

    BildungspolitikKompetenzen neu denken und frdern

    NetzpolitikInternet: Grundrecht in der digitalen Gesellschaft

    Der KreativpaktWer wir sind

    KreativwirtschaftZahlen und Fakten

    Unser Projekt heit ZukunftDeutschland 2020

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    VORWORT

    Kreativitt der Rohstoff des21. Jahrhunderts

    Wir brauchen einen Kreativpakt das forderten im Jahr 2009 Filmema-cher und Oscar-Preistrger Pepe Danquart, DJ und Musikproduzent Paul van Dyk, Galerist Frank-Thomas Gaulin, Agenturleiterin Karen Heumann, Schriftstellerin Louise Jacobs, Design-Professor Axel Kufus, Verlags-Geschftsfhrer Christopher R. Koppler, Musikproduzent und Autor Tim Renner, Blogger und Autor Sascha Lobo und Architekt Meinhard von Gerkan.

    Sie hatten Frank-Walter Steinmeier beim Wort genommen, der als Erster von einem Pakt zwischen Kreativen, Wirtschaft und Politik zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft sprach. Aus der Initiative wurde 2011 der Kreativpakt e. V. (www.kreativpakt.org). Hier arbeiten Kreative gemeinsam an der Idee, bessere Bedingungen fr die Kreativwirtschaft zu formulieren und auf den Weg zu bringen. Der Kreativ-pakt gab dem Projekt Zukunft Deutschland 2020 der SPD-Bundestagsfraktion in einem langfristig angelegten, engen Arbeitsprozess entscheidende Impulse zur Entwicklung der Kreativwirtschaft.

    Der Kreativpakt ist ein Bndnis von Kultur, Wirtschaft und Politik (siehe Seite 33 bis 36). Unser Ziel ist klar: Gemeinsam wollen wir das Potenzial der Kreativwirtschaft weiterentwickeln. Die in der Kreativwirtschaft Beschftigten mssen verlsslich sozial abgesichert sein und die Rahmenbedingungen kreativer Arbeit vom Urhe-berrecht ber die Netz- und Bildungspolitik bis zur Kultur- und Wirtschaftsfrderung

  • DER KREATIVPAKT

    mssen verbessert werden. Kurz gesagt: Reboot Arbeit, update Urheberrecht, bildet soziale Netzwerke!

    Wir haben uns dazu regelmig ausgetauscht, wissenschaftliche Studien aus-gewertet, Praktiker befragt, Workshops durchgefhrt und Thesen auf unserer adhocracy-Online-Plattform debattiert. In dieser Broschre sind einige zentrale Ergebnisse fr den weiteren Dialog festgehalten.

    Kreativitt ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Und den wollen wir frdern.

    August 2012

    FR DIE SPD-BUNDESTAGSFRAKTION

    Siegmund Ehrmann, MdB Lars Klingbeil, MdB

    FR DEN KREATIVPAKT E. V.

    Antje Schlag Prof. Tim Renner Peter Ruhenstroth-Bauer

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  • DER KREATIVPAKT-PROZESS

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  • DER KREATIVPAKT

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    Urheberrecht: Vergten statt verbieten

    Die reale Nutzung des Netzes muss zur legalen Nutzung werden. Dabei gilt es, eine angemessene Vergtung zu gewhrleisten. Wir brauchen ein modernes Ur-heberrecht, das Kreative und Urheber strkt, ihnen faire Einkommen ermglicht und das Recht mit neuen digitalen Nutzungspraktiken in Einklang bringt. Die damit verbundenen Chancen fr kulturelle Teilhabe und Vermittlung, Demokratie, aber auch fr die Vermarktung und Verbreitung kultureller Angebote wollen wir frdern.

    Soziale Sicherung: Springen knnen, sicher fallen

    Es ist Zeit, die soziale Sicherung endlich der neuen kreativen und digitalen Arbeits-welt anzupassen. Wir mssen bercksichtigen, dass sich die Kreativwirtschaft berwiegend in Form von Soloselbstndigkeit organisiert. Deshalb wollen wir die Knstlersozialversicherung modernisieren und erweitern. Auch die allgemeinen Sozialversicherungssysteme gilt es anzupassen. Grundlage jeder sozialen Sicherung sind faire und stabile Einkommen.

    Kulturfrderung: Wettbewerb der Ideen statt starrer Strukturen

    Die Frderung von Kunst und Kultur muss sich an den Bedrfnissen der Kultur- und Kreativschaffenden orientieren. Statt einmal gefrdert, immer gefrdert brauchen wir ein System, das Experimente zulsst, die Avantgarde befrdert und Anreize fr Neues schafft. Die ffentliche Kulturfrderung muss soziale Mindeststandards und -honorare beachten.

    Der Kreativpakt:Was wir wollen

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    WAS WIR WOLLEN

  • DER KREATIVPAKT

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    Wirtschaftsfrderung: Kreativitt ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts

    Kreative und knstlerische Arbeit bildet die Grundlage fr konomischen Fortschritt und jede gesellschaftliche Innovation. Wir wollen den Innovationsbegriff ffnen. Die Kreativwirtschaft ist eine eigene Wirtschaftsform und Zukunftsbranche. Sie ist mit ihrem hohen wirtschaftlichen Potenzial mindestens so zu frdern wie die klassischen Industrien. Vor allem die Existenzgrndungsfrderung muss auf die Bedrfnisse von Kreativen zugeschnitten werden.

    Bildungspolitik: Kompetenzen neu denken und frdern

    Bildung und Weiterbildung mssen den neuen, von der Kreativwirtschaft auf-gezeigten Anforderungen der Arbeitswelt gerecht werden. In der Lehrer- und Erzieherausbildung muss deshalb die kulturelle Bildung strker verankert werden. Der Umgang mit neuen Medien ist genauso wichtig wie Lesen und Schreiben und muss Querschnittsfach sein. Bildung muss Kreativitt heben, zur selbststndigen Arbeit befhigen und Entrepreneurship anregen.

    Netzpolitik: Internet ist ein Grundrecht unserer digitalen Gesellschaft

    Der schnelle Zugang zum Internet muss fr alle und berall mglich sein. Dies bedeutet ein ffentliches WLAN in ffentlichen Rumen. Eine gesetzlich verankerte Netzneutralitt und die Diskriminierungsfreiheit der Infrastrukturen und Inhalte muss die Grundlage fr ein freies und innovationsfreundliches Internet sein. In-formationen mssen fr alle zugnglich sein.

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    WACHSTUMSTREIBER ZUKUNFTSLABOR AVANTGARDE

    Die Kreativwirtschaft: Wachstumstreiber,Zukunftslabor,Avantgarde

    Die Kreativwirtschaft ist zu einer entscheidenden wirtschaftlichen Gre und zum Impulsgeber fr gesellschaftliche Erneuerung geworden. Sie ist ein wichtiger Beschftigungs- und Wachstumstreiber. Buchmarkt, Musikwirtschaft, Film, Rund-funk und Bhne, bildende Kunst, Architektur und Design sowie die Software- und Games-Branchen und die Werbewirtschaft beschftigen in Deutschland rund eine Million Menschen und erzielen einen jhrlichen Umsatz von ca. 137 Milliarden Euro. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt damit bereits deutlich vor z. B. der Chemiebranche. Die Kreativwirtschaft ist ein schlummernder Riese, dessen Potenziale zielstrebig entwickelt werden mssen.

    Die Kreativwirtschaft macht zuknftige Entwicklungen in Arbeitswelt, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft schon heute wie ein Vergrerungsglas sichtbar. Sie ist gleichzeitig Zukunftslabor und Avantgarde.

    Der nahezu unbegrenzte Zugang zu Informationen und die Mglichkeit der Teilhabe durch das Internet mssen erhalten und ausgebaut werden. Um diese Informationen in der modernen Wissensgesellschaft einzuordnen und bewerten zu knnen, muss das Bildungssystem verstrkt Medienkompetenz vermitteln.

  • DER KREATIVPAKT

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    Durch Internet und Computer wurden in der Kreativwirtschaft die Produktionsmittel sowie die Kommunikations- und Vertriebswege demokratisiert. Die Digitalisierung ermglicht vereinfachten Zugang zu Wissen und neue Wege gesellschaftlicher Teilhabe. Auch deshalb gibt es in der Kreativwirtschaft viele Unternehmensgrnder und Solo-Selbstndige.

    Diese Arbeitsstrukturen fordern und befrdern Ideen und Innovation und sie schaffen neue Arbeitspltze. Es wird aber auch deutlich, dass die bestehenden sozialen Sicherungssysteme diese neuen Formen von Arbeit nur unzureichend erfassen. Viele dieser Beschftigungsformen sind sozial schlecht abgesichert und hufig prekr. Aufgabe der Politik muss es sein, diese konomischen und innova-tiven Krfte zu erschlieen, ohne die sozialen Herausforderungen und Risiken zu bersehen. Die Bildungspolitik muss sicherstellen, dass junge Menschen auf die neue Arbeitswelt vorbereitet werden.

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    WACHSTUMSTREIBER ZUKUNFTSLABOR AVANTGARDE

  • DER KREATIVPAKT

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    Urheberrecht: Vergten statt verbieten

    Das Urheberrecht muss der digitalen Gesellschaft angepasst und modernisiert werden. Um Kreative und Urheber zu strken, mssen die gesetzlichen Vorgaben mit den neuen digitalen Nutzungspraktiken in Einklang gebracht werden. Ziel muss ein fairer und gerechter Ausgleich der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern sein. Auch Akteure wie Telekommunikationsunternehmen mssen in diesen Ausgleich einbezogen werden.

    Kreative und Kulturschaffende sollen von ihrer Arbeit leben knnen. Die Frage der angemessenen Vergtung von Knstlerinnen und Knstlern muss im Zentrum einer Reform des Urheberrechts stehen. Zugleich muss gewhrleistet sein, dass der freie Zugang zu Informationen nicht eingeschrnkt wird. Um die Position des Urhebers zu verbessern, bedarf es einer Reform des Urhebervertragsrechts. Dazu gehren Regelungen wie z. B. effizientere Schlichtungsmechanismen. Die strukturell schwchere Stellung des Urhebers gegenber dem Verwerter muss wirksam gestrkt werden.

    Existierende, nutzerfreundliche Geschftsmodelle belegen, dass Konsumenten bereit sind, auch im digitalen Zeitalter fr Inhalte zu bezahlen. Es mssen mehr solche Modelle entwickelt werden, die eine einfache und legale Nutzung geschtzter Inhalte ermglichen und den Nutzern Rechtssicherheit bieten. Ein gutes Angebot ist der beste