Risikobewertung fr Investitionen: Bestimmung ... Beispiel: Finanzierungsstruktur und Wert einer Investition 227 213 Risikobewertung fr Investitionen. 5.3 Risikogerechte Kapitalkosten

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  • FA 1169

    Verffentlicht in

    Gleich, R. / Klein, A. (Hrsg.): Der Controlling-Berater - Investitions- und Projektcontrolling

    Band 30, 2013

    Risikobewertung fr Investitionen: Bestimmung risikogerechter Finanzierungsstrukturen und Renditeanforderungen durch Simulationen

    S. 213 236

    Mit freundlicher Genehmigung der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

    www.haufe-lexware.com

    Ein Service von: FutureValue Group AG eMail: Kontakt@FutureValue.de Internet: www.FutureValue.de

  • Inhalt

    Kapitel 1: StandpunktDas Experten-Interview ............................................................................... 13

    Kapitel 2: Grundlagen & KonzepteInvestitionscontrolling: Grundlagen, Instrumente und Heraus-forderungenSven Fischbach ................................................................................................ 21

    Kennzahlen zur wirksamen ProjektsteuerungRudolf Fiedler .................................................................................................. 39

    KfW-Frderung fr den MittelstandAnna Nagl ....................................................................................................... 63

    Kapitel 3: Umsetzung und PraxisInvestitionscontrolling am Beispiel eines ImmobilienprojektsHelmut Geyer .................................................................................................. 75

    Projektbewertung mit der KapitalwertmethodeMatthias Schmitt .......................................................................................... 105

    Due Diligence in der PraxisKlaus Schneider ............................................................................................ 125

    Unternehmensbewertung in der PraxisKlaus Schneider ............................................................................................ 141

    Business Cases: Aufbau und Dokumentation berzeugenderEntscheidungsvorlagenMatthias Siebold ........................................................................................... 161

    Kapitel 4: Organisation & ITPraxisfall Investitionsrechnungsverfahren: So verbessern Sie IhreInvestitionsentscheidungen Mit Excel-AnwendungJrgen Erichsen .............................................................................................. 187

    Risikobewertung fr Investitionen: Bestimmung risikogerechterFinanzierungsstrukturen und Renditeanforderungen durchSimulationenWerner Gleiner ........................................................................................... 213

    7

  • Investitionsprojekte mit der Business Model Canvas priorisierenund bei der Umsetzung begleitenAndreas Bollongino, Angelika Mrtlbauer ................................................ 237

    Kapitel 5: LiteraturanalyseLiteraturanalyse .......................................................................................... 255

    Stichwortverzeichnis ................................................................................... 265

    8

  • Risikobewertung fr Investitionen:Bestimmung risikogerechterFinanzierungsstrukturen undRenditeanforderungen durch Simulationen

    n Bei der Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen ist ein Abwgenerwarteter Ertrge und Aufwendungen Chancen und Gefahren erforderlich.

    n Im Allgemeinen ist der Gesamtrisikoumfang (Risikoaggregation) entschei-dungsrelevant, was eine Aggregation der Einzelrisiken erfordert.

    n Fr die Aggregation von Risiken bentigt man eine sog. Monte-Carlo-Simula-tion, bei der eine groe reprsentative Anzahl mglicher Zukunftsszenarien ausgehend von der Planung berechnet wird. Die zeigt z.B. die Bandbreiteder Cashflows.

    n Die risikogerechte Finanzierungsstruktur (Eigenkapitalbedarf), die Kapitalkostenund das Rating (Insolvenzwahrscheinlichkeit) sind abhngig vom aggregiertenRisikoumfang.

    n Der Beitrag beschreibt zunchst die Risikobewertung mit der Monte-Carlo-Simulation im Allgemeinen. Anschlieend beschreibt er die Vorgehensweiseanhand verschiedener Modell- und Praxisbeispiele.

    Inhalt Seite

    1 Gesamtrisikoumfang als Basis einerInvestitionsentscheidung ermitteln ................................ 215

    2 Grundlagen der Monte-Carlo-Simulation fr dieAggregation von Risiken ................................................ 216

    2.1 Aggregation von Risiken im Kontext der Planung ............. 2162.2 Schritte zur Durchfhrung der Monte-Carlo-Simulation ... 2192.3 Modellbeispiel fr Monte-Carlo-Simulation ..................... 219

    3 Risikomae und Mae der Planungssicherheit ............... 221

    4 Praxisbeispiel: Ermittlung der Bandbreite einesknftigen Unternehmensgewinns ................................... 223

    5 Wertorientierte Steuerung, risikogerechte Bewertungund risikogerechte Kapitalkosten ................................... 225

    5.1 Grundlagen: Abwgen von Ertrag undRisiko-Performancemae ................................................ 225

    5.2 Beispiel: Finanzierungsstruktur und Wert einer Investition 227

    213

    Risikobewertung fr Investitionen

  • 5.3 Risikogerechte Kapitalkosten, Unternehmenswert undStrategiebewertung ......................................................... 230

    6 Fazit ............................................................................... 233

    7 Literaturhinweise ........................................................... 234

    n Der AutorDr. Werner Gleiner, Vorstand der FutureValue Group AG undLehrbeauftrager der Technischen Universitt Dresden.

    214

    Organisation & IT

  • 1 Gesamtrisikoumfang als Basis einerInvestitionsentscheidung ermitteln

    Der Umfang der Risiken eines Projekts, Geschftsbereichs oder Unter-nehmens bestimmt

    die risikogerechte Finanzierungsstruktur (Eigenkapital- und Liquidi-ttsbedarf),

    die Ausfallwahrscheinlichkeit (Rating), Mindestanforderungen an die zu erwartende Rendite (Kapitalkosten) und den Wert als Erfolgsmastab (Performancema), der Ertrag und Risiko

    in einer Kennzahl verbindet.

    Ebenfalls durch den Risikoumfang bestimmt werden Obergrenzen frdie Kosten von Risikobewltigungsmanahmen, z.B. Versicherungspr-mien.1 Letztlich wird bei allen diesen Anwendungsfeldern der Risikoum-fang immer ausgedrckt in

    einer Zahl, einem Geldbetrag (in EUR) oder einer Rendite.Risiken mssen also quantifiziert werden. Als Risiko gilt dabei grund-stzlich die Mglichkeit, von einem (mglichst erwartungstreuen) Plan-wert abzuweichen. Die quantitative Beschreibung eines Risikos erfordertdie Verwendung von Hufigkeits- oder Wahrscheinlichkeitsverteilungenbzw. im Mehrperiodenfall von stochastischen Prozessen.

    Fr die meisten betriebswirtschaftlichen Fragestellungen ist der aggre-gierte Gesamtrisikoumfang mageblich. Zielsetzung der Risikoaggregati-on, die auf der Risikoanalyse aufbaut, ist die Bestimmung des Gesamt-risikoumfangs. Da Einzelrisiken nicht einfach addiert werden knnen,sind fr die Risikoaggregation Simulationsverfahren, z.B. die Monte-Carlo-Simulation, erforderlich. In Kap. 2 werden die Grundlagen derMonte-Carlo-Simulation erlutert, bevor Kap. 3 sich mit der Interpreta-tion der Simulationsergebnisse in diesem Fall der Berechnung vonRisikomaen befasst. Kap. 4 zeigt in einem Fallbeispiel, wie mittelsSimulation Eigenkapitalbedarf, Rating und Kapitalkostenstze einesUnternehmens bestimmt werden knnen.

    Das Eigenkapital und die Liquidittsreserven sind das Risiko-Deckungs-potenzial eines Unternehmens, weil sie smtliche risikobedingten Verlustezu tragen haben. Um die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattungbestimmen zu knnen, sind Risikoaggregationsverfahren erforderlich. Die

    215

    Risikobewertung fr Investitionen

    1 Grundlegend vgl. Gleiner, 2011a; Gleiner, 2011d; Romeike/Hager, 2009; Vanini,2012; Sinn, 1980.

  • Risikoaggregationsverfahren zeigen dabei auch die Kombinationswirkun-gen verschiedener Einzelrisiken. Zunchst lsst sich so ableiten, welcherUmfang von Verlusten und damit Eigenkapital mit einer vorgegebenenWahrscheinlichkeit von z.B. 99 % innerhalb der Planperiode nicht ber-schritten wird. Umgekehrt lsst sich auch ermitteln, mit welcher Wahr-scheinlichkeit berschuldung oder Illiquiditt (Insolvenz) bei einergegebenen Eigenkapitalausstattung eintritt. Die so abgeleitete Insolvenz-wahrscheinlichkeit lsst sich als Ratingnote ausdrcken.

    Schlielich knnen risikogerechte Kapitalkosten (Renditeanforderun-gen) fr die wertorientierte Unternehmenssteuerung oder Investitions-bewertung aus dem aggregierten Ertragsrisiko, z.B. Standardabweichungdes Cashflows, abgeleitet werden.

    In diesem Fachtext werden die wichtigsten Methoden zu diesem Themavorgestellt.

    2 Grundlagen der Monte-Carlo-Simulation fr dieAggregation von Risiken

    2.1 Aggregation von Risiken im Kontext der Planung

    Risikoaggregationsverfahren fr Unternehmen basieren im Grundsatzauf einer Verknpfung der identifizierten und quantifizierten Risiken imKontext der Unternehmensplanung.2 Risiken werden dabei als Ursachenfr mgliche Abweichungen von den geplanten bzw. erwarteten Wertenaufgefasst. Zu diesem Zweck werden Risiken als berbegriff fr positivewie negative Abweichungen (Chancen bzw. Gefahren) interpretiert.

    Analytische Lsungen sind allenfalls fr einfache bzw. stark vereinfachteModelle der Realitt verfgbar und oft genug weisen auch diese schoneinen sehr hohen Komplexittsgrad auf. Risiken sind nicht addierbarund auch einfache analytische Rechenformeln nur in wenigen realisti-schen Spezialfllen geeignet, den Gesamtrisikoumfang zu berechnen.3

    Daher muss man Simulationsverfahren fr die Risikoaggregation nutzen.

    Eine Voraussetzung fr die Bestimmung des Gesamtrisikoumfangsmittels Risikoaggregation stellt die Verbindung von Risiken und Unter-nehmensplanung dar (vgl. Abb. 1). Es wird deutlich, dass letztendlichjedes Risiko auf