Rising Stars – die Stars von morgen 2 Leticia Moreno Ana ... van Beethoven 1770 ... Violin- als auch den Klavierpart angeht ... in Novosibirsk, den Sarasate- und den Kreisler-Wettbewerb

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  • Rising Stars die Stars von morgen 2

    Leticia Moreno Ana-Maria VeraSonntag8. Dezember 201316:00

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    Ihr Husten strt Besucher und Knstler. Wir halten daher fr Sie an den Garderoben Ricola-Kruterbonbons bereit und hndigen Ihnen Stoff taschen tcher des Hauses Franz Sauer aus.

    Sollten Sie elektronische Gerte, insbesondere Handys, bei sich haben: Bitte schalten Sie diese zur Vermeidung akustischer Strungen aus.

    Wir bitten um Ihr Verstndnis, dass Bild- und Tonaufnahmen aus urheberrechtlichen Grnden nicht gestattet sind.

    Wenn Sie einmal zu spt zum Konzert kommen sollten, bitten wir Sie um Verstndnis, dass wir Sie nicht sofort einlassen knnen. Wir bemhen uns, Ihnen so schnell wie mglich Zugang zum Konzertsaal zu gewhren. Ihre Pltze knnen Sie sptestens in der Pause einnehmen.

    Bitte warten Sie den Schlussapplaus ab, bevor Sie den Konzertsaal verlassen. Es ist eine schne und respektvolle Geste gegenber den Knstlern und den anderen Gsten.

    Mit dem Kauf der Eintrittskarte erklren Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Bild mglicherweise im Fernsehen oder in anderen Medien ausgestrahlt oder verffentlicht wird.

    Vordruck/Lackform.indd 2-3 17.07.13 11:09

  • Rising Stars die Stars von morgen 2

    Nominiert von LAuditori Barcelona und Palau de la Msica Catalana

    Leticia Moreno Violine Ana-Maria Vera Klavier

    Sonntag 8. Dezember 2013 16:00

    Pause gegen 16:40Ende gegen 17:50

    15:00 Einfhrung in das Konzert durch Bjrn Woll

    Gefrdert durch die Europische Kommission

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    PROGRAMM

    Ludwig van Beethoven 1770 1827Sonate fr Violine und Klavier A-Dur op.47 (1802 03)Kreutzer-SonateAdagio sostenuto PrestoAndante con VariazioniFinale. Presto

    Pause

    Richard Strauss 1864 1949Sonate fr Violine und Klavier Es-Dur op.18 TrV 151 (1887)Allegro, ma non troppoImprovisation, Andante cantabileFinale. Andante Allegro

    Maurice Ravel 1875 1937Tzigane. Rapsodie de concert (1924)fr Violine und KlavierLento, quasi cadenza Moderato

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    ZU DEN WERKEN DES HEUTIGEN KONZERTS

    Alle Grenzen sprengen Beethovens Sonate fr Violine und Klavier

    A-Dur op.47 Kreutzer-Sonate

    Insgesamt zehn Sonaten hat Beethoven fr die Violine geschrie-ben. Er war nicht nur Komponist und ein gefeierter Klaviervirtu-ose, sondern auch ein hoch geschtzter Geiger. Entstanden sind die zehn Violinsonaten in einem Zeitraum von 15 Jahren, zwi-schen 1797 und 1812. Die berhmteste Komposition dieses Werk-Kanons ist zweifelsohne die Sonate Nr. 9 A-Dur op. 47, die so genannte Kreutzer-Sonate. Zudem nimmt sie eine Sonderstel-lung im Reigen von Beethovens Violinsonaten ein, fllt sie doch hinsichtlich der Behandlung des Zusammenspiels der beiden Instrumente, der formalen Gre als auch der berbordenden Virtuositt aus dem Kontext der frheren Kompositionen heraus und unterscheidet sich dadurch deutlich von ihren Vorgnger-werken des Opus 30.

    Kurzum: Mit der Kreutzer-Sonate gelang Beethoven ein Meis-terstck, in dem er spieltechnische Virtuositt sowohl was den Violin- als auch den Klavierpart angeht mit dem komposito-rischen Anspruch dieser Jahre verband, in denen unter ande-rem seine dritte Sinfonie (Eroica) entstand. Zudem verlsst die Gattung der Violinsonate die Sphre der intimen Kammermusik und zieht ein in den ffentlichen Konzertsaal: Es ist ein virtuos-brillierendes Werk und das vom ersten Takt an. Komponiert hat Beethoven es nicht nur fr seine eigenen spieltechnischen Mglichkeiten, sondern auch die herausragende Virtuositt des farbigen Geigers George Polgreen Bridgetower. Im Frhjahr 1803 lernten beide sich kennen und wollten anlsslich eines vom Frsten Lichnowsky arrangierten Konzerts gemeinsam auftre-ten. Vom jovialen Umgangston zwischen den beiden Knstlern zeugt die Widmung im Autograph: mulattische Sonate, kompo-niert fr den Mulatten Bridgetower, groer Narr und mulattischer Komponist.

    Viel Zeit zum Komponieren blieb Beethoven durch das nahende Konzert nicht. Als Schlusssatz wurde kurzerhand das Finale umfunktioniert, das ursprnglich als Abschluss der ersten Sonate

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    aus Opus 30 gedacht war. Die beiden vorangehenden Stze jedoch mussten neu komponiert werden. Und das in so groer Zeitnot, dass Beethoven den Klavierpart im Autograph nicht mehr vollstndig ausfhren konnte. Es spricht fr Beethovens Genialitt, dass sich die Eile der Kompostion nicht auf die musi-kalische Qualitt niedergeschlagen hat: Alle drei Stze sind von bezwingender Geschlossenheit und Sorgfalt bis ins letzte Detail gekennzeichnet. Nach dem Konzert berwarf sich Beethoven jedoch mit Bridgetower, angeblich soll eine Frau dabei im Spiel gewesen sein. Und so kennen wir das Werk heute als Kreutzer-Sonate, denn der Komponist nderte fr den Erstdruck die Wid-mung und dezidierte seine Schpfung dem franzsischen Gei-ger Rodolphe Kreutzer. Ironischerweise soll dieser die Sonate nie selbst gespielt und sie sogar als uerst unverstndlich zurckgewiesen haben.

    Auf Unverstndnis stie sie indes auch bei einem Rezensen-ten der Allgemeinen musikalischen Zeitung, der in seiner Kritik zu Begriffen wie sthetischer oder artistischer Terror, Unge-heuer, das Groteskeste und bizarresten Satze griff. Die Gre der Kompostion wurde, wie so oft bei Beethoven, erst von der Nachwelt begriffen. Der Wert, den die Kreutzer-Sonate nach einem gewandelten Verstndnis heute geniet, leitet sich in erster Linie von ihrem Kopfsatz ab. Mit Doppelgriffen erffnet die Geige die Adagio-Einleitung mit einer Art vorweggenommenen Solokadenz. Was dann folgt hat Carl Dahlhaus, der Doyen der Musikwissenschaft, einmal als radikale Prozessualitt bezeich-net, die charakteristisch sei fr Beethovens neuen Weg.

    Und in der Tat weist dieser Satz mit seinen herben harmonischen Konstellationen und vielfltigen Brchen weit ber die Vorgn-gersonaten hinaus. Drei Themen beherrschen das musikalische Geschehen: In jagenden Vierteln strmt das erste Thema im Presto-Hauptsatz voran, bevor das zweite Thema eine choral-artige Insel der Ruhe schafft. Diese ist jedoch nicht von Dauer, denn ein chromatisch geprgtes drittes Thema, eine Variante des Hauptthemas, nimmt die wilde Jagd wieder auf. Dieses beherrscht auch den Durchfhrungsteil, bevor sich am Ende der Reprise noch einmal das pathetische Adagio des Anfangs zu Wort meldet. Eine kurze Stretta beschliet diesen auergewhnlichen

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    Kopfsatz. Das Andante in F-Dur bringt anschlieend ein gesang-volles, ausdrucksstarkes Thema mit vier Variationen, deren dritte in Moll den Aspekt der Expressivitt vertieft, whrend die vierte wiederum virtuosen Zuschnitt hat. In jagendem 6/8-Takt eilt schlielich das Presto-Finale dahin. Vermutlich hat Beethoven es aus der Sonate op.30 Nr 1 entfernt, weil sein virtuoser Ges-tus dort den Rahmen sprengte. Hier beschliet es das Werk mit einer Musik von mitreiendem Brio.

    Zwischen Tradition und persnlichem Ton Richard Strauss Sonate fr Violine und Klavier Es-Dur op.18

    Richard Strauss kennen wir vor allem als Schpfer von Opern und sinfonischen Dichtungen. Doch am Anfang seiner Kompo-nisten-Karriere hat er auch Kammermusik komponiert. Meist sind diese Werke, darunter eine Cellosonate, eine Variation ber ein bayrisches Volkslied fr Streichtrio sowie mehrere Stcke fr Klavierquartett, fr das husliche Musizieren im Familien- und Freundeskreis entstanden. Rechteigentlich ist die Violinso-nate Es-Dur op.18 Strauss letztes Kammermusikwerk, denn alle weiteren Kompositionen sind Gelegenheitswerke kleineren For-mats und blieben unverffentlicht. Stilistisch zeigt sich der junge Komponist noch ebenso den traditionellen Formen verhaftet wie der Prgung durch seine romantischen Vorgnger. Zugleich zei-gen sich aber bereits erste Hinweise auf den eigenen Personal-stil, wie er in den knftigen Opern und sinfonischen Dichtungen zu Tage tritt.

    Bezeichnender Weise fllt die Entstehung der Violinsonate genau in die Zeit der ersten Hinwendung zur sinfonischen Dichtung: Am 1. November 1887 beendete Strauss die Komposition, ein Jahr nach der Vollendung der Tondichtung Aus Italien (1886) und kurz bevor er die erste Fassung von Macbeth (1888) vollendet hatte. In diesem Zusammenhang erklrt sich auch der eigenwillige Cha-rakter der Sonate, der bisweilen wie ein groformatiger Orches-tersatz im Miniaturformat anmutet. Nach einer kurzen Einleitung

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    des Klaviers, dessen Part im Gesamten hchste Ansprche an den Interpreten stellt, folgt ein Satz, der zumindest uerlich in der Tradition der klassischen Sonatenform steht. Mit einer Expo-sition von zwei Themen das erste rhythmisch geprgt, das zweite dagegen sehr lyrisch gefolgt von Durchfhrung und Reprise. Musikalisch scheint der gesamte Verlauf jedoch alleine der bersprudelnden Fantasie des Komponisten zu entspringen. Stndige Aufschwnge verleihen dem ganzen Satz zudem einen kaum innehaltenden, stets vorwrtstreibenden Drive.

    Einen kantablen Gegenpol bildet der zweite Satz, den Strauss mit Improvisation berschrieb. Mit einer flieenden Melodie der Geige bringt Strauss hier seine lyrischen Qualitten zur Geltung. Diese Liedmelodie wird im Mittelteil koloristisch aufgelockert mit einer Episode von klangsinnlich-virtuoser Eleganz. Das Finale erffnet schlielich mit einer dsteren Einleitung des Klaviers, in der bereits das Hauptthema vorbereitet wird. Das anschlie-ende Allegro ist dann nur noch in Umrissen ein Sonatensatz, im Detail entwickelt sich ein rauschend virtuoses Spiel. Doch trotz der fr Strauss so typischen dramatischen Gesten zeigt gerade der Schlusssatz am deutlichste Anklnge an Schumannsche Wendungen. So kann das Werk den Einfluss der groen romanti-schen Kammermusik-Tradition nicht verleugnen.

    Schlachtross der Virtuosenliteratur Maurice Ravels Tzigane

    Mit der Konzert-Rhapsodie Tzigane schuf Maurice Ravel ein Virtuosenstck, das ganz in der Tradition eines Franz Liszt und dem Teufelsgeiger