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Riviera Côte d'Azur Zeitung September 2014

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Text of Riviera Côte d'Azur Zeitung September 2014

  • Seit1992

    T G L I C H E N A C H R I C H T E N A U S D E M S D E N F I N D E N S I E A U F W W W . R I V I E R A Z E I T U N G . C O M

    NR.279 I SEPTEMBER 2014 I 23.JAHRGANG3,00 E

    Yachten-Fieber:Monaco Yacht ShowLes Voiles de Saint-Tropez

    Richtig gut essen in Frankreich

    Restaurants und ihre Label

    Brigitte Bardotwird 80! Die Frau mit den

    zwei Gesichtern

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    Leben & arbeiten in Ligurien

    Der Hochzeits-Fotograf

  • 3E d i t o r i A l

    s e p t e M b e r 2 0 1 4

    u n t e r u n s g e s a g t

    Zurck zum Leben oder La Rentre unterdiesem Motto steht der September inFrankreich. Dabei handelt es sich sozu-sagen um eine fnfte Jahreszeit. Gleich, ob man imAugust Ferien gemacht oder gearbeitet hat wie wirin der Redaktion: In beiden Fllen gilt es, den nor-malen Rhythmus wiederzufinden. Die Zahl dereingehenden Emails steigt sprunghaft von 30 auf300 tglich, Termine und Einladungen gehenerneut zu Dutzenden ein. Auf den Straen

    herrscht pltzlich wie gehabt dasWahnsinns-Chaos, Geschftsleute ff-nen wieder ihre Lden und dasFernsehen sendet die zuvor nichteinen Moment vermissten, langenund leeren Versprechungen der Poli-tiker, die welche Wohltat eben-

    falls abgetaucht waren. Denn kaum jemandverzichtet freiwillig auf seinen wohlverdientenUrlaub Krise hin oder her.

    Nach ein paar sorgenfreien Wochen meldet sichalso pnktlich der Alltag zurck mit Einkom-mensteuer-Bescheid im Briefkasten, nationalemWirtschaftswachstum gleich null und der Entlas-sung der gesamten Regierungsmannschaft.

    Aber was solls? Der nchste Sommer kommt be-stimmt! Ist doch alles eine Frage der Lebensart ...

    Eine lockere Rentre wnschen Ihnen Ihr RCZ-Team und

    FEY

    inhalt4 Gastkommentar von Klaus Harpprecht

    Europische Geschenke

    5 Finale FuriosoDie Voiles in Saint-Tropez sind ein Erlebnis nicht nur fr Segler

    6 Stammtische & deutschsprachige ClubsEine bersicht der Treffpunkte in Sdfrankreich

    8 Humanitres EngagementDie Rolle des deutschen Clubs in Monaco

    9 Zuhause der MillionreFast jeder Dritte im Frstentum knackt die magische Marke

    12 Die Frau mit den zwei GesichternVom Sexsymbol zur Tierschtzerin: Brigitte Bardot wird 80!

    13 Der besondere BlickFotograf Julian Kanz lebt seit zehn Jahren in Ligurien

    14-19 Special Monaco Yacht ShowWissenswertes rund um die weltgrte Superyachten-Messe

    20 Buch-TippsLektre fr Frankreich-Fans

    22/23 VeranstaltungenWas zwischen Genua und Marseille los ist

    24 Richtig gut essen in FrankreichAuf diese Restaurant-Labels ist Verlass!

    27 Vernetzte FrauenDas Professional Womens Network der Riviera

    www.rivierazeitung.com

  • Rahmen des StdteverbundesSophia-Antipolis. Dabei lassenwir unsere Mitbrger so viel wiemglich an den weitreichendenEntscheidungen fr die Zukunftunserer Region teilhaben.

    Wieder Vertrauen in die Demo-kratie zu vermitteln, ist heuteauch ein groes Thema.Was sind die wichtigsten ProjekteIhrer Stadt? Zunchst ist da die Neugestaltungdes Industriegebietes Les Clau-sonnes, ein wichtiger Wirtschafts-faktor fr die ganze Umgebung.Hier geht es um die Konsoli-dierung der Attraktivitt des er-sten Technologieparks Europasund die Vermeidung einer even-tuellen Flucht lokaler Intelligenz.

    4 www.rivierazeitung.comA k t u e l l

    s e p t e M b e r 2 0 1 4

    Vertrauen in die DemokratieRCZ-Interview mit Marc Daunis, Brgermeister von Valbonne-Sophia-Antipolis

    Der Journalist und Schriftsteller KlausHarpprecht zum Zusammenleben mit

    einer islamischen Bevlkerung und zurSicherung des Friedens der Gesellschaft.Harpprecht (geb. 1927, erster Amerika-Korrespondent des ZDF sowie Berater

    von Kanzler Willy Brandt) lebt seit 1982 inLa Croix-Valmer im Var.

    Der Nachbar und PartnerFrankreich verwhnt dieDeutschen derzeit nicht allzuoft mit hoffnungsfroher Post.Der Prsident, der vor denFeierlichkeiten zum 70. Jah-restag der Invasion auf demTiefpunkt seiner Popularittangekommen war (mit nurnoch 16 Prozent der Brger, dieihm vertrauten), nutzte die Ein-sicht, dass er nichts, fast nichtsmehr zu verlieren hatte, um einReformprogramm von seltenerKhnheit vorzulegen: Er mch-te die Zahl der Regionen, die1982 zu Beginn der Regent-schaft Mitterrands ins Lebentraten, von 22 auf 14 reduzieren.Freilich wrden diese ein neuesGewicht gegenber der Zentral-regierung gewinnen; zugleichsollen sie die Zustndigkeitender 96 Departements Schrittum Schritt an sich ziehen. JeneVerwaltungsbezirke waren Pro-dukte der Revolution, im Jahre1790 etwas zu hastig entworfen,Kunstgebilde, die in die Weltgesetzt wurden, um jede Re-gung einer politischen Identittin den historischen Provinzenund damit den latenten Wider-stand gegen Paris auszulschen. Furcht, Pfrnden zu verlierenSie ganz von der Landkarte zuentfernen, wagte M. Hollandeam Ende jedoch nicht, da sichein wahrer Sturm der Entrs-tung ankndigte, der sich wohlweniger aus der Anhnglichkeitder Brger an die administrati-ven Gebilde oder die prchtigeUniform der Prfekten nhrte(die Napoleon als Kontroll-beamte der Zentralregierung in-stalliert hatte), sondern wohleher aus der Furcht, bequemePfrnden zu verlieren. Dies abersollte das wesentliche Ziel derTerritorialreform sein: das Heerder Staatsbediensteten zu ver-ringern, das prozentual grerist als in jedem anderen Mit-gliedsland der EuropischenUnion, ausgenommen Grie-chenland und Italien: eine derHauptursachen der wirtschaft-lichen Misere der Republik.Mut der Verzweiflung?Wenn Hollande lediglich diebescheidenere Version der Re-form in die Wirklichkeit zuzwingen vermag, dann darf manihm dennoch eine auerge-whnliche Leistung zuschrei-ben, denn an dieses elementareWerk der Vernderung (die esdringend braucht) wagte sichkeiner seiner Vorgnger. Mutder Verzweiflung? Was am Endezhlt, ist der Wille, die Resistenzin der eigenen zerfaserten undzugleich rebellischen Partei zubrechen oder eher, dem Tem-perament des Prsidenten ge-

    m, zu besnftigen. Immerhin,Regionalismus und Fderalis-mus sind keine schmutzigen Be-griffe mehr, die jeder scharfeSozialist einst scheute wie derTeufel das Weihwasser. Auchdurfte sich Franois Hollandeungestraft Sozialdemokratnennen, was vor drei oder vierJahrzehnten in den Ohren undAugen der (vermeintlich) mar-xistischen Intellektuellen fast soschlimm wie das Wort Fa-schist klang. Kurzum: Eswurde von Neuem besttigt, dasssich das Jakobinertum Schrittfr Schritt aus dem franzsi-schen Denken zurckzieht, umdie einst so blutig entmachtetenGirodins mit ihren liberal-fde-ralistischen Ideen nach zweiein-halb Jahrhunderten zu (ver-spteten) Siegern zu machen.Konvention der Muslime Dem Sozialdemokraten Hol-lande fiel gleichsam als Ge-schenk eine Erklrung desfranzsischen Rates der islami-schen Glaubengemeinschaftenzu, der fr die innere Verfassungdes Staates so wesentlich seinknnte wie die Territorialreform,mehr noch: ein essentielles Ele-ment zur Sicherung des Friedensder Gesellschaft. Die Mitgliederdes Gremiums, das im Jahre2003 gegrndet wurde, be-schloss eine Konvention dermuslimischen Brger Frank-reichs fr das Zusammen-leben mit den Landeskindernanderer Religionen (oder denMenschen, die keinem verfasstenGlauben anhngen). Gegen religise FanatikerDie Weisen wiesen mit starkenWorten jede Form des Extre-mismus, des Rassismus, des An-tisemitismus, jede subversive undradikale Aktion zurck, diedas Bild des Islams beschdi-gen knnte. Nach einemBericht von Le Monde betonteder Rat die Beunruhigung derfranzsischen Muslime durchdie Attraktivitt radikaler The-sen fr einen Teil der jungenMenschen. Sie wollten aufkeinen Fall die Geiseln derschwarzen Schafe wie des Mr-ders von Toulouse sein (der sich2012 eines fatalen Anschlags aufjdische Schulkinder schuldigmachte). Die politischen undideologischen Umtriebe, die sichreligiser Fanatiker bedienten,knnten der Botschaft und demLeben der Muslime in Frank-reich nur Schaden zufgen. DieMuslime mssten alles tun, umdie Jungen davon abzuhalten,primitiven Parolen und ihrerAnstachelung zur Gewalt zu ver-fallen.

    Der Rat mchte diesen Monatein groes Kolloquium ohne

    Europische Geschenke

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    g A s t k o m m e n t a r

    Tabus organisieren, in demalle Fragen der muslimischenErziehung diskutiert wrden:auf der Basis jener Konvention,die von den Weisen in den ver-gangenen Monaten erarbeitetwurde. In den 19 Artikeln wirdder Platz der Frauen in derislamischen Lehre definiert, esist vom Schleier die Rede, vonbioethischen Fragen, vonder Weigerung der Frauen, sichvon rzten untersuchen zulassen, von der Ausbildung derImame, vom Respekt vor derLaizitt des Staates (die einGrundelement der Republikist), von der Bedeutung desWahlrechts. Respekt des Schleierverbots Wrtlich: Der Islam wider-spricht keinen Gesetzen der Re-publik. Und weiter: DieMuslime Frankreichs wollensich zur Erneuerung des re-ligisen Denkens zusammen-finden und sie mchten dieAusbung ihres Glaubens an diefranzsische Gesellschaft an-passen. Die Muslime respek-tieren die Entscheidungen dernationalen Gemeinschaft. Soauch, dies wird betont, das Ver-bot, in den Schulen den Schleierals eine Demonstration der Reli-gionszugehrigkeit zu tragen. Europisierung des Islams?Mit der Konvention soll das all-zu lange Schweigen der Weisenber die Forderungen desfriedlichen Zusammenlebensmit der Mehrheit der Gesell-schaft endlich gebrochen wer-den. Der Text zeugt, wenn dererste Eindruck nicht trgt, vomWillen zu einem konstruktivenZusammenleben der Minder-heit mit der Mehrheit, vomWunsch nach einer vertrg-lichen Anpassung an die Gesell-schaft, ihre Gesetze, ihre Ge-wohnheiten, ihre Moralbegriffe.Er ist, wenn nicht vieles tuscht,eine Ouvertre der Europ-isierung des Islam. (Die Not-wendigkeit der Anpassung hat,lange ist es her, auch das Chris-tentum auf seine Weise erlebt.Es hat sich, wie die Religions-historiker nachweisen knnen,bis zu einem gewissen Gradehellenisiert, und es hat sich, ehees das rmische Reich christia-nisierte, auf eine zivilisatorischsegensreiche Weise latinisiert.)

    Es wre ein Segen, wenn diesesDokument in den islamischenGlaubenszentren der Bundesre-publik Deutschland intensivstudiert und debattiert wrde.Es sollte gleichermaen von denchristlichen, jdischen, atheisti-schen Mitgliedern der Ge-sprchsgremien fr die Koexis-tenz mit dem Islam geprft undbeherzigt werden.Gegenseitige BefruchtungAlles in allem: die Debatte, dievielleicht die Deutschen undihre islamischen Mitbrger einwenig zusammenrcken lassenwird, wre eine wichtige Fruchtdes franzsisch-deutschen Aus-tausches. Der schwierige Prozessder Dezentralisierung Frank-reichs mag von den deutschenErfahrungen mit dem Fderalis-mus profitieren.

    Was das Zusammenleben miteiner islamischen Bevlkerungangeht, wei Frankreich hinge-gen dank seiner Geschichte der dunklen und der positiv-hellen entschieden mehr alsdie Deutschen.

    RCZ: Herr Daunis, Sie wurdendreimal in Folge zum Brgermeis-ter gewhlt und dieses Mal sogarim ersten Durchgang. Wie er-klren Sie Ihre Beliebtheit? MARC DAUNIS: Das Wahl-ergebnis ist wirklich sehr mo-tivierend, stellt jedoch gleichzeitigauch eine Herausforderung dar.Die Brger haben damit ihre An-erkennung fr die geleistete Ar-beit ausgedrckt, aber auch ihrenWunsch nach Realisierung unse-rer gemeinsamen Zukunftsplne.Fast 25 Jahre arbeiten wir hier mitden Bewohnern Hand in Hand,um ihnen eine hohe Lebensqua-litt und die damit einhergehen-den Serviceleistungen zu bieten.Ihnen allen mchte ich an dieserStelle danken.Was sind die Prioritten einesBrgermeisters in Krisenzeiten?Ich bin mir meiner Verantwor-tung fr jeden Einzelnen genaubewusst. Wir haben schon einenweiten Weg hinter uns gebracht,und niemand soll am Wegesrandvergessen werden. Es ist meinerMeinung die Aufgabe eines Br-germeisters, jedem konkrete Ant-worten auf seine Bedrfnisse zugeben. Unsere Ethik besteht da-rin, alle im Zeichen einer gewissenLebensart zusammenzubringen mit der Solidaritt als rotemFaden. Mit aller Kraft engagierenmein Team und ich uns fr fnfHauptbereiche: Beschftigung,Wohnungsbau, Transport, Er-ziehung und unsere Arbeit im

    Nachhaltigkeit ist ebenfalls einePrioritt, deshalb wnschen wiruns, dass jeder Bewohner im Rah-men dieses Projektes eigenverant-wortlich ber seinen Energiever-brauch wacht. Insgesamt ist eineFlche von 150 000 Quadrat-metern vorgesehen, auf derGeschfte, Bros, Hotelstruk-turen, ffentliche Einrichtungen,aber auch Raum fr biologischeLandwirtschaft und Weiden ent-stehen sollen.

    Weiter kmpfen wir bereits seitJahren gegen Immobilien-Speku-lation, indem wir unser Vorkaufs-recht nutzen oder uns gtlich mitden Besitzern einigen. Es geht unsdarum, das Gemeinwohl zuwahren und den Investoren nichtfreie Hand zu lassen. Mit diesemVorgehen waren wir vor JahrenPioniere und hoffen, dass es imgesamten Verbund CASA Schulemachen wird.Warum haben so viele Auslnderihren Wohnsitz in Ihrer Stadt? Gewiss sind sie empfnglich frunsere vielen kulturellen Veran-staltungen, die Alchimie von Tra-dition, Authentizitt und Moder-nitt sowie unsere Gastfreund-lichkeit. Sie schtzen aber auchunsere Dialogbereitschaft undden unerschrockenen Blick in dieZukunft. Ob hier geboren oderzugereist: Die meisten finden,dass es sich in Valbonne-Sophia-Antipolis gut leben lsst, denn un-sere Stadt hat sich ihre Seele be-wahrt. Das Interview fhrte Petra Hall

    Marc Daunis ist seit 1996Brgermeister von Valbonne

  • 5www.rivierazeitung.com c t e d A z u r

    s e p t e M b e r 2 0 1 4

    Aus einer Weinlaune herausentstand eine der spektaku-lrsten Mittelmeer-Regatten:Seit 33 Jahren begeistern all-jhrlich im Herbst die Voilesde Saint-Tropez.

    Keiner der Konkurren-ten des Voiles-Vor-lufers vor 33 Jahrenhtte gedacht, dass sichaus ihrer Idee eines der interessan-testen Segelevents rund ums Mit-telmeer entwickeln sollte. Hun-derte von Booten, ob modernsteRennyachten mit Rmpfen ausCarbon und Segeln aus Kevlaroder mehr als 100 Jahre alte Vete-ranen mit Holzrmpfen, Segelnaus Baumwolle und Beschlgenaus Bronze alles, was auf demWasser Rang und Namen hat,trifft sich vom 28. September bis5. Oktober zum groen Saisonfi-nale in Saint-Tropez. Schnellbrodelt in der Stadt und amHafen eine Mischung aus Ge-schftigkeit, Nostalgie, Re-gattafieber und savoir vivre.

    Eine ganze Woche lang messensich die Crews in verschiedenenBootsklassen, die Classiques direktin Sichtweite der Hafenmole, diemodernen Boote etwas weiterdrauen. Hunderte von Schau-lustigen empfangen die his-torischen Yachten, die in einerZubringerregatta von Cannes aus

    Finale furiosoImmer wieder ein Erlebnis: Les Voiles in Saint-Tropez

    am ersten Sonntagnachmittagden Hafen erreichen. Am Montaggehen die ersten Wettfahrten los,und wer mchte, kann sie aufeinem der vielen Fahrgastschiffebegleiten, die mehrstndigeTouren zu den verschiedenen Re-gattabahnen anbieten. Ein Erleb-nis fast wie Mitsegeln!

    Am spten Nachmittag kom-men die Boote von den Wett-fahrten zurck, und die Anlege-manver, die von Skipper undCrew viel Konzentration undFingerspitzengefhl verlangen,entlocken manchem Zuschauerwohlgemeinte Tipps, wie sie esanders oder besser gemacht ht-ten, oder ganz einfach respekt-volle Anerkennung.

    Auf der Moonbeam IV etwa istes Brauch, dass beim Anlegen einDudelsackpfeifer auf dem Bootaufspielt. Schon von weitem hrtman ihn, und viele eilen dann zurPier, um den Moment des Anle-gens nicht zu verpassen. Und soll-ten Sie zufllig der Avel zu-schauen: Die beiden Damen anBord sind die Urenkel des Sattler-meisters Guccio Gucci aus Flo-renz, dem Grnder des gleich-namigen Lederwaren- undModeunternehmens!

    Neben den Wettfahrten wartenetliche Attraktionen an Land aufMannschaften und Besucher. Sofindet mittwochabends der groePtanque-Wettbewerb fr dieCrews statt, verstrkt durch

    manchen einheimischen Fast-Profi, auf der Place des Lices. Don-nerstag ist der Tag der Heraus-forderung, hier wird Boot gegenBoot gesegelt. Die Herausforderersuchen sich abends zuvor selbstihre Gegner und segeln dannauf historischem Kurs zum Club55 nach Pampelonne. Abendsfindet die groe Crew-Parade amHafen statt, bei der die Mann-schaften in fantasievollen Kost-men vor den Zuschauern defilie-ren und dabei sich und ihreSegelleidenschaft ein wenig aufsKorn nehmen. Manche Crewerzhlt von sich, dass sie lieberhier den Preis fr Originalittabrume, als auf dem Wasser er-folgreich zu sein!

    Der Spafaktor in dieser Wocheist frwahr gro.

    Besucher, die nicht die Wett-fahrten in der Bucht verfolgen,knnen nach dem Auslaufen derBoote ganz entspannt durchsSeglerdorf gleich hinter der Capi-tainerie schlendern und sich mari-time Outfits, Segel-Zubehr, Fo-tos, Bcher, Uhren, Fernglser

    und vieles mehr ansehen und daseine oder andere Mitbringsel er-stehen. Viele Musikgruppen spie-len rund um den Hafen und zuunterschiedlichen Zeiten auf.

    Natrlich haben in der Stadtalle Geschfte bis spt abendsgeffnet, und manches Schnpp-chen geht zum Saisonfinale berden Ladentisch.

    brigens berichten Frhaufste-her, dass das Hafentreiben amMorgen, so etwa ab 9 Uhr, wenndie Mannschaften sich den weni-gen Schlaf aus den Augen reibenund ihre Boote fr die Regattaklarmachen, nicht weniger span-nend sei. Es ist dann noch nicht sovoll, sodass man ganz nah an dieBoote herankommt. Wenn diesedann abgelegt haben, kann manbei einer Tasse Kaffee gemtlichdabei zusehen, wie der Trubel amHafen Fahrt aufnimmt.

    Text und Foto:Gerhard Standop, Kln

    Weitere Reportagen unterwww.standop.net/voiles sowieFotos auf www.rivierazeitung.com

    Die Manver auf dem Meer hautnah miterleben kann manbei den Voiles in Saint-Tropez: Zahlreiche Fahrgastschiffe

    bieten mehrstndige Touren zu den Regattabahnen an

    b e n e f i z - t u r n i e r e

    Golf fr den guten ZweckZum 21. Benefiz-Golfturnier Open Golf Les Trophes du Coeurldt der Rotary Club Sophia-Antipolis am 14. September auf den Golf-platz Saint-Donat nach Grasse. Die Einnahmen des Turniertages kom-men dem Verein ADSEA 06 zugute und sollen in ein Fahrzeug zumTransport von Behinderten flieen.

    Club-Prsident und Honorarkonsul der Schweiz Tilman Fischerfreut sich auf regen Zuspruch. Anmeldung unter 04 93 09 76 60 [email protected]

    Ebenfalls fr den guten Zweck wird am Sonntag drauf, 21. September,das Turnier Encompass auf dem Royal-Mougins-Golfplatz ausge-tragen. Zu gewinnen gibt es unter anderem einen McLaren Monaco.Das Encompass-Programm richtet sich an Jugendliche aus verschiede-nen Lndern, vor allem aus Krisengebieten, und soll ihnen dabei helfen,ihre eigene Identitt zu entwickeln, Konflikte vernnftig zu lsen undzu verantwortungsbewussten Menschen heranzuwachsen. Anmeldungzum Turnier: E-mail an [email protected] und [email protected] in Kopie.

    c a n n e s

    Unfreundliche StadtLeser des amerikanischen Ur-laubsmagazins Cond Nast Trave-ler haben drei franzsischenStdten und Monaco ein zweifel-haftes Zeugnis ausgestellt. So fin-den sich unter den ihrer Meinungnach zehn unfreundlichstenStdten der Welt Monte-Carlo

    auf Platz neun, Marseille auf Platzfnf und Paris an vierter Stelle.Cannes darf sich gar die Sil-bermedaille als zweitunfreund-lichste Stadt der Welt ums Wap-pen hngen.

    Noch schlechter weg kam nurdas sdafrikanische Johannesburg.

  • 6 www.rivierazeitung.comp R o v e n c e

    s e p t e M b e r 2 0 1 4

    Wir haben einen Papagei.Er heit Erwin, hat nurnoch ein Bein, aber er kann dasKlavierkonzert Nummer einsvon Tschaikowsky pfeifen. SeineStimme gleicht der meinen, erkann herrlich fluchen und sogarzwei franzsische Wrter spre-chen: a und va.

    Es war an einem lauen Som-mertag. Erwin und ich saen imGarten, als sich laute Stimmennherten. Da hatten sich zweiunberhrbar ganz schn in derWolle. Schon kamen sie amGartentor vorbei, ein lteresPrchen in Wanderkluft, einan-der lautstark beschimpfend.

    Und prompt lief Erwin zuHochform auf. a va-ha?fltete er mit vor Sffisanztriefender Stimme. Non! brllte der Mann, a

    NATURNAHER WEIN-ANBAUDie Domaine de l'Anglade ist das einzigeWeingut von Le Lavandou. Zu seinen Beson-derheiten zhlt die Tatsache, dass das Terrainsich ber zwei verschiedene Gemeindenerstreckt; 12 der 18 Hektar Weinland liegen imNachbarort Bormes-les-Mimosas. Die Meeresbrise schtzt die Reben vorKrankheiten und Ungeziefer. Hier wird sonaturnah wie mglich gearbeitet; Herbizideund chemischer Dnger sind tabu.

    CHARAKTERISTISCHER GESCHMACKZehn verschiedene Rebsorten wachsen in derDomaine de lAnglade , die in jedem Stadium

    ihrer Reife bis zur Erntemit uerster Sorgfaltgepflegt werden. AbEnde August, AnfangSeptember werden dieTrauben traditionell von Hand gepflckt aufzwar arbeitsintensive, aber schonende Weise.

    DREI FARBENDie drei Rotweine, die in der Domaine del'Anglade gekeltert werden, bestechen durchihren einzigartigen Charakter. Der Grenache-Syrah ist ein leichter, fruchtiger Tropfen, idealfr den Sommer. Daneben gibt es den Merlot,aus einer einzigen Traubensorte gewonnen,

    der aromatisch nach einer Mischung aus rotenund schwarzen Frchten schmeckt, und denCuve du Brocard aus Cabernet Sauvignon-Trauben. Der Weie mit seinem starken,aromatischen Geschmack passt gut zu Fisch. Die Juwelen der Domaine aber sind die beidenRoss, die nach bester Provence-Manier ingrter Menge hergestellt werden: der frische,fruchtige Tradition und der elegante RosdAnna.

    Das weingutam Meer

    schilder zeigen an, dass

    es hier zur domaine de

    lAnglade geht. rechnen

    aber wrde wohl

    niemand mit einem

    weingut direkt am meer.

    Im Herzen von Le Lavandou im Var,unweit des Stadtzentrums und mit Blick aufsMeer, befindet sich ein auergewhnlichesWeingut, die Domaine de l'Anglade. Wie einegrne Oase erstreckt sich das Anwesen rechtsund links des Weges, der vom Tor zu denhher gelegenen Gebuden fhrt. Direkt am Eingang empfngt eine Probierstubedie Besucher, whrend drumherum unbeirrtEnten, Schwne, Fasane und Gnse um-herwandern zwischen Weinstcken und eigensangelegtem Teich. Oft lassen sich auch Reheblicken, die hier ebenfalls gehalten werdenund sich dann und wann ein paar Knospen derReben genehmigen.

    ANZE

    IGE

    Menton: Stammtisch. Jeden Montag ab 16 Uhr. Cafe du Muse, 25quai de Monleon, Menton. Kontakt: [email protected] oder Fam. Olivier,Tel. +33 (0)6 23 34 13 16 Internationaler deutschsprachigerGesprchskreis. Kontakt: Reinhold Netz, Tel. +33 (0)4 93 52 26 80.Nizza: Association France-Allemagne Cte dAzur, Espace AssociationsVieux Nice; 3 Rue Guigonis, 06300 Nizza. [email protected], Tel. 09 7044 75 55. FEFA Forum conomique franco-allemand, 34, av. Henri Ma-tisse, Tel. +33 (0)4 93 71 34 45, Fax +33 (0)4 93 18 83 51,[email protected], www.fefa.org Stammtisch jeden Donnerstag gegen20 Uhr, Brasserie Felix Faure (12, ave Felix Faure). sterreicher-Club (LAmicale France-Autriche Cte dAzur) Hotel Brice, 44, rueMarchal Joffre, Nizza. Kulturnachmittag jeden zweiten Donners-tag des Monats, ab 15.30 Uhr. Kontakt: Edith Mrazek-Sommer, Tel. +33(0)4 97 07 17 20. Cagnes-sur-Mer: Stammtisch mittwochs im Maison desAssociations in Cros-de-Cagnes, rue des Oliviers. Im Rahmen derStdtepartnerschaft Cagnes-Passau; Deutsch-Unterricht. Tel. +33 (0)4 9322 64 29, http://comjum.cagnes.free.fr. La Colle-sur-Loup: Deutsch-franzsischer Stammtisch. Letzter Donnerstag im Monat ab 20 Uhr.Comme la maison, Rue Marchal Foch. Info: Office de Tourisme.Cannes: Stammtisch jeden zweiten und vierten Freitag im Monat anwechselnden Orten. Auskunft: +33 (0)4 93 38 60 85. Saint-Tropez:Stammtisch jeden Donnerstag, 19 Uhr, Le Bistrot (Place des Lices).Kontakt: Gabriele Klckner, Tel./Fax: +49 (0)6152/6 98 61, [email protected] Toulon: Association Culturelle Franco-Allemande de Toulonet du Var, 9, Les Hauts de Sainte-Messe, ch. Jean Ghibaudo, 83500 LaSeyne-sur-Mer. Kontakt: Mme. Margarete Jeserich, Tel. +33 (0)4 94 30 8629, [email protected] Aix-en-Provence: Stammtisch jeden 1. Mon-tag im Monat, 18-20 Uhr, Bar le Gaulois neben der Kathedrale Saint-Sauveur (34 Jaques de la Roque). Kontakt: stammtischaix.blogspot.frMarseille: Stammtisch, der Deutsch sprechende Geschftsleute, Kreative,Kunden und Freunde der Region zusammenfhren will. Jeden letzten Fre-itag im Monat ab 19 Uhr, MundArt, 70-72 rue de la Joliette. Kontakt:www.facebook.com/groups/marseilleundumgebung

    Stammtische & deutschsprachige Clubs

    h u n d e s t r n d e

    Badefreuden frs Tier

    d e p a r t e m e n t v a r

    Fhrend in Sachen BioMit 18,2 Prozent kologisch be-wirtschafteter Flche und 451Landwirten, die sich 2013 mitdem Bio-Siegel schmckendurften, bricht das Var frankreich-weit alle Bio-Rekorde. Beson-ders bekannt ist das Departementfr seinen schonenden Wein-anbau.

    Im Vorjahr lag das Var mit nur11,2 Prozent Bio-Anbauflche im

    landesweiten Vergleich noch anachter Stelle.

    In der Region Provence-Alpes-Cte-dAzur (PACA) wurdenzuletzt 2500 Biobauernhfegezhlt, die auf insgesamt 91 000Hektar (15,2 Prozent der land-wirtschaftlichen Nutzflche)kologisch produzieren. PACAbelegt damit auch im Regionen-Vergleich den ersten Platz.

    Strnden der Alpes-Maritimesnicht gern gesehen werden. InRamatuelle, Sainte-Maxime,Saint-Cyr, La Londe-les-Mauresund Bandol gibt es die speziellausgewiesenen Abschnitte frHund und Halter.

    Einen Strandtag mit dem Hundstressfrei genieen das ist derTraum eines jeden Herrchens.Das Departement Var macht esmglich: Mehrere Strnde sinddort fr die Vierbeiner reserviert,whrend sie an den meisten

    va pas! Und Sie halten sichgeflligst da raus!

    Erwin war nicht mehr zubremsen. a-va-a-va-a-va-a-va! kreischte er, und dannkrnte er das Ganze noch miteinem unanstndigen Pfiff.

    Frechheit! schrie die Frau,und ich rief verzweifelt Aberich wars nicht, der ...

    Ich wurde mit Beschimpfun-gen bertnt. Gaga undGefahr fr die Menschheitwar noch das Freundlichste.

    Endlich waren die Streithhneauer Hrweite, und offen-sichtlich hatten sie sich, an-gesichts des neuen Feindbildes,auch wieder vertragen.

    Erwin sah mich liebevoll an,legte den Kopf schief und zwit-scherte honigs: a va, Bl-di? Hannelore Salinger

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  • 8 www.rivierazeitung.comM o n a c o

    s e p t e M b e r 2 0 1 4

    Oben: Bei der traditionellenSommer-Gala beehrte FrstAlbert den Deutschen Club mitseiner Prsenz. Mit auf dem Foto:Herbert Dahm, Petra Hall, RenateThyssen-Henne, Karl H. Vanis,Dr. Gabriele Renate InaaraPrinzessin zu Leiningen, NinaVanis, Anna Chromy, WolfgangStein, Daniel Hersche (v.l.) Rechts: Frst Albert enthllte dieStatue von Anna Chromy nebendem Grimaldi Forum. Umgebenist der Ehrenprsident desdeutschen Clubs von Monaco vonHans Komperna, Kristina Ridley,Carsten Sommer, Anna Chromy,Mgr. Bernard Barsi, StaatsministerMichel Roger, Paul Masseron, KarlH. Vanis und Dr. h.c. KlausSchormann (v.l.)

    Der deutsche interna-tionale Club vonMonaco, CAI, gehrtmit seinen 41 Jahrenzu den traditionsreichsten Ver-einen des Frstentums und ge-niet hier einen hervorragendenRuf. Seine Geschichte wurde vondrei Prsidenten geprgt: Gene-ralkonsul Rudi Mehl (1973-1979), Honorarkonsulin Chris-tine Esswein (1979-1994) undKarl H. Vanis, der noch bisDezember 2017 im Amt besttigtist. Bei Grndung damals lebtennur 300 Deutsche im Frstentum bernahmen Frst Rainier undFrstin Grazia Patrizia dieSchirmherrschaft. 2005 wurdeFrst Albert Ehrenprsident.

    Es ist zweifelsohne vor allem derEnergie und Disziplin des ak-tuellen Prsidenten zu verdanken,dass der CAI heute so hoch ange-sehen ist.

    Denn der 1973 als deutscherClub ins Leben gerufene Vereinzhlt heute mehr als 250 Mit-glieder aus 28 Lndern. Lngst ister zu einer festen Institutiongeworden, deren Aktivitten imhumanitren und kulturellenBereich mehr und mehr an Be-deutung gewinnen. Insgesamtdrei Millionen Euro flossen bisherfr diese Belange.

    2015 sind es zehn Jahre, dassFrst Albert dem Club als Ehren-prsident vorsteht. Und er nimmtdieses Amt ernst: Soweit es ihmseine Verpflichtungen irgendwieerlauben, ist er bei den verschiede-nen Veranstaltungen prsent. Soauch in diesem Sommer.

    Ende Juli enthllte er die Skulpturder in sterreich aufgewachsenenKnstlerin Anna Chromy DerMantel des Gewissens (sieheauch untenstehendes Interview),die die Mitglieder des CAI demFrstentum geschenkt hatten.Zusammen mit dem Landesherrnerschienen unter anderen Staats-minister Michel Roger, derRegierungsbeauftragte fr In-neres, Paul Masseron, die Brger-meister von Monaco, GeorgesMarsan, und Menton, Jean-Claude Guibal, sowie zahlreicheweitere Persnlichkeiten.

    Wenige Tage spter dann fanddie traditionelle Sommergala imunter Denkmalschutz stehendenSalle Belle poque des Htel Her-mitage statt. Auch hier beehrteFrst Albert die Gste mit seinerAnwesenheit bei dem Cock-tailempfang. Dinner bei Kerzen-schein, ein Konzert der renom-mierten Solistin Liza Kerob undihres Ensembles sowie eine sen-suelle Tangoshow und eineWohlttigkeits-Tombola mit vie-len tollen Preisen rundeten denAbend ab.

    Wie immer sprten die auser-lesenen Gste die untadeligeHandschrift von ClubprsidentKarl H. Vanis: Die Organisationwar wieder einmal perfekt.

    Dazu passt ein Zitat aus einemfrheren RCZ-Interview desgebrtigen Esseners: Fr michist es wichtig, ein guter Menschzu sein und nicht nur zu reden,sondern auch etwas zu tun.

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    RCZ: Liebe Anna Chromy, daserste Interview fr die RCZgaben Sie uns vor 20 Jahren. AnIhrer kreativen Leidenschaft hatsich seitdem offenbar nichts gen-dert. Wie haben Sie sich in alldiesen Jahren knstlerisch weiter-entwickelt und was sind heuteIhre Prioritten?

    ANNA CHROMY: Als Malerinund Bildhauerin erreicht man erstspt die knstlerische Reife, wiesie sich in meinem Mantel desGewissens niederschlgt. Indiesen 20 Jahren haben meineWerke an Ausdrucks- und Aus-sagekraft gewonnen. Meine Prior-itten sind heute neben derSchnheit und Harmonie einesWerkes vor allem die Aussage.Nicht zufllig habe ich den Man-tel unserem individuellen undkollektiven Gewissen gewidmet.Auch alle meine Bilder der letztenJahre, die ich unter dem BegriffChromatology zusammenge-fasst habe, widmen sich brennendaktuellen Themen wie der Zer-strung der Natur, Hunger undArmut in der Welt und vielemmehr. Ich halte es mit Napoleon,von dem der Spruch stammt:Ein Bild sagt mehr aus als 1000Worte, und kann daher auchhoffentlich mehr bewegen.

    Dank Ihnen hat das Frstentumeine wunderbare neue Skulptur.Wie haben Sie reagiert, als derDeutsche Internationale Clubvon Monaco Sie darum bat,dieses Werk zu erschaffen?

    Ich habe mich gefreut und bindankbar. Gefreut hat mich diesekollektive Initiative, die ja keines-falls selbstverstndlich ist, undsehr gefreut hat mich auch dieVorgeschichte, wie es zur Wahldes Mantels kam. Soweit mirbekannt ist, waren der CAI-Prsi-dent Karl H. Vanis und das Club-Komitee auf der Suche nacheinem passenden Werk auf denFrsten zugegangen, um dessenWnsche zu erkunden. Dabei sollspontan der Name meinesMantels des Gewissens gefal-len sein aber bitte in weiemMarmor, denn in Bronze steht erja schon im Frstenpalast.

    Wie lange haben Sie zur Erstel-lung gebraucht und wie kamenSie zu diesem groen weienMarmorblock hchster Qualitt?

    Ich habe vor einigen Jahren einenhnlichen Mantel in der Hhevon fnf Metern geschaffen.Dafr schenkte mir Franco Barat-tini, der Besitzer der berhmten

    Cave Michelangelo in Carraraeinen Block von 250 Tonnen, dengrten, der jemals gewonnenwurde. Es ist die erste Skulptur inder Geschichte, die auen und in-nen gearbeitet wurde, seit Hun-derten von Jahren hat niemandmehr solche Falten geschaffen.Die Erstellung dieses Mantelsdauerte vier Jahre, aber natrlichwar die Zeit beim Mantel frMonaco wesentlich krzer. Dochist sowohl die Qualitt des Mar-mors als auch die kreative Leis-tung auf demselben Niveau.

    Der Frst kam zusammen mitvielen Persnlichkeiten, um IhreArbeit selbst zu enthllen. Wiewichtig ist Ihnen diese Aufmerk-samkeit und welches Verhltnishaben Sie zu Monaco?

    Natrlich hat es mich sehr ge-freut, dass unser Frst selbst dieEinweihung vorgenommen hat.Alles andere htte mich auchschwer enttuscht, verfolgt erdoch seit Jahren das Projekt desMantels mit groem Interesse.Das haben Sie ja sicher auch sei-ner Rede entnommen, in der ersich intensiv mit der Frage desGewissens beschftigt hat. Seinevielen Initiativen zum Schutz desMeeres und der Natur im Allge-

    meinen wie auch sein Eintretenfr nachhaltige Entwicklung sindletzten Endes alles Fragen desGewissens. Ich habe die Hlftemeines Lebens im Frstentumverbracht und bin wirklich glck-lich, bei jemandem zu Gast zusein, mit dem mich eine solcheGeistesverwandtschaft verbindet.

    Der Anblick Ihrer Statue DerMantel des Gewissens gehtunter die Haut. Welche Bot-schaft verbirgt sich dahinter?

    Die Botschaft ist einfach: Ent-wickelt wieder mehr Empathieund Harmonie in den zwischen-menschlichen Beziehungen undim Verhltnis zur Umwelt! Wirhaben nur diese eine Gaia,auch wenn wir im Moment soleben, als htten wir drei. Wirknnen es nur als Gemeinschaftschaffen und nicht alleine, dasheit, wir sollten die Ausbeutungdes Menschen durch den Men-schen endlich beenden. MeinMantel scheint innen leer zu sein,ist er aber nicht, denn er ist erflltvon unserer Seele, unserer Liebeund unseren guten Werken.Schon Nietzsche sagte: Nichtsist so voll wie die Leere.

    Das Interview fhrte Petra Hall

    Der Mantel des Gewissens: RCZ-Interview mit Anna Chromy

    Die Rolle des Deutschen Clubs in Monaco

    Immer auf der LauerSehenswerte Fotos von Fabrizio La Torre in Monaco

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    Die Welt der 50er-Jahre:So heit die Ausstellung,die vom 24. September bis zum19. Oktober am Quai Antoine1er in Monaco luft.

    Gezeigt werden einzigartigeAufnahmen des groen ita-lienischen Fotografen FabrizioLa Torre.

    Der heute 93-Jhrige (kl. Fo-to) lag sein ganzes Leben langmit seiner Kamera auf derLauer und schuf so rare Zeit-zeugnisse aus Italien, Amerikaund Asien in der Epoche zwi-schen 1950 und 1960.

    Intime Einblicke in das Nach-kriegs-Rom dokumentierenbeispielsweise das tgliche Lebender Menschen, Schnappschssevon Geistlichen, die allgegenwr-tige Vespo und die Kur ven

    schner Rmerinnen, aber auchdie schwere Flut, als der Tiberber die Ufer trat. La Torreerinnert sich: Es war einfachwunderbar, damals zu fotogra-fieren! Die Leute waren nochnicht so misstrauisch, ihreSpontanitt verschwand sptermit den Paparazzi. Und ich, dermit mehreren Kameras um denHals auf Jagd ging, galt als kom-plett verrckt.

    Auf Rom folgten New York,Kanada und Thailand Orte,die dem Meister wiederum ganzandere Eindrcke schenkten.

    Insgesamt 220 Bilder, vieleunter ihnen bisher unverf-fentlicht, erwarten die Besucherauf einer 800 Quadratmeterumfassenden Flche am HafenHercule. Der Eintritt ist frei.

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    MONACORAMA

    Das britische MagazinSpears und die Be-ratungsfirma WealthIn-sight haben eine Liste der 20Stdte mit der weltweit hchstenDichte an Millionren verf-fentlicht. Hauptkriterium: Werein Vermgen von mehr als einerMillion US-Dollar besitzt, giltals Millionr. Der eigene Wohn-sitz wird dabei nicht mitein-gerechnet.

    In Monaco, so ergab die Studie,hat knapp jeder dritte Einwoh-ner ein derart dickes Bankkonto

    Zahl der Millionre immerhinbei 3,8 Prozent.

    Die Studie bringt vor allemaber eines ans Licht: DieReichsten der Reichen tummelnsich gerne in Europa: Von denersten zehn Stdten liegen nurzwei auerhalb Europas: NewYork (4. Platz) und Singapur(8.).

    Analysen der Studie bringendie Beweggrnde der Wohn-ortwahl der Millionre ansLicht: Sie bevorzugen tradi-tionelle Finanzzentren wieZrich, Genf und London,auerdem finden sie neben demkulturellen Erbe und Steuer-vorteilen auch den leichten Zu-gang zu Vermgensberatern undPrivatbanken attraktiv.

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    und damit trifft man dort aufso viele Millionre wie sonst ankeinem Flecken auf der Welt. ImFrstentum seien mehr als 29Prozent der Einwohner Dol-larmillionre. Zum Vergleich: InZrich (2. Rang) liegt diese Zahlbei mehr als 27, in Genf (3.) beifast 18 Prozent.

    Auch eine deutsche Stadt hat esin das Ranking geschafft: Das Fi-nanzzentrum Frankfurt amMain landet noch vor London(Rang 6 mit 3,4 Prozent) aufdem fnften Platz. Dort liegt die

    Zuhause der MillionreKnapp jeder Dritte im Frstentum knackt die magische Marke

    Das Frstentum ist weltweit bekannt fr seine teuren Yach-ten, brummenden Ferrarimotoren und edlen Juweliere, Clubsund Restaurants. Eine Studie belegt nun offiziell, dass inMonaco fast jeder dritte Einwohner Dollarmillionr ist.

    Hier trifft sich jeden Monatder Business-Nachwuchs

    aus Monaco und Umgebung:

    Interessierte sind herzlichwillkommen!

    James Blunt landet nicht aufdem Mond, sondern im Spor-ting und zwar am 7. Novem-ber, 20.30 Uhr, im Rahmenseiner Moon Landing 2014World Tour. Sein Konzert imSalle des Etoiles wird seineinziges im Sden Frankreichs.Tickets ab 80 Euro. Vier Box-WM-Kmpfe ste-hen am 25. Oktober ebenfallsim Salles des Etoiles bei einerweiteren Golden Gloves-Nachtauf dem Programm. Im Top-Fight tritt die Nummer eins desWBC im Mittelgewicht Mar-tin Murray gegen DomenicoSpada an. Auf den Spuren der Wlfeaus dem Nationalpark Mercan-tour knnen Besucher noch biszum 15. September im JardinExotique wandeln.A la d-couverte des loups veran-schaulicht in Zusammenarbeit

    mit dem Wolfspark Alphainteressante Aspekte aus demLeben der Wlfe und der Wis-senschaft. Swim N Survive gehtweiter durch die Welt. Das Pro-gramm der Stiftung PrincesseCharlne mit Schwimmunter-richt fr benachteiligte Kinderist bereits in Marokko, Sdafri-ka , Kanada, den USA undFrankreich durchgefhrt wor-den. Nun sollen bis Ende Mrzkommenden Jahres in Indienmehr als 2000 der rmstenKinder zwischen 5 und 14Jahren von den Kursen profi-tieren. Die NRJ DJ Awards werdenam 12. November im drittenJahr in Folge whrend derClubbing-Messe MICS imGrimaldi Forum verliehen.Ausschlielich das Publikumstimmt ab: www.nrj.fr.

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    f o t o a u s s t e l l u n g

    Das Frstentumim Bild

    Die Fotoausstellung Monaco:un regard ffnet am 1. Septem-ber ihre Tren im Jardin Exotique(Salle Marcel Kroenlein) fr alle,die Monaco aus der Perspektiveeines Fotografen erleben mch-ten.

    Die Aufmerksamkeit auf dasalltgliche Leben lenken, auf dieOrte, an denen wir uns jeden Tagbefinden, hin und wieder einenMoment innehalten und die Weltum sich herum betrachten dasist das Motto des Fotografen Jean-Luc Thibault. Der 1961 geboreneKnstler lebt in Golfe-Juan undfngt besonders gern Szenen ausseiner Heimatregion ein.

    In seiner aktuellen Ausstellung,die bis zum 28. September gezeigtwird, erffnet er dem Besucherungewhnliche Anblicke bekann-ter Orte. Tglich geffnet von 9bis 13 und von 14 bis 17 Uhr. DerEintritt betrgt 7,20 Euro.www.jardin-exotique.mc

    Im Stadtstaat am Meer tummeln sich mehr Millionre als irgendwo sonst auf der Welt

    u m z u g g e g l c k t

    SBM bezieht neues LuxusquartierDie Mitarbeiter von Monacosgrtem Arbeitgeber, der So-cit des Bains de Mer (SBM)haben ihr Domizil gewechselt: ImZuge des geplanten Abrisses desSporting dHiver am Casino-Platzmussten 334 Angestellte ihreBros rumen. Bezogen haben siezwar eine weniger fesche Adresse(Rue du Gabian), doch die neuenLokalitten lassen an Komfortund modernstem Equipmentnichts vermissen. Auf 5000Quadratmetern gibt es unter an-derem groe Konferenzsle sowie

    kleine Meetingrume fr ver-trauliche Gesprche. Die Mit-arbeiter wurden mit persona-lisierten Karten ausgestattet, mitdenen sie nicht nur Zugang zumGebude erhalten, sondern auchzum Kopieren, fr Kaffee oder inder Kantine nutzen knnen.

    Der Clou am Umzug : DieAngestellten haben rein gar nichtsmitgenommen aus den altenRumlichkeiten, nicht mal diekleinste Topfpflanze. So solle derBeginn einer neuen ra unter-strichen werden, heit es.

  • Lufthansa First Class Die Beste ihrer KlasseRaffiniert, gelassen, exklusiv. Die neue Lufthansa First Class ldt anspruchsvolle Passagiere ein, unvergleichlichen Luxus und Komfort in der Luft und am Boden zu erleben. Willkommen an Bord.

    rstklassig f l i e g e n bedeutet, schon am

    Boden auf hchstem Niveau zu reisen. Dazu gehrt na-trlich auch, so schnell und bequem wie mglich an Bord zu gelangen und Wartezeiten in angenehmer, exklusiver Atmosphre zu verbringen. Deshalb haben wir am Luhansa Drehkreuz Frank-furt ein eigenes Terminal fr unsere First Class Reisenden

    und HON Circle Member errichtet. Das First-Class-Terminal erinnert eher an ein Luxus-Hotel als an ein Airport-Terminal. Es bietet Ihnen kurze Wege, schnelle Ablufe und auf zwei Ebe-nen mit insgesamt 1800 Quadratmetern Flche viel Raum zum Wohlfhlen. Im Airbus A380 sitzen First-Class-Passagiere in einem separaten Bereich mit nur acht Sitzen in der oberen Etage; in der neuen Boeing

    DAS FIRST-CLASS-TERMINAL IN FRANKFURT747-8 sitzen sie in einem ver-gleichbar privaten Ambiente vorne im Flugzeug. Die Atmosphre an Bord ist entspannt, luxuris und auergewhnlich raniert. Die Entertainment-Pro -gramme suchen weltweit ihresg leichen. Jede einzelne unserer K a b i n e n a u s s t a t t u n g e n entspricht hchsten Qua-littsstandards und wurde dafr entwickelt, Ihre Reise so angenehm wie mglich

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    zu gestalten. Freuen Sie sich also auf ein Flugerlebnis, das alle Sinne anspricht: Mit zeitlos elegantem Design, edlen Materialien und einer angenehmen Beleuchtung sorgen wir an Bord fr ein Ambiente zum Wohlfhlen. Mit welchem Flugzeugtyp Sie auch mit uns unterwegs sind: An Bord der Luhan-sa First Class genieen Sie dank ergonomisch geform-ter Sitze und einer intuitiven Bedienbarkeit der Sitz-

    einstellung stets maximalen Sitzkomfort. Zudem lsst sich der neue First-Class-Sitz in ein zwei Meter langes Bett mit vollstndig ebener Liegeche verwandeln. Fr besonders erholsamen Schlaf sorgen eine Komfortmatrat-zenauflage, ein hochwer-tiges Kissen und eine weiche Schlafdecke. Und nicht zuletzt stehen Badezimmer mit separater Toilette und Ankleidezim-mer zur Verfgung.

    Passagiere erhalten ein ber-nachtungstschchen mit Schlafanzug und vielen ande-ren Aufmerksamkeiten, die den Aufenthalt an Bord der neuen Luhansa First Class zu einem exklusiven Erlebnis machen.

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    Lu hansa erhielt als ein-zige europische Airline in der renommierten Skytrax-Rangliste, die regelmig die Qualitt von Airlines bewertet, die bestmgliche Wertung: Die fnf Sterne wurden dabei fr den ber-ragenden Komfort und um-fassenden Service an Bord

    wie auch fr exklusive An-nehmlichkeiten des Lu hansa First Class Terminals in Frankfurt vergeben. Skytrax hat auerdem das Flugbe-gleitpersonal dafr gelobt, die Service-Qualitt in den vergangenen zwlf Monaten fortwhrend weiter verbes-sert zu haben.

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  • 12 www.rivierazeitung.comS a i n t - t r o p e Z

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    hat sie die Rolle der wissend-un-wissenden Kindfrau lngst verin-nerlicht. Doch erst das GespannBardot/Vadim schafft mit Undewig lockt das Weib die B.B.

    Brigitte Bardot, lange Projek-tionsflche mnnlicher Fantasien,ist nach ihren eigenen Schilderun-gen wenig geschenkt worden.1959, auf dem Hhepunkt ihresRuhms, heiratet sie, schwanger,den Schauspieler Jacques Char-riere. Der fngt prompt an, sichals ihr Besitzer zu gerieren. Er willihr verbieten, weiter zu filmen: Esgibt Streit. Sie bezieht Prgel.Ich war wohl ein ScheusalGehetzt von Reportern, bringtBrigitte Bardot 1960 ihr einzigesKind zur Welt Nicolas. berihre so verzweifelte Mutterschafthat sie das wohl Ehrlichste ge-schrieben, was je von einer Fraudarber gesagt wurde, findetSchwarzer. O-Ton B.B.: Es warwie ein Tumor, der sich in mirvon meinem geschwollenenFleisch genhrt hatte. Nun, da derAlptraum seinen Hhepunkt er-reicht hatte, sollte ich fr dieUrsache meines Unglckslebenslnglich Verantwortungbernehmen. Unmglich, lieberwollte ich sterben! Ein Kind inmeinem Leben ging ber meineVorstellungskraft, und doch wares da. Ich muss ein Scheusal gewe-sen sein!

    Zu sagen hat die frhereAntwort Europas auf MarilynMonroe etwas anderes, als manes von Busenstars im allgemeinenkennt. Auch und gerade zur Sexu-alitt. Bei meinen Geliebtenhabe ich immer nur Zuneigungund Zrtlichkeit gesucht. Die kr-perliche Liebe rangierte, so inten-siv sie auch gewesen sein mag, im-mer nur an zweiter Stelle. ZumZeitpunkt dieser Offenbarungwar sie bereits zwei Jahre lter alssie sich selbst zu werden als jungeFrau je htte vorstellen knnen.

    fr Tag hoffen Tausende vonTouristen, einen wenigstenskleinen Blick auf sie zu erhaschen.Doch die leibhaftige Eternelle, wiedie Lokalpresse sie einmal nannte,lsst sich nicht blicken, und auchan ihrem 80. Geburtstag wird sieauf Tauchstation bleiben. So wei-chen die vielen Voyeure aus allerWelt auf Boote aus, die tglich inkleiner Fahrt an den Villengrund-stcken der prominenten Ein-wohner des Dorfes vorbeigon-deln. Dann zcken sie ihreFeldstecher und versuchen, diealte Frau an sich ranzuzoomen.Doch die verbirgt sich hinter ein-er Mauer, die sie auf der Seeseiteihres eher bescheidenen Hauseseigenmchtig errichtet hat und ander sich der baurechtliche Papier-tiger des Ortes seither die Zhneausbeit.Ein Jngling kommt nicht mehrSchau in den Spiegel, der zeigtdir mein Bild, wie es in Wahrheitist, sagt die verwunscheneKnigstochter im Mrchen, undso schaut man von der kmpfe-rischen Frau mit ihrer militantenTierliebe auf die Leinwand. Dortentdeckt man den schmollendenMund wieder, der so wunderbarlcheln konnte, das leicht zer-whlte blonde Haar, den makel-losen Krper, den nicht Gottschuf, sondern Roger Vadim, denGodard in Die Verachtungnicht ohne eine Spur Frauenhassvorfhrte und in dem BrigitteBardot ein wenig nervs wirkte,wenn sie in Viva Maria dieAnarchie verkrpern sollte.

    Die roten Rosen von GunterSachs regnen auf sie herab wieeinst die Komplimente von Si-mone de Beauvoir.

    Aber da kommt kein Jnglingmehr, der sie befreit wie bei denBrdern Grimm, glaubt naseweisdie F.A.Z. Lesen Sie den vollstndigen Ar-tikel auf www.rivierazeitung.com

    Mit 62 uerte sie sich stolz aufihre Falten (Sie sind das Lebenin meinem Gesicht). In der Tatlie sie sich nie liften.Ein Leben fr die TiereZunehmend verzweifelt, versuchtdie Bardot, nicht auch im wirk-lichen Leben zur B.B. zu verkom-men. Doch gegen Ende der 60er,eigentlich ab der Operettenehemit Gunter Sachs, scheint sie esnicht mehr zu schaffen, die bei-den Rollen auseinander zu halten.Sie merkt das und steigt aus.

    Seit 1972 widmet sich dieUmweltaktivistin, die mit ihrermeist harschen Kritik auch vorThronen und Herrschaften nichtzurckschreckt, ihrer groen Pas-sion: den Tieren.

    Schon als Kind fhlte die Tier-rechtlerin mit jedem gequltenHund und getteten Hasen:Jedesmal, wenn ich mich auf einmenschliches Wesen verlassenhabe, bin ich verraten worden,klagt sie. 1986 versteigert sie einenTeil ihres Schmucks und grndetmit dem Ertrag ihre FondationBrigitte Bardot, der sie ihre beidenHuser vermacht. Heute zhlt dieStiftung mehr als 70 000 Mit-glieder und ist in 60 Lndernttig. Wo immer Tiere in Notsind, geht die B.B. gnadenlos aufdie Barrikaden. Bekannt wie der EiffelturmWohl nicht zufllig erwhntBrigitte Bardot in ihren Erin-nerungen ihre Eheschlieung1990 mit dem politischen Wegge-fhrten des Rechtsextremisten LePen, Bernard DOrmale, mitkeinem Wort. 1992 versucht die58-Jhrige erneut, sich umzubrin-gen.

    Bis auf den heutigen Tag ist dieBardot, die einst bekannt war wieder Eiffelturm, das Aushnge-schild von Saint-Tropez, obwohlsie etliche Male gedroht hattewegzuziehen, wenn ihr irgendet-was nicht in den Kram passte. Tag

    Die Frau mit den zwei Gesichtern Vom Sexsymbol zur militanten Tierschtzerin: Brigitte Bardot wird 80. VON ROLF LIFFERS

    Im kollektiven Gedchtnissteht Brigitte Bardot nochimmer fr ungezgelteLebensfreude. Mit demweltberhmten Krzel B.B. wirdfreie Liebe assoziiert, Jet-Set,Dolce Vita, Glamour, Reichtumund Schnheit, Sonne, Strandund blaues Meer, alles auch Inbe-griff von Holiday in Saint-Tropez. Der wahre Kern desMythos ist jedoch eher bitter:Ich danke all denen, die michgelehrt haben, mit Tritten in denHintern zu leben, die mich verra-ten und meine Naivitt ausge-nutzt haben und mich damit ineine tiefe Verzweiflung strzten,aus der ich mich nur wie durchein Wunder befreien konnte,blickt die Film-Diva, die demStaat in ihren besten Tagen mehrDevisen einbrachte als AutobauerRenault, auf ihr nunmehr achtzig-jhriges bewegtes Leben zurck.Am 28. September feiert BrigitteBardot ihren runden Geburtstag.B.B. und das Lolita-SyndromAls sozusagen erstes Girlie hattesie Bikini, Petticoat und hoch-toupierte Bienenstock-Frisuren inMode gebracht, die Grande Na-tion ehrte ihren ExportartikelNummer eins gar, indem sie der

    Marianne ihre Gesichtszge ver-leihen lie. Der strahlende, gro-zgige, avantgardistische, aufre-gende Leinwandstar galt als diemoderne und emanzipierte Frauschlechthin. Ihr ueres, ihre Se-xualitt, ihre vergnglichen Lie-besaffren waren Mythen des All-tags. Simone de Beauvoir(Selbst ein Heiliger wrde beiihrem Anblick in Versuchung ger-aten) verffentlicht 1960 ihrewissenschaftliche Studie BrigitteBardot und das Lolita-Syn-drom, in der sie weibliche Sexu-alitt verteidigt. Die Familie Bardot siezt sichDoch eines schnen Tages imJahr 1973 schmeit Brigitte alleshin. Umgeben von Tieren inihren Husern La Madrague undLa Garrigue in Saint-Tropez,kehrt sie der Welt den Rcken,einer Welt, vor der sie Angsthat, die sie nicht mehr verstehtund gegen die sie regelmiganstnkert (Olivier Guez, Jour-nalist und Buchautor). GegenHomosexuelle, Muslime, Arbeits-lose teilt sie aus, polemisiert gegendie ffnung der Grenzen, gegenIntegration und Globalisierung.

    Wie die so oft gedemtigte unddepressive Actrice ihre Verzweif-

    lung berwunden hat, ist aus ihrerBiografie herauszulesen: Dass sie,die ein Junge htte werden sollen,nicht zugrunde gegangen ist, ver-dankt sie ihrem grobrgerlichenHintergrund und dem frhenberlebenstraining, mutmatAlice Schwarzer. Ihre ElternAnne-Marie und Louis warenmillionenschwere Fabrikantenaus Lothringen und tpyische Ver-treter ihrer Klasse: engherzig, na-tional- und standesbewusst.

    Die Familie Bardot siezt sich.Das Mdchen bewundert dieschne Mama, obwohl die siefortgesetzt tyrannisiert. Die jn-gere Schwester Mijanou gilt alsdie Hbsche, whrend Bri-gitte die Rolle des Aschenputtelszugewiesen wird, ein Stigma, dassie lebenslang verfolgen wird. Inder Tat hat sich die Bardot selbststets als hsslich empfunden:Ich bin eine Gefangene hintermeinem eigenen Gesicht.

    Begleitet von Mama, posiert die15-jhrige Schlerin eines Tanz-konservatoriums zufllig fr dieTitelseite der Zeitschrift Elle. Vonda bis zur Entdeckung durchRegisseur Marc Allgret ist es nurein Katzensprung. Allgrets Assis-tent ist ein gewisser Roger Vadim,bohemisierender Sohn des russi-schen Botschafters in Paris und zuder Zeit ein Niemand (B.B.: Ersah aus wie ein Zigeuner undich war verrckt nach ihm).Bald kommt das Verhltnis he-raus. Brigitte unternimmt ihrenersten Selbstmordversuch. Mit 18trotzt Brigitte den Eltern die Ehe-schlieung mit Vadim ab. An derersten Abtreibung mit 18, in derSchweiz, stirbt sie fast. Auch beider zweiten, damals noch ille-galen, ein Jahr spter, verblutet siebeinahe.

    1956 dreht die 22-jhrige Bar-dot mit Vadim ihren elften undseinen ersten Film. Angeblich istsie Vadims Geschpf, dabei

    Den Mnnern schenkte ich meine Schnheit und Jugend. MeineWeisheit und Erfahrung schenke ich den Tieren. Dieser Ausspruchvon Brigitte Bardot, die am 28. September in Saint-Tropez ihren 80.Geburtstag begeht, sagt alles ber das ehemalige Sexsymbol. DasTourismusamt von Saint-Tropez widmet der B.B. bis zum 26. Oktoberdie Ausstellung Best of Brigitte Bardot im Chteau de la Messardiremit verschiedenen Objekten des Sammlers Bruno Ricard.

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    Der besondere BlickFotograf Julian Kanz lebt seit zehn Jahren in Diano Marina

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    Apotheken-BoomSelbst in Krisenzeiten sind vieleMenschen bereit, in ihre Gesund-heit zu investieren. So erklrt essich vielleicht, dass in den nchs-ten Monaten sieben neue Apo-theken in Ligurien erffnen wer-den, davon allein drei in Imperiaund jeweils eine in Sanremo, Ven-timiglia, Taggia und Camporosso.Laut der Behrden knnten dem-nchst weitere 30 im Hinterlandentstehen. Das Gesetz sagt, dassjeder Ort Anrecht auf eine Apo-theke habe unabhngig von derEinwohnerzahl. Fragt sich nur,welcher Apotheker den Mut hat,sich in einem 300-Seelen-Dorf zuetablieren.

    renovierter weg

    Nicht nur fr VerliebteDamit verliebte Paare wieder inaller Sicherheit auf ImperiasPasseggiata degli Innamorati wan-deln knnen, beginnen nun dieBauarbeiten. Voraussichtlichsollen diese bis Januar 2015 fer-tiggestellt sein. Finanziert wird dientige Summe von einer MillionEuro aus europischen Mitteln.Die Strecke zwischen der Prome-nade Moriani und dem alten Fi-scherviertel Borgo von PortoMaurizio zhlt aufgrund ihrer Ur-sprnglichkeit zu den schnstenWegen der Riviera, vergleichbarmit der Via dell Amore in denCinque Terre. Der Weg war inletzter Zeit mehr und mehr ver-wahrlost und daher fr ein Jahrgesperrt worden.

    g u i n n e s s

    Rekord-Pizza2015 soll Sanremo in das Guin-ness-Buch der Rekorde eingehen und zwar mit einer 25 Metergroen, traditionellen Pizza Sar-denaira. Bei der GeneralprobeEnde August wurden 40 KiloMehl, 5 Kilo Oliven, 10 Liter l,3 Kilo Knoblauch sowie je 1 KiloSardellen, Kapern und Oreganoverwendet.

    RCZ: Sie leben seit zehn Jahrenin Italien und arbeiten alsHochzeitsfotograf. Was hat zudieser Entscheidung gefhrt?Und warum ausgerechnet Li-gurien, wo der Arbeitsmarktnicht eben rosig ist?JULIAN KANZ: Als ich vor elfJahren meine Frau kennenlernte,haben wir berlegt, wo hufigerdie Sonne scheint, nicht, wo derArbeitsmarkt am besten ist. Undda sie in Ligurien fest verwurzeltist und es auch mir dort sehr gutgefiel, entschieden wir, am Meerzu bleiben. Aber es stimmt: Beruf-lich gesehen gab es bestimmt aus-sichtsreichere Gegenden. Ichwollte mich auch gerne freiberuf-lich bewegen. Im Laufe der Zeitfand ich dann die perfekte Mi-schung: Ich lebe in Ligurien undarbeite in ganz Italien oder sogarweltweit.

    Was haben Sie in Deutschlandgemacht?Geboren wurde ich in Bblingenund wuchs danach im Rheinlandauf. Mit 15 fing ich an zu fo-tografieren, mit 18 absolvierte ichein Schlerbetriebspraktikum beieiner Fotoagentur in Bonn undbin ihr als Fotojournalist einigeJahre treu geblieben. Trotzdemhatte ich immer den unwider-stehlichenDrang, Neues zu erle-ben, ging dann nach Berlin undarbeitete fr den Bundespresse-ball. Doch die Berliner Winterwaren mir zu lang und zu kalt, sozog ich nach Italien. Wie schwierig war es, hier Fu zufassen?Es war am Anfang natrlich einegroe Umstellung. Nicht nur we-gen der Sprache, sondern auchwegen der Mentalitt. Es hat eineWeile gedauert, aber inzwischen

    fhle ich mich sehr wohl hier.Mein Vorteil ist natrlich, dass ichmir meinen eigenen Job geschaf-fen habe und somit beruflich ehermeine deutsche Mentalitt ein-flieen lassen kann. Privat lebenwir allerdings eher italienisch.Wie kommen Sie mit der me-diterranen Mentalitt zurecht?Beruflich weniger, privat mehr. Inmeinem Beruf ist es mir sehrwichtig, pnktlich, ordentlichund verlsslich zu sein. MeinenHang zur Perfektion habe ich ausDeutschland mitgebracht. Privathingegen habe ich mir die medi-terrane Mentalitt schon sehrangeeignet, vor allem unter kuli-narischen Gesichtspunkten. Daswill nicht heien, dass ich privatunpnktlich bin, aber mir geflltes inzwischen, nicht alles zu engzu sehen oder sich ber zu vieleSorgen den Kopf zu zerbrechen.Mein Schwiegervater pflegt zusagen: Non fasciarti la testa pri-ma di rompertela (Verbinde Dirnicht den Kopf, bevor Du ihn Dirgestoen hast Anm. d. Redak-tion).Ist eine deutsch-italienische Ehekomplizierter als eine nor-male?Bei uns kommt zu den ganz nor-malen Ehekomplikationen er-schwerend hinzu, dass wir sowohlsprachlich als auch familir einenunterschiedlichen Backgroundhaben. Das merkt man an Klei-nigkeiten wie dem Einrumen derSplmaschine, aber auch, wanndie Kinder abends ins Bett gehensollen und wie lange der Fernse-her anbleiben darf. Aber sokommt wenigstens nie Lange-weile auf. Wir versuchen, unserebeiden Tchter mit einem Mixaus beiden Kulturen zu erziehen,und ich glaube, das gelingt unsganz gut.

    Was suchen Ihre Kunden, wennsie sich anstatt an einen tradi-tionellen Fotografen an Sie wen-den? Man sagt Ihnen denbesonderen Blick nach. Ist dasangeboren oder erlernt?Meine Kunden wnschen sichganz einfach schne Fotos vomschnsten Tag in ihrem Leben.Fotos, die sie mit Freude noch in20 Jahren anschauen werden oderirgendwann einmal stolz ihrenKindern zeigen knnen. Derbesondere Blick ist vielleicht ange-boren, ich war schon immer sehrneugierig und habe als Kind stun-denlang anderen Leute zuguckenknnen. Vielleicht hat dieseEigenschaft in Verbindung mitdem Willen, mglichst viel umdie Fotografie herum lernen zuwollen, dazu gefhrt, dass das Re-sultat eben diese Fotos sind.Einige Highlights Ihrer Karriere?Journalistisch gesehen bestimmtdas erste Foto von Oskar La-fontaine nach seinem Rcktritt1998 als Finanzminister. DiesesFotos hatte ich als einziger Fo-tograf, und es wurde gro in der

    Bildzeitung gedruckt. Als Hoch-zeitsfotograf mit Sicherheitmeine Hochzeiten letztes Jahr inKanada und nchstes Jahr inJapan. Es ist schon eine Genugtu-ung, dass mich Kunden um dieWelt fliegen lassen, um mich alsFotografen zu haben.

    Ein weltweit sehr bekanntesOnlineportal fr Hochzeitspla-nungen hat mich als ersten ita-lienischen Fotografen in seineWorlds Best Wedding Photogra-phers Hotlist aufgenommen.Auerdem freue ich mich natr-lich auch immer wieder berAuszeichnungen in nationalenund internationalen Fotowettbe-werben.Zukunftsplne?Ich versuche nicht zu sehr, andie Zukunft zu denken odermeine Zukunft zu planen, aberwenn mir jemand versichernwrde, dass in den nchstenzehn Jahren alles so weiterlaufen wird wie bisher, wre ichsehr glcklich.

    Das Interview fhrte Petra Hall

    Dann wird serviert: Fnf An-tipasti in schneller Folge: Prosciut-to Crudo con Melone, Bresaola mitRicotta, Bruschetta salmone, Salataus Fenchel und Staudenselleriemit weiem Thunfisch, mariniertmit Zitrone und Olivenl Capricciosa di Sedano. Zum Ab-schluss, der Jahreszeit entspre-chend, Steinpilze in Olivenl undZitronensaft.

    Eigentlich knnte man an die-sem Punkt schon gesttigt auf-stehen, denn die fleiige Mann-schaft ist immer bereit nach-zulegen, was aber nur ganzUnerfahrene annehmen.

    Das Touristenprchen nebenuns guckt schon leicht unglubig.Auerdem scheint es erbrmlichzu frieren. Nur Flachlnderdenken, in Italien sei es immerhei. Hier oben hat es auch imJuli bei Schnwetter milde 20Grad; aber wir saen im Hoch-sommer schon in dicken Wolkenin einem khlen grauen Gemischaus Nebel und Feuchtigkeit.

    Auftritt einer deutschen Fami-lie, die nicht an italienische

    An der strada della cucinabianca liegt auf 1250Metern Hhe am PassSan Bernardo di Men-datica das kleine Restaurant DaSettimia. Einer jener Geheim-tipps, auf die man als Ligurien-Neuling hofft. Beim ersten Be-such fanden wir es kaum!

    Jeden Sonntag Punkt eins gehtes hier typisch ligurisch zu: Geges-sen wird, was auf den Tischkommt! In diesem Fall sind esschlanke 16 Gnge. Eine Karaffemit frischem Gebirgswasser undder rote Hauswein stehen schonauf dem Tisch.

    Kurz zuvor bildet sich eine klei-ne Schlange vor dem Lokal, zu-meist italienische Grofamilien.Der umsichtige Padrone WalterGandolfo verteilt die vorbestell-ten Pltze. Vor dem ersten Gangbleibt mir noch ein flchtigerBlick auf das Interieur. Gott seidank keine Renovierung! DerMustermix aus den 1950er- und70er-Jahren ist geblieben, undauch der gute Wein steht noch inseinem Kanonenrohr-Halter.

    Pnktlichkeit glaubte: Wer zuspt kommt, den bestraft derPadrone: Die fnf Vorspeisen lan-

    den gebndelt auf ihren Tellern,mit der Aufforderung, zgig zuspeisen, denn gleich gehe es weitermit den warmen Vorspeisen. WirGebten drfen kurz verschnau-

    fen. Mit den nun folgendenStrudeln werde ich aus meinenBeobachtungen gerissen. Wer

    bisher sterreich fr ein Strudel-land hielt, der kennt Liguriennicht. Torta valdostana in vierhauchdnnen Ausfhrungen, malmit Spinat gefllt, mal mit Kse,

    mal mit Ei und dann natrlichnoch mit Porcini.Zwischendurch gibt es Schnecken(Lumache vignaiole) in einer herr-lich pikanten Sauce aus Zwiebelnund Olivenl. Das Prchenneben uns friert jetzt nicht mehr,dafr kmpft es. Unglubig star-ren die beiden auf den Teller-wechsel, denn jetzt kommen dietiefen Schsseln. Als erstes landeteine krftige Portion Taglierinimit Steinpilzen in Sahne darin.Sptestens ab jetzt heit es, nurnoch zwei, drei Gabeln nehmen,sonst wird es kritisch.

    Dann kommen dampfendeRavioli con carne. Ich probierenur, denn ich wei, in Krze wer-den sich etwa 1000 Kalorien aufmeinem Teller ausbreiten: Polentasaracena im Mund zergehendmit Gorgonzola-Sauce drber.Zum Daniederknien!

    Unsere Nachbarn geben auf.Walter ist entsetzt. Vorzeitige Ka-pitulation hat hier nicht stattzu-finden. Er hebt nur die Augen-braue und drckt so ohne Worteaus, dass sein Gesamtkunstwerk

    eben nichts fr Schwchlinge sei.Das Intermezzo bewirkt eineweitere kurze Verschnaufpause.Ich bereite mich vor, den nchstenGang zu berspringen, denn icherwarte das ligurische National-gericht Coniglio, Kaninchen.Aber diesmal gibt es scaloppine,natrlich in Pilzsauce.

    Der zweite Fleischgang naht:Capretto al Forno. Hier muss ichpassen. Ich lasse mir nur die herr-lichen Rosmarin-Kartoffeln ausdem Backofen servieren.

    Als letzte Prfung der kulina-rischen berlebensfhigkeitkommt ein himmlischer Dolce-Teller mit frischen Erdbeeren,Tiramis und Pannacotta.

    Zum Abschluss ein Caff, alsoein ganz kleiner, ganz starkerEspresso. Die italienischen Gro-familien scheinen erstaunlich fitzu sein. Glckliche, zufriedeneGesichter, wohin man schaut.Auch beim Padrone.

    Walter Gandolfo wirkt wie einFeldherr, der eine erfolgreicheSchlacht geschlagen hat.

    Susanne Altweger-Minet

    Strahlen um die Wette: Susanne Altweger-Minet und Walter Gandolfo

    Die Liebe zu seiner Frau und zu Italien war strker als alle ra-tionellen berlegungen: Der Bblinger Fotograf Julian Kanz bereutseine Entscheidung, nach Ligurien zu ziehen, keine Minute.

    Bei ihnen kommt nie Langeweile auf: Julian Kanz und seineitalienische Frau versuchen, ihre beiden Tchter mit einem

    Mix aus beiden Kulturen zu erziehen

    Der Fotograf auf der Pirsch: Ein Hochzeitspaar im Lavendelfeld mediterrane Romantik pur

  • SPECIAL

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    2 014

    very year it is a great privilege for me to write the September editorial, a respon-sibility given to me by Petra Hall and her team. Mediter-raneum Editions

    has supported the Monaco Yacht Show for more than 10 years and has grown along with the show to become the most widely read news source for English and German speakers on the Cte dAzur. From 24th to 27th September, Monacos Port Hercule will welcome 112 large yachts, up to 100m long, roughly 30 luxury tenders a n d , a s a l w a y s , a s e l e c t i o n o f 5 0 0 international yachting companies who will set up stands to display both their products and their expertise. This year, with thanks to the Monaco government, the MYS has been able to extend its show footprint enabling us to expand the show, which has become one of the main players in Monacos yachting development. The 2014 marketing strategy

    has also been more centred on the end clientele, allowing us to enter a new niche of international potential wealthy clients and above all, give them the opportunity to find out more about this exclusive art of living. What makes Monaco so special during the four days of the MYS are also the numerous events organised on board the yachts, at the stands, or in the Principalitys most prestigious hotels; highlights such as awards ceremonies, gala dinners and cocktail parties. These are true celebrations of luxury yachting! My team and I would like to use this opportunity to once again salute the r e m a r k a b l e w o r k u n d e r ta ke n b y t h e editorial team in offering you this MYS feature.

    Enjoy reading and enjoy your visit to the show!

    Galle TallaridaDirector GeneralMonaco Yacht Show

    Dear readers, liebe Leser,

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    S e p t e M b e r 2 0 1 4

    Welcome to the show!Willkommen!

    Jedes Jahr vertraut mir Petra Hall die Aufgabe an, das Editorial fr die Monaco Yacht Show-Seiten zu schreiben ein echtes Privileg fr mich! Denn Mediterraneum Editions begleitet die MYS nun schon seit ber zehn Jahren und ist mit uns gewachsen. Heute sind die Riviera Cte dAzur Zeitung und The Riviera Times die meistgelesene Informations-Presse an der Cte dAzur in Deutsch und Englisch. Auch in diesem September bildet die 24. Monaco Yacht Show den krnenden Abschluss eines wunderbaren Sommers in einer der beliebtesten Regionen der Welt. Vom 24. bis zum 27. September empfngt der Port Hercule von Monaco etwa 112 Mega-Yachten bis zu 100 Metern Lnge, rund 30 Luxus-Tender und 500 Aussteller aus der Yachtenbranche, die ihre Produkte und ihr Knowhow prsentieren. Die Monaco Yacht Show ist einer der wichtigsten Vektoren fr die Entwicklung der Yachtenszene in Monaco geworden. Ihr Renommee zieht die grten auslndischen Vermgen an; an den Quais der Messe kn-nen die Besucher einige der auergewhn-

    lichsten Exemplare der Nautikwelt bewun-dern und vielleicht sogar zu ihrem Eigentum machen. Was Monaco auerdem so besonders macht an den vier Messetagen, sind die ber 100 Events an Bord der Yachten, an den Stnden und in den prestigereichen Hotels der Stadt hinzu kommen Preisverleihungen, Gala-Dinner oder Cocktailempfnge. Eine wahrhaftige Hommage an das Universum der Luxusyachten! Mein Team und ich wnschen Ihnen viel Vergngen beim Lesen und beim Besuch der Monaco Yacht Show!

    Galle TallaridaGeneral ManagerMonaco Yacht Show

  • SPECIAL www.rivierazeitung.com

    S e p t e M b e r 2 0 1 4

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    S e p t e M b e r 2 0 1 4 II

    he summer season is coming to an end, and for Superyacht Distribution this means time to reflect on the past few months.

    Superyacht Distribution not only distributes various publications throughout the Mediterranean, we also have an SOS delivery

    service for long haul or last minute requests to yachts. Have you ever considered what a delivery driver must go through to get products to individual yachts during peak season? Here are a few regular occurrences (some nice, s o m e n o t s o n i c e ) , t h a t w e n e e d t o overcome to ensure our clients goods are received where the yacht needs it, when the yacht needs it.

    1: SOUTH OF FRANCE TRAFFIC JAMSFrom mid-July to the end of August, congestion on the roads increases 10-fold. Campervans, foreign cars, motorbikes, you name it - they are all lured to the south of France. Your average trip from Nice to Monaco along the coast can easily double in time. So there is a good reason why an agent or provisioner is asking if its possible to send your tender to Ste Maxime rather than to the capitennarie of St. Tropez its called three additional hours in 35 degree heat!

    2: ITALY FAKE MOTORWAY POLICEThe Rome/Naples stretch of motorway is notorious for thieves trying their chances with foreign vans transporting goods to yachts. While driving through the night to make sure that a delivery for 8am in Naples is met, there have been a few occurrences of foreign registered vans being pulled over by fake police attempting to hand out fines which can be settled in cash, the confiscation of goods or generally just

    stealing phones, passport, cash whatever they can get their hands on. Those in the know do not stop for anyone trying to flag them over. Others unfortunately arent that lucky. Deliveries still get done while the yacht is blissfully unaware of what the driver has had to overcome!

    3: IBIZA NO PARTY FOR THE PARTY ISLANDArriving on a party island, ready to party, but having just one hour to deliver and get back on the ferry. No, that is not fun!

    4: CORSICA MAFIAWe all know that the Corsicans like to say Ici ce nest pas la France, ici cest la Corse. The special relationship that Corsica has with France unfortunately also affects deliveries to the island. Drivers can be pulled over by various individuals, some encountering verbal incidents, some physical and some involving illegal arms. That is why several service providers do not jump with joy when a yacht requests a delivery to the Ile de Beaute. When one of the key agents in Corsica was asked his view on this, he shrugged and responded: well this is Corsica and thats how it works. So apparently, this is the norm in Corsica. Great!

    5: SICILY - HOT, HOT AND HOTAfter a 21-hour non-stop drive to get to the island, you face another two hours journey to get to the actual yacht. It is hot, it is very hot, youre tired, and you are greeted by a crew member asking why you are 30 minutes late.

    So next time a delivery of goods has arrived outside your sparkling clean white vessel, you may like to say an extra thank you, or offer a cold bottle of water to the guy who has just managed to make sure your delivery arrives on time.Lee RamptonOwner of Superyacht [email protected]

    Inside Superyacht Distribution

    Joy, freedom, luxury nothing compares to the exclusive world of yachting. No two yachts are identical, no twoyachtsmen (or yachtswomen) have the same tastes and wishes. And each ship is a unique expression of her owners personality down to the finest detail. True to this standard, the onboard entertainment specialists at Home & Marine Electronic Systems have defined the art of individual audiovisual solutions for yachts.

    Based in the northern German city of Bremen and represented in Antigua, Malta, Spain and the USA, Home & Marine (H&M) is a single source for top-quality entertainment, communication and security. The company is entirely independent of manufacturers and can always offer the best technologies on the international market. Its sole commitment is to the goal of turning yacht owners dreams into reality or as Managing Partner Gnter Trempnau puts it: Entertainment thats better than live! Time-honored values, cutting-edge expertise

    H&M has built its outstanding reputation on traditional engineering values: performance, reliability, robustness. At the same time, the electronics experts can always deliver the newest technologies from manufacturers all over the world. They also place great importance on future compatibility, preparing todays systems for tomorrows upgrade. Clients know that H&Ms installations are investments in the future, which pay off in huge savings when it comes to introducing new technologies.

    WORLD PREMIER AT THE MONACO YACHT SHOWAn excellent example of this forward-looking approach is a dance-floor system that reacts to music, creating an unforgettable multisensory experience. The floor vibrates in response to bass frequencies and offers the feel of a high-volume disco sound. Yet there is no need to turn up the volume above normal listening levels for the full experience, so those in neighboring cabins wont be disturbed.

    H&M is presenting this worldwide first at the Monaco Yacht Show, 24th to 27th September, stand No. QD 36.

    Ship-shape entertainment

  • SPECIAL 2 014

    S e p t e M b e r 2 0 1 4III

    t 19, she had her first com-pany; today h e r n a m e belongs in t h e u p p e r

    echelons of the designer world for private aircraft and luxury yachts. Daniela Boutsen, from Berlin, has achieved an extraordinary career. Her showroom on rue Grimaldi in Monaco exudes positive energy. One thing quickly becomes clear: this woman knows what she wants! With German organisa-tional skills, a distinctive sense of Mediterranean lifestyle and definitive taste, she is taking the exclusive, high-end inter-national market by storm. From a very early age, Daniela, who is married to former Formula 1 racing driver Thierry Boutsen, loved art and beautiful items. She began an apprenticeship at KPM - the Royal Porcelain Manufacture in Berlin. Every free minute I had, I would go to the production department; it was the painting that particularly fascinated me, the mother of two recalls. It was at that time when my passion for tableware, Art de table, was awoken in me.

    Some years later, Daniela entered a different path and started her own company providing staff for trade shows. Within two years, she had the biggest promotion agency in Germany, with clients that included Porsche, Audi, Pioneer, Cartier, etc. Then she met her future husband in Berlin. Thierry and Daniela Boutsen made a good team the Belgian-born driver was also passion driven: he dealt with private aircraft in Monaco. In 1999, the couple founded the company Boutsen Aviation. To date, they have sold 289 aircraft to clients who include Michael Schumacher and Prince Albert II. Daniela worked the back office end of the company, but deep within her heart her dream for art and design lingered. One day, a client purchased two Airbus aircraft from the Boutsens. He said he didnt like anything to do with the decora-tion of the aircraft, says Daniela. Then he pointed to me and declared: you have good taste, I want you to take care of everything! So Daniela co-ordinated it all, everything from the pillows to the flower vase, the porcelain champagne bucket to cashmere throws. That was the start of her

    Power women in the yachting scene: Daniela Boutsen

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    S e p t e M b e r 2 0 1 4

    P assion driven second career and her company Boutsen Design, inaugurated at the Dubai Airshow in 2012 and now employing six staff. D a n i e l a h a s s i n ce e s ta b l i s h e d relationships with more than 140 exquisite suppliers, creating the perfect homely ambience on yachts, aircraft and homes, using s u p e r i o r p r o d u c t s . W e o f f e r a complete service a one stop shop. Most of her customers are located in the Middle East, in Eastern Europe and, increasingly, in Asia. I do not push anyone towards my taste, she emphasises, I let myself be guided by the individual and their environment. Is there a difference in decorating the interior of an aircraft and that of a yacht? For aircraft, it is all about business, and it is also very important that the weight of i n d i v i d u a l o b j e c t s b e c o n -sidered, responds the designer. In yachts, it is leisure, and more a labour of love.

    Petra Hall

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  • SPECIAL www.rivierazeitung.com2 014

    S e p t e M b e r 2 0 1 4 S e p t e M b e r 2 0 1 4 IV

    it 19 hatte sie ihre erste eigene Firma, heute gehrt ihr Name zu den Top of the Top der Innendesigner-Szene fr Privatflugzeuge und Luxusyachten. Daniela Boutsen, waschechte Berlinerin (darauf legt sie Wert), hat eine auergewhnliche Karriere vorzu-weisen. In ihrem von positiver Energie erfll-ten Bro in Monacos Rue Grimaldi inmitten feinster Porzellan- und Glaswaren erzhlt sie von ihrem Lebensweg, ihrer Passion, ihrer Arbeit. Blitzschnell wird klar: Diese Frau wei, was sie will! Mit deutschem Organisationstalent, ausgeprgtem Gefhl fr mediterranen Lebensstil und sicherem Geschmack ist sie gerade dabei, die exklusive Welt der internationalen Spitzenkunden zu erobern. Schon ganz frh liebte sie schne Dinge und Kunst, so Daniela, Frau des berhmten ehemaligen Formel- 1-Rennfahrers Thierry Boutsen. Doch die Kunstakademie ihrer Heimatstadt nahm sie nicht an aufgrund von Platzmangel, und so begann sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Kniglichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Aber jede freie Minute zog es mich in die Produktion, besonders die Malerei faszinierte mich,

    erinnert sich die Mutter zweier Kinder. Damals erwachte in mir die Leidenschaft fr Tischkultur, Art de Table. Als Lehrling verdiente sie nicht viel und jobbte nebenbei fr eine Marketing-Agentur. Sie fand jedoch, dass sie das selbst viel besser konnte und grndete ihre eigene Firma fr Fremdpersonal auf Messen. Innerhalb von zwei Jahren besa sie die grte Promotionsagentur Deutschlands mit 1200 Hostessen und Kunden wie Porsche, Audi, Pioneer, Cartier etc. Dann begegnete sie in Berlin ihrem zuknftigen Mann. Thierry Boutsen, dessen Name sie zuvor noch nie gehrt hatte, machte ihr acht Monate lang hartnckig den Hof. Sie passten gut zusammen, denn der gebrtige Belgier war ebenfalls passion driven: Er handelte in Monaco mit Privatflugzeugen. Vor 16 Jahren grndete das Paar dann am Kchentisch das Unternehmen Boutsen Aviation. Bis heute verkauften sie 289 Flugzeuge, unter anderem fr Rennfreunde Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen, aber auch Kunden wie Frst Albert II. Daniela arbeitete in der Logistik, von Kunst keine Spur. Doch tief in ihrem Inneren schlummerte immer noch ihr Traum. Und

    obwohl wir wissen, dass es keine Zuflle gibt, kam ihr eben dieser zu Hilfe. Ein Kunde hatte bei den Boutsens zwei Airbusse erworben. Aber vollkommen glck-lich war er nicht, denn: Alles, was Dekoration betraf, gefiel ihm nicht. Dann zeigte er auf mich und sagte: Sie haben guten Geschmack, ich will, dass Sie sich um alles kmmern. Alles, das bedeutete: vom Kissen zur Blumenvase, vom Porzellanservice zum Champagnerkbel, von Tischlampen zu Kaschmir-Plaids sowie Bettwsche. Das war der Start fr ihre zweite Karriere und ihre Firma Boutsen Design, die sie 2012 auf der Dubai Airshow ins Leben rief und fr die heute sechs Angestellte ttig sind. Inzwischen steht Daniela Boutsen in Kontakt mit 140 erlesenen Lieferanten, deren Nonplusultra-Produkte ein Flugzeug oder eine Yacht behaglicher machen. Wir bieten einen Rundum-Service alles aus einer Hand. Die meisten ihrer Kunden befinden sich im arabischen Raum, in Osteuropa und immer mehr auch in Asien. Daniela Boutsen besucht sie vor Ort, um sie zu beraten. Ich drcke ihnen jedoch nicht meinen Geschmack auf, betont sie, sondern lasse

    mich von der jeweiligen Person und ihrem Umfeld leiten. Auf diesem absoluten Spitzen-Niveau existiert laut der Unternehmerin keine Krise, aber das Feld wird kleiner, der Inner Circle ist immer derselbe. Gibt es einen Unterschied zwischen der Innenausstattung eines Flugzeugs und einer Yacht? Die Designerin: Bei Flugzeugen ist alles klarer, das Business steht im Vordergrund und man muss sehr aufs Gewicht der einzelnen Objekte achten. Bei Yachten ist es mehr eine Herzensgeschichte. PH

    M it 19 hatte M it 19 hatte Passion undPrzisionP O W E R - F R A U E N I N D E R Y A C H T E N - S Z E N E : D A N I E L A B O U T S E N

    Boutsen Design is represented at the Monaco Yacht Show at stand number QD 18 in the Darse Nord tent.

    Boutsen Design ist bei der Monaco Yacht Show auf Stand Nr. QD 18 im Zelt Darse Nord vertreten.

    INFORMATION:

  • s e p t e M b e r 2 0 1 4V

    udith Amselli founded luxury charter company Primo Yacht in 1998. Thirteen years later, it was taken over by the OCEAN Independence group and the French-native assumed the

    role of charter director for the south of France. Throughout her career in the French Riviera, Judith has trained many c h a r t e r b r o ke r s a n d f o r ge d a s t r o n g reputation in this demanding industry. Born in Lyon, Judith moved to Beaulieu sur Mer with her family at a young age. Inspired by her mothers career as an independent real estate broker, she worked in Milan and Africa before accepting her first yachting industry job for Nigel Burgess in Monaco. It was the must work well under pressure aspect that sold me, reveals Judith. After a number of years working in the industry, Judiths life and business partner Pascal Erba suggested she take the leap and start her own business. Sometimes we dont see ourselves as clearly as others, and it took me a while to realise he was right and I managed to build up, with lots of passion, a business I could be truly proud of. But it wasnt always easy being a female in the demanding male-dominated world of yachting. Because I am a woman, I had to become stronger, to project my personality more in order to stand out, reveals Judith. I had to fight to get where I am today. But it has made me good at my job. Over the past 20 years, Judith has estab-lished many longstanding relationships

    with people across the globe. She is also a member of MYBA, the esteemed Mediterranean Yacht Broker Association. It is one of many proud moments throughout her career, says Judith. Another that particularly stands out involves a two-month charter, an air-strike, and some high grade beluga caviar. The local suppliers at the time could not get hold of caviar and the captain was r u n n i n g o u t o f i d ea s , w i t h t h e a d d e d problem of an air traffic strike which had even grounded private planes. But I said never fear, Juju is here! With the air-conditioning on full blast to keep our precious cargo cool, we drove six hours from Antibes to Cala Galera in Italy to deliver that exquisite caviar. The ensuing head cold was well worth the effort; the client was delighted and, sitting in the glorious Tuscan summer sun, we were treated to a taste of the gourmet treats he had ordered. When it comes to the most popular destinations for charters, Judith says most of the interest lies in the French Riviera, the Amalfi coast, Capri, Ischia, Sardinia, and in recent years Croatia, Turkey and Greece. But when a client wants something a little bit different in the south of France, my local knowledge can offer them a new experience, reveals the charter director. I recommend as far as Marseille and its surroundings, where there is an eclectic charm. There are many beautiful islands, nature reserves and archipelagos to discover. After 16 years at the head of the industry, this is one woman who has proven that skill and determination will get you everywhere. Cassandra Tanti

    Making her way to the top of the yachting industry

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    Stronger&bolder: Judith Amselli

    SPECIAL 2 014

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    Making her way to the top of the yachting industry

    S e p t e M b e r 2 0 1 4 VI

    Stronger&bolder: Judith Amselli Judith Amselli grndete ihr Luxus-Charter-Unternehmen Primo Yacht im Jahr 1998. 13 Jahre spter wurde es von der Gruppe

    OCEAN Independence bernommen, mit der Franzsin als Charter-Direktorin des Bros in Sdfrankreich. Whrend ihrer Zeit an der Cte dAzur hat Judith Amsell i zahlreiche Charter-Broker ausgebildet und s i c h s e l b s t e i n h e r v o r r a g e n d e s Renommee in der anspruchsvollen Branche erarbeitet. Sie ist diejenige, die in Krisenzeiten um Rat gefragt wird, sei es von Kunden oder Kollegen. Die in Lyon geborene Amselli zog mit ihrer Familie bereits in jungen Jahren nach Beaulieu-sur-Mer. Geprgt durch das Vorbild ihrer Mutter als selbststndiger Immobilien-Maklerin, arbeitete sie zunchst in Mailand und Afrika, ehe sie bei Nigel Burgess in Monaco ihren ersten Job in der Yachten-Industrie annahm. Dass ich unter Druck mein Bestes wrde geben mssen, reizte mich, sagt die Franzsin. Ich erinnere mich noch gut an die erste Yacht, um die ich mich zu kmmern hatte: Es war die TRUMP PRINCESS die 85,6-Meter-Benetti, heute KINGDOM K5R. Nach ein paar Jahren im Business regte ihr Lebens- und Geschftspartner Pascal Erba an, ihr eigenes Unternehmen zu grnden. Manchmal nehmen wir uns selber weniger klar wahr als andere, und so dauerte es eine Weile, bis ich begriff, dass er Recht hatte. Mir gelang es dann, mit viel Leidenschaft eine Firma aufzubauen, auf die ich stolz sein konnte. Aber es war nicht immer leicht, als Frau in der Mnner-dominierten Welt der Yachten zu bestehen. Weil ich eine Frau war, musste ich hrter werden und mich strker darstellen, um hervorzustechen, erklrt Judith Amselli. Ich musste kmpfen, um dorthin zu gelan-gen, wo ich heute bin. Aber so wurde ich gut in meinem Job. In den vergangenen 20 Jahren hat sie viele Beziehungen von Dauer zu Menschen in aller Welt aufgebaut. Sie ist Mitglied der MYBA, der angesehenen Mediterranean Yacht Broker Association. Die Aufnahme zhle zu den Dingen im Laufe ihrer Karriere, auf die sie wirklich stolz sei, so die Geschftsfrau. Bestens erinnert sie sich

    auerdem beispielsweise an eine zwei-monatige Charter bei gleichzeitigem Streik im Luftverkehr und das Problem mit ge-wissem Beluga-Kaviar. Die lokalen Lieferanten konnten damals keinen Kaviar herbeischaffen, und der Kapitn war am Ende seiner Ideen. Hinzu kam der Streik in der Luftfahrt, der sogar Privatflugzeuge an den Boden kettete. Da sagte ich, keine Sorge, Juju ist ja da!. Mit voll aufgedrehter Klimaanlage schlielich sollte unsere kostbare Fracht khl bleiben fuhren wir von Antibes nach Cala in Italien, um den Kaviar auszuliefern. Die folgende Erkltung war die Sache wert; der Kunde war begeistert und lud uns unter der toskanischen Sonne auf einen Happen der georderten Delikatesse ein. B e f r a g t n a c h d e n b e l i e b t e s t e n Charterzielen, antwortet die Spezialistin, am begehrtesten seien die franzsische Riviera, die Amalfi-Kste, Capri, Ischia, Sardinien und zuletzt verstrkt auch Kroatien, die Trkei und Griechenland. Wer aber hier im Sden Frankreichs nach etwas Auergewhnlichem sucht, fr den habe ich einen ganz besonderen Tipp, verrt die Charter-Direktorin. Laut Judith Amselli wrden die meisten Charter-Unternehmen selten weiter als bis Saint-Tropez fahren, abgesehen vielleicht noch von den Porquerolles-Inseln. Wer aber die Kste des Departements Var noch ein wenig weiter verfolgen wrde, der knne dort eine rechte Traumwelt entdecken. Ich empfehle, bis in die Gegend von Marseille zu fahren und die vielseitige Wasserwelt dort zu erkunden mit ihren zahlreichen schnen Inseln und Naturschutzgebieten, beispiels-weise den Riou- und den Frioul-Archipel und die Calanques Morgiou, La Sormiou, Port Pin , die Insel mit dem berhmten Chteau dIf und Europas grtes Kliff, den Bec de lAigle. Anfang 2014 ist Judith Amselli mit ihrem Team von Antibes in den Hafen Camille Rayon in Golfe Juan umgezogen. Die 16 Jahre, die diese Frau bislang an der Spitze der Yachten-Industrie gestanden hat, beweisen: Mit Knnen und Willen kommt man berall hin.

    Cassandra Tanti / AS

    Mutig & sta