Rottweiler-Weltmeisterschaft 2007 Pascha vom 204-2007%20LP.pdf Die Leistungsrichter lagen, ge-messen

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  • 4/2007 • Der Gebrauchshund IFR-Weltmeisterschaft 7

    teilnahmen. Teams aus Skan- dinavien, Österreich, Schweiz, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Slowakei, Tschechien, Slowenien und natürlich aus Deutschland waren angereist.

    Gefährtet wurde auf Acker etwa eine halbe Stunde Fahrtzeit von Rottweil entfernt. Das Gelände schien auf den ersten Blick recht einfach zu suchen, war jedoch tief durchgetrocknet und teil- weise mit Steinen belegt. Leistungsrichter Joep Selders aus den Niederlanden erlebte während des Wettkampfes die ganz Bandbreite hundesport- licher Leistungen. An den Welt- meister des Jahres 2006, den Deutschen Milan Skoric mit Pascha vom Scheldetal, konnte der 54-jährige Lehrer 100 Punkte vergeben. Auch der neue Welt- meister, der Schwede Frederik Bjurklint, erzielte mit Masati’s Nora die Höchstpunktzahl.

    Joep Selders

    Aufgrund des anspruchvollen Fährtengeländes und natürlich auch bedingt durch Ausbildungs- mängel konnten eine Vielzahl von Teams die Fährte nicht be- stehen beziehungsweise wurden nur mit „befriedigend“ bewertet. Aber auch sieben „vorzüglich“

    D Von Jürgen Rixen

    er Allgemeine-Deutsche-Rott- weiler-Klub e. V. feiert in die-

    sem Jahr sein einhundertjähriges Bestehen. Begangen wurde das Jubiläum mit einer Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten in der Heimatstadt des Hundes, in Rottweil. Eine Klubsieger-Zuchtschau und der Beginn einer Rottweiler-Aus- stellung im Rathaus eröffneten die Festwoche am 17. August. Stadtführungen, die Aufstellung einer Rottweiler-Bronzestatue, gemeinsame Ausflüge und ein Rottweiler-Fest im Stadtzentrum bildeten das Programm an den Werktagen. Höhepunkt der Fest- woche war aber eindeutig die IFR-Weltmeisterschaft (IFR = Internationale Föderation der Rottweiler-Freunde) am 25. und 26. August mit 46 Teilnehmern.

    Durchgeführt wurde die WM von der Bezirksgruppe Rottweil- Süd unter Leitung des Vorsit- zenden Jörg Walz sowie natürlich unter Mitwirkung vieler Helfer auch von anderen Hundesport- vereinen. Kompliment an alle Mitarbeiter. Sie waren fleißig, freundlich und bemühten sich, Startern und Zuschauern ange- nehme Wettkampftage zu be- reiten. Freier Eintritt (!) und faire Preise bei Speisen und Getränken (die auch mittels Handkarren zu den Zuschauern gebracht wurden) sowie zweisprachige Stadion- ansagen (deutsch und englisch) rundeten den sehr guten Ein- druck ab. Die ADRK-Entscheidung, keinen Eintritt bei Großveranstaltungen zu verlangen, zeigte positive Wirkung. So einige Rottweiler Bürger kamen bei strahlendem Sonnenschein ins Stadion und

    schauten interessiert zu. Eine richtige Entscheidung des ADRK, die andere Verbände ruhig auch einmal treffen sollten. All dies führte zu einer richtig guten Stimmung im Stadion, die auch beinhaltete, dass Leistungen im mittleren „Sehr gut“ ausgiebig bejubelt wurden.

    Die Weltmeisterschaft reduzierte sich eigentlich zu einer Europa- meisterschaft, da ausschließlich Hundeführer dieses Kontinents

    Das deutsche Team wurde mit 31 Punkten Vorsprung Mannschaftsweltmeister! Den Einzeltitel gewann der Schwede Frederik Bjurklint mit Masati’s Nora.

    Statistisches

    Geführt wurden 9 Hündinnen und 37 Rüden.

    Ältester Hund: Cash vom Schloß Rastede, Wt.: 14.07.1999

    Jüngster Hund: Homer vom Hause Neubrand, Wt.: 01.12.2004 Jürgen Müller mit Cäsar von der Rotmainquelle.

    Rottweiler-Weltmeisterschaft 2007 – eine tolle Veranstaltung!

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  • konnte Leistungsrichter Selders, der unter anderem Hauptausbil- dungswart des Niederländischen Rottweiler-Klubs war, vergeben.

    Als Schutzdiensthelfer waren bei dieser Weltmeisterschaft zu- nächst Stephan Voigt im ersten Teil und Karsten Scherf im zweiten Teil eingesetzt. Beide hetzten anspruchsvoll und mit einer einer Weltmeisterschaft entsprechenden Belastung. Besonders der groß gewachsene Stephan Voigt ließ bei der Abwehr so manchen Hund erst einen Moment mit dem Anbiss zögern. Leider ver- letzte sich Voigt am Abend des ersten Wettkampftages, sodass er am zweiten Tag durch Mike Schwabe ersetzt werden musste. Schwabe fügte sich aber sofort problemlos ein und führte den anspruchsvollen Hetzstil weiter.

    Das deutsche Team bestand aus fünf Startern. Nicht erfolgreich endete die WM für Dirk Bäcker und Cash vom Schloß Rastede. In der Fährte konnte Bäcker seinen Hund nicht bewegen, die

    Fährte aufzunehmen. 0 Punkte. An die zwei Abteilungen im Stadion hat der 36-jährige Hundeführer zwiespältige Er- innerungen: „In der Unterordnung hatte ich das Problem, den Trieb bei Cash über die komplette Länge hochzuhalten. Der Schutz- dienst war dann super, und wir sind mit einem weinenden und einem fröhlichen Auge nach Hause gefahren.“ 83 Punkte be- kamen die beiden in Abteilung B bei Cashs 28. IPO 3-Prüfung. Den Schutzdienst beendete das Team mit 95 Punkten.

    Jürgen Müller belegte mit Cäsar von der Rotmainquelle Platz 18. Aus der Fährte kam dieses Team mit 72 Punkten. Cäsar konnte auf dem schweren Gelände nicht die richtige Einstellung finden und suchte trotz des anspruch- vollen Untergrundes mit hoher Nase und wenig Konzentration. Die Unterordnung begannen die beiden mit einer recht offenen Freifolge, während der sich der Rüde nicht ausreichend auf den Hundeführer konzentrierte. Bei

    der Sitzübung blieb Cäsar stehen. Platz, Steh und die Zuläufe führte der Rüde korrekt und ausreichend schnell aus. Wesentlich zu lang- sam waren hingegen die Appor- tierübungen. Auch die Sprünge wurden von dem Hund wenig kraftvoll ausgeführt. In der Ent- wicklung zum Voraus hätte Cäsar korrekter folgen müssen. 91 Punkte vergab Leistungs- richter Hanspeter Hasler aus der Schweiz für diese Leistung und

    offenbarte damit den einzigen Kritikpunkt, den man an dieser Weltmeisterschaft haben konnte:

    Cash vom Schloß Rastede

    Jürgen Müller und Cäsar von der Rotmainquelle.

    Cäsar von der Rotmainquelle

    Rechts: Hanspeter Hasler

    8 IFR-Weltmeisterschaft Der Gebrauchshund • 4/2007

  • Die Leistungsrichter lagen, ge- messen am Niveau anderer inter- nationaler Wettbewerbe, mit ihren Bewertungen viel zu hoch. Im Vorjahr war das noch ganz an- ders. 2006 gab es kein „Gesamt- Vorzüglich“, in diesem Jahr gleich vier. Rechnen wir bei Jürgen Müller und Cäsar die verlorenen fünf Punkte (Pflichtentwertung) der Sitzübung hinzu, wäre dieses Team in der Wertnote „vorzüg- lich“ gewesen. Von einer vor- züglichen Leistung waren sie jedoch sehr weit entfernt. Im Schutzdienst kamen Müller und Cäsar auf 94 Punkte. Ein befriedigendes Verbellen und nicht immer volle Griffe führten zu den Abzügen. Leistungsrichter Prof. Dr. Peter Friedrich verglich Cäsar, der als neunter Hund den Schutzdienst absolvierte, offen mit dem bis dahin höchst- bewerteten Hund (Herbert Grubers Dingo von der Veste Liupolds- dorf – Österreich) und gab Cäsar einen Punkt weniger.

    Prof. Dr. Peter Friedrich

    Der Tscheche Hynek Prochazka präsentierte mit Vason Houbi dum einen wuchtigen, schweren Hund, der im Schutzdienst eine über- zeugende Motivation zeigte. Aber auch bei diesem Hund fiel auf, dass Leistungsrichter Friedrich

    die ersten Hunde sehr hoch be- wertet hatte. So musste er für Vasons Arbeit zwangsläufig 97 Punkte vergeben. Obwohl der Hund den Griff bei der Flucht schlecht setzte, im Rückentrans- port extrem stark vorging und korrigiert werden musste sowie auch nicht immer optimal be- wachte. In der Unterordnung kam dieses Team auf 88 Punkte, in der Fährte konnte Vason auf dem schwieri- gen Gelände nicht bestehen.

    Platz 5 ging an den Deutschen Manuel Klauer mit Baran vom Krumbach. Die beiden erzielten auf blankem, etwas steinigem Acker 93 Punkte. Der Abzug war auf unkonzentrierte Suche und „lasches Verweisen“ – so der

    Hundeführer – der Gegenstände zurückzuführen. Auch in der Unterordnung bekam dieses Team ein „Sehr gut“. Der 27-jährige Hundeführer hatte zwar vor der Unterordnung Befürch- tungen wegen der hohen Tempe- raturen, sein Hund hingegen drehte trieblich auf und zeigte sich stellenweise unkonzentriert. Klauer, der mit Baran bei dieser WM seinen ersten Hund führte, hatte auch Probleme mit dem „Finden“ der Gruppe: „Die Punkte im B-Teil, die ich dadurch ver- lor, dass ich mich bei der Freifolge auf dem Weg zur Gruppe verlief und deshalb aus dem Konzept geriet, muss ich mir komplett selbst zuschreiben. Hier fehlten halt ganz klar noch die Erfahrung und Routine meinerseits.“

    Zur Ehrenrettung des jungen Hundeführers sei erwähnt, dass die Personengruppe von der Prüfungsleitung auf doch recht ungewöhnlichem Wege auf den Platz geschickt wurde. Nach der zweiten Kehrtwendung mussten die Hundeführer noch einmal Richtung Platzmitte gehen und konnten erst dann nach einer weiteren Wendung in die Gruppe marschieren. Klauer und der fast sechsjährige Baran beendeten die Unterord- nung ohne größere Fehler und bekamen 92 Punkte. Eine Wertnote besser lief es für dieses Team im Schutzdienst. Nach zügigem Revieren stieß Baran einmal kurz an und ver- bellte anhaltend druckvoll. Bei Flucht und Abwehr setzte der

    Vason Houbi dum

    Manuel Klauer mit Baran vom Krumbach. Baran vom Krumbach

    4/2007 • Der Gebrauchshund IFR-Weltmeisterschaft 9

  • Rüde volle und feste Griffe, trennte korrekt und bewachte aktiv verbellend. Während des Rückentransportes folgte er korrekt, hätte den Überfall aber wuchtiger vereiteln können. Bei der langen Flucht griff der Rüde den Helfer wuchtig an und setzte einen nicht ganz vollen Griff. Etwas energischer hätte Baran den letzten Angriff abwehren müssen. So sah es au