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HolzBauSpezial Akustik & Brandschutz 2013 Schallschutz und Brandschutz im Massivholzbau Hotel Gradonna Mountain Resort ****s | H. Eppacher und H. Prader 1 Schallschutz und Brandschutz im Massivholzbau Hotel Gradonna Mountain Resort****S Helmut Prader Ingenieurbüro AT-Eben am Achensee Heinrich Eppacher Zimmerhofer GmbH AT-Sand in Taufers

Schallschutz und Brandschutz im Massivholzbau · HolzBauSpezial Akustik & Brandschutz 2013 Schallschutz und Brandschutz im Massivholzbau Hotel Gradonna Mountain Resort ****s | H

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  • HolzBauSpezial Akustik & Brandschutz 2013

    Schallschutz und Brandschutz im Massivholzbau Hotel Gradonna Mountain Resort ****s | H. Eppacher und H. Prader

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    Schallschutz und Brandschutz

    im Massivholzbau

    Hotel Gradonna Mountain Resort****S

    Helmut Prader

    Ingenieurbro

    AT-Eben am Achensee

    Heinrich Eppacher

    Zimmerhofer GmbH

    AT-Sand in Taufers

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    1. Einfhrung

    1.1. Das Unternehmen: Firma Zimmerhofer GmbH

    Ihr Partner fr Klein- und Groprojekte in Holzbauweise

    Die Firma Zimmerhofer ist ein fhrendes Holzbauunternehmen aus Sdtirol. Zu unse-

    ren Kunden zhlen Privatkunden, Hotellerie- und Fremdenverkehrsbetriebe, Partnerun-

    ternehmen aus der Bauindustrie sowie ffentliche Bautrger.

    Das Unternehmen wurde im Jahre 1963 gegrndet und kann somit auf eine mittlerweile

    50-jhrige Erfahrung im Bauwesen zurckgreifen. Unser hoher Qualittsstandard wird

    neben unseren Referenzprojekten auch durch verschiedene Zertifizierungen besttigt:

    ISO 9001:2008 Qualittsmanagementsystem

    SOA in verschiedenen Kategorien

    Auszeichnung des Olympische-Spiele-Organisations-Komitees fr auergewhnliche

    Leistungen beim Projekt Biathlon-Olympic-Center in Turin

    1.2. Unser Leistungsangebot

    Fachberatung: Beratung zur Vermeidung von Bauschden, Qualittsverbesserungen

    in den Bereichen Energieeffizienz, Schallschutz, Statik und Materialauswahl von der

    Angebotsphase bis zur Fertigstellung des Bauvorhabens.

    Fachplanung: Durch die detaillierte Planung und Optimierung verschiedener Details in

    Abstimmung mit unseren Kunden und der verschiedenen am Bau ttigen Unterneh-

    men wird unser hoher Qualittsstandard und ein reibungsloser Bauablauf garantiert.

    Projektmanagement & Bauleitung: Konsequente Terminplanung und Termineinhal-

    tung sowie laufende Kostenberwachung durch unsere Fachleute auf der Baustelle

    sind Grundsteine fr Kundenzufriedenheit und kurze Bauzeiten.

    Zusatzleistungen: Neben den Holzbauarbeiten knnen wir durch unsere zahlreichen

    Partnerunternehmen auch Zusatzleistungen anbieten. Hierzu zhlen unter anderem

    Baumeisterarbeiten, WDVS-Systeme und Fassadenarbeiten, Schwarzdecker- und

    Spenglerarbeiten, Verglasungen, Fenster & Tren, Innenausbau und vieles mehr

    1.3. Das Gradonna Mountain Resort

    Abbildung 1: Lageplan Gradonna Mountain Resort

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    Das Hotel Gradonna Mountain Resort****s stellt den Mittelpunkt des Tourismusdorfes

    am Fue des Groglockners dar. Das Resort besteht aus insgesamt 48 Chalets, 1 Mit-

    arbeiterhaus und dem Hotel im 4-Sterne Superior Standard.

    Der 3-geschossige ffentliche Bereich des Hotels, bestehend aus Eingangshalle, SPA-

    Bereich, Bar, Speisesaal, Restaurant und Geschften, wurde in Massivbauweise kon-

    struiert. Dieser bildet den Sockel fr den in Holzbauweise errichteten 2-geschossigen

    Zimmertrakt. berragt wird das Gebude von dem 6-geschossigen Suiten-Turm, eben-

    falls in Massivbauweise.

    Eine nhere Beschreibung des Projektes finden Sie unter dem Kapitel Brandschutz.

    1.4. Auftragsumfang Holzbau

    Das Gesamtauftragsvolumen betreffend Holzbau beim Hotel betrug ca. 3,5 Mio. . Um

    den Umfang des Projektes besser beschreiben zu knnen, hier einige Eckdaten:

    1.300m Brettsperrholz Wand- und Deckenelemente (33 LKW Ladungen)

    2600m Fassadenschalung aus Lrchenholz

    2300m Terrassenbden aus Lrchenholz

    1.100m LA-Dreischichtplatten fr Loggia-Verkleidungen

    7.900m Zirm-Dreischichtplatten fr Vorsatzschalen in den Hotelzimmern

    5.900m Lignotrend-Deckenelemente (Akustikdecken in ffentlichen Hotelbereichen)

    2. Schallschutz im Massivholzbau

    Hotel Gradonna Mountain Resort ****s

    2.1. Die Anforderungen nach DIN 4109

    Die Anforderungen an die Schalldmmung sind in der DIN 4109 Schallschutz im Hoch-

    bau definiert. Sie sind bauaufsichtlich eingefhrt und mssen eingehalten werden.

    Die Anforderungen und Vorschlge der DIN 4109 an das bewertete Schalldmmma

    werden als erf.Rw angegeben. Dieser Wert stellt nach wie vor die wichtigste Einfluss-

    gre fr den Luftschallschutz zwischen zwei Rumen dar. Hier ein Auszug aus der DIN

    4109 in der die Anforderungen an Beherbergungsbetrieb klar geregelt sind.

    Abbildung 2: Ausschnitt DIN 4109 Anforderungen an den Schallschutz

    Bei exklusiven Gebuden wie beispielsweise dem Hotel Gradonna Mountain Re-

    sort****s werden jedoch hhere Anforderungen an den Schallschutz gestellt. Als aus-

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    fhrender Betrieb ist es daher sinnvoll sich am Beiblatt 2 der DIN 4109 zu orientieren,

    in dem Vorschlge fr einen erhhten Schallschutz geregelt sind. Daraus ergeben sich

    folgende Anforderungen:

    Zimmertrennwnde: R`w > 52dB

    Geschodecken: R`w > 55dB

    2.2. Wand-und Deckenaufbau Zimmergeschoe

    Die tragende Struktur des 2-geschossigen Zimmertraktes in Holzbauweise wurde aus

    Brettsperrholz hergestellt. Um zwischen den einzelnen Zimmern eine durchgehende

    Schalltrennung gewhrleisten zu knnen wurde jedes Zimmer als einzelnes Modul

    geplant. Das heit jedes Zimmer hat eine fr sich eigenstndige tragende Struktur,

    welche durch eine durchgehende Schalldmmung aus Mineralwolle vom Nachbarzim-

    mer schalltechnisch getrennt wird.

    Fr die Zimmertrennwnde wurde der in folgender Abbildung dargestellte Wandaufbau

    von Seiten der Planer vorgegeben und verwendet.

    Abbildung 3: Wandaufbau REI 60 Zimmertrennwand

    Die Brettsperrholzelemente wurden von der Firma StoraEnso, anhand der von unserer

    technischen Abteilung ausgearbeiteten Abbundplne produziert und abgebunden. Als

    Schalltrennung zwischen den Wnden wurde Mineralwolle verwendet, die bauseits mit

    Kunststoffklammern einseitig auf die Wandelemente aufgeklammert wurde. Dabei

    durfte keine feste Verbindung zwischen den BSB-Wandelementen hergestellt werden,

    um die bestmglichen Schalldmmwerte zu erreichen.

    Nach der Montage der Estriche und deren Austrocknung erfolgte dann die beidseitige

    Montage der Vorsatzschalen. Dabei wurden die Holzlatten mit Trennfilzen unterlegt,

    und die Zwischenrume dicht mit Mineralwolle ausgefllt. Installationen in dieser

    Schicht wurden auf ein Minimum reduziert. Anschlieend folgte die Beplankung mit

    Dreischichtplatten aus Zirmholz (Oberflche gebrstet + UV-Schutz). Die Wahl auf die

    Holzart Zirm fiel aufgrund der positiven Eigenschaften des in der Zirbe enthaltenen

    Pinosylvin. Es untersttzt Wohlbefinden und Gesundheit und trgt zum typischen Duft

    bei, welcher sich besonders in verbauter Form voll entfaltet. Auf den Punkt gebracht

    Im Zirbenzimmer schlft es sich besser.

    Der Geschossdeckenaufbau ist in folgender Abbildung dargestellt. Dabei besteht die

    tragende Struktur aus 160mm dicken Brettsperrholzelementen, die auf den Zimmer-

    trennwnden gelagert werden. Hier wurden smtliche Verbindungen zwischen Decke

    und Wand mit EPDM Bndern unterlegt, um auch hier die Schallbertragung so gering

    wie mglich zu halten.

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    Abbildung 4: Zimmergeschossdecke

    Auch die Deckenuntersichten wurden mit Zirbenholz-Dreischichtplatten verkleidet. Um

    die Montage der Strahler an den Decken zu ermglichen war hier eine Mindestabhn-

    gehhe von 10cm erforderlich, hergestellt durch Schwingbgel aus Aluminium. Der

    oberseitige Bodenaufbau wurde bauseits durch ein Estrichunternehmen laut beschrie-

    benem Aufbau ausgefhrt.

    2.3. Nachweis Schallschutz Wand- und Deckenaufbauten

    Als Nachweis fr die Erfllung der schalltechnischen Anforderungen an verschiedene

    Bauteile kann in sterreich der Bauteilkatalog von dataholz verwendet werden. Hier

    wurden durch die Holzforschung Austria in einer Versuchsreihe verschiedene im Holz-

    bau bliche Wand- und Deckenaufbauten in ihren schall- und brandschutztechnischen

    Eigenschaften geprft und entsprechende Werte ermittelt.

    Auch die hier zur Anwendung gekommenen Aufbauten wurden in nahezu identischer

    Konstruktion geprft. Dabei wurden die bauphysikalischen Werte wie in folgenden Ab-

    bildungen dargestellt gemessen:

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    Abbildung 5: Baupysikalische Bewertung Zimmertrennwnde (Quelle: www.dataholz.com)

    Abbildung 6: Baupysikalische Bewertung Geschossdecke (Quelle: www.dataholz.com)

    Der hier geprfte Wandaufbau erreicht also einen Luftschalldmmwert von R`w = 59

    dB und liegt somit deutlich ber dem laut Beiblatt 2 zur DIN 4109 geforderten Wert

    von R`w = 52 dB. Auch beim Deckenaufbau liegt der erzielte Wert von R`w = 60 dB im

    zulssigen Bereich ber R`w = 55 dB.

    2.4. Akustikdecken im ffentlichen Hotelbereich

    Um in den ffentlichen Bereichen des Hotels, wie z.B. Restaurants, Spa-Bereich, Ein-

    gangshalle usw., eine angenehme Raumakustik zu erzeugen, wurde von den Planern

    das Echtholz-Akustikelement LIGNO Akustik light der Firma Lignotrend gewhlt. Diese

    Elemente sind speziell fr akustisch wirksame Verkleidungen im Wohnungs- und Ob-

    jektbau geeignet.

    http://www.dataholz.com/http://www.dataholz.com/

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    Produktbeschreibung LIGNO Akustik light:

    (Quelle: www.lignotrend.de):

    Die streifenfrmigen Brettsperrholz-Elemente bestehen aus drei Lagen: Auf der Sicht-

    seite entsteht durch werksseitige Schlitzung der ersten Lage eine Leistenoptik, die

    Verkleidung ist bei entsprechender Montage ballwurfsicher.

    Die mittlere Lage (Querlage) ist im rechten Winkel zur Decklage orientiert und sorgt so

    fr hohe Formstabilitt. Die rckseitige Lage wird von vier wiederum lngs verlaufen-

    den Brettern oder einer geschlossenen Lage gebildet.

    In der Querlage sind Akustikabsorber integriert. Dank dem zurckgesetzten Absorber-

    material ist das Paneel renovierungsfreundlich, denn die Absorptionswirkung geht bei

    Anstrich oder Abschleifen nicht verloren. Durch Strukturierung der Oberflche wird

    eine zustzlich akustisch vorteilhafte diffuse Schallstreuung erreicht.

    Die Elemente sind zur flchenbndigen Verlegung umlaufend profiliert.

    Deckbreite: 625 mm

    Holzart: Fichte / Tanne (Holzfeuchte: 9 2%)

    Verklebung: PUR-Kleber (formaldehydfrei), Massenanteil Kleber ca. 1,1 % (dreilagig)

    Brettsperrholz-Struktur: natureplus-Zertifikat Nr. 0211-0606-014-1,

    Standard-Absorber aus Holzweichfaser: natureplus-Zertifikat Nr. 0104-0710-012-4

    Aufgrund der extrem groen Rume konnte durch die Montage der Akustikdecken die

    Raumakustik erheblich verbessert werden. Dies wurde bereits whrend der Montage

    deutlich. Gerusche werden einfach geschluckt und somit kann der Gast ohne groe

    Lrmbelastung den Urlaub genieen. In folgender Abbildung sind die geprften Absor-

    berwerte dargestellt:

    Abbildung 7: Bewertung Akustikabsorption (Quelle: www.lignotrend.de)

    http://www.lignotrend.de/

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    3. Brandschutz im Massivholzbau

    Hotel Gradonna Mountain Resort ****s

    HOTEL GRADONNA MOUNTAIN RESORT****S

    IN AT-9981 KALS OSTTIROL:

    Das Hotel Gradonna Moutain Resort umfasst einen 5-geschoigen Baukrper, wobei in

    den beiden obersten Geschoen Gstezimmer vorgesehen sind. Auf diesen Baukrper

    ist ein 6-geschoiger Turm aufgesetzt.

    Nutzung der 5 Geschoe:

    Ebene -1: Parkgarage, Technik- und Lagerrume; Ebene 0: Halle (Empfang),

    SPA-Bereich; Ebene +1: Halle, Restaurant mit Kche

    Ebene +2: Zimmergescho

    Ebene +3: Zimmergescho

    Ebene +4: Zimmergescho

    Die Zimmergeschoe umfassen insgesamt 104 Zimmer mit 208 Betten.

    Die tragenden Konstruktionen - die Sttzen, die geschlossenen Wnde, die Gescho-

    decken im Garagen-, Eingangs- und Restaurantgescho sowie die Wnde der Treppen-

    huser - wurden in Stahlbeton ausgefhrt.

    Die Zimmergeschoe wurden als vorgefertigte Holzmodule aus Brettsperr-

    holzelementen auf der Stahlbetonkonstruktion montiert.

    Die Wnde zwischen den Zimmern und die Wnde zwischen den Zimmern und

    den Gngen wurden ebenfalls aus Brettsperrholzelementen hergestellt.

    Die Innenflchen der Gstezimmer sind vorgehngte Holzwerkstoffplatten.

    Die Auenwnde wurden als wrmegedmmte Stahlbetonwnde bzw. als wrmege-

    dmmte Holzwnde, die Fassaden im Bereich der beiden Zimmergeschoe aus Holz-

    werkstoffplatten ausgefhrt.

    Die Flachdcher (Brettsperrholzelemente) wurden als Bitumendcher mit Kiesauflage

    bzw. Extensivbegrnung ausgefhrt.

    Die Zimmergeschoe in den Ebenen +2, +3 und +4 sind so angeordnet, dass

    jeweils nur zwei Zimmergeschoe bereinander liegen.

    Es wurden 4 Treppenhuser und 3 Aufzugsanlagen errichtet.

    Die Gesamtgrundflche pro Gescho einschlielich Treppenhuser, Schleusen und Auf-

    zge des Hotels betrgt ca. 2880 m2.

    Das Hotel war in die Gebudeklasse 5 einzustufen (Fluchtniveau < 11 m).

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    Die Feuerwehreinsatzebene wurde auf Grund der geplanten Zufahrtsmglich-

    keiten und der Aufstellflchen fr die Feuerwehr mit dem zustndigen Feuer-

    wehrinspektor auf der Ebene +1 festgelegt.

    Die in diesem Epilog angefhrte brandschutztechnische Beurteilung bezieht sich nur

    auf die in Massivholzbauweise ausgefhrten Zimmergeschoe.

    Die brandschutztechnischen Anforderungen an die Bauweise von Beherbergungsbe-

    trieben sind in Tirol (sterreich) in der OIB-Richtlinie 2 Brandschutz in Verbindung

    mit den Technischen Bauvorschriften geregelt.

    Es war zu prfen, ob einerseits eine Massivholzbauweise und andererseits die Ausfh-

    rung der brandabschnittsbildenden Bauteile den gesetzlichen Anforderungen fr tra-

    gende Bauteile entsprechen.

    3.1. Bauteilanforderungen

    Die tragenden Bauteile der jeweils zwei bereinanderliegenden Zimmerge-

    schoe (Ebene +2 und +3 bzw. +3 und +4) sollten aus Brettsperrholzelemen-

    ten REI/EI 60 ausgefhrt werden.

    OIB-Richtlinie 2 - Tabelle 1 Allgemeine Bauteilanforderungen

    Bauteile mit der Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten mssen aus Baustoffen der

    Euroklasse des Brandverhaltens mindestens A2 bestehen, sofern in Tabelle 1 keine

    Ausnahmen vorgesehen sind.

    Gebudeklassen (GK) GK 1 GK 2 (1) GK 3 (1) GK 4 (1) GK 5

    1 tragende Bauteile (ausgenommen Decken und brandabschnittsbildende Wnde)

    1.1 im obersten Gescho ohne R 30 R 30 R 30 R 60 (2)

    1.2 in sonstigen oberirdischen Geschoen

    R 30 (3) R 30 R 60 R 60 R 90

    (2) Bei Gebuden mit nicht mehr als sechs oberirdischen Geschoen gengt fr die beiden obersten Geschoe die Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten;

    Laut Tabelle 1 Allgemeine Bauteilanforderungen dieser Richtlinie ist in der Gebude-

    klasse 5 eine derartige Ausfhrung Brettsperrholzelemente REI/EI 60 zulssig.

    3 brandabschnittsbildende Wnde und Decken

    3.2 sonstige brandabschnittsbilden-de Wnde oder Decken

    nicht zutreffend

    REI 90 (6) EI 90 (6)

    REI 90 (6)

    EI 90 (6) REI 90 (6)

    EI 90 (6) REI 90

    EI 90

    Bei brandabschnittsbildenden Bauteilen besteht jedoch die Forderung nach

    REI 90 mindestens A2, was bei Brettsperrholzelementen nicht gegeben ist.

    Von den Anforderungen dieser Richtlinie kann abgewichen werden, wenn schlssig

    nachgewiesen wird, dass nach dem Stand der Technik bzw. Wissenschaften gleichwer-

    tig wie bei Anwendung der Richtlinie

    der Gefhrdung von Leben und Gesundheit von Personen durch Brand

    vorgebeugt sowie

    die Brandausbreitung eingeschrnkt wird.

    Sofern das Erreichen der Schutzziele dieser Richtlinie nicht zweifelsfrei gewhrleistet

    ist, ist der Nachweis durch ein Brandschutzkonzept zu erbringen.

    3.2. Brandabschnittsgren

    Neben den Bauteilanforderungen sind auch die Brandabschnittsflchen fr die vorlie-

    gende Nutzung Gstezimmer mit 1.200 m2 beschrnkt.

    Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerkes

    Brandabschnitte

    Bei oberirdischen Geschoen darf ein Brandabschnitt eine Flche von 1.200 m2 - bei

    Bronutzung eine Flche von 1.600 m2 - und eine Lngsausdehnung von 60 m nicht

    berschreiten, sowie sich ber nicht mehr als vier oberirdische Geschoe erstrecken.

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    In unterirdischen Geschoen darf ein Brandabschnitt eine Flche von 800 m nicht

    berschreiten.

    Die Zimmergeschoe in den Ebenen +2 und +3 bzw. +3 und +4 wurden in je vier (E

    +2/+3) bzw. drei (E +4) Brandabschnitte unterteilt, wobei die brandabschnittsbilden-

    den Wnde und Decken in der Feuerwiderstandsklasse REI/EI 90 aus Brett-

    sperrholzelementen ausgefhrt wurden.

    Abbildung 8: Brandabschnittswand REI 90

    Die Brandabschnittsflchen betragen in den drei Zimmergeschoen (E +2, E +3 und E

    +4) zwischen 450 m2 und 750 m2.

    Abbildung 9: Brandabschnitte in den Zimmergeschoen

    Die Wnde zwischen den einzelnen Zimmern und die Trennwnde zwischen den Zim-

    mern und den Gngen wurden aus Bauteilen der Feuerwiderstandklasse REI/EI 60

    (ebenfalls Brettsperrholzelemente) hergestellt.

    Die Loggien der einzelnen Zimmer wurden so angeordnet, dass eine horizontale

    Brandausbreitung nicht zu erwarten ist.

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    Abbildung 10: Anordnung der Loggien in den Zimmergeschoen

    Neben der Brandabschnittsbildung ist das gesamte Hotel mit einer automatischen

    Brandmeldeanlage mit Alarmweiterleitung zur Leitstelle Tirol ausgestattet. Weiters

    sind neben der Sicherheitsbeleuchtung Wandhydranten und tragbare Feuerlscher in

    allen Brandabschnitten vorhanden.

    Die Bodenbelge, Wand- und Deckenverkleidungen in den Gngen entsprechen der

    Brennbarkeitsklasse Cfl-s1, d0; in den Treppenhusern sind nichtbrennbare Bodenbe-

    lge vorhanden.

    Auf Grund der Ausfhrung der brandabschnittsbildenden Bauteile Brettsperrholzele-

    mente REI/EI 90, Umfassungsbauteile der Zimmer REI/EI 60 und der Gre der

    Brandabschnitte sowie der sonstigen brandschutztechnischen Einrichtungen bzw.

    Ausstattung war aus brandschutztechnischer Sicht eine Ausfhrung der Brand-

    abschnittswnde und decken in den jeweils zwei bereinanderliegenden

    Zimmergeschoen aus Bauteilen der Feuerwiderstandklasse REI/EI 90

    Brettsperrholz und damit eine Abweichung von der OIB-Richtlinie 2 vertretbar.

    3.3. Fluchtwege

    Abweichung von der OIB-Richtlinie 2:

    Von Pkt 7.3.3: Ein einziger Fluchtweg ber ein Treppenhaus bzw. eine Auentreppe gem Punkt 5.1.1 (b) ist nur zulssig in Beherbergungssttten mit nicht mehr als

    100 Gstebetten, sofern die Wnde zwischen Gstezimmern und Gngen der Feuerwi-

    derstandsklasse REI 30 bzw. EI 30 und die Tren zwischen Gstezimmern bzw. sonsti-

    gen Rumen und Gngen der Feuerwiderstandsklasse EI2 30-C entsprechen.

    Das Hotel verfgt ber vier Treppenhuser, eines davon ist auch fr den Turm vorge-

    sehen. Alle vier Treppenhuser wurden gem OIB-Richtlinie 2, Tabelle 2

    Anforderungen an Treppenhuser bzw. Auentreppen im Verlauf des einzigen

    Fluchtweges gem Punkt 5.1.1 (b) ausgefhrt.

    Von allen Gstezimmern der jeweils zwei bereinanderliegenden Zimmergeschoe ist

    innerhalb von 40 m ein Treppenhaus erreichbar, das dem Pkt. 5.1.1 entspricht:

    Von jeder Stelle eines Raumes ausgenommen nicht ausgebaute Dachrume muss

    in hchstens 40 m Gehweglnge erreichbar sein:

    (b) ein Treppenhaus oder eine Auentreppe mit jeweils einem Ausgang zu

    einem sicheren Ort des angrenzenden Gelndes im Freien gem Tabelle 2

    Die Fluchtwege bzw. die Fluchtweglngen entsprechen damit der vor angefhrten Be-

    stimmung der OIB-Richtlinie 2. Die vorgesehene Abweichung besteht darin, dass der

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    einzige Fluchtweg ber ein Treppenhaus bzw. eine Auentreppe gem

    Punkt 5.1.1 (b) nur in Beherbergungssttten mit nicht mehr als 100 Gstebetten

    zulssig ist.

    104 Zimmer sind auf jeweils zwei Geschoe mit einer Lngsausdehnung von je ca. 150

    m verteilt. Die beiden jeweils zwei bereinanderliegenden Geschoe sind in vier bzw. drei Brandabschnitte, wie zuvor angefhrt, unterteilt. Mit Ausnahme der beiden Brand-

    abschnitte im stlichen Teil des Hotels sind fr die Gstezimmer zwei voneinander un-abhngige Fluchtwege in entgegen gesetzter Richtung zu den Treppenhusern vorhanden.

    Die vorgesehene Abweichung besteht darin, dass das Hotel mehr als 100 Betten

    umfasst und fr zwei Brandabschnitte (je 10 Zimmer pro Gescho zwischen

    den Achsen 16S und 21S) nur ein einziger Fluchtweg gem Punkt 5.1.1 (b)

    vorhanden ist.

    Die Abweichung der Fluchtwege fr die beiden Brandabschnitte bezieht sich nur auf die

    Gesamtanzahl der Hotelbetten, nicht auf die Anforderungen der Fluchtwege gem

    Punkt 5.1.1 (b). Diese Abweichung stellt aus brandschutztechnischer Sicht keine Ge-

    fahren- bzw. Risikoerhhung fr die Gste dar, da die Fluchtwege den Anforderungen

    an Treppenhuser bzw. Auentreppen im Verlauf des einzigen Fluchtweges

    gem Punkt 5.1.1 (b), Tabelle 2 (Tren zum Treppenhaus - Feuerschutztren EI2

    30-C-Sm) entsprechen.

    Auerdem ist fr die vor angefhrten 10 Zimmer pro Gescho der Rettungsweg

    (zweiter Fluchtweg) mit Gerten der Feuerwehr gegeben, da der Fuboden des oberen

    der beiden Geschoe nur 7 m ber der Angriffsebene der Feuerwehr liegt.

    Die Tren der Gstezimmer, fr die nur ein einziger Fluchtweg vorhanden ist (zwi-

    schen den Achsen 16S und 21S) und die Tren in den Gngen wurden als Feuer-

    schutztren EI2 30-C ausgefhrt.

    3.4. Zusammenfassung

    Die Ausfhrung der beiden Zimmergeschoe des Hotels Gradonna Mountain Resort aus

    Brettsperrholzelementen war aus brandschutztechnischer Sicht zulssig, da auf Grund

    der Brandabschnittsbildung und der Fluchtweganordnung trotz Abweichungen von der

    OIB-Richtlinie 2 die gesetzlich festgelegten Schutzziele der Technische Bauvorschriften

    2008 erfllt werden.

    Aus den Technische Bauvorschriften 2008:

    5 Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerkes

    (1) Bauwerke mssen so geplant und ausgefhrt sein, dass bei einem Brand die Aus-

    breitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerkes begrenzt wird.

    (2) Bauteile zur Abgrenzung von Nutzungseinheiten, z.B. Decken oder Wnde zwi-

    schen Wohnungen, mssen einen Feuerwiderstand aufweisen, der

    1. die unmittelbare Gefhrdung von Personen in anderen Nutzungseinheiten aus-

    schliet und

    2. die Brandausbreitung wirksam einschrnkt. Dabei ist der Verwendungszweck

    und die Gre des Bauwerkes zu bercksichtigen.

    (3) Bauwerke sind in Brandabschnitte zu unterteilen, wenn es aufgrund des Verwen-

    dungszweckes oder der Gre des Bauwerkes zur Sicherung der Fluchtwege und einer

    wirksamen Brandbekmpfung erforderlich ist. Insbesondere ist eine zweckentspre-

    chende Gre und Anordnung der Brandabschnitte erforderlich. Die den einzelnen

    Brandabschnitt begrenzenden Bauteile mssen die Brandausbreitung wirksam ein-

    schrnken.