Schlafen Sie gut?! - ?· Sleep disturbance, insomnia, sleep disorder

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  • St. Gallen, den 04. September 2014

    Schlafen Sie gut?!Entwicklung, Umsetzung und Evaluation einesEntwicklung, Umsetzung und Evaluation eines evidencebasierten Beratungsprogramms zur

    Schlaffrderung bei onkologischen PatientInnen

    Onkologische Pflege Fortgeschrittene Praxis

    Jutta Mohr, BScN & Dipl. PGw. Petra RenzStabsstelle des Klinikumsvorstands KV 4, Pflegeforschung, Universittsklinikum Tbingen

  • Angaben zum Projekt

    Erste pflegerische Interventionsstudie am UKT

    Gefrdert durch die Ludwig Hiermaier-Stiftung fr angewandte Krebsforschung am UKT

    Frderdauer: 1 Jahr (Mrz 2012 bis Februar 2013)

    2Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

  • Gliederung

    1. Relevanz der Problematik2 Vorgehen2. Vorgehen3. Evidencebasierte Manahmen zur Schlaffrderung4 Studienintervention4. Studienintervention5. Ergebnisse6 Diskussion6. Diskussion7. Fazit8 Literatur (Auswahl)8. Literatur (Auswahl)

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT3

  • 1. Relevanz der Problematik

    Prvalenz von Schlafstrungen: g30 75% der onkologischen PatientInnen

    (Berger et al. 2009, Dirksen & Epstein 2008, Demiralp, Olflaz & Komurcu 2010, Price et al. 2009)

    In Form von Ein- und Durchschlafstrungen (Davidson et al. 2001)

    Auswirkungen auf Fatigue, Schmerzen, Lebensqualitt (Dirksen & Epstein 2008, Beck, Dudley & Barsevick 2005, Page et al. 2006)

    Prvalenzerhebung zum Symptomerleben onkologischer PatientInnen am UKT (Herbst 2010):onkologischer PatientInnen am UKT (Herbst 2010):

    Schlafstrungen bei 58% der Befragten Rangfolge: 3. Platz

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT4

  • 1. Relevanz der Problematik

    Behandlung von Schlafstrungen1. Pharmakologisch

    Wirksamkeit bei Langzeitanwendung nicht evident (Epstein & Dirksen 2007)

    Oft mit Nebenwirkungen und WechselwirkungenOft mit Nebenwirkungen und Wechselwirkungen (Clark et al. 2004)

    2. Non-pharmakologisch Verlssliche dauerhafte Schlafverbesserung

    (Irwin, Cole & Nicassio 2006)

    Keine Nebenwirkungen Keine Nebenwirkungen (National Institut of Health 2005)

    5Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

  • 2. Vorgehen

    FragestellungFragestellung

    Welche pflegerischen Manahmen zur Schlaffrderung bei onkologischen PatientInnen sindSchlaffrderung bei onkologischen PatientInnen sind effektiv und wirksam?

    Beantwortung nach der EBN-MethodeEvidence-based Nursing ist die Integration der

    d i b i h f li h B l i diderzeit besten wissenschaftlichen Belege in die Pflege. (Behrens, Langer 2010)

    6

    (Behrens, Langer 2010)

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

  • 2. Vorgehen

    LiteraturrechercheRecherche in Datenbanken: Medline, Pubmed, PsychInfo und CinhalSuchbegriffe (Auswahl): g ( ) neoplasm, Cancer Sleep disturbance, insomnia, sleep disorder

    i i t ti nursing intervention non-pharmacological therpay, behavior therpapy

    E b i d R h h 6 R f t diErgebnis der Recherche: 6 ReferenzstudienAus Kanada, USA und SchottlandUnterschiede in

    Art der Erkrankung Zeitpunkt der Erkrankung Einzelberatung versus Gruppenprogramm g pp p g

    7Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

  • 2. Vorgehen

    Kritische Auswertung der Studien (EBN-Raster)GlaubwrdigkeitGlaubwrdigkeitAussagekraftAnwendbarkeit

    EvidencegradeEvidencegrad

    1 bersichtsarbeiten oder einzelne randomisiert kontrollierte Studien

    2 bersichtsarbeiten oder2 bersichtsarbeiten odereinzelne Kohortenstudien

    3 bersichtsarbeiten odereinzelne Fall-Kontroll-Studieneinzelne Fall-Kontroll-Studien

    4 Fallserien5 Expertenmeinung

    8Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

    (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Behrens, Langer 2010)

  • 3. Evidencebasierte Manahmen zur Schlaffrderung

    Verhaltenstherapeutische KombinationsprogrammeM h I h lt E i Q llManahme Inhalt Evi-

    denceQuellen

    Stimuluskontrolle Verbindung Bett mit Schlaf 1b Berger et al. 2009; Epstein & Dirksen 2007;Epstein & Dirksen 2007; Savard et al. 2005; Espie et al. 2008; Davidson et al. 2001; Quesnel et al. 2003

    Schlafrestriktion Reduktion der (wach) im Bett verbrachten Zeit

    1b

    Schlafhygiene Gesunde Verhaltensweisen 1bSchlafhygiene Gesunde Verhaltensweisen zur Schlaffrderung

    1b

    Schlaftagebuch 1bEntspannung PME, Imagination etc. 1b Berger et al. 2009;

    Espie et al. 2008; Davidson et al. 2001

    Symptomkontrolle 1b Espie et al. 2008Symptomkontrolle 1bSteigerung der krperl. Aktivitt

    1b Espie et al. 2008; Davidson et al. 2001; Quesnel et al. 2003

    S d t l 2005

    9

    Kognitive Therapie PsychotherapeutischeAnstze

    1b Savard et al. 2005; Espie et al. 2008; Quesnel et al. 2003

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

  • 3. Evidencebasierte Manahmen zur SchlaffrderungStimuluskontrolle

    Stimuluskontrolle = Das Bett mit Schlafen inStimuluskontrolle = Das Bett mit Schlafen in Verbindung bringen

    (1) Gehen Sie nur zu Bett, wenn Sie mde sind.

    (2) Verlassen Sie das Bett, wenn Sie nicht schlafen knnen. ( ) ,

    (3) Nutzen Sie das Bett nur zum Schlafen und zu sexuellen Aktivitten (z.B. kein Lesen, kein TV). ( )

    (4) Stehen Sie jeden Morgen zur selben Zeit auf.

    (5) Schlafen Sie nicht tagsber(5) Schlafen Sie nicht tagsber.

    (6) Schauen Sie nachts nicht auf die Uhr.(vgl Morin & Espie 2004)(vgl. Morin & Espie 2004)

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT10

  • 3. Evidencebasierte Manahmen zur SchlaffrderungSchlafrestriktion

    Schlafrestriktion = Durch Verkrzung der im BettSchlafrestriktion = Durch Verkrzung der im Bett verbrachten Zeit wird der Schlafdruck erhht und somit eine bessereund somit eine bessere Schlafeffizienz erreicht

    Geschlafene Zeit pro Nacht x 100 % S hl f ffi iGeschlafene Zeit pro Nacht x 100Bettliegezeit pro Nacht

    = % Schlafeffizienz

    Ziel: Schlafeffizienz 85%

    (vgl Morin & Espie 2004)

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

    (vgl. Morin & Espie 2004)

    11

  • 3. Evidencebasierte Manahmen zur SchlaffrderungSchlafhygiene

    Schlafhygiene = Gesunde Verhaltensweisen, die den Schlaf frdern(A hl)

    Manahme Inhalt Evi-dence

    Quellen

    (Auswahl)

    dence1 Basis-

    informationenWissen ber Schlaf 1b Epstein & Dirksen 2007;

    Savard et al. 2005; Espie et al. 2008; Davidson et al 2001Davidson et al. 2001

    2 Zubettgeh-ritual

    Regelmig gleiche Abfolge von Handlungen vor dem Schlafengehen

    1b Savard et al. 2005; Espie et al. 2008; Quesnel et al. 2003

    Schlafengehen3 Koffein,

    NikotinVermeidung von Koffein und Nikotin vor dem Schlafen

    1b Epstein & Dirksen 2007; Savard et al. 2005; Espie et al. 2008

    4 E Ni ht h i B tt h 1b S d t l 20054 Essen Nicht hungrig zu Bett gehen 1b Savard et al. 2005; Espie et al. 2008

    5 Medien Vor dem Schlafengehen kein Fernsehen oder Surfen im Internet

    5 Riemann 2004, Zulley 2008Fernsehen oder Surfen im Internet y

    12Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT

  • 3. Evidencebasierte Manahmen zur SchlaffrderungEntspannungp g

    Entspannung = Manahmen zur Reduktion der p gkrperlichen Spannung oder aufdringlicher Gedanken(Morin et al. 2006)

    Manahme Inhalt Evi-dence

    Quellendence

    1 PME Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

    1b Davidson et al. 2001; Savard et al. 2005; Quesnel et a. 2003

    2 Weitere Entspannungsmethoden

    nicht nher beschrieben 1b Berger et al. 2009; Espieet al. 2008; Davidson et al. 2001

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT13

  • 3. Evidencebasierte Manahmen zur SchlaffrderungSchlaftagebuch

    Selbst-AssessmentSelbst Assessment tgliche Dokumentation von Schlafquantitt &- qualitt Schlafquantitt & qualitt Schlafeffizienz & schlaffrdernder Manahmen

    frdert die Wahrnehmung des eigenen Schlafeseigenen Schlafes

    Der Erfolg der Manahmen k lb t b t ilt d !kann selbst beurteilt werden!

    (vgl. Morin & Espie 2004)

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT14

  • 4. Studienintervention

    Quelle: www.toonpool.de

    Jutta Mohr, Petra Renz Pflegedirektion des UKT15

  • 4. Studienintervention

    1. Kommunikative Manahmenschlafbezogenes Erst- und Re-Assessmentstrukturierte Beratung anhand Informationsbroschre

    2. Instrumentelle ManahmenSchlaftagebuchgEntspannungsmanahmen: PMR und Entspannungsmusik mittels mp3/CDmp3/CD

    Jutta Mohr , Petra Renz Pflegedirektion des UKT16

  • 4. StudieninterventionStudiendesign

    StudiendesignP k i i i ll

    Pat. Information & Einwilligung

    1. Tag:Stationre Aufnahme

    Prospektives quasi-experimentelles pr-post Design mit Kontrollgruppe

    StationrStudienaufnahme

    2. Tag: WA: Basisberatung anhand Infobroschre

    Patient:Entspannung

    Patient:Schlaftagebuch

    Studienablauf Beratung nach individuellem

    Bedarf, persnlich oder telefonisch4.-5. Tag:

    Bei Bedarf

    WA: Modul Beratung anhand Infobroschre

    WA: Modul Entlassung

    WA: Modul Entlassung

    WA: Modul Beratung anhand Infobroschre

    Bedarf, persnlich oder telefonisch

    Hauptzielvariable

    NachstationrEntlassung

    WA: Modul Beratung anhand Infobroschre

    48-72h WA: Modul nachstationre Beratung

    Tag vor E WA: Modul Entlassung

    subjektive Schlafqualitt (PSQI)

    Messzeitpunkte:

    WA: ModulNachstationre Beratung

    28.Tag

    Bei Bedarf:Mind alle 14 Tage

    Messzeitpunkte: Tag der Studienaufnahme Nach 4 Wochen Nach 8 Wochen

    56. Tag

    STUDIENABSCHLUSS