Servus in Stadt & Land 05/2012

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Servus in Stadt & Land - Vorschau auf die Ausgabe 05/2012

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  • E i n f a c h . G u t . L E b E n 22

    Wiesenber blhende

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    Ses Dankeschnrezepte fr die Muttertagsjause

    Zu Gast im Pinkatal Bei lprinzen & kruterhexen

    sterreichische Hochzeitsbruche & Vom Vinschgau ins tztal & Die Seifensiederin vom Almtal >

    DachsspurenZwischen Neusiedl und Bregenzerwald

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    12 In der BlumenwieseWerner Gamerith ldt zu einem Philosophikum an der frischen Luft.

    24 Ein Fest fr alle SinneWenn der Flieder blht, ffnen sich die Herzen.

    30 Der MrchengartenElfriede Heinzle hat sich in Gtzis ein kleines Paradies erschaffen.

    40 Hbsche Lckenfllerbergangslsungen fr den Garten.

    140 Der NachtschwrmerWir haben den Dachs aus seinem luxurisen Bau gelockt.

    Natur & Garten 54 Von Gurkn & Murkn

    Das vielsortige Gemse bringt uns den Sommer in die Kche.

    58 Fr dich, Mama!Fnf se Jausen-Klassiker fr den Ehrentag der Mtter.

    68 Maiwipferl-SirupSo wird der gesunde Saft angesetzt.

    70 Grnzeug mit PfiffFrisch gepflckt und fein kompo-niert: Die Salatsaison ist erffnet.

    76 Knig der KuchenEinen Prgelkrapfen ber offenem Feuer backen ist ein rares Erlebnis.

    Kche 84 Eine Liebe frs Leben

    In Hernstein haben sich Barbara Zingl und Kurt Lagler ein neues Haus aus alten Stcken erbaut.

    92 Der schnste TagEinfache und schne Deko-Ideen fr die Hochzeit.

    96 Von Tr zu TischWir fanden eine alte Stalltr, jetzt ist sie ein Wohnzimmertisch.

    98 Fruchtige HangerlWie man alte Geschirrtcher zum bunten Blickfang macht.

    Wohnen

    Mai 2012Inhalt

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  • Servus 7

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    102 Die SeifensiederinInge Josel rhrt im Almtal Natur- seifen mit Pflanzen aus dem Garten.

    122 Die zweite HautVater und Sohn Steinhart fertigen in Krakaudorf Lederhosen per Hand.

    128 Der Vertrag der WeidenSeit 700 Jahren treiben Sdtiroler Hirten ihre Schafe ins tztal.

    136 Im Tal der NagelschmiedeFranz Sallinger und seine Freunde ma-chen in Dambach Ngel mit Kpfen.

    146 Willkommen im PinkatalIn der sanfthgeligen Landschaft des Sdburgenlands schlagen Zuagraste schnell Wurzeln.

    Land & Leute 20 Ein bisschen verhext

    Um die Walpurgisnacht ranken sich Aberglaube und viel Hokuspokus. Miriam Wiegele zaubert Licht ins sagenumwobene Dunkel.

    108 Unter die Haubn kommenVom Tiroler Charivari ber Ober- sterreichs Schwibbgen bis zum Valisfhren in Krnten: Rund ums Liebeswerben und Hochzeitln gibt es viele fast vergessene Traditionen.

    170 Himmlische Dilettantenber den Wanderkomdianten Hans Kberl, der 1908 rund um Kapfen-berg ein Theaterfieber auslste.

    Brauchtum

    5 Vorwort 10 Servus daheim 36 Schnes fr drauen 44 Der Garten-Philosoph 46 Gartenpflege, Mondkalender 50 Selbst gebastelt: Maipfeiferl 52 Natur-Apotheke: Stinkender Storchschnabel 66 Aus Omas Kochbuch: Zaunbndernudeln 80 Schnes fr die Kche 100 Schnes fr daheim 118 Michael Khlmeier: Das Trauerkirchlein bei Ossiach 158 Gutes vom Bauern 160 Michael Lerchenberg: Bayern, Piefkes und Tiroler 164 ServusTV: Sehenswertes im Mai 168 Feste, Mrkte, Veranstaltungen 178 Impressum, Bezugsquellen

    Standards

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  • frhlingsspaziergang

    12 Servus

  • In der Blumenwiese

    Sie ist eine kleine, faszinierende Welt. Sie ist eine Wiege der Artenvielfalt und Inspiration auf der Suche nach wahren Werten. Sie braucht Landwirte,

    die Ma halten und im besten Sinn buerlich denken. Servus-Autor Werner Gamerith ldt zu einem Philosophikum an der frischen Luft.

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    Blauer Wiesensalbei, weier Brenklau, die Glckchen des Aufgeblasenen Leimkrauts und rosafarbene Esparsetten. Eine solch artenreiche Blumenwiese ist nicht nur ein Paradies fr aller- lei Kleingetier, sondern in voller Blte auch ein wunderbarer Anblick fr Wanderer.

  • lumenreiche Wiesen gehren zu den wichtigsten und vitalsten Elementen unserer Kulturlandschaft. Als Lebensraum fr Pflanzen und Tiere sind sie Wiegen der Artenvielfalt. Ihre bunten Teppiche voll singender Heuschrecken, gaukelnder Schmetterlinge und anderer Bewohner sind fr uns Menschen eine unerschpfliche Quelle heilsamer Naturberhrung. Vor al-lem sind solche Wiesen aber die Futterbasis der wichtigsten Haustiere. Ohne Nutzung verschwinden sie, durch bernutzung de-generieren sie.

    Blumenwiesen sind rein wissenschaft-lich Gesellschaften von krautigen Pflan-zen, in denen Gehlze weitgehend fehlen. Aber in Wahrheit sind sie viel mehr: das an-sprechendste Sinnbild eines harmonischen Zusammenlebens von Mensch und Natur.

    In unserer Heimat verdanken die Wiesen ihr Dasein der Gewinnung von Viehfutter. Beweidung oder Mahd und die Pflege durch den Land wirt sind Voraussetzungen fr ihren Erhalt. Natrliche Wiesen gibt es in unseren ursprnglich von Wldern beherrschten Breiten nmlich nur in ganz bestimmten Zonen: ber der Waldgrenze in der alpinen Hhen stufe, in Hochmooren und in biologisch besonders reichhaltigen Trockenrasen-Biotopen.

    die sense, das geniale werkzeug

    Erst die Erfindung der Sense vor tausend Jahren erlaubte in groem Stil die Erzeu-gung von Heu als nahrhaftes Winterfutter. Und sie lie die Mhwiesen entstehen, wie sie uns heute so vertraut sind. Die Mahd mit diesem genialen Werkzeug, das den Schwung des ganzen Oberkrpers zum Schneiden nutzt, wirkt sich auf den Pflan-zenbestand anders aus als das selektive Abbeien der besonders schmackhaften Arten durch weidende Tiere.

    Auch die Mischform, also die Mahd und die Beweidung einer Wiese, hat sich bewhrt. Daran hat auch der Gebrauch von modernen Gerten prinzipiell nichts gen-dert. Allerdings wurde vielfach die Land-schaft durch sogenannte Flurbereinigungen und Gelndekorrekturen den immer gre-ren Maschinen angepasst.

    Stallmist und Jauche wurden frher hauptschlich auf ckern ausgebracht. Die re-gelmige Dngung der Wiesen re-sultiert erst aus dem Mitte des

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    die walderalm in Tirol: eine wiese voll mit rosafarbe-nen kuckuckslicht-nelken und gelbem Hahnenfu ist fr die khe ein Festschmaus. groes lob geht an den Bauern fr die traditionellen Heumandln (im Hintergrund), deren aufstellen mit viel Handarbeit verbunden ist. links: der groe Feuerfalter ist vieler- orts durch zu viele Mahden selten geworden.

  • Servus 15

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    9Heute spren wieder viele bauern,

    dass die gesundHeit von boden, pflanze, Haustier und menscH urscHlicH zusammenHngen.

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  • 16 Servus

    Bei Waldhausen im Mhlviertel hat es sich ein Rosenkfer auf einer Margerite bequem gemacht in Gesellschaft von Rotklee, lila Wiesen glockenblumen und Klatschmohn. Und im Hinter-grund blht Ebenstruiges Habichtskraut. Kleines Foto unten: Der Neuntter ist ein Insektenjger, der als Rckzugsgebiet Hecken oder dornenreiche Strucher braucht.

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    20. Jahrhunderts entstandenen Drang der Menschen, alles zu spezialisieren und zu intensivieren. So erhht natrlich jeder Zu-kauf von Kunstdnger und Kraftfutter den Umsatz der Nhrstoffe im Betrieb und treibt damit auch das Wiesenwachstum an.

    Wurde frher meist nur zweimal im Jahr gemht, sind es heute bis zu fnf oder sechs Schnitte. Unter solchen Bedingungen knnen allerdings nur noch wenige Pflan-zenarten berleben und sich regenerieren. Das sind vor allem die gezchteten Hoch-leistungsgrser, auerdem Lwenzahn und Hahnenfu und die Unkruter Wiesenkerbel und Stumpfblattampfer, die dann wiederum oft mit Herbiziden bekmpft werden.

    Auf diese Weise nhert sich eine einst artenreiche Wiese einer Monokultur. Sie kann zwar pro Hektar mehr Vieh ernhren, hat aber dafr ihre Vielfalt und ihre para-diesische Schnheit verloren.

    Mensch und natur als partner

    Die gute Nachricht: Heutzutage merken viele Bauern intuitiv, dass Produktionsstei-gerung allein auf Dauer nicht funktioniert. Sie spren, dass die Gesundheit von Boden, Pflanze, Haustier und Mensch urschlich zusammenhngen. Und es sind unsere hei- mischen Biolandwirte, die hier am konse-quentesten den richtigen Weg gehen: Sie vermeiden weitgehend den Import von Nhr- und Fremdstoffen.

    Es gibt Bauern sonder Zahl, die ohne die vielfach empfohlene Ertragsmaximierung mit Blumenwiesen gut leben und wirtschaf-ten. Sie verstehen diesen Lebensraum eben als Inbegriff einer gelungenen Par