Servus in Stadt & Land 06/2011

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Servus in Stadt & Land - Vorschau auf die Ausgabe 06/2011

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    Rezepte mit Melodie salzburger Dampfnudeln

    Goldene Hauben tradition aus obersterreich

    Juni 06/2011 EUR 3,90

    Gailtaler enstechen & Zu Gast am Grnen See & Ein Bauerngarten im Weinviertel >

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    12 Knigin im BauerngartenDie Pfingstrose ist sagenumwoben, heilkrftig und traumhaft schn.

    18 Hutschn mit Herz und fertig ist die selbstgebaute Gartenschaukel.

    20 Grenzenlose NaturBrigitte Parbus und ihr wunderschner Bauerngarten im Weinviertel.

    28 Auf dem richtigen PfadSechs Gartenwege, die fr die Ewigkeit halten.

    Natur & Garten 42 Gut Kirschen essen

    Die roten Herzen sind jetzt reif.

    44 Von Bohnscharln und StrankerlnEine Liebeserklrung an die knackige Fisole.

    48 Kochen nach Noten

    Wir servieren Gerichte aus traditionsreichen alpenlndischen Gstanzln.

    56 Aus Omas KochbuchObersterreichische Kindstaufpofesen.

    58 Wiesenfrisch auf den TischKochen mit Wildkrutern.

    Kche 68 Sprsinn frs Schne

    Das Haus von Doris und Anton Figl in Niedersterreich erzhlt viele Geschichten.

    80 Magischer MohnSommerliche Dekorationen fr daheim.

    82 Guten Morgen!Jetzt gibts Frhstck im Garten.

    Wohnen

    Juni 2011Inhalt

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    94 Das Kruterweibl vom MichaelerbergChristl Percht zeigt uns ihre Kruteralm im steirischen Ennstal.

    102 Der GeigenflstererEduard Kugler hat sich das Geigenbauen selbst beigebracht.

    106 Herr Kniewasser geht auf einen AuerhahnDer Frster nahm uns mit zu einem Schauspiel, bei dem man zwischendurch aufs Atmen vergisst.

    128 Zu Gast am Grnen See Wunder der Heimat: ServusBesuch im steirischen HochschwabGebiet.

    Land & Leute 38 Wetter-Propheten Miriam Wiegele sagt uns, wie Pflanzen und Tiere das Wetter vorhersagen.

    88 Goldene HaubenEin Besuch bei den Goldhauben stickerinnen im obersterreichischen Vorderweienbach.

    118 Heut bin i a Gailtaler ReiterBeim Feistritzer Kufenstechen wird jedes Jahr am Pfingstmontag ein uralter Reiterbrauch mit neuem Leben erfllt.

    Brauchtum

    5 Editorial 10 Servus daheim 26 Schnes fr drauen 32 Der Garten-Philosoph 36 Gartenpflege, Mondkalender 40 Natur-Apotheke: Stiefmtterchen 64 Schnes fr die Kche 78 Fundstck: Eine alte Schmalzdesn 86 Schnes fr daheim 114 Michael Khlmeier: Die Natternknigin 126 Servus im Bauernladen 140 Ren Freund: Liebe unter Fischen 144 ServusTV: Sehenswertes im Juni 148 Feste, Mrkte, Veranstaltungen 150 Leben in alten Zeiten 154 Impressum, Herstelleradressen

    Standards

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    Coverfoto: Katharina Gossow

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    Knigin im Bauerngarten

    Die sagenumwobene Blume inspirierte Dichter, Maler und Frsten, um ihre Heilkrfte ranken sich Legenden. Vor allem ist

    die Pfingstrose aber eines: traumhaft schn. TexT: Julia kospach

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    an wird sie kaum los. Sie ist widerstandsfhig wie eine schottische Dis-tel, unempfindlich wie Pflastersteine und so kraftvoll wie eine gemeine Ringelblume. So urteilte der legendre britische Zchter James Kelway einst ber die Pfingstrose.

    Rehe und Kaninchen vergreifen sich nicht an ihr, Luse- und Raupenbefall kennt sie nicht, von Schnecken bleibt sie weit-gehend unbehelligt. Sie vertrgt einigen Schatten und stellt keine groen Ansprche an den Boden. Nur eines ist unabdingbar: einmal im Jahr eine kalte Periode fr den Winterschlaf. Womit klar ist, warum Tro- pen und Subtropen nicht ihr Revier sind und sie sich seit Menschengedenken in un-serer gemigten Klimazone so wohlfhlt.

    In unseren Gefilden hat die Pfingstrose (botanisch: Paeonia) eine ebenso lange wie facettenreiche Kulturgeschichte. Und die be- ginnt in der Antike mit ihrem Namenspatron: Paeon, Haus- und Hofarzt im Olymp, soll mit der schon bei den alten Griechen beliebten Gartenblume den verwundeten Unterwelt- herrscher Hades geheilt haben. Und der r-mische Dichter Vergil schrieb ihr geradezu gttliche Krfte zu, zumal Artemis damit einen Toten wieder zum Leben erweckte.

    EinE klEinE koloniE im SdburgEnland

    Mehrere tausend Sorten Ponien gibt es heute. Ihr Farbspektrum reicht von Gelb, Beige und Wei ber alle Schattierungen von hellem Rosa und Rot bis Lila, Violett, Purpur, Rotbraun und fast Schwarz. Um sich in diesem ppig wuchernden Dickicht nicht zu verheddern, hilft es, sie erst einmal in zwei Kategorien zu unterteilen: in die in Europa heimischen Staudenponien und in die aus China stammenden Strauchponien.

    Bei uns sind Erstere ein fester Bestand-teil des traditionellen Bauerngartens. Sie sterben im Herbst ab, im Frhjahr treiben aus dem Boden neue Schsslinge aus. Aus diesen lieben, rosigen Rsseln wchst eine krautige Staude von 50 cm bis zu eineinhalb Metern heran. Die Paeonia officinalis, auch Bauernpfingstrose genannt, gedeiht jedoch auch noch in freier Natur, unter anderem in Norditalien und Ungarn, eine etwas klei-nere Art auch im Sdburgenland.

    Strauchponien hingegen sind laubwer-fende Strucher, die zwischen einem und drei Meter hoch werden. Sie sind etwas

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    Paeonia officinalis

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    frostempfindlicher, ihre prachtvollen Blten, die sich aus tennisballgroen Knospen entwickeln, stehen zumeist am Ende der fiedrig bebltterten Triebe, die sie aus holzigen, blattlosen sten austreiben.

    Seit den 1960erJahren gibt es brigens auch Kreuzungen zwischen Stauden und Strauchpfingstrosen, die Itoh oder IntersectionalHybriden. Sie haben die riesigen Blten der verholzten Arten, den krautigen, niedrigeren Wuchs der Staudenponien und eine lngere Bltezeit von 14 Tagen.

    Fest verwurzelt und standorttreu

    Was alteingesessene Pflanzen wie die Pfingstrosen gar nicht mgen, sind Ortswechsel. Auf Umpflanzungen reagieren besonders alte Pflanzen verschnupft. Sie brauchen dann gern ein, zwei Jahre und gutes Zureden, bis sie wieder in Schwung kommen, sagt Michael Miely, ausgewiesener PonienExperte und Inhaber der grten heimischen PfingstrosenGrtnerei im obersterreichischen Buchkirchen.

    400 Sorten Stauden und 150 Sorten Strauchpfingstrosen hat Miely im Repertoire. Die Strauchpfingstrosen, sagt er, holen hierzulande langsam gegenber den Stauden auf. Kein Wunder, so Miely, auf ausgewachsenen Struchern blhen bis zu 100 Blten. Und inzwischen hat sich auch herumgesprochen, dass sie nicht empfindlich sind.

    Die Heimat der Strauchpfingstrosen sind das nrdliche China und die Ostregionen eine Knospe knapp vorm erblhen.

    Pfingstrose

    Ferdinand von Saar (1833 1906)

    Verhaucht sein strkstes DftenHat rings der bunte Flor,Und leiser in den LftenErschallt der Vgel Chor.

    Des Frhlings reichstes Prangen,Fast ist es schon verblht

    Die zeitig aufgegangen,Die Rosen sind verblht.

    Doch leuchtend will entfaltenPonie ihre Pracht,

    Von hehren PfingstgewaltenIm Tiefsten angefacht.

    Gleich einer spten Liebe,Die lang in sich geruht,

    Bricht sie mit mchtgem TriebeJetzt aus in Purpurglut.

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    Paeonia Pink Lemonade

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    Strauchpfingstrosen werden bis zu drei Meter hoch. Aus ihren tennisballgroen Knospen entstehen prchtige Blten.

    PaeoniaFamilie: Pfingstrosen (Paeoniaceae); Gattung mit 30 und mehr Arten gruppenbildender Stauden- und laubwerfender Strauchpfingstrosen. Standort: Sonnig oder im Halbschatten; Strauch-ponien sollte man vor kalten Winden schtzen. Pflege: Nach dem Austrieb mulchen und mit Mist dngen. Reinigungsschnitt bei Strauchponien im zeitigen Frhjahr. Wenn sie unten stark auskah-len, ist ein radikalerer Rckschnitt ntig. Pflanzung: Im September und Oktober in tiefen, nhrstoffreichen, feuchten, wasserdurchlssigen Boden. Strucher brauchen ein ca. 60 cm tiefes Pflanzloch mit einer 10 cm dicken Drainageschicht aus Kies. Faustregel: Der Wurzelstock bei Stau-den gehrt 3 bis 4 cm, die Veredelungsstelle von Strauchponien 10 bis 15 cm unter Bodenniveau.

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    Tibets. 2.000 Jahre alt ist die Geschichte der chinesischen Mudan. Ab 690 n. Chr. erlebte das Land gar eine veritable Paeoniamania, vergleichbar mit dem Tulpenwahn im Hol-land des 17. Jahrhunderts. Die Ponie stieg auf zur kaiserlichen Blume, erblhte nicht nur in den frstlichen Grten, sondern auch gewebt, geschnitzt, gemalt auf Seiden-stoffen, Vasen und Bauwerken.

    Die mythische Verehrung als Symbol fr Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und Schn-heit blieb ihr erhalte