Servus in Stadt & Land 4/13

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Servus in Stadt & Land - Vorschau auf die Ausgabe April 2013

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    Knusprige Tradition gerichte mit hlle & flle

    Wunderbare Wachau goldene hauben & ses glck

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    Licht der Sonneim warmen

    Krntner Vierbergelauf & Ischler Hte & Salzburger Maibaum-Kraxler & Mrztaler Schnitzerl >

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    14 Gekrnte SchnheitDie Kaiserkrone bringt imperiale Pracht in heimische Bauerngrten.

    26 Paradiesgartl an der DonauAuf Rarittensuche bei Gerti Martinek in Furth bei Stift Gttweig.

    38 Sonnengelber GartenLeuchtend gelbe Blumen und Stru-cher haben jetzt ihren groen Auftritt.

    44 Zauberhafte KruterdfteFreunde seltener Nutzpflanzen und neugierige Kchinnen werden bei Grtnerin Evi Bach bedient.

    142 Der Frhling lsst jetzt die Sau rausDer Wildschwein-Nachwuchs ist da und zieht durch unsere Wlder.

    Natur & Garten 54 Rot, rund und gsund

    Das knackig-wrzige Radieschen schenkt uns bschelweise berraschungen.

    60 Knusper, knusper, KnuschenFnf Rezepte, bei denen Kruste und Panier ebenso ein Hochgenuss sind wie die feine Speise darunter.

    68 Geliebtes BiskuitstangerlFeine Torten und Kuchen sind ohne Biskotten undenkbar. Selbst gemacht sind die sen Finger aber noch einmal so verfhrerisch.

    70 Ein Ei kam in die KcheZwischen Eistich und Schneenockerln ist noch Platz fr das Rezept von Tante Trudes Eierlikr.

    Kche 78 Altes Wirtshaus

    sucht FamilieIn Jabing im hgeligen Sdburgen-land erleben Maggie, Franz und ihre drei Mdeln ein besonders wohnliches Frhlingserwachen.

    88 Anmutige FrischeWie sich der blhende April mit Tulpen und originellen Glsern ins Haus holen lsst.

    92 ber Stock und ber SteineEin Steckenpferd im Zaum zu halten macht Kindern besonders viel Spa, wenn sie es selbst gebastelt haben.

    94 Gustostckerln frs BrettlDie znftig aufgedeckte Bauernjause kommt genau richtig, wenn nach dem Wandern der Appetit gro ist.

    Wohnen

    April 2013Inhalt

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    102 Die Quadratur des KreiselsWer den wunderschnen Kreiseln der Familie Mader beim Herumwirbeln zusieht, vergisst Zeit und Raum.

    108 Der lange Weg ins ParadiesEin Platz im Himmel soll jenem so gut wie sicher sein, der die Vierberge-Wallfahrt in Krnten bewltigt.

    118 Messer mit AuraFranz Bauer fertigt in seiner Dorf-schmiede in Niederbayern von Hand wurmbunte Damastklingen nach legendrem Vorbild an.

    126 Ein Baum wchst in den HimmelWie in Grogmain im Salzburger Land mit Schepsen, Schiften und Kraxeln der Mai begrt wird.

    Land & Leute 132 Der Ischler Hut

    Schon der Ururgrovater von Franz Bittner belieferte den kaiserlichen Hof mit feinsten Kopfbedeckungen. Ein Erbe, das bis heute in Handarbeit sehr erfolgreich fortgefhrt wird.

    136 Holz mit MusikZu den Besten ihrer Art zhlen die Gitarren, die Tobias Braun in Gaaden im Wienerwald mit besonderem Fichtenholz herstellt.

    148 Die ganz groe OperWein, Marillen und Glckseligkeit. In der Wachau liegen Klischee und Realitt ganz knapp beieinander.

    5 Vorwort 8 Leserbriefe, Altes Wissen 10 Mundart 12 Servus daheim 20 Naturwissen: Zauberpflanzen 32 Selbst gemacht: Pflanzenschilder 34 Schnes fr drauen 42 Der Garten-Philosoph 48 Unser Garten, Mondkalender 52 Natur-Apotheke: Spitzwegerich 76 Aus Omas Kochbuch 86 Fundstck: Fahrrad-Packltrger 100 Schnes fr drinnen 114 Michael Khlmeier: Der unheimliche Gast 160 Gutes vom Bauern: Blunzen 162 Friedrich Ani: Bekenntnisse eines Stberlbewohners 166 ServusTV: Sehenswertes im April 170 Feste, Mrkte, Veranstaltungen 172 Leben in alten Zeiten 178 Impressum, Ausblick, Adressen

    Standards

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  • Natur & GarteN

    Ihr Stolz und ihre Anmut knden von ihrer Herkunft. Einst blhte die Kaiserkrone in den Parks von Frsten und Knigen. In den Bauerngrten schlug die vielleicht aufflligste Blume des Frhjahrs erst im 19. Jahrhundert Wurzeln

    und verleiht ihnen seither einen Hauch imperialer Pracht. redaktion: Julia Kospach

    Gekrnte Schnheit

  • Servus 15

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    Fritillaria imperialiS

    Familie: Liliengewchse (Liliaceae).Bltezeit: Kaiserkronen blhen im April und Mai.standort: Zwiebeln legt man zwischen September und Oktober in gut durchlssige, fruchtbare Erde. Sie kommen einzeln in ein Pflanzloch von ca. 25 cm Tiefe. Faustregel: Die Tiefe des Pflanzlochs soll etwa das Drei- bis Vierfache der Hhe der Zwiebel betra-gen. Sie mgen sonnige oder halbsonnige Standorte.pflege: Eigentlich trgt die Zwiebel alle Nhrstoffe, die die Pflanze braucht, in sich. Trotzdem bewhrt es sich, Kaiserkronen im Frhjahr mit einer Gabe Kompost oder Hornspnen zu dngen. Wichtig: Der Dnger sollte nicht zu viel Stickstoff enthalten, weil die Pflanze sonst auf Kosten der Blten-entwicklung allzu viel Energie in die Blattbildung investiert.

    on sittsam, bescheiden und still, wie es ein alter Stammbuchspruch dem Veilchen nachsagt, kann bei der Kaiserkrone wirklich keine Rede sein. Sie duckt sich nicht ins Moos, sie hlt sich wahrlich nicht im Hintergrund. Unter den Gartenblumen, die ihren Auftritt im April haben, spielt sie ganz eindeutig die Hauptrolle.

    Was fr eine Erscheinung! Bis zu eineinhalb Meter hoch; im unteren Stngelbereich kniehoch dicht mit waagrecht abstehenden lanzettfrmigwelligen hellgrnen Blttern ausgestattet, die aussehen, als trge die Kaiserkrone einen ppigen grnen Reifrock. Darber geht ihr dunkel gefrbter Stngel kahl weiter, bis zu einem abschlieenden, krnenden Bltterbschel, unter dem groe, hngende Glockenblten in Gelb, Orange oder Hellrot zu einem Kreis angeordnet sind.

    Mit einem Wort: Die Kaiserkrone ist so auffllig und unbersehbar, dass sie der deutsche Grtner und Zchter Christian Grunert als Glanzstck der Gattung bezeichnete. Gemeint ist damit die ohnehin an Schnheit reiche Gattung der Fritillarien, die zur Familie der Liliengewchse gehren.

    Und hier kommen wir der Kaiserkrone Fritillaria imperialis, die ein Bltterkrnchen und daher natrlich auch ihren hochtrabenden Namen vllig zu Recht trgt, schon um einiges nher. Denn sie teilt ihren stolzen Habitus mit vielen groen Lilien, nur hat sie das Glck, um einiges frher als ihre Konkurrentinnen zu blhen.

    Aus den Hochlndern des Mittleren Ostens, wo sie zwischen stlicher Trkei und westlichem Himalaja ziemlich pro

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    fan an felsigen Berghngen bis hinauf auf 3.000 Meter Hhe wild wchst, fand die Kaiserkrone schon Mitte des 16. Jahrhunderts ihren Weg nach Europa. Botschafter dieser orientalischen Pflanzenschnheit waren Trken und Perser. Unter ihrem persischen Namen Tusai erreichte sie 1553 zuerst Italien. 20 Jahre spter traf sie in Wien ein und kam dort wie der Geobotaniker Heinz Dieter Krausch in seiner sogar nach ihr benannten Kulturgeschichte der Gartenblumen Kaiserkron und Ponien rot schreibt im Garten Kaiser Maxi milians I. im April 1576 erstmals zur Blte.

    Das Staunen muss gro gewesen sein. Jedenfalls machte sich der groe, in Wien ttige flmische Botaniker Carolus Clusius sogleich daran, seine Corona regia zu vermehren, weiterzugeben und so von der HabsburgerMetropole aus ihren europaweiten Siegeszug zu begrnden. Bald zierte die schne Kaiserkrone landauf, landab die Grten der Aristokratie und wurde zu einer der wesentlichen Prachtpflanzen adeliger Lust und Wandelgrten.

    Auch in dem berhmtesten Pflanzenbuch des Barock, dem Hortus Eystettensis ber den botanischen Garten der Willibaldsburg im bayerischen Eichsttt aus dem Jahr

    > Die Zwiebel der Kaiserkrone hat einen scharfen, beienden Geruch, der sogar Whlmuse und Maulwrfe abschrecken soll. Wirklich verlssliche Angaben gibt es dazu aber leider nicht. Die Meinungen gehen deutlich auseinander.

    > Auch wenn es nicht sehr ansehnlich aussieht: Wie bei allen Zwiebelpflanzen Tulpen, Krokussen, Narzissen, Hyazinthen etc. ist es auch bei Kaiserkronen wichtig, Bltter und Stngel nicht zu frh nach dem Abblhen der Blten abzuschneiden. ber sie bezieht die Zwiebel neue Nhrstoffe fr die kommende Saison, die sie frisch speichert und mit denen sie gleichsam ihre Batterien neu aufldt.

    > Kaiserkronen gedeihen auch sehr gut in Tpfen, wenn diese Tpfe gro genug sind und eine entsprechende Pflanztiefe fr die doch ziemlich stattlichen Zwiebeln gestatten. sonnengelbe pracht:

    Fritillaria imperialis Lutea.

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    Knigliche Verwandtschaft: die schach-brettblume Fritillaria meleagris. Foto oben: Fritillaria persica