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Soziale Stadt - sowi.hu- · PDF fileSoziale Stadt Ergebnisbericht eines studentischen Lehrforschungsprojektes im Studiengang Sozialwissenschaften, Lehrbereich Stadt- und Regionalsoziologie,

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  • Soziale Stadt Ergebnisbericht eines studentischen Lehrforschungsprojektes im Studiengang Sozialwissenschaften,

    Lehrbereich Stadt- und Regionalsoziologie, an der Humboldt-Universität zu Berlin

    Unter den Linden 6, D-10099 Berlin

    April 2003 – März 2004

  • Soziale Stadt

    2

    Leitung: Prof. Dr. Hartmut Häußermann

    Teilnehmer: Peter Aigner, Uli Bahr, Steffen Engelke, Janina Galvagni,

    Katja Kirnich, Katrin Kleinhans, Daniel Kovács, Robert Kühr,

    Christine Küßner, Ralf Metal, Mario Münster, Llanquiray Painemal,

    Timon Perabo, Lisa Ruhrort, Nina Runde, Annett Rohde,

    Florian Schalke, Michael Schaub, Nathalie Schimpf, Sandy Schlösser,

    Antje Schmücker, Christiane Scholz, Sophie Steybe, Sabine Tietz

    Eva Tietze, Verena Unbehaun, Gunnar Zerowsky

    Lektorat: Robert Kühr, Christine Küßner, Florian Schalke,

    Christiane Scholz, Sophie Steybe

    Layout: Uli Bahr

    Druck: Druckerei der Humboldt-Universität zu Berlin

     Alle Rechte vorbehalten – Die Autoren

  • Soziale Stadt

    3

    Inhaltsverzeichnis

    Abkürzungsverzeichnis.............................................................................................................. 4

    1. Einleitung ................................................................................................................................ 5

    2. Das Programm Soziale Stadt- Ziele, Instrumente, Charakterisierung ............................................ 7

    2.1 Der Weg zum Bund-Länder Programm Soziale Stadt ........................................................ 7

    2.2 Das Programm Soziale Stadt .......................................................................................... 8

    3. Segregation – Das zentrale Problem .........................................................................................13

    3.1 Soziale Ungleichheit und sozialräumliche Segregation .....................................................14

    3.2 Segregation im internationalen Vergleich........................................................................18

    4. Soziale Stadtpolitik im europäischen Vergleich...........................................................................41

    4.1 Einleitung.....................................................................................................................42

    4.2 Soziale Stadtpolitik in den Niederlanden .........................................................................42

    4.3 Soziale Stadtpolitik in Großbritannien .............................................................................46

    4.4 Soziale Stadtpolitik in Frankreich....................................................................................49

    4.5 Fazit ............................................................................................................................52

    5. Konzeptionelle Grundlagen der Quartierspolitik..........................................................................58

    5.1 Problem- und Gebietsdefinition und Problemwahrnehmung anhand von zwei ausgewählten Quartieren ....................................................................62

    5.2 Das Ziel „soziale Mischung“ und seine Machbarkeit .........................................................76

    5.3 Das Quartier als Sozialraum...........................................................................................89

    5.4 Nachbarschaftseffekte.................................................................................................117

    5.5 Fazit: Warum Quartierspolitik?.....................................................................................124

    6. Neue Instrumente und Maßnahmen im Programm...................................................................140

    6.1 Integriertes Handlungskonzept - Grundlagen und Umsetzungspraxis..............................142

    6.2 Partizipation und Empowerment ..................................................................................150

    6.3 Die Schule als Focus der Quartiersentwicklung .............................................................163

    6.4 Zusammenarbeit mit nicht-öffentlichen Akteuren ..........................................................174

    6.5 Fazit ..........................................................................................................................182

    7. Zusammenfassende Evaluation ..............................................................................................190

  • Soziale Stadt

    4

    Abkürzungsverzeichnis

    BauGB Baugesetzbuch

    BLPSS Bund-Länder-Programm Soziale Stadt

    BmVBW Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen

    Difu Deutsches Institut für Urbanistik

    E&C Entwicklung und Chance

    IHK Integriertes Handlungskonzept

    PvO Programmbegleitung vor Ort

    QM Quartiersmanagement

    Anmerkung: Auf die Aufnahme der üblichen Abkürzungen in deutschen Texten (z.B., etc., o.ä., ...) in das Abkürzungsverzeichnis wurde verzichtet.

  • Einleitung

    5

    1. Einleitung

    Mario Münster

    Die gesellschaftspolitischen Debatten der Gegenwart verlaufen entlang der immer gleichen Problemfelder. Die Distanz zwischen Arbeitslosen und Erwerbstätigen, zwischen Alt und Jung und zwischen Armen und Rei- chen spiegelt sich in besonderem Maße in Städten wider. Anders als in suburbanen Gebieten oder in Dörfern ist es in der Stadt unmöglich, einzelne Aspekte gesellschaftlicher Realität auszuklammern.

    Die beschriebenen sozialen Trennlinien sorgen zuneh- mend für eine sozial-räumliche Fragmentierung in den Städten. Einzelne Stadtteile werden auf- oder abge- wertet. Abgewertete Stadtteile haben gemeinsam, dass die Lebenschancen der Stadtteilbewohner sinken. Nach einer primär medial geprägten Wahrnehmung sind häufige Merkmale eines abgewerteten Stadtteils ein hoher Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfe- empfängern, ein hoher Anteil an Migranten oder Überalterung. Die Folgen für die Bewohner dieser Quartiere können verheerend sein, wenn damit eine vielfache Ausgrenzung verbunden ist: Ökonomische Ausgrenzung, da vielen der Zugang zum ersten Ar- beitsmarkt verwehrt ist, kulturelle Ausgrenzung durch den Verlust des Selbstwertgefühls aufgrund von Stigmatisierung und Diskriminierung, soziale Ausgren- zung durch die Abkopplung von der gesellschaftlichen Mehrheit und institutionelle Ausgrenzung, da der Kontakt zwischen den Betroffenen und den politischen und sozialstaatlichen Institutionen abbricht.

    Um in den immer stärker fragmentierten Städten wieder zu einer Angleichung der Lebenschancen in den einzelnen Stadtteilen zu kommen, hat die SPD-geführ- te Bundesregierung im September1999 das Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ (kurz: Soziale Stadt) etabliert. Das Programm Soziale Stadt basiert auf einer Verwaltungs- vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern. Die daraus resultierende Förderung schlägt sich in einer jährlichen Fördersumme von gegenwärtig 230 Millionen Euro nieder. Ein Drittel, also 76,6 Millionen Euro, beträgt der Anteil des Bundes an dieser Summe. Jeweils ein weiteres Drittel finanzieren die Länder und die Kommunen. Für eine realistische Einordnung sei bemerkt, dass der Bundeshaushalt 2003 insgesamt Ausgaben von 246,3 Milliarden Euro vorsah. Für 180 Eurofighter gibt der Bund 11,5 Mrd. Euro aus.

    Der vorliegende Bericht untersucht, ob das Programm Soziale Stadt erfolgreich ist in der Minderung der wahrgenommenen Probleme. Das Ziel ist, den neu- artigen Ansatz zu erklären und die bisherige Umset- zung einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.

    Zudem werden das Ziel des Programms und die im Programm vorgeschlagenen Instrumente auf ihre sozi- alwissenschaftliche Tauglichkeit untersucht. Eine um- fassende Evaluation des Programms Soziale Stadt wurde nicht vorgenommen, da zunächst nur das Programm an sich untersucht wurde. Bei einer Evaluation werden die Ziele, Maßnahmen und Instrumente nicht zwingend auf die Ergebniskontrolle ausgerichtet. Evaluation lässt sich in zwei verschiedene Strategien aufteilen: In die Begleitforschung und die Ex-post-Evaluation. Bei der Begleitforschung handelt es sich um die Prozessevaluation. Das verlangt eine fortlaufende Untersuchung der Ergebnisse, die regel- mäßig mit den Zielen rückgekoppelt werden. Die Ex- post-Evaluation bezieht sich auf Ergebnisziele. Zum Zweck der Erfolgskontrolle werden beobachtete Wir- kungen auf ihren Erfolg oder ihren Misserfolg hin überprüft. Sinn und Zweck ist die Erfolgskontrolle. In der vorliegenden Untersuchung wurden die Erfolge einzelner Programmziele zu einem bestimmten Zeit- punkt untersucht. Es erfolgte eine Rückkopplung der wahrnehmbaren Wirkungen des Programms Soziale Stadt auf die formulierten Ziele des Programms. Es handelt sich aber um keine abschließende Erfolgs- kontrolle.

    Das Programm Soziale Stadt wird in Kapitel zwei ge- nauer erklärt. Im Anschluss daran wird im dritten Kapitel das zentrale Problem der Segregation erörtert. In Kapitel vier soll mit einem Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus die Frage beantwortet werden, ob Exklusion und Segregation allgemein als Probleme der Stadtentwicklung in Europa angesehen werden können. Da es sich nicht um ein allein deutsches Problem handelt, von dem andere Länder ausge- nommen sind, wird in Kapitel vier der Frage nach- gegangen, welche unterschiedlichen Politikansätze sich in anderen Ländern entwickelt haben.

    Danach folgt eine theoreti

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