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Stärken das Herz, senken den Blutdruck, schützen vor rken das Herz, senken den Blutdruck, schützen vor Krebs Neue Studien beweisen: Wer regelmäßig in Waldlut „badet“, tut

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Text of Stärken das Herz, senken den Blutdruck, schützen vor rken das Herz, senken den Blutdruck,...

  • Gesund & it

    Ruhe atmen, Krat tanken, den Kopf frei bekommen. Instinktiv wissen wir, dass

    uns der Wald guttut. Immer mehr Studien belegen, dass zwi-schen Mensch und Wald ein heilendes, geradezu therapeuti-

    sches Band besteht. Und dass Auslge in die 11,1 Millionen Hektar des deutschen Waldes Herz, Immunsystem, Stofwech-sel und Psyche positiv beeinlus-sen. Diese heilsame Wirkung nennt die Wissenschat Biophi-lia-Efekt (altgriech.: bios = Le-ben, philia = Liebe). Bume, Strucher und andere Planzen tauschen untereinander Bot-schaten. Sie informieren sich z.B. ber Schdlinge, damit alle Gewchse ihr Immunsystem hochfahren. Die Planzen sind sogar in der Lage, Insekten zu Hilfe zu rufen. Sie tun das mit chemischen Substanzen aus der Gruppe der Terpene. Das sind sozusagen die Planzenvokabeln. Auch unser Immunsystem hat sich als kommunikationsfhi-ges Sinnessystem erwiesen, das darauf reagiert, erklrt Clemens

    Die Heilkrfte des Waldes

    Strken das Herz, senken den Blutdruck, schtzen vor Krebs

    Neue Studien beweisen: Wer regelmig in Waldlut badet, tut seiner Gesundheit richtig viel Gutes. Und auch das Berhren der Baumborke schleust Vitalstofe in unseren Krper

    MEDIZ IN

    G. Arvay, Diplom-Biologe und Buchautor aus Graz. Betreten wir den Wald, fngt es wie eine or-ganische Antenne die Planzen-Funksprche auf und entschls-selt sie sogar hnlich wie die Planzen selbst.

    Forscher der Nippon Medical School in Tokio haben heraus-gefunden, dass die Terpene in der Waldlut Anzahl und Aktivi-tt unserer Killerzellen deutlich erhhen. Diese vernichten nicht

    nur Viren, sondern bekmpfen auch Krebszellen. Auerdem entstehen durch den Einluss der Waldlut mehr von den drei wichtigsten Anti-Krebs-Prote-inen, mit denen unser Immun-system gefhrliche Zellen be-schiet und vergitet.

    Waldluft senkt bei Frauen

    die Stresshormone

    Die sekundren Planzenstofe in der Waldlut regen auch die

    Nach der Buche der zweithu-figste Laubbaum bei uns. Meist in Mischwldern. Gilt in vielen Mythen als heiliger Baum.

    Der schnell wachsende Nadelbaum wird intensiv von der Forstwirtschaft genutzt, z.B. zur Papierherstellung. Eiche

    Fichte

    Unser Experte: Diplom-Biologe Clemens G. Arvay

    50 BILD der FRAU 33/2015

  • Foto

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    Nebennierenrinde dazu an, mehr von der Herzschutzsubstanz DHEA zu bilden. Arvay: Das ist eine Hormon-Vorstufe, die uns vor der koronaren Herzkrank-heit schtzt, also vor einer sehr gefhrlichen Form der Gef-verkalkung, die zum Herzinfarkt fhren kann. Auerdem akti-viert die Waldatmosphre den Parasympathikus den Nerv der Ruhe. Weil so die Stresshor-mone sinken, wirkt sich der Wald auch ber die psychische Ebene gnstig auf unser Herz-Kreis-

    lauf-System aus. Und Studien mit Frauen zeigen, dass die Konzen-tration des Stresshormons Ad-renalin nach einem Tag im Wald um mehr als die Hlte, am zwei-ten Tag sogar um nahezu drei Viertel sinkt. Bei Menschen mit einem Altersdiabetes (Typ II) fllt der Blutzuckerspiegel auf ganz natrliche Weise, und auch bei Bluthochdruck-Patienten regu-lieren sich die Werte in Richtung Normbereich.

    Schon der Blick auf Bume macht Kranke schneller gesundVon den gesunden Terpenen aus der Planzenkommunikation ge-ben Nadelgehlze wie Fichten und Tannen etwas mehr ab als Laubbume wie Eichen oder Bu-chen. Die Konzentration ist im Sommer vor allem von Juni bis August , nach Regen und tief im Wald am hchsten, sagt der Planzenwissenschatler. Bume sind aber immer und grundstzlich gesund fr uns: Schon in den 80er-Jahren er-schien in der Fachzeitschrit Science eine Studie des schwe-dischen Gesundheitswissen-schatlers Prof. Roger Ulrich. Er konnte beweisen, dass allein der Anblick eines Baumes die Selbstheilungskrte aktiviert. Und Patienten, die aus dem Krankenhausfenster auf einen Baum blicken konnten, wurden nach einer OP schneller wieder gesund als eine Vergleichsgrup-pe, die nur auf eine Hausmauer sah. Die Wundheilung ging bei der Baumgruppe schneller, sie brauchten weniger Schmerzmit-

    tel. Auf der psychologischen Ebene sind lichte Baumbe stnde oder Wiesen mit einzelnen Bu-men besonders efektiv, weil wir sie gut berblicken knnen und unsere inneren Alarm systeme ganz auf ,Entspannen schalten. Da knnen die beruhigenden Reize der Natur noch besser wirken, so Arvay. Diese park-artigen Landschatsformen wir-ken sogar gegen ADHS, Burn-out, Depressionen, Angst- und Panikstrungen.

    Gehen Sie regelmig zum Waldbaden Die gesundheitsfrdernden Subs-tanzen der Bume stecken nicht nur in ihren Blttern. Der Biolo-ge: Die Borke ist eine besonders reiche Quelle fr die gesunden Terpene aus der Planzenkom-munikation. Vielleicht haben Menschen, die Bume umar-

    men, das schon immer intuitiv gesprt? Doch nicht nur Bu-me, Strucher und andere Plan-zen geben sie ab, sondern auch Waldbewohner wie Pilze und Bodenorganismen. Sie alle sind Teil des riesengroen kommu-nizierenden Organismus Wald. Die Japaner sind uns in dieser Erkenntnis weit voraus und haben das regelmige Waldbaden schon seit Langem in ihr Gesundheits-programm auf-genommen. Erfahrene ja-panische Wald-mediziner emp-fehlen, pro Mo-nat zwei volle Tage in einem Waldgebiet zu verbringen. Bei zwei Tagen pro Monat bleiben die natrlichen Killerzellen und die Anti-Krebs-Proteine dauer-hat erhht, betont Arvay. Aber auch krzere Auslge nutzen der Gesundheit. Der Experte emp-iehlt, mindestens zwei Stunden am Stck im Wald abzutauchen. Genieen Sie es!

    SUSANNE SCHTTE

    Der Biophilia- Efekt Heilung aus dem Wald von Clemens G. Arvay, Verlag edition a, 253 Seiten, 21,90 Euro

    W Suchen Sie sich im Waldesinneren einen Platz, der Sie anspricht. Ihre Fe stehen schulterbreit parallel zueinander. Gehen Sie nun leicht mit herabhngenden Armen in die Knie. Arme auf Schulterhhe zur Seite ausstrecken und langsam im Halbkreis ber dem Kopf zusammenfhren als wren Sie ein Baum, der seine mchtige Krone

    gen Himmel entfaltet. Dabei tief einatmen, erst in den Bauch, dann in die Brust. Nehmen Sie die Waldluft ganz bewusst auf, und fhlen Sie, wie sie Ihre beiden Lungenlgel fllt. Wenn die Arme ber dem Kopf, Handlche auf Handlche, zusammentrefen, legen Sie die Unterarme parallel aneinander und fhren Sie sie vor Ihrem Krper

    nach unten. Dabei langsam ausatmen, whrenddessen Fuste ballen, den Oberkrper nach vorn beugen und in die Hocke gehen. Die Ellenbogen bei dieser Bewegung auf Hhe der Magengrube an den Krper drcken. Wichtig: vollstndig ausatmen. Richten Sie sich nun wieder auf und beginnen die bung von vorn. 10 bis 15mal.

    Gesunde Waldatmung so gehtsMit dieser Ganzkrper-Atmung nehmen Sie besonders viele heilsame Substanzen aus der Luft auf

    BUCH-TIPP

    Sie kann eine Wuchshhe von bis zu 90 Metern erreichen und gibt genau wie die Fichte beson-ders viele heilende Stoffe ab.

    Junge Bume haben eine schlanke Krone, ltere eine kuppel-frmige. Die Rinde ist grau, glatt und ein wichtiger Holzlieferant.

    Im Sptherbst verliert sie ihre nadelfrmigen Bltter. Die Zapfen bleiben dagegen oft mehrere Jahre am Baum.

    Tanne

    Buche

    Lrche

    Beim Baum- umarmen nimmt die

    Haut gesunde Terpene auf

    Lebensraum fr viele Insek-

    ten und reich an Terpenen:

    die Borke, hier die einer Ulme

    5133/2015 BILD der FRAU