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STRENG GENOMMEN - · PDF filezum 10. Todestag an seinen Lehrer Abel Carlevaro erinnert. Ausdrucksstark und fein-sinnig begeistern Klaus Paier (Akkordeon, Bandoneon) und Asja Valcic

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  • Nr. 121/122 · Oktober/November 11 · Euro 5,82 P. b. b. GZ 02Z032603M Verlagspostamt 9020 Klagenfurt Erscheinungsort Klagenfurt am Wörthersee

    KÄRNTEN KUNST KULTUR

    STRENG GENOMMEN die bruecke als kulturelle bibliothek für / FLUCHT / RÄUME / MIGRATION /

    mit allen terminen und galerien www.bruecke.ktn.gv.at

  • E D I T O R I A L

    „Die Unsterblichkeit der Literatur ist abstrakt“! Dieses Zitat stammt im Original von dem ausgezeichneten Autor Octavio Paz (Mexikanischer Künstler 1914-1998). Womit wir auch schon mittendrin in der aktuellen Ausgabe Ihres Kulturmagazins für die Herbst-Monate wären: Die Bruecke als kulturelle Bibliothek für Kunst, Literatur, Theater und Musik hat sich diesmal der Flucht, (aus) den Räumen oder dem Thema Migration verschrieben – STRENG GENOMMEN aber reicht die Palette naturgemäß viel weiter: So schlagen die aktuelle Ausstellung >streng geometrisch< im MMKK – oder einen Stock tiefer die (Favelas) – vielfältig(e) Brücken und liefern uns Beiträge zu den diesmaligen Schwerpunkten. Dass wir deshalb nicht nur dem Abstrakten frönen, sondern sehr, sehr gegenständlich, objektiv und sinnlich unterwegs sind, wird hier (neben Klammer) von Guido Katol und Elisabeth Wedenig (Karl Stark) belegt.

    Auch die „Wunschmaschine“ hat sich in ihren Buch- und CD-Tipps den Herbstthemen angenommen und knüpft mit diesen an die Ma(h)ler und Musiker an. Apropos: Das Editorial- Foto zeigt den Bruecken.Bauer im „Hafen 11“, ein neuer kreativer Zusammenschluss von elf jungen „Kreativwirt- schaftern“ (ausgeführt vom Architektenteam alpenpendler als Office-Surfer-Projekt), zugleich eine weitere Belebung des Lendhafens in Klagenfurt.

    Wie immer kommt die Literatur nicht zu kurz, das ist schon den Hinweisen auf der gegenüberliegenden Seite (3) zu entnehmen: Während Arthur Schnitzler im Stadttheater „das weite Land“ ausbreitet, haben wir Egyd Gstättner für uns „entrümpeln“ lassen (mit einem exklusiven Vorabdruck aus seinem neuen Roman „Absturz aus dem Himmel“, den er im Oktober im Musil- Haus vorstellen wird). Sowohl mit der Dr. Joäe-Volbank-Stiftung (Slowenischer Schreibwettbewerb) als auch mit den Stadtwerken (Lyrikpreis) hat die Bruecke Kooperationen geschlossen – zur Unterstützung der Literatur (in beiden Landessprachen).

    Damit Sie nicht ganz auf die sonstigen November-Themen vergessen, hat sich unser dal Ponte den Friedhöfen der Welt angenommen …

    Eine kulturell schöne Zeit – bis zum Winter – wünscht Ihnen wieder Ihr bruecken-bauer

    Günther M. Trauhsnig

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    carte.blanche Retros leben besser Die Wienerin Paula Mairer hat den München- Marathon im Rückwärtslauf zurückgelegt. Sie benötigte für die Strecke 6 Stunden, 27 Minuten und 11 Sekunden und sicherte sich damit einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Gegen die Rekord-Rückwärtsfahrten mit einem LKW nimmt sich die Weltmeister- schaft im Rückwärtslesen schon wie eine intellektuelle Spitzenleistung aus; immerhin ist bewiesen, dass intensives Rückwärtslesen das menschliche Hirn sinnlos fordert. Nein, es soll in dieser Carte Blanche nicht die Rede von den abstrusen Auswüchsen unserer alles schon erlebten Gesellschaft sein, Beachtung zu finden, wenn man etwas Alltägliches möglichst schnell rückwärts kann. Vielmehr fasziniert Guerrino schon seit seiner Kindheit der Gedanke, an das Rückwärtsleben. Man nistet sich im Leben eines alten Menschen aus der Nachbarschaft ein, vom Leben gegerbt, gebrechlich und hantelt sich an seinem Lebensstrang nach vorne, Jahr für Jahr. Die Projektion als erster Schritt zum Selbstversuch. Vergilbte Bildbände und Fotos aus alten Illustrierten helfen als Dekorationsvorlagen beim Basteln eines Retro-Lebens. In Büchern und Filmen haben wir es als beliebtes Stilmittel erlebt – z. B. Die Dinge des Lebens (Claude Sautet, 1970) mit Michel Piccoli und Romy Schneider, Memento (Christopher Nolan, 2000) oder nach Scott Fitzgerald Der seltsame Fall des Benjamin Button (David Fincher, 2009) mit Brad Pitt und Cate Blanchett. Das Ende zuerst und dann immer weiter nach vorne. Vieles erschließt sich völlig logisch aus der verkehrten Perspektive auf eine Handlung, eine Konstellation oder ein Leben. Nicht der Wunsch die Zeit zurückzu- drehen oder zumindest vorübergehend anzuhalten, vielmehr das sichere Ende immer gegenwärtig. Darum geht Guerrino in jeder größeren Stadt, die er besucht, auf einen Friedhof. Dort ist es meist friedlich bis heiter und es macht glücklich, dass man noch einen Tag vor sich hat. Darum leben praktizierende Retros besser, meint Ihr e Guerrino dal Ponte

    Alter Südlicher Friedhof München

  • Die Brücke 121/122 – Oktober/November 11 3

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    (Klammer) auf. Von Musik bis zur Malerei reicht die künstleri- sche Palette Richard Klammers. Bei seinem neuen Projekt „Favelas“ bildet er neue Raumgefüge ab, um sich der Architek- tur von Großstädten anzunähern. Seite 24

    Über das weite Land fliegen. Mit dem Fliegenden Holländer kann man im Stadttheater zur neuen Spielsaison abheben. Der Regisseur macht aus dem Wagner-Stück ein bewegendes Flüchtlingsdrama. Für Aufsehen sorgt auch das Schnitzler- Stück „Das weite Land“ (mit der Josefstadt). Seite 27

    Literatur ist unsterblich. Zwar stirbt in Egyd Gstättners neuem Roman (Auszug in der Vorlese) eine unsympathische alte Dame, nicht aber die Liebe zur Literatur. Mit zwei Seiten Buch.Tipps, Berichten über einen vielgereisten Verlagschef und Literaten sowie einen Schreibwettbewerb und Lyrikpreis, bleibt diese erhalten. ab Seite 32

    4 HORIZONTE/AVISO 7 KULTUR.TIPP Österreich liest vor 9 DENK.MAL Grabdenkmäler – St. Egid, Klagenfurt 13 KULTUR.T(R)IPP I am from Barcelona 15 BAU.KULTUR SoArt-Ateliers am Millstätter See 16 SPUREN.SUCHE „Verliebt in Messing, Glas und Holz“

    Eine Ausstellung in der Steiermark mit starkem Kärnten-Bezug

    18 Kreative Förderung – mit einem Bündel an Ideen KIMEKI stellt sich den Bildungsherausforderungen

    20 >streng geometrisch< im MMKK Fünfzehn Positionen in der abstrakten Kunst

    23 KÄRNTEN.ART Kafka am Strand der Galerie Walker

    Skulpturen für das „Internationale Jahr der Wälder“

    24 Favelas (oder Fremde Verkehrsorte) Bewohner der Großstadt in übereinander gestellten Schachteln

    27 BÜHNEN.BRETTER Flüchtlingsdrama der Empörung

    „Der Fliegende Holländer“ am Klagenfurter Stadttheater

    28 VOLKS.BANK Wanted: Volksbank-Kunstpreisträger 2012 29 AUS.DER.SAMMLUNG Karl Stark: Aquarelle der Sammlung Leopold 30 BLICK.PUNKT Die (Raum)Luft war dick wie Honig

    Elisabeth Wedenig in der bäckerstrasse4

    31 Von Menschen und Tieren Guido Katol in der Galerie Šikoronja

    32 WORT.FÜR.WORT Die Jože-Volbank-Stiftung bringt es ans Licht

    Fortsetzung des Slowenisch-Schreibwettbewerbes

    33 VORLESE.PRVO BRANJE Egyd Gstättner: „Die Entrümpelung“ (aus seinem neuen Roman) 34 Notizen aus der Steiermark

    Wolfgang Pollanz Gedichte Von Reisen/O potovanjih

    36 BUCH.MUSIK.TIPPS 38 KLANG.FIGUREN Herz.Kasperl

    Oliver Vollmann und sein Solo-Abend mit Klavier

    40 Richtung Rote Rakete Maja Osojnik und ihre Projekte als Impulse für die Musikszene

    42 Wunder.Pianist Ein Gewinn(er) für die Klassik – Ingolf Wunder

    44 ANTIKE.WELT Gott der Handwerker und Künstler

    Hephaistos Kampf für einen Platz im Olymp

    45 WELT.KINO.WELTEN Monsterfilme zum Selberbasteln

    Edward Gareth: von „Monster“ zu „Godzilla“

    46 LUST.AUF.KULTUR Kärntner Kulturkalender Galerien/Ausstellungen Kino/Filmtipps 57 WELTER.SKELTER Entropie oder nicht Entropie

    Cover: >streng geometrisch< im MMKK, Regine Schumann in connect, back to back, 2011, Acrylglas fluoreszierend, gebo- gen, 11-teilig, je 130 x 200 x 1 cm, © Galerie Renate Bender Foto: Ferdinand Neumüller

    Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Copyright sowie Verantwortlicher Redakteur Land Kärnten (Abt. 6, UAbt. Kunst u. Kultur) 9020 Klagenfurt, Burggasse 8 Mag. Günther M. Trauhsnig, Tel. 050/536-16 222 E-Mail: [email protected] Abos: Elisabeth Pratneker, Tel. 050/536-16 242 Kulturtermine: Petra Röttig, Tel. 050/536-16 224 Alle: E-Mail: [email protected], Fax 050/536-16 230 Redaktionelle Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silvie Aigner, Guerrino dal Ponte, Mona Decker-Mathes, Barbara Einhauer, Stefanie Grüssl, Daniela Hättich, Katharina Herzmansky, Michael Herzog, Geraldine Klever, Ingeborg Kofler, Ludmilla Kofler, Eva Liegl, Helmut Christian Mayer, Astrid Meyer, Martina Mosebach-Ritter, Mario Rausch, Marion Schaschl, Ilse Schneider, Horst Dieter Sihler, Sonja Traar, Günther M. Trauhsnig, Nicole Vecsey de Vecse, Miha Vrbinc, Oliver Welter, Christine Wetzlinger-Grundnig. Namentlich gekennzeichnete Bei träge geben die Meinung der Autoren wieder. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge bei Bedarf zu kürzen oder zu ändern. Zur Verfügung gestelltes Text- oder Bild- material wird (wenn nicht anders vermerkt) nicht retourniert. Grafik: Harald Pliessnig Satz und Produktion: WERK1, Tel. (0463) 320 420 Druck: aprint, Tel. (0463) 58 66 Verlagspostamt: 9020 Klagenfurt Abonnement: 12 Ausgaben Euro 25,44 inkl. KulturCard Kärnten, Porto und

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