Pflege bei Menschen mit Demenz

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Prof. Grond

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  • 1. Pflege bei Menschen mit Demenz Jeder kann dement werden ein gesellschaftl. Problem? - Demenzkranke nehmen zu durch Vergreisung (Alterslawine): 2040 2 Mill. in BRD - leben zu lange pflegeabhngig unbezahlbar? weil Personal + Zeit fehlt - stigmatisiert zu lebensunwerter Post-Person, eine Last, Suizid aus Angst davor - im Verhalten mehr von Beziehung zu Pflegenden als vom Hirnabbau abhngig - berfordern oft Pflegende bis burnout, Herausforderung fr mehr Menschlichkeit! Menschenrechtsverletzungen? wenn um zu sparen, Demenzkranke - gewaschen, gefttert werden, obwohl sie es allein knnen - zum Essen gezwungen werden, whrend andere getopft werden - um 18 Uhr ins Bett mssen, in der Notdurft liegen bleiben - rztl. unterversorgt sind, Medikam. verdeckt bekommen - als sturzgefhrdet fixiert, ohne Klingel eingesperrt werden - als unheilbar entmutigt, auf Demenz-Defizite reduziert - durch zu wenig qualifiz. Pflegende vernachlssigt?

2. 45% der F >90 + 28% der M >90Sie werden immer mehr erkranken an Demenz, weilDemenzkranke pflegen alte F einsam (ohne Aussprache + Anregung) + arm sind 3. 1/3 der Demenz wird 1. von rzten nicht, sondern von Angehr. erkannt - Sie beginnt schleichend seit mindest 6 Mon. - Es schwinden: * Frischgedchtnis* Altged.: unbewusstes Leibged. (Gewohnheiten, Sinneserfahrungen) bleibt lange* Denk-Fhigkeiten: Urteilen, Organisieren, Selbstkritik, Orientierung - Herausforderndes Verhalten strt: anfangs Depression, Weglaufensehr belastend: Aggression, Unruhe, Schreien, Halluzin., apath. Regression2. oft nicht differenziert in Demenz-Formen- degenerative: * Alzheimer ~ 50-70%* Lewy-Krper-Demenz 15% mit Parkinson, oft ausgelst durch Neuroleptika* Pick-Komplex 5%: Jngere rcksichtslos, aggressiv - vaskulre15-20%, Mischformen hufiger - sekundre: 10% oft behandelbar bei Depression, Schlafapnoe,Normaldruckhydrocephalus, Alkohol-/Medikamenten-Sucht, Schilddrsen-UF 4. Verhaltensstrungen belasten bei Alzheimer hufiger als bei vask. Dem.NeuroGeriatrie 3.2007,141 WahnHalluzin. depres. Angstapath. Unruhe aggr. enthemmt Hirsch, 2007,in Heimen 17-30% 30-40%20-40% 50-70%50%18-40%Von 304 demenzkr. Bew. 78% Apathie, 30% Apathie, Unruhe + Depr., 25% Apathie + Unruhe, 11% Depr. + Apathie,(rztebl. 7.5.2010) 5. Pfleg. versuchen, Verhaltensstrungen zu verstehen Fr welche Qual findet er nicht die passenden Worte? - krperl.: fr Schmerzen, nur zu 1/3 ausreichend behandeltBezugsperson - fhlt sich ein, spricht ihn an, berhrt, beruhigt mit Wrme, lagert entspannend - gibt Schmerzmittel vorbeugend nach S-Protokoll regelmig 1 St. vor nchstem Schmerzgipfel - Wenn Paracetamol, Metamizol o.ASS, nicht ausreichen, oral Hydromorphon (Palladon retard o.Jurnista), bei Schluckstrung rektal, bei >80-J. kein Tilidin, Tramadol, Vorsicht mit Pflastern:Norspan-, Transtec-Pfl. >Fentadolon-, Durogesic-, Matrifen-Pfl. (nie final) verwirrt, kumuliert- psych. * fr Bedrfnisse: sehnt er sich nach Zuwendung? * ruft er um Hilfe bei Angst, Krnkung, Scham, Trauer o. projiziert er? * regredierter bis zu apathischem Rckzug zu Naschen, zu Schmierlust- soz. fr Beziehungsstrungen (hufig) zu Angehrigen, die gestresst sind +berfrsorglich ihn immer abhngiger machen, zu Mitbew., Pflegenden, die keine Zeit h.- fr strende Umwelt: Lrm, Licht-Mangel, Klte, Gerche, Arznei-NW 6. Lindern Sie Schmerzen mit Zrtlichkeit 7. Perspektivewechsel in der Pflege wird ntig - von Transparenzkriterien (Pflege, Demenz, soz. Betreuung, Wohnen, Bewohnerbefragung) MDK+ von Erziehungspflege zur subjektivenSelbstbestimmung des Kranken (Wunschpflege) - von Kundenorientierung zum Wohlbefinden der Kranken + der Pflegenden - von der einseitigen Pflegende(r)-Kranke(r)-Beziehung zur kooperativenBegegnung mit Angehrigen, Kollegen, Ehrenamtlichen - von der Krperpflege (Grund- + Behandlungspflege) zu frdernder Prozess-pflege mit Gesprchen + non-verbaler Kommunikation z.B. nach ABEDL - von medizin. zu bedrfnisorientierter biopsychosozialer, kolog., spiritueller Pfl. - von der Defizit- zur Ressourcenorientierung: Wir knnen von Demenzkr. lernen:* Echtheit, Direktheit, im Hier-und-Jetzt, im Augenblick zu leben* zu fhlen statt nur rational zu denken, sich in andere Lebenswelt einzufhlen* Wnsche + Bedrfnisse zu befriedigen, mit allen Sinnen zu erleben* sich zu ffnen fr mgliche Begegnungen, Anerkennung zu geben + zu nehmen* langsam zu werden statt Pflege im Minutentakt, nicht zu drngeln* geschehen zu lassen, Leistungsdenken abzubauen* sich an Humor zu erfreuen, Berhrungen zu erleben statt zu resignieren* nach alten Ritualen handeln zu drfenB.Schrder: Blickrichtungswechsel 8. Als Dementer mchte ich - respektiert + verstanden - in Schmerzen gelindert w. - wnschen + verweigern drfen Demenz o. DepressionJe weniger Bedrfnisse erfllt werden, umso vulnerabeler wird der KrankeZrtlichkeit bessert Verletzlichkeit Wenn fehlt, sterben - Waisenkinder o. ihr Gehirn verkmmert - F mit Mamma-Ca hufiger - rauchende M an Herzinfarktmehr 9. Pflege bei herausforderndem Verhalten: Sie knnen 1) krp. Bedrfnisse, Leiden klren + behandeln: Hunger/Durst, belkeit, Luftnot 2) ngste, Befrchtungen beruhigen mit Zuwendung, Zrtlichkeit, aus Biografie verstehen 3) nicht medik. helfen: berhren, ablenken, beschftigen mit ATL, entspannen mit Musik 4) Schmerzmittel versuchen 5) Tavor-Expidet o. Risperdal-Quicklet geben, Angehrige beraten, STIPersonenzentr.Beziehungspflege (das Wie d. Pflege) nicht standardisierbar: Konstante Bezugsperson respektiert die unverwechselbare Person trotz Demenz wertschtzt, handelt die Pflege aus + reflektiert die Beziehung mit - DCM Dem. Care M.: Mapper beobachtet Interaktion nach WIB-Werten + Abwertung, umBeziehungsqualitt einzuschtzen. VIPS Validation, individuelle Perspektive in soz. Wohlfhlen - erlebnisorient. Pflege, die mit Intuition, Validation Gefhle + Erleben wrdigt (v. d.Kooij)Grenzen setzt, ablenkt mit Erinnerungs-, Ersatzstcken (Puppen), Mrchen, Haustier, Bewegung - SMEI Sinnlichkeit, motor. Ressourcen, Erleben, Interaktion = BeziehungenBaer, 2007- Best-Friends-Pflege (Bell/Troxel) die Selbstwert in der Biografie strkt der Pflegefehler w. gemeldet bei Personalmangel 66%, hohem Arbeitsanfall 56%, berarbeitung 44% 10. Ende der Menschlichkeit, um zu sparen?Therapiehund - ja Schmuse-Roboter - nein 11. Pflege-, BetreuungskonzepteGrundsatzstellungnahme MDS Spitzenverb.- krperl: * mit Ergoth. in ATL aktivieren, um Alltagskompetenzen zu erhalten* Unruhe evtl. zulassen, weil Bewegung Strze, Pneumonie, Dekubitus verhindert* mit basaler Kommunikation/Stimulat. alle Sinne anregen, mit Snoezelen entspannen* Antidementiva (55% keine) Reminyl, Aricept, Exelon, spter Axura = Ebixa; 1/3 -1/2 Neuroleptika - psych.: * verstehen + beobachten, anfangs ROT, Gedchtnistraining (berfordert?)* Biografiearbeit (Erinnerungspflege) + Selbsterhaltungsth. erhalten Identitt* mit integrat. Validation (fr gltig erklren) o. erlebnisorientierter Pflege wertschtzen* mit Musik, Singen, Tanzen Angst lindern * mit Kunst o. Malen Gefhle ausdrcken* mit Spielen, Aromapflege, Lichtth., Mrchen, Humor, Lachen, Tieren, Erleben frdern* Zehn-Minuten-Aktivierung, Therapeut. Tischbesuchsdienst (TTB) mit Erinnerungsstcken- sozial helfen: * Demenz entstigmatisieren in Demenzfreundl. Kommune* Kontakte frdern, * Aufsuchende Hilfe, * Angeh. beraten + Pfleg. fortbilden- kolog. mit Milieuth.: Rume + Tag strukturieren, sinnvoll beschftigen 12. Biografiearbeit ist Spuren- suche: jedes Bild erhellt die Lebensgeschichte + erhlt die Identitt 13. Angehrige sind der hufigste + billigste Pflegedienst Von 2 246 829 Pflegebedrftigen wurden 2009 zu Hause versorgt68%durch Angehrige allein (67,6% F) 46%zustzl. durch ambul. Dienste 22% In Heimen 32% 14. Ambulante Pflege betreut nur der Demenzkr. 42% (4/5 F) leben allein Spezialisierte ambulante Palliativversorgung SAPV 37b SGB V 2008 Teilstat. in Tages- (am besten), Kurzzeit-, Nacht-, Wochenendpflege Wohnformen: ambulant betreute WG, Betreutes Wohnen, Betreute Hausgemeinschaften 500 alternativ: Nachbarschafts-Pflegewohngruppen, Brcken-/berleitungspflege,Pflegesttzpunkte, Pflege-Familien, MAGDA Multiprofess. ArbeitsGruppe DemenzambulanzenSONG-Leuchtturmmodelle, SWA Verein fr selbstbest. WohnenHeim als vertraute Lebenswelt, Daheim (Milieuth.) Gestalten Sie es bedrfnisorientiert: autonom, anregend, orientierungserleichternd- Heim integriert Verwirrte in familienhnlicher WG- teilintegriert Verwirrte in tagesstrukturierender guter Stube- versorgt Demenzkranke nach folgenden Konzepten* Hausgemeinschaft: Cantou, Domus-Unit, Schweden-Modell, Anton-Piek-Hofje* Wohngruppe mit zentraler Wohnkche, Pflegekraft beschftigt + Ergo-, Musikth.* Pflege-Oase: Zentralraum + lsst Rckzug im Zimmer zu, Pfleg. stets prsent (KDA)HILDE Heidelberger Institut zur Erfassung der Lebensqualitt Demenzkranker 15. Bricht die pflegende Tochter unter der Pflege zusammen? 16. Pflegende kooperieren mit 1. An-/Zugehrigen - ambulant: sie pflegen 68% der 2,3 Mill. Pflegebedrftigenals billigster Pflegedienst, berfordert, erschpft, ausgebrannt, in Beziehung resigniert;sie sind zu entlasten: emotional, zeitlich, krperl., sozial, technisch, finanziell- im Heim: Einzel- + Gesprchsgruppen, Krisenintervention, Ang.-Beirat, Zufriedenheitsfrageb. 2. mit Ehrenamtlichen: altern zufriedener, gesnder; Sie brauchen Anerkennung,Aufwandsentschdigung, Unfall-, Haftpflichtversicherung, Fortbildung, Konfliktgesprche3. mit Sozialarbeitern fr Beratung, Einzelfallhilfe (finanz.) + Gruppenarbeit 4. Mit Seelsorgern: Sie knnen in Pastoral Care als spirituelle Ressource * religise Erziehung, das biografische Gottesbild, religise Einstellung + Praxis wrdigenDemenzkr. denken nicht mehr ber Lebensbilanz, emot. vorsprachl. Glaubenserfahrungen bleiben * Hiobklage zulassen, trsten gegen Verzweiflung, wertschtzen, Hand auflegen, singen, beten * fr Besuchsdienste, Sterbe- + Trauerbegleitung der Angehrigen sorgen Wer Seelsorger ablehnt, braucht Begleiter, die offen sind fr letzte Sekten, Moslem, Atheisten 17. Kindergebete