"Anthony Norris Groves."Biographie

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1. Harriet GrovesAnthony Norris Groves 2. Harriet GrovesAnthony Norris GrovesVon einem,der zuerst nach dem Reich Gottes trachtete 3. 1. Auflage 2001Gekrzte Fassung des englischen Originals:Memoir of Anthony Norris Groves James Nisbet & Co., London, 3. Auflage 1869 der deutschen Ausgabe 2001Betanien Verlag Hans-Werner DeppePostfach 51 20 29 33698 Bielefeldwww.betanien.de info@betanien.debersetzung, Satz: Hans-Werner DeppeUmschlagdesign: Lucian Binder, MetzingenZeichnung: Traian Gligor, Ammerbuch-Entringen,nach einem OriginalfotoDruck und Bindung: Elsnerdruck, BerlinISBN 3-935558-03-1InhaltsverzeichnisVorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7berblick ber das Leben von A. N. Groves . . . . 10Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13Kapitel 1: Die Anfnge . . . . . . . . . . . . . . . 16Kapitel 2: Geben ist seliger als Nehmen . . . . . . 25Kapitel 3: Vorbereitung auf die Mission . . . . . . 39Kapitel 4: Die Anfnge einer Bewegung . . . . . . 47Kapitel 5: Die Reise nach Bagdad . . . . . . . . . 59Kapitel 6: Das erste Jahr in Bagdad . . . . . . . . 84Kapitel 7: Die Katastrophe . . . . . . . . . . . . . 103Kapitel 8: Abschied von Mary . . . . . . . . . . . 120Anhang 1: Wie es weiterging . . . . . . . . . . . . 129Anhang 2: Die Wirkung von Groves auf andere . . 149 4. 7VorwortDas Fehlen einer Biografie des Gottesmannes Anthony Nor-risGroves war auf dem deutschen Buchmarkt bisher eineschmerzliche Lcke. Groves war von groer Bedeutung frdie Entstehung und Prgung einer wichtigen Erweckungs-bewegungim 19. Jahrhundert der Brderbewegung. Ei-nemDreigestirn anderer Fhrer dieser Bewegung ordnetman mitunter drei sie kennzeichnende Begriffe zu: Glaube(Georg Mller), Hoffnung (John Nelson Darby) und Liebe(Robert Chapman), doch Groves gehrt eigentlich zu die-serGruppe typischer Hauptvertreter der Bewegung dazuund vertritt sozusagen deren missionarischen Zweig. AlsVorbild von Georg Mller (siehe Anhang 2) wre eigentlicher es, dem das Attribut Glaube zustnde, aber er lsst sichauch treffend mit dem Stichwort Mission identifizieren.Der Herr Jesus sagte, dass Reiche nur uerst schwierigins Reich Gottes kommen. Durch den reichen ZahnarztGroves zeigte Gott, dass es aber nicht unmglich ist. Ermachte Groves und seiner Frau deutlich, dass sie keineSchtze auf Erden sammeln, sondern auf ihn vertrauen soll-ten.So wurde das Ehepaar Groves zu Pionieren in demGlaubensschritt, nach dem Prinzip von Matthus 6,33 zuleben und nicht nach Wohlstand zu streben, sondern ineinem vllig Gott geweihten Leben allein in Christus vol-lesGenge zu finden. Groves tauschte den Wohlstand En-glandsgegen das Elend Bagdads und Indiens aus, um dortals Missionar zu wirken, whrend die Brderbewegung da-heimleider nicht nur wuchs, sondern auch mit Streit undSpaltungen zu kmpfen hatte.Das hiermit vorliegende Lebensbild von Groves ist eineAnthony Norris Groves Kurzfassung des 650-seitigen englischen Originals, das seine 5. zweite Frau und Witwe Harriet aus seinen Memoiren, Ta-gebchernund Briefen zusammengestellt und mit eigenenKommentaren und Erzhlungen ergnzt hat. Die deutscheAusgabe wurde zur besseren Verstndlichkeit und bersichtmit Funoten und Zwischenberschriften versehen. DerSchwerpunkt liegt auf Groves erster Lebenshlfte, der Zeitseiner geistlichen Zurstung bis zum Tod seiner Frau inBagdad. Seine Lebensgeschichte von seiner Bekehrung biszur Ausreise als Missionar hat Groves autobiografisch be-schrieben(seine Memoiren, Kapitel 1 4); die Zeit vonder Abreise bis zum Tiefpunkt in Bagdad ist durch seine Ta-gebcherdokumentiert (Kapitel 5 8) und der Rest seinesLebens wird in einem Anhang zusammengefasst. Ein weite-rerAnhang beschreibt einige Frchte aus dem Leben vonGroves.Diese Kurzbiografie betont also nicht Groves frucht-barsteund geistlich erfolgreichste Zeit, gemessen an Be-kehrtenund bleibenden Resultaten, sondern seine geistli-cheZurstung in der Schule Gottes und seinen Weg aufeiner Karriereleiter, die nach unten fhrte, hinab in die Tie-fender Gemeinschaft der Leiden Christi (Phil 3,10). Eswerden nicht so sehr seine Errungenschaften herausgestelltoder Bekehrte gezhlt, sondern vielmehr Gottes Wegemit ihm beschrieben und Einblicke in sein Denken, Empfin-denund seinen Glauben gegeben. Der bekannte Missions-schulgrnderAlexander Duff (1806 1878)1, der mit Gro-vesbefreundet war, hat treffend beschrieben, wie nachah-menswertder Glaube von Groves war:Bevor Mr. Groves etwa Mitte 1834 nach Kalkutta kam,hatte ich bereits viel von ihm gehrt Er war so einzigar-tigbrennend im Geist, dass es ansteckend war; er verbrei-teteberall um sich her den Geruch einer nicht irdischenHeiligkeit und einer selbstverzehrenden Hingabe Er warso herzlich, so aufrichtig und so eingenommen von der Sa-cheseines Herrn, so entflammt vom Eifer fr die Errettungumkommender Seelen, dass ich es als ein ungewhnlichesVorrecht ansehe, dass er einwilligte, whrend seines Auf-enthaltsin Kalkutta in meinem Haus zu wohnen Er warein von Gott bewhrter Mann, der seine weltlichen Inter-essenund sogar sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um dieSache des Retters voranzutreiben Der Herr gebe, dasssolche, die dem Namen nach Jnger sind, in diesem Zeital-terdes Luxus, der Selbstgeflligkeit und der Malosigkeitvon diesem Vorbild zumindest die Lektion lernen, die sieam ntigsten haben und die Groves am vorrangigsten ver-mittelte:die Lektion schriftgemer Selbstverleugnung, diegttliche Unterweisung, das Kreuz auf sich zu nehmen, al-lemzu entsagen und es um der Sache Christi willen dieserungewhnlichen Hingabe gleichzutun.Der deutsche Herausgeber1 Zu Duff siehe auch Seite 139 dieses Buches.8 9 6. berblick ber das Lebenvon A. N. GrovesBevor man eine lange Reise antritt, ist es hilfreich, sich vor-herauf einer Karte einen berblick ber die Route zu ver-schaffen;das dient der Orientierung whrend der Fahrt undbewahrt vor unntiger Ratlosigkeit unterwegs. Das gleichegilt auch hier: Bevor man sich mit Groves auf die Reisedurch sein Leben begibt und seine Erfahrungen aus seinerPerspektive betrachtet, ist es ntzlich, einen Blick auf diewichtigsten Eckpunkte und den groben Verlauf seines Le-benszu werfen.1. Febr. 1795: Anthony Norris Groves wird geboren.Etwa 1808: Er erwgt zum ersten Mal, Missionar zuwerden (als Unbekehrter).1810 1813: Groves beginnt ein Chemie-Studium inLondon.1. Febr. 1814: Groves zieht von London nach Plymouthund beginnt dort seine Berufslaufbahnals Zahnarzt.1814: Aus Liebeskummer bekehrt Groves sich zuJesus Christus und nimmt sich vor, Mis-sionarzu werden, obwohl er noch wenigvon der Errettung aus Gnade versteht.Ende 1816: Groves heiratet Mary Bathia Thompsonund zieht mit ihr nach Exeter.1822: Nach einer geistlich notvollen Zeitbeginnt Groves die Bibel zu studieren.1823 1825: Groves beginnt, zunchst ein Zehntel sei-nesEinkommens abzugeben, dann einViertel und schlielich alles. 1825 ver-fasster seine berhmte Schrift Christ-licheHingabe (Christian Devotedness).Mit seiner Frau wird er sich einig, indie Mission zu gehen, beginnt zur Vorbe-reitungdarauf ein Theologiestudium inDublin und gibt seinen Beruf auf.1827: Whrend seiner Aufenthalte in Dublinlernt Groves Christen kennen, die sichauerhalb aller kirchlichen Organisatio-nenzu Gebet und Bibelstudium treffen,was damals vllig neu war. Wahrschein-lichist er der erste, der vorschlgt, dasAbendmahl ohne Anwesenheit eines or-diniertenGeistlichen zu feiern.Juni Dez. 1829: Groves und seine Familie brechen in dieMission auf und reisen von London berSt. Petersburg nach Bagdad.14. Mai 1831: Mary Groves stirbt in Bagdad an der dortgrassierenden Pest.Mai 1833: Groves unternimmt eine ausgedehnteReise durch ganz Indien, von Bombayber Ceylon und Kalkutta bis weit indie Ganges-Ebene, und besucht zahlrei-cheMissionsstationen.Juni 1834: Nach Beendigung seiner Indienreise se-geltGroves nach England.April 1835: Groves heiratet Harriet Baynes.Mrz Juli 1836: Das Ehepaar reist nach Madras (Indien).Juli 1837: Das Missionsteam zieht von Madras nachChittoor um.Mrz 1848: Groves ist in England.Juni 1849: Er kehrt nach Indien zurck.Sept. 1852: Groves erreicht schwer krank England.20. Mai 1853: Im Alter von 58 Jahren stirbt Groves inBristol im Haus von Georg Mller.10 11 7. 13EinleitungAnthony Norris Groves wurde am 1. Februar 1795 in New-tonin der sdenglischen Grafschaft Hampshire geborenund wuchs als eines von sechs Kindern auf. Sein Vater warursprnglich in einer sehr erfolgreichen Firma in Lyming-tonbeschftigt und war uerst grozgig. Er gab gern frei-giebigan andere ab, hatte jedoch eine spekulative Ader undlie sich auf viele Dinge ein, die ihm den Verlust der rei-chenErtrge seines Geschftes einbrachten. Eine dieser Un-ternehmungenwar der Versuch, durch ein neuartiges Drai-nage-System ein Landstck in Meeresnhe trockenzulegenund zu kultivieren. Hier hinein investierte er viele tausendPfund; doch obgleich sich das Vorhaben letztendlich als er-folgreicherwies, konnte seine Familie am Gewinn nichtteilhaben. Er musste nmlich whrend der Kriegszeit dasLandstck wieder veruern, weil er Kapital fr weitereUnternehmungen brauchte.Zuvor hatte er bereits einen anderen Verlust erlitten: Erbesa einen Anteil an einem groen Schiff, der Royal George,aber das Schiff ging unter. Und schlielich hatte er eine Salz-fabrik,die unter der Mithilfe seiner Shne gut gedieh; dochein Arbeiter verriet das chemische Geheimnis an andere, dieimstande waren, denselben Artikel preiswerter zu produ-zieren,und so war auch dieser Profit schlielich dahin.Durch diese Prfungen wurde Norris bereits in seinerKindheit mit Verlust und Disziplin vertraut, ebenso wie sei-nefnf Schwestern, die gemeinsam mit ihrem Bruder dieNichtigkeit zeitlicher Hoffnungen erlebten. Sie alle wur-denglubig und konnten den Segen des hheren Besitzesbezeugen, um dessentwillen sie den Reichtum dieser Weltfr Dreck achten, um Christus zu gewinnen. 8. Die Mutter war offenbar eine hchst bemerkenswerteFrau, und ihr Charakter hinterlie einen tiefen Eindruck aufden Herzen ihrer Kinder. Zu ihren herausragenden Cha-raktermerkmalenge