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01 Wie Ein Haus Entsteht

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Die neue Konstruktionslehre

Text of 01 Wie Ein Haus Entsteht

  • ..

    . ~.\ ..

    , Ein Haus entsteht I

  • Grundstck IAbb.21 Rohbau IAbb.31

    Ausbau IAbb.41 Umgebung IAbb.51

    Titelbild: Rohbau EFH Keller, Wetzikon, Arch.: Marcel Soli~r

    2 3 -

  • Ein Haus entsteht

    Allgemeines

    Vorschriften und Leistungen Qesetzli

  • Allgemeines

    Ausblick auf eine Architektur

    Man schafft Steine, Holz, Zement herbei, man macht mit ihnen Hu-ser, Palste; das ist Sache der Konstruktion. Der Erfindungsgeist ist am Werk.

    Aber mit einem Mal greift es mir ans Herz, tut mir wohl, ich bin glcklich, ich sage: Das ist schn. Das ist Baukunst. Das ist Kunst.

    Die Mauern vor dem Himmel steigen in einer Ordnung auf, die mich bewegt. Ich spre eure knstlerische Absicht. Ihr wart sanft oder ge-waltttig, Liebenswrdig oder wrdevoll. Eure Steine erzhlen es mir. Ihr bannt mich an diesen Ort, und meine Augen schauen. Meine Augen sehen etwas, was einen Gedanken verrt. Einen Gedanken, der ohne Worte oder Tne, aLlein durch die geometrischen Krper klar wird, die in bestimmten Massverhltnissen zu einander stehen.

    Diese Krper sind so geformt, dass das licht jede Einzelheit ent-schleiert . Ihre Beziehungen untereinander haben nichts gemein mit praktischen, durch Worte zu beschreibenden Bedrfnissen.

    Sie sind eine mathematische SChpfung eures Geistes. Sie sind die Sprache der Architektur.

    Mit rohen Stoffen im Rahmen eines mehr oder weniger zweckbe-stimmten Programms, ber das ihr hinausgegangen seid, habt ihr Beziehungen hergestellt, die mich im Innern ergriffen haben.

    Das ist Architektur.

    S AVO)'f. ..,t.c,...O\,!;.tf'lUOT f)

  • Allgemeines

    Villa Savoye

    Beim Entwurf fr die Villa Savoye setzt Le Corhusier die von ihm formuli erten Fnf Punkte fr eine neue rchitektup> kon-sequent um.

    1. Sttzen IPilotis] 2. Dachgarten 3. Freie Grundrissgestaltung 4. Freie Fassadengesta ltung 5. Sandfenster

    LI I 1 11 1 1

    ,

    Durch das Abheben des Gebudes von der Bodenflche soU die AnSicht [Abb .11l Umgebung weniger beeintrchtigt werden. Sie soll Menschen und Fahrzeugen zu r Verfgung stehen. Zustzlich ermglichen die Sttzen eine freie Grundrissgestaltung, indem die Funktio-nen von Tragen und Trennen von unterschiedlichen BauteHen bernommen werden . Die statisch notwendigen Sttzen ber-nehmen die Lasten, whrend die Wnde. als Membranen aus-gebildet, die rumliche Abtrennung gewhrleisten. Dieses Konzept erlaubt ebenfalls eine freie Fassadengestaltung und Sandfenster, die eine optimalere Selichtung der dahinter lie-genden Rume ergehen. Die Nutzung des Daches als Terrasse kom pensiert die verwendete Bodenflche und bietet vor allem in Stdten einen idealen Aussenraum .

    Das Erdgeschoss war vor allem dem Dienstpersona l und den Fahrzeugen vorbehalten, whrend das Ober- und Dachge-schoss als Wohngeschoss und Aussenhereich genutzt wurden . Die Villa Savoye ist heu te ein Museum.

    Villa Savoye von Le Corbusier, Bauzei t 1928 - 1931 (Abb .131

    Ein Haus entsteht I

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  • Vorschriften und Leistungen

    Gesetzliche Grundlagen

    Zur fachgerechten Realisation eines Bauwerkes mssen ver-sch iedene Vorsch r iften. Normen und Empfehlungen eingehal-ten und beachtet werden.

    Vorschriften (Gesetze)

    ~ Eidgenssische Vorschriften I " Eidgenssisches Raumplanungsrecht i

  • ,

    Bauabwicklung

    Organigramm der Bauabwicklung

    Aus der Sicht des Bauherrn kn nen Bauvorhaben auf unter-sch ied liche Arten rea lis iert werd en . Bei privaten Bauherr -schaften und kleineren Bauvorhaben wird in der Regel ein Ar-chitekt mit der Planung und Ausfhrung beauftragt. Bei grossen Bauaufgaben wird oft ei n General- oder Totalunter-nehmer mit der Ausfhrung beauftragt . Die rech tlichen Bezie-hungen, Aufgaben und Vera ntwortun g sind je nach Auftragsa rt un tersch iedlich,

    Auftrag mit Architekt

    Planungsau ftrag We rkvertrag !gemss Norm SIA 1181 We isungsbefugn is Unternehmer

    Bauherr (Auftraggeber]

    Auftrag mit Totalunternehmer

    (Ausfhrung! I I I

    Architekt (Planung, Bauleitung!

    Fachplaner lIngen ieure, Spezialisten!

    r -----,

    ______ ..I

    TotaLunternehmer-Vertrag ~ ._-_._._- . -------------,

    PLanungsauftrag ________ , Werkvertrag Weisungsbefugn is [gema 55 Norm SIA 118J f i" ()

    F

    ,

    Bauherr (Bauherrenorgan isation!

    Ein Haus entsteht I

    I Architekt (Planung!

    I E1~otalunternehmer IPreis und Termin!

    Fachplaner lIngen ieure, Spezial isten!

    -- ~--------- ---

    -----, I I I I I

    Unternehmer (Ausfhrung!

    ---... ._._---

    _J

  • Planungsablauf

    Projektierung

    I Bauabsicht Der Planungsprozess beg innt mit dem Entschluss, ein Haus zu ba uen. Die Bauherrschaft sucht oder besitzt bereits ein Grund -stck und hat eine generelle Vorstellung des Ra umprogramms. Die finanziellen Mglichkeiten und Vorstellungen mssen geklrt werden. I

    Projektierung Aufgrund eines gemeinsam erarbeiteten Raumprogramms er-stellt der Architekt Entwurfsskizzen und prsentier t ein Vor-projekt und eventuell Stud ien modelle.

    Nach der berarbeitung des Vorprojektes wird das Bauvor-haben konkretisiert. Es werden Material ien ausgesucht, damit ein Baubeschrieb und die Kostenschtzung erstellt werden knnen . Die Bauherrschaft klrt mit der Bank die Finanzierung des Bauvorhabens. 1

    Bewilligungsverfahren

    Bewilligungsverfahren Ist die Finanzierung eines Bauvorhabens gesichert, wird die Baueingabe aufgrund der revidierten Projektplne erarbeitet und der Baubehrde eingereicht. Gleichzeitig mssen die Ge-budeumrisse als Baugespann ausgesteckt werden.

    Das Bauprojektwird im amtlichen Publikationsorgan ausge-schrieben und liegt eine bestimmte Frist fr jederman zur Ein-sichtnahme auf.

    Nach baurechtlicher Prfung wird das Bauprojekt, meist un-ter Auflagen, auf Antrag der Baubehrde vom Gemeinderat oder Stadtrat bewilligt. J

    Projektskizzen IAbb.15)

    8 9

  • 1

    Planungsablauf

    Werkplne und Vergabe

    I Werkplne lAufriss) Aufgrund des bewilligten Bauprojektes werden die Werkplne des Bauvorhabens vom Architekten aufgezeichnet. Die Nach-weise fr Wrme- und Schalldmmung sowie fr die Schutz-raumbaupflicht werden als Nebeneingaben nachgereicht.

    I Devisierung und Ausschreibung Aufgrund der Werkplne erfolgt die Devisierung und Aus-schreibung, um von verschiedenen Unternehmungen Offer ten zu erhalten.

    Die einzeLnen Angebote werden anaLysiert und in einem Of-fe rtvergle ich zusammengestellt. Die Bau leitu ng erstellt zuhan-den der Bauherrschaft einen Vergebungsantrag.

    l Vergabe und Werkvertrag Die Bauherrschaft entscheidet aufgrund des Vergebungsantra-ges. welche Unternehmungen mit der Aus fhrung beauftrag t werden sollen.

    Die Bau leitung erstellt die Werkvertrge und einen Termin -plan , in welchem der Einsatz einzelner Arbeitsgattungen er-sichtlich ist . Gleichzeitig mssen die Gebudeumrisse als Bau-gespann ausgesteckt werden.

    i Werkplne Der Architekt erstellt die definit iven Werk- und Detailplne. Diese werden den Bauunternehmungen zu r Rea lisierung ber-geben.

    Vor und whrend der Ausfhrung werden di e definitiven Ma-terialien und Farben zusammen mit der Bauherrschaft ausge-whlt.

    \ Realisierung Die Bauleitung leitet die Realisation des Bauwerkes. Sie trgt die Verantwortung fr eine fachgerechte Ausfhrung sowie die Einhaltung von Kosten und Terminen.

    In zuvor festgelegten Zeitabschnitten stellt die Bauleitung die Rech nungen der bereits ausgefhrten Arbeiten zusammen und leitet sie zur Zahlung an die Bauherrschaft weiter.

    I Abschluss der Arbeiten und Inbetriebnahme Nach Absch luss der Baua rbeiten werden die Abrechnungen er-stellt. Diese bi lden die Grund lage fr die Gesamtbauabrech-nung.

    Der Architekt erstellt fr den Bauherrn eine Dokumentation ber das Bauwerk. Darin si nd smtliche revid ierten Plne, die Werkvertrge und Bauakten enthalten. Zudem werden dem Bauherrn smtliche Dokumentationen zu den Gerten und Ap-paraten abgegeben.

    Garantiearbeiten Nach zwei respektive fnf Jahren werden allfllige Mngel am Bauwerk von der Bauleitung aufgenommen und durch die da-mals beteiligten Unternehmen behoben.

    Ein Haus entsteht I

    CAD -Arbei tspla tz !Abb.19)

    ~ .. _-

    Bauschaden I Garantiea rbe it !Abb.22J

  • Projektplne ._.

    ---- -

    Untergeschoss I 12.45 Entree Doppelgarage Gerteschopf Keller Haustechnik Bastelraum Gstezimmer Dusche / WC Hauswirtschaft

    9.30 172. . ..1&

    - - --- - ~---_ ._- ... . --- - )lJ . . , -

    --tc--g /'C~ ~ ': .. ~ ~ ~ -~ .0 ~ - - IU"i::

    ~ ~ 8 ~ ce '" CrLJ

    0 D

    3.00 9.45 12.45

    Erdgeschoss Wohnzimmer Wohnkche / Essen Reduit Atrium Morgens itzplatz

    o gg

    Obergeschoss Zimmer 1 Zimmer 2 Dusche / WC Gstezim mer WC / Dusche Bro Ankleide Elternzimmer Bad

    10 11

  • T

    Bauablauf

    Ein Haus entsteht

    Baubeginn Mit dem Vorbereiten des Grundstcks beginnt die eigentliche Ba uausfhrun g. Diese wird of tmals mit einem kleinen Festakt, dem sogenannten Spatenstich, ge feiert.

    Humusabtrag Bevor der Aushub erfolgt, wird die Hum usschich t weitrumig zur Wiederverwendung entfernt und seitlich depon iert.

    Aushub Die Baugrube wird je nach Grsse und Baugrundbeschaffen-heit maschinell ausgehoben. Ein Tei l des Aushubs wird seitlich deponiert. der Rest abtransport iert.

    Die Ba ug rubensah le wird unmittelbar nach den Aushubar-be iten mit einer Magerbe tonsch icht oder einer Kieskofferung gegen Aufweichung infolge Oberflchenwasser geschtzt.

    Bau platzi nsta llatio n Der Bau meister richtet die Baustelle mit Maschinen und Ger-ten fr eine fachgerechte und effiziente Bauausfhrung ein .

    ., Zur Ba ustelleneinrichtung gehren in der Regel ein Bau-kran , Baubaracken , Werkzeugmagazine, provisorische Werk-anschlsse fr Wasser, Elektrizitt, Telefon und allenfalls Ab-wasser, ein Baustellen -WC. Materiallager usw.

    Ein Haus entsteht I

    ~; ...... ~.--------------------. " ..

    Humusabtrag IAbb.24J

    Aushub [Abb .25J

    Baupla tzinstallat ionen [Abb.26)

  • Bauablauf

    Baukran Ein kleiner Bauk ran ISelbstaufstellerl mit ca_ 25 Meter Ausla-dung wird aufgeste llt. Die Tra gfh ig keit bei grsster Ausladung betrgt ca. eine Tonne.

    Zuleitung Baustrom Die provisorische Stromzuleitung wird ab einer Trafostation oder einem Verteilkasten zum Sic herungskasten des Bauprovi-soriums gefhrt.

    Grundleitungen Vor dem Erstellen der Fundament- oder Bodenplatte werden die Grundleitungen und smtliche Anschlussrohre fr die Haus-entwsserung im Geflle eingelegt.

    Fundamentplatte Die Fundament- oder Bodenplatte wird mittels eines Schnur-gersts oder heute mit Lasergerten durch den Baumeister ei ngem essen und vom Geometer kontrolliert. Anschtiessend werden die Stirnabschalungen angebracht und die Bewehrung fr die Bodenplatte sowie die Anschlussbewehrung fr die be-tonierten Innen- und Aussenw nde verlegt.

    Fundamen tpla tte (Abb.30)

    12 13

  • .,

    . ,

    Bauablauf

    Aussenwnde unter Terrain Die ussere Schalung wird zuerst gestellt, dam it von der sau-beren Innenseite her die Aussparungen fr KeUerfenster, Lei-tungen sowie die Bewehrung angebracht werden knnen.

    Die innere Schalungsseite enthlt Einlagen. um die Sichtbe-tonqua litt zu gewhrleisten.

    Bewehrung Oie Bewehrung erfolgt in vier Lagen. Der Einsatz von Stabsth-len oder Netzarmierungen ist mglich .

    Betonieren Fr die Betonieretappe der Aussenwnde unter Terrain wird Beton mit einem Transport-Betonmischer termingerecht an-geliefert. Der Beton wird in ein Umschlaggert oder auf kleine-ren Baustellen direkt in den Krankbel entleert.

    Innenwnde im Untergeschoss Oie Innenwnde im Untergeschoss werden in Kalksandstein auFgemauert.

    Ein Haus entsteht I

    Aussparungen und Bewehrung

    --~------------~ .

    Innenwande im UG IAbb.3Li I

  • Bauablauf

    Decke ber Untergeschoss Fr die Schalung der Betondecke ber dem Untergeschoss werden lngs und quer KanthLzer auf Spriesswinden verlegt.

    Fundamentplatte Garage Durch den halbgeschossigen Versatz des Bauprojekts [Spl it-LeveL) werden zustzLiche Betonieretappen ntig .

    Der Beton wird nach dem Einbringen mit per Vibriernadel verdichtet und abtaloschier t, bzw. aufgeraut.

    Wnde im Erdgeschoss Die Wnde ber Terrain werden in Backstein aufgemauert.

    Maurerarbeiten Die Maurerarbeiten werden oft im Akkord erstellt. Das heisst, dass sich die Entlhnung des Maurers nach der erstellten Wand flche {in m' ] richtet.

    Eine gute Vorbereitung mit Arbeitsgerst, Mrtelbecken und bereitgestellten Backsteinen ermglichen effizientes Arbeiten . Ein Hilfsarbeiter untersttzt den Akkordmaurer.

    Akkordmaurer [Abb.381

    14 15

  • Bauablauf

    Innentreppe Vorfabriz ierte Treppenelemente [Blockstufen) aus Beton wer-den mit den Wnden aufgemauert.

    Die Tr itte werden mit Holzwerkstoffplatten gegen Beschd i-gungen whrend der Rohbauarbeiten geschtzt.

    Rohbau vor Deckenschalung Damit kein Regenwasser in die Backsteinwnde gelangen kann, werden die Mauerkronen abgedeckt.

    Decke ber Erdgeschoss Die Schalung fr die Decke ber Erdgeschoss wi rd mit Spriess-wi nden auf die genaue Hhe gebracht.

    Be tondecken bleiben w hrend 28 Tagen unterspriesst.

    Deckeneinlagen Bevor die Bewehrung der Decke verlegt wird, werden Ausspa -rungen, Elektrod osen und Bchsen fr Ei nbauleuchten ein ge-messen und gesetzt.

    Die Mauerkronen werden mit einem Mrtelberzug scha-lungsbndig abgezogen. Fr die oberste Decke werden Gleitla -ger verlegt.

    Ein Haus entsteht I

    oberste Decke mit EinLagen und Gleitlagern IAbb . .li 21

  • Bauablauf

    Deckenbewehrung Die Bewehrung nimmt hauptschlich die Zug krfte im Beton auf. Sie wird in vier Lagen auf Distanzhalter verlegt. 1. und 2. Lage als Unterbewehrung !ZugkrfteJ 3. und 4. Lage als Oberbewehrung !VerteilbewehrungJ

    Vorfabrizierte Betonelemente Die Vordcher aus vorfabrizierten Betonelementen werden an-geliefert und zur Weiterverwendung zwischengelagert.

    Vordachelemente Mit dem Baukran werden die Vordachelemente auf der Decken-schalung pLatziert. Die Elemente sind in Grsse und Gewicht so ausgelegt, dass sie transportiert werden knnen und die maxi-male Tragkraft des Baukrans nicht bersteigen.

    Anschlussbewehrung Die Betonelemente des Vordachs sind gegenber der Innen-decke thermisch getrennt !KragplattenanschlussJ. Die n-schlussbewehrung besteht aus rosUreiem Stahl.

    vorfabrizierte Deckenelemen te IAbb.44J

    ~ ' " .' f' .'. '

    AnschLussbewe hrung IAbb.Li61

    16 17

  • Bauablauf

    Wnde Obergeschoss I Gerstungen Das Arbeitsgerst muss jeweils auf die aktuelle Arbeitshhe hochgefhrt werden. Die oberste Decke muss auc h whrend den Betonierarbeiten provisorische GeLnder aufweisen .

    Aufrichte Mit dem Errichten der obersten Decke erreicht man die Auf-richte. Mit diesem Akt feiert man die Rohbauvollendung . Sie ist auch dem Bauamt zu meLden, das die vorgesehenen Kontrollen vornimmt.

    Haustechnik-Installation Die Betondecken werden ausgeschalt. Die Roh installation der Gebudetechnik kann montiert werden. Dazu gehren Hei-zungs-, Sanitr- , Elektro- und Lftungsinstallationen.

    Fenstermontage Die Fenstermontage schl iesst die Gebudehlle und ermg-licht, witterungsunabhngig im Gebudeinnern zu arbeiten. Die hier gewhlten Holz-Metall-Fensterwurden ca. 6 bis 8 Wochen zuvor aufgrund der Plne bestellt.

    Ein Haus entsteht I

    Fenster montage lAbb.50J

  • Bauablauf

    Gipserarbeiten Die Aussparungen der Leitungsfhru ng en werden zugemauert und der Gipser bringt Kantenschutzprofile an.

    Verputzarbeiten In den Wohnbereichen wird Gipsgrundputz auf die Wnde auf-getra gen. In den Nassrumen kom mt Zementgrundputz zur Anwendung.

    Unterlagsboden In der Garage sowie den Kellerrumen werden Verbu ndunter-lagsbden eingebracht.

    Unterlagsboden I Deckenputz Die Wohngeschosse haben schwimmende Estriche IUnterlags-bdenl erhalten.

    Nach dem Aufbringen einer Haftbrcke wird der We issputz auf die Decke aufgetragen.

    Material f r Weiss putzdecke IAbb.54J

    18 19 -

  • Bauablauf

    FLachdacharbeiten Die oberste Decke wird fr die FLachdacharbeiten vorbereitet. Schalungen werden en tfernt, Entlftungsrohre verlngert und die Oberflche gerein igt.

    Dampfbremse mit hohem So -Wert Auf die rohe Betondecke wird eine bituminse Dampfbremse mit hohem SD-Wert voLlfLchig aufgekLebt. Diese bernimmt fr die Dauer der Bauzeit die Funktion eines Notdachs.

    Wrmedmmung und Wassersperre Auf die Dampfbremse werden Wrmedmmplatten verLegt. Die Platte n werden in zwei Lagen verlegt. Die unteren Platten sind ko nisch und geben der darber liegenden Wassersperre das geforderte Geflle. ALs Abdic htung kommt eine Kautschuk-Dichtungsbah n zur An-wendung . Diese ist auf die genauen Masse des Daches zuge-schnitten .

    Spenglerarbeiten Flachdach Der Spengler montiert die Chromstahlbleche des Dachrandes . Die Abd ichtung wird mit den Blechen verklebt und m it zustz-Lichen Abdeckblechen geschtzt.

    Ein Haus entsteht I

    Fertigstellung des Flachdac hes !Abb.551

    Anschluss der Wasse rsperre an Spenglerabsch lusse !Abb.58J

  • Bauablauf

    Schutzschicht Auf die Wassersperre wird eine Schutz- und Beschwerungs-schicht aus Kies geschttet.

    Verputzte Aussenwrmedmmung Die Wrme dmmenden Polystyrolplatten werden an der Aus-senwand angebracht und anschliessend verputzt.

    Hohlsturzelemente ber den Fenstern werden spezielle Elemente f r Hohlstrze angebracht.

    Aussenwrmedmmung Die Aussenwrmedmmung darf erst nach einer ca . 2-wchi -gen Austrocknungszeit der inneren Verputze und der Estriche [Unterlagsbden! angebracht werden . Ansonsten knnen auf-grund der Restfeuchtigkeit in den Wnden Bauschden ent-stehen.

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    Anbringen der Aussenwarmedmmung (Abb.60) :r"""--:,....--~

    Ausse nw rmedmm mung (Abb.62 )

    20 21

  • Bauablauf

    Bodenbelge aus Naturstein Die Schieferplatten sind in fre ien Lngen mit einer Breite von 30 cm auf ei ne Dicke von ca. 1.2 cm gespalten.

    Verlegen der Natursteinplatten Die Platten werden mit Plattenkleber im Dnnbett auf den Un-terlagsboden geklebt und spter ausgefugt. Damit die Fugen zwischen den Platten gleichmssig breit werden, verwendet der PLatten[eger Distanzstbchen.

    Dnnbettverfahren Der Plattenkleber wird mit einem Kamm auf den ebenen und saube ren Untergrund aufgetragen. Die PLatten werden darauf geklebt und drfen dann ca.12 Stunden nicht betreten werden. Diese Verlegeart nennt man Dnnbettverfahren.

    Vorbereiten der Malerarbeiten Bevor die Anstriche aufgebracht werden knnen, mssen alle bereits fertig gestellten Flchen geschtzt und abgeklebt wer-den. Stark saugende Untergrnde mssen vorbehandelt wer-den.

    Ein Haus entsteht I

    Ma le ra r bei te n lAb b. 661

  • Bauablauf

    Malerarbeiten Der Maler streicht verschiedene Bauteile wie die Weissputz-wnde und -decken. Das Anstrichsystem ist auf das Material und den Untergrund genau abgestimmt.

    Die Farbgebung wird vom Bauherrn und dem Arch itekten aufgrund von zuvor angefertigten Farbmustern festge legt.

    Malerarbeiten Auch verschiedene andere Bauteile wie die Brstungsabde-ckung [MDF] oder die Blockfutter der Zimmertren werden ge-strichen.

    Feuchtigkeitsmessungen Vor dem Verlegen der Parkettbden muss der Unterlagsboden zuerst auf seinen Feuch tigkeitsgehalt geprft werden . Wen n die Restfeuchtigkeit noch zu hoch ist, mssen eventuell zustz-liche Entfeuchtungsmassnahmen getroffen werden .

    Bodenbelge aus Holz Der Klebeparkett wird verlegt und vor Ort geschliffen . Die Oberflche wird anschliessend gelt. Dieser Oberflchen -schutz muss im Rahmen des Unterhalt periodisch erneuert werden .

    Verlegen von Pa rkett [Abb .70]

    22 23

  • Bauablauf

    Schreinerarbeiten Der Schreiner montie rt verschiedene Innenausbauten wie Ein-baumbel, Wandschrnke, Vorha ngschienen usw .

    Kcheneinrichtungen Der Schreiner oder Kchenbauer mont iert die verschiedenen Komponenten der Kche. Dazu gehren die Kc henmbe l, die Kchenapparate, die Kc henabdeckung, die Ausgussbecken, usw ..

    Schreinerarbeiten 2 Anstelle eines Wandschrankes wird hier eine begehbare Gar-derobe eingebaut.

    Armaturen Der Sanitri nstallate ur montiert die Apparate sowie Armaturen und Garnituren .

    Ein Haus entsteht I

    Duschenarma turen [Abb.7fi]

  • Bauablauf

    Grtnerarbeiten Gleichzeitig mit dem Innenausbau werden die Zufahrten und Platzbelge durch den Grtner erstel lt. Sie ermglichen einen sauberen Zugang.

    Umgebungsgestaltung Auch die Umgebungsgestaltung mit Plan ierarbe iten und Ga r-tenmauern erfoLgt durch das Gartenbauunternehmen. Im B-schungsbereich werden grossformatige Granitblcke versetzt, die mit der Zeit berwachsen werden.

    Pltze, Wege, Humusierung Ebenso werden die Platten fr die Gartenwege und Sitzpltze vertegt. Dervor dem Baubeginn deponierte Humus wird vertei lt und fr die Ansaat vorbereitet.

    Endausbau und Reinigung Kurz vor Bezug werden alle Gerte und Anlagen in Betrieb ge-nommen und geprft. Einzelne Komponenten mssen von ei -ner Fachstelle abgenommen werden. Letzte Mngel werden behoben und das Reinigungsunternehmen macht die Schluss-rein igung.

    Auch die Baubehrde kont roll iert den ordnungsgemssen Abschluss der Bauarbeiten.

    Abschluss Innenausbau IAbb .781

    24 25

  • Bauablauf

    Das fertiggestellte Gebude

    Nach Abschluss smtlicher Arbeiten wird eine Baureinigung durchge fhrt und das Gebude dem Bauhe rrn bergeben. All-fllige M ngel werden in ei nem bergabeprotokoll festgehal -ten und unter der Aufsicht des Architekten behobe n. Die Ab bi l-dungen zeigen den Bau vor dem Bezug.

    Ein Haus entsteht I

    Ansicht Sud-West IAbb.82J

  • Anhang

    Internetadressen

    Planungssoftware www.archicad.ch www.computerworks .ch www.idc.ch

    Plot Scan Druck www.Trun ingerAg .ch Info-Management

    Verbnd e www.lmv-zh.ch www.sia.ch

    26 27

  • Impressum Konstruktionslehre fr den Hochbau Heft 1: Ein Haus entsteht 2. Ausgabe August 2010, Auflage 3000 LMK Lehrmittel GmbH

    Autor Marcel Soler, dipL. Arch. FH Redaktion Beat Deola, dipl. Arch. ETH/SIA Vernehmlassung und Schlussredaktion Markus Albrecht, Enno Kppen. Andreas Corrodi, Beat Deola, Andre Meier, Silvan Schenk, VitaL Ca duff, Hansruedi Reimann Lektorat Roland BhLer

    Konzeption und Gestaltung Reter Hajnoczky, Winterthur Layout Peter Hajnoczky Ursula Hofmann Planbearbeitung Romeo Maffeo. dipL. Arch. FH/STV. MarceL Jaeger, Bachelor of Arts ZFH in ArGhitektur Bild- und Plan redaktion Ursula Hofmann, dipl. Arch . HTL Druck und Ausrstung Truninger Dr uck AG. Zrich

    An der Entwick lung dieses lehrmittels waren folgende Berufsfachschulen beteiligt

    Bauge..werbLiche Berufsschule Zrich Berufsbildungsschule Winterthur Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil Berufsschule Aarau Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum S1. Gallen Gewerbliche Berufsschule Wetzikon Berufsbildungszentrum Goldau / SZ Bildungszentrum Bau und Mode KreuzUngen

    Herausgeber LMK Lehrmittel GmbH www.lehrmittelbau .ch

    Das interkantonale Lehrmittel-kollegium LMK ist eine unabhngige Gesellschaft, die m Zusammenarbeit mit den Nord- und Ostschwe!zer Be-rufsfachschulen Lehrmittel fr die Ausbildung von Baufachleuten herstellt.

    Bildverzeichnis LMK Lehrmittel GmbH: Abb.l [TiteL-bild!. 2-6, 12-82 /Deutsche Verlags-Anstalt, Le Corbusiers Pariser ViUen, Timothy J. Benton: Abb. 7-11 Hinweis Die m diesem Heft abgedruckten Bilder entsprechen nicht immer der Verordnung ber die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeit-nehmerinnen und Arbeitnehmer vom 29. Juni 2005. Es betrifft dies die HeLm trag pflicht und der korrekte Seilenschutz mit Getnderholm, Zwischen holm und Bordbrett und die Sicherung bei Arbeiten auf Dach-flchen.

    Haftungsausschluss Dieses LehrmitteL Ist fr die Aus-biLdung von Baufachleuten entwickelt worden. Es vermag Studium und Beizug der einschLgigen Normen sowie die Weisungen und Richtlmien der Verbnde im konkreten Anwen-dungsfall nicht zu ersetzen und er-hebt keinen Anspruch auf Vollstan -digkeit. Die in diesem LehrmitteL zusammengestellten Informationen. die abgebildeten Plne und Fotos entsprechen dem aktuellen Stand der Bautechn ik im Zeitpunkt der Druck-legung. Alle Rech,te vorbehalten.

    Massgebend fr die PLanung und Ausfhrun.!j von Bauten sind die im betreffenden Zeitpunkt rechtlich verbindLichen Normen des Schweize-rischen Ingemeur- und Architekten-vereins [sial sowie die Weisungen und Richtlinien der entsprechenden Fachverbnde bzw. der Produkther-steller und -verarbeiter. Die LMK Lehrmittel GmbH lehnt jegliche Haf-tung, auch fr Folgeschden. aus der Verwendung dieses Lehrbuches ab.

    Dank Wir danken allen Personen, Institu-tionen und Firmen, die uns inhaltlich. materiell und finanziell bei der Ent-wickLung und Realisierung des neuen Lehrmittels untersttzt haben.

    Ein Haus entsteht I

    Sponsoren ARCHICAD 6005 Luzern www.archicad.ch IOC AG. DlSTRIBUTOR ARCHICAO 6005 Luzern www.idc.ch Lehrmeistervereinigung Kanton Zrich/HBZ 8045 Zrich IINffl.Lmv-zh.ch SIA, Schweizerischer Ingenieur-und Architektenverein 8027 Zrich www.sia.ch Eduard Truninger AG 8021 Zrich www.TruningerAg.ch ComputerWorks AG 4023 Basel www.computerworks.ch

    GRAPHISOFT.

    StudenlenverSi(lrI gratis unter: www.idCchlstudent

    OISTRIBUTOR SCHWEIZ

    ". ~ bMYereinigUng n Kanton Zrich I HBZ Sla

    VectorWorks ARCHITEKTUR