FESTIVAL RISING STARS - Musikverein Wien

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Text of FESTIVAL RISING STARS - Musikverein Wien

  • KLEINER SAAL ELBPHILHARMONIE 14.– 19. JANUAR 2018

    RISING STARS

    FESTIVAL

  • RISING STARS 18:30 UHR | VORGESTELLT – DAS KÜNSTLERGESPRÄCH 19:30 UHR | KONZERT

    SONNTAG, 14. JANUAR 2018 nominiert von Wiener Konzerthaus und Musikverein Wien

    EMMANUEL TJEKNAVORIAN VIOLINE

    MONTAG, 15. JANUAR 2018 nominiert von Müpa Budapest

    TAMÁS PÁLFALVI TROMPETE JÁNOS PALOJTAY KLAVIER

    DIENSTAG, 16. JANUAR 2018 nominiert von Het Concertgebouw Amsterdam

    NORA FISCHER GESANG MIKE FENTROSS THEORBE DANIËL KOOL KLAVIER

    MITTWOCH, 17. JANUAR 2018 nominiert von Konserthuset Stockholm

    ELLEN NISBETH VIOLA BENGT FORSBERG KLAVIER

    DONNERSTAG, 18. JANUAR 2018 nominiert von Philharmonie Luxembourg

    CHRISTOPH SIETZEN SCHLAGWERK THE WAVE QUARTET

    FREITAG, 19. JANUAR 2018 nominiert von Cité de la musique – Philharmonie de Paris und Festspielhaus Baden-Baden

    QUATUOR VAN KUIJK

    Mit Unterstützung von In Kooperation mit

    7339 BMW Story_of_Luxury_7er HH Elbphil 210x297 Programmheft_Rising Stars 20180105.indd 1 08.01.18 16:52

  • SONNTAG, 14. JANUAR 2018 18:30 UHR | VORGESTELLT – DAS KÜNSTLERGESPRÄCH 19:30 UHR | KONZERT

    ZU DEN WERKEN DES HEUTIGEN ABENDS

    EMMANUEL TJEKNAVORIAN VIOLINE

    Emmanuel Tjeknavorian wurde 1995 in Wien als Sohn einer Pianistin und eines Dirigenten geboren und trat als Siebenjähriger das erste Mal öffentlich mit Orchester auf. Seit 2011 studiert er bei Gerhard Schulz, ehemals Mitglied des Alban Berg Quartetts, an der Universi- tät für Musik und darstellende Kunst in Wien.

    Seinen internationalen Durchbruch feierte er 2015, als er beim Jean-Sibelius-Violinwettbewerb den Zweiten Preis sowie die Aus- zeichnung für die beste Interpretation des Sibelius-Violinkonzerts er- hielt. Seither führte seine Karriere ihn bereits zu Orchestern wie dem Radio-Symphonieorchester Wien, dem Finnish Radio Symphony Or- chestra, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, der Camerata Salz- burg und dem Münchner Kammerorchester. Dabei spielte er unter Dirigenten wie Adam Fischer, Cornelius Meister und Andrés Oroz- co-Estrada.

    Neben seinen Auftritten als »Rising Star« ist Emmanuel Tjekna- vorian aktuell auch »Great Talent« des Wiener Konzerthauses, wo er in unterschiedlichen Kammermusikformationen zu erleben ist. Zu den weiteren Highlights der aktuellen Saison gehören seine Debüts beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in der Berliner Phil- harmonie, beim Mozarteum-Orchester Salzburg und beim Tonhalle- Orchester Zürich. Dazu kommen Wiedereinladungen der Wiener Sym- phoniker, des hr-Sinfonie orchesters sowie dem Jeunesse-Orchester im Musikverein Wien. Auch beim Rheingau Musikfestival ist er erneut zu Gast. Darüber hinaus debütiert er bei den Festspielen Mecklen- burg-Vorpommern.

    Seit September 2017 hat Emmanuel Tjeknavorian eine eigene monatliche Sendung bei Radio Klassik, dem größten Klassiksender in Österreich. Im Dezember war er zudem auf arte in der Sendung »Stars von morgen« mit Rolando Villazón zu sehen.

    Emmanuel Tjeknavorian spielt auf einer Violine von Antonio Stra- divari, gebaut in Cremona.

    PROGRAMM

    Johann Sebastian Bach (1685–1750) Sonate Nr. 1 g-Moll BWV 1001 (1720) Adagio – Fuga: Allegro – Siciliana – Presto

    Eugène Ysaÿe (1858–1931) Sonate g-Moll op. 27/1 (1923) Grave: Lento assai – Fugato: Molto moderato – Allegretto poco scherzoso: Amabile – Finale con brio: Allegro fermo

    Pause

    Sergej Prokofjew (1891–1953) Sonate D-Dur op. 115 (1947) Moderato – Thema und Variationen: Andante dolce – Con brio: Allegro precipitato

    George Enescu (1881–1955) aus »Impressions d’enfance« op. 28 (1940) Ménétrier

    Christoph Ehrenfellner (*1975) Suite des Alpes op. 36 (2017) Jodler – Double Einzugsmarsch – Double Hochzeitstanz – Double Finale: Zwiefacher Kompositionsauftrag von Musikverein Wien, Wiener Konzerthaus und ECHO

    Heinrich Wilhelm Ernst (1814–1865) Variationen über das irische Volkslied »The Last Rose of Summer« (1865)

    Ende gegen 21:30 Uhr

    Emmanuel Tjeknavorian

    BACH: SONATE G-MOLL Emmanuel Tjeknavorian beginnt seinen Solo- abend mit nichts weniger als der »Bibel der Violine«. Denn so wie das Wohltemperierte Klavier für Pianisten und die Cellosuiten für Cellisten, so stellen Johann Sebastian Bachs sechs Sonaten und Partiten für Violine solo das Nonplusultra des Geigenrepertoires dar. Bach stellte sie 1720 während seiner Zeit als Kapellmeister in Köthen zusammen. Die So- nate Nr. 1 entstand vermutlich schon früher, inspiriert wohl von Johann Paul von Westhoff, mit dem Bach in der Weimarer Hofkapelle ge- spielt und der selbst sechs Suiten für Solovio- line komponiert hatte. Ein anderer Anreiz war sicher Bachs eigenes Spiel auf der Violine, das seine Söhne als »rein und durchdringend« beschrieben. Die Sonate folgt der typischen barocken Satzfolge langsam-schnell-lang- sam-schnell, wobei ein besonderer Fokus auf dem zweiten Satz liegt: Hier gelingt es Bach, durch den geschickten Einsatz von Doppel- griffen eine mehrstimmige Fuge zu schreiben

    – und das auf der Violine, die doch eigentlich als einstimmiges Melodieinstrument gilt! Anna Baier

    YSAŸE: SONATE G-MOLL Im Jahr 1923 hörte der belgische Komponist und Geiger Eugène Ysaÿe – einer der größ- ten Virtuosen seiner Zeit – ein Konzert sei- nes Kollegen Joseph Szigeti mit den Solo- sonaten und -partiten von Bach. Daraufhin kam ihm die Idee, ein zeitgenössisches Pen- dant zu schaffen und damit gleichzeitig sechs berühmte Geiger in ihren Spieltechniken und Persönlichkeiten zu porträtieren. Nur konse-

    quent, dass er die erste Sonate ebenfalls in g-Moll schrieb und Szigeti widmete. Sie be- ginnt mit einem Grave voller spieltechnischer Neuerungen wie dem Tremolo dicht am Steg gegen Ende des Satzes. Auch hier steht ein Fugato an zweiter Stelle, das gleichzeitig auf das Poème von Ernest Chausson anspielt, das Ysaÿe selbst oft aufführte. Das temporeiche Finale verweist dann auf den »Ur-Virtuosen« Niccolò Paganini. Birgit Seiller

    PROKOFJEW: SONATE D-DUR »Ich denke sie mir unisono von jungen Gei- gern gespielt, vielleicht von Schülern einer unserer Musikschulen.« So beschrieb Sergej Prokofjew seine Vorstellung der Aufführung seiner Violinsonate. Vermutlich kam er auf die Idee, als er 1947 ein Konzert im Moskauer Bolschoi-Theater besuchte, in dem Schüler des dortigen Konservatoriums Bachs Solo- sonaten aufführten. Inhaltlich hat die Musik jedoch nichts mit Bach zu tun, so beruht das Variationenthema des Mittelsatzes auf einer

    russischen Melodie, während das Finale an eine Mazurka erinnert. Prokofjew widmete die Sonate dem 30. Jahrestag der Oktober- revolution: »Dank ihres Dur-Charakters und der russischen Themen entspricht sie der Stimmung dieses Feiertags.« Es nützte nichts: 1948 wurde der Komponist von Stalins Kulturkommissaren als »volksfremd« verur- teilt und seine Werke von allen Spielplänen gestrichen. Die Sonate wurde erst nach Pro- kofjews Tod uraufgeführt. Anna Baier

    ENESCU: MÉNÉTRIER George Enescu erfasste in seinen Werken den Kern der traditionellen Musik seiner Heimat Rumänien. Auch seine zehnteilige Suite Im- pressions d’enfance (Kindheitseindrücke) ent- hält volksmusikalische Einflüsse, aber auch modern-expressive Gesten. Die Stücke spie- geln das Leben in einem rumänischen Dorf; Ménétrier (Fiedler) beschreibt einen umher- ziehenden Dorfmusikanten oder Zigeuner- fiedler. Birgit Seiller

    EHRENFELLNER: SUITE DES ALPES »Schon länger hegte ich die Idee, die lange europäische Tradition von Werken für Solo- violine basierend auf Tanzmusik fortzuschrei- ben, indem ich meinen Bezug zur alpinen Volksmusik hinzugebe. Dank des Auftrags, für den Rising Star Emmanuel Tjeknavorian zu komponieren, konnte ich diese Idee nun umsetzen. Die alpine Volksmusik verfügt über große emotionale Qualitäten und ein char- mantes Idiom, muss sich im Konzertsaal aber Größen wie Bach und Ysaÿe ebenbür- tig erweisen. Die Lösung dafür lag im Blick auf die Vorbilder: Bachs h-Moll-Partita ent-

    hält vier Tänze, gefolgt von je einem Double genannten Variationensatz. Auch ich stelle je- weils erst das Original vor – einen Jodler, zwei Märsche und einen Zwiefachen mit wech- selndem Metrum – und abstrahiere es dann im Double mit moderner Klangsprache und Spieltechnik.« Christoph Ehrenfellner

    ERNST: THE LAST ROSE OF SUMMER Als einer der größten Geiger des 19. Jahrhun- derts schrieb sich der Österreicher Heinrich Wilhelm Ernst etliche Werke selbst auf den Leib. Sein Ziel: den von ihm vergötterten Star- geiger Niccolò Paganini noch zu übertreffen. Und so handelt es sich bei seinen Stücken auch fast ausnahmslos um virtuose Violin- musik, jedoch mit romantischem Einschlag. Neben einer Variation über Schuberts Erlkö- nig sind heute noch die Sechs mehrstimmigen Etüden bekannt, die er großen Geiger kollegen widmete. Die letzte, eine Variation über das irische Volkslied The Last Rose of Summer, schrieb er für Antonio Bazzini. Simon Chlosta

    EMMANUEL TJEKNAVORIAN TOP 5 PLAYLIST

    › Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 9

    › Wolfgang Amadeus Mozart Don Giovanni

    › Robert Schumann Fantasie C-Dur op. 17

    › Claude Debussy Streichquartett g-Moll op. 10

    › Johann Strauß (Sohn) Rosen aus dem Süden

  • MONTAG, 15. JANUAR 2018 18:30 UHR | VORGESTELLT – DAS KÜNSTLERGESPRÄCH 19:30 UHR | KONZERT

    ZU DEN WERKEN DES HEUTIGEN ABENDS

    TAMÁS PÁLFALVI TROMPETE Der 26-jährige Ungar Tamás Pálfalv