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NachbarschaftszeituNg Parklichter MAI | 2017 Es werde LED: Siegfried Bathon macht das Licht im Industriepark Wolfgang langlebiger und sparsamer. Seite 2 Die Drehmaschine vor Nino Ebel ist größer als ein VW-Bus. Sie steckt vol- ler High-Tech und wartet auf Befehle. Ebel tippt einzelne Buchstaben und Ziffern in die Tastatur. Form, Größe und Winkel eines geplanten Werkstücks übersetzt er so in ein kleines Programm. Auch für Schnittgeschwin- digkeit, Drehzahl und viele andere Details ver- langt die Maschine separate Befehle. Schließlich zeigen gelbe und rote Linien auf dem schwarzen Display, wie das Stück später aussehen wird. „Fertig“, sagt der Evonik-Azubi, „jetzt können wir in Serie gehen.“ In modernen Produktionen ist das Verfahren Standard. Es nennt sich Computerized Numerical Control (CNC), also „Computerbasierte Numerische Steuerung“. Was sich die Generation von Ebels Vater nach und nach aneignen musste, lernt Nino Ebel von der Pike auf. „Die Programmierung von CNC-Maschinen steht im dritten Lehrjahr an“, sagt Ausbilder Helmut Lippert. „Vorher müssen natürlich „Gute Noten in Mathematik und Deutsch sind Vorausset- zung für eine Ausbildung zum Industriemechaniker“, sagt Ausbilder Helmut Lippert. „Im Einstellungstest prüfen wir aber auch das räumliche Vorstellungsvermögen und es gibt einen kleinen Mathe-Test. Natürlich sollten Bewerber In- teresse für Technik mitbringen, beispielsweise wie man CNC- Maschinen programmiert.“ Zusätzliche Spezialisierungen nach der Ausbildung öffnen den fertigen Industriemechanikern im späteren Berufsleben weitere Türen. www.evonik.de/karriere Tipps vom Ausbilder WAS BRAUCHT EIN INDUSTRIEMECHANIKER? Präzision trifft Geschwindigkeit: Industriemechaniker wie Nino Ebel lernen heute auch, vollautomatische Dreh- und Fräsmaschinen zu programmieren. Gehört nach wie vor zum Handwerkszeug: Moderne Industriemechaniker lernen natürlich auch Fertigkeiten wie Feilen, Anreißen oder Biegen. Feilen, bohren, programmieren die Grundlagen sitzen – wie Feilen, Bohren oder Schweißen.“ Wie schon für Ebels Vater, gehören diese Fertigkeiten auch heute zum Rüstzeug eines Industriemechanikers. Im Ausbildungszentrum, in dem Nino Ebel die ersten sechs Monate seiner Ausbildung verbracht hat, reihen sich die Werkbänke aneinander. „Eine der ersten Übungen ist das Anreißen und Feilen“, sagt er. „Bevor ich ein Stück Metall bearbeiten kann, muss ich es ‚anreißen‘, also Markierungen einritzen.“ Auch die richtige Haltung der Feile lernt man im ersten Lehrjahr. Solche Fertigkei- ten müssen die Azubis beherrschen, bevor sie im Industriepark in die einzelnen Betriebe wechseln und dort im Tagesgeschäſt mitarbeiten. Ebel hat viel gelernt in den letzten Jahren. Wenn die Noten stimmen, will er nach seinem Ab- schluss im Herbst noch weitermachen: Industrie- Meister, eine Weiterbildung zum Techniker oder ein Studium, mal sehen… Man lernt eben nie ganz aus, denn Berufe entwickeln sich weiter. Freude am Handwerk wurde Nino Ebel in die Wiege gelegt. Schon sein Vater machte eine Ausbildung zum Schlosser. Der Sohn folgte dessen Beispiel – doch der Ausbildungsberuf „Industriemechaniker“ ist ein anderer geworden. der Frühling hat jetzt Fahrt aufgenommen, man merkt das nicht nur in der Natur. Auch das gesellschaſtliche Leben erwacht wieder aus dem Winterschlaf und lockt mit vielen spannenden Veranstaltungen. In wenigen Tagen eröffnen die Brüder-Grimm-Festspiele im Hanauer Amphitheater den The- atersommer. Evonik ist seit vie- len Jahren engagierter Sponsor dieses märchenhaſten Festivals. Was viele Theaterfreunde nicht wissen: Als Chemieunternehmen spielt Evonik bei so manchem Stück eine (un)sichtbare Neben- rolle. Wo genau, erfahren Sie ab dem 12. Mai in einer Ausstellung auf dem Festival-Gelände. Auf Seite vier finden Sie einen kleinen Vorgeschmack. Auch der Industriepark öffnet im Sommer wieder seine Tore. Am 25. Juni lädt die Veranstaltung „Kunst privat!“ zu einem Rund- gang durch die umfangreiche Kunstsammlung von Evonik im Industriepark. Später im Som- mer, am 5. August, geben Evonik und Umicore bei den Tagen der Industriekultur wieder Einblick in Labore und Werkstätten – in diesem Jahr zum Schwerpunkt- thema „Material“. Das passt gut, denn Materialtech- nik spielt in Hanau eine bedeu- tende Rolle. Mit mehreren inter- national tätigen Unternehmen in diesem Bereich besitzt die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal. Um das Fachkräſten und Absolven- ten in der Rhein-Main-Region zu vermitteln, haben sich Wirt- schaſtsförderung und Unter- nehmen zusammengeschlossen. Das Ziel, Hanau als Stadt der Materialtechnik mit einer hohen Lebensqualität bekannter zu machen, unterstützen wir aus vollem Herzen. Auf Seite vier zeigen wir Ihnen vorab zwei der Kampagnenmotive. Vielleicht sehen wir uns ja bei der einen oder anderen Veran- staltung in und um Hanau. Ich wünsche Ihnen einen unterhalt- samen Sommer! Ihr Bernd Vendt Liebe Nachbarinnen, liebe Nachbarn,

Parklichter1 2017 RZ2 - industriepark-wolfgang.de · dium und Rhodium, Metalloxide und seltene Erden – eine immens große, ka - talytisch aktive Oberfläche erzeugt (im Durchschnitt

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  • NachbarschaftszeituNgParklichter

    MAI | 2017

    Es werde LED: Siegfried Bathon

    macht das Licht im Industriepark Wolfgang

    langlebiger und sparsamer.Seite 2

    Die Drehmaschine vor Nino Ebel ist größer als ein VW-Bus. Sie steckt vol-ler High-Tech und wartet auf Befehle.

    Ebel tippt einzelne Buchstaben und Ziff ern in die Tastatur. Form, Größe und Winkel eines geplanten Werkstücks übersetzt er so in ein kleines Programm. Auch für Schnittgeschwin-digkeit, Drehzahl und viele andere Details ver-langt die Maschine separate Befehle. Schließlich zeigen gelbe und rote Linien auf dem schwarzen Display, wie das Stück später aussehen wird. „Fertig“, sagt der Evonik-Azubi, „jetzt können wir in Serie gehen.“

    In modernen Produktionen ist das Verfahren Standard. Es nennt sich Computerized Numerical Control (CNC), also „Computerbasierte Numerische Steuerung“. Was sich die Generation von Ebels Vater nach und nach aneignen musste, lernt Nino Ebel von der Pike auf. „Die Programmierung von CNC-Maschinen steht im dritten Lehrjahr an“, sagt Ausbilder Helmut Lippert. „Vorher müssen natürlich

    „Gute Noten in Mathematik und Deutsch sind Vorausset-zung für eine Ausbildung zum Industrie mechaniker“, sagt Ausbilder Helmut Lippert. „Im Einstellungs test prüfen wir aber auch das räumliche Vorstellungsvermögen und es gibt einen kleinen Mathe-Test. Natürlich sollten Bewerber In-teresse für Technik mitbringen, beispielsweise wie man CNC-Maschinen programmiert.“ Zusätzliche Spezialisierungen nach der Ausbildung öff nen den fertigen Industriemechanikern im späteren Berufsleben weitere Türen.www.evonik.de/karriere

    Tipps vom AusbilderWAS BRAUCHT EIN INDUSTRIEMECHANIKER?

    Präzision triff t Geschwindigkeit: Industriemechaniker wie Nino Ebel lernen heute auch, vollautomatische Dreh- und Fräsmaschinen zu programmieren.

    Gehört nach wie vor zum Handwerkszeug: Moderne Industriemechaniker lernen natürlich auch Fertigkeiten wie Feilen, Anreißen oder Biegen.

    Feilen, bohren, programmieren

    die Grundlagen sitzen – wie Feilen, Bohren oder Schweißen.“ Wie schon für Ebels Vater, gehören diese Fertigkeiten auch heute zum Rüstzeug eines Industriemechanikers.

    Im Ausbildungszentrum, in dem Nino Ebel die ersten sechs Monate seiner Ausbildung verbracht hat, reihen sich die Werkbänke aneinander. „Eine der ersten Übungen ist das Anreißen und Feilen“, sagt er. „Bevor ich ein Stück Metall bearbeiten kann, muss ich es ‚anreißen‘, also Markierungen einritzen.“ Auch die richtige Haltung der Feile lernt man im ersten Lehrjahr. Solche Fertigkei-ten müssen die Azubis beherrschen, bevor sie im Industriepark in die einzelnen Betriebe wechseln und dort im Tagesgeschäft mitarbeiten.

    Ebel hat viel gelernt in den letzten Jahren. Wenn die Noten stimmen, will er nach seinem Ab-schluss im Herbst noch weitermachen: Industrie-Meister, eine Weiterbildung zum Techniker oder ein Studium, mal sehen… Man lernt eben nie ganz aus, denn Berufe entwickeln sich weiter.

    Freude am Handwerk wurde Nino Ebel in die Wiege gelegt. Schon sein Vater machte eine Ausbildung zum Schlosser. Der Sohn folgte dessen Beispiel – doch der Ausbildungsberuf „Industriemechaniker“ ist ein anderer geworden.

    der Frühling hat jetzt Fahrt aufgenommen, man merkt das nicht nur in der Natur. Auch das gesellschaftliche Leben erwacht wieder aus dem Winterschlaf und lockt mit vielen spannenden Veranstaltungen.

    In wenigen Tagen eröffnen die Brüder-Grimm-Festspiele im Hanauer Amphitheater den The-atersommer. Evonik ist seit vie-len Jahren engagierter Sponsor dieses märchenhaften Festivals. Was viele Theaterfreunde nicht wissen: Als Chemieunternehmen spielt Evonik bei so manchem Stück eine (un)sichtbare Neben-rolle. Wo genau, erfahren Sie ab dem 12. Mai in einer Ausstellung auf dem Festival-Gelände. Auf Seite vier finden Sie einen kleinen Vorgeschmack.

    Auch der Industriepark öffnet im Sommer wieder seine Tore. Am 25. Juni lädt die Veranstaltung „Kunst privat!“ zu einem Rund-gang durch die umfangreiche Kunstsammlung von Evonik im Industriepark. Später im Som-mer, am 5. August, geben Evonik und Umicore bei den Tagen der Industriekultur wieder Einblick in Labore und Werkstätten – in diesem Jahr zum Schwerpunkt-thema „Material“.

    Das passt gut, denn Materialtech-nik spielt in Hanau eine bedeu-tende Rolle. Mit mehreren inter-national tätigen Unternehmen in diesem Bereich besitzt die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal. Um das Fachkräften und Absolven-ten in der Rhein-Main-Region zu vermitteln, haben sich Wirt-schaftsförderung und Unter-nehmen zusammengeschlossen. Das Ziel, Hanau als Stadt der Materialtechnik mit einer hohen Lebensqualität bekannter zu machen, unterstützen wir aus vollem Herzen. Auf Seite vier zeigen wir Ihnen vorab zwei der Kampagnenmotive.

    Vielleicht sehen wir uns ja bei der einen oder anderen Veran-staltung in und um Hanau. Ich wünsche Ihnen einen unterhalt-samen Sommer!

    Ihr Bernd Vendt

    Liebe Nachbarinnen, liebe Nachbarn,

  • MAI | 2017Parklichter NachbarschaftszeituNg

    Rund 12.000 Kilometer fährt jeder von uns pro Jahr mit dem eigenen PKW. Dass dabei umweltbelastende Abgase entstehen, weiß jedes Kind. Nicht immer kann man auf den fahrbaren Untersatz verzichten.

    Deshalb war die Entwicklung des Autoabgaskatalysators vor fünfzig Jahren sprichwörtlich eine „saubere Sache“ – und das ist sie bis heute. Durch chemi-sche Umwandlung der schädlichen Verbrennungsprodukte Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide in ungiftiges Kohlendioxid, Wasser und Stickstoff können nämlich die Schadstoffe im Abgas dank des Katalysators drastisch reduziert werden.

    Katalysatorspezialisten der ersten StundeAber wie funktioniert das denn nun genau? Der Autoabgaskatalysator besteht aus mehreren Komponenten. Als Träger dient ein temperaturstabiler Waben-körper aus Keramik oder Metall. Darauf befindet sich eine Beschichtung, die durch ihre Materialkomposition – Edelmetalle wie zum Beispiel Platin, Palla-dium und Rhodium, Metalloxide und seltene Erden – eine immens große, ka-talytisch aktive Oberfläche erzeugt (im Durchschnitt ca. 1-2 Fußballfelder). Der sogenannte Washcoat sowie dessen Aufbringung auf den Träger sind das „Herzstück“ eines Katalysators und Umicores Kernkompetenz.

    Im Industriepark Wolfgang erkannte man übrigens schon ganz früh, dass Autoabgaskatalysatoren Teil der Zukunft in puncto umweltfreundliche Mo-bilität sind. In den 1960er Jahren startete man hier mit der Forschung und Entwicklung. Schnell gelangen erste Erfolge mit der Idee des Autoabgaskata-lysators. Den entscheidenden Durchbruch brachte aber erst die Einführung des bleifreien Benzins in den USA im Jahr 1974. Blei – ein Gift für den Ka-talysator – wurde früher den Kraftstoffen als sogenanntes Antiklopfmittel zugesetzt. Unaufhaltsam bahnte sich der Autoabgaskatalysator nun seinen Weg und wurde nach und nach fast überall auf der Welt zum Pflichtbauteil in der Fahrzeugproduktion.

    Bei dieser Erfolgsgeschichte immer vorne dabei: Umicore! Seit 2006 wurden alleine am Standort Hanau mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung von Autoabgaskatalysatoren investiert, die unter anderem in 850 Patente mündeten – alles für eine saubere Mobilität. Also, wenn Sie das nächste Mal in Ihr Auto steigen und den Zündschlüssel drehen, dann denken Sie doch einmal an Umicore.

    Siegfried Bathon ist Projektmanager der LED-Umrüstung. Ein großer Plan in seinem Büro zeigt den Standort in

    vier Farben. „Der blaue Teil ist schon fertig“, sagt Bathon und zeigt auf gut ein Viertel der Ge-samtfläche. „Hier haben wir alte Quecksilber- und Natriumdampflampen durch LED-Leuchten ersetzt.“

    Die alten Leuchten erfüllen nach wie vor ihre Pflicht. „Doch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz werden sie seit 2015 nicht mehr herge-stellt“, erklärt Bathon. „Und irgendwann geht der Lampen-Vorrat zur Neige.“ Bevor das der Fall ist, verbindet Evonik das Notwendige mit

    dem Nachhaltigen. „Der Auslöser war die neue Gesetzeslage“, sagt Adam Schäfer, Projektlei-ter und seit November neuer Leiter der Facility Services in Hanau. „Doch diese Modernisierung rechnet sich auch betriebswirtschaftlich.“

    Neben einem niedrigeren Verbrauch spre-chen auch geringere Instandhaltungskosten für die neue Technik – die Lebensdauer von LEDs ist deutlich länger als die herkömmlicher Leuchten. Frank Eich aus dem Energieteam Ha-nau kennt die Zahlen. „Wir erwarten insgesamt eine Einsparung von etwa 50 Prozent. Die Ver-brauchswerte in den aktuell schon umgesetzten Straßen bestätigen die Prognose.“

    Saubere Sache

    Der Industriepark rüstet um

    Umicore – am Standort Hanau seit über 50 Jahren Vorreiter in Sachen umweltfreundliche Mobilität

    Über den Straßen im Industriepark tut sich etwas. Seit Herbst 2016 stellt Evonik die Straßenbeleuchtung auf sparsame LED-Lampen um. Ab Ende 2018 soll dann der ganze Standort in einem neuen Licht erstrahlen.

    Ein keramischer Wabenkörper, Edelmetalle und viel chemisches Know-how – daraus stellt Umicore Autoabgaskatalysatoren her.

    In neuem Licht: Siegfried Bathon stellt als Projekt-manager den Industriepark auf LED um.

    Wer den Namen von Alis Heimatstadt bei der Google-Bildersuche eingibt, findet Fotos von Trümmern. Der junge Mann kommt aus Aleppo. 2015 flüchtete er vor dem Bürgerkrieg in Syrien und fand in Hanau ein neues Zuhause. Heute spricht

    er gut Deutsch und will später einmal eine Ausbildung zum Elektriker machen. „Ich habe schon in Syrien in diesem Bereich gearbeitet – ich wünsche mir, dass es auch in Deutschland klappt“, sagt er. Die Teilnehmer von „Start in den Beruf“ in Hanau kommen aus insgesamt fünf verschiedenen Ländern. Amjad etwa stammt aus dem Irak. Einen konkreten Traumbe-ruf hat er noch nicht: „Ich kann mir auch eine Ausbildung in der Altenpflege vorstellen. Das ist in Deutschland gefragt.“ Mussi aus Eritrea weiß hingegen schon genau, was er werden will: Industriemechaniker. „Vielleicht finde ich nach dem Programm eine Ausbildungsstelle“, sagt er.

    „Bis September steht noch viel Arbeit vor den Teilnehmern“, weiß Theo Fecher, Leiter der naturwissenschaftlichen Ausbildung. „Das nötige Engagement legen sie alle an den Tag und am Ende gehört dann immer etwas Glück dazu.“ Es ist ein langer Weg bis zur Ausbildung. Doch Ali und seine Kollegen haben schon oft bewiesen, dass sie viel Ausdauer haben.

    Eine neue ChanceDas Programm „Start in den Beruf“ bereitet junge Menschen auf eine Berufsausbildung vor. Durch eine von der Evonik Stiftung durchgeführte und finanzierte Maßnahme erhalten bis 2019 auch 60 Flüchtlinge diese Chance. Die ersten zehn Teilnehmer haben im März ihr Praktikum im Industriepark begonnen, darunter Ali.

    Eintrittskarte für den Industriepark: Nach der Begrüßung in der Ausbildung ging es für Ali gleich weiter zur Ausweisstelle.

    Direkt in die Praxis: Schon in der ersten Woche gab es erste Aufgaben im Labor zu lösen. Ausbilder Alexander Wissel war mit seinen Schülern mehr als zufrieden.

    Im Blaumann: Ali, Amjad und ihre Kollegen statteten sich gleich am ersten Tag im Material-lager mit Sicherheitsschuhen und der richtigen Arbeitskleidung aus.

  • Methionin

    L-Methionin

    H3C

    NH2

    OHS

    O

    D-Methionin

    H3C

    NH2

    OHS

    O

    9PRODUKTE + INNOVATIONEN folio 7-8 / 2014

    SERIE: MEILENSTEINE DER CHEMIE

    MethioninAminosäuren sind die Bausteine des Lebens. DL-Methionin ist eine von acht für den Menschen essenziellen Aminosäuren. Ihre industrielle Herstellung gelang nach dem Zweiten Weltkrieg und sollte helfen, die katastrophale Versorgung mit Protein im Nachkriegsdeutschland zu verbessern. Wenige Jahre später wurde Methionin als Zusatz zu Futtermitteln eingesetzt und ist heute aus modernem Tierfutter nicht mehr wegzudenken.

    Die frisch synthetisierten Proteine falten sich in ihre endgültige Form (tertiäre Proteinstruktur).

    3

    gefaltetes Protein

    Ribosom

    Peptidkette

    mRNA

    Ribosomen, die Fabriken in den Zellen, lesen die mRNA

    und erzeugen Aminosäureketten (primäre Proteinstruktur).

    2

    mRNA überträgt codiert die Information zum Bau von Proteinen aus dem Zellkern.1

    Methionin

    weitereAminosäure

    WIRKUNG UND FUNKTIONEssenzielle Aminosäuren wie Methionin müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Nur wenn die Bausteine im richtigen Mischungsverhältnis vorliegen, werden sie optimal verwertet. Ist dies nicht der Fall, werden Nahrungs- bestandteile ungenutzt ausgeschieden. Durch gezieltes Hinzufügen der fehlen-den Aminosäure werden die Nährstoffe optimal verwertet.

    STRUKTUR VON METHIONINBei der Produktion von Methionin ent-stehen in einem katalytisch-chemischen Prozess zwei Methioninmoleküle, die sich wie Bild und Spiegelbild zueinander verhalten. Diese werden als D- und L-Methionin bezeichnet. Die L-Form wird in Lebewesen direkt verwendet, das DL-Methionin kann zum Beispiel von Hühnern in die L-Form umgewandelt werden. Jährlich werden davon mehrere 100.000 Tonnen produziert.

    Die essenzielle Aminosäure Methionin wird benötigt, um Eiweiße in den

    Ribosomen zu bilden. Je mehr vom Baustein Methionin vorhanden ist,

    desto schneller können wichtige Proteine synthetisiert werden.

    Liebigsches Fass (jede Planke = eine Aminosäure)

    Methionin

    selektiv

    effizient

    Met

    Met

    andere Aminosäuren

    Zusatz von DL-Methionin

    Tierfutter auf Basis pflanzlicher Proteine

    Aufgrund der desolaten Ernäh-rungssituation im Nachkriegs-deutschland galt der Synthese und Anwendung von Aminosäuren ein besonderes Interesse. Methionin sollte Hungerödemen, die bei vie-len Menschen infolge Eiweißman-gels entstanden, entgegenwirken. Der promovierte Chemiker Werner Schwarze, seit 1943 in

    der Organischen Forschung der Degussa tätig, suchte nach einer Lösung und fand sie: Gemeinsam mit Kollegen gelang es ihm, eine technisch durchführbare Synthese der essenziellen Aminosäure zu entwickeln. Zunächst im phar-mazeutischen Bereich eingesetzt, fand sich bald ein größeres Einsatzgebiet in der Tierernäh-rung. Heute wird DL-Methionin in großem Stil dazu genutzt, den Nährwert von Futtermitteln deut-lich zu steigern. Den anhaltenden Erfolg seiner Erfindung erlebte Schwarze noch: Der Chemiker starb erst 2007 im Alter von 93 Jahren. Die Evonik-Stiftung vergibt seit 1997 jährlich das Werner-Schwarze-Stipendium, um damit junge Forscher zu fördern, die auf dem Gebiet der Aminosäuren forschen.

    DER GENIALE SYNTHETIKER

    EVFOL_0114_DE_0609_P+I_Degacryl_Easypeel [d].indd 9 05.08.14 11:51

    Als Bausteine sämtlicher Prote-ine im Körper sind Aminosäuren lebens notwendige Nährstoff e.

    Doch das im Tierfutter natürlich vor-kommende Methionin reicht in der Regel nicht aus. Mit Aminosäuren von Evonik kann das Futter so komponiert werden, dass es alle Proteinbausteine im richtigen Verhältnis enthält. So brauchen die Tiere weniger Futter und produzieren weniger Gülle. Das senkt den Ausstoß von Treibhaus-gasen um den Faktor 23 und verrin-gert den Energieverbrauch um mehr als 80 Prozent. In Hanau betreibt

    Evonik eine wichtige Pilotanlage für die Methioninherstellung. Hier arbeiten die Experten des Geschäft s-gebietes Animal Nutrition stetig an der Ver besserung der Verfahren, die später in großen Produktionsanlagen wie zum Beispiel in Singapur zum Einsatz kommen. Die Mitarbeiter im Industriepark entwickeln aber auch ganz neue Anwendungsgebiete für Methionin – etwa mit der weltweit ersten Testproduktion von AQUAVI® Met-Met. Das Produkt verbessert die Ernährung von Garnelen und anderen Krustentieren und hilft so, die natürli-chen Ressourcen zu schonen.

    Mehr Effi zienz im FutternapfWie kann in einer wachsenden Weltbevölkerung der Bedarf an Fleisch befriedigt werden? Evonik liefert als einer der größten Produzenten der Aminosäure Methionin eine Antwort auf diese Frage.

  • Parklichter

    IMPRESSUM Herausgeber: Evonik Industries AG Verantwortlich: Bernd Vendt Redaktion: Silke Wodarczak, Stefan Knichel Fotonachweis: Stefan Wildhirt, Evonik Industries AG, Umicore Layout: Rochus Polanski, Ulrike Scholten Druck: Volkhardt Caruna Medien, Amorbach

    Hanau hat Ideen und verkauft sie in alle Welt. Dieser Slogan steht im Zentrum einer Kampagne der Stadt Hanau, an der sich auch Evonik und Umicore beteiligen. Der Öffentlichkeit Ende April vorgestellt, wirbt die Kampagne ab dem Frühjahr im Rhein-Main-Gebiet für Hanau als Stadt der Materialtechnik und Standort mit hoher Lebensqualität.

    Materialtechnik ist eine Querschnittstechnologie. Sie verbindet Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau oder Medizin-technik mit Naturwissenschaften wie Chemie oder Physik. „Mit Unternehmen wie beispielsweise Evonik, Heraeus, Good-year Dunlop, Umicore oder Vacuumschmelze ist Hanau in diesem Industriezweig überdurchschnittlich stark vertreten“, sagt Erika Schulte, Geschäftsführerin der Hanau Wirtschaftsförderung GmbH. Es gehe darum, junge Unternehmen, po-tenzielle Bewerber und Fachkräfte auf dieses Alleinstellungsmerkmal in Hanau aufmerksam zu machen, sagt Schulte. „Unternehmen in unserer Stadt entwickeln regelmäßig neue Materialien und Technologien für viele Branchen und geben damit Antworten auf Fragen der Zukunft. Diese Erfolgs geschichten wollen wir erzählen.“

    Ob im Audiokabel für das Mikro, in der Schminke des Hauptdarstellers oder direkt auf den Brettern der Theaterbühne – auch Evonik spielt seine Rolle im Hanauer Theatersommer. Exponate, in denen Evonik-Produkte enthalten sind, können Besucher der Brüder-Grimm-Festspiele im Evonik-Zelt auf dem Festivalgelände bestaunen. Vom 12. Mai bis zum 23. Juli

    zeigt das Spezialchemie-Unternehmen und langjähriger Sponsor des Theaterfestivals wieder seine ganz speziellen chemischen Verbindungen mit der Theaterwelt. Bühne frei!

    Material, aus dem die Zukunft ist

    Evonik macht Theater

    MaterialtechnikIn Hanau zuhause

    Mobilität ist zu einem Grundbedürfnis unserer Gesellschaft geworden. Wir bei Umicore sorgen dafür, dass saubere Luft dabei nicht auf der Strecke bleibt. Dank hochezienter Katalysatoren wandeln wir schädliche Abgase in umweltverträgliche Emissionen um. Steigen Sie ein. Arbeiten Sie jetzt mit Volldampf an der Welt von morgen.www.materialtechnik.hanau.de

    Jetzt einsteigen und grüne Autos zaubern.

    In Zusammenarbeit mit

    Förderung durch

    Mit guten Ideen Straßen zum Singen bringen? Kein Problem. Wir bei Evonik habenmit unseren bahnbrechenden Reaktionsharzen innovative, langlebige und musikalische Fahrbahnmarkierungen entwickelt. Eine einzigartige Struktur sorgt nicht nur für gute Sichtbarkeit selbst bei Regen, sondern warnt auch akustisch beim Fahrbahnwechsel. Zukunftstechnologie, made in Hanau. Interessiert? Dann auf zum Casting!www.materialtechnik.hanau.de

    MaterialtechnikIn Hanau zuhause

    Erst zum Casting und dann die Straßen rocken lassen.

    In Zusammenarbeit mit

    Förderung durch

    Grüne Autos und rockende strAssen? Alle unternehmen sind mit eiGenen motiven An der kAmpAGne beteiliGt, Auch evonik und umicore.

    plAkAttext:Mobilität ist zu einem Grundbedürfnis unserer Gesellschaft geworden. Wir bei Umicore sorgen dafür, dass saubere Luft dabei nicht auf der Strecke bleibt. Dank hocheffizienter Katalysatoren wandeln wir schädliche Abgase in umweltverträgliche Emissionen um. Steigen Sie ein. Arbeiten Sie jetzt mit Volldampf an der Welt von morgen.www.materialtechnik.hanau.de

    plAkAttext: Mit guten Ideen Straßen zum Singen bringen? Kein Problem. Wir bei Evonik haben mit unseren bahnbrechenden Reaktionsharzen innovative, langlebige und musikalische Fahrbahnmarkierungen entwickelt. Eine einzigartige Struktur sorgt nicht nur für gute Sichtbarkeit selbst bei Regen, sondern warnt auch akustisch beim Fahrbahnwechsel. Zukunftstechno logie, made in Hanau. Interessiert? Dann auf zum Casting!www.materialtechnik.hanau.de

    Wirtschaft trifft Kunst Einmal im Jahr öffnen rund 40 Unternehmen in Hessen unter dem Titel „Kunst privat!“ ihre Türen für Führungen durch ihre Kunst-sammlungen. Auch Evonik am Standort Hanau ist am 25. Juni um 14.00 und 16.00 Uhr wieder dabei.

    Unter den Exponaten sind großformatige Bil-der von Städelschülern und -lehrern aus den 1980er Jahren. Außerdem Papierarbeiten aus den 1950er Jahren, aus der sogenannten Zim-mergalerie Franck. Die Führung findet unter der Leitung von Birgitta Janke statt, die die Kunstsammlung von Evonik betreut.

    Industrie trifft Kultur Die Tage der Industriekultur schenken jeden Sommer einem Schwerpunkt-Thema beson-dere Aufmerksamkeit. Am 5. August dreht sich im Industriepark Wolfgang alles um das Thema „Material“.

    Interessierte Besucher lernen von Experten von Evonik und Umicore, an was für Materia lien die beiden Unternehmen arbeiten. Zum Beispiel an Reaktionsharzen für funktionale Fahrbahnmar-kierungen, thermoelektrischen Modulen oder an Materialien für saubere und nachhaltige Mo-bilität. Alle Infos zum Event und zur Anmeldung finden Sie auf www.krfrm.de.

    Luftballons starteten Ende März vom Industriepark aus in den Frühlings himmel. Auf jedem von ihnen stand der Name eines der 51 Länder, aus denen die Mitarbeiter von Evonik am Standort Hanau stammen.

    Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) hatte die Aktion ins Leben gerufen, um mit vielen Kolleginnen und Kollegen Flagge zu zeigen für eine offene und tolerante Gesell-schaft ohne Rassismus und Fremdenfeindlich-keit. „Kollegen verschiedener Nationalitäten bereichern mit ihrer Kultur und ihrer Sprache unser Arbeitsleben“, sagte Miriam Hermann, Vorsitzende der JAV Hanau. „Deshalb wollen wir ganz deutlich machen, wie wichtig für uns eine Unternehmenskultur ist, die alle Mitar-beiter – ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion – gleich, offen und wertschätzend behandelt.“ Nico Dauth machte bei einer kur-zen Ansprache auch klar, wie wichtig die JAV die Integration von Geflüchteten findet: „Wir bei Evonik sind ein Vorbild, denn wir geben Geflüchteten eine Chance mit berufsvorbe-reitenden Maßnahmen. Getreu dem Motto ‚Vielfalt statt Einfalt‘.“

    sommer im pArk

    Dufte: Geruchsabsorber von Evonik bekämpfen in Deosprays auch Schauspieler-Schweiß.

    Sauber: Oxidationsmittel von Evonik sorgen in Waschmitteln dafür, dass Flecken im Theater-Vorhang sich nicht in Luft, aber in Sauerstoff auflösen.

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