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Schaffe, schaffe, Zeltle baue! - file1 Schaffe, schaffe, Zeltle baue! 1. Ausgabe - 6. 8. 2014 - 0,80 € Seit elf Tagen wird auf dem Schachen gebaut. Heute kommen endlich die Teilnehmer

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Schaffe, schaffe, Zeltle baue!

1. Ausgabe - 6. 8. 2014 - 0,80

Seit elf Tagen wird auf dem Schachen gebaut. Heute kommen endlich die Teilnehmer dazu. Acht Geschichten von ihrer Anreise Seite 4

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Heldin Hilde

Die Industrielle Revolution ist eine Zeit der Automatisierung. Whrend zuvor ein Schneider-lein gemtlich des Tages ein Hemd nhte und des Nachts womglich auch, damit es wohl zum berleben reichte, da machte jene Industrialisierung mit ihren Maschi-nen daraus, nun, viele Hemden pro Tag. Manch Schneiderlein, vor der segensrei-chen Zeit der Industriellen Revolution, musste mangels Geld sein Brot mit Fliegen verdienen. Also, mit den Tieren, es ist ja noch die Zeit vor den Gebrdern Wright. Es war jener Kleidungsmanufakteur, der landlufig als das Tapfere Schneiderlein bekannt wurde: er konnte sich mit sieben getteten Mcken derart schmcken, dass der gewonnene Ruf zum berle-ben reichte. Es ist nun aber die Zeit der Industrialisierung, die wir hier nacherle-ben, und was sind da schon sieben Fliegen pro Tag? Man knnte meinen, dass die Mcken auf dem Schachen selbst indust-riell produziert werden. Zumindest in der Redaktion des Telegraphen sind wir im Akkord damit beschftigt, einer Mcken-plage Herr zu werden, an die das tapfere Schneiderlein nicht einmal zu glauben wagte. Stattdessen nimmt Tapfer-sein hier industrielle Dimensionen an: Hilde aus dem Lagerhospital schmckt sich biswei-len mit 932 getteten Sechsflern. Fragt sich noch, wen sie damit beeindrucken mchte. Wir vermuten, sie hat Angst, dass das Brot nicht zum berleben reicht.Janis Altherr

EDITORIAL

Der Schachen zeigt seine schnsten Wolkenformationen. Wie das Wetter in den kommenden Wo-chen wird, hat uns eigentlich interessiert. Herausgekommen ist aber ein Lehrstck ber die schwere Wettervorhersage auf dem Schachen auf Seite 9. Foto: Jan-Hendrik Helm

DIE MELDUNGEN DES TAGES

Keine Rap-Texte als Beweismittel2008 wurde der Gangsterrapper Vonte Skinner wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der Anklage brachte damals Skinners brutale Songtexte als Beweis ein, sie sollten dessen Gewaltpotenzial belegen. Ein US-Gericht wickelte jetzt aber den Pro-zess neu auf und erklrte die Beweismittel fr ungltig, berichtete die Tagesschau.

Bahnverkehr normalisiertWie die Deutsche Bahn mitteilt, sind die Aufrumarbeiten in Mannheim nach dem verheerenden Zugunglck nahezu abge-schlossen. Es soll fortan kaum noch zu nennenswerten Einschrnkungen fr Rei-sende kommen.

Kanadier stehlen StaatsgeheimnisseSpiegel Online berichtet, dass das chinesi-sche Bro fr Staatssicherheit derzeit ge-gen ein kanadisches Ehepaar ermittelt, dass geheimes Material ber Militr und Lan-desverteilung entwendet haben soll. Nach chinesischem Recht knnte dies sogar die Todesstrafe bedeuten.

Freiheit fr EcclestoneWie der BR berichtet, wurden das Beste-chungsverfahren gegen den Formel-1 Chef Bernie Ecclestone gegen eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar eingestellt. Somit gilt Eccelstone fortan nicht lnger als vorbestraft und kann das Zepter der For-mel 1 wieder in die Hand nehmen. LS

PREIS SUCHT JURY

Wer ist der nachhaltigste Stamm? Wer hat die besten Umweltideen? Die Bundesla-gerleitung hat einen Nachhaltigkeitspreis fr Stmme, Oasen und zentrale Bereiche ausgelobt. Und fr den werden noch vier der acht Kpfe der Jury gesucht. Die sollen aus den Reihen der Teilnehmer stammen. Wer als Teilnehmende/r Lust hat, die Be-gehungen der Teillager, Oasen, Cafs und des Treibriemens mitzumachen und dabei seine/ihre eigene Bewertung zu erstellen und vielleicht auch ein wenig mehr ber das Thema Nachhaltigkeit zu erfahren, der/die wre in der Jury genau richtig. schreibt die Lagerleitung. Bewerbungen sind im I-Punkt in der Lokomotive des Treibrie-mens mglich. JA

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In dieser Ausgabe

Wer hatte die schwerste Anreise? Seite 4

Die Lagerleitung plaudert Seite 8

Rain or shine: Das Wetter des Lagers Seite 9

Die Lagerzeitung gibts als Abo Seite 10

WUNDERTTEN-TOMBOLA

Lust auf eine nette berraschung? Die Evangelische Stiftung Pfadfinden verkauft Wundertten gefllt mit gespendeten Sachpreisen. Darunter: Taschenlampen, Taschenmesser, Mappen, Mtzen, Bescher und Spiele. Nieten gibt es keine verspricht zumindest Helmut Vlkskow von der Stif-tung. Eine Tte soll fnf Euro kosten und wird im Zelt von F&F verkauft. Und sofern am Sonntag zum Besuchertag noch etwas brig ist, werden die Wundertten auch in der Jurthe der Stiftung im Treibriemen verkauft. Der Erls der Wundertten-Tom-bola fliet vollstndig der Stiftung zu. Die Evangelische Stiftung Pfadfinden gehrt zum VCP, sie untersttzt den Verband fi-nanziell und ideell. JA

Der Schachen zeigt seine schnsten Wolkenformationen. Wie das Wetter in den kommenden Wo-chen wird, hat uns eigentlich interessiert. Herausgekommen ist aber ein Lehrstck ber die schwere Wettervorhersage auf dem Schachen auf Seite 9. Foto: Jan-Hendrik Helm

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Heldin Hilde

Die Industrielle Revolution ist eine Zeit der Automatisierung. Whrend zuvor ein Schneider-lein gemtlich des Tages ein Hemd nhte und des Nachts womglich auch, damit es wohl zum berleben reichte, da machte jene Industrialisierung mit ihren Maschi-nen daraus, nun, viele Hemden pro Tag. Manch Schneiderlein, vor der segensrei-chen Zeit der Industriellen Revolution, musste mangels Geld sein Brot mit Fliegen verdienen. Also, mit den Tieren, es ist ja noch die Zeit vor den Gebrdern Wright. Es war jener Kleidungsmanufakteur, der landlufig als das Tapfere Schneiderlein bekannt wurde: er konnte sich mit sieben getteten Mcken derart schmcken, dass der gewonnene Ruf zum berle-ben reichte. Es ist nun aber die Zeit der Industrialisierung, die wir hier nacherle-ben, und was sind da schon sieben Fliegen pro Tag? Man knnte meinen, dass die Mcken auf dem Schachen selbst indust-riell produziert werden. Zumindest in der Redaktion des Telegraphen sind wir im Akkord damit beschftigt, einer Mcken-plage Herr zu werden, an die das tapfere Schneiderlein nicht einmal zu glauben wagte. Stattdessen nimmt Tapfer-sein hier industrielle Dimensionen an: Hilde aus dem Lagerhospital schmckt sich biswei-len mit 932 getteten Sechsflern. Fragt sich noch, wen sie damit beeindrucken mchte. Wir vermuten, sie hat Angst, dass das Brot nicht zum berleben reicht.Janis Altherr

EDITORIAL

Der Schachen zeigt seine schnsten Wolkenformationen. Wie das Wetter in den kommenden Wo-chen wird, hat uns eigentlich interessiert. Herausgekommen ist aber ein Lehrstck ber die schwere Wettervorhersage auf dem Schachen auf Seite 9. Foto: Jan-Hendrik Helm

DIE MELDUNGEN DES TAGES

Keine Rap-Texte als Beweismittel2008 wurde der Gangsterrapper Vonte Skinner wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der Anklage brachte damals Skinners brutale Songtexte als Beweis ein, sie sollten dessen Gewaltpotenzial belegen. Ein US-Gericht wickelte jetzt aber den Pro-zess neu auf und erklrte die Beweismittel fr ungltig, berichtete die Tagesschau.

Bahnverkehr normalisiertWie die Deutsche Bahn mitteilt, sind die Aufrumarbeiten in Mannheim nach dem verheerenden Zugunglck nahezu abge-schlossen. Es soll fortan kaum noch zu nennenswerten Einschrnkungen fr Rei-sende kommen.

Kanadier stehlen StaatsgeheimnisseSpiegel Online berichtet, dass das chinesi-sche Bro fr Staatssicherheit derzeit ge-gen ein kanadisches Ehepaar ermittelt, dass geheimes Material ber Militr und Lan-desverteilung entwendet haben soll. Nach chinesischem Recht knnte dies sogar die Todesstrafe bedeuten.

Freiheit fr EcclestoneWie der BR berichtet, wurden das Beste-chungsverfahren gegen den Formel-1 Chef Bernie Ecclestone gegen eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar eingestellt. Somit gilt Eccelstone fortan nicht lnger als vorbestraft und kann das Zepter der For-mel 1 wieder in die Hand nehmen. LS

PREIS SUCHT JURY

Wer ist der nachhaltigste Stamm? Wer hat die besten Umweltideen? Die Bundesla-gerleitung hat einen Nachhaltigkeitspreis fr Stmme, Oasen und zentrale Bereiche ausgelobt. Und fr den werden noch vier der acht Kpfe der Jury gesucht. Die sollen aus den Reihen der Teilnehmer stammen. Wer als Teilnehmende/r Lust hat, die Be-gehungen der Teillager, Oasen, Cafs und des Treibriemens mitzumachen und dabei seine/ihre eigene Bewertung zu erstellen und vielleicht auch ein wenig mehr ber das Thema Nachhaltigkeit zu erfahren, der/die wre in der Jury genau richtig. schreibt die Lagerleitung. Bewerbungen sind im I-Punkt in der Lokomotive des Treibrie-mens mglich. JA

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Geschichten vom Reisen

Vor dem Lager kommt die Reise. Die meisten Reisegruppen kommen heute angedampft. Wer gestern schon ankam hatte dafr zumeist etwas zu

erzhlen. Acht Geschichten vom Reisen. Von Ricarda Rattay

1. Die weiteste AnreiseEndlich ist es soweit, das Bunderlager hat seine Tore geffnet und erwartet rund 4400 Pfadfinder aus ganz Deutschland und zwanzig weiteren Nationen. Mit Volldampf geht es zu Fu, mit Rad, Bus, Bahn und Flugzeug zum Schachen. Die weiteste An-reise hatte Aaron, ein australischer Pfad-finder, der gerade einen Europatrip macht. Dicht auf den Fersen: eine Gruppe aus Sdafrika.

2. Die frheste Ankunft

Knapp zwei Wochen vor offiziellem La-gerbeginn reisten einige Mitarbeiter von der Technik an. Sie verlegten auf dem vierunddreiig Hektar groen Arreal Lei-tungen fr Strom, Wasser und Gas. Nach und nach folgten weitere Freiwillige, die

sich um anfallende Aufgaben kmmerten. Neben dem Aufbau der Sanitranlagen und Jurtenkonstruktionen gehrten dazu auch die Nahrungsmittellieferungen und die In-frastruktur.

3. Die kompliziertesten Wege

Die bisher ange