49
Tagung „Entrümpeln“: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann, ETH Zürich

Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Embed Size (px)

Citation preview

Page 1: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Tagung „Entrümpeln“: Werte für eine nachhaltige Entwicklung

Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn

Vom Bewusstsein zum Handeln

Dr. Ralph Hansmann, ETH Zürich

Page 2: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Umweltzerstörung: Ein kulturelles Problem ?

Page 3: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Kultur bedeutet, die Welt bewohnbar zu machen

Page 4: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Was definiert eine Kultur?Was definiert eine Kultur?Ebenen einer Kultur (Schein, 1984)Ebenen einer Kultur (Schein, 1984)

GrundannahmenGrundannahmen

NormenNormen

WerteWerte

SymboleSymbole, ArtefakteArtefakte

unsichtbar/ unbewusst

teilweise sichtbar

offensichtlich z.B. Rituale, Sprache, Technik, Architektur, Ordnung, Sauberkeit,

z.B. Solidarität, Umweltschutz, Ressourcen-schonung

z.B. über die Natur des Menschen, menschliches Zusammenleben, Religion, Umwelt, Zeit

Page 5: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Eisberg-ModellEisberg-Modell

GrundannahmenGrundannahmen

WerteWerte

SymboleSymbole, ArtefakteArtefakte

unsichtbar/ unbewusst

teilweise sichtbar

offensichtlich

NormenNormen

Page 6: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Die Die GrundannahmenGrundannahmen und und WerteWerte einer Kultur einer Kultur

liegen den Normen zu Grunde und bilden liegen den Normen zu Grunde und bilden

somit deren Voraussetzungsomit deren Voraussetzung

Werte geben den Menschen Orientierung (z.B. Werte geben den Menschen Orientierung (z.B. Gesundheitsschutz als „Dominante“ bei KVA)Gesundheitsschutz als „Dominante“ bei KVA)

Normen bieten entsprechende Normen bieten entsprechende Handlungsanleitungen und dienen als konkrete Handlungsanleitungen und dienen als konkrete

RichtlinienRichtlinien

Page 7: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Kultur & Werte Kultur & Werte in der Schweizin der Schweiz

Page 8: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Umweltbewusstsein

Bsp.: Skala „Environmental Concern“ des International Social Survey Program (ISSP) im Jahr 2000

Rangplatz 3 von 26 Ländern, nach Japan und Finnland. Generell sind die Schweizer recht umweltbewusst - im internationalen Vergleich!

Page 9: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Partizipation und gesellschaftliche Verantwortung

Die Schweizer wollen und können politisch teilnehmen und mitgestalten.

Bsp.: Skala „Perceived Political Participation“ des World Value Survey (Inglehart et al.) im Jahr 1998

Rangplatz 1 vor den Niederlanden.

Page 10: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Abfall - VerhaltenSeit Einführung der Sackgebühr 1997, enorme Steigerungsraten und „vorbildliche“ Recyclingquoten bei Glas und Aludosen (ca. 90%), PET (ca. 80%), Papier und Weissblech (> 70%)

-> sowohl in den Städten und Gemeinden mit als auch ohne Sackgebühr !!!

Angestrebte Verbesserungen in den Bereichen

Altbatterien (derzeit - nach Informationsmassnahmen - ca.

65%) sowie Aluminium.

Page 11: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Abfall - Verhalten

Zunehmend problematisches Verhalten im

Bereich Littering verbunden mit Aufwands- und

Kostensteigerungen für die

Reinigungsmassnahmen.

(vgl. Studie v. Johannes Heeb, MGU Uni Basel in

mehreren Schweizer Städten)

Page 12: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Abfall - Wahrnehmung

Die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung

– z.B. 85% in Winterthur - stört sich an

mangelnder innerstädtischer Sauberkeit (z.B.

herumliegende Verpackungen, Getränkedosen

und Zeitungen)

Page 13: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Ursachen - WahrnehmungStudie A Studie B

Achtlosigkeit 17% 37%

Rücksichtslosigkeit --- 30%

Fast Food 12% 2%

mangelnde Verantwortung 8% 14%

Erziehung 5% 28%

Ausländer 4% 7%

Fehlende Infrastruktur --- 14%

Mangelnde Kontrolle --- 2%

Page 14: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

... aber was ist das Motiv

der „Täter“ ???-> Die genannten Gründe beinhalten im Gegensatz

zu Motiven keine Zielsetzungen

-> z.B. Rücksichtslosgikeit und Achtlosigkeit (ggf. auch im Sinne von Unachtsamkeit) sind keine

Motive sondern lediglich vermittelnde Attribute.

... im juristischen Sinne „mildernde“ bzw. „straferschwerende“ Umstände.

Page 15: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Das alternativ nahe liegende Hauptmotiv für Littering

=

Bequemlichkeit bzw. Vermeidung von Aufwand

Frontal konträre Zielsetzungen im Sinne, dass Personen ein Weniger an städtischer Sauberkeit

wünschen sind die Ausnahme (vgl. Studie zur Wahrnehmung in Winterthur).

Page 16: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

• Bequemlichkeit bzw. die Vermeidung von Aufwand ist keine rein negative Eigenschaft.

• Eine eher bequeme Entsorgung zu ermöglichen ist eine Zielsetzung der Entsorgungsbetriebe.

• Wir alle sind zu einem gewissen Grad bequem.

• ??? ... Ist letzteres der Grund, warum „Bequemlichkeit“ in den beiden zitierten Studien nicht auftaucht?

Page 17: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

V= f(P,U) (V=Verhalten, P=Person, U=Umwelt)Das “Setting”: z.B. gibt es einen Kübel in der Nähe?Das Wissen: z.B. welches Verhalten ist am Ort gewünscht?Normen

V= f(SEU) (SEU = Subjective Expected Utility; Psychologisches(!!!) prospektives Kosten-Nutzen Kalkül)

Das persönliche Aufwands-Nutzen Kalkül bestimmt sich aus: Bequemlichkeit, individualistischen und kompetitiven Motiven vs. positive, kollektiv orientierte Motive, Normen, Werte

Page 18: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

3 Wege zur Förderung nachhaltigen Handelns

1) Wertediskussion und Entwicklung von

Normen (informell o. formell)

2) Erziehung, Umweltbildung und

Informationskampagnen

3) Organisation & Logistik

Page 19: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Ortsgebundene Normen• Je sauberer ein Setting, desto weniger wird es zusätzlich

verschmutzt.

Menschen erschliessen aus der Sauberkeit eines Ortes, das verschmutzendes Verhalten an diesem Ort nicht der Norm entspricht.

Menschen erschliessen aus der Verschmutzung eines Ortes, das verschmutzendes Verhalten an diesem Ort der Norm entspricht.

… selbst Hinweisschilder können dem nur partiell entgegenwirken.

Page 20: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Verinnerlichte, ortsübergreifende Normen• Internalisierte Normen, man fühlt sich schlecht, wenn man sich

normkonträr verhält und beachtet die Normen von sich aus -> Selbstkontrolle

Informelle externale Normen, z.B. informelle Gruppennormen• Im sozialen Umfeld wird in allgemeinerem Sinne, z.B. durch

Missbilligung, “bestraft”, wenn unangemessen entsorgt wird -> soziale Kontrolle

Formelle externale Normen• Besteht eine formelle (gesetzliche) Norm mit Strafandrohung, - ist

auch eine entsprechende Kontrolle zu erwarten bzw. möglich? -> polizeiliche Kontrolle

Page 21: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

• Gerade im Abfallbereich ist absolute externale Kontrolle weder realisierbar noch akzeptierbar, da diese nur durch die Abschaffung einer verlässlich unbeobachteten Privatsphäre realisiert werden kann.

• Korrektes Verhalten muss auch in unbeobachteten Situationen erfolgen, z.B. im Wald oder zu Hause bei Mülltrennung und Recycling.

Eine Verinnerlichung positiver Verhaltensnormen muss erreicht werden.

Page 22: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Abfall - Verhalten

Studien i.d. Schweiz zum Thema "Wer Müll 

warum hinterlässt und wer nicht (Peter Flury

Kleubler, Uni Zürich, 2004)":

Jüngere Menschen u. Männer littern mehr, aber

auch andere littern. Negativer Effekt liberaler

Erziehung (gemäss retrospektiven

Einschäzungen).

Page 23: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Ergebnisse Männer: 40% littern das Flugblatts, Frauen 30% Littering (N = 367, Signifikanz, p = .04)

Personen unter 35Jahre 46%; über 50 Jahre, 24% !!!(N = 368, Signifikanz, p < .02)

Negativer Einfluss litternder erwachsener Vorbilder und litternder Freunde in Kindheit und Jugend

Signifikanter, negativer Einfluss liberaler Erziehung (retrospektives Urteil).

Litterer haben gemäss der Studie auch signifikant häufiger in der Kindheit/ Jugend auf Spielplätzen gespielt und sind zu einem grösseren Teil Rollschuh bzw. Rollbrett gefahren.

Page 24: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Schlussfolgerung =? Abschaffung der liberalen Erziehung ???

Rollschuhfahren sowie das Spielen im freien, z.B. auf Spielplätzen fördern wichtige (z.B. motorische) Fähigkeiten der Kinder.

Korrektes Müllentsorgungs- und Recyclingverhalten kann auch in Schulen vermittelt werden -> Umweltbildung

... und im Erwachsenenalter noch vermittelt werden. Lernen ist ein lebenslanger Prozess.-> Informationskampagnen

Page 25: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Abfallerziehung Vermittlung von Normen im Bereich Abfall

In der Schweiz wird – im Gegensatz zu den meisten Ländern – z.B. im Kanton Zürich, Abfallunterricht an den Schulen durchgeführt, z.T. ergänzt durch praxisnahe Elemente wie z.B. KVA Besuche.

Der Unterricht kommt bei den Schülern gut an und verbessert das Abfallwissen und die Verhaltensintentionen der Schüler signifikant.

Page 26: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

5

42

123

150

111

0

50

100

150

200

250

Anzahl SchülerInnen

gar nichts kaum mittel viel sehr viel

U4: Hast du im Abfallunterricht Neues gelernt?„Hast du im Abfallunterricht Neues gelernt?“

Page 27: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

11

34

109

180

98

0

50

100

150

200

250

Anzahl SchülerInnen

langweilig eher langweilig mittel interessant sehr interessant

U-2: Wie interessant war für dich der Unterricht?„Wie interessant war für dich der Unterricht ?

Page 28: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

624

124

161

115

0

50

100

150

200

250

Anzahl SchülerInnen

nicht wichtig nicht sehr wichtig mittel wichtig sehr wichtig

U5: Für wie wichtig hältst du das Wissen, das du in diesem Unterricht erworben hast?

„Für wie wichtig hältst du das Wissen, das du in diesem Unterricht erworben hast?“

Page 29: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

714

62

118

227

0

50

100

150

200

250

Anzahl SchülerInnen

nein eher nein mittel eher ja ja

U6: Findest du es gut, dass in deiner Klasse diese Stunden gehalten wurden?

„Findest du es gut, dass in deiner Klasse diese Stunden gehalten wurden?“

Page 30: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Informationsmassnahmen & -kampagnen

(eigene) Studie im grössten Zürcher Kinosaal

Page 31: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,
Page 32: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,
Page 33: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Ergebnisse• Ohne Dias: Mittlere Littermenge pro person 25.4 g

• Mit Dias: Mittlere Littermenge pro person 18.2 g,

• Reduktion um 28.3% statistisch signifikanter Unterschied

t(19) = 2.52, p .02.

Page 34: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Dia 1 Interesse und Betroffenheit wecken durch persönliche

Frage bzw. Ansprache Motivation und Spannung hervorrufen durch Ambiguität

Dia 2 Botschaft vermitteln Aufgebaute kognitive Spannung lösen (positiver

Verstärker) „Belohnung“ in Form des Dankes (positiver Verstärker)

Page 35: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Verinnerlichung und Akzeptanz einer Norm

Aktueller Fokus und aktuelle Beachtung einer Norm

Vergleich zum Marketing:• Wirksamkeit von Werbung direkt am “Point of sale”

-> Hinweise direkt vor Ort, z.B. durch Schilder, Durchsagen, Dias

• Wirksamkeit von Wiederholungen in der Werbung

-> wiederholte Kampagnen sind notwendig, Einzelmassnahmen sind langfristig nicht ausreichend

Page 36: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Perspekitvwechsel -> BetroffenheitPersönliche Ansprache, Originalität -> Interesse

Page 37: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Positive Effekte durch eine Verschiebung des Fokus

von einer Problemorientierung = Littering (achtloses wegwerfen)zur Problemlösungsorientierung= Binning (korrektes entsorgen)

Vgl. Kampagne von PUSCH ???

Page 38: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Erfolgreiches, gutes Vorbild -> Identifikation /

Nachahmung

Freiwilligkeit & Zwanglosigkeit -> verhindert

Reaktanz

Page 39: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Klar verständlich, humorvolle Komponente

Page 40: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Kommunikation findet immer

in einem Kontext statt.

Page 41: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Wo könnte diese Botschaft in einer realen Situation auftauchen?

Page 42: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,
Page 43: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Brauchen wir mehr gute Vorbilder ?

... oder mehr Leute, die uns sagen, wie wir uns korrekt Verhalten ?

Page 44: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Verschiedene Studien (auf der Verhaltensebene) zeigen übereinstimmend, das Aufforderungen im Befehlston weniger wirksam sind als höflich formulierte Aufforderungen.

Aufforderungen im Befehlston können Widerstände bzw. reaktantes Verhalten zur Folge haben! - was der Verinnerlichung positiver Verhaltensnormen frontal entgegenwirkt

-> Vorgegebene Werte und Normen können als Vorgegebene Werte und Normen können als Angriff auf die FreiheitAngriff auf die Freiheit empfunden werden. empfunden werden.

Page 45: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Werte sollten Werte sollten partizipativpartizipativ entwickelt entwickelt und festgelegt werdenund festgelegt werden

Bedeutung von Wertediskussionen

Ein Ersatz für solche Diskussionen kann durch unilaterale

Informationskampagnen nicht geleistet werden.

Page 46: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Ist dies wirklich eine allseits akzeptierte Grundnorm in einer liberalen und toleranten Gesellschaft ?

Page 47: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Bedeutung von Normen u. Werten und diesbezüglichen Diskussionen

Partizipation - z.B. auch in Form von “Ordnungspatenschaften” - schafft Verantwortungsbewusstsein.

… denn man ist verantwortlich für etwas an dem man beteiligt ist !!!

Page 48: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

3) Organisation & Logistik Für positives Verhalten sollten Anreize

bestehen (Wasser fliesst nicht bergauf!) Gute Organisation und Logistik vermeidet

unnötigen Aufwand zur umweltgerechten Entsorgung von Abfällen.

Selbstorganisation kann ein wichtiger Schritt sein, zum erfolgreichen Überbrücken der Lücke zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln. Bsp. Studie zu Batterie Entsorgung

Page 49: Tagung Entrümpeln: Werte für eine nachhaltige Entwicklung Freitag, 3. Dezember 2004 im Alten Spital, Solothurn Vom Bewusstsein zum Handeln Dr. Ralph Hansmann,

Batterien landen auch malim Kehrrichtsack

Prozentsatz korrektEntsorgter Batterien

(Selbst-)Organisation derEntsorgung von Batterien- Zuhause an getrenntem OrtSammeln- Entsorgung von Batterien mit demEinkauf verbinden Anzahl Batterien pro

Monat

Entsorgungswissen bezüglich„Alt-Batterien“

(Verzicht auf) Verharmlosung & Neutralisierung- Fehlentsorgung im Kehricht ist nicht schlimm,Batterien sind klein und enthalten daher wenigGiftstoffe...

Einstellung zur ökolo-gischen Entsorgung vonAbfällen- „subjektiveWichtigkeit“- Bereitschaft hierfürMühe aufzuwenden

Bewusstsein

Verhalten