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Arzneimittel-Atlas 2012 - vfa.de · PDF fileArzneimittel-Atlas 2012 Bei ausgabenstarken Indikationsgruppen zeigten sich entsprechend auch große Einsparungen durch die kon-krete Produktwahl

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| Gesundheit | Wohnen | Bildung |

Arzneimittel-Atlas 2012Fr einen realistischen Blick auf den Arzneimittelmarkt

www.arzneimittel-atlas.de

IGES Institut GmbHFriedrichstrae 18010117 Berlinwww.iges.de IGES Institut. Ein Unternehmen der IGES Gruppe.

Der Arzneimittelverbrauchin der GKVTransparente und strukturierte Informationen fr 31 Indikationsgruppenbasierend auf Tagesdosen und Erstattungspreisenzeigen

nderungen von Verbrauch und Preis

Strukturelle Verschiebungen

Regionale Unterschiede

Indikationsbezogene Gegenberstellungen zur Prvalenz

Extrakt 2012 Deutschland im berblick

Indikationen mit besonderer Versorgungsrelevanz

A02 Mittel bei surebedingten Erkrankungen

A10 Antidiabetika

B01 Antithrombotische Mittel

C02-C09 Mittel bei Hypertonie

C10 Lipidsenkende Mittel

G04 Urologika

J05 Antivirale Mittel

L01 Antineoplastika

M01 Antiphlogistika und Antirheumatika

M05 Mittel bei Knochenerkrankungen

Indi

katio

nen

Arz

neim

ittel

-Atla

s 20

12

berblick

DeutschlanD

Deutschland (Position) eu* (Anzahl Lnder)

Einwohner (2010) 1 81,8 Mio. (1) 501,1 Mio. (27)

Flche 1 357 000 km (4) 4 324 782 km (27)

Einwohner/qkm 1 229 (5) 116 (27)

Arbeitslosenquote (2011) 5,9% (4) 9,7% (27)

Reales BIP je Einwohner (Euro, 2010) 29 000 (10) 23 100 (27)

Reales verfgbares Einkommen der Haushalte (Verbrauchskonzept) / Einwohner (Euro, 2010) 23 592 (1) 19 359 (25)

Anteil Bevlkerung ber 55 Jahre 1,3 32,5% (1) 29,5% (27)

Praktizierende rzte je 100.000 Einwohner (2009) 364,1 (4) 315,3 (17)

Bevlkerungsanteil BMI30 (ber18, 2008-2010) 15,8% (10) 15,2% (19)

Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner (2009) 822,9 (1) 550,9 (25)

Gesundheitsausgaben je Einwohner (Euro, 2008) 3 221 (8) 2 490 (21)

Ausgaben fr Arzneimittel und sonstige medizini-sche Verbrauchsgter je Einwohner (Euro, 2008) 483 (4) 381 (21)

* Alle Angaben sind aus Eurostat. Wenn kein EU27 Wert vorhanden, wurde ein bevlkerungsgewichteter Durchschnitt gebildet

Die demographische Entwicklung und der tech-nische Fortschritt sind u.a. Ursachen fr einen stetigen Anstieg der Leistungsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der Gesetzgeber und die Selbstverwaltung versu-chen mit Spargesetzen und einer effizienteren Versorgung dieser Entwicklung entgegenzusteu-ern. Whrend die Ausgaben in der ambulanten und stationren Versorgung trotzdem stiegen, fhrte dies im Arzneimittelbereich zu einer deut-lichen Abschwchung. Von 2009 nach 2010 stie-gen die Arzneimittelausgaben nur um 180 Mio. . Von 2010 nach 2011 gingen die Ausgaben sogar um 1,2 Mrd. zurck.

60

70

80

90

100

110

120

130

140

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Aus

gabe

n in

der

GKV

(Ind

ex; J

ahr

2005

= 1

00)

rztliche Behandlung

Arzneimittel

Krankenhausbehandlung insg.

Sonstige Leistungen

Entwicklung der Leistungsbereiche in Deutschland 2005 - 2011 4 (Quelle: BMG - Kennzahlen und Faustformeln. Stand Juli 2012)

Der grere Bedarf an Arzneimitteln in Deutsch-land fhrte zu einem Anstieg des Verbrauchs um 2,6% auf 39,27 Mrd. verordnete Tagesdosen (DDD) im Jahr 2011. Gemessen am Listenpreis gab es auch 2011 eine leichte Zunahme der Umstze von 0,7% auf 32,15 Mrd. , doch unter Bercksichtigung der geleisteten gesetzlichen und vertraglichen Rabatte durch die pharmazeu-tische Industrie und die Apotheken verringerten sich die Ausgaben fr die GKV um 3,9% auf 26,90 Mrd. .

2010 201110>11 (in %)

AbsolutArzneimittelumstze (Listenpreise: AP), Mrd. 31,91 32,15 0,7Arzneimittelausgaben (Rabatte abgezo-gen: EP), Mrd. 27,99 26,89 -3,9Verbrauch (DDD), Mrd. DDD 38,27 39,27 2,6Verbrauch (VO), Mio. Verordnungen 676,6 679,6 0,5je GKV-VersichertenArzneimittelumstze (AVP) 459,4 463,8 1,0Arzneimittelausgaben (EP) 402,8 387,9 -3,7Verbrauch (DDD) 550,8 566,5 2,9Verbrauch (VO) 9,7 9,8 0,7

Eckdaten des GKV-Arzneimittelmarkt 2010 - 2011

Arz

neim

ittel

-Atla

s 20

12 Die gesetzlichen Manahmen waren der Hauptgrund fr den Rckgang der Arzneimittelausgaben in der GKV. Durch die Zerlegung der Ausgabenvernderung in ihre Komponenten wird dies deutlich. Der verbrauchsbeding-te Ausgabenanstieg war mit 968 Mio. strker als im Vorjahr. Der Ausgabenanstieg auf Grund von strukturel-len nderungen zu neuen Therapieoptionen betrug 2011 426 Mio. . Gleichzeitig wurden durch technische Ein-sparungen, d.h. zum Beispiel durch einen hheren Anteil grerer Packungen oder vermehrten Einsatz von Gene-rika, Einsparungen von 727 Mio. erzielt. Die Einsparef-fekte durch gnstigere Erstattungspreise hatten sich mit 1,7 Mrd. 2011 gegenber dem Vorjahr fast verdoppelt. Zwei Drittel dieses Preiseffekts sind auf hhere gesetzliche und individuelle Rabatte zurckzufhren.

-1.096,8

-1.763,5

-727,5

426,1

968,1

-31,6

-952,1

-442,0

496,8

865,6

-2.500 -2.000 -1.500 -1.000 -500 0 500 1.000

Gesamt

Preis

Technische Einsparungen

Innovationswettbewerb

Verbrauch

ausgabennderung (Mio. ) 09>10 10>11

Komponentenzerlegung auf Basis der Erstattungspreise in Deutschland 2009 - 2011

Am strksten war der verbrauchsbedingte Anstieg bei Arz-neimitteln fr Erkrankungen des Immunsystems (z.B. rheu-matoide Arthritis). Es folgten Arzneimittel, die bei hufigen Erkrankungen eingesetzt werden, wie Refluxkrankheit, Bluthochdruck sowie Mittel zur Thrombozytenaggregati-onshemmung. Doch auch fr Arzneimittel gegen seltenere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, HIV und Hepatitis C stiegen die Ausgaben durch hheren Verbrauch.

0 20 40 60 80 100 120

HIV

Hepatitis C

Hmophilie

Multiple Sklerose (Immunmodulatoren)

Multiple Sklerose (Immunsuppressiva)

Antidepressiva

Erhhte Thrombozytenaggregationsneigung

Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensinsystem

Sure bedingte Erkrankungen

Rheumatoide Arthritis u.a.Systemerkrankungen

in Mio.

Erkrankungen mit hchsten verbrauchsbedingten Anstieg der Arzneimittelaus-gaben in Deutschland 2010 - 2011 (Verbrauchs-Komponente)

Betrachtet man den strukturellen Einfluss durch neuere Arz-neimittel (Innovations-Komponente), so zeigten sich 2011 die hchsten Effekte auf die Ausgaben bei Antidiabetika. Ebenso finden sich bei Arzneimitteln gegen viele neurolo-gische und psychiatrische Erkrankungen (u.a. Depression, Epilepsie und Parkinson-Syndrom) Ausgabensteigerungen durch einen hheren Anteil neuerer Arzneimittel. Betroffen zeigten sich auch Arzneimittel bei rheumatoider Arthritis, zur Schmerztherapie, bei erhhter Thrombozytenaggrega-tionsneigung, bei Asthma/COPD und zur Behandlung von Krebs.

0 10 20 30 40 50 60

M Parkinson

Prostata-Ca

Verschiedene Krebserkrankungen

Epilepsie

Asthma, COPD

Erhhte Thrombozytenaggregationsneigung

Schmerzmittel (Opioide, Analgetika, Antipyretika)

Rheumatoide Arthritis u.a. Systemerkrankungen

Neuroleptika, Antipsychotika

Diabetes (nicht insulinpflichtig)

in Mio.

Erkrankungen mit dem hchsten therapiebedingten Anstieg der Arzneimittelaus-gaben in Deutschland 2010 - 2011 (Innovations-Komponente)

Arz

neim

ittel

-Atla

s 20

12 Bei ausgabenstarken Indikationsgruppen zeigten sich entsprechend auch groe Einsparungen durch die kon-krete Produktwahl der rzte bzw. Apotheken. Wichtigster Bestandteil der technischen Einsparungen war 2011 der hhere Anteil von Generika in Folge von Patentauslufen. Bei Arzneimitteln gegen surebedingte Erkrankungen traf dies insbesondere fr Pantoprazol und Esomeprazol zu. Im Falle der Mittel bei erhhter Thrombozytenaggrega- tionsneigung steigerten weiterhin Clopidogrel-Generika ihre Marktanteile. 2011 liefen fr drei Wirkstoffe zur Be-handlung von Bruskrebs (Letrozol, Anastrozol und Exe-mestan) die Patente aus. Fr Pramipexol zur Behandlung des Morbus Parkinson war im Dezember 2010 das Patent abgelaufen.

-120 -100 -80 -60 -40 -20 0

Bakterielle Infektionen

Epilepsie

Neuroleptika, Antipsychotika

Antidepressiva

Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensinsystem

Parkinson-Syndrom

Influenza (Impfung)

Brustkrebs

Erhhte Thrombozytenaggregationsneigung

Sure bedingte Erkrankungen

in Mio.

Erkrankungen mit dem hchsten Senkungen der Arzneimittelausgaben durch technische Einsparungen in Deutschland 2010 - 2011

Durch das GKV-nderungsgesetz erhhte sich Mitte 2010 der Herstellerrabatt von 6% auf 16% und es wurde wieder ein Preismoratorium beschlossen. Des Weiteren umfassen die individuellen Rabattvertrge einen immer greren Teil des GKV-Marktes. Auch der Apothekenabschlag erhhte sich und der Grohandel musste ebenfalls einen Abschlag leisten. Bei Indikationsgruppen mit groem Generikaange-bot (wie Arzneimittel gegen surebedingte Erkrankungen oder gegen Hypertonie) war aber auch weiterhin der reine Preiswettbewerb wichtig. Gleiches gilt fr Arzneimittel ge-gen Asthma und COPD. In den anderen Indikationsgrup-pen waren die Preisrckgnge berwiegend durch die ge-setzlichen Manahmen getrieben.

-140 -120 -100 -80 -60 -40 -20 0

HIV

Opioide, Analgetika, Antipyretika

Verschiedene Krebserkrankungen

Insuli