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Einst & Jetzt: Insel Usedom

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CULTURCON medien Redaktion: MOZ-Redaktion GmbH, Gitta Dietrich (Projekt-Betreuung) Gestaltung: Katja Gusovius und Kathrin Strahl, Berlin Druck: Silber Druck OHG, Niestetal Berlin / Wildeshausen 2012 Alle Rechte vorbehalten. ISBN 978-3-941092-88-4 Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Text of Einst & Jetzt: Insel Usedom

  • 20

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    I N S E l u S E d o m

    INS

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    ISBN 978-3-941092-88-4

    I N S E l u S E d o m

    EINST uNd JETZT

    medien

    Vor fast 200 Jahren nahm das Badewesen auf Usedom seinen Anfang. Man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge erfllen Nerven, Herz und Lungen mit einer stillen Wonne, schrieb Theodor Fontane schon 1863. Seitdem haben sich die Orte ebenso verndert wie das touristische Angebot. Die liebevoll restaurierten Hotels und Pensionen in den

    Kaiserbdern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin laden zum Verweilen ein. Etwa 1,2 Millionen Menschen rei-sen jhrlich auf die Insel. Mehr als 90 Prozent sind Wiederkehrer angelockt vom 42 Kilometer langen weien Sandstrand und auch vom stillen Achterland, von einer Landschaft, die in ihrer Vielfalt als Natur-park geschtzt ist.

    9 7 8 3 9 4 1 0 9 2 8 8 4

  • EINST uND JETZTINSEl uSEDOM

    Texte: Hanne Bahra

    Frank Mangelsdorf (Hg.)

  • EINST uND JETZTINSEl uSEDOM

    Texte: Hanne Bahra

    Frank Mangelsdorf (Hg.)

  • 3Usedom der nordstlichste Zipfel Deutschlands.

    Die mondnen Kaiserbder Ahlbeck, Heringsdorf

    und Bansin erstrahlen wieder in altem Glanz. Sie

    waren einst die Badewanne der Berliner und sind

    auch heute wieder eines der beliebtesten Ziel auf

    der Insel, wie Usedom einfach genannt wird. Die

    Seebrcke von Ahlbeck ist ihr Wahrzeichen, deutsch-

    landweit bekannt. Buntes Treiben auf den Promena-

    den vor grnderzeitlichen Fassaden, Spiel und Spa

    am feinen Sandstrand, der so flach ins Meer abfllt,

    dass er ideal auch fr Familien mit Kindern ist.

    Man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden

    Dinge erfllen Nerven, Herz und Lungen mit einer

    stillen Wonne, schrieb schon Theodor Fontane

    1863 in einem Brief an seine Frau. Auch Kaiser

    Wilhelm II., die Brder Mann, Gorki und Tolstoi ge-

    nossen hier ihre Sommerfreizeit. Die Kaiserbder

    sind jedoch nur ein Hhepunkt von Deutschlands

    zweitgrter Insel. Sie bietet viel mehr als herr-

    schaftliche Bderarchitektur und Lustwandeln in

    baltischer Sommerfrische.

    Usedom: Das sind ber 200 Kilometer Kstenlinie,

    die meisten Stellen davon vertrumt und still, vor

    allem am Achterwasser und Peenestrom. Wer Ruhe

    und Natur sucht, findet sie dort. 13 Binnenseen und

    Landschaftsschutzgebiete laden zum Schauen und

    Verweilen ein, Peenemnde im Norden der Insel

    zur Auseinandersetzung mit Technik und wie sie

    zum Nutzen und zum Leid der Menschen einge-

    setzt werden kann. Die Wiege der Weltraumfahrt

    ist ein zwiespltiger Ort, der nachdenklich macht.

    Auch das ist Usedom. Genau wie Swinemnde/

    winoujcie am anderen Ende der Insel: heute eine

    muntere, quirlige polnische Hafenstadt mit weltof-

    fenen Einwohnern. Hier wchst Europa zusammen.

    Vor allem aber ist Usedom eine Oase der Entspan-

    nung und Gesundheit. Zehn von 49 anerkannten

    Erholungsorten und Seebdern in Mecklenburg-

    Vorpommern liegen auf der Insel. Die Landschaft,

    das Meer, der Wind und die Weite des Himmels

    ziehen Jahr fr Jahr mehr Menschen auf das Eiland

    vor dem Stettiner Haff.

    Usedom muss man gesehen haben, auf Usedom

    muss man sich erholt haben. Wer Deutschland kennt,

    muss an diesem nordstlichsten Zipfel gewesen

    sein. Usedom hlt mehr bereit als in einen einzigen

    Urlaub passt. berzeugen Sie sich selbst davon.

    Frank Mangelsdorf

    ChefredakteurMrkische Oderzeitung

    vorwort

    ISBN 978-3-941092-88-4

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ber http://dnb.d-nb.de abrufbar.

    CULTURCON medien Bernd Oeljeschlger Choriner Strae 1, 10119 Berlin Telefon 030 / 34398440, Telefax 030 / 34398442 Ottostrae 5, 27793 Wildeshausen Telefon 04431 / 9559878, Telefax 04431 / 9559879 www.culturcon.de

    Redaktion: MOZ-Redaktion GmbHProjekt-Betreuung: Gitta DietrichGestaltung: Katja Gusovius und Kathrin Strahl, BerlinDruck: Silber Druck oHG, NiestetalBerlin / Wildeshausen 2012Alle Rechte vorbehalten.

  • 3Usedom der nordstlichste Zipfel Deutschlands.

    Die mondnen Kaiserbder Ahlbeck, Heringsdorf

    und Bansin erstrahlen wieder in altem Glanz. Sie

    waren einst die Badewanne der Berliner und sind

    auch heute wieder eines der beliebtesten Ziel auf

    der Insel, wie Usedom einfach genannt wird. Die

    Seebrcke von Ahlbeck ist ihr Wahrzeichen, deutsch-

    landweit bekannt. Buntes Treiben auf den Promena-

    den vor grnderzeitlichen Fassaden, Spiel und Spa

    am feinen Sandstrand, der so flach ins Meer abfllt,

    dass er ideal auch fr Familien mit Kindern ist.

    Man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden

    Dinge erfllen Nerven, Herz und Lungen mit einer

    stillen Wonne, schrieb schon Theodor Fontane

    1863 in einem Brief an seine Frau. Auch Kaiser

    Wilhelm II., die Brder Mann, Gorki und Tolstoi ge-

    nossen hier ihre Sommerfreizeit. Die Kaiserbder

    sind jedoch nur ein Hhepunkt von Deutschlands

    zweitgrter Insel. Sie bietet viel mehr als herr-

    schaftliche Bderarchitektur und Lustwandeln in

    baltischer Sommerfrische.

    Usedom: Das sind ber 200 Kilometer Kstenlinie,

    die meisten Stellen davon vertrumt und still, vor

    allem am Achterwasser und Peenestrom. Wer Ruhe

    und Natur sucht, findet sie dort. 13 Binnenseen und

    Landschaftsschutzgebiete laden zum Schauen und

    Verweilen ein, Peenemnde im Norden der Insel

    zur Auseinandersetzung mit Technik und wie sie

    zum Nutzen und zum Leid der Menschen einge-

    setzt werden kann. Die Wiege der Weltraumfahrt

    ist ein zwiespltiger Ort, der nachdenklich macht.

    Auch das ist Usedom. Genau wie Swinemnde/

    winoujcie am anderen Ende der Insel: heute eine

    muntere, quirlige polnische Hafenstadt mit weltof-

    fenen Einwohnern. Hier wchst Europa zusammen.

    Vor allem aber ist Usedom eine Oase der Entspan-

    nung und Gesundheit. Zehn von 49 anerkannten

    Erholungsorten und Seebdern in Mecklenburg-

    Vorpommern liegen auf der Insel. Die Landschaft,

    das Meer, der Wind und die Weite des Himmels

    ziehen Jahr fr Jahr mehr Menschen auf das Eiland

    vor dem Stettiner Haff.

    Usedom muss man gesehen haben, auf Usedom

    muss man sich erholt haben. Wer Deutschland kennt,

    muss an diesem nordstlichsten Zipfel gewesen

    sein. Usedom hlt mehr bereit als in einen einzigen

    Urlaub passt. berzeugen Sie sich selbst davon.

    Frank Mangelsdorf

    ChefredakteurMrkische Oderzeitung

    vorwort

    ISBN 978-3-941092-88-4

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ber http://dnb.d-nb.de abrufbar.

    CULTURCON medien Bernd Oeljeschlger Choriner Strae 1, 10119 Berlin Telefon 030 / 34398440, Telefax 030 / 34398442 Ottostrae 5, 27793 Wildeshausen Telefon 04431 / 9559878, Telefax 04431 / 9559879 www.culturcon.de

    Redaktion: MOZ-Redaktion GmbHProjekt-Betreuung: Gitta DietrichGestaltung: Katja Gusovius und Kathrin Strahl, BerlinDruck: Silber Druck oHG, NiestetalBerlin / Wildeshausen 2012Alle Rechte vorbehalten.

  • INHALt

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    ich lade Sie zu einem Spaziergang durch Vergan-

    genheit und Gegenwart der Stadt Beeskow ein.

    Vieles ist seit Anfang der 1990er Jahre geschehen.

    Wahrscheinlich hat die Stadt bis zu diesem Zeit-

    punkt eine solch umfassende bauliche Entwicklung

    in ihrer gesamten Stadtgeschichte noch nicht er-

    fahren. Dass dies so gekommen ist, ist sicherlich in

    erster Linie ein Verdienst derer, die in Stadtverwal-

    tung und Stadtverordnetenversammlung in den An-

    fangsjahren nach der demokratischen Vernderung

    Verantwortung trugen. Viele private Eigentmer

    und Bauherren haben sich ebenso dem historischen

    Ambiente verpflichtet gefhlt. So war es zwangs-

    lufig, dass Beeskow zu den Grndungsmitgliedern

    der Arbeitsgemeinschaft Stdte mit historischen

    Stadtkernen gehrte und sich bis heute gemein-

    sam mit 30 weiteren Mitgliedsstdten aktiv in die

    Arbeitsgemeinschaft einbringt.

    In den vorbereitenden Untersuchungen zur Stadt-

    sanierung aus dem Jahre 1991 sind klare Aussagen

    enthalten, welchen Herausforderungen sich die

    Stadt stellen muss. Neben der Gebudesanierung

    war ein Schwerpunkt die Stadtbildaufwertung.

    Klug und mit Gespr fr die neuzeitlichen Entwick-

    lungen wurde der Sanierungsprozess vorangetrie-

    ben und dabei besonderer Wert auf eine nachhal-

    tige Stadtentwicklung gelegt. Manchmal bedurfte

    es dazu viel berzeugungsarbeit. Getragen war der

    Prozess im Kern von der Liebe vieler Beeskowerin-

    nen und Beeskower zu ihrer Stadt.

    Ganz gleich, welcher Blickwinkel Ihr besonderes

    Interesse findet: Historie, Kunst und Kultur, Na-

    tur, Wohnen und Einkaufen, Arbeit oder Freizeit

    Beeskow hat viel zu erzhlen und jede Menge zu

    bieten. Bleibende Stadterinnerungen vermitteln

    gefhrte Stadtrundgnge, die zu den schmucken

    Husern und den verborgenen Winkeln der histori-

    schen Altstadt fhren. Nach einem Bummel durch

    die Innenstadt laden Restaurants und Cafs zum

    Verweilen ein.

    Erleben Sie Beeskow und schlieen auch Sie Beeskow

    in Ihr Herz.

    Ihr

    Frank Steffen

    Brgermeister der Stadt Beeskow

    6 _ Um 1900 Ahlbeck Seebrcke

    8 _ Um 1900 Ahlbeck Ahlbecker Hof

    10 _ Um 1900 Ahlbeck Das Ahlbeck

    12 _ 1913 Ahlbeck Jugendferienpark

    14 _ Um 1904 Ahlbeck Uwes Fischerhtte

    16 _ 1930 Bansin Bergstrae

    18 _ Um 1975 Hans-Werner-Richter-Haus 20 _ Um 1934 Bansin Hotel Atlantic 22 _ Um 1934 Bansin Hotel Zur Post 24 _ Um 1930 Bansin Hotel Germania 26 _ Um 1980 Golm Gedenksttte 28 _ 1935 Heringsdorf Usedomer Bderbahn 30 _ Um 1930 Heringsdorf Bahnhof 32 _ Um 1936 Heringsdorf Forum Usedom 34 _ 1913 Heringsdorf Korbwerk GmbH 36 _ 1930 Heringsdorf Seebrcke 38 _ 1950 Heringsdorf Strandhotel Ostseeblick 40 _ 1893 Heringsdorf Villa Florence 42 _ 1925 Heringsdorf Villa Oasis 44 _ 1936 Heringsdorf Villa Staudt 46_ 1934 Karnin Hubbrcke 48 _ 1968 Karlshagen Hafen

    50 _ Um 1925 Klpinsee Klinik Klaus Strtebeker

    52 _ 1985 Koserow Atelier Niemeyer-Holstein

    54 _ Um 1970 Koserow Streckelsberg

    56 _ Um 1970 Koserow Salzhtten

    58 _ 1943 Mellenthin Wasserschloss

    60 _ Um 1950 Naturpark Klaus-Bahlsen-Haus

    62 _ Um 1955 Naturpark Thurbruch

    64 _ 1943 Naturpark Peenemnder Haken

    66 _ 1992 Neu Pudagla Forstamt 68 _ 1988 Peenemnde Hist.-Techn. Museum

    70 _ 1994 Prtenow Wisentgehege

    72 _ 1991 Stolpe Schloss

    74 _ Um 1900 Swinemnde Europapromenade

    76 _ 1920 Swinemnde Museum

    78 _ 1930 Trassenheide Strand

    80 _ 1935 Wolgast Peenebrcke

    82 _ 1963 Wolgast Rathaus

    84_ Um 1930 Zinnowitz Neue Strandstrae

    86_ Um 1950 Zinnowitz Palace Hotel 88_ 1983 Zinnowitz Baltic Hotel

    90_ 1963 Zinnowitz Ostseebhne

    92_ Um 1985 Zirchow Flughafen Heringsdorf

    Bildnachweis: Gitta Dietrich S. 25, 37, 43, 51, 53, 57,

    59, 61 / Hanne Bahra S. 7, 31, 33, 45, 72 / Landessport-

    bund Berlin S. 13 / Schenk S. 17 / Hans-Werner-Richter-

    Haus S. 18, 19 / Volksbund Deutsche Kriegsgrberfr-

    sorge e. V. S. 26, 27 /Archiv Ludger Kenning S. 28 / Archiv

    Volker Knuth (Rhino-Verlag Ilmenau) S. 16, 30, 44, 76 /

    Archiv Volker Knuth S. 14, 32 / www.Bartelmann.com

    S. 34 / Korbwerk Heringsdorf S. 35 / Heinrich Karstaedt

    S. 41 / Repro Ulrich Bauer S. 42, 46 / Friedrich Voberg

    S. 47 / Repro Joachim Bengs S. 50 / Atelier Otto Nie-

    meyer-Holstein S. 50 / Archiv Franz Jeschek S. 54, 56 /

    Dr. Gurwell S. 55 / Joachim Saathoff S. 65 / Archiv Priewe

    S. 64 / Archiv HTM Peenemnde S. 66, 67 / Dirk Weich-

    brodt S. 68, 69 / Gerd Unverferth S. 82, 83 / Foto Fey

    S. 84 / Historische Gesellschaft zu Seebad Zinnowitz auf

    Usedom e. V. S. 86, 87, 88, 90, 91 / Volker Schtz S. 92 /

    Edgar Hagedorn S. 94

    Wir danken all jenen, die zur Entstehung dieses

    Buches beigetragen haben: Usedomer Tourismus-

    gesellschaft (UTG), Usedomer Bderbahn (UBB),

    Wasserschloss Mellenthin, Korbwerk Herings-

    dorf GmbH, Kurverwaltung Ostseebad Zinnowitz,

    Kurverwaltung Ostseebad Trassenheide, Ostsee-

    strand-Klinik Klaus Strtebeker, Frderverein

    Schloss Stolpe sowie Stadt Wolgast.

  • INHALt

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    ich lade Sie zu einem Spaziergang durch Vergan-

    genheit und Gegenwart der Stadt Beeskow ein.

    Vieles ist seit Anfang der 1990er Jahre geschehen.

    Wahrscheinlich hat die Stadt bis zu diesem Zeit-

    punkt eine solch umfassende bauliche Entwicklung

    in ihrer gesamten Stadtgeschichte noch nicht er-

    fahren. Dass dies so gekommen ist, ist sicherlich in

    erster Linie ein Verdienst derer, die in Stadtverwal-

    tung und Stadtverordnetenversammlung in den An-

    fangsjahren nach der demokratischen Vernderung

    Verantwortung trugen. Viele private Eigentmer

    und Bauherren haben sich ebenso dem historischen

    Ambiente verpflichtet gefhlt. So war es zwangs-

    lufig, dass Beeskow zu den Grndungsmitgliedern

    der Arbeitsgemeinschaft Stdte mit historischen

    Stadtkernen gehrte und sich bis heute gemein-

    sam mit 30 weiteren Mitgliedsstdten aktiv in die

    Arbeitsgemeinschaft einbringt.

    In den vorbereitenden Untersuchungen zur Stadt-

    sanierung aus dem Jahre 1991 sind klare Aussagen

    enthalten, welchen Herausforderungen sich die

    Stadt stellen muss. Neben der Gebudesanierung

    war ein Schwerpunkt die Stadtbildaufwertung.

    Klug und mit Gespr fr die neuzeitlichen Entwick-

    lungen wurde der Sanierungsprozess vorangetrie-

    ben und dabei besonderer Wert auf eine nachhal-

    tige Stadtentwicklung gelegt. Manchmal bedurfte

    es dazu viel berzeugungsarbeit. Getragen war der

    Prozess im Kern von der Liebe vieler Beeskowerin-

    nen und Beeskower zu ihrer Stadt.

    Ganz gleich, welcher Blickwinkel Ihr besonderes

    Interesse findet: Historie, Kunst und Kultur, Na-

    tur, Wohnen und Einkaufen, Arbeit oder Freizeit

    Beeskow hat viel zu erzhlen und jede Menge zu

    bieten. Bleibende Stadterinnerungen vermitteln

    gefhrte Stadtrundgnge, die zu den schmucken

    Husern und den verborgenen Winkeln der histori-

    schen Altstadt fhren. Nach einem Bummel durch

    die Innenstadt laden Restaurants und Cafs zum

    Verweilen ein.

    Erleben Sie Beeskow und schlieen auch Sie Beeskow

    in Ihr Herz.

    Ihr

    Frank Steffen

    Brgermeister der Stadt Beeskow

    6 _ Um 1900 Ahlbeck Seebrcke

    8 _ Um 1900 Ahlbeck Ahlbecker Hof

    10 _ Um 1900 Ahlbeck Das Ahlbeck

    12 _ 1913 Ahlbeck Jugendferienpark

    14 _ Um 1904 Ahlbeck Uwes Fischerhtte

    16 _ 1930 Bansin Bergstrae

    18 _ Um 1975 Hans-Werner-Richter-Haus 20 _ Um 1934 Bansin Hotel Atlantic 22 _ Um 1934 Bansin Hotel Zur Post 24 _ Um 1930 Bansin Hotel Germania 26 _ Um 1980 Golm Gedenksttte 28 _ 1935 Heringsdorf Usedomer Bderbahn 30 _ Um 1930 Heringsdorf Bahnhof 32 _ Um 1936 Heringsdorf Forum Usedom 34 _ 1913 Heringsdorf Korbwerk GmbH 36 _ 1930 Heringsdorf Seebrcke 38 _ 1950 Heringsdorf Strandhotel Ostseeblick 40 _ 1893 Heringsdorf Villa Florence 42 _ 1925 Heringsdorf Villa Oasis 44 _ 1936 Heringsdorf Villa Staudt 46_ 1934 Karnin Hubbrcke 48 _ 1968 Karlshagen Hafen

    50 _ Um 1925 Klpinsee Klinik Klaus Strtebeker

    52 _ 1985 Koserow Atelier Niemeyer-Holstein

    54 _ Um 1970 Koserow Streckelsberg

    56 _ Um 1970 Koserow Salzhtten

    58 _ 1943 Mellenthin Wasserschloss

    60 _ Um 1950 Naturpark Klaus-Bahlsen-Haus

    62 _ Um 1955 Naturpark Thurbruch

    64 _ 1943 Naturpark Peenemnder Haken

    66 _ 1992 Neu Pudagla Forstamt 68 _ 1988 Peenemnde Hist.-Techn. Museum

    70 _ 1994 Prtenow Wisentgehege

    72 _ 1991 Stolpe Schloss

    74 _ Um 1900 Swinemnde Europapromenade

    76 _ 1920 Swinemnde Museum

    78 _ 1930 Trassenheide Strand

    80 _ 1935 Wolgast Peenebrcke

    82 _ 1963 Wolgast Rathaus

    84_ Um 1930 Zinnowitz Neue Strandstrae

    86_ Um 1950 Zinnowitz Palace Hotel 88_ 1983 Zinnowitz Baltic Hotel

    90_ 1963 Zinnowitz Ostseebhne

    92_ Um 1985 Zirchow Flughafen Heringsdorf

    Bildnachweis: Gitta Dietrich S. 25, 37, 43, 51, 53, 57,

    59, 61 / Hanne Bahra S. 7, 31, 33, 45, 72 / Landessport-

    bund Berlin S. 13 / Schenk S. 17 / Hans-Werner-Richter-

    Haus S. 18, 19 / Volksbund Deutsche Kriegsgrberfr-

    sorge e. V. S. 26, 27 /Archiv Ludger Kenning S. 28 / Archiv

    Volker Knuth (Rhino-Verlag Ilmenau) S. 16, 30, 44, 76 /

    Archiv Volker Knuth S. 14, 32 / www.Bartelmann.com

    S. 34 / Korbwerk Heringsdorf S. 35 / Heinrich Karstaedt

    S. 41 / Repro Ulrich Bauer S. 42, 46 / Friedrich Voberg

    S. 47 / Repro Joachim Bengs S. 50 / Atelier Otto Nie-

    meyer-Holstein S. 50 / Archiv Franz Jeschek S. 54, 56 /

    Dr. Gurwell S. 55 / Joachim Saathoff S. 65 / Archiv Priewe

    S. 64 / Archiv HTM Peenemnde S. 66, 67 / Dirk Weich-

    brodt S. 68, 69 / Gerd Unverferth S. 82, 83 / Foto Fey

    S. 84 / Historische Gesellschaft zu Seebad Zinnowitz auf

    Usedom e. V. S. 86, 87, 88, 90, 91 / Volker Schtz S. 92 /

    Edgar Hagedorn S. 94

    Wir danken all jenen, die zur Entstehung dieses

    Buches beigetragen haben: Usedomer Tourismus-

    gesellschaft (UTG), Usedomer Bderbahn (UBB),

    Wasserschloss Mellenthin, Korbwerk Herings-

    dorf GmbH, Kurverwaltung Ostseebad Zinnowitz,

    Kurverwaltung Ostseebad Trassenheide, Ostsee-

    strand-Klinik Klaus Strtebeker, Frderverein

    Schloss Stolpe sowie Stadt Wolgast.

  • 7mals 170 Meter langen Seebrcke. 1950 konnte

    der Bderzeitcharme durch die Rekonstruktion

    des Unterbaus und dem Austausch hlzerner

    Trgerelemente bewahrt werden. Zwei Jahre

    spter wurde das Seebrckenrestaurant wieder-

    erffnet. 1970 1973 ersetzte man alle Holz-

    sttzen durch Stahltrger, 1986 erfolgte die Er-

    neuerung der Aufbauten. Die Seebrcke, dessen

    Brckengebude zum grten Teil original er-

    halten ist, wurde unter Denkmalschutz gestellt.

    Das Brckenrestaurant berdauerte nicht nur

    die DDR-Zeit, sondern auch die eigenwilligen Ge-

    schftsideen eines US-Investors, der daraus eine

    Pommes-Bude auf Pfhlen machen wollte. Extra

    fr die Dreharbeiten zu Loriots Film Pappa ante

    Portas wurde die Seebrcke 1991 wei gestri-

    chen. Seit 1993 ermglicht ein 280 Meter langer

    Seesteg das Anlegen von Fahrgastschiffen.

    Um 1900 AHLbeck seebrcke

    Magisch zieht es die Urlauber, vorbei an der

    Jugendstiluhr, die 1911 ein begeisterter Som-

    mergast gestiftet hat, zu dem strahlend wei-

    en, trmchenbespickten Wahrzeichen der

    Insel zur Seebrcke. Sie stammt als einzige

    Mecklenburg-Vorpommerns noch aus der alten

    Bderzeit. Bereits 1882 wurde hier eine hlzer-

    ne Aussichtsplattform errichtet. Zwei sich ge-

    genberstehende Bauten dienten als Bhne und

    Restaurant, Tische und Sthle standen allerdings

    noch unter freiem Himmel. Erst 1926 bedeckte

    man den offenen Mittelteil mit einem Segeltuch,

    wenig spter mit einem festen Dach. Bereits

    1898 wurde ein Seesteg mit Schiffsanleger ge-

    baut, der allerdings nicht weit genug in die See

    hinausragte, sodass die Seebderschiffe noch

    auf Zubringer angewiesen waren. Eisgang und

    Sturmflut zerstrten 1941/42 einen Teil der da-

  • 7mals 170 Meter langen Seebrcke. 1950 konnte

    der Bderzeitcharme durch die Rekonstruktion

    des Unterbaus und dem Austausch hlzerner

    Trgerelemente bewahrt werden. Zwei Jahre

    spter wurde das Seebrckenrestaurant wieder-

    erffnet. 1970 1973 ersetzte man alle Holz-

    sttzen durch Stahltrger, 1986 erfolgte die Er-

    neuerung der Aufbauten. Die Seebrcke, dessen

    Brckengebude zum grten Teil original er-

    halten ist, wurde unter Denkmalschutz gestellt.

    Das Brckenrestaurant berdauerte nicht nur

    die DDR-Zeit, sondern auch die eigenwilligen Ge-

    schftsideen eines US-Investors, der daraus eine

    Pommes-Bude auf Pfhlen machen wollte. Extra

    fr die Dreharbeiten zu Loriots Film Pappa ante

    Portas wurde die Seebrcke 1991 wei gestri-

    chen. Seit 1993 ermglicht ein 280 Meter langer

    Seesteg das Anlegen von Fahrgastschiffen.

    Um 1900 AHLbeck seebrcke

    Magisch zieht es die Urlauber, vorbei an der

    Jugendstiluhr, die 1911 ein begeisterter Som-

    mergast gestiftet hat, zu dem strahlend wei-

    en, trmchenbespickten Wahrzeichen der

    Insel zur Seebrcke. Sie stammt als einzige

    Mecklenburg-Vorpommerns noch aus der alten

    Bderzeit. Bereits 1882 wurde hier eine hlzer-

    ne Aussichtsplattform errichtet. Zwei sich ge-

    genberstehende Bauten dienten als Bhne und

    Restaurant, Tische und Sthle standen allerdings

    noch unter freiem Himmel. Erst 1926 bedeckte

    man den offenen Mittelteil mit einem Segeltuch,

    wenig spter mit einem festen Dach. Bereits

    1898 wurde ein Seesteg mit Schiffsanleger ge-

    baut, der allerdings nicht weit genug in die See

    hinausragte, sodass die Seebderschiffe noch

    auf Zubringer angewiesen waren. Eisgang und

    Sturmflut zerstrten 1941/42 einen Teil der da-

  • 9Der Ahlbecker Hof zhlt zu den schnsten Hotel-

    bauten an der deutschen Ostseekste. Franzsische

    Palste standen Pate fr das 1890 direkt an der

    Strandpromenade erbaute Haus ersten Ranges, in

    dem prominente Gste weilten: 1905 Franz Joseph I.,

    Kaiser von sterreich, 1925 Louise Ebert und der fr-

    here Reichskanzler Gustav Bauer, 1939 Theo Lingen.

    Ab 1950 kamen Mitglieder des Freien Deutschen

    Gewerkschaftsbundes (FDGB) in den Genuss des

    Komforts. Nach der Wende lieen sich im Gourmet-

    restaurant Kaiserblick Ex-Bundesprsident Horst

    Khler und Prinz Henrik von Dnemark verwhnen.

    2006 schritt Knigin Silvia von Schweden ber den

    roten Teppich der Eingangstreppe. Das kleine Grand

    Hotel ist das Flaggschiff der Seetel-Gruppe, die das

    Haus 1995 bernahm und denkmalgerecht sanierte.

    Jahrzehntelange Nutzung durch den FDGB-Ferien-

    dienst hatten Spuren hinterlassen. 6,5 Tonnen Stuck

    wurden allein im Erdgeschoss wieder angebracht.

    Der Ahlbecker Hof ist das glanzvollste Kapitel

    einer erstaunlichen Unternehmensgeschichte. Vor

    20 Jahren kam die Familie Seelige-Steinhoff auf die

    Insel. Mit den ersten Husern auf Usedom, dem

    Ostseehotel in Ahlbeck und dem Pommerscher

    Hof in Heringsdorf wurde der Grundstein fr die

    Seetel-Gruppe gelegt, die inzwischen ber 120 Mil-

    lionen Euro investierte und mit 16 Hotels und ber

    400 Mitarbeitern der grte Arbeitgeber auf Use-

    dom ist. Als einziges deutsches Hotelunternehmen

    wird es in Florian Langenscheidts Kompendium

    Aus bester Familie als eines der erfolgreichsten

    deutschen Familienunternehmen vorgestellt.

    Um 1900 AHLbeck AHLbecker Hof

  • 9Der Ahlbecker Hof zhlt zu den schnsten Hotel-

    bauten an der deutschen Ostseekste. Franzsische

    Palste standen Pate fr das 1890 direkt an der

    Strandpromenade erbaute Haus ersten Ranges, in

    dem prominente Gste weilten: 1905 Franz Joseph I.,

    Kaiser von sterreich, 1925 Louise Ebert und der fr-

    here Reichskanzler Gustav Bauer, 1939 Theo Lingen.

    Ab 1950 kamen Mitglieder des Freien Deutschen

    Gewerkschaftsbundes (FDGB) in den Genuss des

    Komforts. Nach der Wende lieen sich im Gourmet-

    restaurant Kaiserblick Ex-Bundesprsident Horst

    Khler und Prinz Henrik von Dnemark verwhnen.

    2006 schritt Knigin Silvia von Schweden ber den

    roten Teppich der Eingangstreppe. Das kleine Grand

    Hotel ist das Flaggschiff der Seetel-Gruppe, die das

    Haus 1995 bernahm und denkmalgerecht sanierte.

    Jahrzehntelange Nutzung durch den FDGB-Ferien-

    dienst hatten Spuren hinterlassen. 6,5 Tonnen Stuck

    wurden allein im Erdgeschoss wieder angebracht.

    Der Ahlbecker Hof ist das glanzvollste Kapitel

    einer erstaunlichen Unternehmensgeschichte. Vor

    20 Jahren kam die Familie Seelige-Steinhoff auf die

    Insel. Mit den ersten Husern auf Usedom, dem

    Ostseehotel in Ahlbeck und dem Pommerscher

    Hof in Heringsdorf wurde der Grundstein fr die

    Seetel-Gruppe gelegt, die inzwischen ber 120 Mil-

    lionen Euro investierte und mit 16 Hotels und ber

    400 Mitarbeitern der grte Arbeitgeber auf Use-

    dom ist. Als einziges deutsches Hotelunternehmen

    wird es in Florian Langenscheidts Kompendium

    Aus bester Familie als eines der erfolgreichsten

    deutschen Familienunternehmen vorgestellt.

    Um 1900 AHLbeck AHLbecker Hof

  • 11

    A. Vogelers Pension Seeschlo, vom Maurer Karl

    Vo fr eine Berlinerin zur Bewirtung von Badegs-

    ten erbaut, zeigt mit Dreiecksgiebeln, Veranden,

    Sulen und Rundbgen einen klassizistisch anmu-

    tenden Bderstil, gepaart mit sachlicher Moderne.

    An die verspielte Fassade von 1882 schmiegt sich

    seit 2006 ein halbrunder Neubau an. Das Ahlbeck,

    eines der ltesten Pensionshuser an der Strand-

    promenade, ist heute eine bemerkenswerte Sym-

    biose aus Alt und Neu. Niemand ahnt mehr, dass

    das schicke Vier-Sterne-Superior-Hotel im Jahr

    2001 noch eine Investruine war. Fr 3,76 Millionen

    DM wurde sie von einer ostfriesischen Gesellschaft

    ersteigert. Damals hie sie noch Klabautermann.

    Das 1952 vom FDGB bernommene Haus stand seit

    1983 leer und sollte Ende der 1980er Jahre saniert

    werden. Danach sah man noch einige vermeintliche

    Retter im ruinsen Hause werkeln, doch was blieb,

    war ein ffentlicher Schandfleck. Mit geradlinigen

    Fenstern schaut heute der schicke Erweiterungsbau

    neben der sanierten Fassade der einstigen Pension

    Seeschlo aufs Meer. ber dem Eingang verblfft

    der schlichte Schriftzug Das Ahlbeck. Normaler-

    weise verorten sich Hotels und Pensionen in den

    Usedomer Kaiserbdern mit eher nostalgischen

    Namen. Das Ahlbeck aber unterscheidet sich von

    der traditionellen Bderkultur, es steht fr zeitge-

    mes Design.

    Um 1900 AHLbeck DAs AHLbeck

  • 11

    A. Vogelers Pension Seeschlo, vom Maurer Karl

    Vo fr eine Berlinerin zur Bewirtung von Badegs-

    ten erbaut, zeigt mit Dreiecksgiebeln, Veranden,

    Sulen und Rundbgen einen klassizistisch anmu-

    tenden Bderstil, gepaart mit sachlicher Moderne.

    An die verspielte Fassade von 1882 schmiegt sich

    seit 2006 ein halbrunder Neubau an. Das Ahlbeck,

    eines der ltesten Pensionshuser an der Strand-

    promenade, ist heute eine bemerkenswerte Sym-

    biose aus Alt und Neu. Niemand ahnt mehr, dass

    das schicke Vier-Sterne-Superior-Hotel im Jahr

    2001 noch eine Investruine war. Fr 3,76 Millionen

    DM wurde sie von einer ostfriesischen Gesellschaft

    ersteigert. Damals hie sie noch Klabautermann.

    Das 1952 vom FDGB bernommene Haus stand seit

    1983 leer und sollte Ende der 1980er Jahre saniert

    werden. Danach sah man noch einige vermeintliche

    Retter im ruinsen Hause werkeln, doch was blieb,

    war ein ffentlicher Schandfleck. Mit geradlinigen

    Fenstern schaut heute der schicke Erweiterungsbau

    neben der sanierten Fassade der einstigen Pension

    Seeschlo aufs Meer. ber dem Eingang verblfft

    der schlichte Schriftzug Das Ahlbeck. Normaler-

    weise verorten sich Hotels und Pensionen in den

    Usedomer Kaiserbdern mit eher nostalgischen

    Namen. Das Ahlbeck aber unterscheidet sich von

    der traditionellen Bderkultur, es steht fr zeitge-

    mes Design.

    Um 1900 AHLbeck DAs AHLbeck

  • 13

    Der heutige Jugendferienpark der Sportjugend Ber-

    lin auf dem 40 000 Quadratmeter groen Grund-

    stck am stlichen Ortsrand von Ahlbeck geht auf

    eine Stiftung des deutschen Kaisers Wilhelm II.

    zurck. 1912 entstand hier einer der ersten Holz-

    Fertigbauten Europas, ausgefhrt von der Firma

    Christoph & Unmack aus Niesky/Oberlausitz. Zum

    rechtwinkelig angelegten Ensemble gehren das

    Haus der Oberin (in Stein), das Kchengebude mit

    dem Speisesaal, und jeweils zur Wald- und Seesei-

    te zwei Unterkunftsgebude. Dazu Nebengebude,

    Sanitrhuser sowie zwei Pavillons am Strand. Die

    Huser verfgten ber eine ausgeklgelte mecha-

    nische Lftung, Zentralheizung sowie Kalt- und

    Warmwasser. Wie im kaiserlichen Testament ver-

    fgt, diente die Einrichtung auch nach dem Tod

    Wilhelm II. als Sommerferienort fr hilfsbedrfti-

    ge Kinder. Whrend der Weimarer Zeit organisierte

    die Reichsanstalt fr die Entsendung von Kindern

    zum Erholungsaufenthalt den Ferienaufenthalt.

    Ab 1933 gehrte sie zur NS-Volkswohlfahrt. Nach

    1945 zunchst russische Kommandantur, befand

    sich hier ab 1949 das Zentrale Pionierlager Boles-

    lav Bierut, benannt nach dem kommunistischen

    Politiker aus Polen. Nach der Wende wurde es von

    der Treuhand an den Landessportbund Berlin und

    dessen Jugendorganisation verkauft, der das Geln-

    de zum Jugendferienpark der Sportjugend Berlin

    ausbaute und die historische Bausubstanz zum

    Teil aufwndig restaurierte. So sind auch Gebude

    erhalten geblieben, die eigentlich 1989 von der FDJ

    durch Betonbauten ersetzt werden sollten. Derzeit

    verbringen hier jhrlich 4 000 Kinder und Jugendli-

    che ihre Freizeit.

    1913 AHLbeck jUgeNDferIeNpArk

  • 13

    Der heutige Jugendferienpark der Sportjugend Ber-

    lin auf dem 40 000 Quadratmeter groen Grund-

    stck am stlichen Ortsrand von Ahlbeck geht auf

    eine Stiftung des deutschen Kaisers Wilhelm II.

    zurck. 1912 entstand hier einer der ersten Holz-

    Fertigbauten Europas, ausgefhrt von der Firma

    Christoph & Unmack aus Niesky/Oberlausitz. Zum

    rechtwinkelig angelegten Ensemble gehren das

    Haus der Oberin (in Stein), das Kchengebude mit

    dem Speisesaal, und jeweils zur Wald- und Seesei-

    te zwei Unterkunftsgebude. Dazu Nebengebude,

    Sanitrhuser sowie zwei Pavillons am Strand. Die

    Huser verfgten ber eine ausgeklgelte mecha-

    nische Lftung, Zentralheizung sowie Kalt- und

    Warmwasser. Wie im kaiserlichen Testament ver-

    fgt, diente die Einrichtung auch nach dem Tod

    Wilhelm II. als Sommerferienort fr hilfsbedrfti-

    ge Kinder. Whrend der Weimarer Zeit organisierte

    die Reichsanstalt fr die Entsendung von Kindern

    zum Erholungsaufenthalt den Ferienaufenthalt.

    Ab 1933 gehrte sie zur NS-Volkswohlfahrt. Nach

    1945 zunchst russische Kommandantur, befand

    sich hier ab 1949 das Zentrale Pionierlager Boles-

    lav Bierut, benannt nach dem kommunistischen

    Politiker aus Polen. Nach der Wende wurde es von

    der Treuhand an den Landessportbund Berlin und

    dessen Jugendorganisation verkauft, der das Geln-

    de zum Jugendferienpark der Sportjugend Berlin

    ausbaute und die historische Bausubstanz zum

    Teil aufwndig restaurierte. So sind auch Gebude

    erhalten geblieben, die eigentlich 1989 von der FDJ

    durch Betonbauten ersetzt werden sollten. Derzeit

    verbringen hier jhrlich 4 000 Kinder und Jugendli-

    che ihre Freizeit.

    1913 AHLbeck jUgeNDferIeNpArk