Kleine Kinder – großer Anspruch! 2010

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  • Staatsinstitut fr Frhpdagogik

    IFP-Projektbericht 18 /2012

    Handlungsfeld: (Weiter-)Entwicklung von Curricula

    Kleine Kinder groer Anspruch! 2010

    Zweite IFP-Krippenstudie zur Qualittssicherung in Tageseinrichtungen fr Kinder unter drei Jahren

    Monika Wertfein, Kerstin Mller & Anita Kofler

  • Kleine Kinder groer Anspruch! 2010

    Zweite IFP-Krippenstudie zur Qualittssicherung in

    Tageseinrichtungen fr Kinder unter drei Jahren

    Monika Wertfein, Kerstin Mller & Anita Kofler

    Mnchen: Staatsinstitut fr Frhpdagogik

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    Impressum

    In dem hier vorliegenden Ergebnisbericht ist die zweite IFP-Krippenstudie Kleine Kinder groer Anspruch! 2010, ein Kooperationsprojekt mit dem Sozialreferat der Landeshauptstadt Mnchen, Abteilung Kindertagesbetreuung, mit ihren Ergebnissen dargestellt. In diesen Bericht

    sind Teile aus dem ersten Ergebnisbericht eingeflossen, der fr die Stadt Mnchen zusammen-

    gestellt wurde (Wertfein & Kofler, 2011). Darber hinaus wurden einige Textpassagen sowie

    Ergebnisse aus der Diplomarbeit Teamqualitt in Kinderkrippen und ihre Bedeutung fr die

    Interaktionsprozesse (Mller, 2011) bernommen.

    Danksagung

    Die Initiative fr diese Studie ging vom Sozialreferat der Stadt Mnchen, Abteilung Kinderbe-

    treuung aus. Die Stadt Mnchen frderte diese Studie von Mai 2009 bis Mrz 2011 mit finanzi-

    ellen Mitteln. Wir bedanken uns insbesondere bei Frau Dr. Susanne Herrmann und Frau Ange-

    lika Berchtold fr die konstruktive Zusammenarbeit.

    Ein weiterer Dank gilt den freien, privaten und gewerblichen Trgervertretern, die mit ihrer Un-

    tersttzung dazu beigetragen haben, dass in dieser Studie in reprsentativer Weise die Trger-

    landschaft der Kindertageseinrichtungen in Mnchen bercksichtigt werden konnte.

    Auch die zweite IFP-Krippenstudie war nur durch das enorme Engagement und zustzliche

    zeitliche Investitionen der teilnehmenden Teams in den Einrichtungen mglich. Wir bedanken

    uns besonders fr den grozgigen Einblick, den uns die pdagogischen Fachkrfte in ihre tg-

    liche pdagogische Arbeit gewhrt haben und fr ihr Interesse an individuellen Rckmeldungen

    zu den Beobachtungsergebnissen. Die persnlichen und sehr offenen Rckmeldegesprche

    waren auch fr uns sehr bereichernd, lehr- und aufschlussreich.

    Besonderer Dank gilt dem zertifizierten Erheberinnenteam, das durch seinen unermdlichen

    Einsatz und viel Teamgeist die aufwndigen Beobachtungen in den Einrichtungen zuverlssig

    durchgefhrt und die Studie auch ber zeitliche und organisatorische Hindernisse hinweg

    mitgetragen hat. Darber hinaus bedanken wir uns bei den beteiligten Forschungspraktikantin-

    nen fr die engagierte Mitarbeit in den verschiedenen Phasen des Projekts.

  • 3

    Inhalt Einleitung:QuantittundQualittfrdieerstenLebensjahre....................................................................5

    1. AspektepdagogischerQualittinKindertageseinrichtungen...........................................................6

    2. ErfassungpdagogischerQualittdieInstrumentederzweitenIFPKrippenstudie.........................8

    3. WieundmitwemwurdedieIFPKrippenstudiedurchgefhrt?.......................................................13

    4. DiepersonellenRahmenbedingungen(Fragebogenbefragung)........................................................16

    4.1. AngabenzurPersonalsituationindenEinrichtungen(Groteam)............................................16

    4.2. AngabenzudenbeobachtetenFachkrftenaufGruppenebene...............................................20

    4.3. WchentlicheVerfgungszeitzwischenBedarfundRealitt.....................................................21

    4.4. ZustzlicheAnforderungen:KindermitbesonderemFrderbedarf..........................................25

    5. PdagogischeQualittindenuntersuchtenKinderkrippengruppen.................................................28

    5.1. ZurDurchfhrungderQualittserhebung..................................................................................28

    5.2. DiepdagogischeQualittimberblick(GesamtwertKRIPSR)................................................29

    5.3. DiepdagogischeQualittimEinzelnen(BereichederKRIPSR)...............................................30

    5.3.1. PlatzundAusstattung.........................................................................................................33

    5.3.2. BetreuungundPflegederKinder.......................................................................................33

    5.3.3. ZuhrenundSprechen.......................................................................................................34

    5.3.4. Aktivitten..........................................................................................................................35

    5.3.5. Interaktionen......................................................................................................................36

    5.3.6. StrukturierungderpdagogischenArbeit..........................................................................37

    5.3.7. ElternundErzieherinnen....................................................................................................38

    5.3.8. ZustzlicheMerkmale:EingewhnungundEinbezugderfamilialenLebenswelt.............39

    6. ZurEinordungderErgebnisseAusgewhlteQualittsaspekteimGruppenvergleich.....................40

    6.1. QualittsansprcheandieBetreuungundPflege......................................................................41

    6.2. DiepdagogischeFachkraftalsInteraktionspartner..................................................................49

    6.2.1. InteraktionenzwischenFachkraftundKind.......................................................................49

    6.2.2. BeaufsichtigungundBildungsbegleitunginderGruppe....................................................51

    6.2.3. UmgangmitVerhaltensregelnundGrenzensetzen..........................................................52

    6.2.4. Fazit:PdagogischeQualittistInteraktionsqualitt.........................................................53

    6.3. EingewhnungQualittsanspruchvonAnfangan..................................................................54

    7. QualittsansprcheanTageseinrichtungenfrKinderbisdreiJahre...............................................56

    7.1. SchlussfolgerungenfrdiePraxis...............................................................................................56

    7.2. SchlussfolgerungenfrEntscheidungstrgerundPolitik...........................................................60

    Literaturverzeichnis....................................................................................................................................67

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    Vorwort

    Was ist das Besondere an dieser Studie?

    In Fortsetzung der ersten IFP-Krippenstudie, welche die pdagogische Qualitt der Einrich-

    tungen aus Sicht der Fachkrfte und Eltern mit Fragebgen erfasst hat, war es von Anfang

    an Ziel der zweiten IFP-Krippenstudie, einen mglichst objektiven Blick in die Einrichtungen

    zu erhalten und so abzubilden, was die pdagogischen Fachkrfte tglich leisten. Zweites

    Ziel war eine Forschungsstudie durchzufhren, deren Ergebnisse den teilnehmenden Ein-

    richtungsteams selbst zugutekommen. Aus diesem Grund wurde ein 41 Merkmale umfas-

    sendes Beobachtungsinstrument, die Krippenskala KRIPS-R, ausgewhlt, das individuelle

    Rckmeldungen im Anschluss an die Studie ermglicht. Hierfr wurden sechs Projektmitar-

    beiterinnen speziell geschult und zertifiziert.

    Das Angebot der individuellen Rckmeldung haben 90 der insgesamt 113 beobachteten

    Fachkrfte angenommen und wurden zum Groteil von uns ber ein Jahr nach der Hospita-

    tion zu einem persnlichen Feedbackgesprch aufgesucht1. Dabei konnten wir erfahren, wie

    hoch die Bereitschaft dieser Fachkrfte ist, sich kritisch mit der eigenen pdagogischen Ar-

    beit unter qualitativen Aspekten auseinander zu setzen. Auch konnten wir den Eindruck ge-

    winnen, dass viele Fachkrfte durch die Nachbefragung im Anschluss an die Hospitation zur

    Reflexion ihrer pdagogischen Arbeit angeregt wurden und dies trotz der zustzlichen An-

    strengungen neben dem Alltagsgeschehen als persnliche Bereicherung empfanden. Zu-

    dem waren wir beeindruckt von der Nachhaltigkeit der Beobachtung mit Nachbefragung, da

    bereits in der Zeit zwischen Erhebung und Rckmeldung Vernderungsprozesse zugunsten

    pdagogischer Qualitt in Gang gesetzt wurden.

    Die mehrheitlich positiven mndlichen Rckmeldungen am Tag der Hospitation und schriftli-

    chen Kommentare der Fachkrfte und Leitungen zur Studie sowie zum Untersucherteam

    ermutigen uns dazu, auch in knftigen Studien Beobachtungsverfahren zur Qualittserfas-

    sung und -entwicklung wie die Krippenskala (KRIPS-R) einzusetzen.

    1 In einzelnen Fllen, in denen kein persnliches Gesprch mglich war, wurde ein Telefonat gefhrt (z.B. wenn sich die pdagogische Fachkraft in Mutterschutz/Elternzeit befunden hat)

  • 5

    Einleitung: Quantitt und Qualitt fr die ersten Lebensjahre

    Der im Kinderfrderungsgesetz (KifG) festgeschriebene gltige Rechtsanspruch ab 2013 auf Bildung, Erziehung und Betreuung in einer Kindertageseinrichtung fr jedes Kind mit

    Vollendung des ersten Lebensjahres hat den quantitativen Ausbau der Betreuungspltze vorangetrieben. Zustzlich trat im Mrz 2009 nun auch in Deutschland die UN-Konvention fr

    die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. Damit ist Deutschland die Verpflich-

    tung eingegangen, ein inklusives Bildungssystem einzu