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Abschlussbericht der Kinderleicht-Region Nordrhein-Westfalen Rhein-Kreis Neuss gewichtig Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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Abschlussbericht der Kinderleicht-Region

Nordrhein-Westfalen

Rhein-Kreis Neuss

gewichtig

Gefrdert durch das Bundesministerium fr Ernhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Rhein-Kreis Neuss

Projekt gewichtig!

Abschlussbericht

Projektnummer: 05KL039

Projektname: gewichtig!

Projektleitung: Dr. Beate Klapdor-Volmar

Silke Vagt-Keler

Projektmanagement: Nadine Bollmeier

Berichtszeitraum: 27.09.2006 31.10.2009

Impressum

Herausgeber:

Rhein-Kreis Neuss - Der Landrat - Gesundheitsamt Kinder- und Jugendrztlicher Dienst Oberstrae 91 41460 Neuss Telefon 02131 928 5378 Internet www.rhein-kreis-neuss.de Das dieser Verffentlichung zugrunde liegende Projekt wurde mit Mitteln des Bundesministeriums fr Ernhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefrdert. Rhein - Kreis Neuss, Oktober 2009

Inhaltsverzeichnis I

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ............................................................................................. I

Abkrzungsverzeichnis .................................................................................. III

1 Einfhrung - gewichtige Hintergrnde ........................................................ 1

2 Projektbeschreibung .................................................................................... 4

2.1 gewichtige Ziele ........................................................................................ 4

2.2 gewichtige Auswahlkriterien ..................................................................... 4

2.3 gewichtiges Konzept ................................................................................. 5

2.4 gewichtige Strukturen/ Projektmanagement ............................................. 9

3 Projektverlauf .............................................................................................. 13

3.1 Zusammenfassender Soll-Ist-Vergleich des Arbeits- und Zeitplans ....... 13

3.2 Projekt-Phasenplan ................................................................................ 23

3.3 Ablauf der Manahmen .......................................................................... 25

3.3.1 Bewegung ............................................................................................ 25

3.3.2 Ernhrung ............................................................................................ 43

3.3.3 Seelische Gesundheit .......................................................................... 62

4 Projektergebnisse und Handlungsempfehlungen .................................... 73

4.1 Ergebnisse .............................................................................................. 74

4.1.1 Zielgruppen .......................................................................................... 75

4.1.2 BMI-Verteilung ..................................................................................... 76

4.1.3 Bewegung ............................................................................................ 82

4.1.4 Ernhrung ............................................................................................ 85

4.1.5 Seelische Gesundheit .......................................................................... 93

4.2 Frdernde und hemmende Faktoren ...................................................... 98

4.2.1 Rahmenbedingungen in den Kindertagessttten ................................. 98

4.2.2 Projektmanagement ............................................................................. 99

4.2.3 Netzwerk ............................................................................................ 104

4.2.4 Konzeptionelle Ebene ........................................................................ 107

4.2.5 Manahmendurchfhrung ................................................................. 120

5 Presse und ffentlichkeitsarbeit ............................................................. 126

Inhaltsverzeichnis II

5.1 Sponsoring ........................................................................................... 128

5.2 Events ................................................................................................... 129

5.3 Verffentlichungen ................................................................................ 134

6 Zusammenfassung und Ausblick ............................................................ 137

Literaturverzeichnis ..................................................................................... 143

Abbildungsverzeichnis ................................................................................ 146

Tabellenverzeichnis ..................................................................................... 147

Anlage ........................................................................................................... 148

Anlage 1/ Anhang A ..................................................................................... 148

Anlage 2/ Anhang B ..................................................................................... 148

Anlage 3/ Anhang D ..................................................................................... 149

Anlage 4 ........................................................................................................ 149

Anlage 5 ........................................................................................................ 149

Anlage 6 ........................................................................................................ 149

Anlage 7 ........................................................................................................ 150

Anlage per Post ............................................................................................ 150

Abkrzungsverzeichnis III

Abkrzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

BMI Body- Mass- Index

bzgl. bezglich

bzw. beziehungsweise

ca. circa

DGE Deutsche Gesellschaft fr Ernhrung

DKT Dordel- Koch- Test

d.h. das heit

DSHS Deutsche Sporthochschule Kln

et.al. et altera

exkl. exklusive

ggf. gegebenenfalls

Hrsg. Herausgeber

i.d.R. in der Regel

inkl. inklusive

KiBiz Kindergartenbildungsgesetz

MRI Max Rubner - Institut

o.g. oben genannte(n)

S. Seite(n)

SEP Sozio-konomische Position

sog. sogenannte(n)

Tab. Tabelle

TN Teilnehmer

vgl. Vergleiche

u.a. unter anderem

u.U. unter Umstnden

z.B. zum Beispiel

Einfhrung - gewichtige Hintergrnde 1

1 Einfhrung - gewichtige Hintergrnde

Im Zuge einer sich immer schneller entwickelnden Gesellschaft leiden viele

Jugendliche unter dem Verlust sozialer Bindungen, unter verschrftem schulischen

Leistungs- und sozialem Anpassungs- sowie Konsumdruck. Als Folge dieser

Entwicklungen sind Kinder und Jugendliche in zunehmendem Mae von chronischen

Krankheiten und Gesundheitsbeeintrchtigungen mit einer deutlichen

Verhaltenskomponente betroffen. Die aktuellen Beobachtungen zur krperlichen

Verfassung von Kindern und Jugendlichen sind alarmierend: In der vom Robert-

Koch-Institut durchgefhrten Studie zur Gesundheit von Kinder und Jugendlichen in

Deutschland (KIGGS, 2006) ist jedes sechste bis siebte Kind bergewichtig und

jedes 16. Kind im Grundschulalter adips. Die Situation der Kindergesundheit im

Rhein-Kreis Neuss hnelt der bundesweiten Lage.

In den vergangenen fnf Jahren verzeichneten die Schuleingangsuntersuchungen im

Rhein-Kreis Neuss einen Anteil von 12 % bergewichtiger und adipser fnf- bis

sechsjhriger Kinder eines Jahrganges (Gesundheitsbericht 2007, Rhein-Kreis

Neuss).

Besorgniserregend aus Sicht der Gesundheitsberichterstattung ist die bei 17,1%

liegende bergewichts- und Adipositasrate bei Kindern aus Familien mit

Migrationshintergrund. Zu nennen sind hier vor allem die trkischen Jungen (31,4%).

Kinder mit Migrationshintergrund sind demnach deutlich hufiger bergewichtig als

ihre deutschen Altersgenossen. Zudem ist in Stadtteilen mit Merkmalen sozialer

Benachteiligung bergewicht und Adipositas strker ausgeprgt.

Auch Koordinationsstrungen nehmen bei Schulneulingen seit 2003 im Rhein-Kreis

Neuss leicht zu. Dabei weisen Jungen sehr viel hufiger Bewegungsdefizite (15,6%)

auf als Mdchen (7,2%). Der Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und

bergewicht und Adipositas und daraus folgenden Koordinationsstrungen ist

wissenschaftlich erwiesen. bergewicht und schlechte krperliche Fitness stellen

nicht nur Risikofaktoren fr schwerwiegende Erkrankungen im spteren Leben dar,

sondern beeintrchtigen bereits die Lebensqualitt der Kinder und Jugendlichen, ihr

Sozialverhalten und Lernvermgen. Angesichts dieser Problematik besteht ein hoher

Einfhrung - gewichtige Hintergrnde 2

Handlungsbedarf zur Entwicklung von effizienten, systematischen und auf das

Umfeld abgestimmten Prventionsmanahmen.

Die Abteilungen Kinder-/ Jugendrztlicher Gesundheitsdienst (KJGD) und

Gesundheitsfrderung/- Planung des Kreisgesundheitsamtes des Rhein-Kreis Neuss

haben sich seit vielen Jahren erfolgreich auf den gesundheitsfrdernden,

primrprventiven Weg gemacht, indem sie prmierte Projekte, wie Hpfdtzchen,

prokita und Netzwerkarbeit fitnetz in Kindertagessttten und Grundschulen fest

verankert haben (vgl. Anlage 6).

Auf der Grundlage dieser bestehenden und bereits erprobten Projekte und

Strukturen im Rhein-Kreis Neuss wurde das Gesundheitsprojekt gewichtig! von

Experten entwickelt, um der fortschreitenden gesundheitlichen Misere unserer Kinder

entgegenzuwirken.

Zum einen wurde die wissenschaftliche Sicht durch die Deutsche Sporthochschule

Kln und das Klinische Institut fr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

der Universitt Dsseldorf in das Projekt eingebracht, zum anderen tragen KJGD und

die Abteilung Gesundheitsfrderung/- planung durch ber 10-jhrige Erfahrung in der

Projektarbeit mit Kindertagessttten und Grundschulen vor Ort zum Erfolg bei.

Wissenschaftliche aktuelle Erkenntnisse konnten in praxiserfahrene Strukturen

flieen.

Eingebettet in den politischen kommunalen Kontext durch die Gesundheitskonferenz

bzw. den Sozial- und Gesundheitsausschuss des Rhein-Kreises Neuss wurde die

rtliche kommunale Untersttzung im Projekt gewichtig! sichergestellt, die fr den

Erfolg des Projekts vor allem in Hinblick auf eine langfristige Weiterfhrung

wichtig ist.

Der Projektbericht beschreibt die Planung, Durchfhrung und die daraus gewonnen

Erkenntnisse eines Prventionsprojektes im Kampf gegen bergewicht und

Adipositas im Kindesalter. Dabei wurde nicht nur das Themenfeld einer gesunden

Ernhrung bearbeitet, sondern die beiden Themenfelder Bewegung und seelische

Gesundheit ganz bewusst in einem ganzheitlichen Ansatz mit einbezogen.

Einfhrung - gewichtige Hintergrnde 3

In einer Kurzbersicht erfolgt die Projektdarstellung mit den wichtigsten

Informationen ber Ziele, Voraussetzungen, Konzept, Vernetzung und Management

sowie einen berblick ber die durchgefhrten Manahmen. Der darauffolgende Teil

besteht aus einer detaillierten Darstellung des Projekts, in der die erzielten

Ergebnisse sowie daraus gewonnene Erkenntnisse analysiert und bewertet werden.

Interessierten werden Strategien und Handlungsempfehlungen fr einen

ganzheitlichen gesundheitsfrdernden prventiven Ansatz, aber auch Misserfolge

und Grenzen im Projekt aufgezeigt.

Projektbeschreibung 4

2 Projektbeschreibung

2.1 gewichtige Ziele

Das Hauptziel des Projektes war die Senkung der Inzidenzrate

bergewichtiger/adipser Kinder um 20 Prozent in den

Interventionskindertagessttten und -grundschulen innerhalb von drei Jahren. Im

weiteren Vorgehen wurden folgende Unterziele definiert.

Bewegungsgewohnheiten und Bewegungsfertigkeiten der Kinder, der Eltern, der

Erzieher/- innen und der Lehrkrfte sollten durch praxisnahe Schulungen und durch

strukturelle Vernderungen der Bewegungsmglichkeiten verbessert werden.

Im Teilgebiet der Ernhrung sollte das Ernhrungswissen der Kinder, der Eltern, der

Erzieher/- innen sowie der Lehrkrfte erweitert und die gelernten Inhalte mit einer

gesunden Ernhrungsweise und Esskultur in den Institutionen aber auch in der

Familie verankert werden.

Eltern sollten in Ihrer Wahrnehmungs- und Erziehungskompetenz gestrkt werden,

um die emotionalen Bedrfnisse ihrer Kinder besser zu befriedigen. Die Ausbildung

von Multiplikator/- innen sollte zur Sicherung des Wissens und der Nachhaltigkeit der

Interventionen in den Einrichtungen dienen.

2.2 gewichtige Auswahlkriterien

Das Projekt wurde fr alle Kindertagessttten und Grundschulen im Rhein-Kreis

Neuss ausgeschrieben. Es konnten 16 Kindertagesttten und zwei Grundschulen

aus den Sttten Neuss und Dormagen sowie aus den Gemeinden Jchen,

Rommerskirchen, Grevenbroich und Meerbusch fr dieses Vorhaben gewonnen

werden, die sich durch hohe Motivation auszeichneten. Dabei konzentrierte sich die

Auswahl der Einrichtungen nach den Stadtteilen mit Merkmalen sozialer

Benachteiligung und einem hohen Anteil von Familien mit Migrationshintergrund

Projektbeschreibung 5

2.3 gewichtiges Konzept

Die drei Projektsulen

- Ernhrung, Bewegung , seelische Gesundheit -

tragen das Prventionsprojekt, in dem neben den Erzieher/-innen und Lehrkrfte vor

allem die Eltern im familiren Umfeld als wichtigste Sozialisationsinstanz eine

bedeutende Rolle spielen. Die Projektarbeit sollte in den Alltag der

Kindertagessttten, Grundschulen und der Familien integriert werden.

Folgende Manahmen wurden durchgefhrt:

- Erzieher und Lehrer aktualisierten in Teamschulungen ihr Wissen ber Ernhrung

und Bewegung und erarbeiteten, wie sie diese Themen in den Alltag der

Kindertagessttte bzw. in den Unterricht integrieren knnen.

- In den Einrichtungen wurden in Zusammenarbeit zwischen Oecotrophologen,

Sportwissenschaftlern, Psychologen, Lehrern und Erzieher/ -innen Elternkurse

durchgefhrt. Dabei sicherten die Multiplikatorenausbildungen die Nachhaltigkeit

der Aktionen in allen drei Bereichen ber das Projektende hinaus.

- Es erfolgte eine institutionsbezogene Beratung fr eine ausgewogene Verpflegung

in die auch die jeweiligen Caterer sowie das hauswirtschaftliche Personal der

Einrichtungen einbezogen wurden.

- Im Bereich der seelischen Gesundheit wurden Kurse zur Verbesserung der

Elternkompetenz angeboten sowie Schulrztliche Gesundheitsstunden an

Grundschulen in den Unterricht integriert.

Projektbeschreibung 6

gewichtige Manahmen

Die Umsetzung der Manahmen erfolgte in Zusammenarbeit mit den Projektakteuren

Deutsche Sporthochschule Kln, esg Institut fr Ernhrung aus Essen, sowie dem

Institut fr Seelische Gesundheit und Prvention e.V. Dsseldorf und der medicoreha

Welsink GmbH aus Neuss. Die Tabelle zeigt eine bersicht der durchgefhrten

Manahmen im Projekt. Die detaillierte Beschreibung und deren Umsetzung erfolgt

in Kapitel 3.3.

Tabelle 1: Durchgefhrte Manahmen im Projekt gewichtig!

Ernhrung Bewegung Seelische Gesundheit

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Ernhrung Basic:

- TN werden auf einen aktuellen Stand bezgl. Ernhrungswissen gebracht

- TN erlangen qualifizierte/ zeitgeme Kenntnisse sowie Anregungen fr die Praxis

Projekt Hpfdtzchen:

- Manahme zur Integration von mehr Bewegung im Kindertagessttten-Alltag, z.B. Beratung zur Gestaltung der Kindertagessttte, neue Ideen zu Bewegungsspiele

Fitnessolympiade:

- TN lernen die motorischen Fhigkeiten der Kinder objektiv zu erkennen und bewegungsfrdernde Elemente zielgerichtet in den Alltag zu integrieren

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Fortbildung (Kinder-) Ernhrung:

- TN erhalten Informationen ber verschiedene Aspekte der gesunden (Kinder-) Ernhrung, sowie praktische Anleitungen fr den Alltag

Bewegungskurs und Sportgruppen:

- Angebot von Sportschnupperkursen in denen unterschiedliche Sportarten ausprobiert werden knnen, damit die TN zu einem regelmigen Sporttreiben bzw. zu einer Mitgliedschaft in einem Sportverein

Triple-P Training:

- Erziehungskompetenztraining

- Eltern bekommen durch das Training mehr Sicherheit und Souvernitt im Umgang mit ihren Kindern und lernen, wie sie ein ange-messenes Verhalten ihrer

Projektbeschreibung 7

Ernhrung Bewegung Seelische Gesundheit

animiert werden.

Kinder frdern knnen.

Leichter Fhlen:

- bindungsorientiertes, emotionsbezogenes Eltertraining zur Verbesserung der sozialen und elterlichen Kompetenzen in der Interaktion zwischen Eltern und Kindern.

Ernhrung Bewegung Seelische Gesundheit

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Zentrale Multiplikatorenausbildung

- TN lernen Ernhrungskurse fr Eltern selbstndig zu leiten. Dazu werden Grundlagen rund um die Themen: gesunde Ernhrung, Kochen, praktische bungen und Gruppenleitung vermittelt

Bewegungskurse:

- TN lernen Bewegungskurse fr Eltern selbstndig durchzufhren. Hierzu werden Grundelemente aus der Bewegungslehre vermittelt.

Schulrztliche Gesundheitsstunden:

- Ausbildung von Gesundheitspdagogen zur Durchfhrung von schulrztlichen Gesundheitsstunden

Leichter Fhlen

- TN lernen das manualisierte Elterntraining selbstndig durchzufhren

Projektbeschreibung 8

Ernhrung Bewegung Seelische Gesundheit In

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Individuelle Beratung zur Ernhrungsgestaltung in Kindertagessttte/Grundschule

- Mglichkeiten fr ein gesundes tgliches Frhstck und Mittagsverpflegung werden vorgestellt und gegebenenfalls optimiert

Zentrale Schulungen der Hauswirtschafterinnen, Kchenhilfen

- Kchenhilfen werden sowohl theoretisch als auch praktisch in den Themen zeitgeme Ernhrungskonzepte, Zubereitungstechniken sowie Bedrfnissen der Kinder angepasste Ernhrung geschult.

Schwer mobil

- In Kooperation mit dem Landessportbund NRW werden Sportgruppen fr bergewichtige Kinder angeboten

gewichtige Strategien

Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Gesamtprojektes gewichtig! war es

erstrebenswert, die Manahmen so anzulegen, dass Inhalte des Projektes langfristig

selbstndig weitergefhrt werden knnen. Folglich wurden folgende Strategien

angewandt:

- Setting-Ansatz Dieser beinhaltete, dass die Manahmen in den

Lebensbereichen der Eltern und Kinder sowie in den Familien stattfanden,

- Intensiver Einbezug der Eltern/ Empowerment Die Rolle der Eltern als aktive

Vorbildfunktion besonders im Kindergarten- und Grundschulalter wird durch die

Manahme gestrkt.

Projektbeschreibung 9

- Multiplikatorenansatz Zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Manahmen wurden

Erzieher/ -innen und zum Teil auch Eltern in den drei Bereichen (Ernhrung,

Bewegung, seelische Gesundheit) zu Multiplikatoren ausgebildet

- Partizipation Die Manahmen wurden mit den Eltern und Erzieher/ -innen und

Lehrkrften zur besseren Integration in den Alltag gemeinsam erarbeitet

- Niederschwellige Angebote vor Ort Entsprechend dem Bildungsniveau der

Eltern wurden die Projektmanahmen angepasst und durchgefhrt

gewichtige Innovationen

- Multidisziplinre Vernetzung : Ernhrung Bewegung Seelische Gesundheit

- Zusammenfhrung von wissenschaftlichen und in der Praxis erfahrenen Konzepten

- Konzentration auf den Setting-Ansatz

2.4 gewichtige Strukturen/ Projektmanagement

Die Umsetzung des Projekts erfolgte unter Koordination der Abteilung

Gesundheitsplanung/Gesundheitsfrderung in Kooperation mit dem Kinder- und

Jugendrztlichen Gesundheitsdienst. Whrend die Projektleitung fr das

Gesamtprojekt verantwortlich war, bernahm die Projektmanagerin die Koordination

der Projektmanahmen sowie deren operative Aufgaben. Diese bestanden vor allem

in der Organisation, der Qualittssicherung/ -entwicklung, des regelmigen

Reportings, der Dokumentation, Netzwerk- und ffentlichkeitsarbeit sowie der

Fhrung multidisziplinrer Teams.

Projektbeschreibung 10

Finanziers: Akteure:

ProjektleitungSportwissenschaftlerin + Kinder-/Jugendrztin

ProjektmanagerIn/+wiss. Hilfskraft

Projektbeirat

KJGD

ESG

Uni - Dsseldorf

medico - reha

Lions-Club Neuss

Janssen Cilag

IKK

BMELV

BARMER

Deutsche Sporthochschule Kln

BKK-LV

Abbildung 1: Projektorganisationsstruktur gewichtig!, Rhein-Kreis Neuss

Das Projekt verstand sich als ein stetiger Prozess und als ein lernendes System.

Durch eine interne Projektsteuerung mit Hilfe von Feedbackbgen,

Qualittsgesprchen, Bilanzschemata der Einrichtungen und Fragebgen fr

Erzieher/-innen und Lehrkrfte waren die Projektverantwortlichen ber aktuelle

Ereignisse informiert, so dass die durchgefhrten Manahmen fortlaufend modifiziert

und individuell an die jeweiligen Einrichtungen angepasst wurden. Regelmige

Netzwerk- und Akteurentreffen dienten zum gemeinsamen Austausch zwischen den

Akteuren bzw. den Projektkoordinatoren und dem Projektteam. Eine Reflektion und

Weiterentwicklung der Manahmeninhalte war somit gewhrleistet.

Ein weiteres qualifiziertes Untersttzungselement stellte der Projektbeirat dar. Dieser

setzte sich aus den Finanziers und den Akteuren der Fachinstitutionen zusammen. In

halbjhrlich stattfindenden Sitzungen erfolgten Berichterstattung und

Projektbeschreibung 11

Informationsaustausch mit fachlicher Kompetenz. Eine transparente Darstellung der

Projektinhalte, des Projektverlaufs und erster Ergebnisse half nicht nur das Vertrauen

der Finanziers zu gewinnen, sondern auch konstruktive Kritik zur Projektoptimierung

zu nutzen

Integriert in die Gesundheitsfrderungsstrukturen des Rhein-Kreis Neuss und in

Kooperation mit Fachkompetenzen aus vielseitigen Bereichen ergab sich ein sehr

breites Netzwerk rund um das Projekt gewichtig! (Abb. 2)

Abbildung 2: Netzwerkarbeit im Projekt gewichtig, Rhein-Kreis Neuss

Folgende Strukturen bestehen im Rhein-Kreis Neuss, in denen das Thema

Gesundheitsfrderung in Politik und Verwaltung strukturell verankert ist:

- Gesundheitskonferenz / Arbeitskreis Gesundheitsfrderung

- Koordinierungsstelle Gesundheitsfrderung

Projektbeschreibung 12

- Kooperationsverbund Gesundheitsfrderung

- Aktionsprogramm Kinder- und Jugendgesundheit

- Kompetenzzentrum fr Kinder- und Jugendgesundheit im Gesunde Stdte Netz-

werk

- Gesundheitsberichterstattung

Weiterhin wurde im Projekt gewichtig! mit unterschiedlichen Institutionen

zusammengearbeitet, die eine hohe Qualitt sicherstellten.

Mit dem Klinischen Institut fr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der

Universitt Dsseldorf war der Bereich der seelischen Gesundheit, der in Projekten,

vor allem in Bezug auf die Eltern oft vernachlssigt wird, hervorragend reprsentiert.

Ebenso brgten die medicoreha als anerkanntes Zentrum fr Prvention, wie auch

das ESG - Institut fr Ernhrung fr einen hohen Qualittsstandard. Der Einbezug

evaluierter Manahmen wie das Elternkompetenztraining Triple-P und der Projekte

Hpfdtzchen und CHILT (Childrens Health InterventionaL Trial), stellten ebenfalls

eine hohe Qualitt sicher (vgl. Kapitel 3.3).

Im Verlauf des Projekts entwickelte sich eine weitere kreisinterne Kooperation mit

dem Sprachfrderungsprojekt Rucksack und dem prventiven

Frherkennungsprogramm prokita in den Kindertagessttten. Durch einen

intensiven Austausch und eine gute Vernetzung zwischen den Kooperationspartnern

und dem Projektteam konnte das Projekt inhaltlich ergnzt und komplettiert werden.

Projektverlauf 13

3 Projektverlauf

3.1 Zusammenfassender Soll-Ist-Vergleich des Arbeits- und Zeitplan

Zeitliches Management Projekt gewichtig! - Schuljahr 2006/2007

Tabelle 2: Zeitliches Management Projekt gewichtig! Schuljahr 2006/2007

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

Ausschreibung des Projektes unter allen Kindertagessttten und Grundschulen

Mrz/April 2006 Mrz/April 2006 Es interessierten sich ca 40.

Kindertagessttten und 5 Grundschulen fr das Projekt

Informationsveranstaltung fr Kindertagessttten und Grundschulen

April 2006 Mrz/ April 2006

Auswahl aller beteiligten Honorarkrfte: Sportlehrer, Oecotrophologen usw.

22. Mai 2006, versptet mit DSHS im Oktober 2006

Mrz-Mai 2006

Unterzeichnung der Kooperationsvertrge mit dem esg-Institut, medicoreha, Universitt Dsseldorf, DSHS

Qualifikation der Honorarkrfte ist Bestandteil der Kooperationsvereinbarungen

Entwicklung der Modulkonzepte (Ernhrung, Bewegung, Seelische Gesundheit),

Oktober/ November 2006

Mrz Mai

2006

Im Projektrahmen wurden die Manahmenkonzepte fr B2 -Multiplikatorenschulung Bewegungskurse und SG1 Bindungszentrierte Begleitintervention erstellt, alle weiteren Konzepte bestanden bereits und wurden gering modifiziert

Inhalte wurden an die besonderen Gegebenheiten im Projekt angepasst (z.B. Eltern mit Migrationshintergund)

Vo

rber

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Projektverlauf 14

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

Entwicklung der Evaluationsinstrumente

November /Dezember 2006

Mrz Mai

2006

Entwicklung der Evaluations- und Befragungsbgen sowie der IST-Analyse vor Ort

Erzieherinnen- und Lehrkrfte Befragung

Dokumentationsbgen fr die Akteure

Feedbackbgen zur Feststellung der Teilnehmendenzufriedenheit

Auswahl von ca. 20. Kindertagessttten und 5 Grundschulen

Juli 2006 Mai/ Juni 2006

Auswahl von nur 19 Kindertagessttten und 3 Grundschulen, aufgrund von mangelnde Bereitstellung der entsprechenden personellen und zeitlichen Kapazitten

Auswahlkriterien: Schriftliche Bewerbung fr das

Projekt Einrichtung in sozial schwacher

Stadtlage mit einer hohen Migrationsrate

Hohe Motivation der Teams zur Mitarbeit im Projekt

Gemeinsame Vereinbarung mit den Einrichtungen abschlieen

Juli/August

2006 Mai/ Juni 2006

Die Vereinbarungen definierten die Bedingungen fr die Zusammenarbeit, wie z.B. die Betreuung der Geschwisterkinder bei Elternveranstaltungen

Treffen Projektmanager/ Honorarkrfte

Oktober 2006 Juni 2006

Treffen der Projektleitung mit den Honorarkrften

Vorstellung der einzelnen Manahmen

Informationsveranstaltungen in den Einrichtungen

Oktober- Dezember 2006

August 2006

Ausfhrliche

Informationsgesprche mit allen Erzieher/- innen und Lehrkrften (Teams)

19 Elterninformationsveranstaltunge

Aufbau von Projektstrukturen in den Einrichtungen, durch Benennung zweier Projektkoordinatoren pro Einrichtung

Formulierung von Zielen und Erwartungen der Projektkoordinatoren

Vo

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Dez

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006

Projektverlauf 15

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

n in den gewichtig- Institutionen Planungsgesprch, Erstellung eines individuellen Manahmenplans

Einholen der Einverstndnis-erklrung der Eltern zur Teilnahme ihres Kindes am Motoriktest

Ist-Analyse der beteiligten Kindertagesttten und Grundschulen und darauf aufbauend Planung der individuellen Module

November / Dezember 2006

August 2006 Schriftliche Befragung aller Erzieher/- innen und Lehrkrfte zu den Themen Ernhrung - Bewegung

Fragebgen / Erzieher/ -innen/ Lehrkrfte (Erstbefragung)

ffentlichkeitsarbeit November/ Dezember 2006

-

Vorstellung des Projektes in der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss

Vorstellung des Projektes im Landtag Dsseldorf im Ministerium fr Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Fernsehbeitrag WDR Lokalzeit

Besetzung einer Projektmanagementstelle

Ab Januar 2007 Mrz- Mai 2006 Aufgrund von

verwaltungsinternen Problemen kam es zur Verzgerung in der Besetzung der Stelle

Durchfhrung der Manahmen:

Mitte Dezember 2006 Juni 2007

September 2006 Juni 2007

Bestimmung der Basisdaten Januar/Februar August/ Erhebung der Basisdaten wurde Motorische Tests zur Erhebung

Projektverlauf 16

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

2007 September 2006

als integraler Bestandteil der Manahme B7 in die Implementierungsphase verschoben, damit diese zeitgleich zu der Erhebung durch das MRI verluft

der Daten zu den motorischen Fhigkeiten (Fitnessolympiade

Erhebung der Daten zu BMI

Multiplikatorenschulungen

E9 - Ausbildung der Hauswirtschafterinnen

Feedbackbgen der Erzieher/ -innen

Dokumentationsbgen der Referentinnen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

Ausbildung der Multiplikatoren Bewegung

Interventionstraining Erzieher/- innen Seelische Gesundheit

Teamschulungen

B7 Fortbildungen Motorische Tests

Feedbackbgen der Erzieher/ -innen

Dokumentationsbgen der Referentinnen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

E4 Ball und Birne

B5 Hpfdtzchen

E3 Ernhrung Basic

Elternkurse B1 Sportschnupperkurs

Feedbackbgen der Eltern Dokumentationsbgen der

Referentinnen Qualittsgesprche in den

Einrichtungen

Fragebgen der Eltern September

2007 Juli 2007

Es wurden nur im Programm Leichter Fhlen Projektintern eine Fragebogenerhebung mit Eltern durchgefhrt

Individuelle Schulungen E8 Beratung Verpflegung Dokumentationsbgen Qualittsgesprche Nhrwertanalyse

Imp

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200

7

Projektverlauf 17

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

ffentlichkeitsarbeit Oktober 2007 1x/Jahr Richtig wichtig gewichtig-fest

Januar 2008 Pressetermin in einer Kita Bilanzierung Projektsule

Ernhrung

Akteurentreffen

Dezember 2006 Dezember 2006 Vorstellung Kitas/ Schulen ffentlichkeitsarbeit

Februar 2007 Februar 2007 Erfahrungsaustausch,

Terminabsprachen, Ergebnisvorstellung

Juni 2007 Hat aus organisatorischen Grnden nicht stattgefunden

April 2007 April 2007 ffentlichkeitsevent, Terminplanung

Projektbeiratssitzungen Januar 2007 Oktober 2006

Projektentwicklung/Meilensteine Ergebnisse Erstbefragung ffentlichkeitsarbeit/

Finanzmanagement

Projektverlauf 18

Zeitliches Management Projekt gewichtig! - Schuljahr 2007/2008

Tabelle 3: Zeitliches Management Projekt gewichtig! Schuljahr 2007/2008

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

Durchfhrung der Manahmen:

August 2007 Juni 2008

August 2007 Juni 2009

Bestimmung der Basisdaten Januar - Mrz Januar 2008 Erhebung der Basisdaten

Motorische Tests zur Erhebung der Daten zu den motorischen Fhigkeiten (Fitnessolympiade

Erhebung der Daten zu BMI

Multiplikatorenschulungen

E2 Zentrale Multiplikatorenausbildung (2.Runde)

Feedbackbgen der Erzieher/ -innen

Dokumentationsbgen der Referentinnen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

E9 - Ausbildung der Hauswirtschafterinnen (Teil 2)

B2 Ausbildung der Multiplikatoren Bewegung (2. Kurs)

SG2 Schulrztliche Gesundheitsstunden

Teamschulungen

B7 Fortbildungen Motorische Tests

Feedbackbgen der Erzieher/ -innen

Dokumentationsbgen der Referentinnen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

Zweitbefragung

E4 Ball und Birne (2. Schulungsblock)

B5 Hpfdtzchen

E3 Ernhrung Basic

Elternkurse

E1 Ernhrungskurs 1. und 2. Kursrunde Feedbackbgen der Eltern

Dokumentationsbgen der Referentinnen B1 Sportschnupperkurs/

Wunschkurse

Projektverlauf 19

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

SG1 Leichter Fhlen Interventionsgruppen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

Individuelle Schulungen Nicht realisiert Geplant B3 Schwer mobil geplant aber

nicht realisiert Dokumentationsbgen Qualittsgesprche

E8- Beratung Verpflegung

Fragebgen der Eltern - Juli 2008

Fragebogenerhebung im Programm Leichter Fhlen bereits abgeschlossen

ffentlichkeitsarbeit August 2008 Familienfest des Rhein-Kreis Neuss

Akteurentreffen

August 2007 August 2007

Stand des Projektes, Verlauf Projektphase

Besprechung der Schnittstellen, Organisation Event

November 2007 Oktober 2007 Ergebnisse Motoriktest Vorstellung Leichter Fhlen,

Hpfdtzchne

- Dezember 2007 Hat aus organisatorischen Grnden nicht stattgefunden

Mrz 2008 Februar 2008 Promotionsvorhaben berblick Projektverlauf Finanzielle Planung

- April 2008 Hat aus organisatorischen Grnden nicht stattgefunden

Projektbeiratssitzungen

August 2007 Mrz 2007 Ergebnisse 1. Motoriktest Finanzmanagement Projektstand/Projektverlauf

Januar 2008 Oktober 2007 Richtig-wichtig-gewichtig-fest ffentlichkeitsarbeit Stand im Multiplikatorenkonzept

Eta

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008

Projektverlauf 20

Zeitliches Management Projekt gewichtig! - Schuljahr 2008/2009

Tabelle 4: Zeitliches Management Projekt gewichtig! Schuljahr 2008/2009

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

Durchfhrung der Manahmen:

August 2008 Juni 2009

August 2008 Juni 2009

Bestimmung der Basisdaten Januar/Februar 2009

November 2008 Erhebung der Basisdaten

Motorische Tests zur Erhebung der Daten zu den motorischen Fhigkeiten (Fitnessolympiade

Erhebung der Daten zu BMI

Multiplikatorenschulungen

E9 - Ausbildung der Hauswirtschafterinnen

E2 Zentrale Multiplikatorenausbildung (3. Schulung)

B2 Ausbildung der Multiplikatoren Bewegung (Spezial)

Feedbackbgen der Erzieher/ -innen

Dokumentationsbgen der Referentinnen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

Teamschulungen

B7 Fortbildungen Motorische Tests

E4 Ball und Birne/CHILT (3. Runde)

B5 Hpfdtzchen B3 Schwer mobil

Feedbackbgen der Erzieher/ -innen

Dokumentationsbgen der Referentinnen

Qualittsgesprche in den Einrichtungen

Zweitbefragung

Elternkurse

B1 Sportschnupperkurs E1- Ernhrungskurs (3. Runde) SG1 Interventionstraining

Erzieher/- innen Seelische Gesundheit (Evaluation)

Feedbackbgen der Eltern Dokumentationsbgen der

Referentinnen Qualittsgesprche in den

Einrichtungen Individuelle Schulungen B3 Schwer mobil Dokumentationsbgen

Projektverlauf 21

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

E8 Beratung Verpflegung Qualittsgesprche

ffentlichkeitsarbeit

November 2008 - Pressetermin in einer Kita Bilanz der Analyse der

Frhstcks- und Mittagsverpflegung

Februar 2009 Vorstellung des Projektes im

Rahmen des Fachkongresses Besser essen. Mehr Bewegen. Kinderleicht?

Mai Produktion Imagefilm

Juni 2009 gewichtig-Event 2009

September 2009

Vorstellung des Projektes im

Rahmen der Veranstaltung Kinderleicht in NRW

September 2009

Teilnahme Familienfest

September 2009

Gesundheitswoche des Rhein-Kreis Neuss

Akteurentreffen

August 2008 August 2008

Projektplan 2008/2009 Bindung der Eltern Steuerung der Projektarbeit

Oktober 2008 Oktober 2008 Verfahren zum Abschlussbericht

Mrz 2009 Dezember 2008 Strken-/Schwchen Analyse Teil I

Mai 2009 - Strken-/Schwchen Analyse Teil II

Projektbeiratssitzungen August 2008 Mrz 2008 Ergebnisse Zweitbefragung Ergebnisprsentation

Manahmen E8

Sic

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ktes

Projektverlauf 22

Phase Manahme Durch-

fhrung

Geplant fr

(Zeit) Bemerkungen Projektsteuerung

Finanzen

Februar 2009 Oktober 2008

Evaluationsergebnisse Leichter Fhlen

Perspektive Sicherung der Nachhaltigkeit

Oktober 2009 - Abschlussveranstaltung Vorstellung der ersten Ergebnisse

vom MRI

Anmerkungen zum zeitlichen Management :

Durch die Verzgerung im Projektstart verschieben sich die einzelnen Schritte im Arbeitsplan auf der Zeitschiene nach hinten.

Grundstzlich richtet sich der Arbeitsplan an Kindertagessttten- /Schuljahren aus. In Bezug auf die Verteilung der Zeitressourcen der

Akteure fr die Manahmen erffneten sich Spielrume, da wie schon beschrieben statt der vorgesehenen 25 Einrichtungen 19 am

Projekt beteiligt sind. Im Projektprozess ergaben sich einige Ideen zur Nutzung der freigewordenen Ressourcen, wie z.B. das sog.

Coaching durch Fachkrfte in den Multiplikatorenkursen E2 und B2 (vgl. Kapitel 3.3).

Die Treffen der Projektleitung mit der Projektmanagerin fanden jede zweite Woche statt. Aufgrund der Hufigkeit wurde deshalb auf

eine Auflistung verzichtet.

Projektverlauf 23

3.2 Projekt-Phasenplan

Der Projekt-Phasenplan ist im Zuge eines Projektcoachings (vgl. Kapitel 4.2.2)

erarbeitet worden. Er zerlegt das Projekt in Einzelschritte, fr die jeweils Ziele

formuliert wurden. Der Phasenplan zeugt ein gemeinsames Verstndnis des

Projektumfangs und der Projektstrukturierung, das zu einer gemeinsamen Basis

des Projektteams fr die Ablauf- und Terminplanung verhilft. Der Plan ist in

folgende Schritte gegliedert:

Vorbereitungsphase (September 2006 Dezember 2006)

Ziele der Vorbereitungsphase:

Die Finanzierung des Projektes ist gesichert

Kooperationspartner sind ausgewhlt und die Zusammenarbeit vertraglich

fixiert

Geeignetes Personal (Projektmanagerin und wiss. Hilfskraft) ist eingestellt

Konzepte fr Manahmen stehen zur Verfgung

19 Institutionen sind fr die Teilnahme am Projekt auf Basis bestehender

Kriterien ausgewhlt

Alle Beteiligten in Kindertagessttten und Grundschulen kennen Inhalte des

Projektes und bilden Strukturen innerhalb der Institutionen

Der Ist-Stand ist in den beteiligten Einrichtungen bekannt

Implementierungsphase (Januar 2007 September 2007)

Ziele der Implementierungsphase:

Die Ziele und Manahmen des Projekts sind den beteiligten Akteuren und

Einrichtungen bekannt,

Ziele und Manahmen werden von den beteiligten Akteuren und

Einrichtungen akzeptiert,

mit der gemeinsamen Umsetzung und Weiterentwicklung der Manahmen

wird begonnen.

Erste Ergebnisse liegen skizzenhaft vor und werden fr die nchste

Projektphase zur weiteren Projektentwicklung aufbereitet.

Projektverlauf 24

Abbildung 3: Projektphasenplan gewichtig!, Rhein-Kreis Neuss

Etablierungsphase (Oktober 2007 September 2008)

Ziele der Etablierungsphase:

Ziele und Manahmen des Projekts etablieren sich in den beteiligten

Einrichtungen

Die Einrichtungen erarbeiten schrittweise Konzept- und Umsetzungsideen,

wie die Bereiche Bewegung, Ernhrung und seelische Gesundheit auch

nach Projektende umgesetzt werden knnen

Die Multiplikatorinnen sammeln Praxiserfahrungen, die zu einer

eigenstndigen Umsetzung von Angeboten fhrt. Dabei werden sie von den

Akteuren des Projekts begleitet.

Sicherungsphase (Oktober 2008 Juni 2009)

Ziele der Sicherungsphase:

Eigenstndige Struktur fr Adipositasprvention besteht in den

Einrichtungen

Projektverlauf 25

3.3 Ablauf der Manahmen

3.3.1 Bewegung

B1 Bewegter Alltag / Sportschnupperkurs

Die Manahme beabsichtigte die Initiierung und Begleitung von Bewegungs-

und Sportgruppen fr Eltern, Lehrkrften und Erzieher/- innen, die direkt in bzw.

an der Kindertagessttte /Grundschule ansetzen. Es wurden

Sportschnupperkurse angeboten, in denen unterschiedliche Sportarten

ausprobiert werden konnten. Weiterhin sollten feste Bewegungsgruppen, z.B.

zum Thema Nordic-Walking installiert werden. Ziel war es, die Teilnehmer zu

einem regelmigen Sporttreiben bzw. zu einer Mitgliedschaft in einem

Sportverein zu motivieren. Die Manahme wurde vom Projektakteur

medicoreha in den Einrichtungen angeleitet mit dem Ziel, die Kurse durch

Multiplikatorinnen vor Ort eigenstndig durchzufhren.

Anzahl und Regelmigkeit der Teilnahme in den einzelnen Schuljahren

Insgesamt wurden mit 54 Kursangeboten ca. 480 Eltern aus verschiedenen

sozialen Schichten und mit verschiedenen Nationalitten erreicht, die

durchschnittlich fnf Mal am Kurs teilgenommen haben.

Im Schuljahr 2006/2007 wurden mit 9 Kursangeboten ca. 85 Eltern erreicht

Im Schuljahr 2007/2008 wurden mit 24 Bewegungskursangeboten ca. 230

Eltern erreicht

Im Schuljahr 2008/2009 wurden mit 21 Kursangeboten ca. 200 Eltern

erreicht

Die Kursteilnahme nahm besonders zum Ende der Kursreihe 2007/2008 ab.

Daraufhin wurde die Kurslnge bei Schnupperangeboten im Jahr 2009 flexibler

gestaltet, so dass die Anzahl der Kurseinheiten zwischen vier und 12 variierte

und z.B. die Kurszeit auf 1,5 statt einer Stunde ausgedehnt wurde. Dennoch lag

die durchschnittliche Teilnahme im Jahr 2009 unterhalb von 50%. Es wurden

wie im Vorjahr sehr viele Eltern erreicht, jedoch wurde in vielen Kursen eine

regelmige Teilnahme der Eltern vermisst. Aufgrund mangelnder Teilnahme

Projektverlauf 26

mussten zwei Kurse im Schuljahr 2007/2008 und vier Kurse im Schuljahr

2008/2009 abgesagt werden.

Teilnehmendenfeedback

Im Laufe der drei Projektjahre erhielten die Referentinnen in den

Bewegungskursen berwiegend sehr gute bis gute Kritiken in den Bereichen

verstndliche Darstellung der Inhalte, kompetente Antworten,

Kursatmosphre und Gesamteindruck des Kurses (vgl. Anlage 2).

Infolgedessen wurde an der Methodik und an der personellen Besetzung nichts

verndert, nur der Inhalt wurde, wie im nchsten Abschnitt beschrieben, den

Wnschen der Eltern angepasst.

Umsetzung Partizipationsansatz

Es wurden so genannte Wunschkurse durchgefhrt, um auf die Bedrfnisse

der Eltern besser eingehen zu knnen. Wunschkurse bedeutet, dass die Eltern

und Multiplikatorinnen nach Durchfhrung eines Sportschnupperkurses eine

Sportart vorschlagen, die sie gerne intensiver trainieren mchten. Im Schuljahr

2007/08 und 2009 wurden Nordic Walking- Kurse, Sport und Spiel mit Eltern

und Kindern - Angebote sowie Bauch-Rckentraining- Kurse durchgefhrt.

Umsetzung Multiplikatorinnenansatz

Im Schuljahr 2006/2007 haben in fnf der neun Bewegungskursen

Multiplikatorinnen den Kurs begleitet. Davon haben sich drei Multiplikatorinnen

aktiv hauptschlich in der Aufwrmphase an der Kursgestaltung beteiligt.

Im Schuljahr 2007/2008 fand eine aktive Beteiligung an der Gestaltung der

Bewegungsangebote in sechs der 24 Kurse statt. In vier dieser Kurse

bernahmen die Multiplikatorinnen jeweils einzelne bungen wie etwa das

Aufwrmen zu Beginn der Stunden oder die Anleitung eines Spiels im Rahmen

des Eltern-Kind Turnens. In zwei Einrichtungen erfolgte eine intensive

Betreuung der Multiplikatorinnen vor Ort. In einem Fall wurde die Anleitung

eines Nordic Walking - Kurses durch den Projektakteur medicoreha begleitet

und reflektiert. In dem anderen Fall erfolgte ein Planungsgesprch fr ein

Projektverlauf 27

Eltern-Kind Angebot, welches die Multiplikatorin in Eigenregie mit fnf Mttern

und deren Kindern regelmig anbot.

Im Schuljahr 2008/2009 wurden 15 Multiplikatorinnen von Referentinnen durch

Coaching in ihrer Arbeit untersttzt. Vier Multiplikatorinnen haben

eigenstndig ein Bewegungsangebot fr Eltern durchgefhrt. Diese Kurse

gehren inzwischen fest in das Programm der Elternarbeit der jeweiligen

Einrichtungen. Eine Einrichtung bietet im 14-tgigen Wechsel mit einem Eltern-

Kind Kochangebot ein Eltern-Kind Turnen an. Zu diesen Treffen melden sich

die Eltern jeweils tagesaktuell an. Dabei kristallisierte sich eine feste Gruppe

an Teilnehmenden heraus, die sich sowohl am Ernhrungs- als auch am

Bewegungsangebot beteiligten.

Abweichungen von der Planung

Wie bereits oben beschrieben, stieen Sportkurse zu einem festen Thema, z.B.

Nordic Walking, bei den Eltern auf eine hhere Resonanz als

Sportschnupperkurse. Deshalb wurde ab dem Schuljahr 2007/08 die Mehrzahl

der Kurse zu einem festen Thema angeboten. Geringfgige nderungen

ergaben sich in der zeitlichen Planung: Eine Einrichtung dehnte die Kurszeit auf

1,5 statt 1 Stunde aus, hatte dafr aber weniger Treffen anberaumt. Des

Weiteren wurde die Anzahl der Termine fr die Schnupperstunden von vier bis

12 variiert. Durch eine Kalkulationsgrundlage von 25 anstatt 18 beteiligten

Institutionen konnte die Kurslnge aufgrund freigewordener Ressourcen

verlngert werden.

Weiterfhrende Aspekte

Geplant war eine enge Zusammenarbeit mit den ortsansssigen Sportvereinen

ber den Kreissportbund und den Stadtsportbund Neuss, um den

Teilnehmenden nach Abschluss des Kurses konkrete Mglichkeiten

aufzuzeigen, damit sie wohnortnah ein fr sie passendes Sportangebot finden

knnen. Im Rahmen der Mindeststandards fr die Einrichtungen ist dieser

Punkt Kooperation mit Sportvereinen fest verankert und wurde in den sog.

Qualittsgesprchen mit den Institutionen diskutiert. Daraufhin haben sich

Projektverlauf 28

einige Einrichtungen im Projekt selber auf den Weg gemacht und Sportvereine

in ihren Stadtteilen angesprochen. Ein Beispiel fr eine gelungene Kooperation

zeigt das Familienzentrum Erfttal, das in Zusammenarbeit mit dem Ringer Club

Kurse zum Thema Ringen und Raufen anbietet. Eine weitere Einrichtung hat

ber Kontakte zum Sportverein eine bungsleiterin fr ein Bauch-Rcken

Training fr Eltern gewonnen. Die Teilnahme kostete pro Monat 12 .

Perspektive

Qualittsgesprche mit den Projektkoordinatorinnen ergaben, dass sich zum

Teil eigenstndige Nordic Walking- Gruppen (meistens 3-4 Mtter) gebildet

haben. Diese Manahme sowie die darauf bezogene Ausbildung der

Multiplikatorinnen werden in dem Folgekonzept rundum gesund zunchst

zurckgestellt, da der konomische Aufwand dieser Manahme zu hoch

erscheint.

Sehr positiv zu bewerten ist die Motivation der Multiplikatorinnen, die Kurse

auch nach Projektende weiterzufhren und neue Kurse anzubieten.

Eingehende Qualittsgesprche in den Einrichtungen ergaben, dass 16 von 18

Einrichtungen mindestens ein Bewegungsangebot fr Eltern im Schuljahr

2009/2010 verbindlich planen. Nordic Walking-Kurse und Eltern-Kind Turnen

werden am hufigsten angeboten.

Projektverlauf 29

B2 Multiplikatorenschulung Bewegungskurse

Ziel der Multiplikatorenschulung ist es, dass Erzieher/-innen, Lehrkrfte und

Eltern lernen, Bewegungsangebote, wie sie in B1 konzipiert sind, selbstndig in

den Einrichtungen durchzufhren. Hierzu wurden Grundbegriffe der Trainings-

und Bewegungslehre, Didaktik und Methodik, Trainingsmanahmen und

Mglichkeiten zur Motivation der Teilnehmenden vermittelt.

Was umgesetzt wurde

In den Schuljahren 2006/2007 und 2007/2008 fanden insgesamt 3 Schulungen

zur Multiplikatorinnenausbildung statt. Es wurden in der Zeit insgesamt 38

Erzieher/ -innen zu Multiplikatorinnen ausgebildet.

Im Schuljahr 2007/2008 und 2008/2009 bernahmen die ausgebildeten

Multiplikatorinnen in Zusammenarbeit mit der Referentin des

Sportschnupperkurses nach und nach selbstndig bungen in den

Sportschnupperkursen.

Im August und September 2008 fanden zustzlich zwei Spezialschulungen mit

den Themen Eltern-Kind-Turnen und Nordic Walking statt, da die

Multiplikatorinnen den Wunsch nach einer intensiven Schulung in einer Sportart

uerten, um mehr Sicherheit in der Kursdurchfhrung zu erreichen.

Teilnehmendenfeedback

Die erste Schulung schloss mit einem intensiven Reflektionsgesprch zwischen

den Teilnehmenden und den Referentinnen ab. Wie auch die Feedbackbgen

zeigten, trauten sich viele der Teilnehmenden die Durchfhrung eines eigenen

Angebots zu, verwiesen allerdings auf Unsicherheiten zum Thema

Stundenaufbau und dessen fehlende praktische Erprobung im

Schulungsverlauf. Diese Rckmeldung wurde in der Fortschreibung des

Konzepts bercksichtigt und fand mit einem extra Modul Didaktik und

Methodik verstrkt Eingang in der nchsten Schulung. Den Teilnehmerinnen

der ersten Schulung wurde das Angebot gemacht, dieses Modul im August

Projektverlauf 30

2007 nachzuholen, was gleichzeitig auch die Mglichkeit der Reflektion des

bisher in den Sportschnupperkursen umgesetzten aus der Schulung diente.

Die Auswertung des Teilnehmendenfeedbacks der zweiten Schulungsrunde

ergab, dass die Inhalte und deren Vermittlung mit gut bis sehr gut bewertet

wurden. Allerdings war sich erneut die Hlfte der Teilnehmenden nicht sicher,

ob sie sich zutrauen, im Anschluss ein eigenes Bewegungsangebot zu leiten.

Fr mehr Sicherheit gaben die Teilnehmenden einen Bedarf an mehr Erfahrung

mit den bungen und den Wunsch nach einer intensiven Schulung in einer

Sportart an. Diese von den Teilnehmenden geuerten Unsicherheiten in

Bezug auf die eigene Umsetzung von Bewegungseinheiten konnte mit einer

intensiveren Supervision durch die Referentin des Sportschnupperkurses und

mit Spezialschulungen, die auf ein Bewegungsthema abzielten, wie z.B. Nordic

Walking oder Eltern-Kind-Turnen kompensiert werden.

Im Teilnehmendenfeedback der Spezialschulung Nordic Walking gab die

Hlfte der Multiplikatorinnen an, dass sie sich zutrauen einen Kurs selbstndig

zu leiten, bedenken bestanden hauptschlich in der noch unsicheren eigenen

Technik beim Nordic Walking (vgl. Anlage 2).

Dagegen traute sich der berwiegende Teil der Teilnehmenden nach der

Spezialschulung zum Thema Eltern-Kind-Turnen zu, einen Kurs zu leiten (vgl.

Anlage 2).

Umsetzung Multiplikatorinnenansatz

Zum Einsatz der Multiplikatorinnen vgl. Beschreibung zu B1

Sportschnupperkurse.

Die Schulungsinhalte bezogen sich auf die in B1 Bewegter Alltag

angebotenen Sportschnuppereinheiten. Es hatte sich herausgestellt, dass zum

besseren Verstndnis der Schulung es sich anbietet, zuerst an einem der

Sportschnupperkurse teilzunehmen und dann die Schulung zu besuchen.

Die Auswertung der Dokumentationsbgen zu B1 Bewegter Alltag zeigte, dass

sich die Multiplikatoren der ersten Schulungsrunde nur im geringen Umfang in

Projektverlauf 31

den Ablauf der Kurse einbrachten. Grnde hierfr waren unter anderem die

bereits beschriebenen Unsicherheiten in der Durchfhrung. Hier wurden die

Referentinnen des Projektakteurs medicoreha, welcher die Schnupperkurse

durchfhrte angehalten, die Multiplikatoren strker von sich aus anzusprechen

und einzubinden. Die vermutete Scheu der Multiplikatorinnen vor der

Umsetzung sollte durch reflektierte Praxiserfahrung genommen werden.

Im Schuljahr 2008/2009 hatten an elf Bewegungskursen Multiplikatorinnen

teilgenommen. Davon haben sich mehr als die Hlfte aktiv in die

Stundenplanung mit eingebracht. Einige Multiplikatorinnen hatten bereits

selbstndig Kurse in ihren Einrichtungen durchgefhrt und waren nicht mehr auf

eine Untersttzung seitens medicoreha angewiesen.

Eine weitere Problematik betraf das Thema mgliche Voraussetzungen an der

Teilnahme einer Multiplikatorenausbildung im Bereich der Bewegung. Es zeigte

sich, dass einige Teilnehmende aufgrund mangelnder Fitness fr eine

Multiplikatorenausbildung im Bereich Bewegung nicht geeignet und somit zum

Teil mit den Kursinhalten berfordert waren. Aus diesem Grund sollte fr dieses

Multiplikatorenkonzept eine Teilnahmevoraussetzung formuliert werden, nach

denen potentielle Teilnehmende selber entscheiden knnen, ob sie sich fr eine

Teilnahme geeignet halten.

Abweichungen von der Planung

Wie bereits beschrieben wurden die Schulungsinhalte entsprechend der

Wnsche der Teilnehmenden modifiziert. In der zweiten Schulungsrunde wurde

das Modul Didaktik und Methodik in das Konzept aufgenommen.

Des Weiteren wurden aufgrund mangelnder Sicherheit in der selbstndigen

Durchfhrung der Kurse zwei Spezialschulungen fr die Multiplikatorinnen

veranstaltet (siehe Punkt Teilnehmendenfeedback) und eine intensivere

Supervision seitens medicoreha geplant. Da statt der geplanten 25

Einrichtungen 18 am Projekt teilnahmen, entstand ein Spielraum an zeitlicher

Ressource, der fr dieses Angebot genutzt wurde.

Projektverlauf 32

Perspektive

Wie schon beschrieben werden diese Manahme sowie die darauf bezogenen

Bewegungskurse fr Eltern in dem Folgekonzept rundum gesund zunchst

zurckgestellt, da der konomische Aufwand dieser Manahme zu hoch

erscheint.

Die Nachhaltigkeit dieser Manahme scheint aber zunchst gesichert, da

eingehende Qualittsgesprche in den Einrichtungen ergaben, dass 16 von 18

Einrichtungen mindestens ein Bewegungsangebot fr Eltern im Schuljahr

2009/2010 verbindlich planen (siehe Perspektive unter B1).

B3 Schwer Mobil

Was umgesetzt wurde

Das Projekt Schwer Mobil des Landessportbundes beinhaltet die Einrichtung

spezieller Bewegungsgruppen fr bergewichtige Kinder. Sportvereine sind ein

bevorzugter Ort der Freizeitgestaltung, weswegen Angebote auch dieses

Setting umfassen sollten.

In drei Stadtteilen von Neuss wurden Bewegungsgruppen fr bergewichtige

bzw. adipse Kinder ins Leben gerufen. In den betreffenden Stadtteilen ist ein

berdurchschnittlich hoher Anteil an bergewichtigen / adipsen Kindern in den

Projekteinrichtungen zu verzeichnen. Bei dem Angebot handelte es sich um

einen Wassergewhnungskurs fr Grundschulkinder sowie vier weitere Kurse

zur allgemeinen Frderung der Bewegungsfreude.

Magebend fr einen Erfolg der Kurse war das Interesse der Kinder und der

Eltern auch nach Kursende an regelmiger Bewegung im Rahmen von

Sportangeboten in Sportvereinen teilzunehmen. Leiter/-innen der Institutionen

berichteten, dass es sehr schwer war Eltern auch aufgrund der

Eigenbeteiligung von einem Euro pro Teilnahme fr diesen Kurs zu begeistern.

Einige Eltern reagierten sogar emprt, als die Erzieher/-innen sie auf einen

Bewegungsangebot fr bergewichtige Kinder ansprachen, da ihr Kind nicht

bergewichtig sei. Eine sensible Ansprache der Erzieher/-innen an die Eltern ist

hierbei empfehlenswert.

Projektverlauf 33

Perspektive

Inwieweit die Kinder nach dem Kurs weitere Angebote des Sportvereines

besuchen wurde nicht ermittelt. Nach Aussage einer Mutter ist ein Kind nach

dem Schwimmkurs in den Schwimmverein eingetreten.

B5 Projekt Hpfdtzchen Kindergarten in Bewegung

Die Manahme B5 ist eine aus Eigenmitteln finanzierte Manahme im Projekt

gewichtig!. Die Manahme zur Integration von mehr Bewegung im

Kindertagessttten-Alltag besteht aus insgesamt fnf Modulen:

Vorbesprechung des Projektes: Vorstellung des Projektes, Klrung der

Ziele, Bercksichtigung individueller Ideen und Wnsche

zwei Fortbildungseinheiten fr das gesamte Erzieher/ -innenteam

Elterninfoveranstaltung (zusammen mit Elternveranstaltung B7),

freier Wahltermin: z.B. Beratung zur Raumgestaltung, Supervision,

Praxisnachmittag mit Eltern und Kindern, sowie einer

Nachbesprechung/Reflektion.

Was umgesetzt wurde

Die Fortbildungen fanden alle in der Einrichtung statt, um die speziellen

Gegebenheiten zu bercksichtigen. Weiterhin gab es eine zentrale Fortbildung

zur Aufsichtspflicht und Kindersicherheit sowie einen Besuch der

Bewegungswerkstatt.

Ziel des Projektes war es, mehr Bewegung in den Kindertagesstttealltag zu

integrieren. Die Lebenswelt Kindertagessttte wurde fr die Kinder

bewegungsfreundlicher gestaltet. Vernderte Innen- und Auenrume frdern

nun verstrkt die Bewegung der Kinder. Beispielsweise wurde den Kindern die

Mglichkeit gegeben Flure als Spiel- und Bewegungsmglichkeit sowie den

Bewegungsraum ganztgig zu nutzen und im Auengelnde mit vielfltigen

Gerten zur motorischen Frderung zu spielen.

Projektverlauf 34

Die Teamschulungen beinhalteten unter anderem eine Auswahl von

unterschiedlichen Bewegungsspielen, die regelmig in den Alltag integriert

wurden. Besonderen Anklang fand dabei das Thema Ringen und Raufen. In

den Qualittsgesprchen wurde ausnahmslos nur positiv von dieser Manahme

berichtet und immer wieder der gute Praxisbezug betont. In einigen

Einrichtungen wurden sogar Eltern an Aktionsnachmittagen zu diesem Thema

eingebunden, so dass die ganze Familie involviert war.

Weiterfhrende Aspekte

In einer Einrichtung fhrte diese Manahme zu einer Kooperation mit einem

Ringer-Sportverein, der regelmige Sportangebote zum Thema Kraftspiele in

Kindertagessttten anbietet.

Perspektive

Evaluationen und Befragungen aus den vergangenen Jahren zeigten, dass es

gelungen ist, Projektinhalte wie hufigere Bewegungsangebote oder rumliche

Vernderungen langfristig in der Einrichtung zu etablieren. Aus diesem Grund

wird die Manahme Hpfdtzchen Kindergarten in Bewegung im

Folgekonzept rundum gesund weitergefhrt.

B6 Projekt Bewegte Schule

Die Manahme B6 Bewegte Schule ist eine aus Eigenmitteln finanzierte

Manahme im Projekt gewichtig!. Ziel des Projektes Bewegte Schule ist es,

mehr Bewegung in den Schulalltag zu integrieren und damit das Setting

Grundschule bewegungsfreundlicher zu gestalten. Dafr finden in den

Grundschulen neben einer Prozessberatung Fortbildungen fr Lehrkrfte zu

Themen wie Unsere bewegte Schule, Schulhofgestaltung etc. statt.

Weiterhin werden Projektschultreffen fr alle beteiligten Grundschulen

angeboten.

Was umgesetzt wurde

Projektverlauf 35

Schuljahr 2007/08

Im Rahmen des Projektes hat im Herbst (16.10.2007) das erste

Projektschultreffen aller beteiligten Grundschulen (14) stattgefunden. Am

23.10.2007 wurden gemeinsam Schulhfe besichtigt, die unter naturnahen und

bewegungsfrdernden Aspekten umgestaltet wurden. Am 2. Projektschultreffen

am 7.4.2008 wurden die Themen Gesundes Sitzen, Konzentrationstest

besprochen sowie ein Erfahrungsaustausch Bewegung im Unterricht /

Gestaltung des Auengelndes durchgefhrt.

An dem Projekt beteiligte sich nur eine von zwei (ehemals drei) Grundschulen.

Dies war insofern bedauerlich, da ein Schwerpunkt des Projektes auf den

strukturellen nderungen lag (ausfhrliche Beratung zur Schulhofgestaltung),

die von zwei Schulen nicht genutzt wurden. Insbesondere bei den

Grundschulen hatte sich in der Erstbefragung der Lehrkrfte (vgl. Anlage 4)

jedoch ein starker Bedarf zu diesem Thema gezeigt.

Schuljahr 2008/09

Im Schuljahr 2008/2009 wurde aufgrund der Nachfrage seitens der 14

beteiligten Grundschulen eine einmalige Fortbildungsveranstaltung zu dem

Thema Teamgeist Energietankstelle fr alle/s durchgefhrt, da die

(aktiven) Projektkoordinatoren der Grundschulen bei der Projektarbeit sehr oft

ein Einzelkmpfertum feststellen. Hier nahm auch wiederum nur eine

Grundschule des Projekts teil.

Weiterhin fand das dritte Projektschultreffen statt. Im Vordergrund stand hierbei

der Erfahrungsaustausch ber die durchgefhrten Manahmen. Gemeinsam

wurden Schwerpunkte der bewegungsfrdernden Schule herausgearbeitet.

Leider hat an diesem Treffen keine der Grundschulen teilgenommen.

Perspektive

Das Projekt ist auf einen Zeitraum von jeweils zwei Schuljahren angelegt: 2007

2009, 2010 -2012 usw. Ein Erfahrungsaustausch beim Projekttreffen der

teilnehmenden Grundschulen zeigte, dass in den Bereichen

Projektverlauf 36

Schulhofumgestaltung, Motorische Tests, bewegte Pausen und Bewegter

Unterricht die Grundschulen sehr aktiv waren und sich diese Manahmen im

Schulalltag etabliert haben (vgl. Anlage 2). Aus diesem Grund soll das Projekt

im Rahmen von rundum gesund im nchsten Jahr wieder angeboten werden.

B7 Multiplikatorenschulung motorische Tests Handlungsvorschlge fr

den Alltag / Erfassung med. Basisdaten

Ziel der Manahme B7 war es, dass Erzieher/- innen und Lehrkrfte die

motorischen Fhigkeiten der Kinder (mglichst) objektiv erkennen und

bewegungsfrdernde Elemente zielgerichtet in den Alltag integrieren knnen.

Sie wurden dazu in der Durchfhrung der motorischen Tests (Bs / Dordel-

Koch Test) geschult, um sie einmal jhrlich durchzufhren. Weiterhin erhielten

die Erzieher/- innen und Lehrkrfte Handlungsvorschlge zur Frderung der

Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination, um diese im

Alltag zielgerichtet umzusetzen.

Die Manahme B7 war folgendermaen aufgebaut:

Schulung der Erzieher/ -innen und Lehrkrfte in der Durchfhrung des

motorischen Tests (Bs / Dordel-Koch Test), der einmal jhrlich

durchgefhrt wurde

Messung der medizinischen Daten: Gre, Gewicht, Hautfaltendicke

(Trizepsfalten, subscapulr, Hfte [Slaughter]), Umfangsmessung (Taille

und Hfte).

Durchfhrung von Supervisionen in allen teilnehmenden Einrichtungen zur

Qualittssicherung

Ergebnisrckmeldung der durchgefhrten Tests an die Einrichtungen und an

die Eltern

Schulung der Erzieher/ -innen in der Interpretation der Testergebnisse, zur

Weitergabe der Ergebnisse an die Eltern

Planung von Bewegungsfrderung aufbauend auf den Ergebnissen

Erhalt von Handlungsvorschlgen zur Frderung der Ausdauer, Kraft,

Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination zur zielgerichteten Umsetzung

in den Alltag (z.B. Erstellung von Wochenplnen zur Frderung der

Projektverlauf 37

motorischen Fhigkeiten, Vorschlge zur Elternintegration)

Was umgesetzt wurde

Schuljahr 2006/07

Zur Vorbereitung der Tests wurde am Anfang des Projektes in allen

Einrichtungen Teamschulungen durchgefhrt. Anhand des Hand outs (vgl.

Anlage per Post) lernten die Erzieher/- innen und Lehrkrfte Fehler bei der

Testdurchfhrung zu minimieren, so dass eine einheitlich gleiche Messung in

den Einrichtungen garantiert wurde.

In diesem Schuljahr nahmen insgesamt 1019 Kindertagesstttekinder (davon

528 Jungen und 491 Mdchen) sowie 713 Grundschulkinder (davon 389

Jungen und 342 Mdchen) an der Fitnessolympiade teil.

Projektmanagerin und wissenschaftliche Hilfskraft besprachen die individuellen

Ergebnisse fr die Institution und einzelnen Gruppen/Klassen mit den jeweiligen

Projektkoordinatoren im Rahmen der Qualittsgesprche. Auf Basis dieser

Ergebnisse wurden die zuknftigen Schulungen in den Modulen B7 und E4

geplant, in denen individuelle Handlungsvorschlge fr den Alltag vermittelt

wurden. Die entsprechende Rckmeldung der Ergebnisse an die Eltern erfolgte

in Form eines Ampelsystems, das im Rahmen einer Informationsveranstaltung

fr Eltern erlutert wurde.

Schuljahr 2007/08

Insgesamt bot der Projektakteur Deutsche Sporthochschule vier zentrale

Schulungen zur Durchfhrung der Fitnessolympiade im September 2007

(Teilnahme von 32 Fachkrften) und eine zentrale Schulung im Januar 2008

(Teilnahme von 11 Fachkrften) an.

Kindertagessttten

Es wurden zwei Fitnessolympiaden (September / Oktober 2007 und Januar /

Februar 2008) durchgefhrt. Im September / Oktober 2007 nahmen in den 16

Projektverlauf 38

Kindertagessttten insgesamt 967 Kinder teil, davon 506 Jungen und 461

Mdchen. Im Januar / Februar 2008 nahmen in den 16 Kindertagessttten

insgesamt 1004 Kinder teil, davon 518 Jungen und 486 Mdchen.

Grundschulen

Die Fitnessolympiade wurde mit den ersten Klassen im September / Oktober

2007 durchgefhrt. Die Fitnessolympiade mit den Klassen zwei bis vier fand im

Januar/Februar 2008 statt. Insgesamt nahmen an dieser geteilten Olympiade

in den drei Grundschulen 592 Kinder, davon 318 Jungen und 274 Mdchen teil.

Eine Supervision der Durchfhrung wurde jeweils einen Vormittag lang in jeder

Einrichtung durchgefhrt. Im Mai / Juni 2008 erfolgte die Rckmeldung des

Gesamtergebnisses der beiden Testrunden an Projektkoordinatoren,

Gruppenleitungen bzw. Sportlehrer/ -innen zur zielgerichteten Steuerung der

Bewegungsangebote in Kindertagessttten und Grundschulen. Im Anschluss

daran wurden die Ergebnisse der Kinder in schriftlicher Form an die Eltern ber

die Einrichtungen herausgegeben.

Anders als im letzten Schuljahr vermittelte im Schuljahr 2007/2008 der

Projektakteur Deutsche Sporthochschule die Ergebnisse in den Einrichtungen.

Zu diesen sogenannten B7 Nachbesprechungen kamen jeweils die

Projektkoordinator/- innen sowie die Gruppenleiter/- innen in den

Kindertagessttten bzw. die Sportlehrer/- innen in den Grundschulen

zusammen. Ziel des dreistndigen Treffens war es, den Fachkrften vor Ort die

Ergebnisse der Olympiade nher zu bringen und mit einer bewussten Planung

der Bewegungsfrderung in den Einrichtungen zu verknpfen. Zum Abschluss

des Gesprchs erstellten die Einrichtungen Wochenplne, wie sie ihre

Bewegungsfrderung in Zukunft gestalten wollten. Hierfr erarbeiteten die

Teilnehmenden mit Untersttzung der Deutschen Sporthochschule die Inhalte

fr die Wochenplne. Eine Vorlage fr einen solchen Wochenplan liegt dem

Bericht in Anlage 2 bei.

Projektverlauf 39

Schuljahr 2008/2009

Im Januar 2009 erfolgte eine Ausbildung zum/ zur

Fitnessolympiadenkoordinator/- in an der jeweils eine Erzieher/-in aus einer

Einrichtung teilgenommen hat. In der Schulung wurde nochmals gezielt auf die

Fehlerquellen bei der Durchfhrung des Motoriktests hingewiesen, zu dem fand

ein Erfahrungsaustausch zwischen den Koordinator/ innen statt, um den Ablauf

der Motoriktests zu optimieren.

In diesem Schuljahr gab es im Januar/Februar 2009 eine letzte

Fitnessolympiade im Rahmen des Projekts. Um im jhrlichen Rhythmus zu

bleiben fhrten die Klassen zwei in den Grundschulen die Olympiade bereits im

September / Oktober 2008 durch. Insgesamt nahmen 1060 Kinder in den

Kindertagessttten und Grundschulen des Projektes teil. 871 Kinder, davon 431

Mdchen und 440 Jungen wurden in den Kindertagessttten sowie 189 Kinder,

davon 87 Mdchen und 101 Jungen in der Grundschule getestet.

Die Rckmeldung der Eltern erfolgte wiederum nach der von der Deutschen

Sporthochschule durchgefhrten Nachbesprechung der Motoriktests. Zu dem

erfolgten in ausgewhlten Einrichtungen weitere Supervisionen zur

Qualittssicherung.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Fitnessolympiade und dem im Rahmen der

B7 Nachbesprechungen angeregten Prozess der Dokumentation der

Bewegungsfrderung in Form von Wochenplnen fhrte der Projektakteur

Deutsche Sporthochschule gemeinsam mit den Gruppenleitungen die so

genannte B7 Begehung durch. Nach einer Besprechung der Wochenplne,

begutachtete der Projektakteur Deutsche Sporthochschule mit den

Gruppenleitungen die Flure, den Bewegungsraum und das Auengelnde um

dort unter Bercksichtigung der Ergebnisse der Olympiade das Material

sowie dessen Nutzung zur Bewegungsfrderung zu erfassen. Im direkten

Gesprch wurden Optimierungsmglichkeiten erarbeitet und im Rahmen von

Handlungsvereinbarungen eine Umsetzung erster Vernderungen geplant.

Ausgehend von diesem Prozess plante der Kooperationspartner mit den

Gruppenleiter/- innen den so genannten B7 Praxisspiele Termin. Diese

Projektverlauf 40

Schulung vermittelte auf praktischer Ebene Anregungen fr

Bewegungsangebote. Wichtig war dabei, dass die Erzieher/- innen ihren

eigenen Bedarf fr diese Schulung bzw. ihr Interesse selber formulierten. Beide

Schulungen umfassten jeweils zwei Stunden und richteten sich gezielt an die

Gruppenleiter/- innen in den Kindertagessttten.

Umsetzung des Ansatzes Elternempowerment / Ergebnisrckmeldung an die

Eltern

Die Eltern sollten motiviert werden, in ihrem Alltag das Ernhrungs- und

Bewegungsverhalten in der Familie zu berprfen und im Sinne ihrer

Vorbildfunktion - ggf. aktiv zu verndern. Unter Bercksichtigung dieses

Aspektes erfolgten die Weiterentwicklung der Rckmeldebogen sowie das

Briefing der Fachkrfte in den Einrichtungen zur Diskussion mit den Eltern.

Die Eltern erhielten die Ergebnisse in schriftlicher Form. Gegenber der ersten

Rckmeldung enthielt die zweite Rckmeldung aber einiges mehr an

Informationen fr die Eltern. Zur Veranschaulichung des Bewegungsverhaltens

im Alltag wurde mit Genehmigung des aid die Bewegungspyramide genutzt.

Neben Tipps fr den Alltag appellierte das Schreiben an die Vorbildfunktion der

Eltern fr das Bewegungs- und Ernhrungsverhalten ihrer Kinder und verwies

auf gewichtig Angebote in den Einrichtungen. Bei den Kindern, die bereits

hufiger an der Olympiade teilgenommen hatten wurde ein Vergleich der

Ergebnisse dargestellt. Ein Musterexemplar der Rckmeldebogen findet sich in

Anlage 2.

Fr die Form der Ergebnisrckmeldung whlten die Kindertagessttten fast

ausnahmslos den Weg der persnlichen bergabe. Auf Anregung der

Fachkrfte wurde mit einigen Eltern direkt in der Einrichtung ber die

Ergebnisse diskutiert und Erfahrungen unmittelbar ausgetauscht. Vorab in den

Einrichtungen ausgehngte Plakate mit dem allgemeinen Abschneiden der

Einrichtung luden zum Einordnen der Einzelergebnisse in den

Gesamtzusammenhang ein. So boten sich Anlsse fr ein persnliches

Gesprch mit den Eltern. Eine Kindertagessttte ermglichte eigens hierfr drei

Gruppengesprchsangebote, an dem sich rund 20% der Eltern der Einrichtung

Projektverlauf 41

beteiligten. Die berwiegende Mehrheit der Eltern in den beteiligten

Kindertagessttten hatte keine Nachfragen zum Abschneiden ihres Kindes. In

den Grundschulen wurden die Ergebnisse von den Kindern mit nach Hause

genommen. Hier kam es nur vereinzelt zu Nachfragen seitens der Eltern.

Teilnehmendenfeedback

Insgesamt gaben die Fachkrfte eine sehr positive Rckmeldung zu der

gewhlten Form der Nachbesprechung und der Fortbildung Praxisspiele. Die

Leitung der Gesprche wurde als kompetent eingeschtzt und konnte

besonders durch die Fortbildung Praxisspiele in der Selbsteinschtzung der

Fachkrfte zu einer Fortfhrung der Inhalte im Alltag motivieren (vgl. Anlage 2).

Das Feedback der Zentralen Schulungen der Fitnessolympiade fiel

unterschiedlich aus. Die Leitung der Fortbildungen wurde durchweg als

kompetent beschrieben, jedoch kamen Zweifel in der Umsetzung der

Fitnessolympiade in den Kindertagesstttenalltag auf. Teils wurde die Mischung

aus Theorie und Praxis kritisiert (vgl. Anlage 2). Die Teilnehmer htten sich

mehr Praxis gewnscht, da aber ein gewisses theoretisches Hintergrundwissen

erforderlich ist, konnte dem Wunsch nicht nachgegangen werden.

Abweichungen von der Planung

Gegenber der Beschreibung der Feinziele ergaben sich folgende nderungen:

Die medizinischen Basisdaten wurden mittels Gre, Gewicht, Hautfaltendicke

(Trizepsfalte, subscapulr; Wert genommen durch die wissenschaftliche

Hilfskraft und die Projektmanagerin) sowie Taillenumfang erhoben. Es entfiel

das Messen des Blutdrucks.

Sowohl die B7 Begehung als auch die Schulung B7 Praxisspiele

entwickelten sich aus dem Projektprozess heraus. Die Ergebnisse der sog.

Zweitbefragung der Erzieher/- innen und Lehrkrfte (vgl. Anlage 4) zeigten,

dass in der praktischen Arbeit mit den Kindern ein weiterer Schulungsbedarf

bestand. Diesen an den Ergebnissen der Fitnessolympiade in den

Einrichtungen zu orientieren erschien schlssig. Im Gesprch mit den Erzieher/-

Projektverlauf 42

innen wurde festegestellt, dass zum Teil Schwierigkeiten bestanden, die

Frderung bestimmter motorischer Fhigkeiten den einzelnen Angeboten

(Gerte, Material, ritualisierte Spielangebote) der Einrichtung zuzuordnen.

Hierzu wurden unter Anleitung von Diplomsportwissenschaftlern gezielte

Wochenplne zur Frderung der motorischen Fhigkeiten erstellt. Die erstellten

Wochenplne wurden diskutiert und Optimierungsmglichkeiten erarbeitet. Eine

Begehung der Rumlichkeiten und des Auengelndes wurde vorgenommen,

um besprochene Inhalte zu sichern und neue Bewegungsmglichkeiten und -

rume aufzuzeigen. Ausgehend von diesem Prozess wurde mit den

Gruppenleiterinnen eine Praxiseinheit durchgefhrt, bei der gewnschte

Themen intensiv behandelt wurden.

Umsetzung Multiplikatorinnenansatz

Ziel war es, dass die Fitnessolympiade auch nach Projektende einmal jhrlich

mit den vier- und fnfjhrigen Kindern (Kindertagessttte) sowie mindestens

einer Schulklasse (Grundschule) durchgefhrt wird, um Aktivitten der

Bewegungsfrderung zielgerichtet durchfhren zu knnen.

Durch regelmige Wiederholung der Multiplikatorenschulung wird davon

ausgegangen, dass die Inhalte nach Abschluss der Schulung selbstndig

weitergefhrt werden. Nach Angaben der Einrichtungen in Qualittsgesprchen

fhren 14 von 18 Einrichtungen die Fitnessolympiade weiterhin durch. Acht

Einrichtungen haben sich fr das Modul Fitnessolympiade im Folgekonzept

rundum gesund fr das nchste Schuljahr angemeldet und lassen somit die

Testergebnisse wissenschaftlich auswerten.

Perspektive

Im Rhein-Kreis Neuss wurde eine neue Stelle besetzt, die u.a. fr das Thema

Gesundheitsberichterstattung zustndig ist und in diesem Rahmen die Daten

der Fitnessolympiade nach Projektabschluss im Rahmen von rundum gesund

weiterhin auswerten wird.

Projektverlauf 43

3.3.2 Ernhrung

E1 Fortbildung (Kinder-) Ernhrung und Kochen - Theorie und Praxis

Diese Manahme fr Eltern bestand aus neun monatlich stattfindenden

Kurstreffen drei Stunden, in deren Rahmen verschiedene Aspekte der

gesunden (Kinder-) Ernhrung, sowie praktische Anleitungen fr den Alltag

behandelt wurden. In Verknpfung von Theorie und Praxis wurde bei jedem

Kurstreffen gemeinsam gekocht. Eine Hausaufgabe, welche zum Teil in aktiver

Beobachtung des eigenen Ernhrungsverhaltens und dem Ernhrungsverhalten

der Kinder bestand, verknpfte die einzelnen Treffen miteinander. In einer

Einheit wurde ein Einkaufstraining im Supermarkt durchgefhrt. Als

abschlieendes Ergebnis wurde aus allen Veranstaltungen ein Ernhrungs-

bzw. Rezeptheft erstellt (vgl. Anlage 2).

Modul 1: Grundlagen - gesunde Kinderernhrung

Modul 2: Flssigkeit und Trinken

Modul 3: Zwischenmahlzeiten und Fastfood

Modul 4: Kindgerechtes Frhstck

Modul 5: Obst und Gemse

Modul 6: Brot und Korn

Modul 7: Gesundes Naschen

Modul 8: Fertiggerichte

Modul 9: Hunger, Appetit und Essgewohnheiten

Was umgesetzt wurde

Anzahl und Regelmigkeit der Teilnahme

Seit Projektbeginn konnten mit Ernhrungs- und Kochkursen ca. 454 Eltern

erreicht werden

Schuljahr 2006/2007: Es wurden 19 Kurse durchgefhrt. Die 179 erreichten

Eltern fehlten im Schnitt an 1-2 von neun Terminen.

Projektverlauf 44

Schuljahr 2007/2008: Es wurden 13 Kurse angeboten, dabei wurden

insgesamt 175 Eltern erreicht, die durchschnittlich knapp ber die Hlfte der

Kurse besuchten.

Schuljahr 2008/2009: Es wurden insgesamt 10 Elternkurse durchgefhrt, dabei

wurden ca. 100 Eltern erreicht, die an mehr als die Hlfte der Kurse

teilgenommen haben.

Teilnehmendenfeedback

Die Auswertung des Teilnehmendenfeedbacks im Projektzeitraum ergab, dass

der Aufbau der Kurse berwiegend mit sehr gut bis gut bewertet wurde.

Daraufhin wurden inhaltlich keine Vernderungen vorgenommen. Die

Integration des Gelernten in den heimischen Alltag bewertete ebenfalls ber die

Hlfte der Teilnehmenden mit gut. Allerdings gab ein Viertel der

Teilnehmenden wiederum an, dass es eher mittelmig gelingt, das Erlernte zu

Hause umzusetzen. Als Grund hierfr wurde mehrfach die mangelnde

Bereitschaft der Familie genannt. Weitere Ergebnisse hierzu werden unter

Punkt 4.1.4 erlutert.

Umsetzung Multiplikatorinnenansatz

hnlich wie in Manahme B1 Sportschnupperkurse wurde den

Multiplikatorinnen die Mglichkeit einer intensiven Betreuung (Coaching)

durch den Projektakteur esg Institut fr Ernhrung angeboten. Ziel war, dass

die Multiplikatorinnen nach und nach Kurseinheiten bernehmen sollten, bis hin

zu einer selbstndigen Anleitung des Kurses ohne Hilfe einer

Ernhrungsberater/-in.

Im Schuljahr 2007/2008 hatten in fnf der 13 Kurse Multiplikatorinnen kleinere

Einheiten im Kursverlauf selbstndig sowohl in Theorie als auch in der

Kchenpraxis bernommen.

Insgesamt beurteilten die Referentinnen des Projektakteurs esg Institut fr

Ernhrung die Arbeit mit den Multiplikatorinnen als schleppend. In

Zusammenarbeit mit den Referentinnen des Projektakteurs esg und dem

Projektverlauf 45

Projektmanagement wurde die im Rahmen des 3. Netzwerktreffens (vgl. Anlage

3) von den Einrichtungen gewnschte Spezialschulung fr Planung entwickelt.

Eine Umsetzung der Schulung erfolgte zu Beginn des Schuljahres 2008/09 (vgl.

Abweichungen in der ursprnglichen Planung und E2

Multiplikatorinnenausbildung).

Im Schuljahr 2008/2009 wurden alle Kurse in Eigenregie durch die

Multiplikatorinnen durchgefhrt. Die Referentinnen des Projektakteurs esg

Institut fr Ernhrung nahmen dabei erneut eine untersttzende Rolle in Form

eines Coaches ein.

Im Projektzeitraum kristallisierten sich Sonderformen der Ernhrungskurse

heraus, die auf Wunsch der Eltern in Zusammenarbeit mit den

Projektkoordinatorinnen vor Ort entstanden. Eine Einrichtung hatte eine eigene

Aktionsform fr sich entwickelt, bei der drei Nachmittage zu einem Thema mit

den Eltern durchgefhrt werden sollten. Eine dieser Aktionen (Rund um die

Kartoffel) wurde mit vier Eltern durchgefhrt. Die Multiplikatorinnen zeigten sich

enttuscht, dass sich lediglich vier Eltern interessierten, haben aber was aus

Sicht des Projekts positiv zu bewerten war ihren Respekt vor der

Durchfhrung eines Angebots mit den Eltern berwunden, daraufhin wurden

Nachfolgeaktion geplant und erfolgreich durchgefhrt.

Wie schon unter B1 beschrieben bot eine Einrichtung selbstndig im 14-tgigen

Wechsel eine Sonderform mit einem Eltern-Kind Kochangebot und einem

Eltern-Kind Turnen an. Dabei kristallisierte sich eine feste Gruppe an

Teilnehmenden heraus, die sich sowohl am Ernhrungs- als auch am

Bewegungsangebot beteiligten.

Umsetzung Partizipationsansatz

Im Prozess der Umsetzung kam der Partizipationsansatz des Projekts strker

als in der Feinzielbeschreibung zum Tragen. Die Eltern hatten die Mglichkeit,

den Kursverlauf selber zu gestalten, indem sie eigene Rezepte mitbrachten. Die

Rezepte wurden von den Kursreferentinnen auf ihren Nhrwert hin geprft, ggf.

berarbeitet und anschlieend im Kurs gekocht. Dieser Ansatz war sehr

Projektverlauf 46

interaktiv. Zum Teil hatten die Teilnehmenden Schwierigkeiten in deutscher

Sprache ein Rezept zu Papier zu bringen. Diese Aufgabe bewltigten sie

gemeinsam mit der Referentin vor Ort. Das Optimieren der Rezepte nahm Zeit

in Anspruch. Diese zustzlichen Kosten konnten aufgrund der geringeren

Anzahl an Einrichtungen im Projekt als geplant aufgefangen werden.

Bemerkenswert ist, dass in einem Kurs mit ausschlielich Teilnehmenden mit

Migrationshintergrund der Wunsch entstand, viele typisch deutsche Rezepte

nachzukochen, wie etwa ein deutsches Sonntagsessen. In diesem Fall waren

Referentin und Multiplikatorin im Sinne eines interkulturellen Austausches

gefordert, Rezepte zu prsentieren.

Weiterfhrende Aspekte

Zwei Einrichtungen verbanden bewusst Elemente aus den Manahmen E4

Ball & Birne mit dem Elternkurs im Bereich Ernhrung. Parallel zu dem

Erwachsenenkurs konnten sich in der einen Einrichtung die Kinder fr einen

Kinderkochkurs anmelden und sich dann zu Hause mit ihren Eltern zu den

Manahmen austauschen. Das bereits in B1 beschriebene

Mittwochskonzept einer anderen Einrichtung sah vor, dass Eltern und Kinder

gemeinsam kochen. Hier wurde in der Umsetzung auf das Material Ball und

Birne zurckgegriffen. Der Einrichtung war wichtig, dass die Eltern erleben, wie

im Alltag das Thema Ernhrung mit den Kindern in der Kindertagessttte

spielerisch erarbeitet wird.

Abweichungen von der ursprnglichen Planung

Gegenber der Planung in den Feinzielen variierte fr die erste Kursrunde auf

Grund organisatorischer Grnde (zeitverzgertes Eintreten der Einrichtungen in

die konkrete Projektarbeit) die Anzahl der Kurstreffen. In der ersten Kursrunde

fanden

3 Kurse mit 9 Treffen,

3 Kurse mit 8 Treffen,

3 Kurse mit 7 Treffen,

9 Kurse mit 6 Treffen,

Projektverlauf 47

2 Kurse mit 5 Treffen

statt. Da in den meisten Einrichtungen die Kurse noch vor den Sommerferien

abschlieen sollten, es aber trotzdem noch eine Mindestanzahl von fnf Treffen

geben sollte, kam es zur Umstellung des geplanten Vier-Wochenturnus auf

einen Zwei-bis Drei-Wochenturnus.

Zudem wurde in drei Einrichtungen, in denen sich die Kurse in der geplanten

Form nicht realisieren lieen, Sonderformen entwickelt und durchgefhrt:

Vorbereitung eines Fingerfoodbuffets im Rahmen eines Sponsorenlaufs fr

eine Grundschule (2 Treffen),

eine Kurseinheit (4 Treffen 3 Stunden) Gesundes Backen und Naschen,

ein verkrzter Kurs um Eltern fr das Lernen in der Kindertagessttte zu

motivieren.

ein Kurs zur gesunden Ernhrung in Theorie und Praxis fr Kinder und

Eltern in einer Grundschule.

Die erwhnten Sonderformen waren eine Reaktion darauf, dass sie in

Einrichtungen, in denen die Elternarbeit bislang wenig bercksichtigt wird (vor

allem Grundschulen), die einzige Mglichkeit darstellen, zumindest einige

wenige Eltern zu erreichen. Eine weitere Abweichung stellt das o.g. Coaching

dar, welches sich aus dem Projektprozess heraus zwischen den

Multiplikatorinnen und den Referentinnen des Projektakteurs esg Institut fr

Ernhrung entwickelte. Da die Multiplikatorinnen zunehmend selbstndig zu

einer Kursdurchfhrung kommen sollten wurde das sog. Coaching wie auch bei

der Manahme B1 ausgedehnt.

Zudem gab es eine Vernderung der zeitlichen Ressourcen. Es zeigte sich,

dass die Vorbereitung der Kursstunden vor Ort ca. 30 Minuten in Anspruch

nahm. Der zeitliche Ressourceneinsatz vernderte sich somit wie folgt: 9 x 210

Minuten.

Projektverlauf 48

Perspektive

Diese Manahme war sehr personal- und damit kostenintensiv. Bekannt ist

jedoch auch, dass reine Informationsvermittlungskurse zur Ernhrung wenig

erfolgreich sind. Wichtig scheint also die praktische Komponente in diesem

Modul zu sein wie auch die langfristige Perspektive, dass der Kurs ber ein

Jahr konzipiert ist.

Positiv zu bewerten ist, dass 16 von 18 Einrichtungen weiterhin ein Ernhrungs-

/ Kochkursangebot fr Eltern planen. Allerdings planen nur fnf

Kindertagessttten mit dem im Projekt durchgefhrten vollen Umfang (9x 180

min). Beliebter sind Aktionstage oder verkrzte themenbezogene

Ernhrungskurse drei Einheiten, wie z.B. "Rund um die Kartoffel", "gesundes

Frhstck", "gesundes Backen" usw., um somit die Eltern zu motivieren.

E2 Zentrale Multiplikatorenausbildung

Der Kurs E1 Kochen mit Eltern und Kindern wird zunchst vom

Projektakteur esg - Institut fr Ernhrung durchgefhrt. Langfristig sollen

Pdagogen, Erzieher/ -innen oder Eltern zu Multiplikatoren fortgebildet werden,

die dann einen Kurs eigenstndig leiten knnen. Voraussetzung ist, dass die

Teilnehmenden zunchst an einem E1 Ernhrungskurs fr Eltern teilgenommen

haben, damit der Grundaufbau einer Kursreihe bekannt ist. In den

Multiplikatorenschulungen wurden Grundlagen rund um die Themen gesunde

Ernhrung, Kochen, praktische bungen und Fragen zur Gruppenleitung wie

etwa Zeitmanagement im Kurs vermittelt. Aus jeder Institution wurde dabei

mindestens ein Multiplikator weitergebildet. Das hand out ist in Anlage 2

beigefgt.

Was umgesetzt wurde

In Schuljahr 2007/2008 wurden zwei Multiplikatorenschulungen E2

durchgefhrt. Die Schulungen erfolgten jeweils im Umfang von vier Terminen

3,5 Stunden plus einer Vorbereitungszeit im Schulungsraum fr die Referentin

von 30 Minuten pro Treffen. Jede Einheit startete jeweils mit einem ca.

1stndigen Theorieteil auf den ein ca. zw