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Der Staat als Unternehmer (4) Privatwirtschaftsverwaltung SS 2009 Kurt Reindl Kurt Reindl, Der Staat als Unternehmer, SS 2009, 23.03.2009 1

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  • Der Staat als Unternehmer (4)PrivatwirtschaftsverwaltungSS 2009 Kurt ReindlKurt Reindl, Der Staat als Unternehmer, SS 2009, 23.03.2009*

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    GliederungAllgemeiner TeilAllgemeine InformationenBegriff des ffentlichen Unternehmensffentliche Unternehmen und EG-WettbewerbsrechtRechtliche Grundlagen in : PrivatwirtschaftsverwaltungBeweggrnde fr unternehmerisches TtigwerdenEigenunternehmenAusgliederungenVerstaatlichung/PrivatisierungRechtsschutz und KontrolleRegulierungsbehrden

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungPrivatrechtliche Handlungsalternative der Verwaltung (Nicht-hoheitliche Verwaltung/Privatwirtschaftsverwaltung)Privatrechtliche Handlungsformen als Handlungsalternativen fr VerwaltungsorganeVerwaltung kann sich aller Handlungsformen bedienen, die auch privaten Personen zukommtSowohl fr erwerbswirtschaftliche Zwecke, als auch fr konkrete Staats- und VerwaltungszweckeFreie Entscheidung des Gesetzgebers nach Zweckmigkeitskriterien unter Beachtung des Sachlichkeitsgebots ( Missbrauchsverbot: Wahl der privatrechtlichen Handlungsalternative zum Ausschluss von Rechtsschutzmglichkeiten ist verfassungswidrig!)Handlungsalternative ergibt sich aus dem Gesetz (uU mittels Gesetzesauslegung)Vorgesehene Form des Verwaltungshandelns (Verordnung und Bescheid: Hoheitsverwaltung; Vertrag: nicht hoheitliche Verwaltung)Gem Judikatur im Zweifel nicht-hoheitliches Verwaltungshandeln: Staatlicher Zwang bedrfe immer einer gesetzlichen Grundlage

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungKritik von Binder: Rechtsschutzdefizite; Hoheitsrecht bedeutet nicht immer tatschlichen Zwang (Leistungsverwaltung) Auslegungsregel sollte sich am Zweck orientieren (erwerbswirtschaftl. Zwecke: nicht hoheitliche Verwaltung; ffentliche Verwaltungszwecke: hoheitliche Verwaltung)Gemeinde: Soweit Gesetz Ttigkeiten der Hoheitsverwaltung nicht vorbehlt, hat sie im Bereich der schlicht-hoheitlichen Verwaltung Wahlfreiheit zwischen hoheitlicher und nicht-hoheitlicher VerwaltungObwohl also die schlichte Verwaltungsttigkeit etwa der Mllabfhr im Hinblick auf die ffentlichen Zwecke der hoheitlichen Gemeindeverwaltung zuzhlt, drfte idS die Gemeinde auch eine eigene juristische Person begrnden, die dann als sog ausgegliedertes Unternehmen die Mllabfhr im eigenen Namen anstelle der Gemeinde durchfhrtHandlungsalternative ergibt sich aus dem tatschlichen VerwaltungshandelnErkennbare Form des Verwaltungshandelns (Verordnung und Bescheid: Hoheitsverwaltung; Vertrag: nicht hoheitliche Verwaltung)Schlicht-hoheitliches Verwaltungshandeln: Auslegung (erwerbswirtschaftlicher Zweck des gesetzten Verwaltungshandelns: nicht-hoheitliche Verwaltung; konkreter ffentlicher Verwaltungszweck: hoheitliche Verwaltung)

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    Rechtliche Grundlagen in Privatwirtschaftsverwaltung Die Gebietskrperschaften als Trger von PrivatrechtenBund, Lnder und Gemeinden sind rechts- und vermgensfhigSie sind eigene RechtspersnlichkeitenSie verfgen ber eigenes VermgenBund, Lnder: Art 17 B-VGDurch die Bestimmungen der Art. 10 bis 15 ber die Zustndigkeit in Gesetzgebung und Vollziehung wird die Stellung des Bundes und der Lnder als Trger von Privatrechten in keiner Weise berhrt.Gemeinden: Artikel 116 Abs 2 B-VGDie Gemeinde ist selbstndiger Wirtschaftskrper. Sie hat das Recht, innerhalb der Schranken der allgemeinen Bundes- und Landesgesetze Vermgen aller Art zu besitzen, zu erwerben und darber zu verfgen, wirtschaftliche Unternehmungen zu betreiben Gesamtstaat sterreich wird keine Rechtspersnlichkeit verliehensterreich ist daher nicht rechts- und vermgensfhig 1 Abs 1 des VerstaatlichungsG, BGBl 1946/168 idgF: Anteilsrechte an den verstaatlichten Gesellschaften gehen in das Eigentum der Republik sterreich ber gemeint ist Bund

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    Rechtliche Grundlagen in Privatwirtschaftsverwaltung Vertretungsbefugnis nach auenHoheitliches Organisationsrecht bestimmt, welches konkrete staatliche Verwaltungsorgan fr die rechtsgeschftliche Vertretung nach auen zustndig istBund:Art 104 Abs 2 B-VG: Verwaltung des Bundesvermgens obliegt dem (gem BMG, BGBl 1986/76 idgF) zustndigen Bundesminister Auftragsverwaltung: bertragung der Geschfte in Angelegenheiten der Privatwirtschaftsverwaltung an den LH und ihm unterstellte Behrden, zBBundeswasserbauverwaltung durch VO BGBl 1969/280Frderung der Erwachsenenbildung durch VO BGBl 1975/523Keine verfassungsgesetzlich ausschlielich gebotene Zustndigkeit Einrumung rechtsgeschftlicher Vertretungsbefugnis durch einfaches Bundesgesetz auch an andere Bundesorgane mglich

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungLand:Landeshauptmann vertritt das Land gem Art 105 Abs 1 B-VGauch rechtsgeschftliche VertretungsbefugnisGemeinden:Regelungen in Gemeindeordnungen und StadtstatutenidR Brgermeister (vgl 58 Abs 1 O GemO, LGBl 1990/91 idgF)Sondergesetzliche Anordnungen: zB Vertretungsbefugnis im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen (Eigenbetriebe)

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungRechtswirksames HandelnErste Phase:Inhaltliche Entscheidung nach ffentlich-rechtlichen Kriterien des OrganisationsrechtsZweite Phase:Umsetzung der Entscheidung durch zivilrechtliches HandelnAusbung einer Zustndigkeit des hoheitlichen Organisationsrechts durch das nach auen vertretungsbefugte Organ der GebietskrperschaftZivilrechtliche Stellvertretung grundstzlich mglich; Stellvertreter nimmt aber keinesfalls eine organschaftliche Zustndigkeit der Gebietskrperschaft wahr

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungBeispiel Gemeinde 69 Abs 5 O GemO: Die gnzliche oder teilweise Veruerung von wirtschaftlichen Unternehmungen der Gemeinde, die der ffentlichen Daseinsvorsorge dienen, ist nur auf Grund eines mit Zweidrittelmehrheit gefassten Gemeinderatsbeschlusses zulssig. Als derartige wirtschaftliche Unternehmungen gelten insbesondere kommunale Einrichtungen der Wasser- und Energieversorgung, der Abwasser- und Mllentsorgung sowie Bildungs-, Gesundheits-, Kultur- und Sozialeinrichtungen sowie Kinderbetreuungseinrichtungen.Vertretungsbefugnis nach auen gem 58 Abs 1 O GemO: Der Brgermeister vertritt die Gemeinde nach auen.Beispiel LandArt 55 Abs 1 O L-VG: Die Landesregierung verwaltet das Landesvermgen.Vertretungsbefugnis nach auen gem Art 50 L-VG: Der Landeshauptmann vertritt das Land;

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungArtikel 17 B-VGKompetenzverteilung der Art 10 bis 15 B-VG gilt gem Art 17 B-VG nicht fr den Bund und die Lnder als Trger von PrivatrechtenBundes- und Landesgesetzgeber sind uneingeschrnkt fr die Regelung aller privatrechtlichen Handlungen ihrer Gebietskrperschaften zustndigStatutargesetze:Bindung der nicht-hoheitlichen Verwaltung von innenVorschriften des Organisationsrechts der GebietskrperschaftRichten sich ausschlielich an die VerwaltungBegrnden keine Rechte und Pflichten fr staatsverschiedene Privatpersonen bzw private Wirtschaftssubjekte

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungVerwaltungsprivatrecht:Bindung der nicht-hoheitlichen Verwaltung von auenRichten sich an die AllgemeinheitAuenrechtswirksame Gesetze, die das privatrechtliche Handeln der Verwaltungsorgane regeln, Uneingeschrnkte Einrumung privatrechtlicher Ansprchen gegen privatrechtlich handelnde Gebietskrperschaft, die am Rechtsweg vor den Zivilgerichten betrieben werden knnenIn den Sachmaterien, fr die die Gesetzgebung kompetenzrechtlich zustndig, sind im Verwaltungsprivatrecht auch subjektiv ffentliche Rechte gegen die privatrechtlich handelnde Gebietskrperschaft (dh Durchsetzung im Verwaltungsprozess) zulssig

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    Rechtliche Grundlagen in Privatwirtschaftsverwaltung Artikel 116 Abs 2 B-VGEigener Wirkungsbereich der Gemeinde gem Art 118 Abs 2 B-VG verfassungsrechtlich geschtzt:Der eigene Wirkungsbereich umfasst neben den im Art. 116 Abs. 2 angefhrten Angelegenheiten alle Angelegenheiten, die im ausschlielichen oder berwiegenden Interesse der in der Gemeinde verkrperten rtlichen Gemeinschaft gelegen und geeignet sind, durch die Gemeinschaft innerhalb ihrer rtlichen Grenzen besorgt zu werden.Gem VfSlg 17.557/2005 entfllt Bezeichnungspflicht: Unternehmen knnen kraft Verfassung nicht anders als im eigenen Wirkungsbereich gefhrt werdenGemeinde ist selbststndiger WirtschaftskrperArt 116 Abs 2 B-VG: Gemeinde hat das Recht, innerhalb der Schranken der allgemeinen Bundes- und Landesgesetze Vermgen aller Art zu besitzen, zu erwerben und darber zu verfgen, wirtschaftliche Unternehmungen zu betreiben

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungKonkretisierung in Gemeindeordnungen und StadtstatutenzB 69 Abs 1 O GemO 1990: Wirtschaftliche Unternehmungen sind auf Dauer angelegte Wirtschaftseinheiten aus dem Gemeindevermgen, die sich aus der allgemeinen Gemeindeverwaltung organisatorisch herausheben und deren Aufgaben in den Formen der Privatwirtschaftsverwaltung besorgt werden. Wirtschaftliche Unternehmungen knnen gefhrt werden: 1. als Eigenunternehmungen, die von der Gemeinde im eigenen Namen in einer besonderen Organisationseinheit betrieben werden und 2. als ausgegliederte Unternehmungen, die in der Form einer eigenen Rechtspersnlichkeit betrieben werden. 69 Abs 2 O GemO: Die Gemeinde darf wirtschaftliche Unternehmungen nur errichten und betreiben, wenn die Unternehmung nach Art und Umfang unter Beachtung der Grundstze und der Gebote der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmigkeit in einem angemessenen Verhltnis zum voraussichtlichen Bedarf und zur voraussichtlich dauernden Leistungsfhigkeit steht.

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungUnternehmerische Bettigung der Gemeinde darf gem Art 116 Abs 2 B-VG durch spezielle Bundes- oder Landesgesetze nicht unterbunden werdenBesondere Statutargesetze und besonderes Verwaltungsprivatrecht fr Gemeinden sind unzulssigGesetzgeber darf die Gemeinden gem Art 116 Abs 2 B-VG zur wirtschaftlichen Subsidiaritt in der negativen Bedeutung nicht verpflichten (siehe auch weiter unten)Regelungen, die Gemeinde zu wirtschaftlicher Bettigung nur berechtigt, wenn private Wirtschaftstreibende Sachgter und Leistungen am Markt nicht oder nicht hinreichend anbieten knnen, sind verfassungswidrig; Gemeinde darf nicht schlechter gestellt werden als andere Rechtssubjekte (innerhalb der Schranken der allgemeinden Bundes- und Landesgesetze)Beschrnkung auf rtliches Interesse gem Art 118 Abs 2 B-VG Nur im Falle der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben (Leistungsverwaltung) in privatrechtlicher FormIm Erwerbswirtschaftlichen Bereich keine Einschrnkung der nicht-hoheitlichen Gemeindeverwaltung

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungWirtschaftliche Unternehmungen der Gemeinde drfen nur Agenden der gemeindlichen Privatwirtschaftsverwaltung umfassen: konkrete Verwaltungsttigkeiten drfen nur wahrgenommen werden, wenn der Gemeinde die nicht-hoheitliche Besorgung dieser Verwaltungsaufgabe rechtlich mglich istVerwaltungsttigkeit durch Gesetz dem nicht-hoheitlichen Vollzugsbereich der Gemeinde zugewiesen (ausdrcklich, durch Interpretation, in Anwendung einer Zweifelsregel); Achtung: Vollzug durch hoheitliche Rechtsstze (Verordnung, Bescheid) ist immer Hoheitsverwaltung!Zwar schlicht-hoheitlicher Vollzug gesetzlich vorgesehen, aber Gemeinde nicht (ausdrcklich oder durch Interpretation) dazu verpflichtet Wahlfreiheit, hoheitliche Wahrnehmung zu unterlassen und Aufgabe statt dessen privatwirtschaftlich zu erledigen

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungLegalittsgrundsatz gem Art 18 Abs 1 B-VGhL: Art 18 Abs 1 B-VG nur fr Hoheitsverwaltung relevant (vgl hlinger Verfassungsrecht, 7. Aufl 2007, Rz 594)aA Binder: Verpflichtung des Gesetzgebers zur Regelung nicht-hoheitlichen Handelns (vgl Binder, Wirtschaftsrecht2, Rz 0757 ff)Art 18 Abs 1 B-VG: Die gesamte staatliche Verwaltung darf nur auf Grund der Gesetze ausgebt werden.Handeln der Verwaltung in der Form des Privatrechts ist Verwaltungshandelngem Wortlaut in Art 18 Abs 1 B-VG auch nicht-hoheitliches Verwaltungshandeln iSd Gesetzmigkeitsgebotes an gesetzliche Grundlagen gebundenNach innerem Organisationsrecht des Staates wird die Willensbildung der nicht-hoheitlichen Verwaltung durch generelle Regelungen des Gesetzgebers vorherbestimmt, die Verwaltung fhrt diese generellen Regelungen in den Formen des Privatrechts aus.Ohne gesetzliche Regelung darf die Verwaltung nicht handeln, eine zu allgemeine und nicht hinreichend determinierte gesetzliche Grundlage wre verfassungswidrig.

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungArgumente (vgl Binder, Wirtschaftsrecht2, Rz 758):Identittstheorie (Staat ist immer ein und dieselbe Organisation des Hoheitsrechts unabhngig davon, ob er in Formen des Hoheitsrechts oder in Formen des Privatrechts handelt)Politische Dimension: Bedeutende demokratiefreie Rume im Staatsgefge wrden offen bleibenWahlfreiheit zwischen hoheitlichem und nicht-hoheitlichem GesetzesvollzugArt 116 Abs 2 B-VG: innerhalb der Schranken der GesetzeZustzliches Argument fr die Geltung des Legalittsprinzips fr die nicht-hoheitliche Gemeindeverwaltung, weil gleiche Bedeutung wie auf Grund der Gesetze in Art 18 Abs 1 B-VGGesetzmigkeitsgrundsatz gilt fr Gemeinden aber nicht in voller Strenge fr die nicht-hoheitliche Gemeindeverwaltung (arg innerhalb der allgemeinen Bundes- und Landesgesetze) Gemeinden drfen nicht anders gestellt werden, als sonstige Privatpersonen (Diskriminierungsverbot) Verbot sonderzivilrechtlicher (auenwirksamer) Vorschriften, die sich speziell auf Gemeinden beziehen

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungRegelung der (innenwirksamen) Voraussetzungen und Modalitten des privatrechtlichen Handelns iSd Legalittsprinzips aber gebotenBeispiel:Bundesgesetzgeber darf Gemeinden generell oder einzelnen Gemeinden die Beteiligung an Kapitalgesellschaften nicht untersagen. Die nheren Voraussetzungen und Modalitten von solchen Beteiligungen drfen bzw mssen iSd Legalittsprinzips jedoch innerrechtlich festgelegt werden.Aufgrund des Rechts auf Selbstverwaltung, also auf nicht-hoheitliche Bettigung, ist Gesetzgeber verpflichtet, fr Gemeinden die erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit sie sich im Gleichstellung mit anderen natrlichen und juristischen Personen des privaten und des ffentlichen Rechts nicht-hoheitlich bettigen knnen (siehe dazu zB die gesetzlichen Grndungsvoraussetzungen, Genehmigungspflichten und Aufsichtsrechte in der O GemO)

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungDeterminierungZu allgemeine bzw nicht hinreichende Determinierung ist verfassungswidrigDifferenzierte Legalittsprinzip: Determinierungsgrad Ist nicht fr jeden Gesetzgebungsakt gleich, sondern richtet sich nachallgemeinpolitischer und wirtschaftspolitischer BedeutungRechts(schutz)staatlicher Erforderlichkeittatschlicher Machbarkeit bzw Mglichkeit(vgl Binder, Wirtschaftsrecht, Systematische Darstellung, 2. Aufl 1999, Rz 760 ff)Hohe Regelungsdichte in der hoheitlichen Eingriffsverwaltung wegen des Zwangscharakters des Hoheitsrechts

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungRegelungsdichte der Gesetze der Privatwirtschaftsverwaltung kann vielfach schon wegen des fehlenden staatlichen Zwangs geringer sein, sofern nicht-hoheitliche Handlungen in der Verwaltung in ihrem Ergebnis staatlichem Zwang nicht gleichkommenVfGH: gesetzliche Regelung wirtschaftlicher Tatbestnde darf nicht berspannt werden (VfSlg 8813/1980)Im Zusammenhang mit erwerbswirtschaftlicher Bettigung von Gebietskrperschaften reichen oft die allgemeinen Regeln der Rechts- und Verfassungsordnung ausEntscheidendes Kriterium: wirtschaftliche Zweckmigkeit (Gleichheitssatz und Rechnungshofvorschriften des Art 126b B-VG)

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungSparsamkeit, Wirtschaftlichkeit, ZweckmigkeitBesondere Verhaltensregel der nicht hoheitlichen Verwaltung in der Bundesverfassunginnere Willensbildung der wirtschaftstreibenden Gebietskrperschaft ist daran, wie auch an alle anderen bezglichen Bestimmungen der Bundesverfassung, daran gebundenArt 51a Abs 1 B-VG: Der Bundesminister fr Finanzen hat dafr zu sorgen, dass bei der Haushaltsfhrung zuerst die zur Erfllung flliger Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben und sodann die brigen vorgesehenen Ausgaben unter Beachtung der Grundstze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmigkeit geleistet werden.Art 119a Abs 2 B-VG: Das Land hat ferner das Recht, die Gebarung der Gemeinde auf ihre Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmigkeit zu berprfen. Das Ergebnis der berprfung ist dem Brgermeister zur Vorlage an den Gemeinderat zu bermitteln. Der Brgermeister hat die auf Grund des berprfungsergebnisses getroffenen Manahmen innerhalb von drei Monaten der Aufsichtsbehrde mitzuteilen.

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungArt 126b Abs 2 iVm 5 B-VG: Der Rechnungshof berprft weiter die Gebarung von Unternehmungen, an denen der Bund allein oder gemeinsam mit anderen der Zustndigkeit des Rechnungshofes unterliegenden Rechtstrgern mit mindestens 50 vH des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist oder die der Bund allein oder gemeinsam mit anderen solchen Rechtstrgern betreibt. Einer solchen finanziellen Beteiligung ist die Beherrschung von Unternehmungen durch andere finanzielle oder sonstige wirtschaftliche oder organisatorische Manahmen gleichzuhalten. Die Zustndigkeit des Rechnungshofes erstreckt sich auch auf Unternehmungen jeder weiteren Stufe, bei denen die Voraussetzungen gem diesem Absatz vorliegen. Die berprfung des Rechnungshofes hat sich auf die ziffernmige Richtigkeit, die bereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften, ferner auf die Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmigkeit zu erstrecken. (Bund)

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungArt 127 Abs 1 und 3 B-VG: Der Rechnungshof hat die in den selbstndigen Wirkungsbereich der Lnder fallende Gebarung sowie die Gebarung von Stiftungen, Fonds und Anstalten zu berprfen, die von Organen eines Landes oder von Personen (Personengemeinschaften) verwaltet werden, die hiezu von Organen eines Landes bestellt sind. Die berprfung hat sich auf die ziffernmige Richtigkeit, die bereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften, ferner auf die Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmigkeit der Gebarung zu erstrecken; sie umfasst jedoch nicht die fr die Gebarung magebenden Beschlsse der verfassungsmig zustndigen Vertretungskrper.Der Rechnungshof berprft weiter die Gebarung von Unternehmungen, an denen das Land allein oder gemeinsam mit anderen der Zustndigkeit des Rechnungshofes unterliegenden Rechtstrgern mit mindestens 50 vH des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist oder die das Land allein oder gemeinsam mit anderen solchen Rechtstrgern betreibt. Hinsichtlich des Begriffes der finanziellen Beteiligung gilt Art. 126b Abs. 2 sinngem. Die Zustndigkeit des Rechnungshofes erstreckt sich auch auf Unternehmungen jeder weiteren Stufe, bei denen die Voraussetzungen gem diesem Absatz vorliegen.

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungArt 127a Abs 1 und 3 B-VG: Der Kontrolle durch den Rechnungshof unterliegt die Gebarung der Gemeinden mit mindestens 20 000 Einwohnern sowie die Gebarung von Stiftungen, Fonds und Anstalten, die von Organen einer Gemeinde oder von Personen (Personengemeinschaften) verwaltet werden, die hiezu von Organen einer Gemeinde bestellt sind. Die berprfung hat sich auf die ziffernmige Richtigkeit, die bereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften, ferner auf die Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmigkeit der Gebarung zu erstrecken.Der Rechnungshof berprft weiter die Gebarung von Unternehmungen, an denen eine Gemeinde mit mindestens 20 000 Einwohnern allein oder gemeinsam mit anderen der Zustndigkeit des Rechnungshofes unterliegenden Rechtstrgern mit mindestens 50 vH des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist oder die die Gemeinde allein oder gemeinsam mit anderen solchen Rechtstrgern betreibt. Hinsichtlich des Begriffes der finanziellen Beteiligung gilt Art. 126b Abs. 2 sinngem. Die Zustndigkeit des Rechnungshofes erstreckt sich auch auf Unternehmungen jeder weiteren Stufe, bei denen die Voraussetzungen gem diesem Absatz vorliegen.

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungSubsidiaritt der wirtschaftlichen Bettigung des Staates?Problem:Staat verfgt aufgrund seiner Abgabenhoheit im Vergleich zu Privaten ber unbeschrnkte Finanz- und FinanzierungsmittelStaat bestimmt HoheitsrechtStaat verfgt ber wirtschaftliche Macht (zB Auftragsvergabe)Konkurrenz zu privaten Wirtschaftstreibenden?Berechtigung des Staates zu wirtschaftlicher Bettigung nur, wenn private Wirtschaftstreibende Sachgter und Leistungen am Markt nicht oder nicht hinreichend anbieten knnen (Negative Bedeutung des Subsidiarittsprinzips)Lsst sich aus Verfassungsordnung nicht ableitenkann jedoch fr Bund bzw Lnder durch einfachgesetzliches Sonderprivatrecht oder Statutargesetze vorgesehen werden, wegen der umfassenden Formulierung in Art 116 Abs 2 B-VG aber nicht fr Gemeinden (wre im brigen auch unzulssige gemeindespezifische Regelung)

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungVerpflichtung des Staates zu wirtschaftlicher Bettigung, wenn private Wirtschaftstreibende Sachgter und Leistungen am Markt nicht oder nicht hinreichend anbieten knnen (Positive Bedeutung des Subsidiarittsprinzips)kann der Verfassungsordnung unterstellt werden (vgl Binder, Wirtschaftsrecht2, Rz 0782)Verpflichtung des Staates, gem dem Sozialstaatsprinzip in allen seine Handlungen und Aktionen auf eine lebenssichernde Versorgung der Menschen mit Sachgtern und Leistungen bedacht zu seinVoraussetzung: Bettigung des Staates als adquates Mittel zur Beseitigung des Mangels

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungquidistanzpflichtStaat darf im Wirtschaftsverkehr seine politische, wirtschaftliche und rechtliche Macht weder fr sich unsachlich ausnutzen, noch darf er mit dieser Macht ungerechtfertigt andere Wirtschaftstreibende frdern oder benachteiligenWirtschaftsrechtliche und wirtschaftspolitische Neutralitt zu privaten WirtschaftstreibendenMachtmissbrauchsverbotSachlichkeit in wirtschaftsrechtlichen und wirtschaftspolitischen AngelegenheitenGilt auch fr ausgegliederte Unternehmen: mit der Ausgliederung muss eine Gebietskrperschaft ihr ausgegliedertes Unternehmen gleich jedem anderen privaten Unternehmen behandeln

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    Rechtliche Grundlagen in PrivatwirtschaftsverwaltungFiskalgeltung der GrundrechteGrundrechtsschutz nicht nur gegen den hoheitlich, sondern auch gegen den nicht hoheitlich handelnden StaatGrundrechte schtzen gegen den Staat und die Handlungen seiner OrganeGleichheitssatz:Verwaltungsorgane mssen (auch) ihre nicht-hoheitlichen Handlungen immer sachlich rechtfertigenAllgemeines Willkrverbot fr die Verwaltung