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Handlungskonzept soziale stadt

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Text of Handlungskonzept soziale stadt

  • ________________________________________________________

    BUND-LNDER PROGRAMM: DIE SOZIALE STADT STADTTEILE MIT BESONDEREM ENTWICKLUNGSBEDARF

    Integriertes Handlungskonzept

    Bausteine / Projekte / Perspektiven

    Stand September 2007

    ________________________________________________________

    R Bundesland Verbandsgemeinde Stadt Rheinland Pfalz Eisenberg Eisenberg

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    Herausgeber: Stadt Eisenberg

    Verfasser: Dipl.-Ing. Thorsten Seifet Planungsbro Hubert L. Deubert

    Ansprechpartner:

    Lothar Grg, Thorsten Hutzenlaub

    Verbandsgemeindeverwaltung Eisenberg Fachbereich II Natrliche Lebensgrundlagen u. Bauen Hautstrasse 86 67304 Eisenberg

    Tel.: 06351 / 407 501 Fax.: 06351 / 407 505 e-mail: [email protected] [email protected]

    Adolf Kauth

    Ortsbrgermeister der Stadt Eisenberg Hauptstrasse 86 67304 Eisenberg

    Tel.: 06351 / 407 350 Fax.: 06351 / 407 355 e-mail: [email protected]

    Hubert L. Deubert, Thorsten Seifert

    Planungsbro Hubert L. Deubert Kleine Wust 16 67280 Quirnheim

    Tel.: 06359 / 919 554 Fax.: 06359 / 919 556 e-mail: [email protected]

    Heiner Jakobs

    Planungsbro Bachtler, Bhme + Partner Bruchstrasse 5 67655 Kaiserslautern

    Tel.: 0631 / 361 580 Fax.: 0634 / 361 5822 e-mail: [email protected]

    Martin Baeuerle

    Quartiersmanager SOS-Beratungs- u. Familienzentrum Eisenberg Kerzenheimer Str. 42 67304 Eisenberg

    Tel.: 06351 / 490 330 Fax.: 06351 / 490 333 e-mail: [email protected]

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    INHALTSVERZEICHNIS

    1. Einleitung.........................................................................................................4 1.1 Das Bund-Lnder- Programm Soziale Stadt...................................................4 1.2 Integriertes Handlungskonzept (kurz IHK) Aufgaben und Inhalte ..................6

    2. Das Programm Soziale Stadt in Eisenberg ...............................................7 2.1 Aufnahme in das Bund-Lnder-Programm Soziale Stadt ...............................7 2.2 Gebietsbeschreibung ........................................................................................7 2.3 Handlungsanlass ..............................................................................................9

    3. Projektbereiche .............................................................................................11 3.1 Projektbereich 1: Leitbild................................................................................11 3.2 Projektbereich 2: Organisation.......................................................................11 3.3 Projektbereich 3: Beteiligung und Aktivierung................................................16

    (HEGISS 1) 3.4 Projektbereich 4: Lokale konomie ...............................................................17

    (HEGISS 2) 3.5 Projektbereich 5: Soziales und kulturelles Leben...........................................19

    (HEGISS 3) 3.6 Projektbereich 6: Stdtebauliche Stabilisierung .............................................21

    (HEGISS 4) 3.7 Projektbereich 7: Wohnen und Wohnumfeld..................................................26

    (HEGISS 5)

    4. Gebietsfestlegung.........................................................................................28

    Anhang: Projekttableaus .........................................................................................29 Plandarstellung: Gebiet der Sozialen Stadt ..............................................33

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    1. EINLEITUNG

    1.1 Das Bund-Lnder Programm Soziale Stadt

    Das Bund-Lnder-Programm Soziale Stadt besteht seit 1999 als Ergnzung zur baulich-rumlich orientierten, traditionellen Stdtebaufrderung. Es ist ein Programm gegen die soziale und rumliche Ausgrenzung, in das Stadtteile aufgenommen werden, die im Hinblick auf ihre Sozialstruktur, den baulichen Bestand, das Arbeitsplatzangebot, die soziale Infrastruktur und/oder die Verkehrs-situation erhebliche Defizite aufweisen. Oft treffen in diesen Stadtteilen die eher benachteiligten Gruppen des Strukturwandels aufeinander (Arbeitslose, Sozialhilfe-empfnger, Auslnder mit geringer Qualifikation, alte Menschen mit geringen Renten). Alteingesessene Bewohner fhlen sich mit dieser Situation oft berfordert, Resignation und soziale Konflikte unter den Bewohnern knnen die Folge sein. Die Bauministerkonferenz der Lnder hatte sich bereits im November 1996 mit diesen Fragen der sozialen Polarisierung befasst und eine Gemeinschaftsinitiative soziale Stadt beschlossen. Die Bundesregierung nahm diese Gemeinschafts-initiative 1998 zum Anlass, die Stdtebaufrderung um das eigenstndige Programm Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf die soziale Stadt zu ergnzen, das seit 1999 vielerorts umgesetzt wird. Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf sollen durch gezielte Frderung von auen und durch verstrkte Kooperation der Kommune mit den Akteuren und Bewohner/innen aus dem Stadtteil sowie durch ein Bndel von Manahmen und Projekten so stabilisiert werden, dass sie sich im Sinne einer nachhaltigen Stadt-erneuerung wieder zu selbstndig lebensfhigen Stadtteilen mit positiver Zukunfts-perspektive entwickeln knnen.

    Das Bund-Lnder-Programm Soziale Stadt bernimmt die Funktion des Leit-programms fr die Gemeinschaftsinitiative sowie die Funktion des Investitions-programms fr den Bereich Stdtebau/Stadterneuerung. Es besitzt eine Klammer-funktion fr die Einbindung anderer Frderprogramme und Finanzierungsbeitrge. Das Leitprogramm dient ferner der Gesamtkoordination aller Manahmen und Akteure fr die Stadtentwicklung, u.a. ber die Frderung des Stadtteilmanagements. Es erfordert ein enges Zusammenspiel zwischen politischen Vertretern, den verschiedenen Fachressorts, also den stdtischen mtern, den externen Akteuren wie Wohnungsbaugesellschaften, Stiftungen und Institutionsvertretern etc. sowie den Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort. Die Zusammenarbeit und Abstimmung der jeweiligen Akteure untereinander und mit der Bevlkerung vor Ort soll Synergieeffekte hervorrufen und den Beteiligten positive Erfahrungen bei der Lsung rtlicher Probleme vermitteln. Schnelle und im Stadtteil deutlich erfahrbare positive Resultate ber unbrokratisch umgesetzte Projekte sollen die Akzeptanz bei der Bevlkerung erhhen und die Bereitschaft strken, an der Ausgestaltung des Erneuerungsprozesses vor Ort mitzuwirken.

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    Strategisch verfolgt das Bund-Lnder-Programm u. a.:

    - die Entwicklung der Stadtteile als Aktionsraum; - die Frderung von Gesamtmanahmen und Mehrzielprojekten; - die Integration von sektoralen Handlungsfeldern im Sinne der sozialen,

    kulturellen, konomischen und kologischen Nachhaltigkeit; - die Einbindung der rtlichen Akteure und der Brgerschaft.

    Verwendungsmglichkeiten der Finanzmittel aus dem Bund-Lnder-Programm Soziale Stadt

    Das Programm Soziale Stadt bedarf ausdrcklich der Ergnzung und Untersttzung durch andere Programme und andere Manahmen vor allem in den Bereichen Wohnungsbau, Verkehr, Arbeits- und Ausbildungsfrderung, Sicherheit, Frauen, Jugendhilfe, Wirtschaft und Umwelt.

    Als Investitionshilfe untersttzt das Frderprogramm Soziale Stadt wesentliche stdtebauliche Aufgaben der Stadtteilentwicklung. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass das Programm Soziale Stadt nur finanzielle Mittel fr baulich-investive Projekte und Manahmen in deren Kontext1 bereitstellt. Projekte und Manahmen des Programms zielen darauf ab, zum einen stdte-bauliche oder bauliche Missstnde und Mngel im Bereich des Wohnumfeldes und der Gebude zu beheben und zum anderen erforderliche Infrastruktur- und Ordnungsmanahmen durchzufhren. Beispiele sind die Gestaltung von Freiflchen (Grn, Verkehr etc.) ebenso wie der Neu-/ Umbau von Gebuden. Gleichzeitig bildet das Programm Soziale Stadt die Klammer fr die Einbindung bzw. Bndelung anderer Investitionsprogramme und Akteure, z.B. durch die Frderung des Stadtteilmanagements, die Frderung von Planungskosten, die bernahme sanierungsbedingter Mehrkosten oder der Kosten fr Vor- und Zwischen-finanzierungen.

    Alle weiteren Manahmen, die nicht-investiv sind, (dazu gehren auch Personal-kosten oder Kosten fr Seminare, Kurse, Feste etc.), sind angewiesen auf die externe Mitwirkung bei der Bereitstellung ntiger Finanzmittel. Hier appelliert das Programm an das private und ffentliche Engagement weiterer mter, Ministerien, aber auch stadtteilbezogen an Vereine, Institutionen etc.

    1 also z.B. ffentlichkeitsarbeit wie Faltbltter und Plakate zur Information, Beteiligung und Imagearbeit. Der Zu-

    sammenhang zu Projekten der Sozialen Stadt oder dem Programm insgesamt muss hergestellt sein. Im Einzel-nen sind die Manahmen daraufhin im Vorfeld ihrer Durchfhrung auf Frderfhigkeit hin von Projektsteuerung/ Projektleitung zu prfen

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    1.2 Integriertes Handlungskonzept (kurz IHK) Aufgaben und Inhalte

    Das Integrierte Handlungskonzept ist das wichtigste Instrument zur Umsetzung der Aufgaben des Bund-Lnder-Programms Soziale Stadt. Es bildet den Orientierungs-rahmen fr die Entwicklung des lokalen Gesamtprozesses und beinhaltet auf der Grundlage der vorhanden Probleme und Ressourcen des Stadtteils Aussagen zu den anzustrebenden Zielen und entsprechenden Manahmen und Projekten, um diese Ziele zu erreichen. Politisch beschlossen bildet das Integrierte Handlungs-konzept die Grundlage fr den Finanzmitteleinsatz, ist Basis fr Investoren und dient dem Land als Grundlage fr die Vergabe von Frdermitteln. Durch die Fest-legung verlsslicher und motivierender Zukunftsperspektiven soll das Integrierte Handlungskonzept eine Grundlage schaffen, um die rtlichen Potentiale zu aktivieren.

    Das Integrierte Handlungskonzept verknpft die nachfolgend genannten, fnf Bau-steine gem HEGISS (Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt:

    Baustein 1: Aktivierung und Verbesserung der Chancengleichheit der Bewohner und Bewohnerinnen, Verbesserung der Brgermitwirkung und des Stadtteillebens

    Baustein 2: Strkung der lokalen Wirtschaft, Schaffung von Arbeits- und Aus-bildungspltzen sowie Beschftigungsmglichkeiten auf lokaler Ebene, Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Bewohnerinnen und Bewohner

    Baustein 3: Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens im Stadtteil Baustein 4: Stdtebauliche Stabilisierung des Stadtteils Baustein 5: Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen durch bauliche und

    wohnungspolitische Manahmen

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    2. Das Programm Soziale Stadt in Eisenberg

    2.1 Aufnahme in das Bund-Lnder Programm Soziale Stadt

    Soziale und stdtebauliche Probleme sowie deren Wechselwirkungen treten nicht nur in Grostdte auf, sondern sind auch in kleineren Stdten deutlich erkennbar. Als erste Kleinstadt ist daher die Stadt Eisenberg im Rahmen eines Modellprojektes in das Landesprogramm Soziale Stadt aufgenommen worden, um die sozialen und stdtebaulichen Rahmenbedingungen mittels einer ganzheitlich angelegten Auf-wertungsstrategie zu verbessern und dem drohenden Imageverlust der Gemeinde entgegenzuwirken. Die Programmlaufzeit ist zunchst auf 10 Jahre festgelegt.

    2.2 Gebietsbeschreibung

    Das Gebiet, welches im Rahmen der Voruntersuchungen zur Sozialen Stadt in Eisenberg betrachtet wurde, ist in 9 Bereiche aufgeteilt, die zusammen eine Gesamt-flche von ca. 38,5 ha umfassen. (siehe Plandarstellung)

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    Teilbereich Nr. 1: Zentraler Innenstadtbereich

    Der zentrale Innenstadtbereich ist das Kernstck des Gebietes Soziale Stadt Eisen-berg. Hier befindet sich mit dem Marktplatz der eigentliche Ortsmittelpunkt sowie die ehemaligen Hauptgeschftsstraen Hauptstrae und Kerzenheimer-Strae. Ebenso zhlen die Ripperter-Strae, die Kirchstrae, die Sandstrae, die Albert-Wilkes Strae sowie die Jakob-Schiffer-Strae und die Rot-Kreuz-Strae zum zentralen Innenstadtbereich. Gekennzeichnet ist das Teilgebiet insbesondere durch funktionale und gestalterische Defizite im ffentliche Raum, einen hohen Modernisierungs- und Instandsetzungs-bedarf der Gebude, ltere, teilweise denkmalgeschtzte Bausubstanz, einen erheb-lichen Leerstand bei Gewerbeflchen sowie durch eine relativ hohe Verkehrs-belastung.

    Teilbereich Nr. 2: Wohnumfeld Schillerstrae

    Der Bereich der Schillerstrae ist geprgt durch Geschosswohnungsbau und weist erhebliche Mngel im Hinblick auf die Aufenthaltsqualitt und Gestaltung der Frei-flchen auf. Probleme, die hier besonders hervortreten sind die Auflsung nachbar-schaftlicher Strukturen, Generationenkonflikte sowie Identifikationsverluste mit dem Wohnumfeld. Der Anteil sozial schwchere Bevlkerungsgruppen ist hier besonders hoch. Manahmen zur Wohnumfeld- und Imageverbesserung sind hier dringend notwendig.

    Teilbereich Nr. 3: Bereich Pestalozzischule

    Aufgrund der rumlichen Nhe zur Innenstadt und insbesondere wegen ihrer bedeutsamen sozialen Funktionen ist der Bereich der Pestalozzischule bei der Abgrenzung des Gebietes der Sozialen Stadt einzubeziehen.

    Teilbereich Nr. 4: Bereich Kerzenheimer Strae

    Die Kerzenheimer Strae ist eine der bedeutsamen Zufahrtsstraen zum Innenstadt-bereich. Die Verkehrsbelastung ist hier sehr hoch. Es besteht teilweise ein erheb-licher Modernisierungs- und Instandsetzungsbedarf der Gebude. Ebenso sind Defizite in der Gestaltung des Straenraumes zu verzeichnen (fehlende Straen-raumbegrnung etc.)

    Teilbereich Nr. 5: Bereich Realschule

    Ebenso wie die Pestalozzischule ist auch die Realschule als innenstadtnahe Bildungseinrichtung mit sozialen Funktionen in das Gebiet der Soziale Stadt aufgenommen worden.

    Teilbereich Nr. 6: Bereich westliche Hauptstrae

    Die westliche Hauptstrae ist durch gemischte bauliche Strukturen - insbesondere Siedlungs- und Arbeiterhuser - mit einem hohen Anteil lterer Bausubstanz geprgt. Neben teilweise erheblichen baulichen Mngeln sowie einer verstrkten Leerstands-problematik im Bezug auf Gewerbeflchen ist eine erhhte Verkehrsbelastung mit einem hohen Anteil an LKW-Verkehr zu verzeichnen.

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    Teilbereich Nr. 7: Bahnhofsumfeld

    Dem Erscheinungsbild des Bahnhofsumfeldes einer Stadt kommt aufgrund seiner Funktion als Ortseingang eine hohe Bedeutung zu. In Eisenberg befindet sich das Bahnhofsumfeld in einem desolaten Zustand. Gestalterische Defizite und Spuren von Vandalismus prgen den ersten Eindruck eines Besuchers, der mit der Bahn nach Eisenberg kommt. Probleme bei der Sicherheit und Aufenthaltsqualitt im ffentliche Raum sowie Verunreinigungen und Sachbeschdigungen tragen erheblich zum Imageverlust dieses stdtischen Bereiches bei. Ebenso sind funktionale Defizite zu verzeichnen z.B. ein fehlender Park&Ride Park-platz.

    Teilbereich Nr. 8: Bereich Tiefenthaler Strae

    Der ehemalige Industriestandort zwischen Eisbach und der Bahnlinie ist geprgt durch innerstdtische Gewerbebrachen und gewerbliche Nutzungen. Auerdem befindet sich hier die Moschee der Stadt und somit das religise Zentrum der muslimischen Bevlkerung, wodurch dem Bereich eine hohe Bedeutung im Hinblick auf die Aufgabe der interkulturelle Verstndigung zukommt.

    Teilbereich Nr. 9: Bereich Eisbachaue, Kleingrten

    Als innenstadtnahe Grnflche mit Kleingrten kommt diesem Bereich eine wichtige Naherholungs- und Sozialfunktion zu. Die diesbezglichen Potentiale knnen noch weiter ausgebaut und gefestigt werden.

    2.3 Handlungsanlass

    Insbesondere im Innenstadtbereich der Stadt Eisenberg und in einigen innenstadt-nahen Wohngebieten treten zunehmend Probleme in stdtebaulicher und sozialer Hinsicht auf, die eine umfassende und nachhaltige Aufwertungsstrategie erforderlich machen. Zu diesen Problemen zhlen neben baulichen Mngeln, Gestaltungsdefizite im ffentlichen Raum sowie einer zunehmenden Leerstandsproblematik vor allem ver-mehrt auftretende Konflikte zwischen verschiedenen Bevlkerungsgruppen sowie Probleme bei der Sicherheit und Aufenthaltsqualitt im ffentlichen Raum. Der Anteil an auslndischen Bewohnerinnen und Bewohnern liegt in Eisenberg bei 11.6 %. Die insgesamt 1.141 Auslnder stammen aus 51 verschiedenen Nationen, wobei die Trken mit 699 Personen den grten Anteil stellen (Stand Oktober 2006). Durch ein Aussiedlerheim, das 2005 aufgegeben wurde, haben sich auch viele russland-deutsche Familien in Eisenberg niedergelassen. ber den Aussiedleranteil sowie den Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund gibt es derzeit keine statistischen Daten.

    Im Untersuchungsgebiet fr die Soziale Stadt liegt der Auslnderanteil bei ca. 21 % und ist damit deutlich hher als der auf die Gesamtstadt bezogene Durchschnittswert von 11.6 %. In Teilbereichen des Untersuchungsgebietes ist der Auslnderanteil sogar dreifach so hoch wie im stdtischen Durchschnitt.

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    Es treten zunehmend Spannungen zwischen deutschen und auslndischen Mit-brgern als auch zwischen Auslndern und Aussiedlern verschiedener Nationalitten untereinander auf. Auch die Anzahl der Straftaten pro Jahr ist in Eisenberg verhltnismig hoch. So wurden im Jahr 2005 insgesamt 694 begangene Straftaten registriert. Im Jahr 2004 waren es sogar 825 Straftaten. Dies schadet dem Image der Stadt und erfordert ent-sprechende Manahme zur Kriminalittsprvention.

    Die Altersstruktur im Gebiet wird absehbar zu einer weiteren Verschrfung der Leer-standsproblematik, zu Eigentumswechseln im greren Umfang sowie zur weiteren Auflsung der bisher gewachsenen Sozialstrukturen fhren. Die Zusammensetzung der Bevlkerung aus berwiegend sozial schwcheren Bevlkerungsgruppen wird dadurch weiter begnstigt. Noch weiter voranschreitenden Identifikationsverluste mit dem Wohnumfeld sich zu erwarten.

    Zustzliche Probleme sind in der starken Verkehrsbelastung insbesondere im Bereich der Kerzenheimer Strae, der Hauptstrae sowie der Jakob-Schiffer Strae zu sehen. Der Marktplatz wird derzeit hauptschlich als Parkplatz genutzt und weist nur eine geringe Aufenthaltqualitt auf.

    Zusammenfassung vorhandener Probleme:

    - Bauliche Mngel und Modernisierungsbedarf zahlreicher Gebude - Zunehmende Leerstandsproblematik - Gestaltungsdefizite im ffentlichen Raum - Hohe Verkehrsbelastung (sowohl Ziel und Quellverkehr als auch Durchgangs-

    verkehr) - Probleme und Spannungen zwischen verschiedenen Bevlkerungsgruppen - Integrationsproblematik - Probleme bei der Sicherheit und Aufenthaltsqualitt im ffentlichen Raum - Verlust der Identifikation der Bewohner mit dem Wohnumfeld - Auflsung gewachsener Sozialstrukturen

    Die wichtigsten Arbeitsziele sind daher:

    - die Stabilisierung des inneren u. ueren Quartiersimages, die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen im Stadtquartier durch Umsetzung von Modernisierungsmanahmen und Wohnumfeldverbesserungen,

    - die Untersttzung der lokalen konomie durch Motivation und Untersttzung der Bewohner/innen Projektideen und Initiativen im Dienstleistungsbereich zu entwickeln und umzusetzen,

    - das Anbieten von Hilfen zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration ins-besondere fr jugendliche Bewohner/innen,

    - die Strkung des sozialen Gemeinwesens durch Frderung von Bewohner/ innenengagement, Untersttzung von Gemeinwesenarbeit und initiativen sowie Partizipations- und Selbsthilfeprojekten,

    - die Konfliktmoderation und Kommunikationsvermittlung, Verbesserung der Kommunikation und des Verstndnisses zwischen unterschiedlichsten Gruppierungen,

    - Imagekampagnen zur ffentlichkeitsarbeit.

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    3. Projektbereiche

    3.1 Projektbereich 1: Leitbild

    Eisenberg als grte Stadt im Donnersbergkreis ist die Heimat von fast 10.000 Mit-brgern. Menschen verschiedenster Nationalitten leben und arbeiten hier seit Jahr-zehnten zusammen. Die Bewltigung des wirtschaftlichen Strukturwandels sowie der Abbau der zunehmenden sozialen Probleme und interkulturellen Spannungen sind die zentralen Herausforderungen, denen sich die Stadt und deren Einwohner in der Zukunft stellen mssen.

    Es gilt die vorhandenen Potentiale zu identifizieren, Chancen zu nutzen, Trennungen zu berwinden und gemeinsam dazu beizutragen Eisenberg zu einem lebens- und liebenswerten Ort zu machen, mit dem sich seine Einwohner gerne identifizieren. Eisenberg soll knftig als eine weltoffene, familien-, kinder- und seniorenfreundliche Stadt angesehen werden, in der die kulturelle Vielfalt als Chance gesehen und sozial schwchere Menschen nicht ausgegrenzt und alleingelassen werden, sondern aktiv in das gesellschaftliche Leben der Stadt eingebunden und am Aufwertungsprozess der Stadt beteiligt werden.

    3.2 Projektbereich 2: Organisation

    Das nachfolgende Schaubild zeigt den Aufbau der Organisationsstrukturen sowie das Zusammenspiel der bei der Vorbereitung u. Umsetzung des Programms Soziale Stadt beteiligten Akteure:

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    - Stadtrat: Die Verantwortung fr die Durchfhrung der Manahmen der Sozialen Stadt Eisen-berg liegt bei der Stadt Eisenberg. Somit obliegt dem Stadtrat die letztendliche Ent-scheidungsbefugnis bezglich der Zielausrichtung der Sozialen Stadt sowie der Um-setzung der einzelnen Manahmen. Der Stadtrat wird dabei durch die Lenkungs-gruppe informiert und bei der Entscheidungsfindung untersttzt.

    - Lenkungsgruppe: Die Koordination der Gesamtmanahme Soziale Stadt Eisenberg erfolgt auf der Ebene der Lenkungsgruppe, deren Mitglieder sich im Rahmen regelmig statt-findender Arbeitssitzungen im Bezug auf alle bedeutsamen Belange, die im Zusam-menhang mit der Sozialen Stadt stehen, abstimmen. Neben der Bndelung von In-formationen und der Vorbereitung der Gesamtmanahme kommt der Lenkungsgrup-pe vor allem die Aufgabe zu, die erforderlichen Abstimmungsgesprche sowohl mit den Bewilligungs- u. Aufsichtsbehrden des Landes, dem Prventionsrat, den Betrof-fen Brgern und sonstigen Akteuren zu fhren sowie den Stadtrat im Hinblick auf alle anstehenden Entscheidungen sachgerecht zu informieren und entsprechend zu be-raten. Der Lenkungsgruppe selbst obliegt keine Entscheidungsbefugnis im Bezug auf die zu erreichenden Ziele oder die Umsetzung der einzelnen Manahmen.

    Die Lenkungsgruppe setzt sich aus Vertretern der Kommunalpolitik und Stadtverwal-tung sowie Mitarbeitern der beauftragen Planungsbros und dem Quartiersmanager zusammen.

    Mitglieder der Lenkungsgruppe:

    - Vertreter der Kommunalpolitik und Stadt- bzw. Verbandsgemeindeverwaltung:

    o Hr. Kauth (Stadtbrgermeister)

    o Hr. Brauer (Verbandsbrgermeister)

    o Hr. Grg (Verbandsgemeindeverwaltung Eisenberg; Fachbereich II Natrliche Lebensgrundlagen u. Bauen)

    o Hr. Hutzenlaub (Verbandsgemeindeverwaltung Eisenberg; Fachbereich II Natrliche Lebensgrundlagen u. Bauen)

    Je nach Bedarf stehen alle weiteren Fachbereiche der Verbandsgemeindeverwaltung unter-sttzend zur Seite.

    Direkter Ansprechpartner bei der Verbandsgemeindeverwaltung:

    Herr Lothar Grg

    Leiter des Fachbereiches II Natrliche Lebensgrundlagen und Bauen

    Adresse: Verbandsgemeindeverwaltung Eisenberg Hauptstrasse 86 67304 Eisenberg

    Tel.: 06351 / 407-501 Fax.: 06351 / 407-505 e-mail: [email protected]

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    - Vertreter der beauftragen Planungsbros:

    o Hr. Deubert (Bro H.L. Deubert; Sanierungsberatung und Projektsteuerung)

    o Hr. Seifert (Bro H.L. Deubert; Sanierungsberatung und Projektsteuerung)

    o Hr. Jakobs (Bro Bachtler, Bhme, Partner; Stadt- u. Sanierungsplanung)

    - Quartiersmanager:

    o Hr. Baeuerle (Sozialarbeiter u. Leiter der SOS-Beratungsstelle Eisenberg)

    Das Aufgabenfeld des Quartiersmanagements umfasst:

    - die Aktivierung der Bewohnerschaft (Aufbau und Verstetigung einer Struktur, die es den Bewohner/innen ermglicht, aktiv und verantwortlich an der weiteren Stadtteilentwicklung mitzuarbeiten),

    - die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen/Zusammenknften auf der Ebene Beteilung der Bewohnerschaft,

    - die Moderation und Begleitung von Bewohner/innen - Arbeitsgruppen, - die Vernetzung von bestehenden Strukturen (Koordination und Abstimmung

    der Aktivitten der vor Ort im sozialen Bereich ttigen Akteure und Institutionen, um Synergieeffekte zu ermglichen),

    - die Vertretung der Bewohner/innenbelange in stdtischen und staatlichen Gremien,

    - die Organisation von Veranstaltungen auf Quartiersebene, - das Controlling (Mitwirkung bei der Evaluation, an Abschluberichten), - Mitwirkung bei der Initiierung (Bindeglied zur Bewohnerschaft) und Umsetzung

    von Projekten. bergreifende Ziele der Arbeit des Quartiersmanagements sind:

    - die Verbesserung des Images des Stadtteils (Imagekampagne zur Reduzierung der Fluktuation, zur Erhhung des Bleibewunsches),

    - die Erhhung der Identifikation mit dem Stadtteil (Bewohner/innenbeteiligung an Projekten),

    - die soziale und ethnische Integration, - die Verbesserung des Zusammenlebens in Nachbarschaften, - die Reduzierung von Konfliktpotenzialen.

    Die konkrete Ausarbeitung der Projekte und die Betreuung der Brger obliegt dem speziell dafr eingestellten Quartiersmanager Herrn Baeuerle, der durch die bereits vorhandene Aussiedlerbeauftragte, den Jugendpfleger, die Sozialarbeiterin der Ver-bandsgemeinde Eisenberg sowie die Polizei untersttzt wird. Herr Bauerle ist gelern-ter Sozialarbeiter und Leiter der ortsansssigen SOS-Beratungsstelle. Aufgrund sei-ner jahrelangen Berufserfahrung im sozialen Bereich und seiner Ortskenntnisse ist er fr diese Aufgabe besonders geeignet. Eine enge Kooperation mit dem SOS-Kinderdorf als einer bedeutenden sozialen Einrichtungen in Eisenberg ist somit si-chergestellt. Als Anlaufstelle fr die Brger wird ein zentral gelegenes Stadtteilbro im Innenstadtbereich eingerichtet. Dazu werden im Gebude der VR-Bank am Marktplatz nach Abschluss der dort geplanten Umbaumanahmen Rumlichkeiten fr das Quartiersmanagement sowie fr die Polizei angemietet (ca. 150 qm). Durch die gemeinsame Unterbringung der Polizei sowie dem

  • Soziale Stadt Eisenberg Integriertes Handlungskonzept

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    Quartiersmanagement in einem Bro soll eine zentrale Anlaufstelle fr die Beratung der Brger insbesondere zum Thema Prvention geschaffen werden. Die Polizei-dienststelle, in der insgesamt vier Bezirksbeamte der Polizei Kirchheimbolanden ver-setzt Dienst tun werden, ist dabei nicht primr als eine klassische Polizeiwache zu verstehen, sondern mehr als eine Beratungsstelle. Den Brgern soll somit ein An-sprechpartner vor Ort zur Verfgung stehen. Durch die Verstrkung der Polizeipr-senz vor Ort soll gleichzeitig das subjektive Sicherheitsgefhl der Brger gesteigert werden. Bis zum Abschluss der Umbauarbeiten in der VR-Bank werden das Quartiersbro sowie die Polizeidienststelle vorbergehend im Rathaus untergebracht.

    - Prventionsteam Eisenberg u. sonstige soziale Trger u. Institutionen:

    Ebenso sollen die vorhandenen privaten und ffentlichen sozialen Trger und Orga-nisationsformen in den Prozess eingebunden werden. Dazu zhlen z.B. die Beratungs- und Koordinationsstelle der kumenischen Sozial-station, die CJD-Beratungsstelle fr auslndische Jugendliche, der Deutsche Kinder-schutzbund, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk oder das Beratungs- und Familienzentrum des SOS-Kinderdorfes.

    Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang vor allem auch dem Prventionsteam Eisenberg zu, dem Vertreter der verschiedenen sozialen Instituti-onen vor Ort sowie aus der Kommunalpolitik und der Verwaltung angehren.

    Mitglieder des Prventionsteams:

    - Stadtbrgermeister - Verbandsbrgermeister - Vertreter der Polizei - Prot. und Kath. Pfarrer - Vertreter der Moschee und des Islamischen Vereins - Jugendpfleger - Vorsitzende/r des Auslnderbeirats - Aussiedlerbeauftragte - Sozialarbeiterin - Seniorenbeauftragte - Behindertenvertreter - SOS-Beratungs- und Familienzentrum - CJD - Vertreter der Schulen - Vereinsvertreter - Vertreter der Parteien - Fachbereichsleiter Natrliche Lebensgrundlagen und Bauen - Fachbereichsleiter Brgerservice Prventionsbeauftragter

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    Im Rahmen einer Informationsver-anstaltung wurden die Mitglieder des Prventionsteams bereits ber die Ziele und Hintergrnde der Sozialen Stadt Eisenberg sowie ber die Inhalte des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) informiert. Das Programm Soziale Stadt Eisenberg sowie das dazugehrige IHK fanden bei allen Anwesenden eine breite Zustimmung und wurden als uerst positiv fr die Entwicklung der Stadt Eisenberg angesehen. Gleichzeitig wurden hilfreiche Anregungen zu einzelnen Projekten wie z.B. der Umgestaltung des ehem. Kerweplatzes (Freiflche bei der Pestalozzischule) oder der Aufwertungsmanahmen beim Haus der Jugend gemacht.2 Zwischen der Lenkungsgruppe und dem Prventionsteam wird auch weiterhin ein regelmiger Informationsaustausch stattfinden.

    Durch die Einbindung der ffentlichen und privaten sozialen Trger und Organisationen sollen Ideen und Anregungen generiert werden und somit die Effizienz der Aufwertungsstrategie erhht werden. Ihnen kommt daher vor allem eine wichtige Beratungsfunktion zu. Die letztendliche Entscheidung im Bezug auf die Auswahl der Projekte sowie ber Art und Umfang der Umsetzung liegt jedoch beim Stadtrat. Mit zahlreichen lokalen Akteuren wurden bereits erste Gesprche bezglich der So-zialen Stadt Eisenberg gefhrt.

    - Vertreter der Landesbehrden:

    Im Rahmen der Sozialen Stadt Eisenberg werden Frdergelder im Rahmen der Std-tebaufrderung zur Verfgung gestellt. Zustndig fr die Bewilligung der Frdergelder sowie das Abrufverfahren ist dabei das Ministerium des Innern und fr Sport (ISM) sowie die Aufsichts- und Dienstleis-tungsdirektion in Neustadt/Weinstrasse (ADD), die der Stadt bei der Zielfindung und Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes beratend zur Seite stehen. Ma-nahmen die im Rahmen der Sozialen Stadt gefrdert werden sollen, sind dabei zuvor mit der ADD und dem ISM abzustimmen.

    2 siehe dazu: 3.6 Projektbereich 6: Stdtebauliche Stabilisierung, S. 23 f.

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    3.3 Projektbereich 3: Beteiligung und Aktivierung

    Die Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner im Gebiet sind zentrale Elemente des Programms Soziale Stadt. Ihr spezielles Wissen um die sozialen, rumlichen und konomischen Probleme im Gebiet als auch die Kenntnisse ber Ressourcen und Potentiale ihres Stadtteils sollen in den Stadterneuerungs-prozess einflieen. Deshalb ist es ein elementares Wesensmerkmal des Stadterneuerungsprozesses Soziale Stadt, dass Bewohner/innen und Akteure gemeinsam wirken.

    Wichtiges Ziel, gerade vor dem Hintergrund einer befristeten Programmlaufzeit, ist die Ermutigung und Strkung der Bewohner/innen. Der Aufbau von selbst tragenden Bewohnerorganisationen und stabiler nachbarschaftlicher sozialer Netze steht dabei im Vordergrund. Die Fhigkeiten der Bewohner/innen und lokalen Akteure zum kulturbergreifenden Miteinander - zur produktiven Konfliktbewltigung - und zur Zusammenarbeit sollen gestrkt werden.

    Folgende Ziele werden dabei verfolgt:

    - Strkung der Identifikation der Brger mit ihrer Stadt bzw. ihrem Stadtteil - Schaffung selbsttragender Brgerorganisationen - Schaffung nachbarschaftlicher Netze - Frderung von Eigenverantwortung bei den Brgern - Hilfe zur Selbsthilfe - Aktivierung rtlicher Potentiale

    Um die verschiedenen Bevlkerungsgruppen mit ihren unterschiedlichen Lebens-bezgen und Interessenslagen zu erreichen, ist es notwendig verschiedene Formen der Beteiligung anzuwenden, die entweder projekt- und themenspezifisch oder ziel-gruppenspezifisch (z.B. Jugendliche, Senioren, junge Familien, Einwanderer) sein knnen. In erster Linie erfolgt die Beteiligung auf der Ebene konkreter Projekte. Die an Projekten orientierte Beteiligung spielt eine zentrale Rolle. Dies kann je nach Projekt-struktur auf der Ebene der Konzeption und Planung erfolgen, teilweise aber auch bei der Umsetzung.

    Manahmen zur Beteiligung und Aktivierung der Bewohner:

    - Durch die Einstellung eines Quartiersmanagers, der zusammen mit der Aus-lnderbeauftragten, der Sozialarbeiterin und dem Jugendpfleger die Einzel-projekte koordiniert, soll der Aufbau selbst tragender Brgerorganisationen gefrdert werden.

    - Durch die Einrichtung eines Stadtteilbros Soziale Stadt Eisenberg soll fr Bewohnerinnen und Bewohner, Beschftigte, Gewerbetreibende, Grund-stckseigentmer, Vereine, Initiativen und sonstige Interessensgruppen eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden

    - Die Bereitstellung von Rumlichkeiten zur Einrichtung eines Brgertreffs soll zum Aufbau von Kommunikationsstrukturen beitragen.

    - Die Schaffung verschiedener Kommunikationsplattformen wie z.B. ein Kummerkasten oder ein Internetforum, knnen dazu beitragen, die Wnsche, Probleme und Anregungen der Brger entgegen zu nehmen.

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    - Zur Beteiligung an konkreten Projekten knnen themenspezifische Workshops abgehalten und Arbeitsgruppen gebildet werden.

    - Durch ffentlichkeitsarbeit in Form von Informationsveranstaltungen, Plakaten, Faltblttern und Pressemitteilungen soll der Erneuerungsprozess transparent gemacht sowie auf Beteiligungsmglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Auch ist es ein weiteres Ziel durch regelmige ffentlich-keitsarbeit zu einem positiven Stadt- bzw. Stadtteil-Image beizutragen.

    Die Verstetigung der Arbeit ber die Programmlaufzeit hinaus bedarf einer Akzeptanz in der Politik und weiterer finanzieller Ausstattung, um bewhrte Instrumente aus der Programmlaufzeit bernehmen zu knnen. Diese Fragen sind im Laufe des Prozesses zu diskutieren und Mglichkeiten zu suchen.

    3.4 Projektbereich 4: Lokale konomie

    Die Strkung der lokalen Wirtschaft und der Beschftigung sind ein weiterer Baustein der Aufwertungsstrategie.

    Folgende Ziele werden dabei verfolgt:

    - Strkung der lokalen Wirtschaft - Schaffung und Sicherung von rtlichen Arbeits- und Ausbildungspltzen - Qualifizierung von Arbeitssuchenden durch die Schaffung von Aus- und Fort-

    bildungsangeboten - Untersttzung bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche

    In Eisenberg liegt der Branchenschwerpunkt noch immer beim produzierenden Gewerbe. Da dieser Bereich jedoch stark exportorientiert ist und somit im direkten globalen Wettbewerb steht, ist hier derzeit ein erheblicher Beschftigungsrckgang zu verzeichnen. So haben allein zwei global ttige Firmen innerhalb kurzer Zeit ber 200 Arbeitspltze freigesetzt. Durch die Ansiedlung von 14 Firmen im Industriepark Eisenberg-Sd innerhalb der letzten acht Jahre konnten ca. 120 neue Arbeitspltze geschaffen werden. Der Beschftigungsrckgang im produzierenden Gewerbe konnte dadurch jedoch nur bedingt kompensiert werden. Im Industriepark Eisenberg-Sd sind mittelfristig noch ausreichend Ansiedlungsflchen fr neue Betriebe des produzierenden Gewerbes sowie berregionale Dienstleister vorhanden (ca. 7 ha). Im Innenstadtbereich von Eisenberg ist ein relativ hoher Leerstand zu verzeichnen. In den Jahren 2005/2006 waren es saldiert 28 Objekte. Insbesondere ist ein Rckgang des Einzelhandels im Non-food-Bereich zu verzeichnen, was u.a. auch auf die Konkurrenz durch das nahe gelegene Mittelzentrum Grnstadt zurckzufhren ist. Im Hinblick auf die Arbeitslosenquote liegt Eisenberg als Teil des Arbeitsamtsbezirks Kirchheimbolanden mit 8 % (Stand 9/2006) zwar unter dem Landes- und Bundes-durchschnitt, jedoch ist dieser Wert fr die Region vergleichsweise hoch. Derzeit sind in Eisenberg 453 Personen arbeitslos gemeldet. Davon sind rd. 40 % ungelernt und daher nur schwer zu vermitteln. Handlungsanstze zur Strkung der lokalen Wirtschaft und des Arbeitskrfte-potentials liegen in der Schaffung von Angeboten zur Qualifizierung und Weiter-bildung, insbesondere mit Manahmen zur sprachlichen und schulischen Verbesserung bei Jugendlichen (sprachliche Integration auslndischer Jugendlicher, gruppenspezifische Manahmen zur beruflichen Orientierung und motivierenden Untersttzung).

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    Ebenso nimmt die Bereitstellung und Vermittlung von Arbeitspltzen eine Schlssel-funktion zur Verbesserung der Lebensverhltnisse ein, da Armut und Ausgrenzung gemildert werden. Die Wiederherstellung einer lokalen Wirtschaftskraft hat aus-schlaggebende Bedeutung fr die dauerhafte Stabilisierung des Stadtteils weit ber den Zeithorizont von Frderprogrammen hinaus.

    Manahmen zur Strkung der lokalen konomie:

    - Beratung von Gewerbetreibenden und Existenzgrndern durch die Verwaltung Abt. Wirtschaftsfrderung. Durch den Unternehmerstammtisch, eine Wirtschaftszeitung und den T-Ticker Wirtschaftsnews hlt die Verwaltung bereits Kontakt zur heimischen Wirtschaft.

    - Initiierung von Projekten zur Verbesserung der Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Beispiele wren: - Bewerbertrainingskurse - Hilfe bei der Berufsorientierung - Computer-Einfhrungskurse - Deutschkurse - individuelle Lernberatung - Gewerbehof / Handwerkshof - Judenwerkstatt / Jugendbauhof - Quartiersbezogene Aufgaben wie Gartenpflege und Gebudereinigung - Projekte zur Verbesserung des Wohnumfeldes

    - Die Frderung von Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen - Die Frderung von Existenzgrndungen - Kinderbetreuung, um Berufsttige und Alleinerziehende zu entlasten - Aufwertung des Stadtbildes und Wohnumfelds - Strkung des Tourismus als Wachstumsbranche - Stadtmarketing

    Eine nachhaltige und produktive Entwicklung der lokalen konomie kann nur dann erreicht werden, wenn die Aspekte der baulichen Erneuerung sowie der Qualifizierung, Weiterbildung und Wirtschaftsfrderung als Bestandteil prventiver Arbeitsmarkt- und sozialer Stdtebaupolitik begriffen werden.

    Projektvorschlag:

    Im Rahmen der Verwirklichung baulicher Projekte wie z.B. bei der Anlage und Pflege des Naherholungsgebietes im Bereich der Grnflchen am Eisbach, bei der Anlage eines Kleingartenareals oder bei der Verlagerung des Festplatzes vom Marktplatz auf die Flchen des ehemaligen Didiergelndes3 knnte Jugendlichen und Arbeits-suchenden die Mglichkeit zur Mitarbeit angeboten werden. Garten- und baum-pflegerischer Ttigkeiten oder die Aufpflasterung von Wegen und Platzflchen knnen dabei z.B. erlernt werden. Es bietet sich somit fr die Teilnehmer die Chance eine zustzliche Qualifikation zu erlangen und aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen. Mglicherweise ergibt sich dadurch sogar die Aussicht auf einen langfristigen Job. Zustzlich wird die Identifikation der Teilnehmer mit ihrer Stadt gestrkt, da sie selbst aktiv an dessen Umgestaltung und Weiterentwicklung mitwirken.

    3 siehe dazu: 3.6 Projektbereich 6: Stdtebauliche Stabilisierung, S. 21 f.

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    3.5 Projektbereich 5: Soziales und kulturelles Leben

    Die Ergnzung und Vernetzung der sozialen und kulturellen Infrastruktur hat fr den sozialen Ausgleich im Gebiet eine besondere Bedeutung, weil sie die Nachteile in Bezug auf Ausbildung, Arbeitspltze, Beschftigung oder Teilnahme am gesellschaft-lichen Leben, welche die Bewohner/innen haben, verringern helfen kann.

    Ziele sind dabei u.a.:

    Schulen als Entwicklungsakteure strken

    Die Schulen sind als eigene Akteure, die die strukturelle Integration der Bevlkerung mageblich beeinflussen, systematisch in den Stadterneuerungsprozess einzu-binden. Dabei kommt der Verzahnung der Jugendhilfe mit der Schulentwicklungs-planung unter themen- und integrationsbezogenen Aspekten eine besondere Bedeu-tung zu. Es werden zum einen die Voraussetzungen fr die Integration in Arbeits-markt und Gesellschaft geschaffen. Auerdem knnen die Schulen als Institution und Ort zu einem wichtigen Kristallisationspunkt fr das Stadtteilleben werden. Freizeit-angebote fr Kinder und Jugendliche knnen ebenfalls in den Schulen etabliert werden. In Eisenberg sind alle Schularten bis hin zum Abitur vorhanden. Eine besondere Bedeutung kommt im Zusammenhang mit dem Konzept Soziale Stadt vor allem der im Frdergebiet gelegenen Pestalozzischule zu. In einer Grund-schule ist die Einflussmglichkeit auf die Entwicklung und das Verhalten der Kinder noch vergleichsweise hoch. In den weiterfhrenden Schulen ist dies weitaus schwieriger. Auch im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration von Auslndern sind die Schulen gefordert. So sind z.B. von den derzeit 469 Schlerinnen und Schler der Pestalozzi-schule, die aus 13 verschiedenen Nationen stammen, 82 (17,5 %) auslndische Schlerinnen und Schler, 18 (3,8 %) Migranten und 25 (5,3 %) Integrationsschler. (Stand Oktober 2006) Um die Aufgaben im pdagogischen, sozialen und kulturellen Bereich optimal wahr-nehmen zu knnen ist auch ein entsprechendes rumliches Umfeld der Schule von Bedeutung. Als Handlungsansatz kann hier eine Umgestaltung und Aufwertung des Schulgelndes gelten um z.B. zustzliche Spiel- und Sportflchen auf dem Schul-gelnde zu schaffen, die auch nach Unterrichtsschluss noch den Kindern zur Ver-fgung stehen. Eine konkrete Planung derartiger Aufwertungsmanahmen muss in enger Abstimmung mit der Schulleitung, den Schlern und den Eltern erfolgen.

    Sozial- und Kulturprogramme/ Einrichtungen bereitstellen

    Die Entwicklung kreativer Potentiale dient der Identittsbildung und strkung im Stadtteil und ist damit eng mit der Imageverbesserung und der Frderung der Kommunikation verknpft. Kulturarbeit ist somit auch informelle Bildungsarbeit. Mit der Verankerung von Kunst und Kultur im Stadtteil werden Anlsse zur Identifikation mit dem Stadtteil geschaffen, das Image verbessert, mit kulturellen Aktionen neue Sichtweisen auf den Stadtteil erffnet, vernderte Wahrnehmungen angeregt, kulturelle Netzwerke auf- bzw. ausgebaut. Die Bewohner/innen werden zum Mitmachen, zum Selbermachen angeregt. Das Engagement zivil-gesellschaftlicher Akteure aus den unterschiedlichen kulturellen Milieus in sozial-raumbezogenen Entwicklungspartnerschaften ist strker zu frdern und auf Nach-haltigkeit auszurichten, wobei der Integration von Migrant/innen ein prominenter Stellenwert zukommen sollte. In einer zentralen Anlaufstelle, einem soziokulturellen

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    Zentrum knnen alle Zielgruppen, insbesondere Kinder und Jugendliche, Frauen, Migrant/innen oder Senior/innen mit spezifischen Projekten/Programmen angesprochen und eingebunden werden. Insbesondere Vereine sind bedeutsame Trger sozialer und kultureller Aktivitten. In Eisenberg gibt es insgesamt 113 eingetragene Vereine, mit vielseitigen Aus-richtungen. Es gilt diese gezielt bei der Entwicklung sozialer Projekte einzubeziehen.

    Vernetzung der sozialen und kulturellen Einrichtungen und Angebote

    Zur Verbesserung der Angebotsstruktur und Kommunikation der Einrichtungen und Institutionen untereinander wird eine bessere Vernetzung, Kooperation und ein besserer Informationsaustausch angestrebt. Ein Motor und Anknpfungspunkt fr diese Aufgabe ist das im Rahmen der Sozialen Stadt eingesetzte Quartiers-management. Die nachhaltige Verstetigung dieser Vernetzungsarbeit mssen die Einrichtungen, Institutionen und Trger vollziehen. Neue bzw. zustzliche Projekte und Angebote im sozialen und kulturellen Bereich sollen dort ansetzen, wo Lcken im Angebot bestehen und ein quartiersbezogener tatschlicher Bedarf abgedeckt werden kann.

    Manahmen zur Strkung der sozialen und kulturellen Infrastruktur sind z.B.:

    - Sportveranstaltungen fr Jugendliche und Sportangebote fr Bewohner wie z.B. Straenfuballmeisterschaften oder hnliche sportliche Veranstaltungen.

    - Spiel-, Sport- und Freizeitangeboten fr Kinder und Jugendliche - Angebote fr offene Jugendarbeit und Jugendtreffpunkte (Jugendcafe) - Angebote fr Senioren - Events und interkulturelle Projekte wie z.B. das Altstadtfest, Musik-, Theater-

    oder Tanzveranstaltungen. - Frderung von Integrationskursen und individueller Integrationsplanung - Sprach und Integrationskurse fr Auslnder- und Einwanderer - Beratungsangebote fr Eltern

    Eine konkrete Ausarbeitung sozialer Projekte wird im Rahmen der Ttigkeit des Quartiersmanagement erfolgen.

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    3.6 Projektbereich 6: Stdtebauliche Stabilisierung

    Ziel der stdtebaulichen Stabilisierung ist es, durch gezielte baulich-investive Ma-nahmen funktionale und gestalterische Defizite zu beheben und somit attraktive ffentliche und halbffentliche Stadtrume zu schaffen, die eine Standortqualitt sowohl fr die ansssige Bevlkerung als auch fr anzusiedelnde Betriebe und Unternehmen bieten.

    - Umgestaltung Marktplatz, ZOB:

    Ein Handlungsschwerpunkt in diesem Zusammenhang wird mittelfristig die Herstellung eines ansprechenden zentralen Omnisbushaltepunktes mit Wendemglichkeit fr die Busse sowie die Aufwertung und Umgestaltung der Bereiche Marktplatz und Kirchenvorplatz sein, um deren Funktion als Mittelpunkt der Stadt zu strken. Der-zeit wird der Marktplatz in erster Linie als Parkplatz ge-nutzt und weist sowohl im Hinblick auf die Platzflche als auch im Hinblick auf die umgebende Platzrandbebauung gestalterische Defizite auf. Gleiches gilt fr die am Platz befindlichen Holzunterstnde, die derzeit als zentraler Haltepunkt des PNV dienen. Aufgrund des hohen Stell-platzbedarfs im Innenstadtbereich wird eine Reduzierung der Stellpltze nur in einem eingeschrnkten Umfang mglich sein, jedoch knnten z.B. in Rahmen der Um-gestaltung insbesondere vor den angrenzenden Ge-schften der nrdlichen Platzrandbebauung grere Freiflchen als bisher geschaffen werden. Im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes und des zentralen PNV-Haltspunktes ist eine Einbeziehung der angrenzenden Jakob-Schiffer-Strae sowie ggf. der Grnflchen vor der Kirche angedacht. Durch die gestalterische und funktionale Aufwertung des Marktplatzes sowie die zu erwartende Verkehrsentlas-tung in diesem Bereich nach Fertigstellung der Umge-hungsstrae (20 % Durchgangsverkehr) wird die Attrakti-vitt der Stadtmitte als Wohn- und Geschftsstandort ge-steigert. Bereits umgesetzte Manahmen aus der Ver-gangenheit mit gleicher Zielsetzung, wie z.B. die Herrich-tung der Fugngerzone, werden somit sinnvoll ergnzt. Aufgrund der hohen Kosten dieses Projektes wird dessen Umsetzung in mehreren Bauabschnitten erfolgen.

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    Im Hinblick auf die beabsichtigte Aufwertung des ffentlichen Raumes im Bereich des Markplatzes soll auch den privaten Hauseigentmern in dessen Umgebung ein Anreiz zur Modernisierung und Instandsetzung ihrer Gebude geboten werden. Die Investitionen im Zusammenhang mit der Aufwertung des ffentliche Platzbereiches sollen somit sinnvoll ergnz und somit Synergieeffekte geschaffen werden. Die Stadt hat sich daher zur Einleitung Vorbereitender Untersuchungen i.S. des 141 BauGB entschlossen, um zunchst eine Beurteilungsgrundlage ber die Notwendigkeit einer Sanierung in diesem Bereich zu erlangen. Sollte sich als Ergebnis der Vorbereiten-den Untersuchungen herausstellen, dass eine stdtebauliche Sanierung in diesem Bereich notwendig ist, so kann das bereits bestehende Sanierungsgebiet sinnvoll erweitert werden. Die stdtebaulichen Ziele, die sich aus dem Rahmenplan des be-reits bestehenden Sanierungsgebietes ergeben sowie die ggf. zu entwickelnden Zie-le, die sich aus den Ergebnissen der Vorbereitenden Untersuchungen ergeben wer-den, sind somit auch Zielsetzungen im Rahmen der Sozialen Stadt.

    Die nachfolgende Plandarstellung zeigt das bereits bestehende Sanierungsgebiet sowie das Gebiet in dem die Vorbereitenden Untersuchungen eingeleitet wurden.

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    - Umgestaltung ehem. Kerweplatz bei Pestalozzischule:

    Die stlich der Pestalozzischule gelegene Freiflche (ca. 4.920 qm), die bis 1999 als Kerweplatz der Stadt Eisen-berg diente, weist ein erhebliches Entwicklungs-potential aufweist. Derzeit wird die Flche durch einen gepflaster-ten Weg, der eine fulufige Verbindung zwischen der Pestalozzistrae und der Gutenbergstrae darstellt, in zwei Hauptbereiche unterteilt. Zwischen dem Fuweg und dem neuen Anbau der Pestalozzischule befindet sich weitestgehend eine wassergebundene Oberflche, whrend zwischen dem Fuweg und der Goethestrae eine grere Rasenflche vorhanden ist, die im Sommer von den Kindern u. Jugendlichen als Spiel u. Bolzplatz genutzt wird. Leider dient der gesamte Bereich auch als Hundeklo. Die Aufenthaltsqualitt ist hier derzeit nicht sonderlich gro. Bisher existiert noch kein schlssiges Konzept im Hinblick auf knftige Nutzung dieser Flchen. Aufgrund der innenstadtnahen Lage und der direkten Nhe zur Pestalozzischule bietet die Flche jedoch ein erhebliches Entwicklungspotential in gestalterischer und funktionaler Hinsicht, das insbesondere vor dem Hintergrund der Zielsetzungen der Sozialen Stadt genutzt werden sollte. Dafr spricht auch der rumlich-funktionale Zusammen-hang zum Bereich Schillerstrae, der als das erste gr-ere Projekt im Rahmen der Sozialen Stadt aufgewertet werden soll. Von Seiten der Pestalozzischule besteht der Wunsch, die Flche einzuzunen, um den Schlern die Nutzung der Flche zu ermglichen. Ziel muss es daher sein, ein schlssiges Konzept fr die Gesamtflche zu entwickeln und dadurch einen multifunktionalen Platzbereich zu schaffen, der sowohl von den Schlern der Grundschule, von den Kindern und Jugendlichen der Umgebung als auch von den erwachsenen Anwohnern genutzt werden kann und somit ein Ort der Begegnung und Kommunikation verschiedener sozialer Gruppen und Generationen entsteht. Der gesamte Bereich zwischen der Pestalozzischule und der Goethestrae sollte ein-gezunt und die Tore am spteren Abend durch den Wachdienst verschlossen werden. Dadurch soll die Sicherheit der Nutzer des Multifunktionsbereiches gewhrleistet und Lrmbelstigungen sowie Vandalismus in der Nacht verhindert werden. Bei der letztendlichen Ausarbeitung sowie bei der Umsetzung des Konzeptes sollen insbesondere die Pestalozzischule sowie die Anwohner mit einbezogen werden.

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    - Aufwertung der Freiflche an der katholischen Kirche:

    Als erstes Startprojekt im Rahmen der Sozialen Stadt Eisenberg beabsichtigt die Stadt den Bereich vor der katholischen Kirche aufzuwerten. Geplant ist, mehrere Bsche und einen Baum zu entfernen, weitere Bume zurckzuschneiden sowie die sanierungsbedrftige Sandsteinmauer samt Zaun zu erneuern. Ebenso soll eine Beleuchtung der Kirchenfassade geschaffen wer-den. Ziel der Manahme ist es, die rumliche Situation vor der Kirche einsehbarer und damit auch sicherer zu gestalten, da dieser Bereich in der Vergangenheit mehr-fach von Vandalismus betroffen war. Durch die Ma-nahme soll somit ein Beitrag zur Prvention geleistet und die Aufenthaltsqualitt in diesem Bereich verbessert wer-den. Vor dem Hintergrund einer geplanten Umgestaltung des angrenzenden Marktplatzes ist dies ein erster Schritt zur Aufwertung dieses zusammenhngenden Areals und von groer Signalwirkung fr die Bevlkerung im Hinblick auf die Soziale Stadt. Die weiterfhrende Planung des Marktplatzes wird dadurch nicht beeintrchtigt.

    - Aufwertung der Freiflche am Haus der Jugend:

    Diese relativ kleine Manahme soll ebenso wie die Aufwertung des Bereiches vor der katholischen Kirche den Einstieg in das Projekt Soziale Stadt darstellen. Bei der aufzuwertenden Freiflche, die zum Haus der Jugend gehrt und nicht durchgngig geffnet sondern nur im Beisein von Aufsichtspersonal zugnglich ist, handelt es sich um eine Wiesenflche, die bisher als

    Bolzplatz genutzt wurde. Die Wiesenflche soll knftig als Multifunktionsflche genutzt werden, wobei ein Teil-bereich fr die Aufstellung von Spielgerten aus der Werkstatt des Hauses der Jugend verwendet werden knnte. Die befestigten Flchen sollen erhalten bleiben und als Bedarfsparkpltze sowie als Ballspielbereich zur Verfgung stehen. Um eine missbruchliche

    Verwendung der Flche bei Nacht zu verhindern, soll mittels zweier abschliebare Toranlagen sowie einer Erhhung des westlichen Zaungitters ein geregelter Zugang ermglicht werden. Die Jugendlichen sollen bei der Umsetzung der Ma-nahme so weit wie mglich mit eingebunden werden, was ganz im Sinne des Grundgedankens der Sozialen Stadt ist.

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    - Schaffung eines Naherholungsbereiches durch Aufwertung des Klein-gartenareals und der sonstigen Grnflchen am Eisbach:

    In weiten Teilen des Untersuchungsgebietes ist ein Mangel an attraktiven Grn-strukturen zu verzeichnen. Durch eine gezielte Aufwertung der Grnflchen entlang des Eisbaches sowie der Kleingrten im Anschluss an die Poststrasse soll eine hochwertige Naherholungsflche in direkter Innenstadtnhe geschaffen werden. Insbesondere Bewohnern aus sozial schwcheren Bevlkerungsschichten, die meist in beengten Wohnverhltnissen ohne eigenen Garten leben, wird somit eine Mglichkeit zur sinnvollen Freizeitgestaltung und Erholung geboten. Nach Durchfhrung der geplanten Umgestaltungsmanahmen im Marktplatzbereich, wo bisher die groen ffentlichen Festveranstaltungen stattfinden, wird es ggf. not-wendig werden einen alternativen Standort zur Ausrichtung der Feste zu finden. Die Flche des ehem. Didiergelndes stlich der Kleingrten knnte dafr herangezogen werden, wodurch die Aufwertungsmanahmen im Grn- und Kleingartenbereich am Eisbach sinnvoll ergnzt werden knnten.

    (ehemaliges Didier-Gelnde)

    Mit den Bauarbeiten, die im Zusammenhang mit der Anlage der Kleingrten und des Festplatzes auf dem ehemaligen Didier-Gelnde erforderlich sind, kann ein sinn-volles Arbeits- und Qualifizierungsangebot verknpft werden.4 Die einst vorhandene Wegeverbindung vom Bahnhof zur Tiefentaler Strae soll im Rahmen der Neugestaltung und Aufwertung des Freizeit- und Naherholungs-bereiches ebenfalls reaktiviert werden.

    4 siehe 3.4 Projektbereich 4: Lokale konomie, Seite 17

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    3.7 Wohnen und Wohnumfeld

    Die Verbesserung des Wohnumfeldes stellt einen wichtigen baulich-investiven Handlungsansatz im Rahmen der Sozialen Stadt dar, von dem insbesondere eine bedeutsame Signalwirkung ausgeht. Die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung der Bewohner eines Gebietes am Aufwertungsprozess steigt immer dann, wenn die Brger anhand konkreter Projekte, die sichtbare Ergebnisse hervorbringen, erkennen, dass in ihrem Wohnumfeld etwas geschieht. Manahmen der Wohnumfeldverbesserung knnen beispielsweise die Modernisierung und Instandsetzung von Gebuden, die Anlage von Bolzpltzen, Grn-, Sport- und Spielanlagen oder die gestalterische Aufwertung des Straen-raumes sein.

    - Aufwertung Bereich Schillerstrae:

    Derartige Manahmen sind zunchst insbesondere im Bereich der Schillerstrae, vorgesehen, da hier die Mn-gel im Bezug auf das Wohnumfeld besonders ausge-prgt sind. Die baulichen Strukturen werden dominiert von zeilenfrmigem Geschosswohnungsbau der 60er und 70er Jahre sowie gro angelegten Garagenzeilen. Teilweise besteht ein erheblicher Modernisierungs- und Instandsetzungsbedarf der Gebude. Die dazugehrigen Grn- und Freiraumstrukturen weisen ebenfalls erhebliche Gestaltungsdefizite auf. Die Abstellflchen fr die Mlltonnen und Wertstoffscke sind nur unzureichend bzw. gar nicht verdeckt. Aufgrund des groen Mllaufkommens wirkt sich dies negativ auf das Erscheinungsbild des Quartiers aus. Ein Spielplatz bzw. Sportflchen fr die Kinder und Jugendlichen in diesem Bereich sind nicht vorhanden. Diese Defizite wirken sich negativ auf die Wohnqualitt und damit letztendlich auch auf die Sozialstrukturen in diesem Bereich aus. So liegt der Auslnderanteil hier bei ber 35 %. Aufgrund des hohen Handlungsbedarfs sollen in diesem Bereich mg-lichst bald Manahmen zur Wohnumfeldverbesserung ergriffen werden. Geplant ist, in einem ersten Schritt die im stdtischen Besitz befindlichen Gebude Schillerstrae Nr. 3 und 5 sowie die dazugehrige Gara-genzeile abzubrechen und an dieser Stelle einen Multi-funktions- und Spielbereich zu schaffen. Ebenso soll das direkte Wohnumfeld der Gebude Schillerstrae Nr. 6 und 8 sowie Nr. 10 und 12 durch Neugestaltung der Grn- und Freiflchen aufgewertet werden. Weitere Manahmen im Bereich der brigen Wohnblocks sollen folgen.

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    - Aufwertung Bereich Bahnhofsumfeld:

    Das Bahnhofsumfeld ist weitestgehend in einem desola-ten Zustand. Sachbeschdigungen und Verunreinigun-gen wirken sich negativ auf die Aufenthaltsqualitt in die-sem Bereich aus. Aufgrund seiner hohen Bedeutung als Stadteingangs-situation ist eine Aufwertung des Bahnhofumfeldes dringen geboten. Ebenso ist beabsichtigt ausreichend Park & Ride Parkpltze zur schaffen.

    - Aufwertung des weiteren Bereichs Innenstadt:

    Der Innenstadtbereich weist sowohl einen Handlungsbedarf im Bezug auf die Mo-dernisierung und Instandsetzung von Gebuden als auch im Hinblick auf die Aufwer-tung des Straenraums auf (z.B. Straenraumbegrnung, Gehwegerneuerung, Be-lichtungskonzept). Durch die groen wirtschaftlichen Vernderungen der letzten zwei Jahrzehnte hat sich die Innenstadt in vielen Bereichen gewandelt. Leerstand und die schon erwhnte beralterung verstrken das negative Erscheinungsbild nicht nur im unmittelbaren Bereich des Marktplatzes. Die angrenzenden Straenzge sind in gleichem Mae betroffen. Ohne gezielte Untersttzung sind die vorhandenen Probleme nicht zu beheben. Insbesondere das ffentliche Erscheinungsbild bedarf der Verbesserung, um auch den gewnschten Mitmacheffekt der Anlieger zu errei-chen.

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    4. Projektbereiche

    Die nachfolgende Karte zeigt das Gebiet der Sozialen Stadt Eisenberg, das aufgrund der Ergebnisse dieses IHK festgelegt wurde. Aufgrund der Flchengre des Unter-suchungsgebietes von ca. 38.5 ha wurden bei der eigentliche Festlegung des Gebie-tes der Sozialen Stadt die Teilbereiche Nr. 5 und Nr. 7 in Abstimmung mit den fr die Frdermittelvergabe zustndigen Landesbehrden herausgenommen, da ein Fr-dermitteleinsatz in diesen beiden Bereichen mittelfristig nicht zu erwarten ist. Das Gebiet der Sozialen Stadt Eisenberg (hier rot umrandet) hat nun eine Gesamt-gre von 35,2 ha. Das ursprngliche Sanierunsgebiet (hier blau gekennzeichnet) hat eine Gre von 6,8 ha. Die hier bestehenden Sanierungsziele sind ebenso Ziele der Sozialen Stadt. Die Erweiterung des Sanierungsgebietes (hier gelb gekennzeichnet) hat eine Gre von 3,5 ha.

    Dieses Integrierte Handlungskonzept ist nicht als eine statische Handlungsanleitung zu verstehen, sondern auf eine stndige Fortschreibung ausgelegt. Die hier vorgelegte Fassung enthlt die derzeit angestrebten Handlungsziele und gilt als Grundlage fr die Festlegung des Gebietes der Sozialen Stadt gem. 171 e Abs. 3 BauGB. Der Stadtrat der Stadt Eisenberg hat in seiner Sitzung am 18.09.2007 das vorliegende Integrierte Handlungskonzept sowie die Festlegung des Gebietes der Sozialen Stadt beschlossen.

    __________________________

    Eisenberg, den 18.09.2007 Adolf Kauth (Stadtbrgermeister)

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