of 44/44
Paracelsus Today Das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Salzburg NR. 3 DEZEMBER 2012 I € 3,– 10 Jahre Paracelsus Universität P A R A C E L S U S Tempus fugit – die Zeit vergeht! Freude und Dankbarkeit prägen ein Jubiläum.

Paracelsus Today Dezember 2012

  • View
    224

  • Download
    2

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Paracelsus Today Dezember 2012

Text of Paracelsus Today Dezember 2012

  • Paracelsus TodayDas Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversitt, Salzburg NR. 3 DEZEMBER 2012 I 3,

    10 JahreParacelsus Universitt

    PARA

    CEL SU S

    Tempus fugit die Zeit vergeht!Freude und Dankbarkeit prgen ein Jubilum.

  • Paracelsus Today 3/2012 3

    Inhalt

    Schon Jahre?Die Paracelsus Universitt ist zehn Jahre alt. Oder jung?Am 30. Jnner 2003 fand in der Residenz zu Salzburg dieGrndungsfeier statt. Wie schnell die Zeit vergeht ...

    4 Short Cuts. Neues aus der Uni.

    6 Spotlight. Was der Namensgeber

    Paracelsus sagen wrde ...

    8 Inside. Zehn Jahre Paracelsus Uni:

    Vom Willen, das Neue zu gestalten.

    14 Outside. Science sells: ber den

    Mehrwert von Medizinerkongressen.

    16 Inside. Ethik? Ja eh

    20 Fokus On. Was die Medizin von der

    Luftfahrt lernen kann.

    22 Research. Ein Tausendsassa mit

    Potenzial: Das neu entdeckte Protein

    PGC-1alpha.

    24 Research. Vorteil Uniklinikum:

    Monika Killer ber das

    Forschungsinstitut fr

    Neurointervention.

    28 Update. Schnupfen-Mythen

    ber Rotz und Wasser.

    30 Body-Check. Das Wichtigste

    ber den Schlaganfall.

    32 Alumni. Thomas Melchardt

    ber gentzte Chancen.

    34 Education. Genial statt frontal mit

    dem Lehrgang fr Medizindidaktik.

    36 Education. Tutorenbetreute Lehre

    und ihr Nutzen.

    38 Friends. Andreas Greither ber den

    Papst, Putin und die Pharmazie.

    40 Point of View. Salzburgs

    Landeshauptfrau Gabi Burgstaller

    ber die Paracelsus Uni.

    Editorial

    Feedback erwnschtWie gefllt Ihnen das neue Paracel-sus-Today-Magazin? Teilen Sie unsIhre Meinung und Ihre Anregungenmit: [email protected]

    Sichern Sie sichIhr Gratis-AboSo verpassen Sie keine Paracelsus-Today-Ausgabe und erhalten dasneue Magazin bequem nach Hausegeliefert: www.pmu.ac.at/abo

    In diesem Heft beschftigen wir uns erinnerlich auf zehn Seitenmit diesen zehn Jahren. Dieser kurze Blick zurck auf arbeitsrei-che Jahre sei gestattet. Die Paracelsus Universitt hat sich alserste private medizinische Universitt in sterreich einen sehrguten Ruf erarbeitet, besonders in der Ausbildung ihrer Stu-dierenden. Die Idee, einer handverlesenen Schar von anfangs42, dann 50 Studierenden pro Jahrgang in einem verkrztenStudium der Humanmedizin (nur fnf Jahre) eine zwar intensive,aber hoch qualizierte Ausbildung zu bieten, war richtig. DieAbsolventen aus Salzburg sind auf dem Markt gefragt. RektorHerbert Resch und andere haben auf Nachfrage von ParacelsusToday in der Erinnerungskiste gewhlt, Landeshauptfrau GabiBurgstaller in einem Interview mit Lob nicht gegeizt. Tut gut!

    Mit interessanten Geschichten aus der Lehre (zur didaktischenAus- bzw. Weiterbildung der Lehrenden oder zur Rolle derTutoren im Unterricht) und der Forschung (Thema Schlaganfall)

    wollen wir fr ihre Kurzweil sorgen. DasPortrt eines erfolgreichen Alumni ausdem allerersten Studienjahrgang 2003darf nicht fehlen, ebenso der eine oderandere Tipp gegen Erkltungen imWinter.

    Danke fr Ihr Interesse an der Paracel-sus Universitt in diesen zehn Jahren und viel Vergngen beim Lesen!

    Dr. Gottfried StienenChefredakteur

    ImpressumParacelsus Today ist das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversitt in Salzburg Auage: 30.100 Stck Medieninha-ber und Herausgeber: Paracelsus Medizinische Privatuniversitt Salzburg - Privatstiftung, Strubergasse 21, 5020 Salzburg, Tel. +43(0)662/4420020, www.pmu.ac.at Verlag: Magazinmanagement und Verleger: Schoa & Partner GmbH, Albrechtgasse 9, 8010 Graz,+43 (0)316/820082, www.schoass.at, Geschftsfhrer: Mag. Helmut Schoa Chefredakteur: Dr. Gottfried Stienen Chen vomDienst: Stefanie Illmer Art-Direktor: Tom Wagner Produktion: m4! Mediendienstleistungs GmbH & Co KG, Schnaugasse 64, 8010Graz Mitarbeiter/-innen dieser Ausgabe: Andreas Aichinger, Sabine Ritzinger, Ilse Spadlinek, Dr. Gottfried Stienen Fotos: wild&teamfotoagentur gmbH, iStock, SALK, Land Salzburg, Privatfotos Coverfoto: istock Herstellung: Druck Styria GmbH & Co KG Alle Anga-ben ohne Gewhr. Haftung fr Irrtmer und nderungen ausgeschlossen. Satz- und Druckfehler sowie alle Rechte vorbehalten.

    Offenlegung nach 25 (2) des MediengesetzesParacelsus Today ist das Universittsmagazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversitt in Salzburg. Die Themenschwerpunkteumfassen Aus- und Weiterbildung, Forschung sowie gelebte Kooperationen im Bereich Health Sciences. 3-mal jhrlich werden unsereSponsoren, Partner, Freunde und Abonnenten ber das Leben und Arbeiten an der Universitt informiert. Herausgegeben wird dasMagazin vom Rechtstrger der Universitt, der Paracelsus Medizinischen Privatuniversitt Salzburg - Privatstiftung (FN 191581m,Landesgericht Salzburg), die damit gleichzeitig als Medieneigentmer fungiert. Der Stiftungszweck ist vorrangig auf die Frderung, denBetrieb und Erhalt der Universitt ausgerichtet.

    e?ahrSchon JPARA

    CEL SU S

  • 4 3/2012 Paracelsus Today

    Fotos:

    Parac

    elsu

    sUni,p

    riva

    t

    Zur Frderung der medizinischen Forschung in sterreich ver-gab die Sanofi-Stiftung zum dritten Mal drei Preise fr hervorra-gende Arbeiten junger Wissenschafter der Paracelsus Universi-tt dotiert mit 3000 Euro pro Preistrger.Sanofi-Geschftsfhrer Roman Gamerith hob die Bedeutung

    sowohl der Grundlagen- als auch der angewandten klinischenForschung fr die pharmazeutische Industrie hervor. RektorHerbert Resch unterstrich das hohe Ansehen dieses Preises,der frher unter dem Namen Hchst-Preis verliehen wurde.Besonders fr junge Wissenschafter, die hochklassige wis-

    senschaftliche Leistungen erbringen, sei diese Auszeichnungsehr motivierend. Die diesjhrigen Preistrger weisen bereitsein eindrucksvolles publikatorisches Oeuvre auf, das eine bal-dige Habilitation und auch fr die Zukunft eine sehr erfolgreicheFortfhrung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten erwarten lsst.Gratulation den Preistrgern: Johannes Adalbert Mayr (Uni-versittsklinik fr Kinder- und Jugendheilkunde), Eva Murauer(Universittsklinik fr Dermatologie/EB-Haus Austria) und SelmaSoyal-Patsch (Universittsinstitut fr Medizinisch-ChemischeLabordiagnostik).

    Die nun zehnjhrige Kooperation mit derMayo Medical School wird auch mit vielengegenseitigen Besuchen von Fhrungs-krften der beiden Universitten gelebt.Im Herbst war Jane Meyer (Bildmitte) inSalzburg zu Gast. An mehreren Arbeits-tagen wurde die Planung und Abwicklungder Forschungsaufenthalte der Humanme-dizin-Studierenden aus Salzburg koordi-niert und optimiert. Pro Jahr knnen bis zuzwlf Studierende der Paracelsus Universi-tt im Rahmen ihres Forschungstrimestersan der Mayo Clinic vier Monate forschen.

    Das neue Forschungshaus nimmt Gestalt an. Am 20. November fand die Firstfeier statt.

    Sanofi-Preise fr Jungforscher

    Mayo meets Paracelsus

    Short Cuts

  • Paracelsus Today 3/2012 5

    Short Cuts

    Fhrungswechsel imForschungsdekanatDas Dekanat fr Forschung derParacelsus Universitt hat denChef verloren. Christoph Stuppckhat sich auf eigenen Wunsch vondieser bedeutenden und arbeitsin-tensiven Funktion zurckgezogen.Rektor Herbert Resch nahm denRcktritt mit Bedauern an und be-tonte zugleich die sehr gute Arbeitvon Stuppck in den vergangenendrei Jahren. Stuppck wird sichnun wieder auf seine berufliche T-tigkeit als Primar der Universitts-klinik fr Psychiatrie und Psycho-therapie in Salzburg konzentrieren.Die interimistische Leitung desDekanats wird Dozentin ConnyHauser-Kronberger bernehmen,die bereits Vize-Dekanin fr For-schung war.

    Der Alumni-Club der Paracelsus Uni-versitt lud im Herbst zum Treffen nachSalzburg. Im Mittelpunkt der jhrlichenTreffen steht der Netzwerkgedanke zwi-schen den Absolventen der Studien-gnge Humanmedizin, Pflegewissen-schaft, Medizinische Wissenschaft undMolekulare Medizin.Club-Vorstand Sebastian Rsch hatte

    fr seine Mitglieder ein Tagesprogrammmit fachlichem Hintergrund und Unter-haltungsaspekten vorbereitet. In einemKoniotomie-Kurs informierte OberarztGerhard Moser in einem Vortrag berGrundstzliches zum Luftrhrenschnittund lie im Anschluss an Prparaten

    ben. In der Mitgliederversammlungwhlten die Club-Mitglieder den neuenVorstand (Bild v.l.n.r.), der sich nun ausSebastian Rsch, Maximilian Einhupl,Kerstin Illichmann, Klara Mrwald, Bar-bara Grotz und Lukas Grassner zusam-mensetzt. Bei einem Gokart-Rennen inSt. Pantaleon am Nachmittag kristalli-sierte sich kein Nachfolger fr SebastianVettel heraus, der Spafaktor war beiallen hoch. Abends faszinierte ein Vor-trag des Flugsicherheitsexperten Man-fred Mller zum Thema Was kann dieMedizin von der Luftfahrt lernen? dieZuhrer. Lesen Sie dazu Auszge aufder Seite 20.

    Ehemalige unter sich

    Ein groartiges Engagement einer Stu-dentin der Paracelsus Universitt be-scherte einen warmen Geldregen.Caroline Lukesch hat sich zusammen

    mit ihrer Freundin Christina Sailer (dieTochter des berhmtesten sterreichi-schen Skihelden Toni Sailer) zusammen-getan und ein Charity-Golfturnier in Kitz-bhel organisiert. Wer einmal hnlichesumgesetzt hat, kennt die Mhen im Vor-feld einer solchen Veranstaltung.Auf der Anlage des Golfclubs Kitzb-

    hel-Schwarzsee traumhaft gelegenmit Blick auf den Wilden Kaiser spiel-ten zahlreiche Prominente (dabei auch

    Frderer der Paracelsus Universitt undSV-Skisportler) um den Turniersieg. DieGewinner traten diesmal jedoch gerne inden Hintergrund, der Zweck war Geldfr die Forschung (Thema Stammzellen)fr Salzburg zu erspielen.Beim abendlichen Dinner im Clubhaus

    mit 70 Gsten konnte Caroline Lukesch(im Bild links) mit Stolz einen Scheckber 10.160 Euro an den Fundraising-leiter Gottfried Stienen berreichen.Die Paracelsus Universitt bedankt

    sich auch auf diesem Wege nochmalsherzlich fr diese besondere Charity-Aktion.

    10.000 Euro beim Golf gesammelt

  • 6 3/2012 Paracelsus Today

    V ielerorts nennt man mich,Paracelsus, einen unbe-quemen Zeitgenossen,das wei ich wohl. Ein Kri-

    tiker und Mahner will ich doch nur seinund nach vorne blicken, Utopien nahezur Wirklichkeit fhren getragen vonder Kraft der Wissenschaft, vom Geiste,Neues zu erfahren. Neues fr die Gesell-schaft, Dienste fr jedermann ob in derrztlichen Kunst, in der Alchemie oderNaturwissenschaft.

    Unser Leib ist Teil dieser Erde und derMensch ist tausend und abertausendPartikeln und Gefhrlichkeiten ausge-setzt; keinen Augenblick ist man sichseiner Gesundheit oder seines Lebensganz sicher. Gegen diese Not gilt es zukmpfen. Das tat ich gerne und hab alsoHohe Schulen lange Jahre erfahren, invielen Landen den Grund der Arznei ge-sucht. Ich hab nachgefragt, emsig undeiig, an allen mglichen Orten, Erfor-schung gesucht bei vielen: bei gelehr-ten rzten, Schwarzknstlern, Weibern,Klstern, Gescheiten und Einfltigen.Ich sehe es als Picht zur Erfahrenheitim Wandern von Land zu Land, um seinWissen zu mehren.

    Auch Salzburg habe ich besucht, in derStadt gelebt und auch versucht, in denGauen zu forschen, zuweilen in Gas-

    Was Paracelsussagen wrdePhilippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim,genannt Paracelsus, war ein Pionier der modernen Heilkun-de und organischen Chemie. Stets vertrauend auf den Tat-sachenbefund Dass einer wisse und nit whne! starb dergroe Arzt, Naturwissenschafter, Humanist und Philosph 1541in Salzburg. Seit ihrer Grndung im Jahr 2003 trgt die Para-celsus Medizinische Privatuniversitt mit Stolz seinen Namen.

    Autor: Gottfried Stienen . Foto: Salzburg Info

    tein, eine Heilkraft im dortigen Wasserzu entdecken. Die Zeit hat nie gereicht,alles zu erfahren oder gar in Schriften zufassen. Verstrickungen und Feindschaftvon Menschen, die meiner nicht folgenwollten, haben mich vertrieben.

    Doch halt, ich hab vernommen, dass andieser Schule, die meinen Namen trgt,in Gastein geforscht wird und doch einZusammenhang besteht mit dem Edel-metall und dem Wasser. Diese Schu-

    le, diese Universitt, sie gedeiht dochprchtig. Zehn Jahre wurde dort nun ge-lehrt, geforscht und den Kranken gehol-fen. Die jungen Leut sind getrieben vonNeugier, emsig, fragen oft und zeigen vielTalent. Das ist gut so. Viele sind schongut gebildet in der rztlichen Kunst inSalzburg und in fremden Landen dabei,Menschen zu heilen, zu helfen. Gescheitsollen sie sein, weil diese Schule auf sieachtet, sie frdert und ihnen vieles mit-gibt fr das Leben nach der Schule.

    Kritik und Argwohn gab es genug vorzehn Jahren an den Grndern dieserSttte, wo die jungen Leute freiwilligJahre zum Lernen verbringen. Doch stillist es geworden um diese Nrgler, dieimmer meinen, alles besser zu wissen,ohne viel zu tun. Ich, Paracelsus, hreviel Gutes. Kraftvoll und stark wird dereingeschlagene Weg gegangen, beglei-tet von Lob, Achtung und auch ein we-nig Neid. Die Zeit hat gleichwohl man-ches verndert.

    Viele helfen dieser Schule schon vieleJahre. Mit Geld, aber auch mit Zuspruch,mutig zu bleiben. Das Interesse auch infremden Landen ist ob dieser guten Ar-beit gro, die Neugierde der anderen istgeweckt, der Weg nach Salzburg wirdgesucht. Die Forschung lebt, ein Hausdafr wird bald die Tren ffnen. NeuesWissen wird neue Geister locken und dierztliche Kunst voranbringen. Menschenwerden auf Heilung von Krankheiten hof-fen, die dem Leibe heute noch gefhr-lich sind. Ich, Paracelsus, teile den Geistdieser Schule, verknde stolz deren Tun.Alle sollten stolz sein und dafr Sorgetragen, dass geforscht und gelehrt wer-den kann. Nicht noch zehn Jahre, nein100 Jahre.

    Spotlight PARA

    CEL SU S

  • Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 5,58,6 l/100 km, CO2-Emission 143199 g/km.www.pappas.at/glk

    Charakter. Stark.Die neue Generation des GLK.Bei Ihrem Partner der Pappas Gruppe.

    Pappas Gruppe, Autorisierter Mercedes-Benz Vertriebs- und Servicepartner;Unternehmen der Pappas Gruppe sind: Georg Pappas Automobil AG, Pappas Automobil-vertriebs GmbH, Retterwerk GmbH, Konrad Wittwar Ges.m.b.H., Pappas & Werlin GmbH,Pappas Auto Magyarorszg Kft.

  • 8 3/2012 Paracelsus Today

    Inside

    Erst 10 Jahre! Dennoch wrdedie Chronik der jungen Uni-versitt die noch zu schrei-ben ist bereits viele hundert

    Seiten fllen mit Zahlen, Daten undFakten, vor allem aber mit Episoden,Anekdoten und den Erinnerungen jenerPersnlichkeiten, die mittelbar oder un-mittelbar beteiligt waren. Beteiligt an derEntstehung des privatmedizinischenModells, an unzhligen Diskussionenin den Jahren davor, an der Entwicklungdes Projekts und schlielich an der Er-folgsgeschichte der Paracelsus Medizi-nischen Privatuniversitt allerorten kurzPMU genannt.

    Das Jahr 2013 ist also ein Jubilums-jahr. Die ofzielle Geburtsstunde derUniversitt schlug am 30. Jnner 2003.An diesem Tag fand in der SalzburgerResidenz der Festakt zur ofziellen Uni-versittsgrndung statt, ebenso die Un-terzeichnung der Kooperation mit derMayo Medical School. Im Septemberdieses Jahres begann der erste Stu-dienjahrgang der Humanmedizin, am 30.Oktober folgte die feierliche Inaugurationdes Rektors, des Kanzlers und der De-kane und die Ernennung der SalzburgerLandeskliniken zu Universittsklinikenim Hangar-7. Dabei wurden zum erstenMal auch der Universittsname und das-logo prsentiert, mit Paracelsus als Na-mensgeber, der seiner Zeit stets vorauswar und so auch in Zukunft Vorbild frdie Universitt sein wird.

    Wenn wir in der Chronik der Erinnerun-gen blttern, dann knnte die imaginreGeburtsstunde der Paracelsus Univer-sitt auch schon frher geschlagen ha-ben vielleicht nach dem Besuch einerDelegation im Wissenschaftsministeriumin Wien? Es war am Faschingsdienstag1998. Von unten klang der Faschingstru-bel der Narren zu uns herauf, das wargeradezu eine Metapher, erzhlt RektorHerbert Resch. Eine kleine Gruppe vonPrimarrzten wollte sich Klarheit darberverschaffen, wie es um die Chancen

    Die Paracelsus Universitt wurde vor zehn Jahren akkreditiert.Wie bei Jubilen blich, wird gerne in die Vergangenheitgeblickt man erinnert sich an wichtige Ereignisse und gehtmit Zuversicht in die Zukunft.

    Autorin: Ilse Spadlinek Fotos: Paracelsus Uni/wild+team, SALK

    VomWillen,Neues zu gestalten

  • Paracelsus Today 3/2012 9Paracelsus Today 3/2012 9

    fr eine ffentliche Medizinuniversitt inSalzburg tatschlich stand, Vorbereitun-gen dafr waren ja lngst getroffen. DasGesprch war so ernchternd fr uns,dass ich meinen Freund Julian Frick zumersten Mal eine Unmenge Bier trinkensah. Die Erfahrung in Wien hat uns ge-zeigt, dass wir uns auf die eigenen Festellen mussten.

    Im Herbst danach fand eine Klausur-tagung der Primarrzte in Steinbach amAttersee statt. Auf der Tagesordnungzum wiederholten Mal das Thema Medi-zinuniversitt, das schien eine unendli-che Geschichte zu werden. Resch: Ichhabe mich schlielich zu Wort gemeldetund darauf hingewiesen, dass vom Bundkeinesfalls Mittel fr eine ffentliche Unizu erwarten seien und man sich wohlauf dem privaten Sektor umschauenmsste. Ein Gesetz zur Grndung von

    Privatuniversitten war damals in Vorbe-reitung. Gesagt getan: Das Kollegiumbeauftragte Herbert Resch kurzerhand,sich um die Finanzierung zu kmmern.Julian Frick sollte die Entwicklung einesinnovativen, sehr praxisorientierten Cur-riculums bernehmen. So klar war dieAufgabenverteilung noch nie formuliertworden. Resch erinnert sich noch genauan die Szene auf dem Parkplatz, wo erim Gesprch zu einem Primarkollegensagte: Jetzt hab ich wohl den grtenFehler meines Lebens gemacht. Wo umHimmels Willen sollen wir das Geld her-nehmen?

    Natrlich gab es Zweifel. Doch hierkommen wichtige Namen ins Spiel: An-thony Windebank, damals Dekan derMayo Medical School, dem weltberhm-ten Vorbild und Partner der ParacelsusUniversitt, kam beratend nach Salz-

    burg. Er motivierte uns und gab unsden Mut, Gedanken auch wirklich umzu-setzen. Resch ist heute noch dankbar.Mzen Donald Kahn stellte sich als einerder ersten Geldgeber mit einer hohenSumme ein, das Land Salzburg sagte -nanzielle Untersttzung zu und letztlichwar es Dietrich Mateschitz, der durch diebernahme einer Ausfallshaftung fr denim Budget notwendigen privaten Anteilan Geld die nanzielle Basis fr die Uni-versittsgrndung schuf. Seit 1999 er-mglichte ein neues Gesetz auch priva-ten Anbietern, Universitten zu grnden,wobei die Finanzierung eine wichtige Vo-raussetzung fr die Akkreditierung war.Im Oktober 2002, whrend einer abend-lichen Sitzung des Projektteams, wurdeResch angerufen. Der sterreichischeAkkreditierungsrat hatte die Medizini-sche Schule Salzburg Privatstiftungakkreditiert, mit Bestnoten brigens.

    Inside

    2002/10: Spontaner Umtrunk des Projektteams anlsslich despositiven Akkreditierungsbescheides.

    2003/10: Der inzwischen verstorbene Ehrenrektor Julian Frickbei der Inaugurationsfeier mit Logoprsentation im Hangar-7.

    2003/01: Grndungsfeier in der Salzburger Residenz mit Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Mayo Medical School.

    PARA

    CEL SU S

  • Inside

    10 3/2012 Paracelsus Today

    Der Sommer 2003 hat dann doch alleberrascht: Fr den ersten Jahrganggab es auf Anhieb 408 Anmeldungen,42 Studierende wurden aufgenommen.An das neue Modell knpften sich groeErwartungen, in gewissem Sinn fhltensich alle als Pioniere. Resch: Wir habendie Kritik und die Anregungen der Stu-dierenden sehr ernst genommen daswre in meiner Studienzeit undenkbargewesen. Sie sind auf einer ganz an-deren Ebene zu Partnern geworden.Heinrich Magometschnigg, heute rzt-licher Direktor am Landeskrankenhausdes Salzburger Uniklinikums, damalsDekan, zum ersten Jahrgang: Mir istaufgefallen, dass die jungen Leute hierganz anders waren als die Studentensonst. Sie haben viel mehr eingefordert,mehr hinterfragt. Schon mglich, dassdas auch mit der Studiengebhr zu tunhat aber jedenfalls gengte es nicht,nur die Spitalsroutine abzuarbeiten. Dashat mir sehr gefallen, aber natrlich istdurch das neue akademische Umfeldauch Druck bei einigen Mitarbeitern ent-standen.

    Groe Medizinuniversitten haben imAllgemeinen ein ehrwrdiges Alter dieParacelsus Universitt war nicht nur kleinund unverschmt jung, sie hatte auchvllig neue Lehr- und Lernmethodenaufzuweisen und vor allem eine krzereStudiendauer von nur fnf Jahren. Es

    herrschte Skepsis von verschiedenenSeiten. Magometschnigg hat anfnglichschon recht darunter gelitten: Man warbei Vortrgen auf Kongressen nicht nurmit neugierigen, sondern hug auchmit despektierlichen Fragen konfrontiert.Das ging eine zeitlang so, aber dann tratetwas ein, womit ich berhaupt nichtgerechnet hatte: Man begann uns zubeneiden, ob unserer Flexibilitt und obanderer Mglichkeiten, die diese priva-te Trgerschaft bietet. Bei uns war allesauf krzestem Weg zu diskutieren und inebenso kurzer Zeit umzusetzen. Das istsicherlich auch einer der Grnde, warumsich die Paracelsus Universitt so raschentwickelt hat und auch weiterhin entwi-ckelt.

    Innovativ, dynamisch und voller Mg-lichkeiten die Universitt bekamStrahlkraft. Die erfasste einen jungen,ehrgeizigen Anatomen in Mnchen, deran Vernderung interessiert war undschlielich eine Bewerbungsmappelosschickte: Felix Eckstein wurde am1. Mrz 2004 zum Leiter des Institutsfr Anatomie und muskuloskelettale For-schung nach Salzburg berufen demallerersten Institut der Paracelsus Uni-versitt. Sein Eindruck damals war sehrpositiv: Vor allem weil es ja nichts gab.Ich konnte meine eigenen Ideen gestal-ten und umsetzen, ohne die Normenund gesetzlichen Vorgaben, wie sie an

    einer staatlichen Institution eine so gro-e Rolle spielen. Das hat mich geradezuelektrisiert. Die Arbeit im ersten Jahr warwie ein anstrengender Marathon, aberder hat sich gelohnt, weil so viel positiveEnergie da war.Felix Eckstein ber den Beginn seinerLehrttigkeit: Wir haben viel Zeit mitden Studierenden verbracht, nicht nurim Hrsaal, auch abends. Das war frmich irgendwie wie eine zweite Studi-enzeit, weil man so nah an den jungenLeuten dran war.

    2003/09: Studienbeginn des ersten Jahrgangsder Humanmedizin.

    2004/11: Antrittsvorlesung des frisch berufenenAnatomen Felix Eckstein (Bildmitte).

    Kerninstitute Anatomie und muskuloskelettaleForschung

    Physiologie und Pathophysiologie Allgemein-, Familien- undPrventivmedizin

    Pegewissenschaft und -praxis Pharmakologie und Toxikologie

    Forschungsinstitute Molekulare Regenerative Medizin Biomechanik Gastein Technologieentwicklung in derStrahlentherapie radART

    Synergetik undPsychotherapieforschung

    AngeboreneStoffwechselerkrankungen

    Neurointervention Sehnen- und Knochenregeneration Molekulare Sport- undRehabilitationsmedizin

  • Paracelsus Today 3/2012 11

    Inside

    Viele neue Spitzenmedizinerkommen deshalb zu uns, weil hier eineUniversitt ist und sie ein bestimmtesUmfeld vornden, das mit Qualitt,Gesinnung und medizinischemFortschritt zu tun hat.Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch,

    Rektor der Paracelsus Universitt

    & Vorstand der Universittsklinik fr

    Unfallchirurgie und Sporttraumatologie

    Die Patienten knnen sich daraufverlassen, dass die Versorgungmedizinisch und pegerisch auf demaktuellsten Stand ist.Dipl.-Ing. Burkhard van der Vorst,

    Geschftsfhrer der Salzburger

    Landeskliniken Betriebsgesell. mbH

    Eine Voraussetzung, berhaupt nachSalzburg zu kommen, war fr FelixEckstein, intensiv Forschung betreibenzu knnen. Besonders schn ndeich, dass unser Team von anfangs dreiauf mittlerweile 15 Mitarbeiter ange-wachsen ist. Besonders fruchtbar ist inunserer Gruppe die Zusammenarbeitzwischen Medizinern, die Anatomie un-terrichten und Methoden hauptschlichanwenden, und unseren Informatikernund Ingenieuren, die wissenschaftlicheMethoden entwickeln. Dadurch ist beiuns vieles mglich, was andere Arbeits-gruppen in dieser Form nicht knnen.Mittlerweile gibt es eine Vielzahl hervor-ragend besetzter Universittsinstitute(siehe Kasten), in denen wissenschaft-lich auf Hochdruck gearbeitet wird.

    Lehre, Forschung, Patientenbetreu-ung auf diesen drei Sulen der me-dizinischen Universitten ruht seit zehnJahren auch die Paracelsus Universitt,gemeinsam mit ihrem grten klinischenPartner, den Salzburger Landesklinikenbzw. dem heutigen UniversittsklinikumSalzburg. Mitten drin und dennoch alsBeobachter agiert Burkhard van derVorst, der seit 2008 als Geschftsfhrerder Salzburger Universittskliniken dieHhen und Tiefen miterlebt. Als staat-lich gefhrtes Unternehmen ist ein pri-vatwirtschaftlicher Partner gut fr uns,weil er mehr Bewegung hat und die

    auch einfordert. Auerdem nde ich essehr positiv, dass sich hier zwei Partnernden, die bewusst zusammen arbeitenwollen und sich nicht dazu gezwungenfhlen. Damit spricht van der Vorst dasStrategiekonzept Universittsmedizin2016 an, in dem rund 600 Mitarbeiterder Salzburger Universittskliniken undder Paracelsus Universitt ihre Visionenfr die Zukunft formuliert und so einengemeinsamen Weg festgelegt haben.

    Wenn man an die Visionen denkt, diemit der Grndung einer medizinischenSchule in Salzburg verknpft waren, undsieht, was in zehn Jahren verwirklichtworden ist, dann kann die Zukunft derParacelsus Universitt nur positiv be-wertet werden. Positiv vor allem auch frdie Patienten des Universittsklinikums,denn: Gehts der Universitt gut, gehtsdem Krankenhaus gut, gehts den Pa-tienten gut. Rektor Resch: Viele neueSpitzenmediziner kommen deshalb zuuns, weil hier eine Universitt ist, und sieein bestimmtes Umfeld vornden, dasmit Qualitt, Gesinnung und medizini-schem Fortschritt zu tun hat. Und vander Vorst ist berzeugt: Die Patientenknnen sich darauf verlassen, dass dieVersorgung medizinisch und pegerischauf dem aktuellsten Stand ist. Die rzteam Universittsklinikum, die Universittund die Entwicklung der Forschung sinddafr ein wichtiger Garant.

    2010/09: Grogruppenkonferenz Universittsmedizin Salzburg 2016mit ber 600 Teilnehmern.

    PARA

    CEL SU S

  • Inside

    12 3/2012 Paracelsus Today

    ONIKCHR1962Wiedererrichtung der Universitt Salz-burg durch das Bundesgesetz vom 5.Juli 1962. In diesem Gesetz ist erwhnt,dass die Errichtung der MedizinischenFakultt in einem gesonderten Gesetzgeregelt werden wird.

    1993Grndung der Arbeitsgruppe Medizi-nische Fakultt Salzburg unter demVorsitz von Edgar Morscher, Rektor derUniversitt Salzburg.

    1999Erlass des Universitt-Akkreditierungs-gesetzes zur Grndung von Privatuni-versitten. Auf eine Privatinitiative von50 Stiftern und dem Land Salzburg wirdeine Privatstiftung gegrndet, mit demZiel, eine medizinische Privatuniversittzu etablieren. Eine Machbarkeitsstudiewird in Auftrag gegeben.

    2000/12Auftrag der Landesregierung Salzburgan die Privatstiftung und die Holding derSalzburger Landeskliniken zur Verwirk-lichung einer medizinischen Privatuni-versitt.

    2002/03Ansuchen an den sterreichischenAkkreditierungsrat zur Akkreditierung alsPrivatuniversitt mit einem Diplomstudi-um Humanmedizin und Ph.D.-StudiumMolekulare Medizin.

    2002/10Dietrich Mateschitz bernimmt die Aus-fallhaftung fr die noch ausstehendenprivaten Gelder.

    2002/10Einstimmiger positiver Beschluss desAkkreditierungsansuchens durch densterreichischen Akkreditierungsratmit Bestnoten fr das Curriculum desDiplomstudiums Humanmedizin.

    2002/11Akkreditierung durch das Bildungs-ministerium fr Bildung, Wissenschaftund Kultur.

    2003/01Festakt zur ofziellen Universittsgrn-dung und Unterzeichnung der Koopera-tionsvereinbarung mit der Mayo MedicalSchool.

    2003/09Beginn des Studienbetriebes mit denStudierenden des DiplomstudiumsHumanmedizin und Ph.D.-StudiumsMolekulare Medizin.

    1 2

    5 6

  • Paracelsus Today 3/2012 13

    Inside

    ONIKCHR2003/10Inaugurationsfeier mit Ernennung derUniversittskliniken, Bestellung der aka-demischen Wrdentrger und Vorstel-lung des Namens und des Logos.

    2004/06Veranstaltung des ersten ParacelsusScience get together.

    2004/07Umzug in das neu adaptierte Universi-ttsgebude in der Strubergasse 21.

    2006/01Erwerb der Liegenschaft in derStrubergasse 21.

    2006/03Habilitation der ersten fnfPrivatdozenten.

    2007/03Akkreditierung des BachelorstudiumsPegewissenschaft.

    2007/10Akkreditierung des DoktoratstudiumsMedizinische Wissenschaften.

    2007/10Erffnung des Hansjrg-Wyss-Hausesfr Forschung und Lehre.

    2007/11Ernennung des Landeskrankenhausesund der Christian-Doppler-Klinik zumUniversittsklinikum der ParacelsusMedizinischen Privatuniversitt.

    2008/07Erste Absolventen des DiplomstudiumsHumanmedizin.

    1 2003/12: Schlsselbergabe fr das ehemalige Gebude derWasserwerke in der Strubergasse 21

    2 2004/07: Umzug in das neu adaptierte Universittsgebude

    3+4 2008/07: Der erste Studienjahrgang der Humanmedizinpromoviert im Hangar-7

    5 2012/03: Spatenstich fr das neue Lehr- undForschungsgebude

    6 2007/11: Das Landeskrankenhaus und die Christian-Doppler-Klinik werden zum Universittsklinikum

    7 Alle zwei Jahre ndet das Paracelsus Science getTogether ein offenes Forum fr Wissenschafter statt

    PARA

    CEL SU S

    3 4

    7

    2008/10Unterzeichnung der Vereinbarungzwischen Red Bull, Land Salzburg undParacelsus Universitt: Eine Millionjhrlich fr die Forschung.

    2008/11Akkreditierung des 2in1-Modells Pege(Bachelor-Studium mit Gesundheits-und Krankenpegediplom).

    2011/01Akkreditierung des MasterstudiumsPegewissenschaft.

    2011/08Erffnung des Studentenwohnheimsder Paracelsus Universitt.

    2011/09Akkreditierung des Online-Bachelor-studiums Pegewissenschaft.

    2012/03Spatenstich fr das neue Lehr- und For-schungsgebude mit Querschnitt- undGeweberegenerationszentrum.

  • Medizinerkongresse dienen nicht nur der Generierung unddem Austausch von Wissen, sondern sind fr den Wissen-schafts- und Wirtschaftsstandort gleichermaen wichtig.

    Autorin: Sabine Ritzinger Foto: Paracelsus Uni/wild+team

    14 3/2012 Paracelsus Today

    Outside

    Der Kongress- und Ta-gungstourismus in ster-reich boomt und erweistsich als bedeutender Wirt-

    schaftsfaktor und Wertschpfungsbei-trag. Salzburg ist im Stdte- und auchim Bundeslndervergleich nach Wiendie Nummer zwei. WissenschaftlicheKongresse und Tagungen nehmen inder Kongressindustrie einen wichti-gen Stellenwert ein: Im mira-Ranking(meeting industry report austria 2011)der Themengebiete fhrt die Medizin,gefolgt von Wirtschaft, Politik und Geis-teswissenschaften. Medizinerkongressedienen also lngst nicht nur der Gene-rierung und dem Austausch von Wissen,

    sondern bewegen enorme Geldflsse.Sie sind somit fr den Wissenschafts-als auch fr den Wirtschaftsstandortsterreich gleichermaen wichtig.

    Auch die Paracelsus Universitt unddas Salzburger Universittsklinikum be-mhen sich, hochrangige wissenschaft-liche Kongresse und Symposien nachSalzburg zu bringen. Katharina Tscher-nutter, Leiterin des universittseigenenKongressbros, koordiniert und organi-siert diese Events in enger Abstimmungmit den Veranstaltern aus den Univer-sittskliniken und der Universitt. Mitihrer tatkrftigen Untersttzung fandenallein im letzten Jahr vier internationale

    Kongresse zu unterschiedlichen wissen-schaftlichen Themen statt.

    Nutzen mit Mehrwert. Eine Veranstal-tung der Superlative war der 53. s-terreichische Chirurgenkongress im Juni2012 in Salzburg. Knapp 1000 Teilneh-mer, 499 Vortrge, 68 Poster-Prsenta-tionen, zwei Pflegesymposien und eineIndustrieausstellung mit 50 teilnehmen-den Firmen machten ihn zum Vorzei-geprojekt der Kongressindustrie. Orga-nisiert wurde der Kongress von HansWerner Waclawiczek, Prsident der s-terreichischen Gesellschaft fr Chirurgieund 1. Oberarzt der Universittsklinik frChirurgie in Salzburg. In seiner Anspra-che wies Waclawiczek auf die Schn-heit und Reize der Mozart-, Kongress-und Kulturstadt Salzburg hin und trugdiesem Ambiente im Rahmenprogrammauch entsprechend Rechnung.

    Qualitt braucht Partner. Fr einennoch umfassenderen Service arbeitetdas Kongressbro mit Salzburg Con-gress zusammen, das langjhrige Er-fahrung, moderne Infrastruktur undVerbindungen zu unterschiedlichstenDienstleistern beisteuert. Die Verlin-kung dieser Partner bietet rzten undForschern ideale Voraussetzungen,um ihren Bereich einer internationalenCommunity zu prsentieren und sichmit der Kollegenschaft auszutauschen.Die Wissenschafter knnen sich auf ihrFachprogramm konzentrieren, whrendsie ber die organisatorischen Agen-den hinaus auch Budget-, Ablauf- undAufwandplanung, Sponsorensuche undBewerbung auslagern knnen. Die be-whrte Professionalitt von ParacelsusUniversitt und Salzburg Congress stellteinen entspannten und strungsfreienAblauf der Veranstaltungen sicher. Unddas mit Mehrwert: an einem einzigarti-gen Ort mit Weltruf, der Qualitt, Ele-ganz, Sicherheit und Ruhe vereint.

    Science sells

  • www.senecura.at

    Danke f

    r die la

    ngjhrig

    e Koope

    ration

    undeine

    n spann

    enden K

    now-how

    Transfer

    Wissen

    schaft

    Praxis!

    Ich mach mir keine Sorgen im Alter, dennbei SeneCura fhle ich mich rundum wohl.

    CciliaWichernik, Bewohnerin SeneCura Sozialzentrum Grafenwrth

  • 16 3/2012 Paracelsus Today

    Was unterscheidet einen Arzt von einem Mediziner? SozialeKompetenz und ethisches Handeln zum Beispiel.

    Autor: Andreas Aichinger Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

    Inside

    Ethik? Ja eh

  • Focus on

    Paracelsus Today 3/2012 17

    Inside

    Es muss unser stndiges Ziel sein, unsereStudenten so auszubilden, dass sie alsSalzburger erkennbar sind. Und zwar nichtnur in ihrem Wissen, sondern auch in ihrer

    Haltung. Rektor Herbert Resch wei, wohin die Reise gehenmuss. Einer seiner wichtigsten Reisefhrer ist Leonhard Thun-Hohenstein. Der Leiter der Universittsklinik fr Kinder- undJugendpsychiatrie in Salzburg koordiniert nmlich alle Lehr-aktivitten, die sich rund um das Thema soziale Kompetenzdrehen. Im Zentrum steht die gleichnamige Lehrveranstaltung,die sich ber alle fnf Studienjahre erstreckt. Thun-Hohenstein:Die Studierenden sind vom ersten Tag des Studiums bis zumletzten mit dem Thema konfrontiert. Ich habe das Gefhl, dassdas sehr gut ankommt. Drei Hauptintentionen stnden hinterseiner Lehrveranstaltung, erzhlt Thun-Hohenstein: Erstenssoll soziale Kompetenz fr die Patient-Arzt-Interaktion vermit-telt werden. Zum Zweiten soll Sozialkompetenz im Sinn vonFhrungsverhalten gelehrt werden. Die dritte Storichtung derLehrveranstaltung ist das Thema Selbststeuerung in belasten-den Situationen inklusive Burnout-Prophylaxe fr Mediziner.

    Perspektivenwechsel gefragt. Neben der zentralen Lehrver-anstaltung Soziale Kompetenz kmmert sich Leonhard Thun-Hohenstein in seiner Eigenschaft als Lngsschnitt-Koordinatorum die Abstimmung mit verwandten Fachgebieten, etwa Pa-tientenabklrung oder Psychologie. Zustzlich sorgt er dafr,dass diese Fertigkeiten und die Haltung, die wir versuchen zuunterrichten auch in alle anderen Fcher hinein wirksam wird.Doch eine Frage bleibt: Was aber macht einen sozial kom-petenten Arzt, eine sozial kompetente rztin berhaupt aus?Thun-Hohenstein nhert sich der Antwort so an: Einen sozialkompetenten Arzt zeichnet aus, dass er sich in den Patientenhineinversetzen und die Situation, in der sich der Patient befin-det, aus dessen Sicht betrachten kann. Erst diese Fhigkeitzum Perspektivenwechsel mache es mglich, sich den Be-drfnissen des Patienten anzupassen. Thun-Hohenstein: Daslsst sich lernen, das kann man trainieren. Zu diesem Zweckwrden einerseits bestimmte Fertigkeiten etwa Techniken derGesprchsfhrung vermittelt und andererseits das eigene Er-leben miteinbezogen. Wir versuchen in unserer Lehrveranstal-tung, beide Seiten intensiv anzusprechen.

    Emotional belastend. Es gilt auch, Informationen verstndlichzu vermitteln, sich Zeit zu nehmen und auch die emotionaleSeite des Krankseins entsprechend miteinzubeziehen. Nebendiesem Hauptfokus komme aber wie angedeutet ein weitererAspekt zum Tragen: die Fhigkeit, mit emotional belastendenSituationen, mit Patientenschicksalen, Nachtdiensten und hn-lichem Unbill auch selbst gut umzugehen. Fazit des Klinikchefs:Ein sozial kompetenter Arzt ist ein Arzt, der ganz stark patien-tenorientiert und partnerschaftlich arbeitet. Und der gleichzeitigauch gelernt hat, seine eigenen Ressourcen so zu nutzen, dass

    ihm das auch mglich ist. Die Sache mit den eigenen Res-sourcen ist tatschlich ein groes Thema: Zwischen 40 und 45Prozent der Studierenden wrden sich als Burnout-gefhrdeteinschtzen, so Thun-Hohenstein, der demnchst dazu einenBericht vorlegen will. Logische Konsequenz: Burnout-Prophy-laxe ist ein groes Thema. Da gilt es, Hilfestellungen anzubietenund die Studierenden zu begleiten, damit sie Gegenstrategien etwa Entspannungstechniken erlernen.

    Die Message der Mayo. Ethik? Ja eh! Die Bedrfnisse desPatienten stehen an erster Stelle? Aber natrlich. Doch die Re-alitt zeigt, dass schne Worte stets erst mit Leben erfllt wer-den mssen. Da ist es gut, wenn diese Ansprche und Wertegleich einer Fahne fr alle sichtbar an der hchsten Stelle derUni gehisst werden. So wie an der Mayo Clinic. The needs ofthe patient come first dieser wichtigste Grundwert ist Gesetzbei den US-Kollegen. Dazu kommen Wertvorgaben wie Res-pekt, Mitgefhl oder Integritt. Doch damit nicht genug: Zumethischen Arsenal der renommierten Institution gehren unteranderem ein Ethics Consultation Service fr Forscher, eineeigene Biomedical Ethics Research Unit und schlielich sogarein Museum: In der Mayo Clinic Heritage Hall werden Wert-vorstellungen und Vision der Klinik anschaulich in Erinnerunggerufen. Ethische Aspekte spielen aber auch in der SalzburgerAusbildung eine groe Rolle, wie Leonhard Thun-Hohensteinbesttigt. Gefragt sei eine humanistische Grundhaltung, dieauch viel mit Beziehungsarbeit zu tun habe: Diese ethischeVerpflichtung zur Beziehungsarbeit versuchen wir in unsererLehrveranstaltung sehr klar zu vermitteln. Vor allem im viertenStudienjahr, wenn Professionalismus in der Medizin auf demStundenplan steht. Thun-Hohenstein: Da geht es um ethischeGrundhaltungen, etwa auch um Unvereinbarkeiten StichwortZahlungen von Seiten der Pharmaindustrie.

    Ethik oder Moral? Barbara Maier, Universittsprofessorin ander Paracelsus Universitt und mittlerweile auch Chefin der Ab-teilung fr Gynkologie und Geburtshilfe im Wiener Hanusch-Krankenhaus, hat 2008 einen Kooperationsbesuch an derMayo absolviert. Hintergrund: Maier zeichnet an der Paracel-sus Uni fr die Lehrveranstaltung Ethik in der Medizin verant-wortlich, die 2013 wieder angeboten werden wird. Vor allemder Leitspruch der Mayo Clinic The needs of the patient comefirst hat auch Barbara Maier nachhaltig beeindruckt: UnserePatienten und Patientinnen in den Fokus unseres Denkens undHandels zu stellen sowohl, was klinische Betreuung, als auchwas Fortschritte in Sachen Forschung betrifft empfinde ich alsextrem wichtig, als den Sinn unserer Ttigkeit. Als Mitglied derBioethikkommission beim Bundeskanzleramt ist Maier auchselbst oft mit komplexen und vielschichtigen medizinethischenFragestellungen befasst. Und versucht, die gesellschaftlicheund politische Debatte um wissenschaftliche und ethisch fun-dierte Argumente zu bereichern. Aus dieser Erfahrung heraus

  • 18 3/2012 Paracelsus Today

    Inside

    ist Maier eine Unterscheidung wichtig: Wenn Moral deniertwerden kann als die meist unreektierte bernahme von Wert-vorstellungen in einer Gesellschaft, so ist Ethik die kritischeAuseinandersetzung mit diesen Wertvorstellungen anhand derBewertung von Folgen.

    Ethische Kompetenz. Humanmedizin-Studierende solltendaher von Anfang an eine Values Clarication eine Klrungihrer eigenen Werte und Haltungen einben, fordert Maier:Und sich berlegen, was es bedeutet, wenn diese in konkre-ten Situationen fr konkrete Patienten angewendet werden.Die einzelnen Disziplinen der Medizin, aber auch die einzelnenForschungsrichtungen wiederum htten die Aufgabe, unkriti-sche Moralvorstellungen der Gesellschaft aufgrund ihrer Exper-tise kritisch zu durchleuchten und zu einer ethisch-kritischenDebatte beizutragen, so Maier, die gemeinsam mit ihrem ver-storbenen Lebenspartner Warren Shibles auch ein Buch zumThema (siehe Info-Box) verfasst hat. Zur kritischen Auseinan-dersetzung mit problematischen Fragestellungen empehlt siedie Lektre der Empfehlungen der Bioethikkommission (www.bundeskanzleramt.at/site/3458/default.aspx). Um ethischeKompetenz bereits im Studium zu erwerben, gbe es vor al-lem aber ein Rezept: laufende Diskussionen mit Experten, aberauch Kollegen.

    Die Rettung. Die Botschaft. Im Absolventenprol der Para-celsus Universitt werden kommunikative und soziale Kom-petenz ausdrcklich eingefordert. In speziellen Lehrver-anstaltungen werden unseren Absolventen die ethischen,psychosozialen und kommunikativen Grundlagen der Arzt-Patienten-Beziehung nahe gebracht, heit es da. Und vor al-lem: Der wertschtzende Umgang mit dem Patienten ist dasdurchgngige Prinzip aller theoretischen Lehrveranstaltungenund klinischen Praktika. In der Praxis trgt der Fokus auf Medi-zinethik im weitesten Sinn und auf Sozialkompetenz indes be-reits an vielen Fronten Frchte. Ein Beispiel: Seit Mrz knnensich Studierende freiwillig zu Rettungssanittern ausbilden las-sen und auch bei Einstzen mitfahren. Der Zuspruch ist mehrals rege: Mittlerweile sind samstags bis zu 15 angehende rztebei Einstzen mit von der Partie. Leonhard Thun-Hohensteinindes hat noch eine letzte Botschaft an seine Studierenden:Ich wnsche mir, dass die Studenten sich und den Patientenernst nehmen. Und dass sie sich und den Patienten in einerernsthaften Art und Weise begegnen.

    Einen sozial kompetentenArzt zeichnet aus, dasser sich in den Patientenhineinversetzen und dieSituation, in der sich derPatient bendet, aus dessenSicht betrachten kann.Univ.-Prof. Dr. Leonhard Thun-Hohenstein, Vorstand derUniversittsklinik fr Kinder- undJugendpsychiatrie in Salzburg

    Thun-Hohensteins Empfehlungen:

    Eine Systematik der Arzt-Patient-InteraktionSystemtheoretische Grundlagen, qua-litative Synthesemethodik und diskurs-analytische Ergebnisse zum sprachli-chen Handeln von rztinnen und rzten.Peter Nowak, Peter Lang Verlag 2010

    Basler Consensus StatementAnforderungsprol fr soziale Kompe-tenz in der Denition deutschsprachigerMedizin-Unis.www.egms.de/static/pdf/journals/zma/2008-25/zma000567.pdf

    Professionalism in MedicineA Case-Based Guide for Medical Stu-dents. John Spandorfer et alt.Cambridge University Press.www.cambridge.org/gb/knowledge/isbn/item2709642

    Barbara Maiers naturalistisch-humanistischer Zugang:

    The Philosophy and Practice ofMedicine and BioethicsA Naturalistic-Humanistic Approach.Barbara Maier, Warren Shibles,Springer 2010.www.springer.com/medicine/book/978-90-481-8866-6

  • Ein Erlebnis der besonderen Art

    Unser Revier ist die Inselwelt des Ionischen Meers.Heimathafen ist der Hafen Zakynthos. Er ist ber deninseleigenen Flughafen leicht zu erreichen. Ein Skippermit langjhriger Segel- und Landeserfahrung fhrt Siedurch die griechische Inselwelt.

    Gerne erlutern wir Ihnen unser Angebot persnlich.

    Sie lieben das Meer und mchten in entspannterAtmosphre das Segeln genieen? Dann haben wir dasRichtige fr Sie!

    Yoga in Harmonie mit dem Segeln am Meer Segeln als beste Medizin gegen Burn-out Mageschneiderte Konzepte fr Senioren Teamgeist erlernen durch direkte Erfahrung Mediterrane Ernhrung als Mittel gegen bergewicht Segeln mit Behinderung Intensivkurs Business-Englisch

    Segeln Sie sich gesund!

    Kontakt:[email protected]

  • 20 3/2012 Paracelsus Today

    Focus On

    In der Luftfahrt wie in derMedizin wird der Um-gang mit Technik im-mer komplexer. Doch

    die prinzipiellen Fhigkeiten des Men-schen, Daten zu verarbeiten, technischeVorgnge zu regeln und komplexe Ger-te zu steuern, haben sich seit Erndungder Dampfmaschine nicht verndert und werden dies auch in absehbarerZukunft nicht tun, sagt Manfred Mller,Leiter der Abteilung Flugsicherheit desLufthansa-Konzerns, Dozent fr Risiko-management der Hochschule Bremen,Flugkapitn und Prfer von Langstre-ckenugzeugmustern.

    Maschine versus Mensch. Der Flugsi-cherheitsexperte war auf Einladung desAlumni Clubs der Paracelsus Universittnach Salzburg gekommen, um ber dieAnwendung von Sicherheitsstrategiender Luftfahrt auf die Medizin zu refe-rieren. Fr ein optimales Zusammen-spiel von Menschen bzw. Teams undMaschine(n) zur Lsung anspruchsvollerAufgaben unter Zeitdruck sei die An-wendung und Befolgung systember-greifender Regeln und Gesetze erfor-derlich, postuliert Mller. Es sei hierbeivon untergeordneter Bedeutung, obArbeitsablufe im Operationssaal oderim Cockpit eines Flugzeuges betrachtetwerden. Die Unfallstatistik belegt, dassder Mensch im Cockpit etwa Dreiviertel

    aller Unflle verursacht. Doch auch einerhhter Automationsgrad in der Luft-fahrt vernderte den Anteil an mensch-lichen Fehlern als Unfallursachen nicht.Die Erfahrung hat gezeigt, dass der di-gitale Rechner nur in trivialen Fllendie Sicherheit erhhen oder garantierenkann. Der gesunde Menschenverstandist eine unabdingbare Voraussetzung frden Umgang mit komplexer Technik,wei der Flugsicherheitsexperte aus ei-gener Erfahrung.

    Der Schlssel zum Erfolg liegt in denmeisten Fllen in der mglichst perfektenOrganisation der menschlichen Zusam-menarbeit. Da ein einzelner Mensch im-mer hochgradig fehleranfllig ist, braucht

    Jeder Fehlerrcht sich!Der Mensch macht Fehler deshalb braucht es beisicherheitskritischen Arbeitsablufen bestimmte Spielregeln,fordert Manfred Mller. Der deutsche Flugsicherheitsexpertesprach auf Einladung des Alumni Clubs der Paracelsus Uniber Risikomanagement und darber, was die Medizin vonder Luftfahrt lernen kann.Autorin: Sabine Ritzinger Fotos: Paracelsus Uni, istockphoto

    er die berwachung und Untersttzungdurch einen mglichst hoch qualiziertenzweiten (Two Communication Rule).

    So knnen zwei Denkmaschinen un-abhngig voneinander die vorliegendenFakten sammeln und bewerten, bevordie weitere Vorgehensweise miteinan-der abgeklrt und besprochen wird. Da-durch entsteht ein Sicherheitsnetz, dasArbeitsfehler auffangen kann.

    Risikofaktoren und Fehlerquellen.Die Studie Human Factor ResearchProject an 2070 Piloten zeigte, dassdie meisten sicherheitskritischen Situa-tionen durch die Kombination aus Kom-plikationen und Arbeitsfehlern (HumanErrors) entstehen. Kommt noch ein ne-gatives soziales Klima im Cockpit dazu,wirkt das auf einen Human Error wie einTurbolader und aus einem ,harmlosenFehler wird ein potenziell lebensbedrohli-cher Vorfall, erklrt Mller. Eine wichtigeGegenmanahme sei das deutliche undunverschlsselte Aussprechen der eige-nen Gefhlslage bzw. des subjektivenUnwohlseins.

    Fr ca. 78 Prozent der Flle mit er-schwerenden Faktoren in der sozialenInteraktion waren Kommunikationspro-bleme verantwortlich. Dabei wurden in48 Prozent notwendige Aussagen nichtgemacht, entsprechende Hinweise nicht

    Die Tatsache, dass sichKollegen nicht verstehen,steht an erster Stelle derSicherheitsprobleme.Manfred Mller

  • Focus On

    Mllers Empfehlungen zur Entschrfung von Sicherheitsproblemen Der gesunde Menschenverstand ist eine unabdingbare Voraussetzungfr den Umgang mit komplexer Technik.

    Eine Verhaltensoptimierung der Menschen und eine Optimierung derOrganisationsablufe erhhen die Sicherheit bei komplexen, risikoreichen Aufgabenunter Zeitdruck im Zusammenspiel von Mensch(en) und Technik.

    Durchdachte Leitlinien, Training (Simulation von Risikosituationen),mentales Training und Wiederholungseinheiten sind Voraussetzungfr eine hohe menschliche Leistungsfhigkeit.

    Grundlagen fr gute Teamarbeit sind die gegenseitige berwachung in einem optimalenHierarchiegeflle, die Fhigkeit, aktiv und passiv mit Kritik umzugehen, und dieAkzeptanz der eigenen Fehlerhaftigkeit.

    Eine optimale soziale Interaktion im Team kann rund 80 Prozent allermenschlichen Fehler in komplexen Situationen entschrfen.

    Ein non-punitives Meldesystem (analog zum Beichtgeheimnis der Kirche) hilft,die tatschliche Arbeitsqualitt zu bewerten, um Systemschwachstellen zu erkennenund beheben zu knnen.

    gegeben, unklare Bedenken nicht ge-uert, waren wichtige Aussagen un-vollstndig, unvollkommen oder wurdenberhrt. Das Versumnis liegt laut Ml-ler beim Sender der Nachricht, dennder msse berprfen, was von der aus-gesprochenen Information tatschlichvom Empfnger wahrgenommen wurde.

    Leitlinien befolgen! Groen Anteil anArbeitsfehlern der Cockpit-Crew hatauch der so genannte Regelversto.Eine Arbeitsgruppe von Boeing beschf-tigte sich vor einigen Jahren mit diesemPhnomen: In einer Studie wurden Un-flle danach analysiert, was sie verhin-dert htte. Die Untersuchung zeigte,

    dass rund 80 Prozent aller Unflle durchdiszipliniertes Einhalten der Vorschriftenund Regeln verhindert worden wren.Leitlinien mssen so einfach wie mg-lich aufgebaut sein und drfen keine un-ntige Komplexitt enthalten, sonst wer-den sie in Ausnahmesituationen nichtbercksichtigt, der Experte.

    Reisen Sie mit der BB SparSchiene in der 1.Klasse schon ab 19,-* und genieenSie noch mehr Beinfreiheit, Zeitungsservice, Steckdosen an jedem Sitzplatz undAm-Platz-Service. Alle Infos und Buchung auf oebb.at

    * SparSchiene-Tickets ab 19,- ( innerhalb von sterreich), ab 29,- (von sterreich in diverse Stdte Europas), 1. Klasse, Preis pro Person und Richtung, kontingentiertes Angebot, Nutzung von mindestens einem Fernverkehrszug, Mindestentfernung 150 kmpro Richtung (fr Fahrten innerhalb von sterreich), Umtausch der Tickets ist nicht mglich. Keine VORTEILScard-Ermigung. Alle Informationen (wie auch zur Erstattung) und Buchung unter oebb.at oder beim BB-Kundenservice 05-1717.

    Ab 19,-*werden Ihre Trume wahr.Fahren Sie 1.Klasse durch sterreich und Europa.

  • Research

    22 3/2012 Paracelsus Today

    Einleuchten-des Ergebnis:SubzellulreLokalisations-muster einesneu entdecktenHirn-spezifi-schen Proteins

    PGC-1alpha was fr Nicht-Mediziner wie die Bezeichnungfr einen Roboter anmutet, istin Wirklichkeit ein Protein; ein

    richtiger Tausendsassa und ein langjh-riger Begleiter von Wolfgang Patsch vomInstitut fr Pharmakologie und Toxikolo-gie der Paracelsus Universitt. Das Pro-tein, das seit 14 Jahren erforscht wird,spielt eine wichtige Rolle im Energie-haushalt und beeinflusst eine Reihe vonbiologischen Programmen. Durch Ak-tivierung verschiedener Transkriptions-faktoren an Promotoren von Genen, dieden Energie-Metabolismus koordinieren,nimmt PGC-1alpha Einfluss auf wesentli-che Krperfunktionen.

    Die ursprngliche Fragestellung war, in-wieweit das Protein auch Einfluss aufErkrankungen wie Adipositas, Diabetesund das metabolische Syndrom hat.Wenn ein Protein fr so viele Prozessevon Bedeutung ist, sollte es eine Reihevon Ebenen geben, wie dieses Prote-in reguliert wird, erklrt Patsch. Dazugehrt vor allem die Transkription desGens die bertragung genetischer In-formation von DNA- auf RNA-Molekle, aber auch so genannte post-transla-tionale Modifikationen und die Bildungvon unterschiedlichen Transkripten, diefr Isoformen codieren. Dadurch wirdermglicht, dass bestimmte biologische

    Ein Tausendsassamit PotenzialDas Protein PGC-1alpha ist ein Multitalent im Energiehaushalt und beeinflusstwichtige Krperfunktionen. Doch welche Relevanz neu entdeckte Varianten frneurodegenerative Erkrankungen haben knnten, war fr das Forschungsteamum Wolfgang Patsch eine berraschende Erkenntnis.Autorin: Sabine Ritzinger Fotos: Paracelsus Uni, privat

    Programme besser untersttzt werden,whrend andere kaum beeinflusst wer-den. Bei der Forschung stie man aufberraschende Ergebnisse mit Relevanzfr neurodegenerative Erkrankungen.

    Unerwartete Erkenntnisse. Das For-schungsteam um Patsch stellte fest,dass das fr PGC-1alpha codierendeGen (PPARGC1A) sechsmal grer istals bisher angenommen. In einiger Ent-fernung vom bisher bekannten Genfand man einen neuen Promotor einenDNA-Abschnitt, der die Umsetzung ge-netischer Information in Proteine steuert.Ein wichtiger Zwischenschritt ist dabeidie Transkription.

    Nun wurden Transkripte, die von demneu entdeckten Promotor aus hergestelltwerden, weiter untersucht. Diese Tran-skripte unterscheiden sich an wichtigenStellen von jenen, die bisher als Referenzfr PGC-1alpha dienten. Anhand dieserUnterschiede konnten wir zeigen, dassdiese bisher unbekannten Transkriptespeziell in menschlichen Hirnzellen vor-kommen und dort mindestens genausohufig sind wie die Referenz-Transkripte,erklrt Selma M. Soyal, Erstautorin dernun in Human Molecular Genetics pub-lizierten Daten. Weitere Analysen zeigten,dass die Unterschiede der Transkripte zuProteinen fhren, die sich insbesondere

    am so genannten N-Terminus (einem derbeiden Moleklenden) von dem als Re-ferenz dienenden Protein unterscheiden.Weitere Unterschiede wurden innerhalbder Aminosurekette von PGC-1alphagefunden.

    Unerwartet kam auch, dass die verschie-denen PGC-1alpha-Proteine in unter-schiedlichen Strukturen von menschli-chen Zellen lokalisiert wurden: Whrenddas Referenzprotein vor allem im Zell-kern vorkam, fand sich eine der neu ent-deckten Varianten nur im umgebendenZytoplasma und eine andere sowohl imZellkern als auch im Zytoplasma. Die Un-terschiede in den Transkripten knntenlaut Wolfgang Patsch die Lokalisation derProteine in der Zelle beeinflussen. Daswre insofern wichtig, als dies auf unter-schiedliche Funktionen hinweisen wrde.

    Protein mit Potenzial. Die detailliertefunktionelle Charakterisierung der Hirn-spezifischen Proteine wre bedeutsam,da PGC-1alpha mit verschiedenen neu-

  • rodegenerativen Erkrankungen wie Cho-rea Huntington, Parkinson und Alzheimerin Verbindung gebracht wird. Ein Zusam-menhang, der auch im vom FWF gefr-derten Projekt Besttigung fand. Dazuwurden in aufwndigen statistischenAnalysen Sequenzunterschiede im neu-en Promotor in Proben einer internatio-nalen Studiengruppe von 1706 ChoreaHuntington-Patienten analysiert. Dabeizeigte sich ein deutlicher Zusammen-hang zwischen unterschiedlichen Se-quenzmustern und dem Alter, in dem dieErkrankung bei den Patienten begann.

    Weiters konnte gezeigt werden, dass derneu entdeckte Promotor im Nervenge-webe aktiv ist. Damit knnte er also tat-schlich eine wichtige Rolle bei den nurteilweise bekannten Zusammenhngenzwischen PGC-1alpha und den neurode-generativen Erkrankungen haben. Insge-samt deuten die Ergebnisse des Projektsauf eine komplexe Funktion des Proteinsim Menschen hin. Wird diese Komplexi-tt besser verstanden, knnten knftig

    neue Mglichkeiten fr therapeutischeInterventionen bei hufig auftretendenneurodegenerativen Erkrankungen ge-schaffen werden.

    Relevanter Hoffnungstrger. Die vonuns beschriebenen Proteine werden ganzanders als das bisher bekannte Proteinreguliert, es gibt Unterschiede in der Se-quenz und sie sind im Gehirn in einemhheren Spiegel als das bekannte Prote-in vorhanden, fasst Patsch zusammen.Deshalb ist zu erwarten, dass die neuenProteine generell im Gehirn und im zen-tralen Nervensystem eine wichtige Rollespielen. Es wre also vorstellbar, dassman diese Proteine im Gehirn aktivierenknnte und somit einen positiven Effektbei den betreffenden Krankheiten bzw.eine Erhhung des Erkrankungsalters theoretisch ber die Lebenszeit hinaus erreichen knnte. Nach dem ersten Hypeum die neuen Erkenntnisse arbeitet dasTeam um Patsch nun an der weiteren Ab-klrung der Funktion und Regulation derneuen Proteine in aller Stille.

    Viele von uns kennenjemanden oder habeneinen Angehrigen in dererweiterten Familie, der aneiner neurodegenerativenKrankheit wie Parkinsonoder seniler Demenz leidetund sehen nicht nur das Leidder Patienten, sondern auch,wie deren Umkreis davonbetroffen ist.Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Patsch,Senior Associate am Institut frPharmakologie und Toxikologie

    Research

    Paracelsus Today 3/2012 23

  • 24 3/2012 Paracelsus Today24 3/2012 Paracelsus Today

    Die Forschungsschwerpunkte des Forschungsinstituts frNeurointervention sind vielfltig und umfassen u.a. die Durchfhrung

    quantitativer MR-Untersuchungen der Hirndurchblutung mittelsCT und MRI vor und nach den Eingriffen, um Hinweise auf

    die Epidemiologie eines Schlaganfalles zu erhalten und neueMglichkeiten der Prophylaxe und Therapie zu erforschen. NhereInfos zu den Aktivitten des Forschungsinstituts finden Sie unter

    www.pmu.ac.at

    ResearchResearch

  • Paracelsus Today 3/2012 25

    Research

    Hirn, Handund HerzMacht Uni einen Unterschied fr eine Klinik?Neurochirurgin Monika Killer spricht Tacheles.Und gewhrt spannende Einblicke in ihr neuesForschungsinstitut.Autor: Andreas Aichinger Fotos: Paracelsus Uni/wild+team, istockphoto

    H irn spielt eine entschei-dende Rolle im Leben vonMonika Killer. Es ist nichtnur die Quelle ihrer eige-

    nen, viel beachteten Forschungsaktivi-tten, sondern auch der Hauptgegen-stand ihres klinischen Interesses. Dabeiarbeitet die Neurochirurgin und Leiterinder Neurointervention der Universitts-klinik fr Neurologie in Salzburg naturge-m oft mit ihren geschickten Hnden,wenn es darum geht, etwa Schlaganfall-Patienten wieder auf die Beine zu helfen.Dass die 49-Jhrige aber auch eine Fraumit Herz ist, hat Killer als langjhrige De-kanin fr Studentische Angelegenheitender Paracelsus Universitt bei vielen Ge-legenheiten bewiesen. Und noch heutemacht sie aus ihrem Herzen keine Mr-dergrube. Etwa wenn es gilt, die Bedeu-tung der Weiterentwicklung des altenLandeskrankenhauses zum neuenUniversittsklinikum auf Basis eigenerErfahrungen zu bewerten.Killer sieht diese Entwicklung unein-

    geschrnkt positiv: Es ist toll, dass wirim kleinen Salzburg unseren PatientenDinge anbieten knnen, die es sonst nur

    an renommierten amerikanischen Unikli-niken gibt.Mglich wird das unter anderem

    durch eine intensive, ber viele Jahregewachsene und zum Teil sogar Euro-pa-exklusive Zusammenarbeit mit fh-renden amerikanischen (Medizintech-nik-)Firmen. Killer eindringlich: Manmuss es wirklich unterstreichen, weil esviele noch nicht verstehen: Sie arbeitennur mit uns zusammen, weil wir eineUniklinik sind.hnlich wrden die Dinge hinsicht-

    lich der Kooperation auf Augenhhe mitUnikliniken in den USA liegen, die es soohne akademischen Background eben-falls nicht geben wrde. In der Praxisluft die Zusammenarbeit mit den an-gesprochenen US-Firmen so: Killer, diesich schon seit ihrer Dissertation Anfangder 90er-Jahre mit minimal-invasivenNeurointerventions-Alternativen zur of-fenen Chirurgie beschftigt, definiertkonkrete Anforderungen an neue Ge-rte und medizinische Hilfsmittel. Dabeiknnte es sich beispielsweise um weiter-entwickelte Stents, also krbchenfrmi-ge Gefsttzen handeln.

    Brief ans Christkind. Monika Killer,brigens eine der anerkanntesten Kapa-zitten beim Setzen dieser Stents: Wirsagen vergleichbar einer Weihnachts-Wunschliste was wir uns wnschen,formulieren, was das Ding knnen mussund welches Problem beim Patientendahinter steckt. Die folgende Zusam-menarbeit mit Experten verschiedens-ter Disziplinen, etwa Biochemikern oderWerkstoffwissenschaftern, bringt einenimmensen Vorteil fr die Salzburger mitsich: die Mglichkeit, neue Produkte ineinem sehr frhen Stadium erproben zuknnen. Wir bekommen alle weltwei-ten Innovationen immer zu einem rela-tiv frhen Zeitpunkt und gehren in derFolge auch immer zu den Ersten, diediese Dinge dann auch am Patientenanwenden drfen. Damit einher gehtdie Teilnahme an vielen, auch weltwei-ten Studien. Bei einigen Studien warenwir auch schon das einzige europischeZentrum, sagt Killer stolz. Welche Vor-teile aber haben diese Kooperationen und somit letztlich auch der Status einesUniversittsklinikums fr die Patientenin der Klinik?

    LKW in schmalen Gassen. Am Bei-spiel Stenting winzige Stents findenim Gehirn Anwendung, etwas grerein der Halsschlagader lassen sich die-se Vorteile gut illustrieren. Monika Killer:Da ich von der neurochirurgischen Sei-te komme und eher die bergeordnetenDinge im Auge habe, kann ich natrlichauch sehr genau selektieren und vielbesser indizieren. Anders formuliert:Wir berlegen ziemlich genau, was wirmachen, wann wir es machen und wo-mit wir es machen. Viele der entschei-denden Faktoren wrden im Gegensatzdazu anderswo nicht immer Berck-sichtigung finden. Die Neurochirurginbemht einen Vergleich: Wenn manmit einem LKW gleich beim ersten Maldurch eine schmale Gasse fhrt, kann

  • 26 3/2012 Paracelsus Today

    Research

    das nicht gut gehen. Das Konzept einesUniversittsklinikums hingegen setzt aufintensives Training als Vorbereitung frheikle Herausforderungen und auf dieselbst auferlegte Verpichtung zu Wis-senschaft und Forschung. Man ist aufjeden Fall aufgerufen, sein Wissen per-manent zu vermehren, immer am letztenStand des Wissens zu sein und natrlichauch neue Anstze selbst weiterzuent-wickeln, so Killer. Patienten in Salzburgsollen so darauf vertrauen knnen, dassrzte diese freiwillige Verpichtung ernstnehmen und wissen, was State of the Artist. Schlielich knne es schon vorkom-men, dass eine zehn Jahre alte Therapiekeineswegs mehr jene ist, die das besteResultat bei minimalen Nebenwirkungenund Gefahren erzielt, gibt die Instituts-Chen zu bedenken. Instituts-Chen?Richtig gehrt

    Neues Forschungsinstitut! Das istMonika Killer mittlerweile nmlich auch Leiterin des 2011 neu ins Leben geru-fenen Forschungsinstituts fr Neuroin-tervention. Mit seiner Schaffung wurdendie universitren Rahmenbedingungenfr experimentelle und klinische For-schung auf breiterer Basis und auf in-ternationalem Spitzenniveau geschaffen.Naturgem lebt das junge Forschungs-institut von der reichhaltigen klinischenErfahrung seiner Chen. Killer: Da meineklinische Ttigkeit von minimal-invasivenArbeiten ber die Blutgefe im Gehirnoder in Rckenmarkgefen geprgtist, widmet sich natrlich auch das For-schungsinstitut diesen Thematiken. DieWissenschafterin nennt ein Beispiel: Esgibt vielversprechende neue Anstze vorallem in der Schlaganfalltherapie. Ne-

    Nhere InformationenForschungsinstitut fr Neurointerventionwww.pmu.ac.at/de/1993.htm

    ben Stents und medikamentsen Thera-pien sei vor allem auch das optimale Ma-nagement von Schlaganfallpatienten vonInteresse. Die entscheidende Frage: Woin der Kette kann nach der Erstdiagno-se kostbare Zeit eingespart werden, umGehirnzellen zu retten? Eine Denkvarian-te wre eine Art Akut-Medikament, dasman zu Hause in der Schublade hat unddas im Fall des Falles drei zustzlicheStunden bringt. Killer schrnkt ein: Dasmsste aber ein ziemlich intelligentesSystem sein, das Blutgerinnsel aust,ohne eine Blutung zu verschlimmern.Zwar gbe es erste, vielversprechendeAnstze: Aber das ist noch sehr weitweg von der klinischen Anwendung.

    Eine der wichtigsten Aktivitten vonKillers Forschungsinstitut ist die Leh-re beziehungsweise die Weiterbildungfr medizinisches Personal. Killer: Wirmachen sehr viele Kurse und Weiterbil-dungen in Kleingruppen, vor allem frrzte sowohl fr junge als auch frsehr erfahrene. Whrend Anfnger mit3-Tages-Kursen und Computersimula-

    tionen an das Thema herangefhrt wer-den, bekommen auch gestandene rztedie Mglichkeit, neue Therapien vor demEinsatz am Patienten zu erlernen. EineChance, die sich anderswo so kaumbietet. Erst recht nicht mit der reichenErfahrung einer Top-Expertin im Rcken,die Tricks und Tipps aus erster Handweitergibt sowie Vor- und Nachteile undGefahren einzelner Methoden qualiziertaufzeigt. Denn: Es ist ein Riesenunter-schied, ob man den Katheder selbst inder Hand hat oder obman nur zuschaut.Die Zielgruppe ist somit klar umrissen:Alle, die seris arbeiten und nicht ihrePatienten fr Lernerfahrungen missbrau-chen wollen. Die bisherige Resonanzist erfreulich: Das wird erstaunlich gutangenommen. Und zwar so gut, dassMonika Killer, die mit ihrem Mann auchein Weingut im Sdburgenland zum Er-folg fhrt, schon an ihrem nchsten Zielarbeitet: 2013 soll die Geburtsstundeeiner neuen Master-Ausbildung fr neu-rointerventionelle Therapie werden, dieeine Lcke es existiert keine einschl-gige Facharzt-Ausbildung schlieensoll. Das Konzept fr den Masterkurs istbereits ausgearbeitet der Onlinekursmit Prsenzwochen in Salzburg soll In-teressierten aus aller Welt offenstehen.Jede Wette: Auch das wird eine Sachemit Hand und Fu. Und natrlich mit Hirnund Herz.

    Wir knnen unserenPatienten Dinge anbieten,die es sonst nur inrenommierten amerikanischenUnikliniken gibt.Univ.-Prof. Dr. MonikaKiller-Oberpfalzer,Oberrztin an der Universittsklinikfr Neurologie und Leiterindes Forschungsinstituts frNeurointervention in Salzburg

  • FLX, die Brau-Limonade von Stiegl.Mit 45% Fruchtanteil, demWissenaus ber 500 Jahren Braukunst auf

    hchster Stufe und einem gehrigenSchuss FLX-Gefhlen.

    www.flx.atfacebook.com/fluex

    VERFLXT NOCHMAL,WAS IST DAS FR EIN STIEGL?

  • 28 3/2012 Paracelsus Today3/ ydaTocelsus ara2012 P28 3/2012 Paracelsus Today

    Rotz undWasserAuch diesen Winter werden wir wieder diversen Schnupfen-Mythen auf den (Sch)Leim gehen.Dabei gbe es genug Erfolg versprechende Ansatzpunkte im Kampf gegen Erkltungen.Autor: Andreas Aichinger Foto: Paracelsus Uni/wild+team

    Mama hatte also dochrecht. Du musst ausrei-chend schlafen!, peg-te sie vor allem in der

    khlen Jahreszeit mit beharrlicher Re-gelmigkeit zu predigen. Ausreichen-der Schlaf ist eine der besten Schutz-manahmen gegen Erkltungen, derHausverstand wei das. ZigtausendeMenschen aber setzen in der Schnup-fen-Zeit lieber auf eine Vielzahl von nichtimmer astreinen Haus- und sonstigenMittelchen, deren Wirkung in der Erkl-tungsprvention mehr als fraglich ist.Selbst medizinisch bestens geschulteRotznasen lassen das Trivialthema gernelinks liegen und agieren wider besseresWissen. Dabei wren gerade die uner-bittlichen Rhinoviren, denen wir die hus-tende und niesende Misere verdanken,hervorragende Lehrmeister fr ernstereKrankheitsbilder. Und genau das machtdas Thema Schnupfen so spannend.

    Schlafen gegen Schnupfen. Die Kom-bination aus dem harmlos-unvermeid-lichen Charakter der Erkrankung einer-seits und dem zwar vorhandenen, aberirgendwie scheinbar nicht gesichertenWissen um die Mechanismen anderer-seits sorgt dafr, dass die Schnupfen-welle Jahr fr Jahr ungebremst beruns hinwegschwappt. Doch gerade inden letzten Jahren gab es immer wie-der Aufsehen erregende Studien zumThema. Der PsychoneuroimmunologeSheldon Cohen von der Carnegie Mel-lon University in Pittsburgh etwa hat150 Probanden Rhinoviren direkt in dieNase getrufelt und beobachtet, wiesich das Schlafverhalten der Testperso-nen auf den Ausbruch einer Erkltungauswirkte. Das Ergebnis: Wer weniger

    als sieben Stunden tglich schlft, ver-dreifacht sein Risiko zum Schnupfen.Schlechter, also unterbrochener Schlafverschlimmert das Ergebnis so-gar noch. Obwohl das Zu-sammenspiel von Schlaf undImmunsystem hochkomplexist und noch immer nicht genauverstanden wird, drfte eine derbesten Anti-Schnupfen-Waffenalso tatschlich in jeder Woh-nung zu nden sein: ein Bett.

    Viren-Eldorado. Damit derSchnupfen sein unheilvolles Werkbeginnen kann, mssen im Prinzip nurzwei Faktoren zusammenkommen. Ers-tens: Die in ber 100 Varianten nach-gewiesenen Rhinoviren mssen einmenschliches Opfer nden. In der Regelgeschieht das durch Trpfchen- oderSchmierinfektion. Und zweitens ms-sen sich diese Viren wohlfhlen. Nebeneinem mglichst schwachen Immunsys-tem hat das vor allem mit der Tempera-tur zu tun: Rhinoviren ist es nmlich beinormaler Krpertemperatur eigentlich zuhei. Sinkt sie allerdings nur um ein paarGrad zum Beispiel, weil die Nase undmit ihr die Nasenschleimhaut bei kaltenTemperaturen abkhlt , so kann dieSchnupfen-Party auch schon losgehen.Anders gesagt: Eine kalte Nase ist ge-radezu ein Eldorado fr die Rhinoviren.Was also tun? Ganz einfach: Die Nasen-schleimhaut mit allen Mitteln auf norma-ler Krpertemperatur halten. Im Freienfunktionieren hochgezogene Schals, diehohle Faust und natrlich auch spezielle modisch fragwrdige Nasenwrmer.

    Eisiges Fubad. Spannend ist in die-sem Zusammenhang der noch nicht

    ResearchUpdate

  • Update

    vollstndig geklrte Zusammenhangzwischen kalten Extremitten spezi-ell Fen und kalten Nasen. Bei Kltewerden Hnde, Fe, Nasen und Ohrenzu Gunsten des lebenswichtigen Kr-perkerns vernachlssigt und schlechterdurchblutet. Khlen aber die Fe aus,bleibt das mglicherweise auch fr dieNasenschleimhaut und das Virenwachs-tum nicht ohne Folgen. Der walisischeSchnupfenspezialist Ronald Eccles vomCommon Cold and Nasal ResearchCentre der Cardiff University fand vor

    Jahren erste Indizien fr ei-nen Zusammenhang

    im Rahmen einer

    Testreihe mit eiskalten Fubdern. b-rigens: Rauchen verengt die Blutgefeebenfalls und sorgt so fr kalte Fe undhhere Schnupfen-Wahrscheinlichkeit.

    Wunderwaffe Seife. Klingt einfach, istes aber in der Praxis nicht: Vor allemeine simple Prventivstrategie gegen dieAnsteckung ist ebenso vielversprechendwie verbesserungswrdig: Hygiene. Eineder effektivsten Hygiene-Manahmenberhaupt ist das Hndewaschen. DasProblem: Obwohl sich die elementareBedeutung lngst herumgesprochenhat, sind viele Zeitgenossen nachlssig.Und das gilt vor allem auch fr jene, diebereits einen Schnupfen haben. Handaufs Herz: Niesen wir wirklich immer inein Einweg-Taschentuch oder auch ein-mal in die Hand? Und verweigern wir

    umgekehrt so eine Hand, wenn sieuns entgegengestreckt wird? Werbleibt am Hhepunkt einer ansich harmlosen, aber hochan-steckenden Erkltung wirk-

    lich fr einen oder zweiTage zu Hause, um

    seiner Umwelt

    konzentrierte Virenattacken zu erspa-ren? Eine zustzliche Verbesserungkann naturgem erzielen, wer seineHnde konsequent von seinem Gesichtfernhalten kann. brigens: Lngst istbekannt, dass selbst medizinisches Per-sonal manchmal bei der Handhygieneschlampt. Harmlose Erkltungen wrensomit eigentlich die perfekte Gelegen-heit, um sich die Zusammenhnge undhygienischen Best Practices in Erinne-rung zu rufen.

    Schnupfen-Mythen. Neben dem in-neren Schweinehund (Handhygiene)und ueren Umstnden (Schlafman-gel) spielt auch viel Un- und Halbwissendem Schnupfen in die Hnde. Ein her-vorragendes Beispiel dafr ist der im-mer noch weitverbreitete Mythos, dassAntibiotika gegen eine Erkltung wirkenwrden. Aber sorry: Viren sind nun ein-mal keine Bakterien. Oder: Hug wirderklteten Personen geraten, besondersviel Flssigkeit zu sich zu nehmen. Dieoftmals propagierte Sinnhaftigkeit vonverstrkter Flssigkeitsaufnahme berdas normale Trinkbedrfnis hinaus konn-te allerdings nie belegt werden. Undwas ist mit Vitaminen? Hier ergibt sichein differenziertes Bild: Diverse Studienzeigen, dass Vitamin C in aller RegelErkltungskrankheiten nicht verhindernkann. hnlich verhlt es sich mit dem Vi-tamin D, wie neuseelndische Forschererst krzlich im Rahmen einer placebo-kontrollierten Studie mit 160 Teilneh-mern gezeigt haben. Andere Expertenhingegen verweisen auf positive Effektefr das Immunsystem. hnlich wissen-schaftlich umstritten ist die Gabe vonZinkprparaten. Eindeutig bewiesen isthingegen der positiv-prventive Einussvon sportlicher Bettigung und regel-miger Bewegung. Und noch etwas istx: Das banale Thema Schnupfen birgtnoch viele Geheimnisse. Bis diese gelf-tet werden, liegt man mit der goldenenDreier-Regel sicher richtig: viel schlafen.Hnde waschen. Nase warm halten. Indiesem Sinn: Gesundheit!

    Webtipp: www.rhinologyjournal.com

    Paracelsus Today 3/2012 29

    Wissen Sie, dass der erste Schirm vor rund 5000 Jahren den Herrschern gyp-tens Schatten gespendet hat? Oder, dass die erste schriftliche Erwhnung eines

    Regenschirms aus dem Jahr 800 stammt? Der Bischof Arno von Salzburg erhielt vonAbt Alcuin von Tours einen solchen als Geschenk mit den Worten Ich sende dir einSchutzdach, damit es von deinem verehrungswrdigen Haupte den Regen abhalte.Wenn auch Sie sich vor dem Regen schtzen oder jemanden eine Freude machen

    wollen, besuchen Sie den Paracelsus Shop unter www.pmu.ac.at/shop

  • 30 3/2012 Paracelsus Today

    Body-Check

    Schnellhandeln bei Schlaganfall

    In sterreich kommt es alle sechs Minuten zu einemSchlaganfall, jhrlich sind ber 20.000 Menschen betroffen.Der Schlaganfall steht weltweit in der Todesursachen-Statistikan zweiter Stelle und zhlt zu den hugsten Ursachenfr Behinderung.

    Autor: Sebastian Mutzenbach Fotos: privat, istockphoto

    DEin Schlaganfall ist die Folge einer pltz-lichen Durchblutungsstrung (in 80 %der Flle) oder einer Blutung (in 20 % derFlle) im Gehirn. Teile des Gehirns stellenaufgrund der Sauerstoffunterversorgungihre Funktion ein und sterben ab, so dassin Abhngigkeit von Region und Ausmaunterschiedlichste Symptome auftretenknnen.

    SCharakteristisch ist das schlagartige Ein-setzen von Krankheitszeichen wie Lh-mungserscheinungen und Taubheitsge-fhlen (in der Regel auf eine Krperhlftebeschrnkt) oder Sprachstrungen,Doppelbildern und Schwindel.Auch ungebte Personen knnen mitHilfe des Merkwortes F-A-S-T (englisch:schnell) einen Schlaganfall innerhalb ei-ner Minute erkennen. Dabei wird beur-teilt, ob ein Patient normal lcheln (Face),beide Arme heben und halten (Arms) undeinen einfachen Satz verstndlich for-mulieren (Speech) kann. Ist mindestens

    einer der beschriebenen Tests auffllig,sollte so schnell wie mglich ein Notruf(Time) gettigt werden.

    D TJe lnger ein Schlaganfall nicht behan-delt wird, umso mehr Hirngewebe gehtzugrunde. Daher sollte jeder Menschmit Verdacht auf einen Schlaganfallschnellstmglich in ein Krankenhaus miteiner Schlaganfallstation gebracht wer-den. Bildgebende Verfahren ermglichendie Darstellung geschdigter Hirnareale.Ein eventuell vorhandenes Blutgerinnselkann durch intravense Verabreichungvon Medikamenten aufgelst oder inspezialisierten Zentren, wie der Universi-ttsklinik fr Neurologie in Salzburg, me-chanisch durch einen Katheter entferntwerden.

    PVorbeugend wirkt eine gesunde Le-bensweise (regelmige Bewegung,ausgewogene Ernhrung, Verzicht aufsRauchen, Normalisierung des Krper-gewichts). Risikofaktoren wie hoherBlutdruck, Fett- und Zuckerstoffwech-selstrungen sollten unbedingt rztlichbehandelt werden. Beim Vorhofimmernkann eine sog. komplette Blutverdn-nung und bei hochgradigen Verengungender Halsschlagader eine Operation oderStent-Implantation notwendig sein.

    Dr. Sebastian Mutzenbach wurdeam Klinikum rechts der Isar der TUMnchen ausgebildet und ist seit 2006Facharzt fr Neurologie. 2010 been-dete er die Ausbildung fr das Addi-tivfach Intensivmedizin. Seit 2004 ister an der Universittsklinik fr Neuro-logie in Salzburg ttig und befasst sichschwerpunktmig mit Schlaganfall-Erkrankungen. Er ist leitender Ober-arzt der Schlaganfallstation und gilt alsAnsprechpartner an der hiesigen Spe-zialambulanz fr Neurointervention undzerebrovaskulre Erkrankungen. Nebenseiner wissenschaftlichen Ttigkeit un-terrichtet er an der Paracelsus Medizini-sche Privatuniversitt.

  • Bei Diagnose akute Insufzienzder Skiausrstung wirdfolgende Therapie empfohlen:Superior-Leihski von IntersportKitzsport, Skiverleih direkt an derHahnenkammbahn und weitere6 x in Kitzbhel groe Auswahl an Leihskiern

    und Skischuhen, Snowboards,Tourenskiern, Langlaufskiern,

    Top-Service Depot fr Skier und Schuhe

    KitzsportkuriertschneeschtigePistenfreaks

    Kitzsport Zentrale:Jochberger Str. 7KitzbhelTel. 05356/62504-11

    www.no

    theg

    ger-s

    aling

    er.at,F

    oto:

    Atom

    ic,Kitzb

    hel-S

    chriftzu

    g-De

    sign:

    Alfons

    Walde

    ,193

    3/VB

    KWien

  • MustertextAlumni

    JedeChancentzenVor vier Jahren hat ThomasMelchardt an der ParacelsusUni promoviert. Jetzt forderter am Universittsklinikumseinen Mentor heraus zum Wohl der Patienten.Autor: Andreas Aichinger Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

    G rinsend erinnert sich Tho-mas Melchardt an seineStudienzeit: Wir Studen-ten haben es der Uni nicht

    immer leicht gemacht. ber vier Jahreist es her, dass der gebrtige Oberster-reicher 2008 als Teil des ersten Human-medizin-Jahrgangs an der ParacelsusUniversitt promoviert hat. Melchardt:Es war eine spannende Zeit, Teil eineswachsenden Betriebs zu sein und dane-ben auch noch erwachsen zu werden.Gleich nach seinem Abschluss hat derheute 28-Jhrige eine Ausbildung an derUniversittsklinik fr Innere Medizin III inSalzburg begonnen, wo er sich seitherseine Sporen in Klinik, Forschung undLehre verdient. Sein Uni-Zeugnis aus derAlumni-Perspektive: Mit der Ausbildungbin ich retrospektiv sehr zufrieden.Nachsatz: Im Vergleich zu anderenUniversitten sind wir sehr verhtscheltworden.

    Thomas Melchart(rechts imBild) schtztden fachlichenAustausch mitseinem Kollegenund MentorAlexander Egle.

    Hohe Auffassungsgabe. Wie frh ersteberuiche Weichen oft schon whrenddes Studiums gestellt werden, zeigtMelchardts Beispiel. Dabei wollte derAbsolvent des Bischichen Gymna-siums Petrinum in Linz nach dem Zivil-dienst eigentlich in Innsbruck studieren.Dann aber erweist sich die Entscheidungfr Salzburg als goldrichtig: Whrendder ersten beiden Studienjahre habe ichrasch gemerkt, dass ich immunologi-sche oder genetische Themen interes-sant nde. Speziell im Rahmen der Vor-lesung der Inneren Medizin III im drittenStudienjahr wird Melchardt klar, dass ersich mit dieser spezischen Herange-hensweise an Krankheiten und Proble-me am besten identizieren kann. Ichhabe Thomas Melchardt erstmals alsStudent im Rahmen seiner mndlichenPrfung aus Innerer Medizin kennengelernt, wo er mir durch seine beste-chende Vorbereitung und hohe Auffas-sungsgabe aufgefallen ist, erinnert sichAlexander Egle. Was damals niemandahnt: Egle, krzlich mit dem ParacelsusWissenschaftspreis 2012 in Gold ausge-zeichneter Oberarzt an der Universitts-klinik fr Innere Medizin III, wird spterMelchardts Mentor werden.

  • Alumni

    Paracelsus Today 3/2012 33

    Teil des Teams. Ich habe dann mei-ne Dissertation bei Professor Greil imKrebsforschungslabor geschrieben undauch in meiner Freizeit und das restli-che Studium ber dort mitgearbeitet,berichtet Melchardt. Durch die Arbeitim Umfeld des renommierten Onkolo-gen und Klinikchefs Richard Greil seiihm schon whrend des Studiums vorAugen gefhrt worden, wie man so-wohl klinisch als auch wissenschaftlicharbeiten muss, um im internationalenVergleich zu bestehen. Schlielich wirdMelchardt in ein Team von Naturwissen-schaftern und rzten aufgenommen, indem die Arbeit groen Spa und vielFreude macht und in dem gleichzeitigtragfhige Freundschaften entstehen.Nur ein Aspekt fhlt sich anfangs etwasmerkwrdig an: Den Rollentausch vomStudierenden zum Lehrenden zu vollzie-hen und in just jenem Hrsaal zu unter-richten, den er selbst noch gut in Erinne-rung hat. Melchardt: Mittlerweile halteich einige Vorlesungen und Tutorials imRahmen unserer Hauptvorlesungen undbetreue Studenten, die Famulaturen undPraktika bei uns absolvieren.

    Der Mentor. Alexander Egle kann sichsofort an den gescheiten Pring voneinst erinnern, als sich ihr Weg an derhmatologischen Ambulanz zum zwei-

    ten Mal kreuzt. Es ist ein Wiedersehenmit Folgen: Seit diesem Zeitpunkthabe ich ihn besser kennengelerntund versucht, ihn in seiner Entwick-

    lung zu frdern, so Egle. Und der Top-Forscher streut Rosen: Er ist zweifellosein hoch begabter junger Mann auf demWeg zu einem ausgezeichneten akade-mischen Mediziner und Wissenschafter.Zudem sei er ein einfhlsamer Arzt undein angenehmer Kollege. Und last butnot least: Er fordert mich als Mentorimmer wieder auf fruchtbare Art sehrheraus. Will heien: Klinische Entschei-dungen werden immer wieder kritischdiskutiert. Thomas Melchardt wei daszu schtzen: Es ist wichtig, dass manohne Rcksicht auf Ausbildungsgradund klinische Rangordnung die beste

    Es ist wichtig, dassman ohne Rcksicht aufAusbildungsgrad undklinische Rangordnungdie beste Lsung fr denPatienten erreichen will.Dr. med. univ. Thomas Melchardt

    Lsung fr den Patienten erreichen will.Das ist aber eine Kultur, die man als jun-ger Assistenzarzt vorgelebt bekommenmuss. Auch wissenschaftlich arbeitetMelchardt eng mit seinem Mentor zu-sammen, erste Erfolge haben sich be-reits eingestellt: der Trainee-Preis amamerikanischen Hmatologie-Kongressfr seine Arbeit ber die Behandlung vonlteren Lymphom-Patienten beispiels-weise. Oder, dass die Ergebnisse vonMelchardts Dissertation dazu gefhrthaben, dass vielversprechende Subs-tanzen zur Behandlung von chronischlymphatischer Leukmie identiziert wer-den konnten. Melchardt: Am meistenfreut es mich, wenn wir unsere Arbeit sovermitteln knnen, dass Studenten undandere Kollegen an uns herantreten undmitarbeiten mchten.

    Attraktiver Arbeitsplatz. Kein Wundersomit, dass Melchardt das SalzburgerUniversittsklinikum als beraus attrak-tiven Arbeitsplatz empndet. Faktorenwie die unmittelbare Vernetzung undrumliche Nachbarschaft etwa von Am-bulanzen und Krebsforschungslabortragen dazu bei. Dazu die daraus resul-tierende, enorme Forschungsleistung.Oder die Mglichkeit, auch seltene undhochkomplexe Krankheitsbilder versor-

    gen zu knnen. Melchardt ist sich sicher:Spezialisierte Versorgung auf hchstemNiveau in einem Schwerpunkt zur Verf-gung stellen zu knnen, das ist eigent-lich nur in einem akademischen Umfeldmglich. Derzeit arbeitet er an der neu-en onkologischen Ambulanz und betreutPatienten in verschiedensten Phaseneiner Tumorerkrankung. Gerade den in-tensiven Kontakt mit auch im psychoso-zialen Bereich hilfsbedrftigen Krebspa-tienten empndet Melchardt dabei alsbereichernd: Wir erleben dadurch denPatienten viel mehr als Menschen, alsdies in vielen anderen Bereichen der Me-dizin der Fall wre. All diese Faktorenwrden seine Arbeit reizvoll und span-nend machen, gleichzeitig aber hchsteAnsprche stellen.

    Laufen und lernen. Fr Hobbys bleibtda nur wenig Raum. Fr das Laufen amMnchsberg nimmt sich Melchardt abertrotzdem mehrmals in der Woche Zeit:Das ist mein wichtigster Ausgleich,um den Kopf frei zu bekommen. Tippsfr die Studierenden von heute hat derAlumnus natrlich auch in petto: Ichwrde mir je nach Interessenslage rascheine Arbeitsgruppe aus dem jeweiligenGebiet suchen, um Praxis zu sammelnund bei mglichen Projekten mitzuarbei-ten. Nur so knne man feststellen, obdas jeweilige Gebiet wirklich das rich-tige sei. Man braucht viel Glck, umLeute und ein Umfeld zu nden, die einenfordern und frdern und einen Vertrau-ensvorschuss geben, bringt Melchardteinen entscheidenden Erfolgsfaktor aufden Punkt. Dann wrde sich nahezuautomatisch eine Konstellation einstel-len, die einen erfllt und sehr viel Spamacht. Auerdem rt er, jede Chancezu ntzen, um etwas zu lernen. Immer-hin htte auch er spter viele Inhaltegebraucht, deren Sinnhaftigkeit er wh-rend des Studiums noch angezweifelthatte. Die abschlieende Einladung desObersterreichers: Sollte sich jemandbesonders fr unser Fach interessieren,nden wir rasch ein Projekt fr ihn odersie. Versprochen.

  • 34 3/2012 Paracelsus Today

    Education

    D ie gute Nachricht gleichzu Beginn: Es gibt an derParacelsus Universitteine wirklich wunderba-

    re Mglichkeit, um ein (noch) bessererLehrender zu werden. Denn genau dasist das groe Ziel des 2010 ins Lebengerufenen Lehrgangs Medizindidak-tik. Der Erfolg gibt dem sehr innovativkonzipierten Angebot nach mittlerweilefnf Durchlufen und 80 AbsolventenRecht. Die Studenten goutieren die-se Bemhungen, freut sich die Erzie-hungswissenschafterin Sabine Reversvom Competence Center e-Learning,die den Lehrgang konzipiert hat und ihmseither ihren Stempel aufdrckt. Revershat dabei ein hohes Ziel vor Augen: Ichbrenne fr die Vision exzellenter Lehre.Genau dieses Feuer mchte ich an derParacelsus Universitt am Brennen hal-ten und in all jenen entznden, die jun-ge Menschen an dieser Universitt einStck ihres Weges begleiten. Und siescheint zu funktionieren, die Sache mitdem Feuer: Im vergangenen Studienjahrwurden gleich zwei ehemalige Lehr-gangsteilnehmer von den Studierendendes jeweiligen Studienjahrgangs zumTeacher of the Year gewhlt. Nur konse-quent, dass beide Lehrgangstermine fr2013 bereits ausgebucht sind.

    Neue Konzepte. Die Inhalte des Lehr-gangs haben mir geholfen, ein bessererLehrender zu werden, ist sich MarioGimona sicher. Und Gimona, hauptbe-ruich an der Universittsklinik fr Blut-

    Genial statt frontalWie wird man Teacher ofthe Year? Der LehrgangMedizindidaktik zeigtneue Perspektiven in derLehre auf.

    Autor: Andreas AichingerFoto: Paracelsus Uni

    Gerhard Mosererklrt, wie man den

    Luftrhrenschnittrichtig setzt

    praktisch gebtwird dieser an

    Schweinegurgeln.

  • Mustertext

    Paracelsus Today 3/2012 35

    Education

    gruppenserologie & Transfusionsmedizinin Salzburg beziehungsweise im Quer-schnitt- und Geweberegenerationszent-rum ttig, hat dabei auch viel ber sichgelernt. Gimona: In Summe kann ichjetzt meine Strken als Lehrender bes-ser nutzen. Bei dem reichen Angebotan Kursinhalten wren fr jeden Kursteil-nehmer viele ntzliche Konzepte dabeigewesen, ist er berzeugt. Dabei gab esauch Aha-Erlebnisse: Bisher unbekann-te respektive vermeintlich unbrauchbareKonzepte fr die eigene Vorlesung Gi-mona unterrichtet an der ParacelsusUniversitt Biologie und Molekulare Zell-biologie im ersten Studienjahr der Hu-manmedizin sowie im Rahmen der Ring-vorlesung Molekulare Medizin reichernjetzt den Unterricht an. Denn Gimonawei: Der Lehrgang hat mir bewusstgemacht, wie sehr unterschiedlicheLehr- und Lerntypen den Lernerfolg be-einussen.

    Vier Blcke. Die Motivation fr einenMedizindidaktik-Lehrgang liegt auf derHand: Der enorme Zuwachs an theore-tischem Wissen und praktischem Know-how in der Medizin schreit nach neuenMethoden der Vermittlung. Im Fokussteht die Qualikation fr den Wissens-transfer von abrufbarem Wissen ber dieAnwendung in einer gelernten Situationbis hin zur bertragung auf den beruf-lichen Alltag. Im Lehrgang werden neueLehr- und Lernmethoden daher nicht nurtheoretisch vermittelt, sondern auch un-mittelbar zur Anwendung gebracht, da-

    Teacher of the Year zuwerden, war fr mich einebesondere Auszeichnungund Ehre.

    OA Dr. Gerhard Moser,Universittsklinik fr HNO-Krankheiten in Salzburg

    Der Lehrgang hat mirbewusst gemacht, wie sehrunterschiedliche Lehr- undLerntypen den Lernerfolgbeeinussen.Univ.-Doz. Mag. Dr. MarioGimona, Universittsklinikfr Blutgruppenserologie &Transfusionsmedizin in Salzburg

    Nhere Informationenzum Lehrgang Medizindidaktik unterwww.pmu.ac.at/de/1330.htm

    mit aktuelles didaktisches Know-how er-fahrbar wird und nachhaltig verinnerlichtwird. Dabei beruht das Lehrgangskon-zept auf aktuellsten wissenschaftlichenErkenntnissen und Theorien der Erzie-hungswissenschaft. Die Zielgruppe frden in jeweils vier Blcken eineinhalbTagen berufsbegleitend abgehaltenenLehrgang besteht im Kern aus Lehren-den der Paracelsus Uni, des Universi-ttsklinikums und der Lehrkrankenhu-ser sowie der NaturwissenschaftlichenFakultt der Universitt Salzburg. Dazukommen Personen, die sich an der Pa-racelsus Uni habilitieren wollen, aberauch externes Lehrpersonal.

    Lehrveranstaltung neu gestaltet. Wasbedeutet das in der Praxis? Mario Gimo-na: Die Fcher, in denen ich gemein-sam mit vielen hervorragenden Kollegenunterrichte Biologie und Molekular-biologie und Genetik sind traditionel-le Frontal-Vorlesungsfcher. Mit demMedizindidaktik-Abschluss in der Taschehat Gimona Ablauf und Struktur der bei-den Lehrveranstaltungsblcke im Hin-blick auf die neuen Lehrmethoden neugestaltet und inhaltlich so abgestimmt,dass fr diese mit Augenmerk aufeine offenere Form des Lehrens mehrPlatz geschaffen werden konnte. Gimo-na: Ich kann jetzt aus einem wesentlichgreren Reservoir an Lehrmethodenschpfen und hoffe, damit eine grereZahl von Studierenden mit den Inhaltender Vorlesung zu erreichen. Ohne denLehrgang wre er hingegen wohl bei sei-nem alten Frontalunterricht geblieben,glaubt Gimona. Ein unverzichtbares Ele-ment des Lehrgangs ist daher, dass dieTeilnehmer ein Lehrkonzept fr den eige-nen Unterricht verfassen. Ein Konzept,das am Ende auch als Abschlussarbeit

    abgegeben wird. Da daraus unmittelbareine verbesserte Lehre resultiert, wirddiesem Thema grte Aufmerksamkeitgeschenkt. Ein weiterer Schwerpunktist das Training von Prsentationstech-niken. Die Teilnehmer schtzen dasVideotraining sehr, wei Sabine Revers.

    Teacher of the Year. Nicht jeder guteArzt und Wissenschafter ist auch ein gu-ter Lehrer, wei Gerhard Moser, seinesZeichens Oberarzt an der Universittskli-nik fr Hals-, Nasen- und Ohrenkrankhei-ten in Salzburg. Um selbst ein noch bes-serer Lehrer zu werden, hat auch Moserden Medizindidaktik-Lehrgang besucht.Manchmal sei es in der Vergangenheitfr ihn kompliziert gewesen, Lernzielezu erstellen, bekennt Moser. Und gibtzu bedenken: Ein Schiff, das den Ha-fen nicht kennt, wird nicht ankommen.Dass Moser den Hafen nach dem erfolg-reich absolvierten Lehrgang jetzt nochzielsicherer ansteuern kann, hat bereitsFrchte in Form einer besonderen Wr-digung getragen. Moser: Teacher ofthe Year zu werden, war fr mich einebesondere Auszeichnung und Ehre, mitder ich nie gerechnet htte. Nachsatz:Das motiviert natrlich zustzlich undbestrkt mich in dem Gefhl, gut in deruniversitren Lehre integriert zu sein.hnlich liegen die Dinge bei Mario Gi-mona, der nach seiner Teilnahme beimLehrgang ebenfalls als Teacher of theYear geadelt worden ist. O-Ton Gimo-na: Eine schnere Belohnung kann ichmir als Lehrender nicht vorstellen.

  • 36 3/2012 Paracelsus Today

    Education

    F reundlich formulierte Ein-ladungsmails von SabineSchmidt haben nicht zwin-gend mit Feierlichkeiten oder

    Freizeitvergngen zu tun. Die Wissen-schafterin am Institut fr Physiologieund Pathophysiologie vers