retail 0104

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    retail

    Wifo-Studie Marktkonzentration im sterreichischen LEH steigt 29

    Auszeichnung Brau Union erhlt Green BrandsSiegel 29

    Metro Grohandelsgeschft und Elektroniksparte werden geteilt 30

    Merkur Laut einer aktuellen Studie gehen Kinder gern mit einkaufen 31

    Am Tellerrand Daniela Prugger ber Lebensmittelverschwendung 32

    Freitag, 1. April 2016 cover 25

    Kennen Sie das beste Seminarhotel Wiens? Mehr auf Seite 31.

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    eine neue ra: c+c soll unter Transgourmet wachsen Ab Montag firmiert C+C Pfeiffer als Transgourmet sterreich GmbH und soll auch knftig das Beste fr sterreich bleiben. 28

    Brigitte WiebachEbner

    Libro Brigitte Wiebach-Ebner ist be-reits seit 2006 bei Libro und als Head of Category Management

    & Marketing ttig. Nun wurde sie neben Claus Mitterbck zur neuen Geschftsfhrerin

    bestellt. Die beiden Geschfts-fhrer werden auch weiterhin die operative Fhrung ihrer

    bisherigen Geschftsbereiche verantworten.

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    Tee Andrew Demmer im exklusiven Gesprch mit medianet.

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    Der medianet Sonder themenplan

    2016 ist hier abrufbar!

    (www.medianet.at)

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    Toppits

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    hier die eindeutigen Verkaufsargu-mente. Im Supermarkt ist das an-ders: Wenn die Beratung fehlt und der Konsument nicht wei, was er will, dann ist sicher der Preis das Verkaufsargument. Im Vergleich zu Kaffee und Bier wird beim Tee im Supermarkt aber nur selten mit Mengen- oder Warengruppenrabatt gelockt. Das, was frher das Privi-leg des Fachgeschfts war also neue Mischungen und Namen zu kreieren , wird jetzt teilweise von den groen Markenartiklern im Supermarkt bernommen. Das ha-ben sie sicher den Fachgeschften abgeluchst ...

    medianet: Haben es Fachgeschfte heute schwerer?Demmer: Also das Internet hat si-cher an Bedeutung dazugewonnen. Mittlerweile dient uns unser Web-shop als Marketinginstrument und bietet in den Gegenden, in denen wir nicht stationr vorhanden sind, eine Mglichkeit, unsere Produkte zu verkaufen. Aber ja: Das Ange-

    Von Daniela Prugger

    WIEN. Im Jahr 1981 grndete der gebrtige Englnder Andrew Demmer sein erstes Teehaus in der Mlker Bastei im ersten Wiener Gemeindebezirk. Ein befreundeter Buchhndler am Schottentor mach-te ihn damals auf ein gnstiges Geschftslokal in Uni-Nhe auf-merksam. 35 Jahre spter mitt-lerweile ist Demmers Teehaus auch in Finnland, Japan und Osteuropa vertreten zieht der Grnder und Geschftsfhrer Bilanz ber den Teehandel in sterreich einem Land, in dem Kaffee noch immer das beliebteste Heigetrnk ist. Aber die Hoffnung, sagt Demmer, hat er noch nicht aufgegeben.

    medianet: Demmers Teehaus feiert heuer sein 35stes Jubilum. Wenn Sie auf die Anfangszeit zurckbli-cken was hat sich am Teekonsum seitdem verndert? Andrew Demmer: sterreich war nie eine Teenation. Das hat sich bis heute nicht verndert. Aber um etwas Positives zu sagen: Das In-teresse fr Tee ist gestiegen, und die sterreicher sind heute experi-mentierfreudiger. Schwarz-, Grn-, Kruter-, Frchte-, Matcha-Tee das Interesse ist da. Der Teekon-sum hat sich in den letzten Jahren auch gesteigert, aber auf keinen Fall wie beim Kaffee. Heute liegt der Teekonsum bei achteinhalb Kilo, und der Teeverbrauch hat sich um 100 oder 150 Gramm gesteigert. Aber: Die sterreicher sind noch keine Tee-Junkies.

    medianet: Haben Sie die Hoffnung aufgegeben, dass aus sterreich noch eine Teenation wird?Demmer: Nein, ich bin ein Kmp-fer fr den Tee! Und das Schne an sterreich ist, dass wir von einem hohen Qualittsniveau sprechen. Der durchschnittliche Tee, der nach sterreich importiert wird, hat ei-ne gute bis sehr gute Qualitt.

    medianet: Welche Sorten sind bei den sterreichern besonders beliebt? Demmer: Wie wir hier begon-nen haben, war der Schwarz- und Frchtetee sehr beliebt. Und ber die Zeit hat Grntee an Bedeutung gewonnen und Krutertee seit fnf bis zehn Jahren zugelegt und ist zum festen Bestandteil eines Tee-geschfts geworden. Um jetzt wirk-lich von den Sorten zu sprechen Earl Grey ist nach wie vor wich-tig und bestimmend. Natrlich bestimmen aber auch die groen Markenartikel bzw. die Joghurt- und Fruchtsaftindustrie insbe-sondere bei aromatisiertem Tee den Geschmack mit. Kiwi oder Mango sind ein Beispiel dafr, die Geschmacksrichtungen finden wir mittlerweile auch im Teesortiment.

    medianet: Der Preis wurde immer wieder zum entscheidenden Kauf-argument der Konsumenten er-klrt. Glauben Sie, trifft dies auch beim Tee zu wird auf den Preis oder doch auf die Qualitt Wert gelegt?Demmer: Ich spreche jetzt vor al-lem vom Teefachgeschft: Die Be-ratung, das freundliche Auftreten und die hbsche Verpackung sind

    bot in den Supermrkten ist brei-ter geworden, und die Konkurrenz hrter.

    medianet: Wie viel Umsatz gene-rieren Sie ber den Webshop? Demmer: Den Umsatz einer guten Filiale 220.000 bis 240.000 Euro im Jahr. Und dabei handelt es sich um den reinen Teeumsatz; wir ver-kaufen kein Zubehr online.

    medianet: Wie luft das Geschft in Osteuropa?Demmer: Wir sind in Ungarn, Polen und in Rumnien ganz gut aufgestellt. Nach der Wende war in Ungarn und in Rumnien mehr Geld da, dort spren wir ein gewis-ses Sparverhalten. Rein wirtschaft-lich hat Polen fr uns mit Sicher-heit das grte Potenzial; dort er-warten wir in den nchsten Jahren gute Zuwchse.

    medianet: Sie selbst sind gebrti-ger Englnder. Trinkt man Dem-mers Tee denn auch in England?

    Demmer: Nein, bzw. nur verein-zelt. Wir haben das ist bestimmt schon 20 Jahre her fr vier, fnf Jahre Harrods beliefert, allerdings nicht unter unserer Marke. Es w-re natrlich schn, auch in London ein Demmers Teehaus zu haben, aber das hat nicht gepasst.

    medianet: Aber hat es nie die Am-bition gegeben, nach England zu gehen? Naheliegend wre es ja ...Demmer: Es wre naheliegend. Aber der englische Teemarkt ist fest in den Hnden der groen Supermarktketten, die entweder groe Markenartikel fhren oder Eigenmarken haben. In den letzten Jahren kamen aber vermehrt elit-re Teefachgeschfte auf. Es scheint also auch bei den eingefleischten Teefans in England einen neuen Markt zu geben, die fr ein beson-deres Teeerlebnis ins Fachgeschft gehen.

    medianet: Kehren Sie in Anbe-tracht der aktuellen politischen Situation des Referendums ber den Verbleib in der Europischen Union und David Camerons Asyl-politik denn gern nach England zurck?Demmer: Es ist zwar bald 70 Jah-re her, dass ich weggezogen bin. Aber mein Herz schlgt noch fr England. Doch die Tendenz, wie man sich aus dem Bereich der EU trennen mchte, ist mir vllig un-verstndlich. Ich kann nur hoffen, dass am Ende die Vernunft siegt.

    medianet: Macht Ihnen die Rich-tung, in die sich sterreich poli-tisch bewegt, denn Sorgen? Demmer: Einerseits habe ich in meiner Familie engagierte Kinder, die in der Flchtlingshilfe sehr aktiv sind und an den Bahnhfen mitgeholfen haben und sogar auf Lesbos und in Idomeni, an der griechisch-mazedonischen Gren-ze, waren und dort mitgearbeitet haben. Auf der anderen Seite habe ich auch Verstndnis dafr, dass die Menschen hier in sterreich um ihren Arbeitsplatz und vor re-ligisem Fanatismus Angst haben. Ich kann mich auch der Meinung anschlieen, dass das ungeprfte Durchwinken auch nicht mglich ist. Aber am Ende des Tages ist es unsere Aufgabe, den Menschen zu helfen und unseren Beitrag dafr zu leisten. Es ist wahrscheinlich nur die Ungerechtigkeit der Ver-teilung, die Probleme innerhalb

    Mir macht die Arbeit noch SpaIm medianet-Interview sprach der Unternehmer Andrew Demmer ber die Vorzge von Fachgeschften, den Wirtschaftsstandort sterreich, europische Politik und den Handel mit Tee.

    Andrew Demmer Die Kernkompe-tenz von Dem-mers Teehaus liegt im gehobe-nen Fachhandel. Der Vertrieb erfolgt ber eigene Geschfte, Franchise-Partner, den Online-Shop, die Gastronomie, den Grohandel und die Souvenir-shops.

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    26 TEEHANDEL Freitag, 1. April 2016

  • medianet.at

    Europas aufwirft also, dass sich manche Lnder abputzen und u.a. sterreich, Deutschland und Schweden bis jetzt die Hauptlast bernommen haben. Es braucht eine grere Solidaritt unter den EU-Mitgliedslndern und un-ter den Bundeslndern. Und dass manche Medien und Politiker die Flchtlingskrise instrumen-talisieren, ist traurig. Die Bedin-gungen fr die Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze sind wirklich menschenunwrdig. Davor darf man nicht die Augen verschlieen.

    medianet: Wie zufrieden sind Sie als Unternehmer mit dem heimi-schen Arbeitsmarkt und dem Wirt-schaftsstandort generell?

    Demmer: Wir sehen einerseits, dass, wenn wir Mitarbeiter su-chen, sich hufig berqualifizierte Leute melden. Mir tun die jungen, gut ausgebildeten Menschen heute leid. Andererseits gibt es in ster-reich diese brokratischen Schika-nen ob Magistrat oder laufende Gesetze. Viel zu oft, wenn man mit Beamten in Kontakt kommt, er-klren sie einem, wie etwas nicht geht, in den wenigsten Fllen sind sie lsungsorientiert. Die Situation in sterreich ist nicht unterneh-merfreundlich. Wie wir begonnen haben, war es einfacher, im Beruf Erfolg zu haben und die Ideen um-zusetzen als heute. Ich mache mir eher Sorgen um meine Enkelkinder. Meine Generation hatte es definitiv leichter, der Kampf ist hrter ge-worden.

    medianet: Woher importieren Sie den meisten Tee?

    Demmer: Also Sri Lanka hat lei-der nicht den Stellenwert bei uns, den ich mir fr dieses Land wn-schen wrde. Qualittstees kau-fen wir groteils in Indien und in China. Japan und Sdkorea sind auch wichtig fr unser Geschft; in Afrika kaufen wir kaum ein.

    medianet: Sie haben mit