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Joachim Ciupka Marko Kuhla - HWR Berlin · PDF file die sozialistische Kriminalistik in der ehemaligen DDR vorgenommen und umfasst den Zeitraum von 20 Jahren, nämlich von 1968 bis

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Text of Joachim Ciupka Marko Kuhla - HWR Berlin · PDF file die sozialistische Kriminalistik in der...

  • Heft 65 2008

    Joachim Ciupka

    Marko Kuhla

    Das methodische Vorgehen bei der Suche nach

    Beweismitteln

    Hausarbeit

    Fachhochschule für

    Verwaltung und Rechtspflege Berlin - University of Applied Sciences -

    Fachbereich 3 (Polizeivollzugsdienst)

    Beiträge aus dem Fachbereich 3

  • Joachim Ciupka, Marko Kuhla

    Das methodische Vorgehen bei der Suche nach Beweismitteln Hausarbeit im Fach Kriminaltechnik

    Beiträge aus dem Fachbereich 3 der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin

    Herausgeber Dekan des Fachbereichs 3 Alt-Friedrichsfelde 60, 10315 Berlin Telefon: (0 30) 90 21 44 16, Fax: (0 30) 90 21 44 17 E-Mail: [email protected] (Sekretariat)

    © copyright Bei den jeweiligen Autorinnen und Autoren.

    Nachdruck Mit Quellenhinweis gestattet. Belegexemplar erwünscht.

    ISBN 978-3-940056-38-2

  • Anmerkungen zur Hausarbeit Marko Kuhla

    Analysiert man die kriminalistische Fachliteratur im Hinblick auf das Thema der nachfolgenden Hausarbeit, dann fällt auf, dass für terminologische und semantische Begrifflichkeiten gleiche oder ähnliche Auffassungen vertreten werden, von der unlängst m. E. nach völlig überflüssigen Debatte darüber, ob Versionen und Hypothesenbildungen sich unterscheiden, einmal abgesehen.1 Die letzte Literaturanalyse zum Thema „Arbeit am Ereignisort“, wurde von Furch und Grimpe für die sozialistische Kriminalistik in der ehemaligen DDR vorgenommen und umfasst den Zeitraum von 20 Jahren, nämlich von 1968 bis 1988.2 Dem föderativen System der BRD geschuldet, gab und gibt es keine hochschuladäquate Zentralstelle, wie sie die Humboldt-Universität – Sektion Kriminalistik für Forschung und Lehre – einst in der DDR hatte. Zahlreiche Arbeiten zu dem o. a. Thema wurden in den Fachhochschulen des Bundes und der Länder erarbeitet, aber regelmäßig nicht veröffentlicht, da sie meist nur für den internen Dienstgebrauch bestimmt sind. An der FHVR z. B. die Arbeiten von Rohrmann, Weiß aus dem Jahr 1998 sowie von Lotsch und Przybyl im Jahr 2003. 3 In allen hier bekannten Diplom- und Hausarbeiten wird auf das faktisch-methodische Vorgehen bei der Sicherung, Besichtigung, Untersuchung, einschließlich der operativen Spurenauswertung und Dokumentation im Rahmen der Ereignisortarbeit sowie auf weitere, vom Ereignisort angelehnte, operative, kriminalistische Maßnahmen eingegangen. Ein Mangel war und ist es auch noch heute, dass zahlreiche DDR-Fachbücher oder z., B. auch der bundesrepublikanische Leitfaden 385, Tatort/Spuren VS-NfD eingestuft waren/sind. Heute gelten deshalb die im Buchhandel erhältlichen Veröffentlichungen von Leonhardt/Roll/Schurich4 und Ackermann/Clages/Roll5 sowie Kube/Störzer/Timm6 als Standardlektüre, die jeder kriminalistische arbeitende Sachbearbeiter kennen und deren Inhalte weitestgehend beherrschen sollte. Entscheidend für die polizeiliche Praxis ist es, dass die Qualität der Indizstärke eines Beweises, ganz wesentlich von der Person bestimmt wird, die deliktbezogen und am Einzelfall orientiert Spuren suchen und sichern, damit diese ggf. als Beweismittel in das spätere Verfahren eingeführt und zur Wahrheitsfindung durch den Tatrichter genutzt werden können. Während man davon ausgehen kann, dass bei Verbrechenstatbeständen alle Anforderungen an eine gerichtsfeste Beweisführung regelmäßig erfüllt werden, gilt dies für große Teile der Straftaten, die insbesondere der Massenkriminalität zugeordnet werden, regelmäßig nicht. Hier stehen ausgebildete Spezialisten der PTU nicht zur Verfügung. Darum müssen insbesondere die Streifenbeamten der Dienstgruppen oder die Mitarbeiter der Sofortbearbeitung sowie der Sachbearbeitung in den örtlichen Direktionen verinnerlichen, dass nur eine genaue Befundsaufnahme am Ereignisort dazu beitragen kann, eine Straftat aufzuklären. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen dem Spurensuchenden Ermittler jedoch die dafür erforderlichen Gerätschaften und Hilfsmittel zur Verfügung stehen, was in der Praxis der Polizei in Berlin häufig nicht der Fall ist (z. B. Gipskoffer für Abschnittsbeamte).

    1 Weihmann, Robert Kriminalistik 1/2008, S. 28 ff und Erwiderung von Gundlach, Thomas, Kriminalistik 3/2008, S 187 ff.

    2 Furch, Axel; Grimpe, Egbert, unveröffentlichte Diplomarbeit HU-Sektion KR v. 05. 05. 1988 im Bestand der FHVR Bibliothek, Nr. 679/98) 3 Rohrmann, Pamela und Weiß, Jesko, Hausarbeiten SS 1998 sowie Lotsch, Manuel und Przybyl, Max, Hausarbeit WS 2002/03.) 4 Leonhardt, Rainer; Roll, Holger; Schurich, Frank-Rainer Kriminalistische Tatortarbeit, Grundlagen der Kriminalistik Bd. 40, 1995 5 Ackermann, Rolf; Clages, Horst; Roll, Holger; Handbuch der Kriminalistik, Boorberg 2000 6 Kube, Edwin; Störzer, Hans; Timm, Klaus; Kriminalistik Booberg, Bd. 1 und Bd. 2, 1992

  • Diese Ausstattungsmängel kompensieren nicht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Dieser Grundsatz fordert, dass alle Maßnahmen unerlässlich sind, die in einer angemessenen Relation zur Schwere der Tat stehen und die Stärke des bestehenden Tatverdachtes sie auch rechtfertigen.7 Timm ist zuzustimmen8, dass die aufwendigsten technischen Untersuchungsmöglichkeiten in den Laboren der PTU wirkungslos bleiben, wenn das entsprechende Untersuchungsmaterial fehlt, es unzureichend gesichert, nicht zweifelsfrei beschriftet wurde oder wegen dilletantischer Lagerung unbrauchbar wird. In diesem Sachzusammenhang ist in Berlin auf die GA Durchsuchung, Beschlagnahme und Asservierung in der jeweils gültigen Fassung hinzuweisen. Beim Sachbeweis bedeutet die Verhältnismäßigkeit, dass der Aufwand und die Kosten für den Sachbeweis nicht im Missverhältnis zur Schwere der Tat stehen. Weihmann ist ebenfalls zuzustimmen9, dass sich die Schwere der Tat an der Höchststrafe orientieren sollte die vorgesehen ist, wenn die tatbestandsmäßigen Voraussetzungen eines Gesetzes erfüllt wurden. Dies ist deshalb erforderlich, weil bei der Tatbefundsaufnahme regelmäßig nicht bekannt ist, welche Straftat tatsächlich vollendet wurde und welche Milderungs- oder Verschärfungsgründe das Gericht in der späteren Hauptverhandlung berücksichtigt wird. Die Suche, Sicherung und Bewertung von spurenbezogenen Indizien soll dazu beitragen, Versionen zu bilden sowie Verdachtsstrategien zu entwickeln. Sie sollen unbekannte Täter/Täterinnen identifizieren helfen. Kuhla hat sich in seiner Arbeit mit der zuvor beschriebenen Thematik auseinandergesetzt. Die Arbeit wurde mit Prädikat bewertet. Prof. Joachim Ciupka

    7 Timm, Klaus, Gedanken über Grenzen der Kriminalistik, Kriminalistik 2/1995 S. 111. 8 s. BGHST 17, 117 9 Weihmann, Robert, Kriminalistik I, VDP, 2007 S. 20

  • 1

    Fachhochschule für Verwaltung und

    Rechtspflege Berlin

    WS 2007/2008

    Hausarbeit im Fach

    Kriminaltechnik

    Thema:

    Das methodische Vorgehen bei der Suche nach

    Beweismitteln an Ereignisorten

    Prof. Joachim Ciupka

    Vorgelegt von: Marko Kuhla Möthlower Str. 19 13591 Berlin Erarbeitet im: 5. Semester Abgegeben am: 01.04.2008

  • 2

    Literaturverzeichnis

    Ackermann/Clages/Roll Handbuch der Kriminalistik Richard Boorberg Verlag 2. Auflage 2003 Berthel/Mentzel/Neidhardt/Schröder/ Grundlagen der Kriminalistik/Kriminologie Spang/Weihmann Band 1 Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH 1. Auflage 2005 Clages Der rote Faden Kriminalistik Verlag 11. Auflage 2004 Clages Kriminalistik Lehrbuch für Ausbildung und Praxis Richard Boorberg Verlag 3. Auflage 1997 Fickardt Die gedankliche Arbeit des Kriminalisten

    am Ereignisort Humboldt-Universität zu Berlin Diplomarbeit im Fach Kriminalistik 1994 Koch/Schmidt Einsatzlehre der Polizei Band 2 Richard Boorberg Verlag 6. Auflage 2003 Kriminalisten Fachhandbuch Kriminalistische Kompetenz Verlag Schmidt-Römhild 2. Auflage 2002, Stand 11/2007 Leonhardt/Roll/Schurich Kriminalistische Tatortarbeit Kriminalistik Verlag 1. Auflage 1995 Meyer/Wolf/Müller Kriminalistisches Lehrbuch der Polizei Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH 8. Auflage 2003 PDV 100 „Führung und Einsatz der Polizei“ aus Polizeifachhandbuch Berlin Band 5 Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH Ausgabe 1999, Stand 2005

  • 3

    Pfefferli Die Spur Kriminalistik Verlag 4. Auflage 2005 Walder Kriminalistisches Denken Kriminalistik Verlag 7. Auflage 2006 Weihmann Kriminaltechnik I Band 2 Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH 1. Auflage 2005 Weihmann Kriminaltechnik II Band 3 Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH 1. Auflage 2005 Zirk/Vordermaier Kriminaltechnik und Spurenkunde Lehrbuch für Ausbildung und Praxis Richard Boorberg Verlag 1. Auflage 1998

  • 4

    Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ..................................................................................................................6 2 Begriffsbestimmung .................................................................................................7 2.1 Ereignisort .............................................................................................................7 2.2 Beweis