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Schwarzbuch Scientology - Ursula Caberta

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Text of Schwarzbuch Scientology - Ursula Caberta

  • Inhaltsverzeichnis

    AutorinVorwortEinleitung Wie alles begann Alles Kirche, alles religiseberzeugung? Vom irdischen Wesen zum Scientologen

    Thetane in kleinen und groenKrpern

    Im Sinne aller Dynamiken handeln

  • Wir haben dich lieber tot alsunfhig

    Von Krankheit, Tod und den erkanntenbsen Mchten

    Reinwaschung nach HubbardDer Thetan verlsst den KrperKampf den DrogenKampf der Psychiatrie

    Einflugschneise Wirtschaft

    Ethik in die Geschftswelt bringenIm Leben erfolgreich seinDas Ende eines ZuverdienstesWeiterbildung im WISE-

    UnternehmenEin Wog bekommt kein Geld

  • Kein Schulabschluss - macht nichts Aufwachsen in der ParallelweltScientology

    Happy Kids?Das scientologische

    BildungsangebotUmzug nach Dnemark und andere

    familire Katastrophen Die Sea-Org

    Der Drill fr die EliteVon Schiffen und Platzmangel. Was

    sind eigentlich Kinder?Strafe muss sein

    Die Funktion von Prominenten in und fr

  • Scientology Der lange Weg zurck in die reale Welt Die juristische und politischeDiskussion LiteraturverzeichnisCopyright

  • Buch

    ffentliche Auftritte des Schauspielersund Scientologen Tom Cruise,

    Nachhilfeinstitute, hinter denen dieOrganisation steckt - Scientology ist

    aktiv wie nie zuvor. Und umstritten wielange nicht mehr. Allenthalben wird

    diskutiert, ob es sich um eineReligionsgemeinschaft oder eine

    totalitre Psychoorganisation handeltund ob sie verboten werden sollte -

    bislang ohne Ergebnis. Ursula Caberta,Scientology-Beauftragte des HamburgerSenats und seit mehr als 20 Jahren einekritische Beobachterin der Sekte, will

  • auf den Ausgang der Debatte nichtwarten und mit dem Schwarzbuch

    Scientology die Fakten berScientology fr alle zugnglich machen.

    Sie informiert umfassend berEntstehungsgeschichte, Menschenbild,Rekrutierungsmethoden, Kontrollund

    Strafsysteme und Ausbildung derMitglieder der Organisation. Anhandzahlreicher Beispiele zeigt sie, was

    falsche Propheten anrichten knnen. Vorallem auf die Gefahren fr Kinder und

    Jugendliche macht die Scientology-Expertin aufmerksam, mit zahlreichen

    Praxis-Tipps fr Eltern und Pdagogen,Probleme zu erkennen und Lsungen zu

    erarbeiten.

  • Mit diesem Buch trifft Ursula Cabertamitten ins Herz der umstrittenen

    Organisation. Scientology hatte versucht,mit Hilfe verschiedener

    Unterlassungsaufforderungen an denVerlag und die Autorin die Auslieferung

    des Schwarzbuchs zu stoppen - ohneErfolg.

  • Autorin

    Ursula Caberta, geboren 1950, Diplom-Volkswirtin, leitet die Arbeitsgruppe

    Scientology bei der Behrde fr Inneresin Hamburg, die als oberste

    Landesjugendbehrde fr Kinder undJugendliche aus neureligisen undideologischen Gemeinschaften und

    Psychogruppen fungiert.

  • Vorwort

    Die Scientology-Organisation ist keineReligionsgemeinschaft. Ihre Lehre istauch keine Wissenschaft, auch wenn derBegriff science im Namen verbrmtdurchscheinen mchte. Sie ist vielmehreine auf einem bisweilen wahnhaftenGedankenkonstrukt eines amerikanischenScience-Fiction Autors zurckgehende

  • menschenverachtete Psycho-Ideologie,die eine totalitre Gesellschaft ausgefgigen Anhngern fordert. Ihr Ziel istdie vllige Unterordnung des Einzelnen.Menschen und Grundrechte sind diesemDenken fremd, was der Scientology-Grnder Hubbard in schonungsloserOffenheit bereits 1957 in seinem -diesen Titel aber zu Unrecht tragenden -Handbuch des Rechts lobte. Das Zielhat sich seitdem nicht gendert, nur dieMethoden, wie man sich derffentlichkeit prsentiert. DieOrganisation will den Eindruck einerharmlosen Religionsgemeinschafterwecken, die sich um das Beste desEinzelnen bemht. Verstrkt bietet manvermeintliche Lebenshilfe an, von

  • schulischer Nachhilfe bis hin zuManagement-Seminaren. Und dies unterden offensichtlich wohlwollendenBlicken einzelner Hollywood-Stars -(Film-)Helden, die man sich dochbesser nicht zum Vorbild nehmen sollte.

    Die Scientology-Organisation wird zuRecht vom Verfassungsschutzbeobachtet, da sie verfassungsfeindlicheBestrebungen verfolgt und damit gegenunsere freiheitliche demokratischeGrundordnung gerichtet ist. Sie ist abernicht nur eine Gefahr fr unser ganzesGesellschaftssystem, sondern auch frjeden Einzelnen, der in ihre Fnge zugeraten droht. Er soll durch die von derScientology-Organisation eingesetzten

  • Psycho-Methoden zu einem anderenMenschen werden. Aussteiger undVerwandte von Scientologen besttigen,dass die Methoden wirken und sich diePersnlichkeit massiv ndert.

    Wer auf die Gefahren, die von derScientology-Organisation ausgehen,hinweist oder sich gar von ihr lst, gertunweigerlich in das Visier dieserOrganisation. Kritiker werdendiffamiert, ffentlich blogestellt,angezeigt und verklagt, bisweilenbedroht, belstigt und zur Zermrbungauch psychisch geqult, so dieErkenntnisse des BayerischenLandesamtes fr Verfassungsschutz imVerfassungsschutzbericht 2006.

  • Ausdruck der Wertschtzung fr eineoffene, die Rechte des Einzelnenwahrende Gesellschaft ist das nicht -auch nicht fr einen toleranten Umgangmit Andersdenkenden.

    Es gibt also gute Grnde, wachsam zusein und ber die Scientology-Organisation aufzuklren. Die Autorin,die die Scientology-Organisation ausihrer Ttigkeit als Leiterin derArbeitsgruppe Scientology in derBehrde fr Inneres der Freien undHansestadt Hamburg seit Jahren bestenskennt, ist hierzu geradezu prdestiniert.Ihr Bericht leistet einen wichtigenBeitrag zur Information derffentlichkeit. Ich wnsche ihm

  • grtmglichen Erfolg - undaufmerksame, nachdenkliche Leser.

    Im April 2007

    Dr. Gnther Beckstein

    Bayerischer Staatsminister des Innern, a.D.

  • Einleitung

    Scientology - ein Begriff, der seit ber50 Jahren weltweit mal mehr, malweniger diskutiert wird. Ob in den USA,Kanada, Australien oder Europa,Scientology hat jedes Land schon einmalbeschftigt. Medien, Parlamente,Behrden und Regierungen, dieAuseinandersetzungen waren und sind

  • vielfltig. Das System Scientology hatbisher alle kritischenAuseinandersetzungen berlebt, und dashat Grnde.

    Darstellungen von ehemaligenMitgliedern der Organisation weltweit,die hufig den subjektiven Blickwinkelbeleuchten und das Wirken derOrganisation intern und externbeschreiben, haben je nach Intensitt desErlebten immer wieder Anstegegeben, sich mit dem Innenlebendieser Organisation zu beschftigen. Vonden Auswirkungen in Familien,Arbeitswelt und Gesellschaft und damitin die Politik sind die Berichte derEhemaligen in das von auen nicht leicht

  • erkennbare Gesamtgeflecht derOrganisation einzuordnen.

    Die ffentliche Diskussion ist sehrhufig durch Schlagworte geprgt. Vonso genannter Sekte, destruktivem Kult,Mafiaorganisation odermenschenverachtendem System ist dieRede. ber all diese Begriffe kann mantrefflich diskutieren, aber dieInterpretation bleibt der Phantasiedes/der Lesenden berlassen. Diesesmacht es den Strategen der Scientology-Organisation leicht, Kritik abzuwehren,die Schlagworte vermeintlich zuentkrften. Scientology hat einen langenAtem, und in den internen Anweisungenist nicht vorgesehen, jemals aufzugeben.

  • Die Organisation hat seit ihrem Bestehenstets auf Kritik reagiert. Eine dererfolgreichsten Gegenstrategien ist dieimmer wiederkehrende Behauptung, eshandele sich um eineReligionsgemeinschaft und - hufig imgleichen Atemzug -, um eineOrganisation, die sich um dasWohlergehen der Menschheit kmmert.

    Nur der genaue Blick in die einzelnenEinheiten von Scientology, dieverschiedenen Auftrge und Funktionendieser Abteilungen und der in ihnenwirkenden Mitglieder machen dieGefahr deutlich: fr Mensch undGesellschaft.

    Eine Beschreibung des Systems allein

  • gengt allerdings nicht. Eine der immerwiederkehrenden Fragen seit Existenzvon Scientology ist: Warum sindMenschen Scientologen, und warumbleiben sie es ber Jahre und Jahrzehnte,und viele, wenn nicht sogar die meisten,ein ganzes Leben lang? Nur dasZusammenfhren der Methoden, denendie Scientologen ausgesetzt sind, und dieGesamtstrategie knnen erklren, warumdas System Scientology mal besser, malschlechter funktioniert. Aber esfunktioniert - nach wie vor.

    Scientology begegnet man in denverschiedensten Gewndern. Zuunterscheiden ist allerdings, dass einaktiver Scientologe die Organisation

  • anders erlebt als die Auenwelt unddiese den aktiven Scientologen hufigwie nicht aus dieser Welt stammend -manchmal als spinnert einordnet. Vonauen betrachtet stuft man dann aber dasAgieren fr das System Scientology unddamit das System selbst bei nhererKenntnis relativ schnell als bedrohlichund kalt ein. Allerdings nur dann, wenndie Werbe- undVerharmlosungsstrategien durchschautwerden. Denn Scientology ist ein in sichgeschlossenes System, eine Parallelweltmit eigenen Gesetzen.

  • Begegnungen mit demSystem Scientology

    Eine der hufigsten Erklrungen, warumMenschen, die mit Scientology inBerhrung kommen und dort bleiben,lautet: Labile oder sich in einerKrisensituation befindliche Menschensind besonders anfllig fr dieAnwerbung durch Scientology. DieseErklrung greift zu kurz. Denn diesesallein kann nicht eine hufig jahre- odersogar jahrzehntelange Mitgliedschaftbegrnden und schon gar nicht erklren,warum es nur einer Minderheit gelingt,sich von Scientology irgendwann zulsen. Grundlage der Erkenntnis der

  • persnlichen und gesellschaftlichenGefahr durch Scientology ist:Scientology kann jeden treffen, es kommtdarauf an, wann und wie man ihrbegegnet, und auch nicht unbedeutend -durch wen.

    Die nach auen sichtbarste Varianteist das Auftreten der Scientology inForm der Missionen oder Kirchen.Interessant dabei ist bereits, dassinnerhalb der Organisation dieseEinheiten - also die Kirchen - alsOrgs, der Abkrzung fr Organisation,bezeichnet werden. Der Kirchenbegriffsteht allerdings an den Gebuden ingroen Lettern. Die Einheiten habeneinen klar umschriebenen Auftrag: das

  • Raw Meat von der Strae zu holen.Raw Meat - rohes Fleisch, so werdenintern diejenigen bezeichnet, dieangeworben werden sollen. Auf derStrae, im Kollegenkreis, in derFamilie, in Vereinen oder anderenInstitutionen. Insbesondere fr dieStraenwerbung sind die Orgs oderMissionen zustndig. Ziel ist, durchAnsprache von Passanten die Menschenin die Gebude zu locken. JeglicheIdee, dass eine Org aus irgendeinemanderen Grund existiert als dem,Materialien und Dienstleistungen an dieffentlichkeit zu verkaufen und zuliefern, muss verworfen werden, soeine der verbindlichen Anweisungen desGrnders L. Ron Hubbard an diese

  • Abteilungen der Organisation.

    Die Prsentation im ffentlichenRaum, auf Straen, Wegen und Pltzenist zwar unterschiedlich, der Sinn undZweck aber immer gleich: durchAnsprache neugierig machen auf eineIdee, auf sich selbst oder auf dieMglichkeit der Lsunggesellschaftlicher Probleme. Alle, diesich darauf einlassen, berichten von dengleichen Erfahrungen. Es bleibt nicht beieinem Gesprch. Um mehr zu erfahren,ist ein weiteres Einlassen notwendig.Das kann das Ansehen eines Filmes imGebude sein, die Demonstration vonTechniken zur Bewltigung vonProblemen oder meistens, bei besonders

  • eiligen Menschen, die bergabe oderder Verkauf einer kleinen Broschre;nicht selten wird dieses mit derEinladung zu einem zwanglosenBrunch in den Gebuden derOrganisation verbunden.

    Bei den Besuchen in den Gebudenkommt dann hufig sozusagen einer derKlassiker der Anwerbung zum Einsatz,der Persnlichkeitstest. Bekanntgeworden als Werbemethode fr dieOrganisation ist dieser Test vor allema u c h durch geschaltete Anzeigen inZeitungen und Zeitschriften. Wir nutzennur 10% unseres geistigen Potentials,verkndeten die Annoncen, darber einBild von Einstein. In den letzten Jahren

  • sind diese Anzeigen eher seltengeworden, den Test aber gibt esnatrlich noch immer, und er wirdangewandt. Die berschrift ist schon,vorsichtig ausgedrckt, eineUngenauigkeit: Oxford CapacityAnalyse. Die meisten Menschen bringenbei dieser berschrift wahrscheinlichdie renommierte Universitt in Oxfordmit diesem Test in Verbindung. Es solleinen vermeintlich wissenschaftlichenHintergrund vermitteln und darberhinaus Seriositt. Es ist aber nichtsanderes als ein Werbemittel. DieAuswertung des Tests erfolgt meistensmndlich, kurz und knapp, und endet inder Regel damit, dass festgestellt wird,dass die getestete Person ein Problem

  • hat, vielleicht auch mehrere. Auf jedenFall gibt es - so die vermittelte Botschaft- eine Lsung: das Kurssystem und - wiepraktisch -, man befindet sich schon imGebude, in dem dieses Wundervollbracht werden kann.

    Hngt das rohe Fleisch sozusagenam Fleischerhaken, hat also durchSprache und Gesten, meistens auchdurch Hinterlassen von Namen,Anschrift und Telefonnummer oder sogardurch Besuch im Gebude undAbsolvieren des Persnlichkeitstestesschon einmal Spuren hinterlassen, bedarfes schon einer gehrigen PortionKlarheit und Konsequenz, um die nunfolgenden weiteren

  • Umwerbungsmethoden abzuwehren.Nicht selten werden bereits bei derersten Kontaktaufnahme dieser ArtKurse gebucht und meistens auch imVoraus bezahlt. Da mag es dann auchschon einmal vorgekommen sein, dassder scientologische Mitarbeiter denNeuzugang zum Geldautomaten begleitet,wahrscheinlich um zu verhindern, dasssich derjenige auf diesem Weg dasGanze noch einmal berlegt undwomglich wieder abspringt. Sptestensdann hngt man fest. Schlielich mchteman fr sein Geld auch etwas haben, undvielleicht lockt ja viele die Aussicht aufder angebotenen und so genanntenBrcke zur vlligen Freiheit, endlich imBeruf Karriere zu machen, ihre

  • Eheprobleme zu lsen oder auchgesundheitliche Einschrnkungenbeheben zu knnen.

    Nicht gleich bei der Straenwerbungzu erkennen sind die Vereinigungen IHELP oder The Way to Happiness.Immerhin ist bei den verteilten kleinenBroschren oder Heftchen, insbesonderebei dem Weg zum Glcklichsein,vermerkt, dass es sich um eineVerffentlichung der ScientologyOrganisation handelt.

    I HELP kommt mit den sogenannten Ehrenamtlichen Geistlichendaher. Bei den an die Auenweltgerichteten Verffentlichungen nennt sichdiese Vereinigung Hubbard

  • Internationale Kirchenvereinigung vonPastoren.

    In der Organisation sind dieseGeistlichen die Auditoren, alsodiejenigen, die neben der Brcke fr diepersnliche geistige Befreiung dieAusbildung zur Anwendung undVerbreitung der scientologischenTechniken genossen haben.

    Wenn mglich, kndigen groe gelbeZelte die Werbeaktionen von I HELPin den Stdten an. Von derinternationalen Ebene aus Los Angeleswerden diese Werbekampagnen geplantund gesteuert. I HELP betreut die sobezeichneten Feldauditoren. AlsoPersonen, die nicht zwingend

  • Mitarbeiter der rtlichen Missionenoder Orgs sind. Als Feldmitarbeiterwird man natrlich geschult, was dieAnwerbung von Personen und dieVerbreitung der Scientology erheblicherleichtern drfte. In derVerffentlichung der Organisation mitdem Titel Was ist Scientology liest essich so:

    Die kontinentalen Bros von IHELP wiederum halten lokaleVeranstaltungen, Tagungen undSeminare ab, bei denenMitglieder von I HELP spezielleWorkshops zur Verbesserungihrer Fhigkeiten besuchenknnen.

  • Der Auftrag an die bei I HELP ttigenScientologen ist sehr klar formuliert:

    I HELP gibt jedem, derauerhalb der Kirchen undMissionen Dianetik undScientology praktiziert, Rat undBeistand, damit er in seinerGemeinde wirksam underfolgreich sein kann.

    Wirksam und erfolgreich in eineausschlieliche Richtung: fr dieExpansion der Scientology-Organisation.

    Auf den Straen werden auch andereInstitutionen der Organisation beworben.Meistens im Zusammenhang mit Anti-

  • Drogen-Kampagnen wird einescientologische Drogenrehabilitationangepriesen: NARCONON. DieOrganisation rhmt sich damit, dass dieSprecherin auf internationaler Ebene frNARCONON die US-amerikanischeFilmschauspielerin Kirstie Alley ist.Prominente im Einsatz fr eine guteSache - Kirstie Alley ist bekennendesMitglied der Organisation und erfllt mitder Sprecherrolle ihre Aufgabe. Dassollte man wissen, wenn man ihrEngagement gegen Drogen zur Kenntnisnehmen muss.

    Das NARCONON-Programm frSchtige unterscheidet sich in keinemwesentlichen Punkt von dem Weg zur

  • vlligen Freiheit in einerScientology-Kirche. Ebenso wie dasangeworbene Raw Meat auf derStrae kommen Kommunikationstraining,der Kurs zur persnlichen Integritt undEthik, der Kurs ber das Auf und Ab imLeben sowie der von der Scientology sobenannte Moralkode Der Weg zumGlcklichsein auf den im Haus vonNARCONON lebenden suchtkrankenMenschen zu. Selbstverstndlich steht imMittelpunkt das Reinigungsprogramm,also wie in der Kirche: Laufen, hoheDosen von Vitaminen und Sauna, Sauna,Sauna. Statt Heroin Scientology, das istdas Drogenrehabilitationsprogramm.

    In der Kritik stand und steht

  • NARCONON immer mal wieder in denunterschiedlichsten Lndern. Schon 1978fasste der damalige Drogenbeauftragtedes Landes Berlin in einer Publikationzu NARCONON Folgendes zusammen:

    In erster Linie mssen Bedenkengegen die beim Narconon e.V.angewandten Methoden erhobenwerden. Durch die Anwendungdes Hubbard-Elektrometerskann einerseits die beiDrogenabhngigen ohnehinvorhandene Tendenz zur Fluchtin eine unrealistischeVorstellungs- und Erlebnisweltgefrdert werden, andererseitseine massive Abhngigkeit der

  • Drogenabhngigen von derEinrichtung auf Dauer entstehen.Durch das Kurssystem wird eineAusblendung von Emotionenohne wirkliche Aufarbeitung derdahinterliegenden Konflikteerreicht, zugleich besteht dieGefahr einer irrationalenAnpassung an die hausinterneHierarchie sowie eines ebensoirrationalenberlegenheitsgefhls gegenberden Menschen auerhalb desNarconon e.V. Das systematischeTraining einer Binnenspracheverstrkt die Abhngigkeit vonder Gruppe erheblich undbehindert eine gesellschaftliche

  • Reintegration.

    (Freie und HansestadtHamburg [Hrsg.]: Mitteilung

    des Senates an die Brgerschaftder Freien und Hansestadt

    Hamburg. Drucksache 15/4059,26.9.1995)

    Ein werbewirksamer Slogan findet sichauch bei der Werbung von Mensch zuMensch: Die Schaffung einer Welt ohneKriminalitt. Auch hier eine Institutionder Organisation, die Hilfe schafft:CRIMINON. Der Ansatz zurVermarktung und Anwerbung fr dieseInstitution ist vergleichbar mit derNARCONON-Darstellung. Auch hier isteiner der zentralen Begriffe der Kampf

  • gegen Drogen. Denn laut eigenenBekundungen von Scientology hat sichdieses so genannteRehabilitationsprogramm frStrafgefangene aus dem Angebot vonNARCONON heraus entwickelt. Drogenim scientologischen Sinne, alsoMedikamente aller Art, befrdern dieKriminalitt. Bekmpft man Drogen,verringert sich die Kriminalitt. Soschlicht kann der Blick auf die Weltsein.

    Es spielt aber noch ein anderer Ansatzbei den Beschreibungen der Zielrichtungvon CRIMINON eine Rolle, und dieserist fr das Gesamtsystem eine derzentralen Definitionen: das Angebot

  • scientologischer Betreuung frStraffllige statt einer Behandlung mitPsychopharmaka. Wobei wieselbstverstndlich davon ausgegangenwird, dass berall Strafgefangene mitPsychopharmaka behandelt werden.

    Bei der Beschreibung derscientologischen Hilfsangebote imCRIMINON-Programm taucht dannwieder dieselbe Palette vomKommunikationskurs bis zurVerbesserung des Lernens auf. Aberauch der Kurs, wie man mitUnterdrckung umgeht. Und dieses hatin der Scientology eine nicht zuunterschtzende Bedeutung.

    Den so genannten PTS/SP-Kurs (PTS

  • = Potential-Trouble Source, potentielleSchwierigkeitsquelle; SP = SuppressivePerson, unterdrckerische Person) machtmeistens relativ frh jeder Mensch, dersich in der Organisation bewegt. Unddas dort Gelernte und Verinnerlichtevermittelt die Basis fr das Erkennenvon Gegnern und Feinden. DemEinzelnen wird vermittelt, er msse frsich erkennen, wer ihn eventuell daranhindert, seinen Weg zur persnlichenFreiheit in Scientology zgigvoranzugehen. Vermittelt wird aberdarber hinaus auch, dass alle, die sichkritisch mit Scientology oder demWirken von Scientologenauseinandersetzen, unterdrckerisch ttigsind. Unterdrckerisch als Begriff fr

  • Hindernisse der Expansion derOrganisation. Damit ist fr denEinzelnen eventuell die Trennung vonseiner Familie ntig, die mit dem Weg inder Organisation nicht einverstanden ist,aber im Kursmaterial wird auch deutlichgemacht, wer scientologischeVerfolgung und Strafe zu erwarten hat.Unterdrckerische Behandlung istgleichgesetzt mit scientologischenStraftaten. Und darunter fallen lautKursmaterial zum Beispiel ffentlicheuerungen gegen Scientology, vorstaatlichen oder ffentlichenUntersuchungen der Scientologyfeindlich Zeugnis abzulegen, um dieScientology zu unterdrcken, im Dienst

  • einer Anti-Scientology-Gruppe zu stehenund schlussendlich:

    Es ist ein Schwerverbrechen,sich ffentlich von Scientologyabzukehren.

    (Hubbard, L. Ron: PTS/SP-Kurs. Kopenhagen, 1989, S.173ff.)

    Auf dieser ideologischen Grundlage hatHubbard in seinem Handbuch desRechts deutlich formuliert, was fr eineDefinition von Recht in Scientology giltund damit die Scientologen zuverinnerlichen haben. Es geht einzig undallein darum, Menschen zu erkennen, dieder Verbreitung der Organisation im

  • Wege stehen, und dafr zu sorgen, dasssie ihre Aktivitten einstellen.

    Das Handbuch des Rechts vonHubbard fasst den Generalanspruchzusammen:

    Niemand unter uns richtet oderbestraft gerne.Trotzdem sind wirvielleicht die einzigen Leute aufder Erde mit einem Recht zubestrafen.

    In Kenntnis der Definition von Straftatender Organisation ist wohl kaum davonauszugehen, dass Scientology auch nurvom Ansatz her in irgendeiner FormRehabilitation von Gefngnisinsassenleisten kann. Fr die

  • nichtscientologische Welt allerdingsklingt es nach Engagement imStrafvollzug, und damit ist die nchsteder Propaganda dienliche Nebelkerze inder Welt gezndet.

    Mit Ausstellungen und Info-Tischenwird der angebliche Kampf wegenVersten gegen die Menschenrechte,insbesondere durch die Psychiatrie,angeprangert und damit gleichzeitig dasRettungsangebot der Organisationofferiert. Die Institution, die auftritt, istdie Kommission fr Verste derMenschenrechte in der Psychiatrie(KVPM).

    Ziel nach eigenen Angaben ist dieDemaskierung der Psychiatrie. So

  • sehen sich alle im Psychiatriebereichttigen Menschen den verbalen Angriffendieses Teiles von Scientologyausgesetzt. Nicht nur die Menschen,sondern selbstverstndlich auch diezugelassenen Medikamente, die impsychiatrischen Bereich angewandtwerden, sind Zielscheibe. Unter demStichwort Psychiatrische Drogenwerden die Hersteller vonPsychopharmaka quasi alsDrogenhndler diffamiert. Bei derVermittlung der psychiatrischenVerbrechen aus Sicht derOrganisation wird tief in diedemagogische, verleumderische Kistegegriffen.

  • Zusammenfassend kann es sobeschrieben werden: Hinter dem Bsender Welt stecken immer die Psychiatrieund ihre Gefolgsleute.

    Die Erklrung fr diesen massivenKampf gegen Psychiatrie und allem, wasdamit zu tun hat, liegt - wie kann esanders sein - in der von Hubbardentwickelten Ideologie. Danach sind alleMenschen, die sich gegen dieScientology stellen, psychisch krank. Soschreibt er auch in einem derStandardwerke Die Ethik derScientology, dass nach seinenForschungen fast alle Menschen zuScientology gebracht werden knnen.Der restliche Anteil ist so psychisch

  • krank, dass er unter Quarantne zustellen ist und nach Durchsetzungscientologischer Gesellschaftsformen inLager zu bringen ist.

    Nach auen wirken die Aktionendieser Einheit hufig - hnlich wieNARCONON oder CRIMINON - wieeine Institution, die sich um Menschen inpsychiatrischer Behandlung sorgt. Auchviele Menschen mit prinzipiellvorhandener Skepsis gegenberPsychopharmaka knnen soangesprochen werden, um ihnenvermeintliches kritisches Engagementvor zu vielen Medikamentenvorzutuschen.

    Auch der KVPM erfllt beide Seiten

  • der scientologischen Strategie:

    - nach auen: Wir wollen nur dasBeste fr die Menschen

    - nach innen: Wir erkennen diewirklichen beltter, die derExpansion der Organisation undden persnlichen Weg zu einemvollendeten Menschenverhindern.

    Nicht nur die Werbung im ffentlichenRaum dient dem Expansionsdrang. Obber den Einfluss im Wirtschaftsleben,ber Prominente oder Lobbyisten oderauch ber die vermeintlichenBildungsangebote der Organisation: dieExpansionsstrategie lsst so gut wiekeinen Bereich der Gesellschaft aus.

  • Gibt es bei den Anwerbungen auf derStrae zumindest noch eine Chance,relativ schnell zu erkennen, wer sich daum einen bemht, wird es bei denanderen Angeboten schon schwieriger.

  • Wie alles begann

    Lafayette Ron Hubbard, der Grnder derScientology Organisation. Alles,wirklich alles, was er formuliert hat,was er an Anweisungen gegeben hat, istnach wie vor die alleinige Denk- undHandlungsvorlage fr die Mitglieder derOrganisation. Hubbard oder seineentwickelte Technologie fr alle

  • Lebenslagen zu kritisieren ist verboten.Hubbard ist seit 1986 tot. SeineOrganisation existiert weiter.

    Die scientologischenGeschichtsschreiber verklren ihn alsGelehrten, Forscher, Arzt,Bestsellerautor, eine Art omnipotentenWissenschaftler. Vom Religionsfhrerist dagegen in den euphorischenSchriften eher wenig zu lesen. Aber voneinem sind alle berzeugt, er hat dieProbleme der Menschheit erkannt undetwas entwickelt, das die Menschheit,die Erde und last but not least dasUniversum vor Verfall, Verderbtheit -kurz vor dem Untergang retten kann.Einzige Bedingung dafr ist, dass alle,

  • die sich in seiner Organisation bewegen,sich strikt an die Vorgaben halten. BeiAbweichungen gibt es Probleme, fr denEinzelnen und damit fr dieOrganisation. One way zurUnsterblichkeit. Bei Scientology heitdas Motto: berlebe!

    Lafayette Ron Hubbard, geb. 13. Mrz1911 in Tilden, Nebraska/USA,gestorben am 14. Januar 1986 inCreston, Kalifornien/USA. ber dieTodesursache sind immer wiederGerchte und Spekulationen aufgetaucht.Von Schlaganfall bis Mord ist allesvertreten. Die Spekulationen mgen vorallem daran liegen, dass nach HubbardsTod seine Familie sehr schnell die

  • Einscherung der Leiche veranlasste.Weitere bis heute zum Teil bestehendeVerunsicherungen mgen daran liegen,dass zur Klrung der Todesursache eineAutopsie durchgefhrt werden sollte,aber die Rechtsanwlte der FamilieHubbard dieses verhinderten, indem sieein Dokument vorlegten, dass Hubbardjegliche Art von anatomischen Sektionenaus religisen Grnden ablehne und dieRechtsanwlte auf entsprechende US-amerikanische Gesetzeslagen hinwiesen.Immerhin ist wohl gesichert festgestelltworden, dass es sich bei dereingescherten Leiche wirklich um diedes L. Ron Hubbard handelte. Aber bisheute kommen in zeitlichen Abstndenimmer mal wieder Diskussionen auf, die

  • den Todeszeitpunkt und dieTodesursache bezweifeln.

    Ein genaues Datum zu bestimmen,wann Hubbard Scientology gegrndethat, ist etwas schwierig. Anlehnen kannman sich an das Jahr 1950, in dem dasBuch Dianetik auf dem US-amerikanischen Bchermarkt erschien.In der Scientology geniet dieses Werkals Buch Eins uneingeschrnkteAufmerksamkeit. Das Jahr 1950 bietetsich auch aus anderen Grnden an, mitdiesem Jahr beginnt sozusagen diescientologische Zeitrechnung. 1950 istquasi das Geburtsjahr. Wie ernst diesgemeint ist, wird in Anweisungen vonHubbard deutlich. Als Datumsangabe

  • kann einem zum Beispiel die Abkrzung10. Januar a. D. begegnen. DieAbkrzung a. D. steht fr afterDianetik, das Erscheinungsjahr desBuches Eins. bersetzt aus derscientologischen Zeitrechnung bedeutetdas Datum also 10.2.1960.

    Fr das Jahr 1950 spricht auch, dassHubbard als Grnder und Prsidenteiner Hubbard-Dianetikforschungsstiftung (HubbardDianetics Research Foundation - HDRF)auftritt. Diese Stiftung wurde im April1950 in New Jersey eingetragen. Ende1950 erscheint am 5. Dezember in einerZeitschrift namens Look ein Artikelmit der berschrift Dianetik -

  • Wissenschaft oder Schwindel? Indiesem Artikel geht es dann auch bereitskritisch los. L. Ron Hubbard wird biszum Erscheinen seines Buches Dianetikals unbekannter Schriftsteller mitpseudowissenschaftlicher,verschwommener Ausdrucksweisedargestellt. In Hubbards Buch Dianetik,so der Schreiber dieses Artikels, wrdebehauptet, dass die Schaffung derDianetik ein Meilenstein fr denMenschen sei, die sich mit derEntdeckung des Feuers vergleichenliee, und wichtiger sei als dieErfindung des Rades und des Bogens. Indem Artikel heit es weiter, dassHubbards Buch eine Vielzahl vonPsychiatern, Biochemikern,

  • Psychologen, rzten und ganz normalenWissenschaftlern , die dieverblffenden Behauptungen und denwachsenden finanziellen Erfolg diesesseltsamen neuen Phnomens mit Furchtund Angst betrachten, beeinflusst hat.Es wird geschlussfolgert, dass dieAnziehung von Hubbard darin besteht,dass seine Ersatzpsychiatrie allen zurVerfgung steht.

    Nicht nur eine erste kritische Pressebegleitet die Grndungsphase derDianetik. 1951 wird in New Jerseygegen die Hubbard Stiftung HDRF voneinem Vertrauensarztausschuss einVerfahren angestrengt, weil dieOrganisation ohne Lizenz eine Schule

  • betreibt und einen Teilbereich derMedizin lehrt. ber den Ausgang dieserUntersuchung ist nichts Aussagekrftigesbekannt.

    Die HDRF errichtet 1951 ihrenHauptsitz in Wichita, Kansas, undbernimmt eine Art Schirmherrschaftber die Allied Scientists of theWorld (Vereinigte Wissenschaftler derWelt). Der Zweck dieser Organisationwird folgendermaen erklrt:

    Der Bau und die Einrichtungeiner Bibliothek in einematomsicheren Gebiet, in derKultur und TechnikderVereinigten Staaten in einemfr die Wissenschaft nutzbaren

  • Zustand eingelagert und im Falleeines Angriffes gerettet werdensoll.

    Im Jahr 1951, kurz nach dem ZweitenWeltkrieg und der Zndung der erstenAtombombe in Japan eine nichtungeschickte Herangehensweise frPropagandazwecke. Die Angst vor derAtombombe war allgegenwrtig.Sicherlich haben sich einige dortengagiert, denn welcher Amerikanermchte nicht die Errungenschaften derVereinigten Staaten atomsicheraufbewahrt wissen.

    Hubbard war inzwischen schon sobekannt, dass auch sein Privatleben frdie Medien von Interesse war. So

  • berichtet die Times Herald inWashington D. C. am 24. April 1951ber das Scheidungsverfahren desEhepaares Hubbard. Die Ehefrau htte indieses Verfahren eingebracht, dassqualifizierte rztliche Berater empfohlenhaben, ihren Ehemann L. Ron Hubbardzur psychiatrischen Beobachtung undBehandlung einer Geisteskrankheit mitder Bezeichnung paranoideSchizophrenie in ein privatesSanatorium einzuweisen. Frau SaraHubbard gab an, er sei hoffnungslosgeisteskrank. Die Begrndung dieserAussage mag an den weiteren Detailsder Schilderungen liegen. Sie gab an,von ihrem Ehemann systematischgefoltert, geschlagen, stranguliert

  • worden zu sein. Auerdem habe er mitihr experimentiert. ReineSchlammschlacht whrend einesScheidungsverfahrens? Wie auch immer,nachdem eine Scheidungsvereinbarunggeschlossen ist, geht die Sachereibungslos ber die Bhne. Allerdingshatte Sara monatliche Zahlungen und dasSorgerecht fr den gemeinsamen Sohnerreicht. Whrend des Verfahrens hattesie ihre Vorwrfe gegen den Ehemannzurckgenommen.

    Fraglich ist, ob die Einlassungen derEhefrau vllig unbegrndet waren,existiert doch Korrespondenz zwischenL. Ron Hubbard und derVeteranenverwaltung in Los Angeles.

  • Diese Behrde war zustndig fr dieFrsorge von Kriegsteilnehmern nachdem Zweiten Weltkrieg. In einem Briefvom 15. Oktober 1947 an eben dieseBehrde, der von ScientologyDeutschland als Flschung bezeichnetwird, schreibt Hubbard:

    Dies ist ein Antrag aufBehandlung Nachdem ichzwei Jahre lang vergeblichversucht habe, meinGleichgewicht im Zivillebenwiederzuerlangen, bin ich vlligunfhig, fr mich persnlich einAuskommen zu erzielen. Meinletzter Arzt informierte mich,dass es hilfreich sein knnte,

  • wenn ich mich untersuchen lieeund vielleicht psychiatrisch odersogar durch einenPsychoanalytiker behandeltwrde. Gegen Ende meinerDienstzeit umging ich aus Stolzjegliche berprfung meinesGeisteszustandes. Dies geschahin der Hoffnung, dass die Zeitmeinen Geist ins Gleichgewichtzurckfhren wrde, von demich klare Anzeichen hatte, dasser ernsthaft beeintrchtigt war.Ich kann mir die langen Periodender Verdrielichkeit undNeigungen zum Selbstmord nichterklren und mich auch nichtdarber erheben.

  • Die weitere Entwicklung derOrganisationsgrndungen wird Anfangder 50er Jahre etwas unbersichtlich.Einigermaen gesichert scheint zu sein,dass Hubbard 1952 die HubbardAssociation of Scientologists,sozusagen den HubbardScientologenverband in Arizona/USAgrndete und in der Folge in New Jerseyein weiteres Bro erffnete. In dieserZeit soll bereits der Sprung ber dengroen Teich nach Europa gelungen sein.Auch in London soll bereits damals derHubbardsche Scientologenverbandprsent gewesen sein.

    Das Netz des Hubbard-Imperiumsbeginnt, sich zu entwickeln. Auch die

  • Aktivitten und die Darstellungen fr dieffentlichkeit steigerten sich.

    Festzuhalten ist, dass in derGrndungszeit von Wissenschaft undTherapie die Rede ist, von Religionoder Kirchengrndung keine Spur. berdie formelle Grndung seiner erstenScientology-Church gibt es diewidersprchlichsten Angaben. DieOrganisation selbst gibt fr dieGrndung der Church of Scientology ofCalifornia das Jahr 1954 an. Ob dieseAngabe nun stimmt oder nicht, isteigentlich unbedeutend. Das WarumKirche? ist schon interessanter.

    Dieses Warum erschliet sichallerdings nicht durch die offizielle

  • Darstellung der Organisation. Dafrmuss man sich in die Niederungen derHubbardschen Anweisungen begeben.Die bereits 1951 sich andeutendenProbleme mit der US-amerikanischenGesundheitsbehrde setzen sich fort.Zum Beispiel wurde noch im Jahr 1963von der US-AMERIKANISCHENNahrungs- und Medikamentenbehrde,der Food and Drugs Administration, eineRazzia in der Scientology-Akademie inWashington D.C. durchgefhrt. Dabeiwurden Gerte beschlagnahmt, die dieAkademie bei der Ausbung vonScientology eingesetzt hatte. Es wurdevorgebracht, diese Gerte mit derBezeichnung Hubbard-Elektrometerseien in Anzeigen flschlich als wirksam

  • bei der Behandlung verschiedenerKrankheiten bezeichnet worden.

    Die Reaktion von staatlichenInstitutionen verwundert einen nicht. Somusste die ffentlichkeit in derDarstellung der Scientology einiges zurKenntnis nehmen.

    Zum Beispiel erscheint im Mai 1960eine Zeitschrift mit Namen Reality,also Wirklichkeit. Das Blttchennimmt fr sich in Anspruch, dieoffizielle Publikation von Dianetik undScientology in Kalifornien und demWesten der USA zu sein. Die Seite dreidieser Verffentlichung dokumentiert dieAnsprche der Organisation:

  • In den Hnden der Intelligenz hatScientology durch nderung dermenschlichen Energie alleWunderheilungen frherer Zeitenwiederholt. Es ist jedoch mehrals eine Wissenschaft vomHeilen. Durch Scientology undnur durch Scientology knnte dieQualitt derer bestimmt werden,die die Menschheit regieren.Durch Scientology kann einMensch seine Mitmenschenerkennen und ihr Handelnvorhersagen. Er kann heilen unddie Zukunft seiner Kindersicherstellen. Er kann dasMorgen beurteilen und lernen, im

  • Heute zu herrschen In einigenStunden kann Scientology dieLahmen gehend und die Blindensehend machen.

    1963 - zur Zeit der Durchsuchung,existierten bereits Anweisungeninnerhalb der Organisation, die die US-amerikanische Gesundheitsbehrde zumFeind erklrt. Aus den 50er/60er Jahrenstammen auch die Formulierungen, dieentlarven, warum Hubbard pltzlichvom angeblichen Wissenschaftler undHeiler zum Religionsstifter mutierte.

    In der Serie der Anweisungen mit derberschrift Attacken gegenScientology wird den Anhngernverdeutlicht, welche Manahmen zu

  • ergreifen sind, um die als Attackenbezeichnete Kritik abzuwehren. DieEmpfehlungen der zu ergreifendenManahmen sind in Schritte unterteilt.Dazu gehrt, ffentlichkeit oderpolitische Institutionen ber die immerals Diskriminierung der Organisationbezeichnete Kritik zu informieren, umdie Attacken zu stoppen bis zu demSchritt, wenn die vorhergehenden nichtzum erwnschten Erfolg gefhrt haben,sich dann als Kirche oder Religion zubezeichnen. Religionsgemeinschaften, soHubbard, werden vom Staat nichtangegriffen, der Begriff Kirche wirdim Allgemeinen mit positiven Attributenin Verbindung gebracht. Ein nicht zuunterschtzender Ansatz, der sich in den

  • USA - aber nicht nur dort - als wirksameManahme erwiesen hat. Die ffentlicheReaktion der Scientology-Organisationauf die Durchsuchung der Rume und derBeschlagnahmung durch dieNahrungsund Medikamentenbehrdevom 5. Januar 1963 knnte auch aus derheutigen Zeit stammen, denn greift derStaat ein, wird immer so argumentiert. Inder Stellungnahme heit es:

    Die Beschlagnahme vonVermgensgegenstnden undUnterlagen unserer religisenOrganisation, der Scientology-Grnderkirche, auf Betreiben derNahrungsmittel- undMedikamentenbehrde des US-

  • Ministeriums fr Gesundheit,Erziehung und Soziales stellt einschockierendes Beispiel fr eineRegierungsbrokratie dar, dieverrckt spielt. Sie stellt einendirekten und erschreckendenAngriff auf dieverfassungsmigen Rechte derReligionsfreiheit, Pressefreiheitund Redefreiheit dar.

    Dieser durchaus als holperig zubeschreibende Beginn der OrganisationScientology macht deutlich, dass vonAnfang an alle Schilderungen und darausabgeleiteten Vorwrfe bis heutegeblieben sind. Dieses kann auch nichtverwundern, weil es immer noch

  • dieselben Ideen und Praktiken sind.

    Die Organisation kann nur existieren,wenn verschiedene Komponentenzusammentreffen.

    1. Menschen anzusprechen,scientologisch auszubilden undden Weg zurck in die realeWelt so schwer wie mglich zumachen.

    2. Macht Geld, macht mehr Geld.Dieses Hubbard-Zitat ist einesder bekanntesten. Ohne Geldkeine Macht.

    3. Ein gut organisiertes Netz derAbwehr von negativenEinflssen von innen und auen.Darin eingebunden eine PR-

  • Strategie, die in der Lage ist,schnell und zielgerichtetKampagnen zu realisieren undvor allem zu desinformieren.Nicht ohne Grund wird wohl diescientologischeGeheimdienstabteilung OSAnach auen als Presse- undRechtsamt deklariert. Vomehemaligen FBI-Chef von LosAngeles kann man wohl davonausgehen, dass er wei, wovoner spricht, wenn er 1994 indeutschen Medien mit folgenderAussage zitiert wird: dassdie Sekte eines derausgefeiltesten Spionagenetzehat, die man sich ausmalen

  • kann.

    Gepolte Menschen, Geld undPropaganda sind das eiskalte Gemischdes Hubbardschen Imperiums mitNamen Scientology. Es stellt sich schonlange nicht mehr die Frage, ob wirklichalles Hubbards Hirn entsprungen istoder ob andere an der Entwicklungmitgestrickt haben, bzw. ob sichHubbard nicht bei Ideengebern bedienthat. Auf einen Aspekt, dass Hubbardsich anderer Ideengeber bedient hat, istkurz einzugehen, da es einen doch wohlzentralen Punkt berhrt: das WortScientology.

    Bereits weit vor derBegriffsbestimmung durch Hubbard gab

  • es eine Publikation mit dem Titel:Scientologie, Wissenschaft von derBeschaffenheit und Tauglichkeit desWissens. Das Werk erschien 1934, undder Autor, ein Deutsch-Argentinier hieDr. Anastasius Nordenholz. Scientologymit dem Y ist inzwischen eineingetragenes Warenzeichen. DieOrganisation hat auf die Darstellung derNordenholzen-Verffentlichung, wennsie erwhnt wird, natrlich immer in derForm reagiert, dass dies nichts mehr mitHubbards Ideen und Werken zu tun habe.Bemerkenswert ist es trotzdem, dennnicht nur der Begriff ist identisch, es gibtauch andere Gemeinsamkeiten:

    Doch endet die Gemeinsamkeit

  • zwischen NordenholzScientologie und HubbardsScientology keineswegs bei demHauptbegriff und seiner Deutung.Nordenholz benutzt wie Hubbard(oder Hubbard wie Nordenholz)als Ausgang seiner in reineScientologie und angewandteScientologie unterschiedenenWissenschaft Axiome.

    (Haack, Friedrich-Wilhelm:Scientology. Magie des 20.

    Jahrhunderts. Mnchen, 1991, S.66)

    Die hnlichkeit bei derBegriffsbestimmung ist schonverblffend, denn auch Hubbard gab

  • eine Schrift mit dem Titel Die Axiomeder Scientology heraus. DieSchlussfolgerung, dass selbst der Nameseiner Organisation und Bausteine seinerWissenschaft nicht von ihm stammen,kann wohl bei dieser Schriftenlage nichtausgeschlossen werden.

    Allerdings, ob Hubbard Ideen vonanderen bernommen hat, alleine oderim Verbund mit anderen dasGesamtsystem entwickelt hat, die in derscientologischen Geschichtsschreibungnicht auftauchen, ist im Sinne derAuswirkung fr Mensch undGesellschaft unerheblich. Die Ideologieund die Strategie der Umsetzung ist eineGefahr. Sie war es von Anfang an und

  • wird es bleiben, wenn es nicht gelingt,dem Treiben irgendwann ein Ende durchVerbot zu bereiten.

  • Alles Kirche, alles religiseberzeugung?

    Es war einmal ein Science-Fiction-Schriftsteller, sein Name Lafayette RonHubbard. Nach allem, was man wei,hat er nie von sich behauptet, er sei einGott oder auch nur gttlich. Aber erbehauptet, er ist im Himmel gewesen.Die Aussagen gedeutet, wohl zweimal.

  • Die Zeit meiner ersten Ankunft, soseine Ausfhrungen, war datiert auf43.891.832.611.177 Jahre, 344 Tage, 10Stunden, 20 Minuten und 40 Sekundennach dem 9. Mai 1963 22.o2.5 UhrGreenwich-Tageszeit. In seiner Zeit imWeltall soll er die Russen auf dem Wegzur Venus in die Flucht geschlagen habenund soll mit dem Raumfahrtprogrammder Amerikaner in den 50er Jahrenbeschftigt gewesen sein.Recherchierbar ist dieses nicht, da sichber die galaktischen Spritztouren vonHerrn Hubbard keine Aufzeichnungenfinden lassen, dafr aber hat er fr seineAnhnger mit przisen Details seineAusflge beschrieben.

  • So hat ihn sein zweiter Besuch imHimmel mehrere 100 Milliarden Jahrespter so schockiert, dass er wohlfeststellen musste, dass alles imUniversum bergab gegangen war. War ernoch beim ersten Besuch beeindrucktvon der geradezu majesttischen Prachtim Himmel, so war beim zweitenBesuch alles hsslich geworden. Erschrieb: Eine Prachtstrae mitHeiligenstandbildern fhrt zu ihnen hin.Die Sulen der Portale werden vonmarmornen Engeln berragt. DasGelnde um die Eingnge ist sehrgepflegt So der erste Besuch. Dannder Schock: Die Vegetation gibt esnicht mehr. Die Sulen sehen jmmerlich

  • aus. Die Heiligen sind verschwundenund auch die Engel. Die Erkenntnis ausdem von ihm festgestellten Chaos ist dieRettung des Universums geworden.Mittendrin Mutter Erde:

    Der erste Schritt ist, denAtomkrieg und planetarischesChaos zu verhindern und dieErde als einRehabilitationszentrum zubenutzen, da hier die(scientologische, d.Verf.)Technologie schon gut eingefhrtist. Ein zweiter darauf folgenderSchritt ist, den zentralenOrganisationen (der Scientology,d.Verf.) nicht unhnliche

  • Arbeitseinheiten innahegelegenen Systemeneinzurichten.

    (Edition Scienterra,VAP Verlag[Hrsg.], Scientology - Mehr alsein Modetrend, PreuischOldendorf, 1991)

    Die Erde als Rehabilitationszentrum frverwirrte intergalaktische Chaoten. Erhatte allerdings auch Bndnispartner imHimmel ausgemacht.

    Mit den stellaren Mchten, diesich fr diese Bereicheinteressieren, wird sich keinernstzunehmender Konfliktentwickeln, da ich fr die

  • beiden, die in dieser Galaxis ammeisten davon berhrt werden,die Hand ins Feuer lege, nmlichEspinol United Stars, wozu dasSonnensystem entfernt gehrt,und die GalaktischeKonfderation, der sich Espinolmit Maen beugt.

    (Edition Scienterra,VAP Verlag[Hrsg.], Scientology - Mehr alsein Modetrend, PreuischOldendorf, 1991)

    Wie bringt man nun Menschen dazu,diese WeltraumOdyssee alspersnliches Ziel der Befreiunganzunehmen und der staunendenffentlichkeit als religise berzeugung

  • zu verkaufen? Ein Erich von Dniken istbisher noch nicht darauf gekommen,seine auerirdischen Wahrheiten mitdem Schein der Religiositt zuverbinden. Herrn von Dniken kann manwohl auch nicht unterstellen, dass erseine Erkenntnisse zur politischenMarschrichtung erhoben hat. Ihm gengt- im Gegensatz zu Hubbard - der Verkaufseiner Bcher.

    Das desastrse Chaos im Himmelwird dem Angeworbenen in Scientologyauch nicht gleich offenbar. DieseOffenbarung der Universumsaufgabewird nach und nach vermittelt. Hierspielt natrlich die Magabe, dieSprache zu erlernen, eine bedeutende

  • Rolle. Stze wie: Gehe nie ber einunverstandenes Wort hinweg!, oder:Wahr ist fr dich nur das, was du frwahr erkennst!, machen deutlich, dassauf dem Weg zur galaktischen Erkenntnisund die Weltraum-Wunderlichkeit ntigist, den persnlichen Freiheitsweg mitden vorgegebenen Anweisungen inEinklang zu bringen.

    Bereits am Anfang dieser Reise in dasRaumzeitalter des Herrn Hubbard stehtdie Lehre zu verinnerlichen, dass dasGehirn nicht etwa ein Organ ist, sondernaufgeteilt ist in zwei Hlften: denanalytischen und den reaktiven Geist.Nach Hubbard ist der analytische Geistrational, steuert die Wahrnehmung, hat

  • die Fhigkeit zu entdecken und auch zuzhlen. Der reaktive Geist jedoch kanndagegen angehen. Dieser ist ein blerGeselle und fr vieles, was denMenschen qult, verantwortlich. Bereitsim Buch Dianetik sitzt der reaktive Geistauf der Anklagebank:

    Er nimmt den Menschen dasmusikalische Gehr. Er bringtdie Menschen zum Stottern. Erbewirkt das, was man auf jederListe geistiger Leiden findenkann: Psychosen, Neurosen,Zwnge, Verdrngung Waskann er tun? Er kann Arthritis,Bursitis, Asthma, Allergien,Sinusitis, Koronarerkrankungen

  • und hohen Blutdruck verursachenund so weiter durch den ganzenKatalog der psychosomatischenKrankheiten.

    (Hubbard, L. Ron: Dianetik.Die moderne Wissenschaft dergeistigen Gesundheit.Kopenhagen, 1984, S. 66)

    Die Ursache fr derart schdigendesVerhalten liegt laut Hubbard nun daran,dass dieses reaktive Teufelchenausschlielich negative Erfahrungenspeichert. Er hat also aus denzahlreichen vergangenen Leben Bildervon unangenehmen Erfahrungen undErlebnissen aufgenommen. Durch dieseBilder ist der positiv eingestellte

  • analytische Geist gefangen, gehemmtoder einfach kurzgeschlossen -sozusagen unfrei.

    Das ganze Streben durch die Kurseund Seminare zielt von Anfang andarauf, diese den analytischen Geisthemmenden Abbilder - bei Scientologyheien sie Engramme - aus demreaktiven Geist zu lschen. Ist diesesnach in der Regel langen und teurenSitzungen - dem so genannten Auditing -gelungen, geht man bei Scientologydavon aus, dass der jeweiligeScientologe den Status Clear erreichthat. Bis zu diesem denkwrdigenEreignis heien die Anwrter auf dieseStufe Preclear. Je nachdem, wie viel

  • der einzelne Mensch an Untaten,Schmerzerfahrungen, Drogeneinnahme(Medikamente, die anscheinend imHimmel an der Tagesordnung sind)aufweist, dauert die Prozedur hufigjahrelang und kostet und kostet. Derscientologisch zu erlernende Begriff, derdie Sinnhaftigkeit der Auditing-Prozedurerklrt, ist die so genannte Zeitspur, aufder sich alles befindet, was geschehenist und die es zu erforschen gilt. Bei derAusbildung zum Auditor werden dannErkenntnisse vermittelt:

    Und nun die schlechteNachricht: Die Zeitspur ist -dank Ron wissen wir das -mindestens 350 000 000 000 000

  • Jahre lang. (Wahrscheinlich abernoch viel lnger.) NachHubbards Theorie werden alle25stel Sekunden auf der Zeitspur57Wahrnehmungen gespeichert Man knnte nun rationalentgegenhalten: Die Erde hat sichvor 350 Billionen Jahren nochnicht gedreht, sie gab es schlichtnicht, nicht einmal dasUniversum. Aber was solls:Das E-Meter belehrt uns einesBesseren Denn mit Hilfe desE-Meters - und das lernte ich nun- kann man jedes beliebigeDatum auf der Zeitspur ausfindigmachen, ohne dass der Preclearauch nur ein Wort sagt:

  • beispielsweise den 1. Februar 9876533210 vor Christus! Mein Trainer dachte sich einDatum aus und schrieb es frmich nicht sichtbar auf ein BlattPapier. Ich glaube, es war seinGeburtsdatum (Jeder fngt malklein an!). Nun musste ichfragen: Liegt das Datum vor1945 n. Chr.? Gab es eineNadelreaktion (am E-Meter, d.Verf.), hie das ja, gab eskeine, hie das nein. Ichkreiste so das Jahr ein. Dannfolgte die Frage Liegt dasDatum vor dem 1. Juli 19XY?So fand ich den Tag heraus.Am

  • Ende hatte ich tatschlich dasGeburtsdatum ausspioniert, ohnedass er mir irgendetwas gesagthtte. Das E-Meter funktioniert,davon war ich felsenfestberzeugt.

    (Caberta, Ursula;Trger,Gunther: Scientology greift an.

    Dsseldorf, 1997, S. 53)

    Hindernisse auf dem Weg zum Clearsind neben den Verfehlungen auf derZeitspur selbstverstndlich auch im Hierund Jetzt mglich, nmlich immer dann,wenn nach Auffassung der inScientology fr den Weg zum Clearzustndigen Personen feststellen, dassder Student oder Preclear

  • Schwierigkeiten erkennen lsst, sichganz dem zu erreichenden Ziel zuwidmen. Solche Schwierigkeiten knnendurchaus auch darin bestehen, dass diefinanziellen Mglichkeiten desEinzelnen den Weg behindern oder dasUmfeld, also Familie, Freunde etc.,durch kritische Begleitung dasFortkommen bremsen. Schon sehr frhwerden die Organisation und Hubbardmit Vorwrfen des finanziellen Ruinsvon Anhngern konfrontiert. Hufigwerden gerade die Kosten fr dasAuditing ins Feld gefhrt. Berichte vonehemaligen Scientologen, denen immerwieder suggeriert wurde, derjenigebrauche mehr Auditing, da die immernoch ungelsten Probleme (welche das

  • auch gewesen sein mgen) an noch nichtaufgedeckten Gemtsstrungen lgen.Um endlich die Wurzel des bels zuerkennen und auszureien, sei ebenweiteres Auditing ntig. Erfahren wirdman bis zu diesem scientologischenZustand auch, dass der Mensch nichteinfach ein Mensch ist, sondern sichfolgendermaen zusammensetzt: Dererste Teil ist das geistige Wesen, das inder Scientology Thetan genannt wird.Der zweite Teil ist der Mind. Der dritteTeil ist der Krper. Dem Thetan, auchdas ist dann irgendwann klar, istbesondere Aufmerksamkeit zu schenken.

    Eine immer wiederkehrendeErklrung von ehemaligen Mitgliedern,

  • die sich nach dem Lsen von derOrganisation mit Schuldenbergenkonfrontiert sehen, ist die Verlockung,was nach Clear passiert. Dieses wirdihnen durch Schriften und innerhalb derOrganisation auch durch Schilderungenvon Mitgliedern, die diesen Weg bereitsgegangen sind, sehr euphorischdargestellt. Man hatte Respekt vordiesen Personen der Organisation, daman sich selbst noch auf der Brcke inunteren Regionen als Studentabstrampelte. Das Universum desaktiven Thetan, des operierendenThetan, scientologisch kurz OT. Dienach wie vor zu erreichende Stufe imOT-Bereich ist OT VIII. Auf der Brckezur Freiheit sind hhere Stufen

  • angekndigt. Alles ein Mysterium, umdie auch diejenigen weiter in Neugierdeber zu erreichende Fhigkeiten zuhalten, die Engagement und Geld genughaben, sich immerhin bis OT VIIIhochzuauditieren. Denn auf diesenGraden ist man mit sich und seinerZeitspur und vor allem mit seinemThetan und an ihm haftendenKleinthetanen, so genanntenBodythetanen allein. Man auditiert sichselbst. Vor allem scheint eineVerlockung interessant zu sein und istVorbild dafr, dass man es Hubbardnachmachen kann, der Besuch imWeltall, die Fhigkeit, sich von seinemKrper zu lsen. Der aktive, von

  • strenden Elementen befreite geistigeTeil, der Thetan erlernt - so die Lehre -,sich zu extorisieren, also den Krper zuverlassen und damit verbunden dieHerrschaft ber das MEST, Materie,Zeit, Raum und Energie zu erlangen unddieses zu kontrollieren.

    Der Weltraum, die letzte Grenze. Nurals aktiver, operierender Thetan gelangtman dorthin. Und nun endlich erffnetsich die Weltraumodyssee fr deneinzelnen Scientologen. Dieverschiedenen OT-Stufen sind wohlunterschiedlich spannend, denn OT IIIund auch OT V werden als Feuerwnde,die es zu durchschreiten gilt, bezeichnet.Und bei OT III wird es dann auch

  • endgltig intergalaktisch.Selbstverstndlich sind die Materialiender OT-Stufen streng geheim. Hubbardmusste sich wohl sicher sein, dass erstdie Prozedur bis Clear den menschlichenVerstand derartig umnebelt, dass er nunauch seine Weltallkriegsschaupltzekritiklos bernimmt und verteidigt. Aberwie das so ist mit Geheimhaltung, es gibtimmer Menschen, die plaudern.Allerdings erst, wenn sie dieOrganisation verlassen haben, und auchdann haben viele in der ersten Zeitregelrecht Angst, etwas zu erklren, derVerratsgedanke hat sich eingefressen indas scientologisch trainierte Hirn.

    Unbestritten kann man allerdings

  • inzwischen zur Kenntnis nehmen, dassauf der Stufe OT III die intergalaktischeKriegsphantasie des Herrn Hubbardvermittelt wird.

    Vor allem wird vermittelt, und das istfr ein Funktionieren des Systems aufErden nicht unwichtig, dass der Feindaus dem All wohl einen Teilsiegerrungen hat, mit dem sich dieMenschheit nun herumplagt und dessenSchaden auf Erden nun Hubbard undseine Organisation angetreten sind, zubereinigen. Der Feind aus dem All heitXenu, dieser ist der Herrscher einergalaktischen Konfderation, die aus 21Sonnen und 76 Planeten besteht. DieserBsewicht versuche nun, alle Wesen

  • seiner Einflusssphre unter seineKontrolle zu bekommen. Rabiat vonseiner Anlage her, hat er den Thetanenmit Gewalt, Drogen, elektrischen undelektronischen Mitteln seine Befehleeingepflanzt. Dieses ist schon eine ganzeWeile her. Nach der Geschichte in OTIII rund 75 Millionen Jahre. Zu der Zeithat es berbevlkerung gegeben. DasProblem hat Xenu gelst, indem erMassen von Thetanen, mit den genanntenrabiaten Methoden behandelt, auf dieErde gebracht hat, diese hie seinerzeitTeegeack. Als wre die Behandlungnicht genug, hat er diese Milliarden vonThetanen in Vulkane gestopft und darinzwei Wasserstoffbomben zur Explosiongebracht. Wundersamerweise sind diese

  • Thetane dann in den Himmelgeschleudert und mit Flugzeugen auf dieErde zurckgebracht worden. Damit istdie Hubbardsche Horrorgeschichte ausdem Weltraum nicht beendet. Denn er -wer sonst - hat die wahren Absichtendes Xenu erkannt, nmlich die auf derErde Wandelnden dazu zu bringen, dietechnische Zivilisation von vor 75Millionen Jahren nachzuahmen undanschlieend einen planetarischenSelbstmord zu begehen. Xenu istallerdings, so geht die Geschichteweiter, aus dem Verkehr gezogen, dennimmerhin gab es in seiner Umgebunggute Thetane, die ihn festgenommen undin eine elektrisch geladene Kiste

  • gebracht haben. In den Schriften findensich keine Hinweise, dass der bleGeselle diese Kiste wieder verlassenhat, aber seine ihm ergebenden Thetaneweilen nach wie vor unter uns, dieXenu-Gefahr ist also auf Erden akut. DieEntwicklung der Atombombe, Krieg,Folter, Drogen, Mord, Gehirnwsche,Elektroschock-Therapien, alle beldieser Welt haben ihren Ursprung in denfinsteren Plnen des in der Kistedahinvegetierenden Xenu.

    Um nun die eingepflanztenEngramme der Vergangenheit oderauch die Hemmnisse im Hier und Jetztfeststellen zu knnen und die Marter vomThetan zu nehmen, bedarf es der Hilfe

  • eines Gertes: des Hubbard-E-Meters.Ein Gert, an dem sich Blechdosenbefinden, die mit einem Kabel an dem E-Meter befestigt sind, und das an dieSteckdose angeschlossen wird. DerAuditor sitzt mit dem Blick auf dieAnzeigen des Gertes den Probandengegenber und registriert die Ausschlgeder auf dem Gert vorhandenen Nadel,die Reaktionen, die sich aufgrund der inden Hnden liegenden Dosen ableiten.Diese Reaktionen werden durch Fragenstimuliert und scientologischinterpretiert und - nicht unwichtig -notiert.

    Das Auditing ist ein Muss inScientology. Ziel ist es aber auch,

  • mglichst viele Menschen zu Auditorenauszubilden, um die Verbreitung zusichern, aber auch dem einzelnenScientologen zu vermitteln, einescientologische Karriere machen zuknnen. Also gehren E-Meter auch zumVerkaufangebot des Scientology-Betriebes. In verschiedenenAusfhrungen werden sie angeboten.Auerdem behlt sich die Organisationvor, darauf zu achten, dass die Gertefunktionstchtig bleiben, also mssen siezur Wartung immer mal wiedereingeschickt werden. Es kann durchauspassieren, dass jemandem nahegelegtwird, sich ein neueres Modellanzuschaffen. Denn natrlich mssen siegekauft werden. Seit einiger Zeit bietet

  • die Organisation sozusagenBeschleuniger fr das Verfahren an. Inden internen Schriften wird suggeriert,dass diese Ergnzung oder Erneuerung,wie man es auch nennen will, dieErgebnisse des Auditings prziser undschneller ermitteln lsst.Selbstverstndlich werden auch dieseGerte nicht einfach zur Verfgunggestellt, sondern mssen erworbenwerden. Der Druck auf die Einzelnen,sich dem Kauf nicht zu entziehen, istenorm, denn mit an Sicherheitgrenzender Wahrscheinlichkeit werdeninnerhalb von Scientology diejenigenbelobigt, die sich dem Verkaufsdruckbeugen.

  • Die Grundlage der Entwicklung vonHubbards System ist dieWeltraumodyssee, das wird bereitsdaran deutlich, dass auf dem Dianetik-Buch ein explodierender Vulkanabgebildet ist. Die Xenu-Geschichtewird zur Grundlage fr Dianetik undScientology. Weltraumhorror eineReligion? Nein, so begann es nicht. Dererste Ansatz war Heilung der Menschen,bzw. der Geistwesen in ihnen, denThetanen. Heilungsversprechen undHeilungsverfahren durchziehen diegesamte Ideologie. Die einzig wahreTherapie befindet sich in Hnden derScientologen. Von Religion oderGlauben keine Spur. Die Rettung der

  • Thetane durch die verschiedenenMethoden der Scientology. Erst dieersten vehementen Auseinandersetzungenmit amerikanischen Behrden lassen dieganze Angelegenheit zu einer Kirchemutieren.

    Noch im Juni 1953 erklrt Hubbardden Begriff Scientology wie folgt:

    Scientology ist die Wissenschaftdes Wissens. Sie besteht ausvielen Teilen. IhreHauptunterteilung ist Scientologyselbst sowie Para-Scientology.Unter Scientology ordnen wirdiejenigen Dinge ein, ber diewir sicher sein knnen, undausschlielich solche Dinge,

  • ber die wir Gewissheit habenknnen.Wissen selbst istSicherheit;Wissen ist nichtgleichzusetzen mit Daten. Para-Scientology ist der groe Topf,der all diejenigen Dinge enthlt,die mit grerer oder geringererUnsicherheit verbunden sind.Hier finden wir fragwrdigeDinge, diejenigen Dinge, berdie sich der normale Beobachtermit ein wenig Studium nichtsicher sein kann. Einige derDinge, die unter Para-Scientology fallen sind:Dianetik, die Unsterblichkeit desMenschen, die Existenz Gottes Solche Dinge haben eine

  • relative Wahrheit. Trotzdem istdie Dianetik mehr eine exakteWissenschaft als viele, die dieseBezeichnung vorher getragenhaben. Ebenfalls unter dieberschrift Para-Scientologywrden folgende Dingeeingeordnet werden: vergangeneLeben, mysterise Einflsse,Astrologie, Mystizismus,Religion, Psychologie,Psychiatrie, Kernphysik undjegliche andere Wissenschaft,die auf Theorie basiert.

    (Voltz,Tom: Scientology und[k]ein Ende. Dsseldorf, 1995,

    S. 72f.)

  • Trotz dieser zum Teil widersprchlichenAussagen des Grnders gelingt es immerwieder, nach auen dernichtscientologischen Welt zu verkaufen,Scientology sei eineReligionsgemeinschaft. DiesesPhnomen, insbesondere vor Gerichtenoder in der Wissenschaft, ist nur fr dennicht leicht nachvollziehbar, der dieMarketingstrategie der Organisationnicht kennt oder nicht durchschaut. Nachauen wird es als Strategie genutzt, inder Annahme, mit einerReligionsgemeinschaft gehe der Staatrespektvoller um. Reine Taktik. Die zumScientologen gewandelten Menschenbernehmen irgendwann die These, siegehren einer Religion an, denn es gilt

  • Xenus Freunde in die Schranken zuweisen, und da ist jedes Mittel recht.Tief im Inneren haben sie aber dieGewissheit, sie brauchen nicht zuglauben, denn sie wissen. Sie sind Teilder Organisation, die alles wei, dabraucht es nicht den Glauben desEinzelnen. Bisher ist der Autorin keinehemaliges Mitglied bekannt geworden,das nach dem Lsen von derOrganisation von sich gesagt hat, ja, ichhabe mich Scientology zugewandt, weilich meine Religion gefunden habe. Nichteiner, nicht eine Person.

    Solange innerhalb der Organisationdie Menschen so manipuliert werden,dass die kranke und dumme Auenwelt

  • die wirkliche Wahrheit, die es nur inScientology gibt, nicht anerkennt, bleibtes bei der Auendarstellung. Alldiejenigen, die also meinen, woran einMensch glaubt (und sei es anintergalaktische Kriege und ihreAuswirkungen auf die Menschheit) seiseine Entscheidung, knnen dieses tun,und daran ist nichts Verwerfliches.Schlielich soll jeder nach seinerFasson selig werden, doch muss er sichklar werden, dass es wirklich nicht umGlauben geht, sondern um dieVerbreitung der Technologie des HerrnHubbard. Ein Mitglied der Organisationist nicht im System Scientologe undauerhalb ein ganz normales Mitgliedder Gesellschaft. Ein Scientologe/eine

  • Scientologin ist immer Mitglied derOrganisation und ist verpflichtet, dieerlernten scientologischen Technikenanzuwenden. Scientology wird zumLebensinhalt, zum Mittelpunkt vonDenken und Handeln mit allenKonsequenzen.

  • Vom irdischen Wesen zumScientologen

  • Thetane in kleinen undgroen Krpern

    Ein Kind ist ein Mann oder eine Frau,der oder die noch nicht zur vollen Greherangewachsen ist, so L. Ron Hubbardin seinem Buch Kinder-Dianetik. DieAussage ist an Banalitt nicht zubertreffen. Allerdings bedeutet sie nachdem Grnder der Scientology-Organisation nicht etwa, dass denKindern nun eine Erziehung zukommensoll, die sie zu selbstbestimmtenMnnern und Frauen heranwachsen lsst.Die von ihm entwickelte Theorie berMenschen trifft auch die Kleinen von

  • Anfang an.

    Um die Verhaltensweisen vonScientologen zu verstehen und die zumTeil aus nichtscientolgischer Sichtwidersprchlichen, ja zum Teil absurdanmutenden Aktionen einordnen zuknnen und vor allem, um zu verstehen,warum Menschen ohne zu hinterfragenihre Kinder diesem System aussetzen, istes ntig zu erlutern, was Scientologendas tun lsst, was sie tun. LautHubbardscher Lehre wird man nmlichzu einem Scientologen gemacht. DieseAussage ist durchaus stimmig. DasLehrgebude erschliet sich demAngeworbenen erst Schritt fr Schritt,Kursabschluss fr Kursabschluss. Die so

  • genannte Brcke zur Freiheit ist lang undteuer. Die Mechanismen den Menschenauerhalb deutlich zu machen, werdendadurch erschwert, dass der Grnderzum Teil unertrgliche Wortschpfungenerdachte, Begriffe des allgemeinenSprachgebrauchs redefinierte undihnen damit eine andere Bedeutung gab,und auerdem Abkrzungen einbaute,die sich nur erschlieen, wenn man sichscientologisch schulen lsst. Um also andie Erkenntnisse der Dianetik und derScientology zu gelangen, ist es ntig,einzutauchen in die scientologischeSprach- und damit Gedankenwelt. DieseEntwicklung einer eigenen Sprache isteiner der Bausteine, die Menschen zuScientologen werden lsst. ber die

  • erlernte Sprache, die nur im SystemScientology anwendbar ist, entwickeltsich eine Art Elite-Trauma.Man(n)/Frau gehrt dazu. Zu einerGruppe, die einzig und allein berufen ist,alle Probleme zu lsen. Die Abschottungdurch die Sprache nach auen wird alsPrivileg gedeutet und als Beweis, dassdie nichtscientologische Welt dumm undkrank ist. Dieses kann durchaus daseigene Selbstbewusstsein frdern. DieKonsequenz daraus, es gibt auch keinenWeg zurck, wird nicht gezogen.Gefrdert wird dieses Elitedenken durchdas Verhalten der Mitscientologen - manist sich ja einig in dem, was man spricht,denkt und tut -, was soll daran falsch

  • sein?

    Daraus konsequent abgeleitet gibt eseine theoretische und praktische Ebenebei Scientology. Beides geht Hand inHand. Nur, wer die theoretischen,ideologischen Inhalte ber die Angeboteder Organisation erlernt undverinnerlicht, darf und soll diese auchpraktisch anwenden. Daher zeigt dieBrcke zur Freiheit auch zwei Wege auf,einen fr den persnlichen Werdegangals Scientologe und auf der anderenSeite den Ausbildungsweg zurVerbreitung der Inhalte und weiterenRekrutierung von Menschen. Bei L. RonHubbard liest sich die Erwartung anseine Jnger folgendermaen:

  • Daher ist der Weg, der vorder Scientology liegt, frei, undihr letztlicher Erfolg ists i c he r ge s te l l t , wenn dieTechnologie angewendet wird.

    Die Technologie, der Begriff inScientology, der in allen Bereichen alsSchlsselbegriff gilt. Die Technologieist zu schtzen, zu verteidigen undanzuwenden. Wenn nderungenvorgeschlagen werden, sind diese alsungeeignet abzuwehren. Hubbard dazu:

    Den tatschlichen Unterlagenzufolge liegt dieWahrscheinlichkeit bei 100.000zu 20, dass eine Gruppe vonMenschen sich eine schlechte

  • Technologie ausdenken wird, umgute Technologie zu vernichten.Da wir auch ohne Vorschlgevorwrtsgekommen sind, tun wiralso besser daran, uns zu rsten,dies jetzt, da wir es geschaffthaben, auch weiterhin zu tun.Dieser Punkt wird natrlich alsunpopulr, selbstgeflligund undemokratischangegriffen werden. Das magdurchaus stimmen. Aber es istauch eine berlebensfrage. Undich sehe nicht, dass unpopulreManahmen, Selbstverleugnungund Demokratie dem Menschenirgendetwas gebracht haben,auer ihn weiter in den Schlamm

  • zu stoen.

    (Hubbard, L. Ron: PTS/SP-Kurs. Kopenhagen, 1989, S. I)

    Um diesen Erwartungen nachzukommen,mssen die Schritte gespickt mitHubbardschen Wahrheiten undBefreiungskursen absolviert werden.Befreiung bedeutet bei Scientology,bisher Erlerntes, Erlebtes nicht nur inFrage zu stellen, sondern zu ersetzen.Eben durch die Wahrheiten desForschers, Philosophen, WeltreisendenHubbard. Dieses bedeutet, fundamentaleErkenntnisse der Wissenschaft quasi imKopf ad acta zu legen. Was in Physik,Chemie oder Biologie wissenschaftlichbewiesen wurde - vergessen! Es wird

  • vermittelt, ausschlielich Gedankenseien Quelle allen Lebens. Ob physischoder psychisch: Alles, was existiert,verdankt sich einzig und allein derTatsache, dass Vorstellungen undEinbildungen es zum Erscheinen bringen.So wird in der Lehre Scientology nichtbestritten, dass die Welt, in der wirleben, existiert. Das physikalischeUniversum ist allerdings geschaffendurch die Macht der Gedanken.Natrlich gibt es dafr eine Abkrzungim scientologischen Sprachgebilde:MEST, diese steht fr Matter, Energy,Space, Time (Materie, Energie, Raumund Zeit). Das anscheinendFaszinierende, das damit vermitteltwird, heit nichts anderes als: Ich

  • kleiner Mensch kann Dinge erschaffen,kann Einfluss auf meine persnlicheUmwelt nehmen. Alle Wnsche sinderfllbar, denn ich bin das Zentrum,erlerne die Techniken, die mich in dieLage versetzen, alles zu erschaffen undzu beherrschen.

    Alfred Zeisel, ein ehemaliger Anhngerder Scientology und 13 Jahre dabei,beschreibt seine Vernderung zumScientologen wie folgt:

    Anfangs war ich berrascht,viele mir bekannte Begriffepltzlich in einer anderenBedeutung zu hren. Kritik zum

  • Beispiel bedeutet etwas sehrSchlechtes; in Scientology istnmlich Kritik verpnt. SelbstBegriffe wie Denken und Sexmeinen bei Hubbard etwasSchlechtes. Auerdem sprachendie Leute unablssig inscientologischen Kunstbegriffen,wie zum Beispiel Overts,Vergehen, oder OTs,Operierende Thetans, das sindScientologen, denenbersinnliche Fhigkeitennachgesagt werden, die ichallerdings niemals beobachtenkonnte. Scientology hat so vieleumdefinierte oder neugeschaffene Begriffe, dass es

  • dafr zwei umfangreicheWrterbcher gibt. - Mit der Zeitmerkte ich dann, dass ich durchAufgabe meiner eigenen Spracheauch meine Persnlichkeitverloren hatte. Ich war inScientology quasi seelischenteignet worden. Und ichbrauchte nach meinem Ausstiegnoch Jahre, um nicht mehr in dieFalle zu treten, die michgedanklich immer wieder mitScientology verband. Manwird halt, wenn man 14 Stundentglich mit Scientologenzusammen ist, permanentindoktriniert. Und es ist auch

  • psychologisch so: Hat maneinmal von jemandem etwasGutes erfahren, neigt man dazu,auch andere Ideen von ihm zubernehmen - und zwarungeprft. Je lnger ich beiScientology war, destoschwieriger wurde meineBeziehung zur Auenwelt. Ichhatte zum Beispiel regelrechtAngst vor den Behrden, wo -nach Ansicht fast allerScientologen - die Unterdrckersitzen.

    (Kruchem,Thomas: StaatsfeindScientology?. Mnchen, 1999,S. 89)

  • Verbunden mit der Verinnerlichung derIdeologie geht hufig eineSelbstberschtzung der eigenenFhigkeiten bei Mitgliedern derScientology einher. Der formulierteHerrschaftsanspruch von Hubbard frdas System Scientology bertrgt sichquasi auf den einzelnen Scientologen,und hufig genug benimmt er sich dannauch so. Mit der Sprache und derAufgabe der vorscientologischenPersnlichkeit bernimmt man auch dieAufteilung des Menschen in zweiKategorien: die soziale und dieantisoziale Persnlichkeit.

    Soziale Persnlichkeiten sind lautHubbard am berleben interessiert und

  • machen andere glcklich. Ein anderesihnen zugeschriebenes Merkmal: Sieschlieen Aktionszyklen ab. Zyklenabschlieen ist in Scientology auch einMastab. Aufgaben, Kurse, Beziehungenzu anderen Personen sind Zyklen, dieabgeschlossen sein mssen. Hat einScientologe im Sinne des SystemsErfolg, hat er ein gutes oder hohes ARK.Diese Abkrzung steht fr Affinitt,Realitt und Kommunikation. Die vonScientology als Symbol verwendetenbeiden Dreiecke, die durch ein groes Smiteinander verschlungen sind, bedeutendas, was zum Funktionieren erwartetwird. Wird einem ein hohes ARK ineiner Situation besttigt, hat man siescientologisch ausgedrckt

  • gehandhabt, also auf gut deutsch imGriff. Das zweite Dreieck wird mit denBuchstaben KRC abgekrzt. K frKnowledge (Wissen), R frResponsibility (Verantwortung) und Cfr Control (Kontrolle). Die Bedeutungdes Symbols und der Begriffe, die mitden Dreiecken verbunden sind, undwelche Anforderungen an den Einzelnengestellt werden, wird von GuntherTrger nach seinem Ausstieg, er hatte esbis zur Stufe OT V geschafft, sobeschrieben:

    Ich hab spter erkannt, was damitgemeint war. Bis zur Stufe Clear(erste so genannteErlsungsstufe auf der Brcke,

  • d. Verf.) werden einem inScientology wie in einemTrichter die unbegrenztenMglichkeiten offeriert. Danachdreht sich der Trichter um, unddas System wird zu einergeschlossenen Veranstaltung, dienur mit Druck undEinschchterung, mitbedingungslosem Gehorsam undkritikloser Hingabe funktioniert.Wo war pltzlich die Freiheit,die doch am Ende der Brckestehen sollte?

    Der Weg bis zum so genannten Clear-Zustand ist quasi die Vorbereitung aufdas, was durch das zweite Dreieck

  • symbolisiert wird: das durchScientology vermittelte Wissen,bernahme der Verantwortung jedesEinzelnen fr das System Scientologyund die Akzeptanz der totalen Kontrolleber die eigene Person und dieUmgebung.

    Es ist also von Anfang an vonBedeutung, dass auch jedem klar ist, wasHubbard unter sozial und antisozialverstanden haben will. Neben derAnsage, dass Aktionszyklen von sozialenPersnlichkeiten abgeschlossen werden,wird diesen Menschen alsErkennungsmerkmal ins Stammbuchgeschrieben, dass sie konstruktiveGruppen untersttzen und sich

  • gleichzeitig gegen destruktive Aktionenwehren. Im Gegensatz dazu wird denantisozialen Persnlichkeiten imSchwarz-Wei-Schema zugeschrieben,dass diese hauptschlich kritische oderfeindselige Bemerkungen verbreiten. Siesuchen sich selbstverstndlichausschlielich das falsche Angriffszielaus und untersttzen destruktiveGruppen. Schlussfolgerung derscientologischen Indoktrination: Wennetwas nicht so funktioniert, wie es soll,befindet sich in der Nhe eineantisoziale Persnlichkeit, die es dannherauszufinden gilt. Diesem Ziel dientder Kurs Wie man Unterdrckungkonfrontiert und zerschlgt. Diesozialen Persnlichkeiten sind natrlich

  • ausschlielich Scientologen, diekonstruktive Gruppe ist Scientology.Dazu Hubbard sehr deutlich:

    Bei einer unterdrckerischenPerson oder Gruppe handelt essich um eine Person oderGruppe, die aktiv danach strebt,die Scientology oder einenScientologen durchunterdrckerische Handlungen zuunterdrcken oder zu schdigen.

    (Hubbard, L. Ron: PTS/SP-Kurs. Kopenhagen, 1989, S173ff.)

  • Im Sinne aller Dynamikenhandeln

    Parallel zur Sprachentwicklung wirdsuggestiv die Gesamtideologievermittelt, immer mit der Kombination:Du tust etwas fr dich und damitgleichzeitig fr deine Umgebung, fr dieWelt und - auch das wird frh vermittelt- fr das Universum. Nachfragen bei denErklrungen der so genannten AchtDynamiken, die bei Darstellungen alsKenntnis ber das Leben verkauftwerden, finden nicht statt. Am Anfangder Scientology-Karriere sind alle mitsich selbst beschftigt. Die meisten

  • erwarten wohl eine Art Lebenshilfe, diesie weiterbringt, ihre Probleme lst.Davon abgesehen, dass Nachfragenziemlich schnell die internen Wchter -namens Ethikoffiziere - auf den Plan ruft.Das Gesamtkonzept wird nicht erkanntund die bernahme der ideologischenAnstze ebenso wenig. Das ist derTrick. Die Vermittlung der Kenntnisber das Leben beinhaltet neben denErklrungen, dass die Erste Dynamik dieeinzelne Person selbst ist, die ZweiteDynamik, die Familie, Ehe undSexualverhalten. So bezeichnet eine Out2 D-Feststellung aus demscientologischen bersetzt, einenEhebruch. Nach auen wird dieseDynamik als Entwicklung von

  • Kreativitt bezeichnet. Die DritteDynamik, die Gruppendynamik, hat einefunktionierende Gruppe zu schaffen.Dass diese Gruppe Scientology ist (dennsie ist ja die einzige, die funktioniert undRechte hat), erschliet sich nicht in derDarstellung nach auen, dort wird alles,was man sich denken kann, als Gruppedefiniert, in der Auensprache,allerdings doch schon mit dem Hinweis,dass Gruppen danach trachten, alsGruppe zu berleben.

    Ohne Kenntnis der scientologischenSprache wird dieses unverstndlich, unddas soll es auch sein. Die VierteDynamik ist die Menschheit, als GattungMenschheit bezeichnet. Bei der Fnften

  • Dynamik, als Lebensformen bezeichnet,finden sich Pflanze und Tier. Wer weischon, wie viele dem Umwelt- oderTierschutz verschriebene Menschen sichdurch plakative uerungen wie: DieFnfte Dynamik ist Lebensformen Sieist das Streben jeglicher Lebensformnach berleben, das Interesse am Lebenals solchem haben anwerben lassen.Ab der Sechsten Dynamik kommt dannbereits die Weltallodyssee durch: dasphysikalische Universum. Hier bereitsdie fr alle Scientologen im Werdegangimmer wieder zu verinnerlichendenPunkte: Materie, Energie, Zeit undRaum. Die Siebte Dynamik prsentiertden Thetan, in den Darstellungsschriftenals spirituelle Dynamik bezeichnet, als

  • Lebensursprung. Und schlielich dieAchte Dynamik, bezeichnet als derDrang als Dasein als Unendlichkeit. Beider Darstellung auch ein neugierigmachender Hinweis: Deshalb wird manlaut L. Ron Hubbard erst dann, wenn dieSiebte Dynamik in ihrer Gesamtheiterreicht ist, die wahre AchteDynamik entdecken. Klingt dochspannend. Der Weg ist offen zurBeherrschung der Unendlichkeit, wasauch jeder Einzelne darunter verstehenmag.

    Die Lehre ber Acht Dynamikenbeinhaltet praktisch in Kurzform das,was den Scientologen erwartet. Erstwenn er fr sich alles geklrt hat, fr

  • seine Umgebung, ffnen sich dieweiteren Tren. Dass dieser Weg nurunter bedingungslosem Gehorsam undunter stndiger Kontrolle stattfindet,erschliet sich erst im Laufe der Zeit,und dann ist es zu spt.

    Ein weiteres Detail, das die Thetaneim System erlernen und natrlich auchanwenden mssen, ist die so genannteTonskala. Bei Scientology liest sichdie Beschreibung so:

    Ein weiteres Instrument derScientology, das im tglichenLeben verwendet wird, ist dieTonskala. Die Tonskalaerlutert przise,wie man ambesten mit ihnen kommuniziert

  • und ihnen hilft.

    Mit Erlernen dieser Skala wirdverbunden, menschliche Reaktioneneinzustufen, ihnen die vorgegebenenablesbaren emotionalen Zustndezuzuordnen. Zum Beispiel steht fr denSkalawert 0,03 der Begriff nutzlos. Esgibt also anscheinend nutzloseMenschen, fr was nutzlos, fr wen?Wer wei das schon! Eine Person mitder Zuordnung 0,3 gilt danach alsunwrdig. Bei der Einstufung 1,1 hatder Scientologe versteckteFeindseligkeit zu diagnostizieren. Diehchste und damit fr alle Scientologenerstrebenswerte Stufe fr sich, seine ihmnahestehenden Menschen und seine

  • Umgebung ist 40,0. Diese Skalahhebedeutet laut Hubbard: heitereGelassenheit des Seins, das prgendeMerkmal der Person.

    Mit der Einstufung von Menschen indiese Skala ist aber auch gleichnachlesbar, welche Eigenschaften die soeingeschtzten Menschen haben. Die mitversteckter Feindseligkeit gehrenwohl zu den aussichtslosesten Fllen,denn diesen werden in Scientology alsbel und schlecht angeseheneEigenschaften zugeordnet. So sind dieseversteckten Feindseligen laut Hubbardhufig homosexuell. Homosexualitt alsfeindseliges Merkmal gegenber demMenschen, der das nach

  • scientologischen Methoden festgestellthaben will. Diskriminierung laHubbard.

    Wer mchte nicht gerne seinGegenber durchschauen und reagierenknnen? Die Werbeschriften verheien,auf schnell erlernbarem Weg Menscheneinzuschtzen, und mehr, sie versprechenfast hellseherische Fhigkeiten:

    Fr das Leben und seineBeziehungen ist die Tonskalavon groem Wert. L. RonHubbard hat das menschlicheVerhalten sehr grndlicherforscht, und seine Arbeit indiesem Bereich liefert eineexakte Beschreibung der

  • EinstellungenundVerhaltensweisen desMenschen. Wenn man wei, wosich jemand auf der Tonskalabefindet, kann man seineHandlungen vorhersagen.

    (New Era PublicationsInternational [Hrsg.]: Was istScientology?. Kopenhagen,1998, S. 76)

    Einer der wirklich wahren Stze vonHubbard:

    Sie beginnen ein Abenteuer.Behandeln Sie es als Abenteuer.Und mgen Sie nie wiederderselbe sein.

  • (Hubbard, L. Ron: Dianetik.Die moderne Wissenschaft dergeistigen Gesundheit.Kopenhagen, 1984)

    Der letzte Satz ist bitterernst gemeint.Wer angeworben werden soll fr das ihnvollstndig verndernde Abenteuer,wei natrlich nicht, was Hubbard imHinblick auf eine der bekanntestenAnwerbemethoden, den so genanntenOxford Capacity Analysis (OCA) Testgeschrieben hat. Er hebt ab aufBedrfnisse, die in vielen schlummernund mit denen man sie ansprechen undneugierig machen kann.

    Das Durchfhren von Testsbewegt sich aus dem

  • psychologischen Bereich hinausund in die Vorhersage derZukunft Wir werden denAberglauben der Menschen anVoraussagen voll ausnutzen.

    (Hubbard, L. Ron: HCO PL.New Testing PromotionSection. 28.10.1960)

  • Wir haben dich lieber totals unfhig

    Aus politischen Systemen, die alsundemokratisch oder auch als totalitreingestuft werden, fhrt immer wiederein Element auch zu dieser Einschtzung:Schutz der Ideologie durch Kontrolle.Organisierte Kontrolle in einer Gruppebringt hufig auch Verunsicherung undAngst fr die einzelnen Menschen mitsich. Funktioniert ein Kontrollsystem, istes schwer, von auen die Menscheninnerhalb auf die Unfreiheit, die sichauch aus der Kontrolle ergibt,aufmerksam zu machen und zu

  • verndertem Handeln zu bewegen.Besonders schwer wird es dann, wennden betreffenden Personen in den fr dieMitglieder bestimmtenVerffentlichungen die Kontrolle alsInstrument fr die angestrebte Freiheitvermittelt wird. Unter der berschriftDer Preis der Freiheit wird L. RonHubbard zitiert:

    Stndige Wachsamkeit, stndigeBereitschaft zurckzuschlagen,um keinen anderen Preis ist siezu haben.

    (Scientology Kirche Bayern e.V.:Ursprung. Zeitschrift derScientology Kirche Bayerne.V.. Mnchen, 2005, S. 3)

  • In der Scientology-Organisation ist daseingefhrte Kontrollsystem nach innenund nach auen ein weiterer Baustein,der die Scientologen fr dieOrganisation denken und handeln lsst.

    Ein durchorganisiertesManagement hilft, trotzgelegentlicher Katastrophen,getragen von nicht unerheblichenfinanziellen Ressourcen, dieStruktur aufrechtzuerhalten. Und wahrscheinlich mssen wirerst diktatorischeMilitrregierungen zumVergleich heranziehen, um demOrganisations- undGehorsamsgrad der Scientology

  • gerecht zu werden.

    (Voltz,Tom: Scientology und(k)ein Ende. Dsseldorf, 1995,S. 40)

    Hineinwachsen in das Kontrollsystemkommt mit verschiedenen Mitteln daher.Eines davon ist die Magabe vonHubbard, dass bei richtiger Anwendungder Scientology von allen Aktivenimmer hhere Statistiken produziertwerden. Danach kann es nur immerbergauf gehen, Rckschlge sind einzigund allein auf die Tatsachezurckzufhren, dass irgendjemand nichtlinientreu funktioniert. Hohe Statistiken,also hoher Verbreitungsgrad auf allenEbenen, dafr arbeiten und kmpfen die

  • Scientologen untereinander und stehendamit in Konkurrenz. Alljhrlich werdendie Personen und Einheiten, die demobersten Management bewiesenhaben, dass sie erfolgreich waren,ausgezeichnet. Einer der Begriffe, derdie Menschen immer weiter zumgegenseitigen Wettkampf anspornt, istdas so genannte Geburtstagsspiel. DerGeburtstag von L. Ron Hubbard ist derTag im Jahr, an dem die Gewinnerausgezeichnet werden. Das WortGeburtstagsspiel, ein harmlosscheinender Begriff fr die interneMotivation, immer besser als dieanderen im System zu sein oder zuwerden. Die Gewinner dieses Spielessind diejenigen, die fr die Expansion

  • gesorgt haben. Die Berechnung dieserStatistik kann in immer mehr Menschen,die angeworben wurden, bestehen, inhohen Geldeinnahmen, zum Beispielber Spenden an die InternationalAssociation of Scientologists (IAS), diemit Auszeichnungen wie Patron belobtwerden, oder in Vergabe derFreiheitsmedaille fr Personen, diedurch ihren Einfluss das Ansehen derOrganisation verbessert oder gefestigthaben. Diese Auszeichnung genieensehr hufig die Prominenten in derOrganisation wie Chick Corea oder TomCruise. Das Instrument der Statistik fhrtaber auch dazu, dass alle gegenseitigaufeinander achten, damit niemand die

  • angestrebten Gewinnchancen beimGeburtstagsspiel vergeudet. DasZauberwort fr die gegenseitigeKontrolle heit Knowledge-Report,a l s o Wissensbericht: Berichte berandere zu schreiben, dem Managementmitzuteilen, was einem aufgefallen ist.Jeder kontrolliert jeden, und mit derAufforderung, dieses auch mitzuteilen,erhhen sich nicht nur das Misstrauenund der Druck untereinander, sie gibtdem Management auch die Mglichkeitzu erfahren, wer im Sinne des Systemsfunktioniert und wer nicht. Wie immer,wenn Personen aufgefordert werdenbzw. es zum System gehrt, auf andereund ihre Funktionsfhigkeit zu achten,wird es wohl auch in Scientology den

  • einen oder anderen geben, der ber dasMittel der Wissensberichte sein eigenesLicht zu Lasten eines anderen hellerleuchten lassen mchte.

    Jeder in Scientology istverpflichtet, unter bestimmtenBedingungen Wissensberichtezu verfassen.

    (Voltz,Tom: Scientology und[k]ein Ende. Dsseldorf, 1995,S. 44)

    Welche Bedeutung diesesBerichtssystem fr die Organisation hat,ist von Hubbard fr seine Verhltnisseauch fr Auenstehendeunmissverstndlich beschrieben:

  • Es ist von grter Wichtigkeit,dass Wissensberichtegeschrieben werden WennSie etwas sehen, das dieExpansion der Organisationbedroht, oder wenn Siejemanden entdecken, derversucht, den Fortschritt derScientology zu behindern, dannberichten Sie darber Ihremlokalen Ethik-Offizier, damit dieAngelegenheit von denverantwortlichen Personenuntersucht werden kann Es istdas Versumnis der einzelnenGruppenmitglieder, ihreGefhrten nicht zu kontrollieren,

  • wodurch es fr alleGruppenmitglieder schwer wird,miteinander zu leben und zuarbeiten Und erhalten Siedafr eine wirkliche Gruppe, diegemeinsam ihre Umgebungkontrollieren kann underfolgreich ist, weil ihreeinzelnen Mitglieder helfen, sichgegenseitig zu kontrollieren.

    (Voltz,Tom: Scientology und[k]ein Ende. Dsseldorf, 1995,S. 45)

    Das interne Kontrollsystem ist also dasEthiksystem, die Ethikabteilung, die esberall in der Welt, in allen Kirchengibt. Der Ethik-Offizier oder die Ethik-

  • Offizierin sind die Personen, die beifestgestelltem Fehlverhalten eingreifen.

    Abweichler, Andersdenkendeund sich kritisch uerndegeraten sehr schnell in dieEthik-Abteilung derScientology. In krassen Fllenwerden sie sofort vom Rest derOrganisation, also auch ihrenMitstudierenden, abgeschottet.Im Notfall wird Hausverbot oderauch Redeverbot erteilt. Es heitdann: Dein einzigerAnsprechpartner ist der Ethik-Offizier. Wer sich trotzdemnoch kritisch bei Freunden (Mit-Scientologen) uert, riskiert,

  • eine so genannteNichtaufwhlungs-Anordnungzu erhalten. Ihm wird der Mundverboten, da er andereaufwhlt.

    (Voltz,Tom: Scientology und[k]ein Ende. Dsseldorf, 1995,43f.)

    Aber nicht nur die rtlichenOberscientologen sind ber dieregionalen Fehlentwicklungen zuinformieren. Denn auch diese knnen jain Gefahr geraten, von den Linienabzuweichen. Es ist also sicherzustellen,dass das Internationale Managementauch erfhrt, was in der Scientology-Welt so los ist. Folgerichtig findet sich

  • in fast allen weltweit erscheinendenregional und berregionalunterschiedlichen Mitgliedsheften dieAufforderung, die oberste Einheit, dasso genannte Religious TechnologyCenter (RTC) in Los Angeles zuinformieren. Frher per Post, heute wirdauch der sichere Weg online angeboten.

    Was ist denn nun fr die obersteEbene von Interesse? Nun, genau das,was auch in den regionalen Einheiteninteressiert: Out-Tech. Die allesumfassende und an- und umzusetzendeTechnologie des L. Ron Hubbard. Nur,wenn die Tech drin ist, scientologischausgedrckt, ist die ungehinderteExpansion gesichert. Also dreht sich

  • alles um die Hubbard-Technologie: DieVerwaltungstechnologie, dieStudiertechnologie usw. Out-Tech istsomit eine schwere Verfehlung. In dieserkleinen Abkrzung ist fr alleScientologen gesagt, was nicht sein darf:Abweichen vom korrekten Anwendender Technologie. Die Aufforderung frdie Berichte an das RTC macht deutlich,worum es geht:

    Wissensberichte sind auf allenStufen der Scientology vonunschtzbarem Wert und so auchfr das Religious TechnologyCenter. Falls Sie auf Out-Tech,Squirreln (Scientology-Wortschpfung fr absichtliches

  • Verndern der Technology, d.Verf.) unautorisierteVerwendungvon Materialien oder Markenstoen, oder jemand Ihnen rt,keine Wissensberichte an RTCzu schreiben, oder im Falleirgendwelcher andererkirchlicher Schwerverbrechen,wie im Buch Einfhrung in dieEthik der Scientologybeschrieben, oderunterdrckerischer Handlungen,sollten Sie bezglich solcherAngelegenheiten direkt mit unskommunizieren.

    (Scientology Kirche Bayerne.V.: Ursprung. Zeitschrift der

  • Scientology Kirche Bayerne.V.. Mnchen, 2005, S. 14)

    Von ganz oben bis ganz unten, dasKontrollsystem ist komplettdurchorganisiert. Out-Tech,Fehlverhalten schon im Ansatz zuerkennen ist natrlich nur mglich, wennnicht nur das entsprechende Buch gekauftund mglichst gelesen wird, sondern vorallem, wenn der entsprechende Kursabsolviert wird. Denn nur diesergarantiert, dass verinnerlicht wird, wieman Unterdrckung erkennt undzerschlgt. Die Unterdrcker knnennatrlich berall sitzen. In derWerbebotschaft fr diesen Kurs heit es:

    Sie (die Unterdrcker, d.Verf.)

  • befinden sich unentdeckt unteruns und verstecken sich hinterMasken, die sie sozialerscheinen lassen - Masken, dieberzeugender sind als diebesten Spezialeffekte in derFilmindustrie. Es gibt jedocheine Tech, um diese Fassade zuzerschmettern und das wahreGesicht der Unterdrckung inallen Einzelheiten zu enthllen.

    (Scientology Kirche Bayern e.V.:Ursprung. Zeitschrift derScientology Kirche Bayerne.V.. Mnchen, 2005, DeckblattRckseite)

    Interne Zeitschriften drucken - allerdings

  • meistens nur mit abgekrzten Buchstaben- Jubelberichte ber den Erfolg einesKurses ab. Da wird besttigt, dass nachAbschluss des Kurses endlich dieFamilie gehandhabt ist, endlich in derFirma alles technologisch luft, endlicherkannt wurde, dass man die Tech nichtrichtig angewandt hatte und doch mitUnterdrckern in Verbindung stand. Nun,nach dem Erlernen der Fhigkeit, genaudiese Bsewichte erkannt zu haben, istder Weg frei, die Brcke zgig undschnell zu erklimmen.

    Der Kurs kann durchaus immerwieder gemacht werden, denn immerund immer wieder kann es ja passieren,dass aus der nichtscientologischen Welt

  • Irritationen bei dem Einzelnenaufkommen oder auch intern ein Kontaktzu einem scientologischen Freund, dersich spter als Unterdrcker herausstellt(zum Beispiel, weil er die Organisationverlsst) den eigenen Werdegangbehindert. Dann folgt in der Regel derPTS/SP-Kurs, als Lsung auch fr inZweifel geratene Mitglieder.

    Vermittelt wird damit natrlich auch,was als Vergehen, Verbrechen undSchwerverbrechen anzusehen ist. Dasscientologische Rechtssystem wirdbernommen und damit auch das, wasHubbard unter fair game verstandenhat: Eine unterdrckerische Person oderGruppe wird zum Freiwild. In der

  • Bedeutung von Denken und Handelneines Scientologen gilt damit, dassPersonen, die sich aktiv gegenScientology bettigen, nach denethischen Definitionen des Systemsrechtlos sind. Im Umkehrschlussbedeutet dieses auch, dass selbstmassivste Straftaten gegen definierteGegner nicht als unterdrckerischeHandlung im Sinne der Scientology-Ethik zu bewerten sind. Der Schutz derHubbardschen Technologie und damitdes Systems hat Vorrang vor allemanderen. Wer so gepolt wurde, hat esschwer, die Unfreiheit im System zuerkennen. Angstfrei geht wohl niemand,denn einmal zum Unterdrcker erklrt,kommt die Furcht, es mit der fr die

  • Abwehr nach auen zustndigenAbteilung zu tun zu bekommen, demOffice of Spezial Aff