Leben in Stadt und Land 4-2011

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Das Magazin der Dorf- und Stadterneuerung.

Text of Leben in Stadt und Land 4-2011

  • Netzwerke: Erfahrungen und Wissenmit einem roten Faden verbinden

    Das Magazin fr Dorf- & Stadterneuerung in N Winter 2011

    StadtundLandLeben in

    20

    Stadtbericht: Tulln.

    13

    Erfolg im Netzwerk:10 Jahre N Stadtmauerstdte.

    7

    Neu organisiert: Netzwerke in der Dorferneuerung.

  • 4Inha l t

    Leben in Stadt und Land Winter 2011 Seite 2

    THEMA: NETZWERKEPerspektive der Zukunft: DER NETZWERKGEDANKE.

    7 Neu organisiert:NETZWERKE IN DER DORFERNEUERUNG.9 Gute Basis:THEMENBEZOGENES NETZWERKEN IN DEN VIERTELN.

    12 Erfolg im Netzwerk: 10 JAHRE N STADTMAUERSTDTE.

    STADT- UND ORTSKERNBELEBUNGWohlfhlen im Ortskern: BELEBTE ZENTREN DURCH GEZIELTE MASSNAHMEN.

    STADTBERICHT

    20 TULLN: Radhauptstadt Niedersterreichs.

    BERICHTE AUS DEN HAUPTREGIONEN

    20 DORF- UND STADTERNEUERUNG IN DEN LANDESTEILEN28 ENERGIE-GEMEINDE-PORTRTEnergie-Gemeinde Ybbsitz30 50 Kilometer Radweg und viele Kartons: DIE HIGHLIGHTS DES RADLREKORDTAGS 2011.

    INFOS

    30 EUROPISCHES KINO GANZ NAH: Werden Sie Teil von EU XXL FILM Die Reihe und zeigen Sie spannende europische Kinofilme in Ihrem Ort!

    SPECIAL SERVICE

    31 ENGLISH SUMMARY

    24

    16

    Unser Impressum finden Sie auf der Umschlagrckseite.

  • Leben in Stadt und Land Winter 2011 Seite 3

    Vorwor t

    Netzwerken wichtiges Arbeitsprinzip fr eine erfolgreiche Zukunft.

    Beim Gedanken an Netzwerke fllt mir als erstes die alte Binsenweisheit Gemeinsam geht vieles leichter ein. Dieser Satz trifft auch auf Dorf- und Stadt - erneuerung zu, denn es ist die Zusammenarbeit vieler engagierter Brgerinnenund Brger, die Projekten zum Erfolg verhilft, und die Zusammenarbeit mit derKommunalpolitik, die diese Erfolge absichert.

    In vielen Bereichen stehen Gemeinden und Ortsgemeinschaften oft vor be -sonderen Herausforderungen. Wenn dann Erfahrungswerte fehlen, liegt es nahe,sich Informationen von jenen zu holen, die bereits Lsungsanstze fr die ent-sprechenden Anliegen oder Problemstellungen erarbeitet haben.

    Hier beginnt der Netzwerkgedanke: Erfahrungen und die Menschen, die siegesammelt haben, verknpfen sich zu einem dauerhaften und breitflchigen Austausch, zu einer grerenund weit reichenden Gemeinschaft. Einer kann vom anderen profitieren und jene Ideen herausfiltern, die frsein Anliegen und seine Situation passend sind.

    Von diesen berlegungen ausgehend, haben wir auch in der N Dorf- und Stadterneuerung Netzwerkeetabliert. Sie sollen zu den elementaren Problemstellungen, mit denen unsere Orte und Gemeinden zuneh-mend konfrontiert werden ich denke hier vor allem an Themen wie das Miteinander und die Versorgungaller Generationen, an Migration und Integration oder an aktiven Klimaschutz einen N-Erfahrungsschatzvereinen. Dieser Erfahrungsschatz zieht noch einen anderen ebenfalls nicht unwesentlichen Neben -effekt nach sich: Einzelne Orte mssen nicht mehr alle Erfahrungen selbst sammeln, wodurch unter demStrich auch die Gemeindefinanzen geschont werden knnen.

    Als aktive Netzwerker knnen wir also gemeinsam und gut gerstet die Zukunft unserer Drfer und Ge-meinden und damit auch unseres Bundeslandes weiterhin positiv gestalten. Ich lade daher nicht nuralle Drfer und Gemeinden, sondern auch alle Brgerinnen und Brger unseres Bundeslandes ein, weitermit zu netzwerken und mit zu gestalten!

    Dr. Erwin PrllLandeshauptmann von Niedersterreich

  • Leben in Stadt und Land Winter 2011 Seite 4

    Das Miteinander als tragfhige Sttze fr die Zukunft.

    Netzwerke

  • Leben in Stadt und Land Winter 2011 Seite 5

    Vernetzung gilt zum einen alszentrale Voraussetzung, sich anneue Gegebenheiten anzupassenund die Widerstandsfhigkeit ge-genber externen Einwirkungen zustrken. Zum anderen sind Netz-werke Innovationsmotoren1: Durchdie Verbreitung und Kombinationvon Wissen zwischen den AkteurIn-nen entsteht Neues und Innovatives.Das schafft die Grundlage fr die Aktivierung eigener Strken.

    Gute Voraussetzung: lndlicher Raum.

    Die Bedingungen dafr sind inlndlichen Rumen gut, denn drf -liche, aber auch kleinstdtischeStrukturen verfgen traditionell berein stark ausgeprgtes Sozial- undRegionalkapital. Freiwilliges Engage-ment, Nachbarschaftshilfe oder dieregionale Einbettung von Betriebensind die Bindemittel zur Verknpfungder einzelnen AkteurInnen undschaffen gnstige Voraussetzungenfr den Aufbau bestndiger, robusterNetzwerkbeziehungen.

    Perspektive der Zukunft:

    Der Netzwerkgedanke.

    Aktuelles Merkmal: heterogen.Stabilitt und Bestndigkeit der

    Beziehungen sind umso wichtiger,als sich Netzwerke zunehmend he-tero gen zusammensetzen. In vielenFllen gengt es nicht mehr, zwischengleichartigen Akteuren zu kooperie-ren und Synergien zu nutzen. Viel-mehr ist die Zusammenarbeit ver-schiedenartiger Akteure gefragt. Aufdiese Weise knnen kreative Ideenins Netzwerk einflieen und innova-tive Strategien erarbeitet werden.

    Netzwerke

    In einer global vernetzten Gesellschaft erhlt die Zusammen-arbeit auf lokaler wie regionalerEbene umso hhere Relevanz.

    1) KATZMAIR, H. (2010): Netzwerke als Innovationsmotor. Wie Innovationen durch Netzwerke entstehen, in: SCHUMPELIK, V./VOGEL, H. [Hrsg.] (2010): Innovationen in Medizin und Gesundheitswesen, Herder Verlag, Freiburg.

  • Wichtige Bedingung: klare Strukturen.

    Je unterschiedlicher die kooperie-renden AkteurInnen das heit, jekomplexer die Netzwerkbeziehun-gen desto entscheidender sindklare Strukturen innerhalb des Netz-werks. Folgende Punkte gilt es dabeizu beachten: Vorhandensein einer gemein sa-

    men Vision oder Heraus forde rung2 klare Aufgaben- und Kompetenz-

    verteilung zwischen den AkteurIn-nen2

    Intensitt und Stabilitt der Bezie-hungen (strong ties)1

    Solidaritt, Vertrauen und ge-mein same Werte1

    Herausforderung:Raumrelevanz.

    Bei Erfllung dieser Bedingungenlassen sich auch komplexe Heraus-forderungen in Netzwerken bewlti-gen. Beispielsweise werden seit einigen Jahren in den Niederlandenso genannte regionale Ateliers er-probt, bei denen Berufsschulen mitregionalen Stakeholdern kooperie-ren, um Strategien im Umgang mitrealen raumwirksamen Problemstel-lungen (etwa die Reduzierung vonTreibhausgasemissionen) zu ent -wickeln.

    Bezogen auf die Problematik derAbwanderung junger Erwachseneraus lndlich-peripheren Teilrumenknnte ebenfalls ein erweiterter Netzwerkgedanke zur Anwendungkommen, indem AkteurInnen hoherregionaler Entwicklungsrelevanz wieSchulen, regionale Leitbetriebe oderWeiterbildungseinrichtungen in ber-geordneten Netzwerkprozessen ko-operieren. Folgende Kooperations -formen wren hierfr denk- bzw. erweiterbar:

    Kooperationen zwischen Schulenund Betrieben, um SchlerInnenbzw. LehrerInnen regio nale Leit -betriebe nher zu bringen undbergnge ins Berufsleben bessergestalten zu knnen

    Kooperationen zwischen Be-trieben (etwa in Form von Quali-fizierungsverbnden), um be-triebliche Fortbildungsangebotezu erweitern

    Kooperationen zwischen Fach-hochschulen und Schulen, um

    den Zugang zu tertirer Weiterbil-dung auch in peripheren Rumenzumindest temporr bzw. modu-lar zu ermglichen

    Kooperationen zwischen Wei-ter bildungseinrichtungen, umSchulungs- und Weiterbildungs-angebote zu optimieren

    Ziel eines solchen Kooperations-netzwerks wre es, das regional vor-handende Ausbildungs- und Quali -fikationspotential zu strken, jungenErwachsenen eine regionale Arbeits -

    platzperspektive zu bieten oder ar-beitenden Menschen weiterfhren-de Berufswege innerhalb der Regionoffen zu halten.

    Fr die langfristige Implementie-rung derartiger Netzwerkbeziehun-gen mssen sich die beispielhaft genannten AkteurInnen ihrer Raum-relevanz bewusst sein: Gemeinsammit den BewohnerInnen bilden siedas soziale und regionale Kapital,das es in Form von Netzwerken zuaktivieren gilt.

    Mag. Lukas Lschner, bakk. techn.Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Institut fr Raumplanung und Lndliche NeuordnungUniversitt fr Bodenkultur, Wien

    Leben in Stadt und Land Winter 2011 Seite 6

    Netzwerke

    2) WALLENBERGER, J. (2005): Warum ist Kooperation so modern? in: Verband fr Dorferneuerung [Hg.]: Themenimpulse 2005, S.27

  • Leben in Stadt und Land Winter 2011 Seite 7

    Netzwerke

    Neu organisiert:

    Netzwerke in der Dorferneuerung.

    Seit dem Jahr 2008 gibt es in der Dorferneuerung thematischeNetzwerke. In den Bereichen Generationen und Klimaschutzwird landesweit vernetzt, die Themen Integration, Identitt,Mensch & Raum sowie jugend.aktivwerden regional umgesetzt.

    Sowohl in den beiden landes-weiten Netzwerken, als auch in denThemennetzwerken der einzelnenLandesviertel wurden vielerorts auchber die Aktivphase in der Dorf -erneuerung hinaus Akzente gesetzt.Es war daher an der Zeit, eine ersteErgebnissichtung durchzufhren undWeichen fr eine weitere gute Ent-wicklung zu stellen.

    Gute Arbeit geleistet.Im Netzwerk Generationen sind

    mit Stand Mitte 2011 33 Orte aktivdabei. Das Netzwerk erlebt einengroen Bedeutungsgewinn seitHerbst 2009, als LandeshauptmannDr. Erwin Prll die soziale Dorf -erneuerung als Schwerpunkt dergesamten Dorferneuerungsarbeit definierte. Der Aufbau an Kontaktenzu den mageblichen AkteurInnen

    auf regionaler und lokaler Ebenekann als weitgehend abgeschlossenbetrachtet werden, die Umsetzungder Leitprojekte luft. Dabei stehendie Schulung der Sozialkoordinato-rInnen (130 gemeldete Personen)gemeinsam mit der Landesakade-mie sowie die Durchfhrung zahlrei-cher Audits zur familienfreundlichenGemeinde im Mittelpunkt. Die Um-setzung des Pilotprojekts Mostvier-tel zum Thema Betreutes und Betreubares Wohnen vernetzt vieleregionale Partner und ist beispielge-bend fr die etablierte Kooperationvor Ort zum Wohle der Gemeindenund ihrer Finanzen.

    Das Netzwerk Klimaschutz gehthnliche Wege: 19 Orte auerhalbder Dorferneue